TEST: Bluetooth
Stereo-Empfänger BeeWii BBR100
23.02.2011 Autor: Karsten Serck

Das Gerät
Der BeeWii BBR100 ist ein Bluetooth-Stereo-Empfänger mit Unterstützung des
A2DP-Protokolls. Für etwas weniger als 30 EUR ermöglicht das kompakte Gerät die
drahtlose Verbindung von Bluetooth-Audioquellen mit der heimischen Stereo-Anlage um z.B.
den Sound des Notebooks im Wohnzimmer oder von einem Handy zu übertragen.
Die gesamte Elektronik ist in einem kompakten Stecker integriert, der sich
direkt an die Steckdose anschließen lässt - auf ein externes Netzteil ist man
daher zum Glück nicht angewiesen. Der Stecker passt auch in die Dosen auf der
Rückseite der meisten AV-Receiver und lässt sich über diese automatisch mit
ein- und ausschalten.
Am Stecker befindet sich ein 3,5
mm-Klinkensteckerausgang, über den sich der Adapter mit der Stereo-Anlage
verbinden lässt. Ein Cinch-Adapter wird ebenfalls mitgeliefert. Außerdem ist in dem Stecker auch noch eine USB-Buchse integriert mit der sich z.B. andere
Geräte aufladen lassen. Das klappt auch mit älteren iPods oder einem iPhone
3G, die neuere Apple-Generation (iPad) lässt sich hingegen nicht laden.
Installation
Das Gerät ist innerhalb einer halben Minute konfiguriert. Der
Vorteil der Bluetooth-Verbindung ist die schnelle Verbindung zwischen den
Endgeräten ohne dass hierzu spezielle Treiber oder Software für das Gerät installiert werden
müssen. Zur
Bluetooth-Kopplung zwischen Adapter und Audio-Quelle wird der Code
"0000" verwendet, der bei einigen Audio-Geräten voreingestellt ist und in
diesem Fall nach der Auswahl des Gerätes eine Verbindung ganz ohne weitere
Bestätigung ermöglicht. Es können auch mehrere Geräte mit dem Adapter verbunden werden. Die
Tonübertragung ist aber immer nur über ein Gerät möglich. Während einige
Bluetooth-Geräte die Verbindung auch nur dann aktiveren wenn ein Signal
übertragen werden soll, blockieren andere die Verbindung unabhängig davon.
Selbst wenn die Übertragung der Musikwiedergabe (äußerst selten) unterbrochen wird, kommt es nur
zu ganz kurzen Aussetzern ohne laute Störgeräusche. Auch die Verzögerung
durch die Funkübertragung ist nur minimal.
Bluetooth-Reichweite
Die Reichweite soll laut Hersteller rund 10 m betragen und in der Praxis
gelang der Empfang sogar teilweise auch durch Wohnungswände hindurch. Das
ermöglicht es theoretisch auch dem Nachbarn, sich ungefragt mit dem BeeWi zu
verbinden. Außer der Möglichkeit zu einer kleinen
ungebetenen DJ-Session kann dabei aber dem Nutzer des BeeWii-Empfängers
ansonsten nicht viel passieren und solange das Gerät zur Audioübertragung
genutzt wird, können ohnehin keine neuen Geräte gekoppelt werden.
Klang
Die Klangqualität des BeeWii-Adapters ist auf gutem bis sehr gutem Niveau.
Trotz komprimierter Blueetooth-Übertragung bietet die Verbindung bei gängigen
Musikquellen eine erstaunlich gute Qualität. Die Dynamik und die Brillanz im Hochtonbereich werden zwar
nicht unbedingt High End-Ansprüchen gerecht, doch insgesamt bietet das Gerät
bei typischer Pop, Rock- oder Dance-Musik einen ausreichend satten und klaren
Sound der keine wirklichen Mängel erkennen lässt und in leisen Passagen auch
nicht von Rauschen begleitet wird. Selbst mit Dolby Pro
Logic-Wiedergabe von Stereoquellen lassen sich praktisch keine Audio-Artefakte
oder klangliche Verfärbungen heraushören. Nur beim Auf- und Abbau
der Audio-Übertragung ist kurz ein weiches Rumpeln zu hören, welches an das
Geräusch beim Auflegen einer Plattenspieler-Nadel erinnert, aber auch nicht
übermäßig laut ist.
Die Qualität der Audio-Übertragung kann abhängig von der
Bluetooth-Audioquelle auch
deutlich schlechter ausfallen, da für A2DP das recht ineffiziente
SBC-Komprimierungsverfahren eingesetzt wird welches für eine brauchbare
Audioqualität hohe Bitraten benötigt. Die Parameter werden allerdings durch die Audioquelle
definiert und lassen sich nur selten anpassen.
BeeWii am Mac
Insbesondere Mac-Nutzer sind vielfach mit dem Sound von
Bluetooth-Audio-Geräten nicht zufrieden. Das hat aber weniger mit Bluetooth
selbst zu tun als der Implementierung von A2DP durch Apple obwohl man es hier im
Unterschied zur PC-Welt mit weitgehend einheitlicher Hardware zu tun hat. Wer den BeeWii-Receiver mit einem Apple Mac-Rechner nutzten will und mit dem anfangs
etwas blassen Klang nicht zufrieden ist, kann die Komprimierungs-Parameter der
Bluetooth-Übertragung optimieren.
Dazu sollte bei deaktivierter Bluetooth-Verbindung das Terminal-Programm
(Dienstprogramme > Terminal) geöffnet werden. Anschließend wird folgender
Eintrag kopiert und an der Eingabemaske eingefügt (CMD+V):
defaults write com.apple.BluetoothAudioAgent "Apple Bitpool Max (editable)" 80
defaults write com.apple.BluetoothAudioAgent "Apple Bitpool Min (editable)" 48
defaults write com.apple.BluetoothAudioAgent "Apple Initial Bitpool (editable)" 40
defaults write com.apple.BluetoothAudioAgent "Negotiated Bitpool" 58
defaults write com.apple.BluetoothAudioAgent "Negotiated Bitpool Max" 58
defaults write com.apple.BluetoothAudioAgent "Negotiated Bitpool Min" 48
Anschließend die Eingabe des kompletten Absatzes mit ENTER bestätigen.
Durch die folgende Eingabe kann überprüft werden ob die Parameter korrekt
übernommen wurden:
defaults read com.apple.BluetoothAudioAgent
Anschließend kann der BeeWi-Empfänger als Audiogerät aktiviert werden.
Falls es nicht auf Anhieb geklappt hat sollte ein Neustart weiterhelfen.
Auch unter Windows 7 mussten wir in einigen Konfigurationen eine schlechtere Klangqualität feststellen. Eine Lösung für die Anpassung der Parameter ist hier allerdings noch nicht bekannt.
Fazit

Der BeeWii-Bluetooth-Receiver ist eine sinnvolle Ergänzung für jede
Stereo-Anlage. Für relativ wenig Geld bekommt man mit dem Gerät eine einfach
handhabbare Möglichkeit, Musik vom Rechner oder anderen Bluetooth
Audio-Geräten in guter Qualität drahtlos zu übertragen. Der Verzicht auf ein
externes Netzteil und die zusätzliche Integration eines USB-Anschlusses zeigen,
dass der Hersteller bei der Konzeption des Geräts wirklich die
Praxistauglichkeit besonders berücksichtigt hat. Das leichte Rumpeln beim Stop
der Audio-Wiedergabe ist zwar nicht übermäßig laut, könnte durch ein
integriertes Auto-Fading aber auch komplett beseitigt werden.
Pro
- Hohe Klangqualität
- Kompaktes Steckerformat ohne zusätzliches Netzteil
- Für Bluetooth-Verhältnisse hohe Reichweite
- Integrierter USB-Anschluss
Contra
- Leichtes Rumpeln bei Beendigung der Wiedergabe
- Neueste Apple-Generation (iPad) nicht am USB-Anschluss aufladbar
Karsten Serck 23.02.2011
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|