TEST: Nubert Hightech-Subwoofer nuLine AW-1300 DSP

17.08.2011 (cr/sw)

Frontal mit Gitter

Seitlich

Frontal ohne Gitter

Einführung

Nuberts nuLine-Aktivsubwoofer werden seit Jahren von anspruchsvollen Stereo- und Heimkino-Liebhabern sehr geschätzt - seit kurzem nun ist der neue Subwoofer nuLine AW-1300 von Nubert erhältlich, der alle bisherigen, bereits ausgezeichneten Modelle nochmals in den Schatten stellen möchte. Der aktive Subwoofer ist mit einer 440 Watt starken Endstufe ausgestattet, die 2 Longstroke Chassis in der Größe von 22 cm versorgt. Die verbaute DSP-Elektronik kann eine vielfältige Klangoptimierung bewirken. Die Schleiflack-Gehäuse sind in den Farben Schwarz, Weiß und Silber erhältlich, weiterhin kann der AW-1300DSP aber auch in Kirsche und Buche Furnier geordert werden. Der nuLine AW-1300 DSP ist zu einem Preis von 1185 € zu haben - was Nuberts neuer Top-Subwoofer kann, lesen Sie im folgenden Test. 

Verarbeitung außen

Hervorragende Einpassung des DSP-/Endstufen-/Anschlussmoduls auf der Rückseite

Gerundete Kanten  - sauber gelöst

Auf leichtgängigen Rollen lässt sich der AW-1300 einfach bewegen

Rolle im Detail

Großer Magnet bei den 22 cm Basschassis

Akkurat verschraubte Chassis

Der 24 kg schwere Woofer verfügt über zwei 22 cm Basschassis

So kennen wir Nubert - mit exzellenter Verarbeitung außen, zeitloser Optik und hochwertiger Materialqualität könnte der schnörkellose, schlicht-schöne AW-1300 auch locker 2000 EUR und mehr kosten. Das Gehäusefinish ist makellos, mit ansprechender Oberflächengüte (wahlweise lieferbare Farben: Echtholzfurnier Buche, Kirsche oder Mehrschichtlack weiß, silber, schwarz) und solide eingepassten Chassis. Das Rückseite Anschlussterminal weist ebenfalls keine verarbeitungstechnischen Schwachstellen auf. Das solide Lautsprecher-Schutzgitter aus Metall sieht hervorragend aus und ist bestens verarbeitet. Sehr gut gefällt uns auch die mitgelieferte Fernbedienung, die sich wohltuend von billigen IR-Gebern im Scheckkartenformat unterschiedet. Die etwas klobige Form mag nicht jedermanns Geschmack genau treffen, wir finden das Bauhaus-Design - eckig und ohne Schnörkel - aber interessant, aus objektiver Sicht Pluspunkte bringt die solide Verschraubung auf der Rückseite - diese Fernbedienung verzeiht auch mal eine etwas - lässigere - Behandlung. 

Verarbeitung innen:

"Rückgrat" des AW-1300 ist ein massives MDF-Gehäuse, das von außen mit Echtholzfurnier beplankt und von innen mit soliden Verstrebungen ausgestattet ist. Diese asymmetrisch angeordneten Innenverstrebungen sorgen für eine wirkungsvolle Versteifung, was eine große mechanische Stabilität des AW-1300 zur Folge hat. Die beiden Chassis mit großen Magneten und stabilen Körben machen einen vertrauenserweckenden Eindruck. Die beiden 22 cm Langhub-Einheiten schaffen je 35 mm maximale Auslenkung. Durch die Anordnung der Chassis übereinander werden die vertikalen Resonanzen des Hörraums abgeschwächt. Die Membranen bestehen aus Glasfaster-Waben-Struktur und verfügen über eine zweite Zentrierspinne für eine kontrollierte Bewegung, was eine reine, saubere und störeinflussfreie Basswiedergabe zur Folge hat. Die aufwändige DSP-Einheit und die Endstufe sind mit hochwertigen Bauteilen bestückt und punkten durch das akkurate Platinenlayout. Die Class D Endstufe arbeitet digital und erzeugt daher praktisch keine Verlustwärme. Dadurch ist ein effizienter Betrieb möglich, und überdies hinaus können keine Probleme durch Überhitzung entstehen, was bei analogen Verstärkereinheiten gerade bei heftigem Einsatz nach wie vor ein Thema ist. Was sehr schön ist und wir durch  Nachmessen auch bestätigen können: Der nuLine AW-1300 "schluckt" im Standby-Betrieb weniger als 1 Watt - um diese möglichst gezielt zu aktivieren, gibt es einen recht sensibel und zuverlässig funktionierenden Automatik-Modus. 

Layout im Detail

Layout im Detail, Teil 2

Layout im Detail, Teil 3

Aufwändig konstruiertes Innenleben

Bauteile im Detail

Saubere Verarbeitung

Video-Überblick

 

DSP-Funktionen/Menü der Fernbedienung

Funktionen, die über die Fernbedienung steuerbar sind:

  • Standby-Taste
    Speichertasten
    Lautstärke
    Tiefpass für Subwoofer
    Polarität, Verzögerung
    Hochpass für Satelliten
    Hochpass für Subwoofer
    Vollparametrischer 3-Band-Equalizer
    Einstellungen für Slave-Ausgang
    Eingangsempfindlichkeit
    Automatische Standby-Schaltung (und deren Empfindlichkeit)
    Softclipping-Schaltung

Nun möchten wir Ihnen einen genauen Überblick über die Fähigkeiten des nuLine AW-1300 geben. Beim AW-1300 handelt es sich um einen aktiven Subwoofer mit digitalem Signalprozessor. Dieses DSP ist NICHT dazu da, den Klang künstlich zu verbiegen - dies wird mit dem Begriff "DSP" immer assoziiert - sondern bewirkt genau das Gegenteil. Durch den eingebauten EQ können durch entsprechende Einstellungen am aktiven Subwoofer störende, durch den Hörraum hervorgerufene Einflüsse drastisch reduziert werden. Mittels der mitgelieferten hochwertigen Fernbedienung kann die gesamte Konfiguration vom Hörplatz aus erfolgen. 

Komplette Konfiguration über die Fernbedienung

Guter Tastendruckpunkt

Das eingebaute DSM-500 DSP-Modul ermöglicht eine Vielzahl an Konfigurationsmöglichkeiten - hier die Übersicht:

  • Level: Pegeleinstellung. Hier ist eine präzise Einstellung des Subwooferpegels möglich, und zwar von -24 dB bis 0 dB.
  • Tiefpassfilter (als Tiefpass werden in der Elektronik bzw. Filtertechnik solche Filter bezeichnet, die Signalanteile mit Frequenzen unterhalb ihrer Grenzfrequenz praktisch ungeschwächt durchgehen lassen, Anteile mit höheren Frequenzen werden jedoch abgeschwächt, es gibt unterschiedliche Filter mit unterschiedlicher Art der Abschwächung), für den Satellitenübergang: Mit dem Tiefpass am oberen Ende des Frequenzbereiches kann der AW-1300 an die verwendeten Lautsprecher angepasst werden. Mit lp typ können 2 Betriebsarten angewählt werden. 1 x 24 dB/Oktave bedeutet ein steiler Tiefpass 4. Ordnung. 2 x 12 dB bedeutet zwei separate, weniger steile Tiefpässe 2. Ordnung. Beide Typen dämpfen den Hoch- und Mitteltonbereich gleichermaßen. Mit lp1 f und lp2 f werden die Eckfrequenzen eingestellt. Der einstellbare Bereich reicht von 40 Hz bis 200 Hz - sehr variabel. Beim lp typ 1 x 24 dB/Oktave gibt es nur eine verstellbare Eckfrequenz, aus diesem Grunde wird lp2 f im Menü übersprungen. Wird lp1 f auf 200 Hz eingestellt, erreicht der AW-1300 seinen maximalen Übertragungsbereich. Diese Einstellung eignet sich laut Nubert vor allem für Heimkinoanwendungen, bei denen der Subwoofer den LFE-Kanal in seiner vollen Bandbreite wiedergibt. Der Low Frequeny Effect Channel ist z.B. bei Dolby Digital für die separierte Übertragung der niederfrequenten Effekte verwendet. Bei einem AVR mit komplettem Bassmanagement muss keine Einstellung beim AW-1300 geändert werden, weil hier die Trennung durch den AVR erfolgt. Dies dürfte heute in den meisten Fällen gegeben sein, da selbst preiswerte AVRs ein ordentliches Bassmanagement mit praxisgerechten Übernahmefrequenzen haben. VORSICHT bei AVRs mit automatischer Lautsprechereinmessung - oft stimmen die von der Automatik getroffenen Übernahmefrequenzen nicht! Hier ggfs. manuell nachkorrigieren oder komplett manuell die LS-Einstellungen vornehmen. Für andere Anwendungen wie z.B. bei einer weniger restriktiveren flacheren Trennung lässt sich der Tiefpass in 2 Filter teilen: lp typ 2 x 12 dB/Okt. Hierbei wird das eine Filter für den Übergang eingestellt und das andere unterdrückt in Kombination mit dem ersten den Mittel- und Hochtonbereich (lp 1 f = 200 Hz). 
  • Polarität (polarity im Menü der FB): Die Polarität des Subwoofers kann zwischen normal (+) und invertiert (-) umgestellt werden. Je nach der verwendeten Lautsprecher-Konfiguration ist es notwendig, das Signal zu invertieren, damit Subwoofer und Lautsprecher im Gleichtakt arbeiten und sich die verbreiteten Schallwellen nicht gegenseitig auslöschen - ein berüchtigtes Phänomen.  Im Falle eines Double Bass Array (DBA) sollten die hinteren Subwoofer ein verzögertes und in Bezug auf die vorderen Subwoofer invertiertes Signal bekommen. 
  • Delay - Verzögerung: Die Einstellung der Verzögerung wird in Metern vorgenommen, so wie wir es auch von modernen AV-Receivern kennen. Sowohl für den Subwoofer als auch für den Slave Out 2 kann eine Verzögerung bis maximal 13 Meter eingestellt werden. Das Verzögern des Slave Out 2 ist besonders bei einem DBA wichtig. Dieses Array stellt die wahrscheinlich wirkungsvollste Methode zur Unterdrückung von Raumresonanzen dar. Es funktioniert durch die
    Verzögerung der Basswiedergabe der hinteren Subwoofer – sie warten, bis die von vorne abgestrahlte Wellenfront hinten ankommt und löschen dann durch eine invertierte Schallabstrahlung diese Welle aus. Dadurch können sich Raumresonanzen gar nicht erst aufbauen. Die Verzögerung der hinteren Subwoofer wird entsprechend der Raumlänge (in Metern) eingestellt. Nachteil - nicht jeder Anwender hat die finanziellen Möglichkeiten und die räumlichen Optionen, ein DBA aufzubauen. Daher möchten wir hervorheben, dass der AW-1300 durch seine Einstellmöglichkeiten auch schon im Single-Subwoofer-Betrieb sehr überzeugend zur Bekämpfung störender Raumeinflüsse beiträgt - mehr dazu auch im Abschnitt über den eingebauten parametrischen Equalizer. 
  • Hochpassfilter (sat hp) für den Satellitenausgang: Der AW-1300 hat einen variablen Hochpassfilter für den Line Out, mit dem die untere Grenzfrequenz der Hauptlautsprecher eingestellt wird und die LS von der Aufgabe, den Tiefbassbereich wiederzugeben, entlastet werden. Dazu muss der Subwoofer zwischen die Vor- und Endstufe des Verstärkers eingeschleift oder eine Vor-/Endstufenkombination eingesetzt werden. Der Hochpassfilter ist 2. Ordnung (12 dB/Oktave) und von 40 bis 150 Hz einstellbar. 
  • Hochpassfilter und Kompensation des Druckkammereffekts (hp typ/hp1 f, hp2 f): Mit dem Hochpass am unteren Frequenzbereichsende kann der AW-1300 an den Raum angepasst und im Tiefgang begrenzt werden. Es gibt 2 Betriebsarten,  1 x 24 dB ist ein steiler Hochpass 4.Ordnung, 2 x 12 dB entsprechen zwei separaten, weniger steilen Hochpässen 2. Ordnung. Mit hp1 f und hp2 f werden die Eckfrequenzen eingestellt. Der justierbare Bereich liegt bei 15 bis 50 Hz. Beim hp typ 1 x 24 dB/Oktave gibt es nur eine verstellbare Eckfrequenz, daher wird hp 2 f im Menü übersprungen. Wird hp1 f auf 15 Hz justiert, wird der maximale lineare Tiefgang geboten. Durch den Druckkammereffekt steigt der Pegel zu tiefen Frequenzen hin an, das ist besonders in kleineren Hörräumen der Fall und kann zu unschönem akustischen "Aufschaukeln" und unnatürlicher Pegeldarstellung führen. Genau um dies zu bekämpfen, lässt sich der Hochpass in zwei Filter teilen, hp typ 2 x 12 dB/Oktave. Dabei wird das eine Filter auf die tiefste Raumresonanz eingestellt und das 2. Filter dient in Kombination als Rumpelfilter (15 Hz). Die Frequenz f der tiefsten Raumresonanz hängt von der Länge l des Raumes ab - aus dieser Tabelle kann ein möglichst naher Wert entnommen werden:
l(m) 3,4 3,7 4,0 4,3 4,6

5,0

5,5 6,0 6,5 7,0 8,0 9,0 10,0 11,4
f(hz) 50 46 43 40 37 34 31 29 26 24 21 19 17 15
  • Genauer, aber auch aufwändiger, lässt sich die Frequenz der ersten Raummode nach der Formel berechnen: f = Schallgeschwindigkeit (343 m/s) geteilt durch die doppelte Raumlänge. Beispiel, Raumlänge sind 5 Meter, dann ist f = 343 Meter/S geteilt durch 2 x 5 Meter, was in etwa einen Wert von 34 Hz ergibt. 
  • EQ-Menü - mehr dazu unten
  • Slave Out 2 - gleiche Einstellmöglichkeiten wie bisher beim Menü Subwoofer - wirkt aber nur auf den slave 2 Ausgang
  • Main Settings: Hier können der Eingangspegel (slow, mid, high), automatische Standby-Schaltung und Empfindlichkeit der automatischen Standby-Schaltung eingestellt werden. 

Zum EQ

Beim AW-1300 stehen drei separate parametrische EQs zur Verfügung. Zunächst stellt sich die Frage: Was kann ich mit einem parametrischen EQ anfangen? Meist werden paramterische EQs in Subwoofern dazu eingesetzt, um gegen störendes Bass-Dröhnen anzukämpfen. Bass-Dröhnen entsteht bei sogenannten Raummoden. Dahinter verbergen sich dahinter sogenannte "stehende Wellen", die beim Erreichen der Eigenresonanzfrequenzen des jeweiligen Hörraums auftreten. Die Eigenfrequenzen sind abhängig von der Größe des Hörraums beziehungsweise mit dem Abstand der Wände zueinander: Es kommt bei derjenigen Frequenz, deren Wellenlänge doppelt so groß ist wie der Abstand der parallelen Wände zueinander, zur Entstehung einer stehenden Welle, d.h., die entstehende Schallwelle wird zwischen den beiden Hörraumwänden mehrfach reflektiert - man kann bereits erahnen, was dies akustisch bedeutet: Der entstehende Ton ist im Vergleich zum akustischen Rest zu laut und lang und sorgt somit für klangliche Disharmonie - technisch ausgedrückt kommt es, wenn ein Basslautsprecher mit tief nach unten reichendem Frequenzgang den Raum zu Eigenschwingungen anregt, zu starken Überhöhungen ("Peaks") im Frequenzgang. Die erste stehende Welle, aus der sich die weiteren stehenden Wellen rechnerisch ableiten lassen, wird auch "Grundmode" genannt. Weitere stehende Wellen entstehen dann bei ganzzahligen Vielfachen der Grundmode. Üblich sind solche Überhöhungen im Frequenzgang besonders in großen Räumen und/oder in Fällen, in denen der aktive Subwoofer weit von der Hörposition entfernt aufgestellt ist. 

Zu den EQs: 

  • Mit der Einstellung nr wird der betreffende EQ ausgewählt, auf den sich die getroffenen Einstellungen beziehen sollen. Hier die Merkmale der einzelnen EQs: Nr 1, f (Hz) 15 bis 200, q (Güte) von 0 bis 5, l (Level) von -12 bis +6. Die beiden anderen EQs weisen die selben Einstellmöglichkeiten auf, mit einem Unterschied, bei Nr. 2 und Nr. 3 ist der Level (dB) von -12 bis 0 einstellbar. Die Frequenz f legt die Mitte der Kurve fest und die Güte q bestimmt die Breite, umso höher der Wert, umso schmaler wird die Kurve. Mit dem Level l stellt man die Dämpfung bzw. die Verstärkung bei der Frequenz f ein. 

Zu den fünf Memorytasten auf der Fernbedienung

Der AW-1300 bietet den Luxus von fünf vollkommen voneinander getrennten Speicherplätzen, die bequem von der Fernbedienung aus aufgerufen werden können. Bei Auslieferung sind diese Presets nicht "leer", sondern bereits mit Werks-Voreinstellungen hinterlegt. Dadurch wird eine unkomplizierte Inbetriebnahme erreicht. 

Hier die Übersicht zu den Presets ab Werk: 

Memory 1 2 3 4 5
Typ Surround Standbox Kompaktbox kleine
Kompaktbox
Wand-
Laut-
Sprecher
nuLine Modell-
beispiele
alle Modelle 82/102/122 32 DS-22 WS-12

Beim Einschalten des Woofers wird die zuletzt verwendete Einstellung aufgerufen. Auf dem Display der Fernbedienung wird angezeigt, in welchem Memory-Speicherplatz diese abgelegt ist. Wird vom Anwender ein Parameter geändert, gelangt die neue Information umgehend in den Speicher des jeweiligen Presets. Der Anwender kann so verschiedene Konfigurationen je nach Einsatzzweck erstellen, so z.B. für Stereo, Surround Film und Surround Musik. Damit passt dann die Charakteristik des AW-1300 optimal zum Geschmack des Hörers und zum jeweiligen Quellmaterial. Wer ein Reset durchführen möchte, drückt während der normalen Anzeige die "Zurück" Taste X einmal und im Anschluss die Pfeiltaste "links" für drei Sekunden. 

Zum Double Bass Array

Theoretisch ist ein Double Bass Array eine bestimmte räumliche Art der Anordnung mehrerer Subwoofer in einem quaderförmigen Hörraum. Der Aufbau dient nicht dem Zweck, mit mehreren Subwoofern einen erhöhten Bassdruck zu erzeugen, sondern hat die Aufgabe, Resonanzen, die durch sogenannte stehende Wellen auftreten können, zu verhindern. Was sind stehende Wellen? Eine stehende Welle kommt zustande, wenn sich zwei gegenläufig fortschreitende Wellen gleicher Frequenz und gleicher Amplitude überlagern. Man spricht in der Akustik auch von "Raummoden". Die Wellen können aus zwei verschiedenen Erregern stammen oder durch Reflexion einer Welle an einem Hindernis entstehen - so ist es auch bei Heimkino-Anwendungen. Oberhalb von rund 300 Hz (der sogenannten Schröderfrequenz) gibt es keine akustischen Störungen, die durch Raummoden verursacht werden. Hier gehen die Moden in Form von Nachhall und Reflexionen ineinander über. Bei tiefen Frequenzen, wie sie von einem Subwoofer ausgestrahlt werden, kann es jedoch zu gravierenden Problemen kommen. Der Hörer nimmt diese akustischen Dissonanzen in Form von Dröhnen, mangelnder Präzision, unpassendem Timing und wellenhaftem Aufschaukeln wahr. Die Amplitude einer akustischen Mode hängt vom Hörraum und der Aufstellung der Komponenten ab. Daher unterscheidet sich die Stärke auftretender Raummoden. Genau hier greift das DBA ein - für die Realisierung werden mindestens zwei (so mehr Subwoofer, umso effektiver kann das DBA arbeiten, Nubert hat schon mit vier aktiven Bässen Aufstellungen präsentiert, die ein absolut überzeugendes Ergebnis boten) Subwoofer benötigt. Die Hällfte der Subwoofer wird an der gleichen Raumseite wie die beiden Front L/R-Lautsprecher und der Centerlautsprecher (falls vorhanden - ein DBA eignet sich auch für eine Stereoanlage) aufgestellt. Die anderen Subwoofer beziehen Stellung an der gegenüberliegenden Wand des Hörraums. Sie dient dort sozusagen als "aktives Auslöschungsteam" für die reflektierte Schallwelle. Wichtig - man braucht spezielle elektronische Voraussetzungen. Man muss die Verzögerung beider aktiven Subwoofer genau aufeinander abstimmen, um den gewünschten Auslöschungseffekt zu erhalten, daher kann man nicht einfach 2 aktive Subwoofer anschließen und loslegen - dann würden beide simultan mit identischen Werten arbeiten und zwar die Basskraft stärken, nicht aber die Raummoden bekämpfen. Daher hat Nubert in den AW-1300 die erforderliche Elektronik zur Delay-Einstellung bei einem zweiten, als "Slave" angeschlossenen aktiven Subwoofer gleich mit integriert, so dass für einen 2. aktiven Subwoofer bei einem kleinen DBA die Verzögerungszeit getrennt eingeben kann, was zur Folge hat, dass der 2. Subwoofer, auch wenn er selber über keine eingebaute Elektronik für solche Zwecke verfügt, zeitgenau eine Auslöschung der Raummode bewirken kann. 

Testequipment
Klang

Achtung, Konkurrenz - aufpassen! Mit dem Nubert nuLine AW-1300 ist nicht nur ein weiterer, ungemein potenter aktiver Subwoofer aus dem Hause Nubert entstanden, sondern ein Bass-Könner, dessen Kaufpreis in Anbetracht der herausragenden Fähigkeiten getrost als Highclass-Sonderangebot durchgehen kann. Selbst wenn man die ganzen, riesigen Möglichkeiten des DSP-Moduls gar nicht braucht, schon die schiere Leistungsfähigkeit beeindruckt. Im Single-Woofer-Betrieb setzt der AW-1300 einen Heimkinorraum von knapp 30 Quadratmeter unter solchen Bassdruck, dass unbedarfte Zeitgenossen es mit der Angst zu tun bekommen - in nüchterne Worte eingekleidet, liest sich dies folgendermaßen: Der AW-1300 setzt für seine Gehäusegröße Bestmarken im Tiefgang und dringt in subsonische Bassbereiche vor, die derartig kompakte Subs sonst gezielt meiden. Der AW-1300 vermeidet geschickt jedes Aufdicken, sondern liefert puren und satten Bass, ein Volumen, das im ursprünglichen Signal nicht enthalten ist, bekommt das Auditorium auch nicht serviert - das gefällt uns. Oftmals suggerieren aktive Subwoofer durch ein enormes Volumen, dass sie tief und raumfüllend spielen können - derartige Klimmzüge hat der neue nuLine-Subwoofer nicht nötig. Seine Fähigkeiten sind so beschaffen, dass er das auf dem Tonträger bzw. auf der Disc enthaltene Signal genauso wiedergeben kann, wie es gespeichert ist. Der eingebaute EQ verrichtet einen tollen Job und ermöglicht gleichermaßen eine enorme Impulstreue bei jeder Art von Bassignal und eine effektive Kompensation störender Raummoden. Wir würden einen manuellen EQ aufgrund seiner geschliffenen Arbeitsweise jeden Auto Room EQ vorziehen - auf das erste Hinhören arbeiten automatische Subwoofer Room EQ-Systeme zwar nicht schlecht, versagen aber gern bei der Impulstreue und sind mit kurzen, massiven Bassimpulsen zumindest partiell überfordert. Zudem wird der Subwoofer oftmals mehr "beschnitten" als es eigentlich nötig ist. Wenn man hingegen selber anpasst, kann man das Maß der "Beschneidung" so wie gewünscht festlegen. Auch, wenn sich der AW-1300 für das Einrichten eines DBA sehr gut eignet - schon im Einzelbetrieb begeistert er über alle Maßen, auch durch die extreme Pegelfestigkeit und die enorme Schnelligkeit selbst bei sehr kurzen Bassimpulsen, die sich lediglich im Hintergrund abspielen.

Mittels der aufwändigen DSP-Elektronik lässt sich auch unter suboptimalen Aufstellungsbedingungen ein klarer, satter und reiner Bass erzielen. Der nuLine AW-1300 verfügt über fünf individuell konfigurierbare Speicher, die aber bereits ab Werk mit sehr nützlichen und passenden Voreinstellungen belegt sind. Wer also nicht besonders gut mit der Materie vertraut ist und lieber keine Einstellungen "verschlimmbessern" möchte, fährt auch mit den Werksprogrammen schon sehr gut. Nutzt man z.B. das Memory Preset Nr. 1 "Surround", so ist nicht nur mit nuLine-Komponenten, sondern auch mit unserem nuVero Set, bestehend aus 2 x nuVero 14 für vorn, 1 x nuVero 7 als Center, 2 x nuVero 11 für Surround und 2 x nuVero 4 für Back Surround, eine überragende Zusammenarbeit möglich. Der nuLine AW-1300 gliedert sich vortrefflich zwischen die Frontlautsprecher ein - der Zuhörer bekommt den Eindruck eines absolut harmonischen Klangbilds und einer praktisch lückenlosen Front-Klangkulisse. Aufgrund seines sehr guten Tiefgangs kann der AW-1300 - man mag es kaum glauben - selbst für nuVero 14 Besitzer noch eine lockende Offerte sein. Die "Riesen-Lautsprecher" kokettieren zwar mit erstklassigem Tiefgang, dann aber braucht man auch einen Verstärker mit hohen Leistungsreserven, denn der tieffrequente Bereich fordert hohe Energiereserven an. Gerade im leistungsintensiven Filmtonbetrieb kann es da doch selbst bei kräftigen Verstärkern zu einer Überforderung kommen. Und genau hier greift der nuLine AW-1300 ein, seine leistungsfähige 440 Watt Digitalendstufe entlastet den AV-Receiver/AV-Verstärker und bietet "Power satt" im untersten Bereich des Frequenzspektrums. Es gibt eine Mensche filmischer Beispiele, die eindrucksvoll den exzellenten Tiefgang  und die sonstigen bass-Qualitäten des AW-1300 dokumentieren:

  • DVD, Star Wars Episode III, Dolby Digital 5.1 EX, Eröffnungssequenz, Sternzerstörer gleitet durch den Bildschirm mit anschließender Raumschlacht - das Fluggeräusch wird komplett und mit sattem Bass ohne Anschlagen der beiden Membranen wiedergegeben
  • Blu-ray, Stirb Langsam 4.0, gleich zu Beginn: Die Explosion des Hauses des Hackers wird mit Wucht und Struktur übertragen, auch subsonische Nuancen werden sicher erfasst.
  • Baraka, BD, DTS-HD Master Audio: Die gesamte BD erfreut durch enorme Klangqualität - und auch in kritischen Sequenzen (z.B. die berüchtigte "Vulkan-Szene") behält der AW-1300 die Kontrolle: Er geht bis in den Frequenzkeller hinunter und stellt Effekte dar, die andere aktive Subwoofer mit gleichen Gehäuseabmessungen schlichtweg ignorieren, da sie nicht mehr in den Übertragungsbereich fallen. 
  • Batman - The Dark Knight, Dolby TrueHD, ab Filmbeginn: Der subtile, tief nach unten reichende Basschlag gleich am Anfang wird präzise übertragen. Die Schießerei später in der Schalterhalle hat enormen Nachdruck, auch das tief nach unten reichende Geräusch bei den Schüssen aus der Pumpgun wird hervorragend übertragen. 

Auch im Kickbassbereich beweist der Nubert-Woofer bei "Back in Your Head" (Tiesto - BD "Elements of Life - Copenhagen", Disc 2) sein Können. Er liefert einen Kickbass, der genau auf den Punkt kommt und kein Nachschwingen kennt. Zugleich modelliert der AW-1300 die verschiedenen Bassgebilde hervorragend auseinander und  bietet nicht nur einen plumpen, monotonen Bass. Bei kultivierter Musik zeigt der nuLine-Bassist ebenfalls sein Ausnahme-Können. So z.B. bei "Melodramma" von Andrea Bocelli (BD "Vivere - Live in Tuscany, 1. Track, PCM 5.1), hier offeriert der Bassist ein räumlich echt wirkendes Fundament und ein enormes Integrationsvermögen. Bei korrekter Justage aller Parameter ist der AW-1300 nicht zu orten, nie schiebt er sich durch unpassende Überbetonung in den Vordergrund. Diese Eigenschaft wird auch bei Celine Dions Adaption des Jennifer Rush Hits "The Power of Love" (abgelegt auf der BD "A New day" in Dolby TrueHD 5.1) deutlich, der AW-1300 ist dezent genug, um keine unschönen akustischne Verschiebungen, die zu einem unnatürlichen Klangergebnis führen können, zu generieren, gleichzeitig aber hält der stets genug Kraft bereit, um alle tieffrequenten Herausforderungen zu meistern. 

Verglichen mit verschiedenen Konkurrenten schlägt sich der nuLine AW-1300 glänzend. Der Teufel M 9500 SW ist zwar noch pegelfester und setzt beim Thema Tiefgang absolute Bestmarken, ist aber deutlich größer und schwerer zu stellen. Auch kann der sehr solide verarbeitete M 9500 SW nicht die aufwändige DSP-Elektronik, die sehr flexible Einsatzmöglichkeiten eröffnet, des AW-1300 bieten. Der Klipsch Reference MK II SW-311 ist ein sehr harter Konkurrent, denn seine 1200 Watt freisetzende Endstufe meistert auch massive Pegelhürden mit Bravour. Zudem ist er sehr kompakt. Den enorm schnellen Antritt des nuLine AW-1300 kann er aber nicht bieten, die beiden relativ kleinen 22 cm Chassis des nuLine AW-1300 sind dem rund 25 cm messenden Chassis des Klipsch bei der Impulstreue leicht überlegen. DSP-Power satt offeriert auch der Klipsch, wenngleich er im Detail nicht diese Vielzahl an Justagemöglichkeiten inklusive des Prädikats "DBA-ready" des AW-1300 offeriert. Trotzdem kann man bilanzieren, dass beide aktiven Bässe als absolut erstklassig einzustufen sind, allerdings kostet der Klipsch SW-311 mit 1900 EUR (UVP) deutlich mehr. 

Fazit

Der Nubert nuLine AW-1300 ist ein modern ausgestatteter und extrem leistungsfähiger DSP-Subwoofer, dessen Einstellmöglichkeiten auch versierte Anwender begeistern. Er ist DBA-ready und eröffnet dem Heimkinio-Freak damit neue Bass-Horizonte. Durch die fünf Voreinstellungen, die bereits ab Wer programmiert sind, können auch weniger versierte Anwender sofort mit dem nuLine AW-1300 zurechtkommen. Mit herausragendem Tiefgang, untadeliger Präzision und erstklassiger Pegelfestigkeit bei gleichzeitig absolut vertretbaren Abmessungen kann man ohne Übertreibung sagen, dass das schwäbische DSP-Wunder zu den derzeit besten aktiven Subwoofers gehört, die überhaupt auf dem deutschen Markt erhältlich sind - und diese These wird vom Nubert-typisch günstigen Kaufpreis noch weiter untermauert. 

Kultiviertes und extrem kraftvolles DSP-Ass mit flexiblen Nutzungsmöglichkeiten - der nuLine AW-1300 setzt neue Maßstäbe in seiner Preisklasse

Aktive Subwoofer Oberklasse
Test 17. August 2011

+ Extrem pegelfest
+ Erstklassige DSP-Sektion eröffnet flexible Einsatzmöglichkeiten
+ Fünf Presets bereits ab Werk vorprogrammiert
+ Bequeme Steuerung aller Funktionen über Fernbedienung
+ Hohe Präzision und exzellenter Tiefgang
+ Überragende Verarbeitung
+ Sehr fairer Kaufpreis
+ Leichtes Verschieben bei Unterbringung auf Rollen

Test: Carsten Rampacher
Fotos und Video: Sven Wunderlich
Datum: 17.08.2011

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