Nuberts nuLine-Aktivsubwoofer werden seit Jahren von anspruchsvollen Stereo-
und Heimkino-Liebhabern sehr geschätzt - seit kurzem nun ist der neue Subwoofer nuLine AW-1300 von Nubert
erhältlich, der alle bisherigen, bereits ausgezeichneten Modelle nochmals in
den Schatten stellen möchte. Der aktive Subwoofer ist mit einer 440 Watt starken Endstufe ausgestattet, die 2 Longstroke Chassis in der Größe von 22 cm
versorgt. Die verbaute DSP-Elektronik kann eine vielfältige Klangoptimierung bewirken. Die Schleiflack-Gehäuse
sind in den Farben Schwarz, Weiß und Silber erhältlich, weiterhin kann
der AW-1300DSP aber auch in Kirsche und Buche Furnier geordert werden. Der nuLine AW-1300 DSP ist
zu einem Preis von 1185 € zu
haben - was Nuberts neuer Top-Subwoofer kann, lesen Sie im folgenden Test.
Verarbeitung außen
Hervorragende Einpassung des DSP-/Endstufen-/Anschlussmoduls
auf der Rückseite
Gerundete Kanten - sauber gelöst
Auf leichtgängigen Rollen lässt sich der AW-1300 einfach
bewegen
Rolle im Detail
Großer Magnet bei den 22 cm Basschassis
Akkurat verschraubte Chassis
Der 24 kg schwere Woofer verfügt über zwei 22 cm Basschassis
So kennen wir Nubert - mit exzellenter Verarbeitung außen,
zeitloser Optik und hochwertiger Materialqualität könnte der schnörkellose,
schlicht-schöne AW-1300 auch locker 2000 EUR und mehr kosten. Das
Gehäusefinish ist makellos, mit ansprechender Oberflächengüte (wahlweise
lieferbare Farben: Echtholzfurnier Buche, Kirsche oder Mehrschichtlack weiß,
silber, schwarz) und solide eingepassten Chassis. Das Rückseite
Anschlussterminal weist ebenfalls keine verarbeitungstechnischen Schwachstellen
auf. Das solide Lautsprecher-Schutzgitter aus Metall sieht hervorragend aus und
ist bestens verarbeitet. Sehr gut gefällt uns auch die mitgelieferte
Fernbedienung, die sich wohltuend von billigen IR-Gebern im Scheckkartenformat
unterschiedet. Die etwas klobige Form mag nicht jedermanns Geschmack genau
treffen, wir finden das Bauhaus-Design - eckig und ohne Schnörkel - aber
interessant, aus objektiver Sicht Pluspunkte bringt die solide Verschraubung auf
der Rückseite - diese Fernbedienung verzeiht auch mal eine etwas - lässigere -
Behandlung.
Verarbeitung innen:
"Rückgrat" des AW-1300 ist ein massives MDF-Gehäuse, das von
außen mit Echtholzfurnier beplankt und von innen mit soliden Verstrebungen
ausgestattet ist. Diese asymmetrisch angeordneten Innenverstrebungen sorgen für
eine wirkungsvolle Versteifung, was eine große mechanische Stabilität des
AW-1300 zur Folge hat. Die beiden Chassis mit großen Magneten und stabilen
Körben machen einen vertrauenserweckenden Eindruck. Die beiden 22 cm
Langhub-Einheiten schaffen je 35 mm maximale Auslenkung. Durch die Anordnung der
Chassis übereinander werden die vertikalen Resonanzen des Hörraums
abgeschwächt. Die Membranen bestehen aus Glasfaster-Waben-Struktur und
verfügen über eine zweite Zentrierspinne für eine kontrollierte Bewegung, was
eine reine, saubere und störeinflussfreie Basswiedergabe zur Folge hat. Die
aufwändige DSP-Einheit und die Endstufe sind mit hochwertigen Bauteilen
bestückt und punkten durch das akkurate Platinenlayout. Die Class D Endstufe
arbeitet digital und erzeugt daher praktisch keine Verlustwärme. Dadurch ist
ein effizienter Betrieb möglich, und überdies hinaus können keine Probleme
durch Überhitzung entstehen, was bei analogen Verstärkereinheiten gerade bei
heftigem Einsatz nach wie vor ein Thema ist. Was sehr schön ist und wir
durch Nachmessen auch bestätigen können: Der nuLine AW-1300
"schluckt" im Standby-Betrieb weniger als 1 Watt - um diese möglichst
gezielt zu aktivieren, gibt es einen recht sensibel und zuverlässig
funktionierenden Automatik-Modus.
Layout im Detail
Layout im Detail, Teil 2
Layout im Detail, Teil 3
Aufwändig konstruiertes Innenleben
Bauteile im Detail
Saubere Verarbeitung
Video-Überblick
DSP-Funktionen/Menü der Fernbedienung
Funktionen, die über die Fernbedienung steuerbar sind:
Standby-Taste
Speichertasten
Lautstärke
Tiefpass für Subwoofer
Polarität, Verzögerung
Hochpass für Satelliten
Hochpass für Subwoofer
Vollparametrischer 3-Band-Equalizer
Einstellungen für Slave-Ausgang
Eingangsempfindlichkeit
Automatische Standby-Schaltung (und deren Empfindlichkeit)
Softclipping-Schaltung
Nun möchten wir Ihnen einen genauen Überblick über die Fähigkeiten des
nuLine AW-1300 geben. Beim AW-1300 handelt es sich um einen aktiven Subwoofer
mit digitalem Signalprozessor. Dieses DSP ist NICHT dazu da, den Klang
künstlich zu verbiegen - dies wird mit dem Begriff "DSP" immer
assoziiert - sondern bewirkt genau das Gegenteil. Durch den eingebauten EQ
können durch entsprechende Einstellungen am aktiven Subwoofer störende, durch
den Hörraum hervorgerufene Einflüsse drastisch reduziert werden. Mittels der
mitgelieferten hochwertigen Fernbedienung kann die gesamte Konfiguration vom
Hörplatz aus erfolgen.
Komplette Konfiguration über die Fernbedienung
Guter Tastendruckpunkt
Das eingebaute DSM-500 DSP-Modul ermöglicht eine Vielzahl an
Konfigurationsmöglichkeiten - hier die Übersicht:
Level: Pegeleinstellung. Hier ist eine präzise Einstellung des
Subwooferpegels möglich, und zwar von -24 dB bis 0 dB.
Tiefpassfilter (als Tiefpass werden in der Elektronik bzw. Filtertechnik
solche Filter bezeichnet, die Signalanteile mit Frequenzen unterhalb ihrer
Grenzfrequenz praktisch ungeschwächt durchgehen lassen, Anteile mit
höheren Frequenzen werden jedoch abgeschwächt, es gibt unterschiedliche
Filter mit unterschiedlicher Art der Abschwächung), für den Satellitenübergang: Mit dem Tiefpass am oberen
Ende des Frequenzbereiches kann der AW-1300 an die verwendeten Lautsprecher
angepasst werden. Mit lp typ können 2 Betriebsarten angewählt werden. 1 x
24 dB/Oktave bedeutet ein steiler Tiefpass 4. Ordnung. 2 x 12 dB bedeutet
zwei separate, weniger steile Tiefpässe 2. Ordnung. Beide Typen dämpfen
den Hoch- und Mitteltonbereich gleichermaßen. Mit lp1 f und lp2 f werden
die Eckfrequenzen eingestellt. Der einstellbare Bereich reicht von 40 Hz bis
200 Hz - sehr variabel. Beim lp typ 1 x 24 dB/Oktave gibt es nur eine
verstellbare Eckfrequenz, aus diesem Grunde wird lp2 f im Menü
übersprungen. Wird lp1 f auf 200 Hz eingestellt, erreicht der AW-1300
seinen maximalen Übertragungsbereich. Diese Einstellung eignet sich laut
Nubert vor allem für Heimkinoanwendungen, bei denen der Subwoofer den
LFE-Kanal in seiner vollen Bandbreite wiedergibt. Der Low Frequeny Effect
Channel ist z.B. bei Dolby Digital für die separierte Übertragung der
niederfrequenten Effekte verwendet. Bei einem AVR mit komplettem
Bassmanagement muss keine Einstellung beim AW-1300 geändert werden, weil
hier die Trennung durch den AVR erfolgt. Dies dürfte heute in den meisten
Fällen gegeben sein, da selbst preiswerte AVRs ein ordentliches
Bassmanagement mit praxisgerechten Übernahmefrequenzen haben. VORSICHT bei
AVRs mit automatischer Lautsprechereinmessung - oft stimmen die von der
Automatik getroffenen Übernahmefrequenzen nicht! Hier ggfs. manuell
nachkorrigieren oder komplett manuell die LS-Einstellungen vornehmen. Für
andere Anwendungen wie z.B. bei einer weniger restriktiveren flacheren
Trennung lässt sich der Tiefpass in 2 Filter teilen: lp typ 2 x 12 dB/Okt.
Hierbei wird das eine Filter für den Übergang eingestellt und das andere
unterdrückt in Kombination mit dem ersten den Mittel- und Hochtonbereich (lp
1 f = 200 Hz).
Polarität (polarity im Menü der FB): Die Polarität des Subwoofers kann
zwischen normal (+) und invertiert (-) umgestellt werden. Je nach der
verwendeten Lautsprecher-Konfiguration ist es notwendig, das Signal zu
invertieren, damit Subwoofer und Lautsprecher im Gleichtakt arbeiten und
sich die verbreiteten Schallwellen nicht gegenseitig auslöschen - ein
berüchtigtes Phänomen. Im Falle eines Double Bass Array (DBA)
sollten die hinteren Subwoofer ein verzögertes und in Bezug auf die
vorderen Subwoofer invertiertes Signal bekommen.
Delay - Verzögerung: Die Einstellung der Verzögerung wird in Metern
vorgenommen, so wie wir es auch von modernen AV-Receivern kennen. Sowohl
für den Subwoofer als auch für den Slave Out 2 kann eine Verzögerung bis
maximal 13 Meter eingestellt werden. Das Verzögern des Slave Out 2 ist
besonders bei einem DBA wichtig. Dieses Array stellt die wahrscheinlich wirkungsvollste Methode zur
Unterdrückung von Raumresonanzen dar. Es funktioniert durch die
Verzögerung der Basswiedergabe der hinteren Subwoofer – sie warten, bis die von vorne abgestrahlte Wellenfront hinten ankommt
und löschen dann durch eine invertierte Schallabstrahlung diese Welle aus. Dadurch können sich Raumresonanzen gar nicht erst
aufbauen. Die Verzögerung der hinteren Subwoofer wird entsprechend der Raumlänge (in Metern) eingestellt.
Nachteil - nicht jeder Anwender hat die finanziellen Möglichkeiten und die
räumlichen Optionen, ein DBA aufzubauen. Daher möchten wir hervorheben,
dass der AW-1300 durch seine Einstellmöglichkeiten auch schon im
Single-Subwoofer-Betrieb sehr überzeugend zur Bekämpfung störender
Raumeinflüsse beiträgt - mehr dazu auch im Abschnitt über den eingebauten
parametrischen Equalizer.
Hochpassfilter (sat hp) für den Satellitenausgang: Der AW-1300 hat einen
variablen Hochpassfilter für den Line Out, mit dem die untere Grenzfrequenz
der Hauptlautsprecher eingestellt wird und die LS von der Aufgabe, den
Tiefbassbereich wiederzugeben, entlastet werden. Dazu muss der Subwoofer
zwischen die Vor- und Endstufe des Verstärkers eingeschleift oder eine
Vor-/Endstufenkombination eingesetzt werden. Der Hochpassfilter ist 2.
Ordnung (12 dB/Oktave) und von 40 bis 150 Hz einstellbar.
Hochpassfilter und Kompensation des Druckkammereffekts (hp typ/hp1 f, hp2
f): Mit dem Hochpass am unteren Frequenzbereichsende kann der AW-1300 an den
Raum angepasst und im Tiefgang begrenzt werden. Es gibt 2
Betriebsarten, 1 x 24 dB ist ein steiler Hochpass 4.Ordnung, 2 x 12 dB
entsprechen zwei separaten, weniger steilen Hochpässen 2. Ordnung. Mit hp1
f und hp2 f werden die Eckfrequenzen eingestellt. Der justierbare Bereich
liegt bei 15 bis 50 Hz. Beim hp typ 1 x 24 dB/Oktave gibt es nur eine
verstellbare Eckfrequenz, daher wird hp 2 f im Menü übersprungen. Wird hp1
f auf 15 Hz justiert, wird der maximale lineare Tiefgang geboten. Durch den
Druckkammereffekt steigt der Pegel zu tiefen Frequenzen hin an, das ist
besonders in kleineren Hörräumen der Fall und kann zu unschönem
akustischen "Aufschaukeln" und unnatürlicher Pegeldarstellung
führen. Genau um dies zu bekämpfen, lässt sich der Hochpass in zwei
Filter teilen, hp typ 2 x 12 dB/Oktave. Dabei wird das eine Filter auf die
tiefste Raumresonanz eingestellt und das 2. Filter dient in Kombination als
Rumpelfilter (15 Hz). Die Frequenz f der tiefsten Raumresonanz hängt von
der Länge l des Raumes ab - aus dieser Tabelle kann ein möglichst naher
Wert entnommen werden:
l(m)
3,4
3,7
4,0
4,3
4,6
5,0
5,5
6,0
6,5
7,0
8,0
9,0
10,0
11,4
f(hz)
50
46
43
40
37
34
31
29
26
24
21
19
17
15
Genauer, aber auch aufwändiger, lässt sich die Frequenz der ersten
Raummode nach der Formel berechnen: f = Schallgeschwindigkeit (343 m/s)
geteilt durch die doppelte Raumlänge. Beispiel, Raumlänge sind 5 Meter,
dann ist f = 343 Meter/S geteilt durch 2 x 5 Meter, was in etwa einen Wert
von 34 Hz ergibt.
EQ-Menü - mehr dazu unten
Slave Out 2 - gleiche Einstellmöglichkeiten wie bisher beim Menü Subwoofer - wirkt aber nur auf den slave 2 Ausgang
Main Settings: Hier können der Eingangspegel (slow, mid, high),
automatische Standby-Schaltung und Empfindlichkeit der automatischen
Standby-Schaltung eingestellt werden.
Zum EQ
Beim AW-1300 stehen drei separate parametrische EQs zur Verfügung. Zunächst
stellt sich die Frage: Was kann ich mit einem parametrischen EQ anfangen? Meist werden paramterische EQs in Subwoofern dazu eingesetzt, um gegen störendes Bass-Dröhnen anzukämpfen. Bass-Dröhnen entsteht bei sogenannten Raummoden. Dahinter verbergen sich dahinter sogenannte "stehende Wellen", die beim Erreichen der Eigenresonanzfrequenzen des jeweiligen Hörraums auftreten. Die Eigenfrequenzen sind abhängig von der Größe des Hörraums beziehungsweise mit dem Abstand der Wände zueinander: Es kommt bei derjenigen Frequenz, deren Wellenlänge doppelt so groß ist wie der Abstand der parallelen Wände zueinander, zur Entstehung einer stehenden Welle, d.h., die entstehende Schallwelle wird zwischen den beiden Hörraumwänden mehrfach reflektiert - man kann bereits erahnen, was dies akustisch bedeutet: Der entstehende Ton ist im Vergleich zum akustischen Rest zu laut und lang und sorgt somit für klangliche Disharmonie - technisch ausgedrückt kommt es, wenn ein Basslautsprecher mit tief nach unten reichendem Frequenzgang den Raum zu Eigenschwingungen anregt, zu starken Überhöhungen ("Peaks") im Frequenzgang. Die erste stehende Welle, aus der sich die weiteren stehenden Wellen rechnerisch ableiten lassen, wird auch "Grundmode" genannt. Weitere stehende Wellen entstehen dann bei ganzzahligen Vielfachen der Grundmode. Üblich sind solche Überhöhungen im Frequenzgang besonders in großen Räumen und/oder in Fällen, in denen der aktive Subwoofer weit von der Hörposition entfernt aufgestellt ist.
Zu den EQs:
Mit der Einstellung nr wird der betreffende EQ ausgewählt, auf den sich
die getroffenen Einstellungen beziehen sollen. Hier die Merkmale der
einzelnen EQs: Nr 1, f (Hz) 15 bis 200, q (Güte) von 0 bis 5, l (Level) von
-12 bis +6. Die beiden anderen EQs weisen die selben Einstellmöglichkeiten
auf, mit einem Unterschied, bei Nr. 2 und Nr. 3 ist der Level (dB) von -12
bis 0 einstellbar. Die Frequenz f legt die Mitte der Kurve fest und die
Güte q bestimmt die Breite, umso höher der Wert, umso schmaler wird die
Kurve. Mit dem Level l stellt man die Dämpfung bzw. die Verstärkung bei
der Frequenz f ein.
Zu den fünf Memorytasten auf der Fernbedienung
Der AW-1300 bietet den Luxus von fünf vollkommen voneinander getrennten
Speicherplätzen, die bequem von der Fernbedienung aus aufgerufen werden
können. Bei Auslieferung sind diese Presets nicht "leer", sondern
bereits mit Werks-Voreinstellungen hinterlegt. Dadurch wird eine unkomplizierte
Inbetriebnahme erreicht.
Hier die Übersicht zu den Presets ab Werk:
Memory
1
2
3
4
5
Typ
Surround
Standbox
Kompaktbox
kleine
Kompaktbox
Wand-
Laut-
Sprecher
nuLine Modell-
beispiele
alle Modelle
82/102/122
32
DS-22
WS-12
Beim Einschalten des Woofers wird die zuletzt verwendete Einstellung
aufgerufen. Auf dem Display der Fernbedienung wird angezeigt, in welchem
Memory-Speicherplatz diese abgelegt ist. Wird vom Anwender ein Parameter
geändert, gelangt die neue Information umgehend in den Speicher des jeweiligen
Presets. Der Anwender kann so verschiedene Konfigurationen je nach Einsatzzweck
erstellen, so z.B. für Stereo, Surround Film und Surround Musik. Damit passt
dann die Charakteristik des AW-1300 optimal zum Geschmack des Hörers und zum
jeweiligen Quellmaterial. Wer ein Reset durchführen möchte, drückt während
der normalen Anzeige die "Zurück" Taste X einmal und im Anschluss die
Pfeiltaste "links" für drei Sekunden.
Zum Double Bass Array
Theoretisch ist ein Double Bass Array eine bestimmte räumliche Art der
Anordnung mehrerer Subwoofer in einem quaderförmigen Hörraum. Der Aufbau dient
nicht dem Zweck, mit mehreren Subwoofern einen erhöhten Bassdruck zu erzeugen,
sondern hat die Aufgabe, Resonanzen, die durch sogenannte stehende Wellen
auftreten können, zu verhindern. Was sind stehende Wellen? Eine stehende Welle
kommt zustande, wenn sich zwei gegenläufig fortschreitende Wellen gleicher Frequenz und gleicher
Amplitude überlagern. Man spricht in der Akustik auch von
"Raummoden". Die Wellen können aus zwei verschiedenen Erregern stammen oder durch Reflexion einer Welle an einem Hindernis
entstehen - so ist es auch bei Heimkino-Anwendungen. Oberhalb von rund 300 Hz
(der sogenannten Schröderfrequenz) gibt es keine akustischen Störungen, die
durch Raummoden verursacht werden. Hier gehen die Moden in Form von Nachhall und
Reflexionen ineinander über. Bei tiefen Frequenzen, wie sie von einem Subwoofer
ausgestrahlt werden, kann es jedoch zu gravierenden Problemen kommen. Der Hörer
nimmt diese akustischen Dissonanzen in Form von Dröhnen, mangelnder Präzision,
unpassendem Timing und wellenhaftem Aufschaukeln wahr. Die Amplitude einer
akustischen Mode hängt vom Hörraum und der Aufstellung der Komponenten ab.
Daher unterscheidet sich die Stärke auftretender Raummoden. Genau hier greift
das DBA ein - für die Realisierung werden mindestens zwei (so mehr Subwoofer,
umso effektiver kann das DBA arbeiten, Nubert hat schon mit vier aktiven Bässen
Aufstellungen präsentiert, die ein absolut überzeugendes Ergebnis boten)
Subwoofer benötigt. Die Hällfte der Subwoofer wird an der gleichen Raumseite
wie die beiden Front L/R-Lautsprecher und der Centerlautsprecher (falls
vorhanden - ein DBA eignet sich auch für eine Stereoanlage) aufgestellt. Die
anderen Subwoofer beziehen Stellung an der gegenüberliegenden Wand des
Hörraums. Sie dient dort sozusagen als "aktives Auslöschungsteam"
für die reflektierte Schallwelle. Wichtig - man braucht spezielle elektronische
Voraussetzungen. Man muss die Verzögerung beider aktiven Subwoofer genau
aufeinander abstimmen, um den gewünschten Auslöschungseffekt zu erhalten,
daher kann man nicht einfach 2 aktive Subwoofer anschließen und loslegen - dann
würden beide simultan mit identischen Werten arbeiten und zwar die Basskraft
stärken, nicht aber die Raummoden bekämpfen. Daher hat Nubert in den AW-1300
die erforderliche Elektronik zur Delay-Einstellung bei einem zweiten, als "Slave"
angeschlossenen aktiven Subwoofer gleich mit integriert, so dass für einen 2.
aktiven Subwoofer bei einem kleinen DBA die Verzögerungszeit getrennt eingeben
kann, was zur Folge hat, dass der 2. Subwoofer, auch wenn er selber über keine
eingebaute Elektronik für solche Zwecke verfügt, zeitgenau eine Auslöschung
der Raummode bewirken kann.
Achtung, Konkurrenz - aufpassen! Mit dem Nubert nuLine AW-1300 ist nicht nur
ein weiterer, ungemein potenter aktiver Subwoofer aus dem Hause Nubert
entstanden, sondern ein Bass-Könner, dessen Kaufpreis in Anbetracht der
herausragenden Fähigkeiten getrost als Highclass-Sonderangebot durchgehen kann.
Selbst wenn man die ganzen, riesigen Möglichkeiten des DSP-Moduls gar nicht
braucht, schon die schiere Leistungsfähigkeit beeindruckt. Im
Single-Woofer-Betrieb setzt der AW-1300 einen Heimkinorraum von knapp 30
Quadratmeter unter solchen Bassdruck, dass unbedarfte Zeitgenossen es mit der
Angst zu tun bekommen - in nüchterne Worte eingekleidet, liest sich dies
folgendermaßen: Der AW-1300 setzt für seine Gehäusegröße Bestmarken im
Tiefgang und dringt in subsonische Bassbereiche vor, die derartig kompakte Subs
sonst gezielt meiden. Der AW-1300 vermeidet geschickt jedes Aufdicken, sondern
liefert puren und satten Bass, ein Volumen, das im ursprünglichen Signal nicht
enthalten ist, bekommt das Auditorium auch nicht serviert - das gefällt uns.
Oftmals suggerieren aktive Subwoofer durch ein enormes Volumen, dass sie tief
und raumfüllend spielen können - derartige Klimmzüge hat der neue
nuLine-Subwoofer nicht nötig. Seine Fähigkeiten sind so beschaffen, dass er
das auf dem Tonträger bzw. auf der Disc enthaltene Signal genauso wiedergeben
kann, wie es gespeichert ist. Der eingebaute EQ verrichtet einen tollen Job und
ermöglicht gleichermaßen eine enorme Impulstreue bei jeder Art von Bassignal
und eine effektive Kompensation störender Raummoden. Wir würden einen
manuellen EQ aufgrund seiner geschliffenen Arbeitsweise jeden Auto Room EQ
vorziehen - auf das erste Hinhören arbeiten automatische Subwoofer Room
EQ-Systeme zwar nicht schlecht, versagen aber gern bei der Impulstreue und sind
mit kurzen, massiven Bassimpulsen zumindest partiell überfordert. Zudem wird
der Subwoofer oftmals mehr "beschnitten" als es eigentlich nötig ist.
Wenn man hingegen selber anpasst, kann man das Maß der "Beschneidung"
so wie gewünscht festlegen. Auch, wenn sich der AW-1300 für das Einrichten
eines DBA sehr gut eignet - schon im Einzelbetrieb begeistert er über alle
Maßen, auch durch die extreme Pegelfestigkeit und die enorme Schnelligkeit
selbst bei sehr kurzen Bassimpulsen, die sich lediglich im Hintergrund
abspielen.
Mittels der aufwändigen DSP-Elektronik lässt sich auch unter suboptimalen
Aufstellungsbedingungen ein klarer, satter und reiner Bass erzielen. Der nuLine
AW-1300 verfügt über fünf individuell konfigurierbare Speicher, die aber
bereits ab Werk mit sehr nützlichen und passenden Voreinstellungen belegt sind.
Wer also nicht besonders gut mit der Materie vertraut ist und lieber keine
Einstellungen "verschlimmbessern" möchte, fährt auch mit den
Werksprogrammen schon sehr gut. Nutzt man z.B. das Memory Preset Nr. 1 "Surround",
so ist nicht nur mit nuLine-Komponenten, sondern auch mit unserem nuVero Set, bestehend
aus 2 x nuVero 14 für vorn, 1 x nuVero 7 als Center, 2 x nuVero 11 für
Surround und 2 x nuVero 4 für Back Surround, eine überragende
Zusammenarbeit möglich. Der nuLine AW-1300 gliedert sich vortrefflich zwischen
die Frontlautsprecher ein - der Zuhörer bekommt den Eindruck eines absolut
harmonischen Klangbilds und einer praktisch lückenlosen Front-Klangkulisse.
Aufgrund seines sehr guten Tiefgangs kann der AW-1300 - man mag es kaum glauben
- selbst für nuVero 14 Besitzer noch eine lockende Offerte sein. Die
"Riesen-Lautsprecher" kokettieren zwar mit erstklassigem Tiefgang,
dann aber braucht man auch einen Verstärker mit hohen Leistungsreserven, denn
der tieffrequente Bereich fordert hohe Energiereserven an. Gerade im
leistungsintensiven Filmtonbetrieb kann es da doch selbst bei kräftigen
Verstärkern zu einer Überforderung kommen. Und genau hier greift der nuLine
AW-1300 ein, seine leistungsfähige 440 Watt Digitalendstufe entlastet den
AV-Receiver/AV-Verstärker und bietet "Power satt" im untersten
Bereich des Frequenzspektrums. Es gibt eine Mensche filmischer Beispiele, die
eindrucksvoll den exzellenten Tiefgang und die sonstigen bass-Qualitäten
des AW-1300 dokumentieren:
DVD, Star Wars Episode III, Dolby Digital 5.1 EX, Eröffnungssequenz,
Sternzerstörer gleitet durch den Bildschirm mit anschließender
Raumschlacht - das Fluggeräusch wird komplett und mit sattem Bass ohne
Anschlagen der beiden Membranen wiedergegeben
Blu-ray, Stirb Langsam 4.0, gleich zu Beginn: Die Explosion des Hauses des
Hackers wird mit Wucht und Struktur übertragen, auch subsonische Nuancen
werden sicher erfasst.
Baraka, BD, DTS-HD Master Audio: Die gesamte BD erfreut durch enorme
Klangqualität - und auch in kritischen Sequenzen (z.B. die berüchtigte
"Vulkan-Szene") behält der AW-1300 die Kontrolle: Er geht bis in
den Frequenzkeller hinunter und stellt Effekte dar, die andere aktive
Subwoofer mit gleichen Gehäuseabmessungen schlichtweg ignorieren, da sie
nicht mehr in den Übertragungsbereich fallen.
Batman - The Dark Knight, Dolby TrueHD, ab Filmbeginn: Der subtile, tief
nach unten reichende Basschlag gleich am Anfang wird präzise übertragen.
Die Schießerei später in der Schalterhalle hat enormen Nachdruck, auch das
tief nach unten reichende Geräusch bei den Schüssen aus der Pumpgun wird
hervorragend übertragen.
Auch im Kickbassbereich beweist der Nubert-Woofer bei "Back in Your Head"
(Tiesto - BD "Elements of Life - Copenhagen", Disc 2) sein Können. Er
liefert einen Kickbass, der genau auf den Punkt kommt und kein Nachschwingen
kennt. Zugleich modelliert der AW-1300 die verschiedenen Bassgebilde
hervorragend auseinander und bietet nicht nur einen plumpen, monotonen
Bass. Bei kultivierter Musik zeigt der nuLine-Bassist ebenfalls sein
Ausnahme-Können. So z.B. bei "Melodramma" von Andrea Bocelli (BD
"Vivere - Live in Tuscany, 1. Track, PCM 5.1), hier offeriert der Bassist
ein räumlich echt wirkendes Fundament und ein enormes Integrationsvermögen.
Bei korrekter Justage aller Parameter ist der AW-1300 nicht zu orten, nie
schiebt er sich durch unpassende Überbetonung in den Vordergrund. Diese
Eigenschaft wird auch bei Celine Dions Adaption des Jennifer Rush Hits "The
Power of Love" (abgelegt auf der BD "A New day" in Dolby TrueHD
5.1) deutlich, der AW-1300 ist dezent genug, um keine unschönen akustischne
Verschiebungen, die zu einem unnatürlichen Klangergebnis führen können, zu
generieren, gleichzeitig aber hält der stets genug Kraft bereit, um alle
tieffrequenten Herausforderungen zu meistern.
Verglichen mit verschiedenen Konkurrenten schlägt sich der nuLine AW-1300
glänzend. Der Teufel M 9500 SW ist
zwar noch pegelfester und setzt beim Thema Tiefgang absolute Bestmarken, ist
aber deutlich größer und schwerer zu stellen. Auch kann der sehr solide
verarbeitete M 9500 SW nicht die aufwändige DSP-Elektronik, die sehr flexible
Einsatzmöglichkeiten eröffnet, des AW-1300 bieten. Der Klipsch Reference MK II
SW-311 ist ein sehr harter Konkurrent, denn seine 1200 Watt freisetzende
Endstufe meistert auch massive Pegelhürden mit Bravour. Zudem ist er sehr
kompakt. Den enorm schnellen Antritt des nuLine AW-1300 kann er aber nicht
bieten, die beiden relativ kleinen 22 cm Chassis des nuLine AW-1300 sind dem
rund 25 cm messenden Chassis des Klipsch bei der Impulstreue leicht überlegen.
DSP-Power satt offeriert auch der Klipsch, wenngleich er im Detail nicht diese
Vielzahl an Justagemöglichkeiten inklusive des Prädikats "DBA-ready"
des AW-1300 offeriert. Trotzdem kann man bilanzieren, dass beide aktiven Bässe
als absolut erstklassig einzustufen sind, allerdings kostet der Klipsch SW-311
mit 1900 EUR (UVP) deutlich mehr.
Fazit
Der Nubert nuLine AW-1300 ist ein modern ausgestatteter und extrem
leistungsfähiger DSP-Subwoofer, dessen Einstellmöglichkeiten auch versierte
Anwender begeistern. Er ist DBA-ready und eröffnet dem Heimkinio-Freak damit
neue Bass-Horizonte. Durch die fünf Voreinstellungen, die bereits ab Wer
programmiert sind, können auch weniger versierte Anwender sofort mit dem nuLine
AW-1300 zurechtkommen. Mit herausragendem Tiefgang, untadeliger Präzision und
erstklassiger Pegelfestigkeit bei gleichzeitig absolut vertretbaren Abmessungen
kann man ohne Übertreibung sagen, dass das schwäbische DSP-Wunder zu den
derzeit besten aktiven Subwoofers gehört, die überhaupt auf dem deutschen
Markt erhältlich sind - und diese These wird vom Nubert-typisch günstigen
Kaufpreis noch weiter untermauert.
Kultiviertes und extrem kraftvolles DSP-Ass mit flexiblen
Nutzungsmöglichkeiten - der nuLine AW-1300 setzt neue Maßstäbe in seiner
Preisklasse
Aktive Subwoofer Oberklasse
Test 17. August 2011
+ Extrem pegelfest
+ Erstklassige DSP-Sektion eröffnet flexible Einsatzmöglichkeiten
+ Fünf Presets bereits ab Werk vorprogrammiert
+ Bequeme Steuerung aller Funktionen über Fernbedienung
+ Hohe Präzision und exzellenter Tiefgang
+ Überragende Verarbeitung
+ Sehr fairer Kaufpreis
+ Leichtes Verschieben bei Unterbringung auf Rollen
Test: Carsten Rampacher
Fotos und Video: Sven Wunderlich
Datum: 17.08.2011