TEST: AKG Premium Class Wireless Headphones K 840 KL - schnurlose Offenbarung?

26.01.2011 (cr)

Einführung

Für Marktpreise, die ab ca. 370 EUR beginnen, kann man sich mit dem AKG K 840 KL einen besonders hochwertigen Wireless-Kopfhörer ins Haus holen, der über eine passive Dämpfung von Umgebungsgeräuschen verfügt. AKG verspricht eine unkomprimierte und somit detailreiche und klare 2,4 GHZ-basierte Funkübertragung eines 16-Bit-Stereosignals (entspricht dem Standard der CD) des Tonsignals und eine verlängerte Akkulaufzeit von bis zu 2 Wochen. Am Stück soll der Akku bis zu 28 Stunden Spielbetrieb schaffen.  Die maximale Reichweite beträgt laut AKG 20 Meter. Der gepolsterte Bügel und die ergonomisch geformten Ohrmuscheln versprechen guten Sitz und damit verbunden einen einwandfreien Tragekomfort. Der 3D-Axis 2-Faltmechanismus lässt den K 840 KL auf Wunsch kompakter werden, damit er sich einfacher transportieren lässt. Mitgeliefert wird ein festes Etui, das recht haltbar erscheint. Der Hörer kommt auf ein Gewicht von 145 Gramm und weist einen Übertragungsbereich von 10,5 bis 31000 Hz auf. Die Nennimpedanz liegt bei 32 Ohm, die Nennbelastbarkeit bei 25 mW. 

Video - Überblick 

 

Verarbeitung

Klappmechanismus

Metaollbügel

Der K 840 KL präsentiert sich als akkurat verarbeiteter Wireless-Kopfhörer mit solidem Metallbügel und sorgfältiger Polsterung des Bügels. Die Ohrmuscheln sind ebenfalls mit einem ansprechenden Finish versehen, und zwar außen wie innen. Der Stoff sitzt korrekt, nur könnte der Kunststoff der Ohrmuscheln noch hochwertiger wirken. Haptisch wird hier nichts Besonderes geboten. Die mitgelieferten Kabel mit Stoffummantelung, Metallendteil sowie vergoldeten Steckern sind hervorragend und verdienen sich die volle Punktzahl. 

Betriebsvorbereitungen

Vor der Inbetriebnahme sind Kopfhörer und Sendeteil zu laden. Zu diesem Zweck wird das mitgelieferte Ladegerät aktiviert, an das beide Komponenten mittels spezieller Kabel Anschluss finden. Nach einigen Stunden ist der Ladeprozess beendet, und die Hörproben können starten. Hierzu werden zunächst beide Komponenten, also Headphone und Sender, miteinander gekoppelt, nachdem der Sender in die Kopfhörerausgangsbuchse des AV-Receivers oder Verstärkers bzw. transportablen Wiedergabegerätes gesteckt wurde. Anschließend wird zunächst der Sender und danach der Kopfhörer mittels Kippschalter in den Betriebszustand versetzt. Der Hörer drückt dann an beiden Komponenten den Kopplungsknopf für vier Sekunden, und die grünen Dioden an Sender und Kopfhörer beginnen in schneller Frequenz grün zu blinken. Erniedrigt sich die Blinkfrequenz, ist der Kopplungsprozess beendet. Es ist im Übrigen möglich, bis zu vier Kopfhörer mit einem Sender zu koppeln, was die Flexibilität erhöht. Wer den Kopfhörer direkt an die Anlage oder das tragbare Gerät anschließen und somit die Wirelessfunktion nicht nutzen möchte, kann dies auch tun und das mitgelieferte Kabel dafür verwenden. 

Tragekomfort und praktischer Nutzen

Gepolsterter Bügel für hohen Tragekomfort

Laut-Leise-Wipptasten

Hier können wir dem K 840 KL ein sehr gutes Zeugnis ausstellen. Der Kopfhörer sitzt fest, ohne zu Drücken, und rutscht auch bei Bewegungen nicht ungewollt vom Kopf. Das recht geringe Gewicht sorgt dafür, dass der K 840 KL auch bei längeren Hörsessions nie lästig wird. Die Ohrpolster erwiesen sich nicht als besonders schweißtreibend. Die Laut-/Leiser-Wipptaste ist außen an der linken Ohrmuschel untergebracht und lässt sich, wenn der Finger die entsprechende Region einmal ertastet hat, problemlos handhaben. Die Übertragungsqualität ist bis zu einer Entfernung von ca. 7 Metern zum Sender exzellent und weist keine Brücke, Lücken oder Aussetzer auf. Nach dieser Distanz verschlechtert sich der Empfang dann und es mischen sich Aussetzer und leichtes Knacken mit hinzu. Die 20 m maximale Distanz, die AKG angibt, erweist sich in der Praxis als zu hoch gegriffen. Dafür überzeugt die passive Dämpfung der Umgebungsgeräusche - auch in lauterem Surrounding kann man recht entspannt und ohne zu hohem externen Geräuschpegel hören. 

Kompatibel zum iPhone?

Am iPhone

AKG verspricht auf der Website, dass der K 840 KL auch als hochwertige Wireless-Hörerlösung für das beliebte Apple Smartphone taugt. Und der Kopfhörer enttäuscht uns nicht: Eine problemlose und klanglich überzeugende Zusammenarbeit ist möglich. Nur der etwas große Sender stört ein wenig. Wer auf einen ultrakompakten Kopfhörer Wert legt, sollte sich daher mit Bluetooth-Headsets hochwertiger Ausprägung beschäftigten. Akustisch kommen diese natürlich nicht an den AKG heran. 

Klang

Der AKG K 840 KL bietet eine sehr gute klangliche Performance

Generelle Eindrücke: Der K 840 KL präsentiert sich als besonders gut gelungener Vertreter der Gattung „Wireless Heaphones“. Er ist einer der weniger Kopfhörer, die sich bezüglich der Klanggüte wirklich kaum von einem kabelgebundenen Kopfhörer unterscheiden. Überschreitet man die 7 m Distanz zum Sender nicht, stören weder Knacken noch Aussetzer den Sound. Wo andere Wireless-Headphones den Hochtonbereich hörbar eindampfen und ihn blechern und matt erscheinen lassen, trumpft der österreichische Testkandidat richtig auf und bietet einen klaren, trockenen und frischen Sound. Bestechend gelingen dem AKG die Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzspektren, die fließend und nahtlos verlaufen, somit wird ein komplettes, homogenes Hörerlebnis ermöglicht. Die gebotene Räumlichkeit passt zu dieser Auslegung, wir haben sie als sehr natürlich empfunden, da sie nicht nur eine realistische Weite, sondern auch eine authentische Tiefe mitbringt. Somit kann auch in hintere musikalische Ebenen hineingehört werden. Zu loben ist die klangliche Neutralität. 

Andrea Bocelli, L’Attesa: Sehr gut kommt das Piano heraus, nur kleine Zwischentöne werden manchmal unterschlagen. Ausgezeichnet wird Andreas Stimme übertragen, da ihr jedes Oberflächliche und Monotone fehlt- viele Kopfhörer begehen den Fehler, aufgrund billiger eingebauter Bauteile der wunderschönen Stimme an Substanz und Ausdruckskraft zu nehmen und eine sehr fade Präsentation zu wählen. Ganz anders der K 840 KL – hier hat die Stimme Tiefe, Facettenreichtum und überzeugt durch klare Konturen, die sich vom instrumentalen Teil des Gesamtklangs stimmig abheben. 

Rita Coolidge, All Time High (Theme from 007 „Octopussy“): So muss der Song für 007-Liebhaber klingen – emotional, dynamisch, mit feinfühligem Aufbau, der auch die Streicher entsprechend berücksichtigt und vokale Details nicht benachteiligt. Die Räumlichkeit ist tadellos. Nur, wer mit sehr hohem Pegel hört, bekommt es im tieffrequenten Bereich mit leichten Verzerrungen zu tun. 
Unheilig, Geboren um zu Leben: Hier kommt das Piano zu beginn hervorragend heraus, der Bass wird schwungvoll und exakt wiedergegeben, die Stimme hebt sich hervorragend ab, ohne den anderen akustischen Elementen unpassend an Bedeutung zu nehmen. Bei diesem Stück legt der Kopfhörer viele Talente offen, besonders beeindruckt sein souveränes Spiel - wir kennen kaum einen Wireless-Kopfhörer, ganz gleich welcher Preisklasse, der so mühelos und frei aufspielt. Kein blecherner Einschlag im Hochtonbereich, keine muffigen Mitten und kein schlecht getimter Bass: Es passt einfach alles, so dass sich auch der anspruchsvolle Hörer nicht mit störenden Unzulänglichkeiten des Kopfhörersystems herumärgern muss, sondern sich voll und ganz aufs Lauschen konzentrieren kann. 

Hurts, Wonderful Life: Der Senkrechtstarter des vergangenen Jahres kombiniert moderne Elemente geschickt mit akustischem 80er Jahre Retrolook – das boomt offensichtlich auch bei den Musikliebhabern. Und wir können nur raten, sich zum Genuss per Kopfhörer mit dem K 840 KL zu beschäftigten. Die Rhythmuswechsel arbeitet der Österreicher mit Verve und enormer Impulstreue heraus, die schon in den anderen Beispielen geschilderte Souveränität kennzeichnet ihn auch hier. Zum Genießen ist wieder die genau den Punkt treffende Basswiedergabe und die Präzision beim Wiedergeben kleinerer Hintergrundgeräusche – top. 

Basshunter, Russia Privjet: Bei der Party- und Disco-Hymne schlägt sich der K 840 KL sehr gut und beeindruckt besonders durch seine präzise Wiedergabe und seine ausgezeichnete Pegelfestigkeit. Er agiert bei großer Lautstärke überraschend souverän und hält die auch bei geringem Pegel zur Schau gestellte Präzision im Bassbereich. Die Effekte werden vom Timing her genau getroffen und mit trockener Härte exzellent übertragen.

Koala, Australia: Auch hier eine überragende Leistung. Es fehlt etwas an Tiefgang, dafür ist das Gebotene enorm dynamisch und wiederum sehr präzise. Die choralartigen Effekte im Hintergrund kommen tadellos heraus. Die dynamischen Wechsel stellen den K 840 KL vor keinerlei Probleme. Beeindruckend ist die tonale Neutralität, die zusammen mit der extrem guten Pegelfestigkeit einen überdurchschnittlich hohen Hörspaß garantiert. 

Disco Nation, Kick da Disco Nation: Dieser Song mit einem sehr harten Kickbass wird ebenfalls ausgezeichnet herausgearbeitet. Das Dynamische, nach vorn Treibende dieses 90er Jahre Disco-Hits stellt der AKG authentisch dar. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten ist sehr gut, auch bei hoher Lautstärke wird das Klangbild nicht schrill oder aggressiv. Die Räumlichkeit wirkt ehrlich und nicht aufgesetzt, was bei vielen Kopfhörern leider der Fall ist. 

Fazit

AKG ist mit dem K 840 KL ein zwar recht kostspieliger, dafür aber klanglich überzeugender Wireless-Kopfhörer gelungen. Tonal neutral, sehr präzise und mit trockenem, kraftvollen Bass spielt er im Testbetrieb gekonnt seine Talente aus. Auch die Verarbeitung ist gut, der Kopfhörer wirkt hochwertig, was man bei diesem Kaufpreis auch erwarten darf. Bei Distanzen von bis zu 7 Metern kann mandie Wiedergabe kristallklar und ohne Störgeräusche oder Unterbrechungen genießen. Im Testbetrieb haben wir 2 x 5 Stunden Hörsessions gefahren, ohne den Akku aufladen zu müssen, auch das ist nicht selbstverständlich. 

Teurer, aber akustisch hervorragender Kopfhörer mit gelungener passiver Dämpfung der Umgebungsgeräusche und hohem Tragekomfort

Kopfhörer obere Mittelklasse
Test 26. Januar 2011

+ Tonal neutral
+ Prima Detaillierung
+ Gute Räumlichkeit
+ Schicke Optik

- Recht teuer

Test: Carsten Rampacher
Datum: 26.01.2011

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