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XXL-SPECIAL: Aktueller Stand moderner AV-Anlagen inklusive Erläuterung von Grundlagen und Kaufberatung

11.02.2011 (cr)

Ein Neukauf steht an - das Wohnzimmer oder auch der Heimkinoraum soll audiovisuell renoviert werden, und die allgemein auftauchende Frage ist nun: Wie und mit was? 

Beamer oder Flachbildschirm oder besser beides?

Nicht mehr ganz aktuell, aber nach wie vor ein Top-Beamer: Der mit dem JVC HD950 baugleiche Anthem Full-HD D-ILA Beamer LTX 500v 

Hier sollte man sich zunächst über den Mittelpunkt der Installation klar werden - und dieser ist fast immer visueller Natur. Also sollte man sich für einen Flachbildschirm und/oder Projektor entscheiden. Dabei sollte, wenn ein Projektor interessant ist, eines ganz klar sein: Ein Beamer ist kein vollwertiges Gerät für alle Aufgaben des Alltags. Ihn einmal kurz 15 Minuten für die Nachrichten anzuwerfen oder sich täglich 30 Minuten lang die Lieblings-Dailysoap anzuschauen, ist kein Bestätigungsfeld für einen Projektor. Durch häufiges An- und Ausschalten leidet die Lebensdauer der eingebauten Hochleistungslampe beträchtlich. Man sollte ohnehin gewisse "Nebenkosten" einkalkulieren, wenn man einen Beamer kauft. Neben des obligatorischen Lampenwechsels nach einer gewissen - zugegebenermaßen beträchtlichen - Anzahl an Betriebsstunden kommen auch noch eine entsprechende Halterung und eine Leinwand dazu. Und: Fürs "Daily Business" mit Nachrichten und Lieblingsserie sollte auch der zusätzliche Kauf eines Flachbildschirms mit einkalkuliert werden, sollte noch  keine vorhanden sein. Zurück zum Beamer-Zubehör. Gerade an der Leinwand sollte man keinesfalls sparen. Auch wichtig: Möchte man gute Bildresultate mit einem Beamer erzielen, ist es elementar, den Raum vollständig abzudunkeln. 

Es gibt nur einige wenige, explizit "wohnzimmertaugliche" Projektoren, die eine größere Helligkeit stemmen. Diese allerdings faszinieren selten beim Thema Schwarzwert. Auch ist es nicht ratsam, einfach eine "gute Leinwand" zu kaufen. Vielmehr sollte diese genau auch auf Beamer und Lichtverhältnisse im Aufstellungsraum zugeschnitten sein. Achtung, nächste Falle: Wer seinen Beamer in kurzer Distanz zur Leinwand aufstellen möchte und Wert auf eine enorme Bilddiagonale legt, sollte sich erst einmal informieren, ob der Beamer aus dieser Distanz überhaupt diese gewünschte Bilddiagonale schafft. Aus technischer Sicht gibt es nicht "nur" LCD und Plasma, wie bei den Flatscreens, sondern mit D-ILA (JVC), S-XRD (Sony(, DLP (Texas Instruments) und LCD viele verschiedene Arbeitsprinzipien, die zwar teils verwandte technische Ansätze zeigen, sich aber in vielem doch grundlegend voneinander unterscheiden. Man kann nicht global sagen, welches das beste dieser Verfahren ist - hier kommt es auf die individuellen Ansprüche und Gegenebenheiten an. 

In den meisten Fällen dürfte - trotz massiv gesunkener Beamerpreise und einer sehr deutlichen Erweiterung des Sortiments im Einsteigersegment ab rund 500 EUR (hier allerdings bekommt man maximale 1280 x 720 Pixel-Beamer, FullHD Beamer beginnen ab ca. 800 EUR) aufgrund der höheren Alltagstauglichkeit die Wahl auf einen Flachbildschirm fallen. Bezüglich der Bilddiagonale distanzieren wir uns von festen Formeln. Wie ein Bild empfunden wird, ist völlig unterschiedlich, hier sollte man vor dem Kauf mit dem gewünschten Panel zu Zuschauer Abstand im Kopf zum Fachhändler gehen und vor Ort entscheiden, welche Bildschirmdiagonale die richtige ist. 

Exzellentes Plasma: Panasonic 3D-Plasma TX-P46VT20

Exzellenter LCD mit Edge LED Backlit: Sony 3D-TV KDL-40HX805

Wem 2D reicht, der findet im Toshiba Edge LED-LCD 55WL743 einen tollen Partner

Preiswert und bildstark präsentiert sich der MEDION 40-Zoll Edge-LED-TV LIFE S16000

Ganz gleich, welche Diagonale - in den meisten Fällen läuft es auf einen LCD hinaus - was schlichtweg daran liegt, dass außer Panasonic, Samsung und LG kein Großserienhersteller mehr Plasma-TVs im Angebot hat. Trotzdem stellen Plasmas eine mehr als verlockende und preislich keinesfalls teurere Alternative zu LCDs dar. Das Kino-gemäße Bild begeistert meist mit tollem Schwarzwert, die Farben sind authentisch, das ganze Bild bringt Tiefe und Natürlichkeit mit.  Die Mär vom höheren Stromverbrauch zieht kaum noch - denn aktuelle Hightech-Plasmas verbrauchen kaum noch mehr als ein vergleichbarer LCD. Nicht mehr so schlimm ist es auch um die Einbrenngefahr bestellt - wenngleich dieses Thema nach wie vor eine Rolle spielen dürfte. Von der Anzahl der nutzbaren Betriebsstunden her herrscht weder für LCD noch für Plasma ein Vorteil - wohl aber steht das Plasma vorn, geht es um das Thema Darstellung kleiner Kontrastdifferenzen sowie Schwarzwert. Jede einzelne Plasmazelle kann komplett leuchten oder aber komplett schwarz sein - z.B. in dunklen Szenen kann so ein nahezu optimaler Schwarzwert erzielt werden, während die Teile des Bildschirminhaltes, die nicht komplett schwarz sind, ebenfalls individuell und mit exzellentem Kontrastverhältnis ihre Berechtigung finden. 

Beim LCD ist dies nicht so einfach. Der LCD-TV benötigt prinzipbedingt eine Hintergrundbeleuchtung. Wir raten - es sei denn, man hat nur sehr geringe finanzielle Reserven zur Verfügung - im Interesse der Nachhaltigkeit des Kaufs davon ab, noch einen LCD mit konventioneller, "statischer" CCFL-Hintergrundbeleuchtung zu erstehen. Bei LED muss unterschieden werden. Die mittlerweile weit verbreiteten Edge LED-LCD-TVs haben ihre LEDs in den Gehäuseecken, das Licht wird dann per ultradünnen Leiterbahnen über das gesamte Panel verteilt. Das reduziert die Bautiefe des Geräts beträchtlich und sorgt für schicke Optik - aber: Zum einen ist die Helligkeitsverteilung nicht immer perfekt und kann leicht inhomogen wirken, zum anderen lassen sich in den Ecken natürlich nicht so viele LEDs unterbringen, dass man extrem präzise Kontrastverteilungen in dunklen Bildbereichen hinbekommt. Fairerweise muss man aber sagen, dass viele Hersteller, wie Samsung, Sony, Toshiba, Philips oder MEDION, mittlerweile eine enorme Reife bei den Edge LED TVs erzielt haben. Schwarzwert und Kontrastdynamik sind auf tollem Niveau, und die Helligkeitsverteilung ist im Vergleich zur 1. Generation deutlich verbessert worden. Die nächste Möglichkeit sind LCD-TVs mit dynamischer Full LED Hintergrundbeleuchtung. Diese TVs sind nicht ganz so flach wie Edge LED-LCDs: Bei Full-LED Backlight sind hinter dem Bildschirm eine Vielzahl kleiner LEDs positioniert, immer einige davon werden in sogenannten Clustern zusammen gefasst. Diese aus einigen LEDs bestehenden Cluster können einzeln angesteuert werden - also auch eine komplette Deaktivierung ist möglich, die Folge ist ein Bild mit deutlich verbessertem Schwarzwert. Und - durch die gezielte Steuerung kann auch der Stromverbrauch effektiv gesenkt werden, ein weiterer Vorzug. Wir würden also auf jedem Fall einem LED-LCD den Vorzug geben, soll es ein LCD sein. nach wie vor haben LCD-TVs Vorteile, wenn sie in Räumen mit deutlichem externem Lichteinfall betrieben werden. Plasmas haben bezüglich der Displayhelligkeit zwar aufgeholt, können aber noch nicht ganz mithalten. Auch, was die Bildschärfe und das Rauschverhalten angeht, können LCDs punkten. 

Wichtig: Multituner und genug HDMI-Eingänge

Weitere wichtige Themen: Der eingebaute Tuner. Die preiswertesten Modelle haben meist einen analogen Kabeltuner und einen digitalen Antennentuner (DVB-T) - aus unserer Sicht wenig zukunftstauglich. Auf jeden Fall sollte ein DVC-C-Tuner mit an Bord sein, wer eine Satschüssel sein Eigen nennt bzw. plant, diese nachzurüsten, sollte sich einen der immer zahlreicher vertretenen TVs mit eingebautem DVB-S-Tuner gönnen. Hat der TV keinen eingebauten Sat-Tuner, so ist dieser extern zuzukaufen. Man sollte hier auf jeden Fall darauf achten, sich einen HD-fähigen Satreceiver zu erstehen. Wer die privaten Programme im Übrigen in HD einspeisen möchte, muss bei TV oder externem Satreceiver auf jeden Fall auf die Eignung für HD+ achten. Mit HD+ aber sind weitere Kosten verbunden. Auf jeden Fall sollte der TV mindestens 3 HDMI-Eingänge mitbringen, die aber mittlerweile schon im unteren Preissegment Standard sind. 

Immer beliebter: Bildwiedergabe in 3D

Immer mehr Blu-rays sind in 3D erhältlich

Immer dabei: Aktive Shutterbrille - hier von Samsung

3D Menüoptionen

Ein Thema, das ab 2010 ganz große auf den Fahnen der Hersteller auftaucht, ist 3D - die dreidimensionale Darstellung von Bewegtbildern. In beinahe allen Fällen läuft dies aktuell so: Der Zuschauer hat eine sogenannte aktive Shutterbrille auf der Nase, die mit minimalem zeitlichen Abstand eine Seite der Brille abdunkelt. Grund dieser Vorgehensweise: Für die 3D Wahrnehmung muss das menschliche Auge ein getrenntes Bild für das linke und das rechte Auge "serviert" bekommen - aber bitte in FullHD. Unsere aktuellen 2k Panels aber können bei simultaner Ausgabe kein FullHD Bild für das rechte und das linke Auge produzieren. Dafür bräuchte man ein 4k Panel mit höherer Auflösung. Solche Geräte werden zwar kommen, aber aktuell ist noch kein Flachbildschirm auf dem deutschen Consumermarkt mit 4k Auflösung erhältlich. Also muss die Shutterbrille ein minimales Time Delay einbauen, um es dem TV zu ermöglichen, abwechselnd für das linke und das rechte Auge ein FullHD Bild zu senden. Es wird auch 3D völlig ohne Brille kommen - auf der CES 2011 konnte der schon beeindruckende Stand der Technik bewundert werden. Aber - bis diese Arbeitsweise sich marktflächendeckend durchgesetzt hat, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Genaue Angaben sind schwer zu treffen. Extrem gut funktioniert die Technik, soll sie bezahlbar sein, aktuell noch nicht. 

Viele TVs können 2D in 3D Signale wandeln, wie Sonys HX8-Baureihe

Von der Perfektion sind aber auch Shutterbrillen-basierte und somit momentan gängige 3D-Systeme noch deutlich entfernt. Die Bildung von Geisterumrissen (Ghosting) sowie Helligkeitsverluste und Farbverfälschungen durch das Brillensystem sind als Mängel im Besonderen aufzuführen. Auch ist der Blickwinkel relativ eingeschränkt. Sehr gute Systeme aber halten diese negativen Symptome mittlerweile in einem unserer Meinung nach absolut vertretbaren Rahmen. Geht es um die 3D-Darstellung, sollten zwei Formen unterschieden werden. Zum einen die Wiedergabe nativer 3D Signale (kommend von 3D Blu-ray-Player, einem 3D Konsolengame in einer entsprechend geeigneten Spielekonsole, einem 3D Camcorder oder von 3D Broadcasting), zum anderen die Wandlung konventioneller 2D Signale in 3D. Wem dieses Feature wichtig ist, der sollte genau hinschauen, denn nicht alle 3D-geeigneten Flachbildschirme beherrschen auch diese Wandlung. Insgesamt stellt sich die Frage: Braucht man 3D? Sie lässt sich nicht global, sondern nur individuell beantworten. Mancher kann die Shutterbrillen-basierte 3D-Darstellung im wahrsten Wortsinne "nicht vertragen" und klagt über Kopfschmerzen und Unwohlsein. Andere Anwender genießen hingegen die 3D Wiedergabe in vollen Zügen. Eines darf nicht vergessen werden: Durch die hohen technischen Voraussetzungen, die für 3D benötigt werden, sind 3D Geräte meist auch im 2D Betrieb hervorragend. 

3D ist natürlich auch bei Beamern im Trend. Aktuell aber ist der Markt an Beamern, die FullHD 3D können, noch sehr übersichtlich und unter anderem von Sony, LG, JVC und nun (ab Ende Februar im Handel) auch Mitsubishi besetzt. Die schon bei Displays vorhandenen Helligkeitsprobleme sind auch bei Beamern ein Thema - enorme Bilddiagonalen sind bei der 3D Wiedergabe nicht zu machen. Auch ist ein komplett abgedunkelter Raum eine Selbstverständlichkeit, soll wirklicher 3D-Genuss entstehen. 

Kurze Zusammenfassung:

  • Bilddiagonale abhängig vom persönlichen Geschmack
  • Beamer sichert absolutes Großbildvergnügen, ist aber kein Alleingerät
  • Pro Plasma: Schwarzwert, Farbnatürlichkeit, Kontrastdynamik
  • Pro LCD: Maximale Helligkeit, Bildschärfe, extrem geringes Panelrauschen
  • 3D Pro: Tolle Plastizität, feine Differenzierung visueller Ebenen, man hat den Eindruck, "mitten im Bild" zu sein
  • 3D Contra: Verlust an Helligkeit, Farbverfälschungen, stark eingeschränkter Blickwinkel, Ghosting
Bild-/Ton-Zuspieler, Receiver/Verstärker und Lautsprecher

2.1 Lösung, klanglich ausgezeichnet, und per Upgrade-Kit auf 5.1 erweiterbar: Onkyo HTX-22HDX

Sehr gute Soundbar mit eingebautem BD-Player und mitgeliefertem Subwoofer: Philips HTS9140

Top-Soundbar ohne eingebauten BDP: Teufel Cinebar 50

Widmen wir uns nun Bild-/Ton Zuspielern, Receivern, Verstärkern und dem Lautsprechersystem. Hier gibt es ganz verschiedene Wege zum persönlichen Glück. Die einfachste Variante: Man kauft zum TV/Beamer eine Soundbar, ein 2.1 oder 5.1 Komplettpaket. Wer wenig Platz hat im Hörraum, wird sich für eine Soundbar mit Subwoofer oder die 2.1 Variante entscheiden. Hier hat man  im Falle eines 2.1 Systemsnur 2 Frontlautsprecher und einen meist kompakten Subwoofer. Bei der Soundbar handelt sich sich um einen mit Lautsprechern bestückten Barren, der wie ein großer Centerlautsprecher direkt unter dem TV Aufstellung bezieht. Er ist als Lautsprecher zusammen mit einem separaten, dem Bassfundament zuträglichen aktiven Subwoofer für die Klangwiedergabe zuständig. Wer mehr Platz, auch hinter/neben der Couch hat, entscheidet sich für ein 5.1 Setup. Unter Komplettsystem kann man unterschiedliche Lösungen verstehen: Es gibt Systeme, die bestehen aus einem im Subwoofer integrierten AV-Receiver mit bis zu 6 Endstufen und komplettem Radiotuner, mit kompletter Anschlusssektion, und 2.1/5.1 Lautsprecherset, aber ohne Blu-ray oder DVD-Player. Onkyo oder Teufel bieten solche Systeme an. 

Auch als Soundbar finden sich derartige Lösungen, z.B. von Denon, Yamaha oder Teufel. Es gibt aber auch Blu-ray-/DVD-Receiver mit 2.1 oder 5.1 Lautsprechersystemen im Paket, z.B. von Panasonic, Samsung, Sony oder LG. Hier findet der Anwender alles, um zusammen mit dem Bildwiedergabegerät gleich losstarten zu können. Wie ist die Leistungsfähigkeit derartiger Komplettlösungen zu bewerten? Erste globale Antwort: Alles eine Frage des Anspruchs. Auch eine Soundbar der 400 EUR Klasse klingt deutlich besser als das im TV eingebaute Soundsystem. Wer also den Fernsehfilm der Woche und die Sportschau am Samstag in ordentlicher Klangqualität anhören möchte und ab und zu mal eine Blu-ray oder DVD, meist bei eher gemäßigtem Pegel, genießt, wird durchaus mit einer leicht aufzustellenden Soundbar zufrieden sein. 

Die High-Tech-Alternative: Yamaha Soundprojektoren, hier der YSP-5100 

Ein Sonderfall sind Yamahas sehr hochwertige Soundprojektoren. Sie sind nicht nur im Vergleich teurer, sondern auch akustisch deutlich besser. Während normale, einfache Soundbars mit psychoakustischen Effekten arbeiten, um Surroundatmosphäre zu generieren, erzeugt Yamahas Soundprojektor richtige Strahlen (Beams), die entsprechend von den Hörraumwänden in genau definiertem Winkel reflektiert werden - also wirklich "echter" Surround. Die Yamaha Beamer sind eine tolle Alternative für all diejenigen, die keinen Platz für die Aufstellung richtiger Boxen haben bzw. die Optik des Raumes nicht stören möchten. Allerdings sollte man einigen Installationsaufwand in Kauf nehmen - der Soundbeamer ist zwar rasch aufgestellt, aber bis alles perfekt eingestellt ist, können schon 2 bis 3 Stunden vergehen. 

Wer keine Soundbar möchte, kann sich auch ein 2.1 System aufstellen. Hier gibt es Varianten mit sehr kompakten Satelliten oder aber auch mit schlanken Klangsäulen, die den Vorteil haben, dass sie gleich in der richtigen Höhe stehen. Die Satelliten befestigt man am besten in Ohrhöhe oder leicht darüber links und rechts in identischem Abstand vom TV an der Wand oder aber man kauft optional erhältliche herstellerspezifische oder universell geeignete Ständer dazu. Im Sinne einer gepflegten Optik sollte man darauf achten, dass eine Kabelführung im Fuß des Ständers integriert ist. Wichtig - auf jeden Fall das maximal mögliche Gewicht bei einem Universalständer berücksichtigen, nicht, dass der Satellit in der Praxis zu schwer ist. 

Komplettlösung mit leistungsstarkem Blu-ray-Player und 3D-Signalausgabe: Panasonic SC-BTT350

LG HB965TZ - überzeugende 5.1 Komplettlösung

Klanglich sind hochwertige 2.1 Lösungen mittlerweile durchaus ordentlich und genügen alltäglichen Ansprüchen. Virtuelle Surrounderzeugungsprogramme sorgen für Anflüge von Raumklang. 5.1 Komplettlösungen oder sogar 7.1 Komplettlösungen (z.B. von Samsung) bringen natürlich deutlich mehr Surroundatmosphäre mit. Man fühlt sich mehr ins Geschehen eingebunden, Effekte werden intensiver wahrgenommen. Wer also möglichst einfach eine Surroundanlage installieren möchte, kann hier durchaus zugreifen, muss sich aber über verschiedene klangliche Nachteile im Klaren sein. Die Lautsprecher sind meist einfach aufgebaut und haben nicht selten ein aus akustischer Sicht alles andere als perfektes Kunststoffgehäuse. Der mitgelieferte Subwoofer ist oft unterdimensioniert und nicht sonderlich pegelfest. Extrem tiefe Frequenzen werden erst gar nicht wiedergegeben - es hapert an Tiefgang. Insgesamt eignen sich Komplettsysteme eher fürs Wohn- oder Jugendzimmer und weniger für den dedizierten Heimkinoraum. Die Endstufen, entweder im Subwoofer oder im BD/DVD Receiver eingebaut, sind eher für kleinere Lokalitäten und gemächliche Pegel ausgelegt. Vorteil ist die einfache und raumökonomische Unterbringung, viel Platz brauchen solche Systeme nicht. Auch ist alles richtig aufeinander abgestimmt. Wenig Abstriche gegenüber Standalone-Playern müssen bezüglich der Bildqualität gemacht werden. Die Blu-ray/DVD-Receiver bringen meist die identische Bildtechnik mit, die auch in den Standalone-Playern bürgerlicher Preisklassen verwendet wird. 

Hervorragender AV-Receiver mit neun Endstufen und 2 Subwooferausgängen: Der 9.2 AV-Receiver Onkyo TX-NR1008

Video: Ein AV-Receiver der unteren Mittelklasse von innen:

Video: Ein sehr gutes Komplettsystem in der Übersicht, auch von Innen:

Wer, ganz gleich, ob 2.0, 2.1, 5.1, 7.1, 7.2, 9.1 oder 9.2, ein hochwertiges Klangerlebnis haben möchte, kommt um den Kauf eines aus mehreren Komponenten bestehenden Systems nicht herum. Bei den "Schaltzentralen" handelt es sich, wenn man mehrkanalige Komponenten kauft, beinahe immer um AV-Receiver mit eingebautem Radiotuner. Deren innerer Aufbau ist, gerade in gehobenen Preisklassen, recht hochwertig. Stereo-seitig gibt es noch viele Verstärker. Wer z.B. hochwertig 2.0 genießen möchte, kauft lieber einen 400 EUR Stereoverstärker, verzichtet auf die meist eher oberflächlichen virtuellen Surroundeffekte und schließt an den Stereoverstärker einen Bluray-Player an. So ist man zwar weit entfernt von der Wiedergabe der neuen HD-Tonformate Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio, genießt aber soliden, bodenständigen Klang, auch gern in höherer Lautstärke. Zwei Standlautsprecher oder große Regallautsprecher, schon im Paar ab 400 bis 800 EUR (Quadral, Nubert, Teufel, Klipsch, Canton, Heco, Magnat z.B) erhältlich, sorgen für erfreuliche akustische Erlebnisse. Am normalen Stereoverstärker kann nur in den seltensten Fällen ein aktiver Subwoofer direkt angeschlossen werden, daher sollte man bei der Wahl dieser Variante eher auf Verstärkerkraft und Standboxen mit tadelloser Basswiedergabe setzen. Anders sieht es aus, wenn man sich einen AV-Receiver kauft, diesen erst nur in Stereo betreibt und vielleicht später auf Systeme ab 5.1 aufwärts upgraden möchte. Dann kann man schon ab rund 350 bis 400 EUR gute AV-Receiver kaufen, an diese kann auch direkt ein aktiver Subwoofer angeschlossen werden, so dass die beiden übrigen LS eines 2.1 Systems keine Vollbereichsboxen sein müssen. Auch bringen die meisten AVRs virtuelle Surrounderzeugungsprogramme für 2.1 mit. Natürlich kann man auch eine 2.0 Konfiguration fahren. Gängiger ist es, gleich mindestens ein 5.1 System anzuschließen. Hier gibt es viele Varianten. Einsteiger-Sub/Sat-Systeme sind preiswert (ab ca. 300 EUR) und benötigen wenig Platz. Akustisch wird Durchschnittskost geboten, es reicht für die alltäglichen Ansprüche, ein großer Benefit akustischer Art gegenüber Komplettlösungen aber wird nicht erreicht.

Mehrkanalträume realisieren kann man mit der Nubert nuVero-Baureihe, inzwischen noch erweitert um nuVero 3 und nuVero 10

Erstklassiges und dabei kompaktes Heimkinolautsprecherset: Teufel System 8

Preislich fair und klanglich schön: Heco Celan 5.1-Mehrkanalset XT 701/XT Center 4/XT 301/Sub 32 A 

Wer höherwertige Sets mit größeren Satelliten oder kleinen Regallautsprechern kauft (ab ca. 600 EUR, z.B. von Canton, Nubert oder Teufel) kann sich über deutlich gestiegene klangliche Leistungen freuen. Kombiniert werden solche LS-Systeme am besten mit AVRs der Preisklasse zwischen 400 und 600 EUR, immer bezogen auf die Marktpreise. Schlanke Klangsäulen sehen sehr gut aus,  und, gerade dann wenn man vier identische (2 vorn, 2 Surround) miteinander kombiniert, stimmt auch die Homogenität des Klangbildes - eine verheißungsvolle, optisch schicke Alternative zu Satelliten oder Regallautsprechern. Wichtig nur: Der Grundtonbereich ist nicht überwältigend, und in Ermangelung von Basswiedergabequalität sollte ein leistungsstarker aktiver Subwoofer hinzugezogen werden. 

Video: 

Quadral Argentum New 5.1 Surroundset (Argentum 330, 320, 310 Base, Sub 63 DV Aktiv)

Sets dieser Art gibt es von Quadral, Teufel oder Piega, preislich beginnt es bei rund 600 EUR, nach oben reicht es bis weit in den vierstelligen Bereich hinein. Spezialfall: Fürs Heimkino hervorragend geeignete Sets mit identischen Lautsprechern vorn für Rechts/Center/Links. Diese werden in identischer Höhe und in identischem Abstand voneinander am besten an der Wand befestigt. Sie garantieren eine sehr homogene Frontklangkulisse. Für den Surroundbetrieb kommen dann meist sogenannte Dipole zum Einsatz. Hier sind zwei komplette Sets an Chassis montiert, die nach hinten und nach vorn abstrahlen. Auch wenn Dipole mittlerweile nur noch selten zum Einsatz kommen, garantieren sie eine echte, dichte, weitläufige Surroundatmosphäre. Aufgrund ihrer Arbeitsweise jedoch ist der Wirkungsgrad bescheiden, und die Präzision im Detail ist nicht die beste. Für richtigen Heimkinobetrieb sind solche Sets toll, und auch bei der Musikwiedergabe schneiden sie deutlich besser ab, als man vermuten können. Soll richtiger Heimkinospaß entstehen, raten wir zur Kombination mit sehr guten Mittelklasse- und Oberen Mittelklasse-AV-Receivern ab ca. 800 bis rund 2500 EUR. Derartige Geräte gibt es z.B. von Pioneer, Yamaha, Denon, Onkyo, Harman Kardon oder Marantz. 

Oft verwendet werden Sets bestehend aus zwei Standlautsprechern vorn, einem querformatigen Center, 2 Regallautsprechern für hinten und einem kräftigen aktiven Subwoofer. Sind die Standlautsprecher leistungsstark genug, können sie den gesamten Frequenzbereich inklusive Bass abbilden. Dann wird beim AV-Receiver im Setup die "Doppelbass"-Funktion aktiviert, die sicherstellen, dass nicht nur der aktive Subwoofer, sondern auch die Front-LS die Basswiedergabe übernehmen. Solche Sets gibt es von allen gängigen Herstellern ab ca. 1200 EUR, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Man sollte, kauft man ein teureres Set, auch beim AV-Receiver auf ein adäquates Modell zurückgreifen und sich mindestens der unteren Mittelklasse bedienen. 

Decodiert alles, hat alles: Denon AVR-4311

5.1 oder mehr? Welche Decoder benötigt man (besonders AV-Receiver betreffend, teilweise auch Komplettanlagen) ?

Natürlich ist bei 5.1 noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Es gibt weitere Ausbaustufen:

  • 5.1 mit Bi-Amping für die Frontkanäle. Hier werden die Front-LS mit 2 Endstufen, getrennt für Hoch/-Mittelton- und Bassbereich, angesteuert. Soll ein 5.1 Set derart befeuert werden, sind mindestens 7 Endstufen beim AV-Receiver, Bi-Amping-Terminals bei den LS und eine recht hoch liegende Belastbarkeit bei den LS als Basis nötig. 
  • .2-Anlagen: Bei 5.1 oder 7.1 kommt ein aktiver Subwoofer zum Einsatz. Immer mehr AV-Receiver aber bringen gleich 2 Ausgänge zum Anschluss aktiver Subwoofer mit, so dass man dann 5.2 oder 7.2 fahren kann. Vorteil von 2 aktiven Bässen: Man kann sich 2 kompakte Subs kaufen, die schneller ansprechen und leichter aufzustellen sind. Zudem erscheint die Bassausbreitung gerade in Hörräumen ab 30 Quadratmeter homogenr.
  • 7.1/7.2: Hier befinden sich mittig hinter dem Auditorium etwa auf Ohrhöhe in geringem Abstand voneinander und mit 1 m Mindestabstand zur Couch zwei weitere Surroundlautsprecher, die die Effekt, die sich genau hinter dem Publikum abspielen, mit präziser Ortungsmöglichkeit wiedergeben. 
  • Fronterweiterungen: Front High-Lautsprecher, die oberhalb der normalen Front-LS aufgebaut werden. Front Wide-Lautsprecher; Für ein effektive Weitung des Klangbildes werden diese außerhalb der beiden Frontlautsprecher aufgestellt. 

Um die Lautsprecherkonfiguration richtig einzusetzen, muss man sich allerdings informieren, zu was die in Komplettsystemen wie auch in AV-Receivern eingebauten Decoder/Surroundmodi zu gebrauchen sind. Mittlerweile verfügen selbst schon AV-Receiver der Mittelklasse über eine Vielzahl an Decodern und Technologien - der weniger versierte Anwender weiß mit den vielen Abkürzungen und Funktionen oftmals nur wenig anzufangen. Wir bringen Licht ins Dunkel und zählen die wichtigsten Formate und Technologien auf: 

Wichtig: Decodierung der HD-Tonformate

  • DTS-HD Master Audio: Verlustfreies Komprimierungsverfahren, bitgenaues Decoding bis zu 7.1 diskreten Kanälen (in der Praxis, theoretisch wären noch mehr Kanäle möglich). Übertragung nur mittels HDMI. 
  • DTS-HD Master Audio Essential: Wie DTS-HD Master Audio, nur ohne DTS Neo:6 Decoding. Übertragung nur mittels HDMI. 
  • DTS-HD High Resolution: Verlustbehaftetes Komprimierungsverfahren, somit akustisch nicht so perfekt wie Master Audio, aber höhere Bitrate als herkömmliches DTS. Bis zu 7.1 Kanäle, Übertragung nur mittels HDMI. 
  • DTS-ES Matrix/Discrete 6.1: Erweiterung des bekannten DTS-Formats auf den rückwärtigen Back Surround Kanal (Matrixbasiert oder mit diskretem Back Surround Kanal). 
  • DTS 5.1: Digitales, verlustbehaftet komprimiertes Format mit bis zu 5.1 diskreten Kanälen
  • DTS 96/24: 96 kHz/24-Bit Audioaufnahmen, die Übertragung ist über normale koaxiale oder optische Digitalkabel möglich. 
  • DTS Neo:6: Mit Programmen für Musik und Film wird ein matrixbasiertes Decoding von Stereomaterial generiert, um dieses über ein Mehrkanal-Lautsprechersystem wiederzugeben. 
  • DTS Surround Sensation: DTS 5.1-, 6.1- oder 7.1 Soundtracks werden auf Stereo herunterkonvertiert und mit einer recht ordentlichen virtuellen Surround-Wiedergabe mittels modernem Processing versehen. 
  • Dolby TrueHD: Verlustfreies Komprimierungsverfahren, bitgenaues Decoding mit bis zu 18 Mbps Bitrate und bis zu 7.1 diskreten Kanälen (in der Praxis, theoretisch wären noch mehr Kanäle möglich). Übertragung nur mittels HDMI. 
  • Dolby Digital Plus: Verlustbehaftetes Komprimierungsverfahren, somit akustisch nicht so perfekt wie TrueHD, sehr flexible Bitrate. Bis zu 7.1 Kanäle, Übertragung nur mittels HDMI. 
  • Dolby Digital 5.1 EX: Dolby 5.1 plus matrixbasiertem Back Surround Kanal. 
  • Dolby Digital 5.1: Digitales, verlustbehaftet komprimiertes Format mit bis zu 5.1 diskreten Kanälen
  • Dolby Pro Logic IIz: Weiteres Dolby-System, ermöglicht bis zu 9.1 (9.2)-Hören, zwei weitere Lautsprecher (Front High), die oberhalb der Frontlautsprecher aufgestellt werden. Die akustische Folge: Eine in der Vertikalen deutlich aufgewertete Front-Klangkulisse, wenn z.B. ein Flugzeug von rechts oben nach ganz links unten fliegt, wird dieser Effekt mit PLIIz sehr realistisch wiedergegeben.
  • Dolby Pro Logic IIx: Bis zu 7.1 Kanäle können beschallt werden. Mit den drei Betriebsarten Game, Music, Movie. Die PLIIx Matrix kann für eine 7.1 Wiedergabe von Dolby Digital 5.1 und von DTS 5.1 Soundtracks zusätzlich eingeschaltet werden (geht nicht bei jedem AV-Receiver/Verstärker). 
  • Dolby Pro Logic II: Für Surround-Sound in 5.1 von Stereoquellen. Modi: Movie und Music. 
  • Dolby Headphone: Kopfhörer Surround-Sound mittels spezieller, auf psychoakustischen Grundlagen aufbauenden Dolby Algorithmen - es genügt ein normaler Stereo-Kopfhörer. 
  • THX Surround EX: Aufwändiges THX Post-Processing für eine effektive 7.1 Wiedergabe
  • THX Ultra 2 Plus: Aufwändiges THX Post Processing mit verschiedenen Programmen (Musik, Filmton, Game) für eine beeindruckende 7.1 Wiedergabe von 5.1 Soundtracks (DTS 5.1 und Dolby Digital 5.1). Zusätzlich mit THX Loudness Plus - eine aktive, dynamisch agierende Loudnessfunktion, die bei jeder Hörlautstärke einen gleichbleibend vollen Sound generiert. 
  • THX Ultra 2: Wie Ultra 2 Plus, aber ohne THX Loudness Plus. 
  • Neural THX: Neural THX bietet verschiedene Optionen. So können z.B. Sendeanstalten Sendungen in 5.1 encodieren, diese aber für die normale Übertragung in ein 2-Kanal-Stereo-Signal umwandeln, in dem allerdings die Informationen für ein 5.1 Signal enthalten sind. Verfügt der Receiver zu Hause über einen Neural THX Decoder, so ist dieser in der Lage, aus dem 2-Kanal-Signal ein 5.1-Signal zu generieren. Weitere Möglichkeiten bestehen darin, komprimierte digitale Musikdateiformate (z.B. Internet Radio, Games, MP3) in ein qualitativ gutes 5.1, 6.1 oder 7.1 Signal umzuwandeln. Neural THX Surround ist sozusagen "Dolby Pro Logic fürs Digitalzeitalter". Ebenso wie beim ursprünglichen, analogen Dolby Pro Logic sind die für eine Surroundwiedergabe notwendigen Signalinformationen schon im Quellmaterial enthalten, für eine einfachere Übertragung werden sie durch technische Tricks einem normalen Stereosignal hinzugefügt.
  • Audyssey DSX: Bei Dolby Pro Logic IIz gibt es nur die Möglichkeit, zwei zusätzliche Front High Lautsprecher aufzustellen. Bei Audyssey DSX besteht die Option, entweder zwei frontale Lautsprecher oberhalb der beiden Front L/R-Boxen aufzustellen oder aber zwei zusätzliche Boxen, die durch die Platzierung links und rechts von normalen Frontlautsprecher für eine noch größere Breite des Klangfelds sorgen. Bei beiden Betriebsarten bleiben die normalen 2 Back Surround Lautsprecher erhalten. Wer auf diese verzichten kann oder möchte, kann auch beide zusätzlichen Frontlautsprecherpaare montieren, eines für die Verbreiterung der Klangbühne und ein weiteres Paar als Front High Lautsprecher - hier ist Audyssey DSX enorm flexibel. 
  • Audyssey Dynamic EQ: Gleicht die lautstärkebedingte, differenzierte Wahrnehmung von unterschiedlichen Frequenzen aus und arbeitet somit wie eine aktive Loudnessregelung. Auch Bassanteile, die normalerweise beim Hören mit geringem Pegel zurückversetzt sind, klingen voll und gleichberechtigt.
  • Audyssey Dynamic Volume: Dynamic Volume arbeitet wie ein Kompressor, gleicht Dynamik Maxima und Minima zugunsten einer homogenen Lautstärkeverteilung aus.

Hinzu kommen noch von den Herstellern selber entwickelte DSP-Programme - gerade Yamaha war schon vor Jahren sehr weit. "Front High" ist nämlich andere als neu: Schon vor Jahren führte Yamaha diese Funktion als "Front Presence" Lautsprecher ein - und auch heute noch sorgt diese Funktion bei den Yamaha-Spitzenmodellen für 360 Grad Kinofeeling in den eigenen vier Wänden. Yamaha ist, was DSP-Technik angeht, überhaupt unangefochten Leader, denn jeder Yamaha AVV oder AVR verfügt über eine Vielzahl zusätzlicher DSP-Programme, die von Yamaha selbst entwickelt werden und für 2.0 bis 7.1 Quellen verwendet werden können. Yamaha vermisst real existierende Lokalitäten und setzt die ermittelten Werte in aufwändig konzipierten DSPs um. Kirchen, Konzerthallen oder Referenz-Multiplexkinosäle werden so akustisch ins heimische Wohnzimmer transportiert. Mittlerweile sind - aufgrund immens gestiegener Rechenleistungen in den eingebauten DSP-Chips - die Programme extrem gut geworden und sind teilweise sogar für die Nachbearbeitung aktueller HD-Tonformate wie Dolby TrueHD oder DTS-HD Master Audio zu verwenden. Andere Hersteller offerieren ebenfalls DSP-Programme, die auf klangvolle Namen wie Orchestra, Stadium oder Church hören. Pioneer oder Onkyo haben inzwischen auch das ein oder andere wirklich gut gelungene DSP in ihren AVRs verbaut. 

Setup

Sehr wichtig ist auch das Setup - schließlich soll das Ganze ja bedienbar bleiben. 

  1. Setup AVR
  2. Setup BDP
  3. Setup TV

Das Setup funktioniert bei AV-Receivern meist folgendermaßen: 

Viele AV-Receiver verfügen über mittlerweile hoch entwickelte automatische Einmesssysteme, die mittels Mikrophon arbeiten

Die ermittelten Ergebnisse sind oft relativ genau

Teilweise bieten die Einmess- und EQ-Systeme auch mannigfaltige Nachbearbeitungsoptionen für versierte Anwender mit entsprechender grafischer Veranschaulichung. Mit diesen Funktionen sollte sich nur der auseinander setzen, der einiges an Erfahrung mitbringt

  • Auspacken und Aufstellen - Achtung: Der AV-Receiver oder Verstärker braucht "Luft zum Atmen", daher sollte er nicht "eingepfercht" werden, sondern möglichst frei stehen.
  • Anschließen der Lautsprecher und Zuspieler mittels der fürs jeweilige Gerät optimalen Verbindungen
  • Auto Setup und Room EQ: Nahezu jeder aktuelle AV-Receiver verfügt über ein Lautsprechereinmesssystem mit Room EQ-Funktion. Dieses hat folgende Aufgaben: 1. Festlegung der Basisparameter (Lautsprechergröße, Lautsprecher-Entfernung vom Hörplatz, Lautsprecher-Pegelangleich), 2. Equalizing. Hier wird, bezugnehmend auf die akustischen Eigenschaften des Hörraums, eine Anpassung bezüglich der Frequenzkurven vorgenommen, damit der AV-Receiver mit dem angeschlossenen Lautsprechersystem im jeweiligen Hörraum optimal klingt. Moderne Einmesssysteme messen nicht nur an einer Haupt-Hörposition, sondern an bis zu acht Hörpositionen ein. Mittels des On Screen Displays des AV-Receivers/Verstärkers wird der Anwender durch alle Bedienschritte automatisch geführt. Wichtig: Das mitgelieferte Mikrophon sollte an jedem Hörplatz in Ohrhöhe aufgestellt werden. Praktisch sind Mikrophone, die ein Gewinde zur Anbringung auf einem handelsüblichen Fotostativ ermöglichen. Während des Einmessvorgangs solte absolute Ruhe im Hörraum herrschen.  Zu den Ergebnissen: Moderne Einmessysteme arbeiten in vielen Fällen recht präzise. Sie erkennen die Boxengröße, die Entfernung jedes Lautsprechers zum Hörplatz ziemlich genau. Bei der Einpegelung ist zu beachten, dass der aktive Subwoofer manchmal gern zu leise eingepegelt wird. Auch bei Dipolen (geringerer Wirkungsgrad) ist die Einpegelung nicht immer korrekt. Hier sollte man manuell nachkorrigieren. Die Auswirkungen des Equalizings sind teilweise positiv und teilweise negativ. Sehr gut: Es wird meist ein in sich geschlossenes Klangbild sicher gestellt, mit harmonischer Charakteristik und fließenden Front-Surround-Übergängen. Nachteil: Im Vergleich zur Einstellung ohne Room EQ (EQ Off) gehen Brillanz im Hochtonbereich, Feindynamik und Transparenz verloren. Bei sehr guten Einmess-/EQ-Systemen allerdings nur sehr wenig. 
  • Zuweisung der Eingänge
  • Einrichtung der Netzwerkfunktionen (Streaming, Internet Radio), falls vorhanden.

Wichtig - alle Geräte in der Kette müssen für die 3D Wiedergabe HDMI-Anschlüsse der Version 1.4 haben

Wer einen AV-Receiver kauft, muss sich einen separaten Blu-ray-Player hinzu nehmen. Wichtig: Soll 3D genutzt werden, müssen die HDMI Ein- bzw. Ausgänge an ALLEN GERÄTEN DER KETTE dem Standard 1.4 entsprechen. Wir raten zudem zur Anschaffung von Kabeln, die explizit für HDMI 1.4 geeignet sind. 

Bezüglich Blu-ray-Player muss man kein Vermögen mehr investieren, um eine sehr ansprechende Bildgüte zu realisieren. Schon ab ca. 130 EUR bekommt man sehr gute 2D-Player gute 160 EUR sind für 3D-fähige Player zu investieren. 

Bei Setup des BD-Players ist folgendes zu beachten:

Wichtig im Menü des BDP: 24 Hz aktivieren

  • Bildsignalausgabe bei geeignetem Bildwiedergabegerät auf 1080p/24 Hz stellen
  • Tonausgabe für Dolby TrueHD/DTS-HD Master Bitstream vorbereiten, wenn der AVR die entsprechenden Formate decodiert
  • Video-EQ, wenn tauglich, justieren. Video-EQ von TV und AVR dann nicht verwenden
  • Wenn Netzwerk vorhanden ist: Player einbinden
  • Blu-ray Live freischalten, wenn Netzwerkeinbindung vorhanden und erwünscht
  • Wenn Firmwareupdate über Netzwerk möglich: Schauen, ob neue Firmware vorhanden ist

Bei Setup eines Kompettsystems ist folgendes zu beachten:

Video: OSD-Menüs eines Komplettsystems

Bei einem Komplettsystem - auch diese verfügen immer häufiger über ein Einmesssystem - braucht es aufgrund der weniger leistungsstarken Endstufen weniger "Luft zum Atmen", das simplere Einmesssystem ist meist schneller fertig und die Eingangszuweisung ist sehr einfach, da es nur wenige Eingänge gibt. Der BDP wird auch auf 1080p/24 gestellt, BD Live muss freigeschaltet werden, ebenso erfolgt die Netzwerkeinbindung und die Einrichtung der onlinebasierten Dienste. 

Beim Setup des TVs geht man folgendermaßen vor:

Praktisch: Der Philips-eigene Bildeinrichtungsassistent

Meist lässt sich das Bild in übersichtlicher Weise justieren

Ab Werk gibt es meist verschiedene vorgefertigte Bildfelder

  • Auspacken, aufstellen
  • Peripheriegeräte anschließen
  • Automatischer Installation folgen inklusive automatischem Sendersuchlauf des gewünschten Tuners
  • Peripheriegeräte einrichten und nachschauen, ob der TV sie erkennt
  • Bild entweder mittels Einrichtungsassistent zunächst grob anpassen oder passendes Bildfeld (meist "Standard" oder "Normal) für den Start wählen.
  • Bei Wiedergabe von Kinofilmen den "Kinomodus" testen und ggfs. verwenden
  • Den TV kabelbasiert oder wireless ins Netzwerk einbinden
  • Ggfs. onlinebasierte Dienste einrichten
  • Ggfs. Streaming einrichten

Sony offeriert für jedes Quellmaterial eine passende "Scene" Funktion

Kurze Zusammenfassung der letzten Abschnitte

  • Es gibt Komplettsysteme mit und ohne Blu-ray-Player oder Lösungen aus einzelnen Komponenten
  • Komplettsysteme befriedigen alltägliche akustische Ansprüche, wer eine höhere Klangqualität haben möchte, greift zu Systemen aus einzeln zusammen gestellten Komponenten
  • Visuell sind die Unterschiede zwischen Komplettsystemen und Standalone Blu-ray-Playern eher gering
  • Es gibt Satelliten, schmale Klangsäulen mit satellitenähnlicher Chassisbestückung, Regalboxen, Standboxen und (meist aktive, Ausnahme: manche Komplettsysteme) Subwoofer
  • Es gibt Lautsprecher-Konfigurationen (gebräuchliche Anordnungen) von 2.0 bis 9.2
  • Es ist wichtig, dass die Leistungsfähigkeit von Lautsprechersystem und Verstärker/Receiver aufeinander abgestimmt ist
  • Eine Vielzahl von Decodern ist gerade bei AV-Receiver mit an Bord
  • Die meisten Komponenten verfügen über Lautsprecher-Einmesssysteme. 
Weitere wichtige Themen rund um die Heimkinoanlage

Verkabelung

Beherrscht anschlussseitig im HD-Zeitalter das Geschehen: HDMI

Hier möchten wir zunächst die Verkabelung ansprechen. Bei modernen Hightech-Anlagen werden die Komponenten untereinander grundsätzlich mittels HDM-Kabel verbunden. Hier einige Beispiele: 

  • Komplettlösung mit eingebautem Blu-ray-Player: Diese wird mittels entsprechendem HDMI Kabel an den TV/Beamer angeschlossen.

Komplettlösung ohne eingebauten Blu-ray-Player: Hat die Komplettlösung HDMI-Anschlüsse, so wird ein HDMI-Kabel vom Blu-ray-Player zur Headunit der Komplettlösung und von der Komplettlösung zum TV/Beamer gelegt. Hat die Komplettlösung keine HDMI-Beschaltung, so muss vom Player ein HDMI-Kabel zum TV gelegt werden. Der Player und die Komplettlösung werden dann über ein optisches oder koaxiales herkömmliches Digitalkabel miteinander verbunden. Die Übertragung der aktuellen HD-Tonformate ist auf diesem Weg nicht möglich. 

  • Mehrkomponentensysteme: HDMI-Kabel z.B. vom Satreceiver und vom BDP zum AV-Receiver, von dort aus ein zentrales HDMI-Kabel zum TV. 
  • Komponentenanschluss: Hochwertigste gebräuchliche Anschlussart analoger Prägung. Hier wird ein spezielles Cinchkabel mit drei Anschlüssen zwischen AVR und BD-Player gelegt - zusätzlich ist zwingend noch eine Tonverbindung (digital optisch oder koaxial( von Nöten. 
  • Lautsprecherkabel: Wir raten bei höherwertigen Installationen zu einem Kabelquerschnitt von mindestens 2,5 mm und zur Verwendung von Bananensteckern. Bei der Kabelqualität reicht die preisliche Mittelklasse meist mehr als aus. Das gilt auch für HDMI-Kabel
  • Sonderfall - lange HDMI-Kabel ab 7,5 Meter: Hier sollte - z.B. bei der Verbindung mit einem Beamer - ein hochwertiges Kabel für garantierte Signalstabilität auch für lange Strecken gewählt werden. 

Bildsignalbearbeitung

Wer eine Kette bestehend aus Blu-ray-Player, AV-Receiver und Flachbildschirm oder Beamer nutzt, stellt sich die Frage: Nutze ich eine konventionelle DVD als Signalquelle, die lediglich 576i Auflösung mitbringt - wem überlasse ich die Signalaufbereitung?

Hervorragender BD-Player mit 2 simultan arbeitenden HDMI-Ausgängen: Panasonic Blu-ray-Player DMP-BDT300 mit sehr guter Upconversion

Preisgünstiger 3D BDP: LG BX580 mit prima Upconversion

  1. Dem Blu-ray-Player? Meist sind schon preiswerte BDPs in der Lage, ein recht ordentliches De-Interlacing und eine gute Hochskalierung durchzuführen. Nur sehr preiswerte Angebote versagen leider.
  2. Dem AV-Receiver? Meist lohnt es sich nur dann, dem AVR die Arbeit zu überlassen, wenn entweder der BD-Player enorm schlecht ist oder aber z.B. noch ein älterer DVD-Spieler angeschlossen ist, dessen Videochip nicht mehr up to date ist. Auch, wenn man einen hochwertigen AVR ab ca. 1000 EUR in Verbindung mit einem BD-Player < 300 EUR verwendet, kann man unter Umständen den AVR die Upconversion (damit ist gemeint: De-Interlacing plus Hochskalierung auf 1080p) überlassen. 
  3. Dem Bildwiedergabegerät? Bei Flachbildschirmen mit integriertem Multituner hat man bei TV-Signalen ohnehin keine Wahl - diese werden vom TV aufbereitet. Bei DVD-Signalen oder Signalen von externen Satelliten/Kabelreceivern ist es meist ratsam, zunächst die Qualitäten des TVs mit denen des AVRs zu vergleichen, nur recht teure TV-Geräte brillieren meist bei der Upconversion.

Wichtig - AV-Receiver haben längst nicht alle Möglichkeiten, ein Bildsignal zu bearbeiten. Meist sieht das Gebotene bei Geräten bis zu 300 EUR wie folgt aus:

  • HDMI-Videosignale werden von den Eingängen entgegen genommen und 1:1 weitergeleitet
  • Meist wird mittlerweile auch die Weiterleitung von 1080p/24 Hz-Signalen ermöglicht. 
  • Bei manchen Geräten können analoge Videoeingangssignale digitalisiert, das heißt analog-digital gewandelt werden. Die Ausgabe erfolgt dann über den HDMI-Ausgang. Ansonsten wird nichts am Signal verändert (kein Scaling, kein De-Interlacing). 

Teurere Geräte ab 400 EUR weisen oftmals zusätzliche Videofunktionalitäten auf:

  • De-Interlacing analoger Eingangssignale und Ausgabe über HDMI. Aus 480i/576i analog wird 480p/576p digital. 
  • Upscaling/De-Interlacing analoger Eingangssignale und Ausgabe über HDMI. Ausgegeben werden 720p, 1080i, manchmal auch 1080p
  • De-Interlacing und Upscaling auch von Signalen, die über die digitalen HDMI-Eingänge eingespeist werden (bis 1080p, viele Anbiete
  • Exakte Bearbeitung des Videosignals mittels umfangreichem Video-EQ

Video: Der Onkyo TX-NR5008 mit 8 HDMI-Eingängen und HQV-ReonVX Upconversion

Netzwerk und Multimedia

Einen immer höheren Stellenwert nimmt das Einbinden der multimedialen Welt in die Anlage zu Hause ein. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Manche Komplettlösungen haben sogar ein eingebautes iPod-Dock

Immer beliebter wird der simple iPod-Anschluss mittels Kabel

Der iPod wird immer häufiger eingebunden

Sehr beliebt ist die Möglichkeit, dem Pod oder in selteneren Fällen auch dem iPhone die Integration in die AV-Anlage zu ermöglichen. Der Vorteil: Die auf dem iPhone oder iPod gespeicherten Songs können dann auch über die Anlage wiedergegeben werden. Selbst bei immer mehr Komplettsystemen liegt ein entsprechendes Dock oder ein entsprechendes Kabel bei, um den iPod einzubinden. In ein Dock wird der iPod eingesetzt, anschließend wird das Dock mit der Komplettlösung oder aber mit dem AV-Receiver verbunden. Vorsicht - die Docks sind herstellerspezifisch, es ist also nicht möglich, z.B. ein Onkyo-Dock an einem Yamaha AVR zu betreiben. Leider sind gerade bei AV-Receivern die Docks beinahe nie im Lieferumfang enthalten, sondern verlangen nach kräftigen Aufschlägen zwischen gut 60 und knapp 130 EUR. Daher hat sich mehr und mehr eine andere Lösung durchgesetzt: Der iPod oder das iPhone finden mittels normalem Systemanschluss Apple auf USB-Kabel Anschluss. Diese Kabel liegen dem AV-Receiver oft sogar bei. Ist der iPod eingebunden, so kann mittels der Fernbedienung der Komplettlösung oder des AVRs durch die Menüs des iPod/iPhones navigiert werden, die mittels des OSDs in Großform angezeigt werden. 

Top-Tool: Denons aktuelle iPod Touch/iPhone-App zur Steuerung des AVRs

Steuerungsmöglichkeiten bei Pioneer

Sony BDP-Steuerung

Zweite wichtige Funktion von iPod und iPhone sowie - ab und zu - auch iPad: Praktisch jeder große Hersteller bietet schon eine Steuerungsapplikation an und wird diese in Kürze offerieren. Mittels iPod und iPhone kann dann der AVR in groben Zügen bedient werden. Auch für verschiedene Blu-ray-Player gibt es diese Tools. 

Video: Steuerung des AV-Receivers mittels iPhone App:

Auch immer beliebter wird Bluetooth. Während selektierte Komplettlösungen diese Funktion integriert haben, wird sie bei AVRs meist optional mittels spezieller Bluetooth-Dongles hinzugefügt. Dann können z.B. die Musiktitel, die auf dem Mobiltelefon gespeichert sind, auch über die Anlage wiedergegeben werden. 

Manche Sony AVRs streamen sogar Videos

Enorm wichtig sind Streamingfunktionen. Hierunter versteht man folgendes: Audio-, Video- oder Videodateien, die auf einem PC oder auf einem Home Server gespeichert sind, können über die AV-Anlage wiedergegeben werden. Welche Voraussetzungen werden dafür benötigt

  • Ein netzwerkfähiger AV-Receiver, Komplettlösung, Fernseher oder Blu-ray-Player. Es reicht, wenn eine Komponente netzwerkfähig ist.
  • Ein Heimnetzwerk mit Router
  • Ein PC, der einen Mediaplayer aufweist, der im Netzwerk funktioniert (bei Win7 z.B. ist ein solcher Player gleich mit integriert, bei Vista oder XP benötigt man Plugins), ebenso müssen die erforderlichen Dateien freigegeben werden für die Wiedergabe. Die bessere Alternative ist ein NAS-Festplattensystem oder man wählt gleich einen Home Server (schon ab rund 130 EUR sind derartige Komponenten erhältlich), dann muss kein PC laufen, sondern die Unterhaltungselektronikkomponente greift direkt auf NAS-Platte oder Home Server zu

Eine wichtige Komponente fürs Streaming: Home Server wie die Buffalo LinkStation Duo

Immer mehr TV-Geräte, Komplettlösungen und Blu-ray-Player können nicht nur kabelgebunden, sondern auch wireless ins Netzwerk integriert werden. Features wie WPS (WiFi Protected Setup, setzt WPS-fähigen Router voraus und ermöglicht eine schnelle, einfache kabellose Einbindung) oder der schnellste Standard WLAN-n sind bei vielen WLAN-Modulen mit am Start. Bei AV-Receivern hat sich dies noch nicht durchgesetzt, hier findet nur eine kabelgebundene Einbindung statt. Wichtig: In praktisch allen Fällen ist es der richtige Weg, DHCP bei Router und Unterhaltungselektronikkomponente zu aktivieren, durch die automatische dynamische Adressvergabe ist die Netzwerkintegration sehr simpel. 

Sehr beliebt bei teureren AVRs: Internet Radio

Ist die jeweilige Komponente eingebunden, kann der Spaß losgehen. Viele AV-Receiver streamen allerdings nur Audiodateien, und auch diese nicht in allen Formaten. FLAC- oder OGG-Dateien können oft nicht wiedergegeben werden. Besser sieht es bei MP3, WMA oder AAC aus. Selten werden auch Fotodateien gestreamt, dann aber nur jpeg. Videodateien streamt kaum ein AVR, und wenn überhaupt, dann nur MPEG 1/2/4 und manchmal noch DivX-avi. Besser sieht es bei TVs, Komplettsystemen und Blu-ray-Playern aus. Hier werden zwar nur selten mehr Audioformate unterstützt, und auch an Bildformaten geht höchstens noch Bitmap, selten GIF oder PNG, dafür aber wird das sehr gebräuchliche MKV-Videocontainerformat unterstützt. Es kommt aber auch immer stark auf die jeweilige Datei an, ob sie regelkonform (im Sinne der meist geringen Toleranzen der jeweiligen Unterhaltungselektronik-Komponente) erstellt wurde - leider scheitert nicht selten die Wiedergabe auch eines Formats, das eigentlich wiedergegeben werden sollte. Viele teurere AVRs haben auch Internet Radio mit an Bord, hier kann man  mit wenigen Schritten auf viele Stationen zugreifen, die der jeweilige verwendete Server (z.B. SHOUTcast, vTuner, last.fm) bereit hält. Bei manchen Dienstleistern muss man sich aber vor der Nutzung anmelden.

Philips Net TV

Bei Komplettsystemen mit BD-Player, bei Blu-ray-Playern und Flachbild-TVs immer beliebter wird auch der Zugriff auf internetbasierte Dienste - Voraussetzung ist eine Netzwerkverbindung mit Internetanschluss. Dann kann auf Seiten wie YouTube oder Picasa gleich vom Menü der Komponente aus zugegriffen werden. Firmen wie Panasonic, Sony, Philips oder Samsung bieten gleich eine Vielzahl solcher Dienste an, ganz gleich, ob Informationen zum Tagesgeschehen, zum Wetter, zur Börse oder über Mode- und Reisetrends, ist es für alles eine Anlaufstation vorhanden. Appp Stores garantieren, dass man das Angebot stets erweitern kann (Samsung). Und was ist, wenn man etwas sucht, das vorgefertigt nicht an Bord und auch nicht im App Store zu finden ist? Philips hat die Lösung - in einige TV-Geräte z.B. ist auch ein Internetbrowser eingebaut, mit dem man ins "freie" Internet vordringen kann. 

Video: 3D- und Netzwerkfunktionen der Panasonic VT20 Plasmabaureihe

Im Kommen sind auch Music- und Video on Demand-Dienste (Philips, Sony), so kann man sich z.B. direkt Videos auch in HD-Qualität online ausleihen und auf den TV laden. Manchmal allerdings reicht der interne Speicher im TV nicht aus bzw. der Speicher ist dafür nicht vorgesehen. Dann muss eine externe SD-Karte bemüht werden. Nur mit Internetverbindung lässt sich im übrigen auch die BD Live Funktion vieler Blu-ray-Player und Komplettsysteme mit BDP nutzen. Bei BD Live muss eine entsprechende Blu-ray mit diesem Feature eingelegt sein. Dann kann man online auf weiteres Material rund um den Movie zurückgreifen. Die BD-Live Verbindung muss im Menü des Players erst freigeschaltet werden. Letzten Endes ist es bei Netzwerkeinbindung auch in vielen Fällen möglich, Firmware-Updates auf die jeweilige Komponente zu übertragen. Oft suchen die Geräte selbstständig nach neuer auf dem betreffenden Server vorhandener Firmware und fragen den Anwender, ob ein (automatisiert ablaufendes) Update gewünscht ist. 

Qriocity Video on Demand Service by Sony

Multiroom (nur bei AV-Receivern/Verstärkern ab Mittelklasse)

Hierzulande noch wenig genutzt, erfreut sich Multiroom insbesondere in den USA großer Beliebtheit. Das Prinzip dahinter: Der AV-Receiver kann nicht nur im Hauptraum, sondern auch in 1 bis 3 weiteren Hörzonen genutzt werden. Das funktioniert folgendermaßen - wir schildern einen einfachen Fall: Der AV-Receiver besitzt sieben eingebaute Endstufen. Im Hauptraum wird ein 5.1 System genutzt. Dann können mittels Menü die beiden "arbeitslosen" Endstufen sechs und sieben für eine 2. Hörzone genutzt werden. Meist gibt es bei teureren AV-Receivern nicht nur ein paar analoge Cinch-Stereo-Audio-Ausgänge fpr Zone 2, sondern auch einen optischen oder koaxialen Digitalausgang sowie einen Videoausgang (meist FBAS, manchmal Komponente). Klar ist, dass in Hörzone 1 und 2 unterschiedliche Quellen laufen können. Während in der Haupthörzone dann ein Film läuft, kann man in der Zone 2 dem Lieblingsradiosender lauschen. Wird in der Haupthörzone ein Siebenkanal-Lautsprecherset eingesetzt und demnach s ind alle Endstufen in Betrieb, bringen multiroomtaugliche AVVs und AVRs dann Vorverstärkerausgänge für eine 2. Hörzone mit. Es wird dann ein Cinchkabel (Stereo) vom AVV/AVR zu der externen Endstufe in Zone 2 gelegt, und an diese schließt man dann die Lautsprecher für Zone 2 an. Problem bei Multiroom - nichts geht drahtlos. So ist der Installationsaufwand meist immens, es sei denn, man baut neu oder um und verlegt in den Hauswänden gleich entsprechende Kabelkanäle. Diese sollten aber keinen zu kleinen Querschnitt aufweisen, wenn man Wert auf hohe musikalische Qualität legt - denn nur, wenn man die Kabelkanäle nicht zu klein dimensioniert, kann man gutes LS-Kabel mit höheren Querschnitten verlegen. Moderne Spitzen-AV-Receiver bieten den Support von insgesamt bis zu vier Hörzonen. Neu ist auch ein "Party Mode" - wenn man zu Hause kräftig feiert, wird das identische Quellsignal in allen Hörzonen wiedergegeben. 

Fazit

Wir hoffen, Ihnen, sehr verehrte Leserschaft, einen guten Überblick über die Möglichkeiten moderner AV-Anlagen gegeben zu haben. Die Flut an technischen Neuerungen macht es notwendig, dass man sich vor dem Kauf genau über die Ausstattungsmerkmale und die Flexibilität der ins Auge gefassten Geräte informiert - daher lassen Sie sich ruhig Zeit, damit Sie nachher auch das exakt auf Ihre Ansprüche zugeschnittene AV-System finden. 

Text: Carsten Rampacher
Datum: 11.02.2011

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