SPECIAL: Aktuell getestete HDMI 1.4 AV-Receiver von 300 bis 2200 EUR im Vergleich
Update 14. September 2011 (cr)
Einführung
Mittlerweile haben wir eine Velzahl an aktuellen AV-Receivern, deren HDMI-Sektion dem für
3D entscheidenden Standard 1.4 entspricht, unter die Lupe genommen. In diesem
kleinen Special stellen wir Ihnen in der letzten Zeit getestete bzw. in einem Preview
untersuchte AV-Receiver in Preisklassen
zwischen knapp 300 und 2200 EUR vor.
Onkyo TX-SR309

Der neue 5.1 AV-Receiver OnkyoTX-SR309
präsentiert sich als Preis-/Leistungsstar für 299
EUR. Er klingt kräftig, authentisch, lebendig und räumlich dicht. Zum
gleichen Preis ist er bezüglich der Audioperformance seinem Vorgänger überlegen.
Er ist zudem sehr gut verarbeitet und sieht überraschend hochwertig aus. Die
Ausstattung ist für die günstige Preisklasse tadellos und umfasst sogar die Möglichkeit
zum iPod-Direktanschluss. Ein OSD ist ebenfalls vorhanden. Insgesamt eignet sich
der 309 gerade für die kleinere Surroundanlage im Wohnzimmer, zu der einige
wenige Zuspieler gehören, ausgezeichnet. Durch die vertretbaren Abmessungen ist
er überdies prima unterzubringen. Vorsicht aber - es handelt sich um einen AVR
mit analogen Endstufen, die beim Betrieb Verlustwärme absondern. Daher sollte
man dem Gerät "Luft zum Atmen" lassen und es nicht passgenau ins Rack
"hineinquetschen".
Pioneer VSX-521

Der Pioneer VSX-521 (299
EUR) präsentiert sich ebenfalls als idealer Partner für den qualitätsbewussten
Einsteiger. Mit bewährt hoher Pegelfestigkeit und Grobdynamik schlägt sich der
günstige VSX-521 ausgezeichnet. Klar kennen wir in diesen Kategorien Geräte
mit mehr Feingefühl und höherer Detailfreude, gemessen am geforderten Preis
bietet der Pioneer aber auch hier schon eine sehr gute Performance - hier ist
aber der Onkyo TX-SR309 überlegen, während der Pioneer bei Grobdynamik und
Pegelfestigkeit vorn liegt. Die solide Verarbeitungsqualität und die edel
anmutende Optik macht den VSX-521 zu einem gern gesehenen Gast im heimischen
AV-Rack. Das OSD ist leider nur via analoger Komponenten-Videowiedergabe verfügbar
und nur in Englisch gehalten, die manuelle Lautsprecherkonfiguration
beispielsweise ist aber an einem angeschlossenen Wiedergabegerät deutlich
angenehmer als am Front-Display, so bietet die grafische Benutzeroberfläche
definitiv einen Mehrwert. Die Anschluss-Sektion ist bezüglich der Preisklasse
gut ausgestattet und praxisgerecht, auch die Fernbedienung macht einen
ansprechenden Eindruck.
Denon AVR-1312

Eine ebenfalls verlockende Alternative für
Preis-/Leistungsbewusste ist der Denon 5.1 AV-Receiver AVR-1312,
der typischen Denon-Tugenden in die Einsteigerklasse bringt. Finish, Anmutung
und harmonischer Sound vereint sich in einem preislich fairen Gesamtpaket. Sogar
Lautsprecher-Schraubterminals sind dem 1312 auf der Rückseite spendiert worden.
Die Bedienung stellt den Anwender vor keine großen Probleme, auch ein OSD mit
umfangreichem Lautsprecher-Setup ist mit an Bord. Auch akustisch überzeugt der
Denon. Zwar ist er nicht der spektakuläre Grobdynamiker, brilliert aber in
diesem Preis-Segment mit überraschend dichter und räumlicher Atmosphäre sowie
Pegelfestigkeit, ebenso hervorzuheben ist die gute Front/-Surround-Balance und
Homogenität der Klangkulisse, die mit leicht warmem Touch den Hörer auch bei
langen Sessions angenehm begleitet. Im Vergleich zu Onkyo und Pioneer spendet
der Denon die meiste Harmonie, der Pioneer ist das grobdynamische Ass mit
ansonsten guter Alltagstauglichkeit, und der Onkyo klingt am schönsten im
Hochtonbereich, auch offeriert der TX-SR die beste Feindynamik.
Pioneer VSX-921

Was heute für 499 EUR maximal geht, demonstriert kaum ein AVR
besser als der Pioneer VSX-921. Mit
kräftigem, dynamischem Sound, ausgezeichnetem Einmesssystem, verständlichem
GUI und schicker Optik kann er sich im Konkurrenzumfeld ausgezeichnete
behaupten. Der VSX-921 bietet DLNA-Streaming und Zugriff auf das
Internetradio-Portal vTuner, zudem können iPod/iPhone und iPad ohne separates
Dock direkt angeschlossen und genutzt werden. Hinzu kommt die komplexe
iControlAV2-Applikation, mit der die gesamte Konfiguration des AV-Receivers mit
dem iPhone oder dem iPad vorgenommen wird. Für eine besonders einfache
Installation ist AVNavigator an Bord, der die physische Installation sowie
Konfiguration mit vielen Erläuterungen effektiv und interaktiv begleitet. Die
Bluetooth-basierte Social-App "AirJam" erheitert nicht nur eine
ausgelassene Party, auch der eigene Musikhorizont kann mit neuen, ungekannten
Songs erweitert werden, der optionale Bluetooth-Adapter ist hierfür allerdings
erforderlich. Die Video-Sektion überzeugt durch eine ausgezeichnete
Upconversion von SD-Signalen sowie individuelle Optimierungen abhängig vom
jeweiligen Bildwiedergabegerät und dem Abstand zum Zuschauer.
Denon AVR-1912

Der Denon AVR-1912 ist
für 549 EUR räumt bezüglich der akustischen Darbietung in der
Preiskategorie der unteren Mittelklasse buchstäblich auf. Eine solch präzise,
durchdifferenzierte und detaillierte akustische Kulisse konnten wir in diesem
Preisklassen-Segment bisher kaum genießen. Der Denon setzt auf eine tonal eher
harmonische und balancierte Auslegung und ist für längere Hör-Sessions
bestens geeignet, das nötige Spektakel im Filmbetrieb muss man aber nicht
vermissen. Pegelfest und mit ausgeprägter Räumlichkeit geht es in dichter
Atmosphäre antrittsschnell und mit der nötigen Präzision zur Sache. Der
Tieftonbereich wird kräftig und voluminös ausgeschmückt, ohne viel Kontur und
Struktur zu lassen, Stimmen sind sauber integriert und auch der Hochtonbereich -
mit leicht warmem Touch - gliedert sich gefällig in die Gesamtkulisse, kein
Frequenzbereich wirkt zu präsent oder spielt sich zu hintergründig ab. Ebenso
positiv können wir die Flexibilität im Multimedia-Bereich bewerten, abgesehen
von der Wiedergabe von Video-Dateien bringt der Denon AVR-1912 alle wichtigen
Features mit. DLNA-Streaming, Internetradio, iPod-Direktanschluss und sogar das
früher kostenpflichtige Airplay ist out-of-the-box integriert. Ein weiterer
Benefit stellt die Steuerung des Receivers über einen Web-Browser dar, so
lassen sich ohne Bildwiedergabegerät beispielsweise die Netzwerk-Funktionen
noch sehr komfortabel bedienen. Die mangelnde Scaling-Funktion im Video-Bereich
ist sicherlich als negativer Punkt zu bemängeln, die Schwerpunkte wurden beim
AVR-1912 aber schlichtweg anders gesetzt und aufgrund der überragenden
Leistungen möchten wir dem Denon-Gerät unser Referenz-Prädikat nicht
verweigern. Er stellt sich als die auf maximalen akustischen Output fokussierte
Alternative zum Pioneer VSX-921 dar. Der Pioneer kontert mit der besser
ausgestatteten Videosektion, den umfangreicheren Apps und dem um 50 EEUR
niedrigeren Preis: Beides sind summa summarum tolle AVRs, die ohne den jetzt
vorgestellten Kandidaten beinahe konkurrenzlos wären.
Onkyo TX-NR609

Mit 599 EUR ist der Onkyo 7.2 AV-Receiver TX-NR609
der teuerste der drei Champs. Dafür offeriert er als einziger ein THX
Select 2 Zertifikat. Er klingt im Hochtonbereich am schönsten und kokettiert
mit seinem hervorragenden Internet Music-/Radio-Angebot. Er bringt zwei
Subwoofer-Verstärkerausgänge mit und besitzt eine besonders talentierte
Videosektion, die sogar das Scaling bis auf die zukünftige maximale Auflösung
von 4k ermöglicht. Dass der TX-NR609 enorm gut aussieht und hervorragend
verarbeitet ist, wäre ebenso zu nennen wie das gute, Pioneers MCACC aber
unterlegene Einmesssystem. Klanglich bietet der Denon AVR-1912 das noch bessere
Raumgefühl, dafür modelliert der Onkyo den Übergang zwischen Hochton- und
Mitteltonbereich noch feinsinniger heraus. Die besten und modernsten Apps bietet
der Pioneer VSX-921, der zudem laut Liste satte 100 EUR günstiger ist als
der TX-NR609. So ist für jeden Geschmack etwas dabei - der Vollausstattungs-Fan
gönnt sich den Pioneer, der kultivierte Hörer den Denon und der
zukunftsorientierte Schöngeist den Onkyo.

Richtige HiFi-Tugenden bringt der Yamaha 7.2 AV-Receiver RX-V771
in die 600 EUR Liga. Mit 599 EUR ebenso teuer wie der TX-NR609
aus dem Hause Onkyo, brilliert der Yamaha mit annähernd neutralem, reinen Klang
- der allerdings weniger Emotionen weckt als der samtige Sound des Onkyo. Aber
der Yamaha hat schließlich noch einen Pfeil im Köcher - den treffsicheren
DSP-Pfeil. Mit diesem geht der Schuss mitten ins Herz technikbegeisterter
Anwender, die den Sound mittels sauber abgestimmter Musik- und Filmton-DSPs im
Detail fein tunen können. Die Videosektion ist gut, setzt aber keine
Maßstäbe. Top sind die Stereoperformance und das Einmessystem YPAO, das
inzwischen nahe am Leader liegt (Pioneers MCACC). Internetradio- und
Musik-Streaming-Optionen bietet der 767 ebenfalls.
Harman Kardon AVR-460

Beim Harman Kardon AVR-460
trifft kraftvoller Klang auf
ein durchdachtes Bedienkonzept. Um die Lücke zur Konkurrenz zu schließen,
hat HK einige Anstrengungen unternommen und drei sehr weise
Entscheidungen getroffen: "Lieber Elementares gut, als vieles
schlecht" - Die Implementierung der neuen Tonformat und die Neuentwicklung
des GUI/OSD, des neuen Menüs sind hervorragend gelungen. "Usability"
- Puristen und Profis mögen die gegebenen Optionen zu beschränkend sein, der
normale Nutzer hingegen wird sich an der verständlichen und intuitiven
Bedienung des AV-Verstärkers freuen. Es sind viele Hürden für Laien
niedergerissen und den Ergebnissen der Marktforschung konsequent wie zielführend
Rechnung getragen worden. "Klang" - für den Großteil der Anwender
ist das Wichtigste an einem Verstärker immer noch der Klang, was Harman Kardon
berücksichtigt hat. Der AVR 460 ist ein klar erkennbarer Vertreter seines
Hauses mit einem sehr kräftigen Bass, etwas zurückgenommenen Mitten und
enormen Dynamik- wie Pegelreserven. Der gut gewählte Evolutionsschritt besteht
in einer präziseren, schnelleren Tiefton-, einer neutraleren Tiefton und einer
frischer-spritzigeren Hochtonwiedergabe. Mit diesem Ergebnis hat Harman das
Potential viele neue Kunden zu finden, denen der aktuelle Trend zu absoluter
Neutralität etwas zu nüchtern ist. Wo Licht ist, da ist meist auch Schatten:
Der Funktionsansatz der Videosektion ist im Sinne der normalen Allgemeinheit
vorbildlich, nur die technische Umsetzung im Filmbetrieb mag hier noch nicht
mithalten - was bei SD-TV schon wieder anders geartet ist. Die nicht existente
multimediale Ausstattung entspricht nicht mehr dem Stand der Zeit - halb so
teure AV_Receiver sind häufig schon mehr Schaltzentrale - und wird mitunter
eine Hürde bei der Kaufentscheidung sein. Dennoch: Lieber nichts einbauen als
eine Implementierung, die dem Kunden in den Frust treibt. Dies, zusammen mit der
geringen Anschlussbestückung und der verbesserungswürdigen Verarbeitung, im
Kontext des Kaufpreises, sind die zu kritisierenden Punkte
beim AVR-460.
Onkyo TX-NR809 und TX-NR1009

TX-NR809

TX-NR1009
Für 1199 EUR kann man deutlich mehr erwarten als für die
Hälfte - dies macht der Onkyo TX-NR809 auch
mehr als deutlich. Er hat nicht nur eine deutlich höhere Pegelfestigkeit, auch
Feindynamik, Grobdynamik, Verarbeitungsgüte, Materialaufwand und
Ausstattungsumfang sind merklich gestiegen. Wer auf die neun Endstufen des
größeren TX-NR1009 verzichten
kann, fährt mit dem TX-NR809 genauso gut, beide Onkyos setzen auf den gleichen
sehr guten Videochip, haben einen tollen Video-EQ und eine üppig bestückte
Anschlusssektion. Musikstreaming und umfangreiche Internet Radio Optionen sind
Kennzeichen beider Onkyos, ebenso die herausragende Räumlichkeit und die
kultivierte Gesamtwiedergabe. Wer neun Endstufen benötigt und ein 9.2 Setup
fährt, wird mit dem für 1499 EUR erhältlichen TX-NR1009
sehr glücklich, zumal der erstklassige und flexible Aufpolierer dts Neo:X nur
beim 1009 mit an Bord ist. Bei beiden Onkyos ist das Audyssey
MultEQ-Einmesssystem sehr gut, Pioneers Alternative MCACC weist aber eine im
Detail noch bessere Performance auf. Lobenswert - wie bei Pioneer gibt es nicht
nur eine iPhone/iPod Touch-App, sondern auch eine Android-App.
Denon AVR-3311

Der Siebenkanal-AV-Receiver Denon AVR-3311
(UVP 1399 EUR) ist zwar noch aus dem 2010er Jahrgang, kennt aber praktisch keine Schwächen. Im Gegenzug brilliert er mit zahlreichen Stärken.
Der differenzierte, räumliche und kräftige Klang wird von uns mit Bestnoten
belohnt, Grob- und Feindynamik sind überragend. . Der Denon klang im Vergleich
zum Onkyo TX-NR1008 noch eine Idee räumlicher
- das hat sich mittlerweile erledigt, die neuen Onkyos sind hier genau so gut.
Was die akustische Gesamtharmonie angeht, liegt der Denon immer noch im
Spitzenfeld. Bilanzierend ist mit dem 3311 aus
akustischer Sicht schon beinahe ein kleiner Bolide entstanden, der auch durch
die exzellente, weil lineare und präzise Ansteuerung des aktiven Subwoofers punkten kann. Die erstklassige
Videosektion mit leistungsstarker Upconversion auf 1080p und kleinem, aber
effektivem Video-EQ überzeugt ebenfalls. Hier aber hat Onkyo aufgeholt, die
Modelle des 2011er Jahrgangs sind beim Scaling sogar noch leicht
überlegen. Multimedial ist die
Ausstattungsvielfalt beeindruckend, das Einzige, was fehlt, ist eine Streamingmöglichkeit
für Videodateien. Die Bedienung gelingt dank des übersichtlichen Graphical
User Interfaces selbst weniger erfahrenen Anwendern. Die saubere Verarbeitung
ist typisch für Denon AV-Receiver.
Sony STR-DA3600ES

Der Sony STR-DA3600ES (1299
EUR UVP) ist
ein Mehrkanal- und Multimediaexperte mit Ethernet-Hub
und kann aus klanglicher Sicht gefallen - nur die nagelneuen Modelle von Onkyo
(TX-NR809) sowie der Denon AVR-3311 bieten noch etwas mehr .Trotzdem befindet sich
der Sony hier auf
Augenhöhe mit den Besten. Doch leider sind AV-Receiver
mittlerweile Schaltzentralen für die ganze Audio-/Video-Anlage, so dass wir
noch mehr Eigenschaften mit in die Bewertung einbeziehen müssen. Und da
scheinen Schwächen durch, die ein Aufrücken ganz an die Klassenspitze verhindern: Zu
wenig HDMI-Anschlüsse, eine Videosektion mit veraltetem Faroduja-Chip, die
zudem nur analog eingehende Signale hoch konvertiert, und eine zu geringe
Formatvielfalt beim Streaming. So löblich es ist, dass Audio-, Video- und
Fotodateien von PCs und Home Servern übertragen werden können - es wäre wünschenswert,
wenn der 3600 mehr Formate akzeptieren und darstellen könnte. Die Verarbeitung
des Sony AV-Receivers ist tadellos, die Bedienung relativ einfach.
Marantz SR7005

Mit dem neuen AV-Receiver SR7005
vollzieht Marantz
weit mehr als nur einen profanen Modellwechsel: Bisher hat sich die Surroundelektronik vom japanischen Anbieter vornehmlich durch ihre überdurchschnittlich audiophile Akustik vom Wettbewerb abgesetzt, dafür war jedoch bei manchen Ausstattungsdetails oft ein kleiner Abstand zu Yamaha, Pioneer und Co. zu beobachten. Nachdem Marantz seit nunmehr fast 3 Jahren keinen neuen AV-Receiver
oberhalb der 1.000 Euro Schwelle auf den Markt gebracht hat, betritt nun der SR-7005 das Parkett und schickt sich an, Klang und Ausstattung auf höchstem Niveau zu vereinen. Die Namensähnlichkeit zum SR-7500 darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der vermeintliche Nachfolger in einer höheren Preisklasse beheimatet ist. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 1.799
Euro. Als Rüstzeug steht ihm dabei ein umfangreiches Arsenal mit folgenden Eckdaten zur Verfügung:
So die HDMI 1.4a Sektion mit 6 Eingängen (kompatibel zu 3D, ARC und CEC), der Anchor Bay ABT2015 Videoprozessor für Wandlung/Scaling/iP über alle Eingänge,
eine Netzwerkschnittstelle für Streaming von Musik+Bilder sowie Internetradio, Last.fm und
Napster, eine iPod Integration über USB, per RX101 auch per Bluetooth und eine Raumeinmessung mit dem aktuellsten Audyssey MultiEQ XT PRO für perfekte Akustik.
Wie bei Marantz üblich, widmete man sich auch der akustischen Basis mit großer Sorgfalt. Sieben stromgegengekoppelte Endstufe mit speziellem Marantz Layout und ein leistungsfähiger Ringkerntransformator sorgen für breitbandig ausgelegte Verstärkerstufen mit bis zu 125 Watt/8Ohm. Im Vorstufenbereich behauptet Marantz ebenfalls, mit großer Sorgfalt entwickelt zu haben, um eine zeitrichtige sowie detailoriente Wiedergabe höchster Klangnatürlichkeit zu erreichen. Um den technisch/klanglichen Anspruch auch äußerlich zu
dokumentieren, beschreitet das Design eine optische Reminiszenz an hauseigene Stereo-Komponenten der High-End Liga.
Akustisch begeistert der Marantz SR7005 durch mehr Klarheit und mehr Finesse als
frühere Modelle und verdient sich so hervorragende Zensuren.
Yamaha RX-V3067

Der Yamaha RX-V3067
ist zwar ein Auslaufmodell und der RX-A3010 startet nun voll durch - aber der
3067 beeindruckt noch immer durch seine enorme Audioausstattung und ist für Installationen bis
11.2 bereit. Allerdings hat Yamaha dem Hightech-Gerät nur sieben Endstufen mit
auf den Weg gegeben, wer also die Option, vorn und hinten mit zusätzlichen
High/Presence-Lautsprechern zu arbeiten, nutzen möchte, benötigt vier externe
Endstufen. Klanglich präsentiert sich der 3067 in der Grundeinstellung als
neutraler, lebendiger Vertreter, der mit straffem Bass, tollem Tiefgang und
feiner Stimmwiedergabe auch den anspruchsvollen Hörer begeistert. Wer den
Yamaha im 11.1 oder 11.2 Modus betreibt, kann sich über eine enorme Effektfülle
freuen, die räumliche Dichte ist enorm. Hervorragend ist die Zusammenarbeit mit
den hochwertigen DSPs, gerade bei modernen Action-Blockbustern kann man sich
herausragenden Kinogenuss ins Haus holen. Audiophile allerdings dürften dem
Straight-Modus (reines Decoding ohne DSPs) mehr Gefallen entgegen bringen.
Erstklassig – ohne jeden Kritikpunkt, sieht man als Rahmen die Preisklasse -
sind die Stereoqualitäten. Klar, spritzig, räumlich beeindruckend und fein
aufgelöst, verweist der 3067 viele Konkurrenten auf die Plätze. Videoseitig
ist der Yamaha trotz hochmodernem Chip kein Überflieger. Er präsentiert sich
zwar gerade bei der Upconversion von Videomaterial auf 1080p in sehr guter
Verfassung, setzt bei der Upconversion von Filmmaterial aber keine neuen Maßstäbe.
Die Netzwerk- und Multimediafähigkeiten sind gut. Musik-Dateiformate können
problemlos gestreamt werden, die Auswahl an Formaten ist tadellos. Leider können
keine Foto- oder Videodateien gestreamt werden. Nicht perfekt ist auch, dass für
die Integration des iPhones oder des iPods im Gegensatz zu den meisten
Konkurrenten noch ein optionales Dock benötigt wird und nicht ein normales
USB-Kabel reicht. Prima hat uns die einfach zu bedienende, schnelle und zuverlässige
Internet Radion Funktion gefallen. Auch das Anschlussangebot inklusive zwei
simultan zu verwendenden HDMI 1.4a Ausgängen findet unsere volle Zustimmung.
Wie von Yamaha gewohnt, weiß auch der RX-V3067 mit seiner edlen Optik und der
hochwertigen Verarbeitung zu begeistern. Das Innenleben des Gerätes ist prima
aufgebaut, lediglich die Verkabelung könnte im Detail noch etwas Feinschliff
vertragen.
Pioneer5 SC-LX75

Für 1899 EUR beschreitet der 9-Kanal-AV-Receiver Pioneer SC-LX75
neue Wege. Das im neuen, modern-schlichten Pioneer-Design gehaltene Gerät
bringt nicht nur ein THX Select 2 Plus und ein Air Studio Zertifikat mit,
sondern darüber hinaus, erstmalig bei Pioneer, neun eingebaute Direct Energy HD
Endstufen mit satten 180 Watt Leistung pro Stück (1 kHz, 8 Ohm). Typisch für
Pioneer kommen digitale ICEPower Endstufeneinheiten mit hoher Effizienz zum
Einsatz. Dazu kommen zum Aufbau eines 9.2 Setups auch zwei Vorverstärkerausgänge
zum Anschluss externer aktiver Subwoofer. Neu ist der DAC Filter mit drei
einstellbaren Charakteristiken (Slow, soft and warm/Sharp , solid and tight/Short,
quick and forward). Der mit 32 Bit-DACs ausgestattete AVR ist Apple Air Play
kompatibel und kann über das iPhone/den iPod Touch sowie mittels
Android-Smartphones mit der modernen iControl AV2 App gesteuert werden. Der neue
Surrounddecoder dts Neo:X ist genauso mit an Bord wie Neural THX als weiterer
Surroundaufpolierer. Advanced MCACC kann an bis zu 3 Hörpositionen exakt
einmessen und ein präzises Equalizing vornehmen. Bis zu drei Hörzonen (Audio
und Video) unterstützt der SC-LX75, zudem ist der DLNA 1.5 zertifiziert, verfügt
über einen Win7 Streaming-Client und kann Musik von PCs und Servern im gleichen
Netzwerk streamen. Ein hochwertiger Videokonverter nimmt analoge und digitale
SD-Signale entgegen und transformiert sie auf 1080p. So präsentiert sich
der SC-LX75 als enorm leistungsstarker, optisch schöner AV-Receiver mit
hochmodernem Bedienkonzept. Dank des interaktiven AV Navigators sind alle Fragen
zu Einstellung und Betrieb des Neunkanal-Receivers schnell und umfassend geklärt.
Die multimedialen Eigenschaften sind exzellent, AirPlay ist mit an Bord, ebenso
ein DLNA 1.5 Zertifikat. Es gibt zudem vTuner Internet Radio und Apps für Apple
und Android-basierte Geräte. Nur eine Streamingmöglichkeit für Videos und
Fotos vermissen wir. Verbessert wurde die Leistungsfähigkeit des Videprozessors.
Gerade bei der Upconversion von Filmmaterial sind deutliche Fortschritte
auszumachen, die dafür sorgen, dass der SC-LX75 nun zu den Klassenbesten
aufschließen kann. Klanglich brilliert der Pioneer mit enormer Pegelfestigkeit,
toller Grob- und Feindynamik, feiner Räumlichkeit und tonaler Neutralität.
Denon AVR-4311

Denons AVR-4311 (2199 EUR UVP
+ 49 EUR fürs Airplay-Upgrade) ist eine reichhaltig ausgestattete
A/V/N-Schalt-
und Kommandozentrale, die beinahe den Anspruch der Vollwertigkeit in allen Disziplinen
für sich reklamieren
könnte. Die überarbeitete Hardware unterstützt zeitgleich neun passive
Lautsprecher, was die volle Nutzung von Audyssey DSX und Dolby Prologic IIz
erlaubt. Die aktuellste Version von Audyssey, MultiEQ-XT32, misst zuverlässig
die persönlichen Gegebenheiten ein und greift im Betrieb deutlich geringer ins
Signal ein als die Vorgänger. Klanglich spielt sich der Denon mit seiner
neutralen, unaufgeregten, hochauflösenden und atmosphärisch ungemein dichten Art an die
Spitze der Klasse. Kein anderer Verstärker in diesem Segment versteht es, das
Klanggeschehen derart als ein organisches Ganzes, Lebendiges, Natürliches
erscheinen zu lassen. Feindynamik und Strahlkraft begeistern und besonders
erfahrene Hörer werden mit diesem AVR ihre Freude haben, auch im Stereo-Betrieb.
Für Fans des großen Spektakels und wummernder Partyeinsätze wird der Denon
eventuell etwas zu wenig Grobdynamik, Volumen im Bass und Pegel bieten. Am
Gesamteindruck seinem feingeistigen und sensiblen Umgang mit Audiosignalen
ändert dies aber nur sehr wenig. Die Videosektion bietet einige Features, die
nach wie vor selten anzutreffen sind: Reverse-Pulldown, Vertical Stretch und
Scaling/De-Interlacing von HDMI-Signalen. Die Güte dieser Sektion begeistert
erneut und ist mit das Beste, was in dieser Klasse zu erwerben ist. Die multimedialen Fähigkeiten sind nach wie vor ausbaufähig, was besonders auf die
fehlende Video- und WLAN-Unterstützung zutrifft. Die Unterstützung von
Apple-Komponenten hingegen ist vorbildlich und erreicht eine Alleinstellung mit
der Aktivierung von Airplay. Auch ohne dieses kostenpflichtige Feature
begeistert die Control-App, das generelle Handling von Multimediadaten und deren
Musikwiedergabe. Chapeau - Denon, der 4311 ist ein nahezu vollwertiger
A/V/N-Receiver mit Topleistungen in den Kernkompetenzen. Die unverbindliche
Preisempfehlung von 2.199,- EUR ist somit absolut gerechtfertigt.
Bilanz
Selbst die Einstiegsmodelle bei den HDMI 1.4-AV-Receiver für weniger als 300 EUR
bringen schon einen guten
Klang und eine prima Ausstattung mit. Echte "Gurken" sind bei den großen
Marken kaum zu finden, gerade für den Käufer, der über keinen so prall
gefüllten Geldbeutel verfügt, ein großer Vorteil. Schon ein 300 EUR 5.1 AVR
klingt in Verbindung mit einem guten Lautsprecherset der 600 bis 800 EUR Klasse
um ein Vielfaches besser als eine Komplettlösung. Da es bereits für rund 150 EUR
neue 3D Blu-ray-Player gibt, es man mit rund 1000 EUR dabei - und dann noch rund
1000 EUR
für einen guten Einsteiger 3D 40 Zoll Full-HD-Flachbildschirm- mit gut 2000 EUR
ist man dabei, und dies beweist: Moderne Technik muss nicht zwangsläufig
unbezahlbar sein. Die teureren HDMI 1.4 Aufsteigermodelle begeistern mit
erwachsenen sowie souveränen Sound, umfangreicher Ausstattung und solider
Verarbeitung. Kaum noch Wünsche offen lassen die
"Kommandoschiffe" der Liga ab knapp 1800 EUR, hier werden höchst flexible
AV- und Netzwerkzentralen offeriert, die auch sehr anspruchsvolle Anwender
ansprechen.
Text: Carsten Rampacher
14. September 2011
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|