TEST: Denon AVR-2312 - Flexibel und umfangreich ausgestatteter Mittelklasse-Receiver
28. November 2011 (cr/phk)

Einführung
Der Denon AVR-2312 präsentiert sich als leistungsfähiger und flexibler
AV-Receiver zu einer UVP von 899 EUR. Im Mittelklasse-Receiver steckt eine
volldiskrete 7-Kanal Endstufe mit 135 Watt (6 Ohm) pro Kanal, Dolby True HD und
DTS-HD Dekoder sowie Dolby Pro Logic IIz für den Anschluss zusätzlicher
Front-High-Lautsprecher und einen Compressed Audio Restorer. Ebenfalls im Denon
bereits integriert ist das automatische Audyssesy-Einmesssystem MultEQ XT (Auto
Room Setup und Auto Room EQ) inklusive verbesserter Subwoofer-Korrektur, auch
für die MultEQ Pro Kalibrierung ist der Receiver vorbereitet. Der Receiver ist
mit 7 HDMI-Eingängen recht üppig bestückt, 1 Ausgang ist vorhanden. Außerdem
auf der Videoseite bucht der Denon einen 12-Bit Video-Prozessor von Analog
Devices für sich. Die Hochkonvertierung von analogen sowie digitalen
SD-Signalen auf 1080p ist somit möglich, außerdem bewegungsadaptives
DeInterlacing und ein Video-Equalizer. Dank Ethernet-Schnittstelle verbindet
sich der Denon AVR mit dem Netzwerk und bietet flexible Möglichkeiten wie
Internetradionutzung mit über 12.000 Stationen, Streaming von verschiedenen
Audio-Formaten sowie Zugriff auf flickr und weitere Online-Dienste wie Napster
und last.fm. Auch die Steuerung des Receivers vom PC, einem PDA und natürlich
einem Smartphone (Denon Remote App) ist vorgesehen, natürlich steckt auch
Airplay im Receiver. Die USB-Schnittstelle erweitert die Flexibilität und
bietet direkten Anschluss eines iPods, iPhones und obligatorisch eines portablen
USB-Massenspeichers. Für komfortable Bedienung verfügt der AVR-2312 über eine
grafische Benutzeroberfläche in 3 Sprachen, inklusive Überlagerung des Menüs
über HDMI-Bild, und einen Einrichtungsassistenten. Nicht zuletzt spricht der
sehr geringe Stromverbrauch in den verschiedenen Standby-Modi für den Denon
Receiver.
Verarbeitung

Solide Verarbeitung

Sauberer Materialübergang

Frontale Bedienelemente

Display

Eingänge Front

Quellenwahl-Regler

Lautstärke-Drehregler

Fernbedienung
Der AVR-2312 macht auf den ersten Blick einen sehr soliden und
wertigen Eindruck. Die Blende an der Frontseite des Gerätes ist aus Kunststoff
gefertigt, aus einem Guß und schließt sich der Design-Linie der Denon-Geräte
der aktuellen Generation an. Die Bedienelemente sind sehr sauber integriert,
bieten gute Haptik und einen ausgezeichneten Druckpunkt, auch die Druckknöpfe
direkt unter dem Display gefallen. Sowohl der Lautstärke- als auch der
Quellenwahl-Drehregler verfügt über eine Rasterung und einen sauberen Lauf.
Der Quellenwahlregler auf der linken Seite ist bewusst etwas kleiner gehalten
und ein wenig schwergängiger.
Wie gewohnt ist der Power-Knopf von einer LED-Beleuchtung umringt, der den
Betriebsstatus des Gerätes anzeigt. Der frontale AV-Anschluss mit siebtem
HDMI-Eingang ist hinter einer Frontblende aus Kunststoff versteckt, die plan mit
der großen Frontblende abschließt. Die Anschlüsse auf der Rückseite
sind solide integriert, sitzen fest und lassen sich auch durch leichten Druck
nicht zu verrücken. Für den Lautsprecheranschluss sind Schraubanschlüsse
integriert, die auch für Bananenstecker und größeren Kabelumfang geeignet
sind. Die Oberseite des Gerätes ist beinahe in ihrer Gesamtheit mit
Lüftungsschlitzen überzogen, auch seitlich und auf der Unterseite sind
Öffnungen integriert, so dass eine gute Luftzirkulation zur Kühlung des
Gerätes sichergestellt ist. Die Standfüße sind für einen soliden Stand im
AV-Rack großzügig dimensioniert.

Innenleben in der Gesamtübersicht

Recht ordentliche Verkabelung, neues Layout beim 2011er
Jahrgang

Im Detail - Endstufe (oben und unten)

Das Innenleben präsentiert sich Denon-typisch aufgeräumt und
hochwertig. Die Verkabelung ist recht sauber, alle Endstufen haben gleiche
Arbeitsbedingungen. Dies ist sehr wichtig, um eine hohe Belastbarkeit zu
garantieren. Das Platinenlayout ist mehrstöckig und wirkt durchdacht. Der
AVR-2312 hat ein preisklassengerecht aufgebautes Chassis und ist auch innen
solide verschraubt.

Trafo

Detail

Haupt-Elkos im Verborgenen

Kühlkörper - und kein Lüfter

Platinenlayout
Anschlüsse

Gesamtansicht Anschlüsse

HDMI-Slots hinten

LS-Anschlüsse
-
6 HDMI-Eingänge Rückseite + 1 Front, 1 Ausgang
-
2 Komponenten-Video-Eingänge, 1 Ausgang
-
3 FBAS-Videoeingänge, 2 Ausgänge
-
2 S-Video-Eingänge
-
2 Digitale Audio-Eingänge optisch
-
2 Digitale Audio-Eingänge koaxial
-
6 Stereo Cinch-Eingänge
-
2 Stereo Cinch-Ausgänge (1x Pre Out Zone 2)
-
2 Subwoofer Pre Outs
-
FM/AM-Antenne
-
Remote Control IR In/Out
-
RS-232
-
Front: FBAS + Stereo Cinch & Anschluss für
Setup-Mikrofon
Der Denon AVR-2312 ist üppig bestückt und bietet mit 7
HDMI-Eingängen mehr als ausreichend Anschlussmöglichkeiten für digitale
Zuspieler. Anders als beim kleinen Geschwister, dem AVR-1912,
sind hier auch wieder digitale Audio-Eingänge sowohl koaxial als auch optisch
zu finden, sogar S-Video Anschlüsse sind noch integriert. Auch die Bestückung
mit zwei Subwoofer-Pre Outs ist positiv einzuschätzen.
Menü & Konfiguration
Als sehr praktisch erweist sich der Ersteinrichtungs-Assistent, der durch
wichtige Schritte zur Installation aller relevanten Parameter führt.
Sprachauswahl, Lautsprecheranschluss, Lautsprecherkalibrierung,
Quellen-Konfiguration, Fernbedienungs- und Netzwerkeinrichtung werden
nacheinander aufgerufen, so dass der Anwender nach Beendigung der Prozedur einen
fertig eingerichteten AV-Receiver in Betrieb nehmen kann. Die Menügrafik, von
anderen Denon-AVRs und auch Blu-ray-Playern her bekannt, gefällt durch Klarheit
und moderne Gestaltung. Erfreulich auch, dass Rechtschreibung und Grammatik in
den Menü stimmig sind, das ist nicht selbstverständlich, wie wir bereits oft
feststellen mussten.

Assistent zur Ersteinrichtung

Ablauf der Ersteinrichtung

System-Setup

Lautsprecher-Konfiguration

Lautsprecher-Konfiguration

Optionen

Quellen-Auswahl

Surround-Modi

Zugriff auf Video- und Audio-EQ

Zugriff auf den Compressed Audio Restorer - dieser verfügt
über 3 verschiedene Betriebsmodi
Multimedia

Netzwerk-Konfiguration

Internet-Radio
Der AVR-2312 kann ab Werk wie üblich nur kabelbasiert ins Heimnetzwerk eingebunden werden. Ist dies geschehen, ist es möglich, z.B. auf die auf vTuner basierende Internet Radio Funktion zurückzugreifen. Der Compressed Audio Restorer kann nach schnellem Buffern des gewünschten Streams gleich zeigen, was er kann: Es finden sich drei Betriebsarten (Modus 1 Restorer 64 für sehr stark komprimierte Musik mit sehr schwachen Höhen, Modus 2 Restorer 96 und Modus 3 Restorer HQ für optimale Klanggüte bei weniger stark komprimiertem Material). Der Restorer strafft den Bass, harmonisiert den gesamten Frequenzgang und öffnet die Höhen – hier wird ganze Arbeit geleistet, der Klang ist mit aktiviertem Restorer lebendig und kraftvoll, jede müde oder emotionslose Attitüde wurde mit Erfolg abgelegt.
Wenn man Dateien streamen möchte, muss es sich um Audiodateien oder jpeg-Fotos handeln, Videos werden nicht gestreamt. Flac , AAC und MP3 werden problemlos erkannt, rasch hat man Ordner und abzuspielenden Track ausgewählt. Der Denon gibt
sich beim Handling sehr unkompliziert und überdies reagiert er enorm schnell - so viel Freude bereitete uns die Bedienung einer Komponente lange nicht. Oft stören lange Wartezeiten, diese gibt es beim AVR-2312 nicht. Die
USB-Wiedergabe präsentiert sich bezüglich Bedienung und Formatwiedergabe
identisch zum DLNA-Streaming, allerdings werden nur FAT32-formatierte Medien
wiedergegeben, das NTFS-Datenformat wird nicht erkannt.
Ein iPod oder ein iPhone kann mittels USB-Kabel direkt angeschlossen werden (Net/USB-Eingang). Rasch wird die Apple-Komponente erkannt und die Steuerung erfolgt schnell über die Fernbedienung des AVR-2312. Die grafische Darstellung ist schlicht, aber übersichtlich.

Steuerung via Web-Browser

Optionen

Quellenwahl und zugehörige Einstellungen

Sprachwahl

AV-Einstellungen im Web-Beowser

Medienwiedergabe
Wie schon der AVR-1912 ist auch im AVR-2312 die Möglichkeit der
Steuerung mit einem Web-Browser vom PC, PDA oder Smartphone aus, möglich. Über
die IP-Adresse, die einfach in die Adresszeile des verwendeten Browsers
eingegeben wird, kann auf den Receiver zugegriffen werden. Sollte die IP bei
aktiviertem DHCP-Server nicht gleich bekannt sein, so kann sie mit dem OSD unter
Netzwerk-Konfiguration und dann Netzwerkinfos abgelesen werden. Einfacher geht
es noch mit dem Windows-Explorer, hier erscheint unter Netzwerk - Multimedia der
Denon AVR-2312. Klickt man mit einem Rechtsklick auf das Symbol, kann man auf
"Gerätewebseite anzeigen" klicken und es öffnet sich direkt das
korrekte Browser-Fenster. Der Umfang der Einstellungsmöglichkeiten ist sehr
groß, viele Konfigurationsmöglichkeiten einzelner Eingänge, Audio- und
Video-Equalizing, Lautsprecher- HDMI - und Netzwerk-Setup sowie grundlegende
Systemeinstellungen können durchgeführt werden, man kann quasi auf das gesamte
Menü des Gerätes zugreifen und es bedienen. Zudem können auch die
multimedialen Features gesteuert werden, ob Internetradio, DLNA-Streaming oder
Wiedergabe vom iPod oder USB, alles geschieht vom Web-Browser aus. Allerdings
ist die Reaktionszeit über das Netzwerk noch etwas träge, der Seitenaufbau
dauert manchmal bis zu einer Sekunde, abgesehen davon ist die Steuerung über
den Web-Browser vorbildlich. Wer mit seinem Smartphone lieber via App die
Steuerung des AV-Receivers übernehmen möchte, wird im App-Store für iPod
touch und iPhone fündig. Android-User müssen bisher noch auf eine 3rd-Party
App zurückgreifen.
Klang
Generelle klangliche Einschätzung
Der Denon AVR-2312 zeigt sehr deutlich, dass Denon zu den renommiertesten
Anbietern von AV-Receivern zählt, und mit dem neuen Produkt haben die
Denon-Ingenieure in schwierigen Zeiten - Japan ist noch von den schweren Folgen
von Tsunami und Atomkatastrophe gezeichnet - einen hervorragenden Beweis dafür
geschaffen, dass erstklassiger Klang nicht unbedingt mit enormen Investitionen
verbunden sein muss. Der AVR-2312 holt viele Klangtugenden, die man von
AV-Receivern der Preisklasse > 1000 EUR kennt, in günstigere Regionen: So
überzeugt er im Stereo- und im Mehrkanalbetrieb durch ausgeprägte
Räumlichkeit. Schon dann, wenn man Musik in Stereo genießt, fällt auf,
welches authentische Raumgefühl der 2312 bereit stellt. Der Klang löst sich
überdies hinaus sehr gut von den Lautsprechern, so dass es sich lohnt, den 2312
an einem ausgewachsenen, hochwertigen Lautsprechersystem zu betreiben. Mit dem
rund 9000 EUR kostenden KEF 5.1-LS-Set: 4 x XQ40, 1 x XQ50c, 1 x PSW-4000
hatte der Denon überhaupt keine Probleme. Gerade die Kombination aus vier
identischen Standlautsprechern kommt den Fähigkeiten des 2312 sehr entgegen -
so kann er zeigen, zu welchen überzeugenden Leistungen er aus räumlicher Sicht
imstande ist. Hier lohnt es, sich sogar SACDs (Multichannel) oder
Blu-ray-Audio-Discs bereit zu legen: Solch hochwertige Medien machen mit
günstigeren AV-Receivern sonst nur recht wenig Freude, aber der AVR-2312 kann
hier mit vielen Überraschungen aufwarten - beginnen wir beim Thema Grobdynamik,
in vergangenen Zeiten nicht unbedingt eine Domäne von Denons AV-Receivern: Der
AVR-2312 hat selbst mit enormen Dynamiksprüngen, wie sie beispielsweise in
Gustav Mahlers 2 Symphonie (Blu-ray Audio) oder bei Tschaikowskys 1812
Ouvertüre vorkommen, keinerlei Schwierigkeiten. Er agiert impulstreu und stellt
die immense Kraft seiner Endstufeneinheit spontan zur Verfügung. Wer gern
deutlich lauter als mit der viel zitierten "Zimmerlautstärke" hört,
kann sich über die ausgezeichnete Pegelfestigkeit des 2312 freuen. Maßstäbe
werden hier zwar keine neuen gesetzt, das gestaltet sich aber bei dem starken
Konkurrenzumfeld auch schwierig. So ist z.B. der Yamaha
RX-A1010 auch ausgesprochen pegelfest, und Pioneer sowie Onkyo geben sich
ebenfalls keine Blöße. Für ein 900 EUR-Gerät überragend ist beim Denon die
Feindynamik, auch das war früher nicht immer so. Sicher - hier darf man nicht
die Maßstäbe der 2000 EUR AVR-Liga anlegen, hier geht dann doch hörbar mehr.
Für 900 EUR aber ist es schon beinahe sensationell, was der 2312 bezüglich der
Ausarbeitung kleiner dynamischer Differenzen leistet. Im Bassbereich ist er
aufgrund seiner Leistungsstabilität nicht zwingend auf die Unterstützung durch
einen aktiven Subwoofer angewiesen. Wer trotzdem auf einen aktiven Bassisten
setzt, darf sich über die sehr präzise Ansteuerung freuen: Der Denon sollte
daher nur in Verbindung mit einem hochwertigen aktiven Subwoofer, der nicht nur
einfach laut und massiv, sondern kultiviert und strukturiert spielt, zusammen
arbeiten. Hervorragend passen Sets wie das Teufel 5.1-Set Theater 500
oder auch ein Set aus Nubert nuVero 10 (Front),
Nubert nuVero AW-13 DSP (aktiver
Subwoofer), nuVero 7 /Center
und nuVero 4 (Surrounds) zum Denon,
selbst mit dem teuren, edlen nuVero-Set arbeitet der AVR ausgezeichnet
zusammen.
Blu-ray, Tiesto „Elements of Life“, BD 2, Track 3, Back in Your Head, DTS-HD Master Audio:
Bei “Back In Your Head” begeistert der AVR-2312 gleich von Beginn an mit tollem Raumgefühl. Ohne Anstrengung liefert der AV-Receiver beachtliche Pegel ab und steuert den aktiven Subwoofer sehr präzise an – mit dem höchst angenehmen, aber dynamischen Sound mit exzellenter Herausarbeitung der vokalen Anteile ist der Denon wie prädestiniert, um mit ausgezeichneten Lautsprecherensembles zusammen zu arbeiten. Die Struktur im Bass, die Darstellung auch kleinerer Effekte und die sehr gute Loslösung des Klangs vom Lautsprecher verdeutlichen, dass Denon keinesfalls gewillt ist, die Klassenspitze der Konkurrenz zu überlassen. Im Hochtonbereich verbindet der AVR-2312 auf vorbildliche Weise Klarheit und angenehme Charakteristik. Er wird nie zu spitz oder zu aggressiv, bietet aber trotzdem ein hohes Maß an Durchhörbarkeit. Erst, wenn man massive Pegel anlegt (95 % der maximal möglichen Lautstärke), mischt sich ein leicht spitzer Unterton ins Klangbild.
Blu-ray, Andrea Bocelli, Vivere – live in Tuscany, Track 2, Romanza, PCM 5.1:
Bei “Romanza” bringt der AVR-2312 erneut zum Ausdruck, dass er hinsichtlich der Stimmwiedergabe zu den besten gehört: Nicht nur, als Andrea spricht, sondern besonders, als der begnadete Tenor zu singen beginnt, beeindrucken uns die körperhafte Darstellung der Stimme und deren Loslösung vom Center und den Fronts. Der Denon bleibt auch bei hohem Pegel absolut stabil bei der charismatischen vokalen Präsenz Andreas und vergisst es auch nicht, die Instrumente gekonnt einzubauen. Besonders die Streicher glänzen durch Finesse, sie klingen fein und filigran, gleichzeitig aber harmonisch. Kleine dynamische Differenzen schält der AVR-2312 sauber heraus, sofern sie sich in den vorderen musikalischen Ebenen abspielen. Kleinere Einzelheiten in den hinteren Orchesterreihen gehen – Tribut an die Preisklasse – etwas unter.
Blu-ray, Within Temptation, Black Symphony, Intro + erster Song, PCM 5.1:
Zutiefst faszinierend ist das Intro mit vielschichtigem Aufbau und Choralgesang – eine Herausforderung gerade für AV-Receiver, die sich nicht in obersten Preisgefilden aufhalten. Der Denon aber zeigt sich ritterlich und nimmt die Herausforderung gelassen an. Er stellt schon den Choralgesang sehr plastisch dar, auch die instrumentalen Effekte arbeitet er mit tadelloser Impulstreue ein und holt auch die Spannung klar heraus. Die Ortung einzelner Instrumente im Orchester gelingt dem Denon für die Preisklasse wirklich gut, er lässt aber noch Luft nach oben – was gerade bei Denon auch wichtig ist, schließlich ist beim 2312 noch lange nicht das Ende des hochwertigen Produktportfolios erreicht. Sehr gut ist der Tiefgang im Bassbereich, erneut begeistert die makellose Ansteuerung des aktiven Subwoofers. Die Klangcharakteristik ist von Weitläufigkeit und authentischer Räumlichkeit geprägt. Der Hochtonbereich besitzt eine gute Transparanz, zugleich ertönen Stimmen und Instrumente aber homogen und ohne zuviel überflüssige Härte. Das gesamte Intro kann auch problemlos richtig laut gehört werden, die Balance Front-Surrounds ist absolut schlüssig, selten in diesen günstigen Preisklassen.
Blu-ray Audio, Gustav Mahler, 2. Symphonie, DTS-HD Master Audio:
Der AVR-2312 offeriert bei dieser schwierig wiederzugebenden BD Audio
hervorragende Qualitäten - kleine dynamische Differenzen werden ebenso wie
große, massive Dynamiksprünge - wie sie für Mahlers Werke typisch sind -
ausgezeichnet dargestellt. Der Denon schafft eine sehr gute
Front-Surround-Balance und kann erneut mit seiner ausgeprägten Räumlichkeit
punkten. Er holt in den vorderen musikalischen Ebenen viele orchestrale Details
heraus und kann auch bei instrumentalen Soli begeistern. Sein Klang ist stets
angenehm und feinfühlig, der Denon entfaltet richtiges Charisma, was uns in
Anbetracht der Preisklasse erstaunt. Das Abklingen von Instrumenten wird selbst
in Ansätzen wiedergegeben - der Denon zeigt auch bei diesem Medium sein
überragendes Niveau.
Blu-ray, Avatar, Kapitel 22, DTS-HD Master Audio:
Hier beweist uns der Denon, wie sehr ihm effektgewaltige Szenen liegen – im Vergleich zu früheren Denons legt der AVR-2312 bei der Grobdynamik gleich 2 Schippen oben drauf, er schafft mehr Atmosphäre, mehr Spektakel, das aber stets glaubwürdig erscheint und nie aufgesetzt wirkt. Die sich drehenden Rotoren der Fluggeräte, die Stimmen, der Music Score – all dies verdichtet der AVR-2312 zu einem echten Kinoerlebnis, und er behält auch die kleineren Zwischentöne im Auge und gibt die Dialoge im Kommandofluggerät einwandfrei wieder. Den aufs Gespärch folgenden Beschuss setzt der Denon mit Nachdruck um, die flüchtenden Eingeboren und deren verzweifelte Reaktion werden ebenfalls sehr gut wiedergegeben. Die präzise Ansteuerung des aktiven Subwoofers sorgt für eine beeindruckende Dynamik auch im Bassbereich, bis ganz nach unten – vorausgesetzt, der eingesetzte aktive Bass ist so leistungsfähig – hält der Druck an. Der Denon bietet schon im 5.1 Betrieb eine nahezu geschlossene Klangkulisse, wir empfehlen dringend, lieber ein hochwertiges 5.1- als ein preiswertes 7.1 Set einzusetzen – der Sound wird es danken.
Blu-ray "Casino Royale", PCM 5.1, 2. und 3.Kapitel:
Der Denon untermalt die Sequenz auf Madagaskar mit vielen akustischen
Tugenden. So gibt er den Music Score mit Räumlichkeit und Kraft wieder,
vergisst aber keinesfalls den Rest der Tonspur: Als 007 mit dem großen Radlader
ein Gebäude im Rohbau rammt und kurz zuvor der flüchtende Bombenleger auf die
Windschutzscheibe des Baugerätes zielt, gibt der Denon die verschiedenen
Effekte impulstreu und mit Nachdruck wieder. Scharf donnern die Schüsse gegen
das Glas, und mit tieffrequentem Donnern kracht der Radlader ins Gebäude. Die
kurz darauf folgende Gasexplosion auf der Großbaustelle überzeugt durch
Klarheit, Kraft und räumliche Ausbreitung. Im darauf folgenden Kapitel, als Le
Chiffre sich am Bord seiner Luxusyacht unterhält, beweist der 2312 seine
Sensibilität beim Umgang mit Stimmen: Sie klingen stets authentisch und weise
eine sehr gute Balance sowie klare Strukturen auf.
Video

Video-EQ
Der AVR-2312 verfügt sogar über einen kleinen Video-EQ, dieser findet sich im Menü Audio/Videoeinstellungen unter „Bildeinstellungen“. Kontrast von -6 bis +6, Helligkeit von 0 bis +12, die Farbsättigung von -6 bis +6 und der Farbton von -6 bis +6 sind einstellbar. Wir vermissen Rauschfilter und Schärferegler.
Upconversion von 576i auf 1080p, Filmmaterial, Star Wars Episode 3, ab Beginn:
Das nach hinten gleitende Star Wars Logo zittert leicht, die Schriftstabilität ist ordentlich, aber nicht perfekt, da man an den Buchstabenrändern etwas Zittern und leichte Treppenstufen sieht. Beim Gleiten der Schrift nach hinten verstärken sich diese Effekte aber nicht. Gut ist, dass die Schrift zu den Rändern hin nicht ausbleicht. Der gesamte Lauf ist relativ ruhig. Als der Sternzerstörer ins Bild gleitet, Kommandobrücke und obere Linie rechts zittern leicht, die Rauschneigung ist gering, der Kontrast ist gut. Die Kanten der Raumjäger zittern leicht beim Abknicken in die Raumschlacht nach unten. Das Panorama, welches sich eröffnet, ist plastisch. Während der Raumschlacht ist der Bidlstand recht ruhig, ab und zu tritt aber Zittern an Objektkanten auf. Die Gesichter der Protagonisten sowie die Konturen der Cockpits in den Raumjägern werden sauber wiedergegeben – die Schärfe und die Detaillierung sind gut, setzen aber keine neuen Klassen-Maßstäbe.
Upconversion von 576i auf 1080p, Videomaterial, AVEC Professional Test-DVD:
Die Laufschriften in verschiedenen Geschwindigkeiten zeigen ebenfalls Zittern einzelner Lettern, es treten auch selten, aber doch stellenweise kleinere Artefakte auf. Die Lesbarkeit der Schrift bleibt aber bis zur höchsten Geschwindigkeit erhalten. Die Farbtrennung ist in Ordnung, hier geht aber noch mehr. Das Pendel mit rot-blauem Innenleben, das in unterschiedlichen Geschwindigkeiten über eine schwarze Linie schwingt, zeigt Nachzieheffekte über die gesamte Pendellinie, ab der mittleren Linie sind die Balken innen nicht mehr komplett zu differenzieren, die Linie, über die das Pendel gleitet, zeigt leichte Treppenstufen. Das Stadtbild von Esslingen wirkt bezüglich der Schärfe her durchschnittlich, die Farbwiedergabe und die Plastizität sind gut. Der Kameraschwenk gelingt mit ordentlicher Bildruhe, Zeilenrauschen an den Hausdächern ist allerdings sichtbar.
Konkurrenzvergleich
- Harman Kardon AVR-460: Der
Harman Kardon begeistert mit sattem Bass, sehr guter Pegelfestigkeit,
einfacher Bedienung und schicker Optik. Grob- und feindynamisch zieht der
Denon AVR-2312 deutlich weg, das gilt auch für die Verarbeitung. Die
Videosektion des Denon ist etwas besser, die Anschlussbestückung und die
Multimedia-Eigenschaften zeigen mehr Modernität.
- Onkyo TX-NR809: Der Onkyo ist mit 1199
EUR (UVP) deutlich teurer und setzt sich durch die nochmals edlere,
hochwertigere Optik auch vom AVR-2312 ab. Auch die Videosektion rechtfertigt
den Aufpreis - wer also viel Wert auf den AVR als Videoschaltzentrale und
Video-Bearbeitungszentrale legt, ist beim Onkyo sehr gut aufgehoben.
Klanglichg hat uns der Onkyo tief beeindruckt - doch gerade hier ist es im
höchsten Maße erstaunlich, wie bedrohlich nahe der günstigere Denon
rückt: Sehr kultiviert, beinahe genauso pegelfest, grobdynamisch auf
Augenhöhe und mit sogar minimal besserer Räumlichkeit, ist der AVR-2312
ein sehr ernst zu nehmender Konkurrent.
- Yamaha RX-A1010: Moderat teurer als
der Denon ist der sehr elegante Yamaha, der neutral abstimmt ist und mit
mächtiger DSP-Power auftrumpfen kann. Seine Videosektion ist eine Idee
schlechter als die des Denon, Ruhmesblätter stellen beide Video-Abteilungen
nicht dar. Der DSP-Power und dem hervorragenden Einmesssystem des Yamaha
setzt der Denon einiges entgegen: Mehr Räumlichkeit und Finesse im
Klangbild sowie eine durchdachtere Bedienung.
Fazit

Der Denon AVR-2312 zeigt in aller Deutlichkeit: Es gibt nach wie vor hörbare
Fortschritte bei der akustischen Leistungsfähigkeit von AV-Receivern - und
diese finden in Preisklassen statt, die man getrost als bürgerlich und
bezahlbar bezeichnen kann. Mit
ausgeprägter Räumlichkeit, präziser Subwoofer-Ansteuerung, dynamischem
Sound, toller Feindynamik und untadeliger Pegelfestigkeit präsentiert sich uns der für 899 EUR UVP erhältliche AV-Receiver.
Gerade die Grobdynamik, die wir bei Denon-Geräten bis zur Mittelklasse
häufiger kritisieren mussten, hat einen erstaunlich großen Schritt nach vorne gemacht
gemacht. Kräftige Bässe mit gutem Tiefgang und ein klarer Hochtonbereich, ohne
zu spitz zu werden, zeichnen den 2312 aus, auch die Stimmwiedergabe wirkt
gelungen. Die Video-Sektion kann noch nicht vollends überzeugen, das Upscaling
und Deinterlacing zeigt eine gute Performance, hier bleibt aber aufgrund von
auftretendem Bildzittern und Ausprägung von Artefakten noch Luft nach oben.
Multimedial bietet der AVR ein umfangreiches Angebot an Internetradio-Stationen,
Streaming von einer Vielzahl von Audioformaten, direktem iPod-Anschluss, Airplay
und mehr. Die Bedienung erfolgt reaktionsschnell und stellt den Anwender vor
kaum Probleme. Insgesamt nimmt der Denon AVR-2312 die Rolle des enorm
talentierten Akustikers ein, der Klangtugenden deutlich höherer Preisklassen in
die Liga unterhalb der magischen 1000 EUR-Grenze bringt. Dass gerade
Verarbeitung und Bedienung auch noch für dieses Preissegment Maßstäbe setzen,
trifft sich im Hinblick auf ein erstklassiges Testergebnis gut.
Der Denon AVR-2312 vermag trotz des moderaten Kaufpreises
akustisch richtige Begeisterung zu wecken. Zu diesem Eindruck gesellen sich
hochwertige Verarbeitung, durchdachte Bedienung und ausgezeichnete multimediale
Eigenschaften

AV-Receiver Mittelklasse
Test 28. November 2011
+ Exzellentes Raumgefühl für die Preisklasse
+ Hervorragende Grobdynamik
+ Ausgezeichnete Feindynamik
+ Pegelfestigkeit auf hohem Level
+ Durchdachtes Bedienkonzept und sehr gute Menügrafik
+ Praxisgerechte Anschlussbestückung
+ Multimedia-Eigenschaften überzeugen
+ Günstiger Kaufpreis
- Videosektion zeigt Verbesserungspotential
Text: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Bilder: Philipp Kind
Datum: 28. November 2011
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