XXL-TEST: AV-Receiver Yamaha RX-V2065 - DSP-Ass und Multimedia-Könner?

13. Januar 2010 (cr)

Schicke Erscheinung

Yamaha baut seit langer Zeit schon leistungsfähige AV-Receiver und -Verstärker

Fernbedienung

Gutes Anschlussangebot

Einführung

Für 1099 EUR (UVP) bietet Yamaha den 7.1 AV-Receiver RX-V2065 an, der über eine 7 x 180 Watt starke Endstufe und alle aktuellen Decoder verfügt. Durch den "Ultra Low Jitter PLL Schaltkreis" für die HDMI-Eingänge und die konventionellen Digitaleingänge werden unschöne akustische Einflüsse, die durch Jitter - Zeitlauffehler im Signal - entstehen, eliminiert, was für eine impulstreue, dynamische Wiedergabe sorgt. Für alle Kanäle setzt Yamaha auf Burr Brown 192 kHz/24-Bit D/A-Wandler. Eine intelligente Schaltung macht es einfach, die für den Surround Back-Betrieb vorgesehenen Endstufen für Zone 2 oder für Front Bi-Amping zu konfigurieren. Natürlich ist Yamahas automatisches Lautsprecher-Setup mit Room EQ-Funktion, YPAO, mit an Bord. Gleich 17 DSP-Programme möchten die Yamaha-Tradition fortführen, besonders hoch entwickelte Programme für Entertainment, Musik und Film zu offerieren. Im Gegensatz zu den kleineren Modellen, die den Einsatz der DSPs nur in den klassischen Heimkinotonformaten wie DTS 5.1 oder Dolby Digital 5.1 ermöglichen, kann man beim 2065 die DSPs teilweise auch für die aktuellen HD-Tonformate nutzen. Für stark komprimierte Dateiformate steht der Yamaha Compressed Music Enhancer bereit, um die Klangqualität nachhaltig zu steigern. Optional kann der Käufer das iPod-Dock YDS-11 erwerben. 

Hochwertige digitale DSP-Programme

"Scene" Tasten für die Aktivierung von Makrofunktionen mit Tasten auf der Fernbedienung....

...und direkt am Gerät

Während eingehende HDMI-Signale videoseitig durchgeschliffen und nicht weiter bearbeitet werden, steht für analog eingehende Videosignale ein Upscaling bis auf 1080p mit anschließender Signalausgabe über den HDMI-Ausgang zur Disposition. Auch multimedial möchte sich der RX-V2065 gut aufstellen. Daher gibt Yamaha ihm eine Netzwerkbuchse mit auf den Weg zum Kunden - so kann man bequem Internet Radio hören oder Musik vom PC, Home Server oder NAS-Laufwerk streamen. Wie viele moderne netzwerkfähige Komponenten trägt der Yamaha das DLNA-Zertifikat. Ebenfalls vorhanden - auch dies erhöht die multimediale Flexibilität - ist ein USB-Anschluss. Besonders einfach soll die Bedienung durch die lernfähige und zudem vorprogrammierte Fernbedienung sowie die speziellen Scene-Tasten werden. Letztere beinhalten die Möglichkeit, Macros zu programmieren, um ganze Befehlsketten - z.B. DVD anschauen oder Radio hören - mit nur einem Knopf- bzw. Tastendruck zu starten. Das  neu gestaltete grafische User-Interface trägt ebenfalls zum leichten Handling bei. Was Yamahas neuer AV-Receiver der Mittelklasse leistet, steht im folgenden Testbericht. 

Verarbeitung

Sauber eingepasste Frontblende

Hochwertige Gerätestandfüße

Etwas schwergängiger, aber optisch und haptisch schöner Lautstärkeregler

Gerasterter Eingangswahlregler

Verarbeitung der Rückseite im Detail

Innerer Aufbau

Elko-Sektion

Zusätzliche Verstrebung

Trafo

Die Frontblende besteht selbstverständlich aus Aluminium und weist saubere Passungen auf. Das Display der aktuellen Yamaha xx65-Modelle ist nicht mehr, wie früher, bernsteinfarben, sondern bläulich-weiß. Die Abkehr von der traditionellen Farbgebung begründet Yamaha mit der nun besseren Integrationsfähigkeit in AV-Anlagen, da viele Gerätehersteller auf bläulich weiße Displays setzen. Die Yamaha-Variante zeigt selbstverständlich in Punktmatrixauflösung an und garantiert durch die Schriftgröße eine tadellose Ablesbarkeit. Der große Lautstärkedrehregler besteht aus Metall und bietet eine angenehme Haptik, ist aber etwas schwergängig. Die beiden kleinen Drehregler für die Wahl des Eingangs und des DSP-Programms sind ebenfalls recht hochwertig. Hinter einer Klappe verborgen befindet sich der Front AV-Eingang. Die Rückseite des Yamaha ist fehlerfrei verarbeitet, alle Buchsen sitzen fest. Die Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse entsprechen dem in dieser Preisliga üblichen Standard. Zum hochwertigen Eindruck tragen auch die neu entwickelten OSDs bei, die wir schon vom RX-V1065 kennen. Grafisch veraltete User Interfaces im Stil der frühen 80er Jahre sind mittlerweile global "out". Die mitgelieferte Fernbedienung wirkt hinsichtlich der Materialqualität ordentlich, aber nicht überdurchschnittlich gut. Es befinden sich relativ viele und teilweise kleine Tasten auf der Vorderseite. Das Innenleben präsentiert sich deutlich aufgeräumter als bei früheren Yamaha AVR Modellen, das Platinenlayout und die Verkabelung sind ordentlich gehalten. Der große Trafo wirkt vertrauenserweckend. Für eine bessere Steifigkeit ist zusätzlich eine Querstrebe eingebaut. Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Anschlüsse

USB-Eingang auf der Gerätefront

Front AV-Eingang

Gutes Anschlussangebot

Schraubanschlüsse für die Lautsprecher

Zwei HDMI-Ausgänge

Der RX-V2065 hat ein neu entwickeltes Menü zur Anschlusszuweisung (Bilder siehe unten in der nächsten Wertung), welches das Hinzufügen von Geräten erleichtert. Die einzelnen Buchsen sind grafisch gut dargestellt. Die einzelnen Ein- und Ausgänge sind folgendermaßen zusammen gefasst:

  • 4 x HDMI-In als HDMI 1,2,3,4 2 x HDMI-Out. Gut sind zwei HDMI-Ausgänge, so kann z.B. an den ersten Ausgang ein Beamer und an den zweiten Ausgang ein Flachbildschirm angeschlossen werden.
  • V-Aux-Eingang auf der Frontseite - gut geeignet z.B. für den Anschluss eines Camcoders. Der Eingang besteht aus Analog Stereo-Cinch, Video-FBAS und, sehr praktisch, HDMI für moderne HD-Camcorder. 
  • Phonoeigang für den dedizierten Anschluss eines Plattenspielers
  • Multi Channel Input 7.1
  • Dock - für den direkten Anschluss eines optional erhältlichen iPod-Docks
  • AV1 - bestehend aus Komponenteneingang (Bild) sowie optischem Digitaleingang (Ton)
  • AV 2 - bestehend aus Komponenteneingang (Bild) sowie koaxialem Digitaleingang (Ton)
  • AV 3 - bestehend aus FBAS Composite Eingang (Bild) und koaxialem Digitaleingang (Ton)
  • AV 4 - bestehend aus FBAS Composite Eingang (Bild) sowie optischem Digitaleingang (Ton)
  • AV 5: - bestehend aus FBAS Composite Eingang, S-Video-Eingang (Bild) sowie  Analog Stereo-Cinch (Ton)
  • AV 6 - bestehend aus FBAS Composite Eingang (Bild) sowie  Analog Stereo-Cinch (Ton)
  • Audio 1: Analog Stereo-Cinch (Ton)
  • Audio 2: Analog Stereo-Cinch (Ton)

Hinzu kommen weitere die folgenden weiteren Anwendungsmöglichkeiten:

  • USB per Fronteingang
  • Net Radio bei Einbindung ins Netzwerk (RJ45 Netzwerkkabel)
  • PC Musikdatenstreaming bei Einbindung ins Netzwerk (RJ45 Netzwerkkabel)
  • Tuner (analoger Radiotuner)

Ausgänge:

  • 2 x HDMI-Out. Gut sind zwei HDMI-Ausgänge, so kann z.B. an den ersten Ausgang ein Beamer und an den zweiten Ausgang ein Flachbildschirm angeschlossen werden. Die HDMI-Ausgänge können folgendermaßen konfiguriert werden: HDMI Out 1+2, HDMI Out 1, HDMI Out 2, HMDI Out Off
  • Monitorausgang Analog-Video: Komponente, FBAS
  • 2 x Analog Stereo-Cinch
  • jeweils 1 x Analog Stereo Cinch für Zone 2/Zone 3
  • 7.2 Vorverstärkerausgang - sehr gut: Es sind zwei Subwoofer-Vorverstärkerausgänge vorhanden. 
  • 1 digitaler optischer Ausgang
  • Auf der Frontseite Kopfhörerausgang mit Nutzung von Yamaha Silent Cinema (Surroundwiedergabe auch im Kopfhörerbetrieb bei Verwendung eines herkömmlichen Stereokopfhörers)

Gesamtnote Anschlüsse in Relation zur Preisklasse und Gerätekategorie: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Konfiguration, Setup und Bedienung

YPAO

Notwendige Bestätigung zum Starten des Einmessvorgangs

YPAO - Startbildschirm

  • Verschiedene EQ-Typen stehen zur Wahl: Flat, Natural, Front
  • Dauer für das Einmessen einer Hörposition zuzüglich 10 Sekunden Vorbereitungszeit nach Drücken der Start-Taste: ca. 1.12 Minuten.
  • Nach Beendigung des Einmessvorgangs werden der minimale eingemessene Pegel und der maximale eingemessene Pegel angezeigt. Ebenso die kürzeste und die längste Distanz, genauere Angaben für jede einzelne Box finden sich nicht. Hier muss man später im LS-Menü bei aktivierter YPAO-Einmessung nachschauen, um einen Überblick über alle eingemessenen Parameter zu bekommen.
  • Wenn während des Einmessvorgangs Fehler auftreten - z.B. das System stellt fest, dass ein Lautsprecher falsch verkabelt ist - so werden diese bei den "Check"-Meldungen aufgelistet. 
  • Die ermittelten Entfernungswerte sowie die Einpegelung erfolgt sehr präzise.
  • YPAO agiert akustisch sehr differenziert und gekonnt. Die Übergänge Front-Surround sind sauber gestaltet, der Hochtonbereich erscheint weder bedeckt noch zu spitz. Unausgewogenheiten im Frequenzgang werden demnach nicht drastisch, sondern sensibel korrigiert. 

DSP-Programme

Cinema/Movie DSP

  • Standard - nach dem Vorbild eines "idealen Kinosaals" konzipiert, in dem für die Zuhörer von den Seiten und von hinten kräftiger Nachhall entsteht.
  • Spectacle - für zeitgemäße Action-Blockbuster sehr gut geeignet, eine ausgezeichnete Darstellung großer wie auch kleiner Effekte wird durch die hohe Grob- und Feindynamik ermöglicht.
  • Adventure: Auch dieses Soundfeld ist für Action- und Abenteuerfilme ausgelegt. Es begrenzt den Nachhall und legt viel Betonung auf die Reproduktion eines kraftvollen Raums, der breit nach links und rechts im Sinne einer optimalen Weitläufigkeit erweitert wird. Die reproduzierte akustische Tiefe wird auch relativ begrenzt, um die Trennung der einzelnen Audiokanäle zu verdeutlichen.
  • Sci-Fi: Eine intensiv erlebte Räumlichkeit geht mit klarer Trennung von Stimmen, Music Score und Effekten einher. 
  • Drama: Soundfeld mit stabilem Nachhall, trotzdem ist ein hohes Maß an Plastizität vorhanden. Der Zuhörer soll das Gefühl bekommen, sich mitten in der Handlung zu befinden. Um dies zu ermöglichen, ist die Dialogqualität und die Stimmverständlichkeit besonders hoch.
  • Mono Movie: Optimale Expansion und genau berechneter Nachhall für alte Mono-Produktionen.
  • Sports: Sportsendungen sowie Variete-Programme sollen mit Live-Flair übertragen werden.
  • Action Game: Für schnelle, effektreiche PC- und Konsolengames gedacht.
  • Roleplaying Game: Für PC/Konsolen Abenteuer- und Rollenspiele gedacht. 

Musik-DSP

  • Hall in Munich: Simulation einer Konzerthalle mit ca. 2500 Plätzen in München, mit eleganter Holzverkleidung und feinem, sich schön ausbreitendem Nachhall. Der virtuelle Sitz des Zuhörers befindet sich in der Mitte links der Arena.
  • Hall in Vienna: Mittelgroße Konzerthalle mit etwa 1700 Sitzplätzen in traditionellen Wiener Baustil. Säulen und Ornamente generieren extrem komplexe Reflexionen aus allen Richtungen, dies führt zu einem vollen, reichen Sound.
  • Chamber: Relativ breiter Raum mit hoher Decke - in etwa wie ein Empfangssaal in einem Schloss. Der angenehme Nachhalleffekt sorgt dafür, dass dieser Modus bei Kammermusik sehr gut einzusetzen ist. 
  • Cellar Club: Klangfeld mit kräftigem Klang, entspricht dem eines gemütlichen Kellerclubs. Der virtuelle Sitz des Zuhörers ist in vorderster Reihe vor der kleinen Bühne. 
  • The Roxy Theatre: Soundfeld eines Live-Rockmusikhauses in Los Angeles mit ca. 460 Plätzen. Der virtuelle Sitz des Zuhörers befindet sich in der Mitte leicht nach links versetzt.
  • The Bottom Line: Nachgebildetes Soundfeld eines berühmten New Yorker Jazzclubs. Der Raum bietet Sitze für 300 Personen an der linken und rechten Seite eines natürlich ausgeprägten Soundfeldes. 
  • Music Video: Soll den Klang von Livekonzerten simulieren, mit einer klaren Wiedergabe von Instrumenten und Stimmen. Die Live-Atmosphöre mit Beifallsbekundungen etc. wird vom Surroundklangfeld wiedergegeben. 

Für welche Tonformate lassen sich die DSPs nutzen?

  • Für in Dolby Surround, Dolby Digital und DTS encodiertes Material.
  • Bei DTS-HD Master Audio-Tonspuren wird, soll ein Soundfeldprogramm eingesetzt werden, automatisch zum normalen DTS Decoder gewechselt - dann können die DSPs angewählt werden. Wir empfehlen, bei DTS-HD Master Audio, sollen keine Beeinträchtigungen der Soundqualität entstehen, im direkten Decodermodus ohne DSPs zu arbeiten. 
  • Bei Tonspuren in Dolby TrueHD wird unter anderem ein anderes Programm als das vom  User angewählte automatisch ausgewählt. 

Fernbedienung

Fernbedienung mit relativ vielen Bedienelementen

Die Fernbedienung liegt gut in der Hand und ist auch mit nur einer Hand ohne Schwierigkeiten zu bedienen. Allerdings fehlt für die Verwendung im dunklen Heimkinoraum eine Beleuchtungsmöglichkeit, und gerade im unteren Bereich sind relativ viele eher kleine und gleichförmige Tasten vorhanden. Gut sind der sich abgrenzende, relativ große Lautstärkeregler und die vier sich ebenfalls absetzenden Makrotasten (Scene). 

Menüs

Scene Select - Macroanwahl auch übers OSD

Erster Teil des Eingangswahl-Menüs

Die konventionellen Anschlussformen

Multimedia-Wahlmöglichkeiten

Der RX-V2065 verfügt über eine neue gestaltete Menüoberfläche. Nach Drücken der Taste ""On Screen" auf der Fernbedienung erscheint zunächst das "Select Scene" Menü, um eine der Macros in Bewegung zu setzen. Rechts im unteren Bildschirmrand ist ein weißer Pfeil, klickt man diesen an, kommt man ins Anschluss-Setup. In diesem finden sich komplett vorkonfigurierte Anschlusskombinationen, die die Verbindungsaufnahme externer Zuspieler mit dem Yamaha deutlich erleichtern. Hat man sich durch das Anschlussmenü "durchgearbeitet", taucht wiederum rechts unten im OSD ein weißer Schriftzug "Setup" auf. Diese Menüstruktur - bei aller Freude über die optische Gefälligkeit - ist so nicht uneingeschränkt zu loben, da sich der Anwender erst durch verschiedene Screens klicken muss, um ins Setup zu gelangen. 

Nachdem man auf das Symbol geklickt hat, kommt man ins Grundmenü für die verschiedenen Einstellungen, welches sich folgendermaßen gliedert:

  • Speaker Setup
  • Sound Setup
  • Function Setup
  • DSP Parameter
  • Memory Guard

Zum Punkt "Speaker Setup":

Manuelles Lautsprecher-Setup

Pegelabgleich

Time Alignment

  Hier wählt der Anwender zwischen Auto Setup (dann wird YPAO gestartet) und Manual Setup. Im Unterpunkt Manual Setup ist folgendes einstellbar:

  • Speaker Configuration mit Zuweisung der sechsten und siebten Endstufe (Front Bi-Amping, Zone 2/Zone 3, Front Presence)
  • Bassausgabe (Subwoofer/Front/Front plus Subwoofer bei Fullrange-Frontlautsprechern plus externem aktivem Bass)
  • Front Speaker: Small/Large
  • Center Speaker: Small/Large/None
  • Surround Speaker: Small/Large/None
  • Surround Back Speaker: None/large x 1/large x 2/small x 1/small x 2)
  • Bassübernahmefrequenz (leider nur global und nicht Lautsprechergruppen-selektiv): 40/60/80/90/100/110/120/160/200 Hz
  • Lautsprecherpegel, für jeden Lautsprecher getrennt einstellbar in 0.5 dB-Schritten
  • Time Alignment/Speaker Distance, für jeden Lautsprecher getrennt einstellbar in 10 cm-Schritten
  • Equalizer: Hier kann der Anwender wählen: Entweder die per automatischem Room EQ (parametrisch) ermittelten Kurven Natural, Front oder Flat, EQ ausschalten oder den geometrischen manuellen EQ anwählen. Dieser hält für Front/Center/Surround folgende Bänder bereit: 63/160/400 Hz, 1/2,5/6,3/16 kHz, einstellbar in 0,5 dB-Schritten von - 6 bis + 6 dB. 
  • Test Tone - zum Aktivieren des Testtons. Etwas unpraktisch, dass dies nicht gleich im Pegel-Menü für den Pegelangleich erledigt wird. 

Zum Punkt "Sound Setup":

  • Dynamic Range: Min/Auto, Standard, Maximum
  • Lipsync: HDMI Out 1, HDMI Out 2, Analog Monitor Out

Zum Punkt "Function Setup":

HDMI:

  • HDMI Control (Steuerung über HDMI CEC) an/aus
  • Standby Through an/aus - bei Aktivierung können auch im Standby-Betrieb HDMI-Signale durchgeleitet werden
  • Audio Output: Verstärker/TV/Verstärker plus TV
  • Auflösung: Through/1080p/1080i/720p/576p
  • Aspect: 16:9/Smart Zoom/Through

Display:

  • Dimmer -4/-3/-2/-1/0
  • Front Panel Display Scroll (Scrollen des Gerätedisplays): kontinuierlich/einmal
  • GUI Position: Ausrichtung des OSDs auf dem Bildschirm

Volume:

  • Adaptive DRC (Dynamic Range Control, adaptive Steuerung des Dynamikbereiches): Auto oder Off
  • Max. Volume (Festsetzen einer maximalen Grenzlautstärke, die dann nicht überschritten wird, sinnvoll z.B. wenn man Kinder hat)
  • Initial Volume (anfängliche Lautstärke)

Input Rename (Umbennenungsmöglichkeit für die Eingänge zur Individualisierung)

Zone:

  • Zone2 Max. Volume
  • Zone2 Initial. Volume

Network:

Netzwerkoptionen

  • IP Adress (in diesem Menü sollte DHCP auf "on" stehen für eine automatische Adressvergabe)
  • MAC Adress Filter
  • Network Standby
  • Information (Status der Netzwerkeinbindung)

DSP Parameter

Unter diesem Unterpunkt kann man für die eingebauten DSP-Programme verschiedene Parameter manuell abändern. Zugleich ist dieser Menüpunkt auch eine gute Möglichkeit, DSP-Programme hinsichtlich der Werkseinstellungen miteinander zu vergleichen. Je nach DSP-Programm stehen unterschiedlich viele Parameter, die justiert werden können, zur Verfügung. Und: Nicht nur für die von Yamaha entwickelten DSPs, auch für Standardprogramme wie Dolby PLII Movie stehen verschiedene Justagemöglichkeiten (im Falle PLII Movie DSP-Level, Surround Initial Delay - anfängliche Verzögerung im Surroundbereich - , Surround Room Size - wahrgenommene Größe des Surroundraumes -, Surround Liveness - akustische Lebendigkeit im Surroundbereich, Initialize).

Wir haben Screenshots verschiedener DSP-Programme bereit gestellt, um die verschiedenen Einstelloptionen zu verdeutlichen:

Hall in Vienna

Sci-Fi

Adventure

Spectacle

Chamber

Bottom Line

Letzter Menüpunkt ist "Memory Guard on/off" - hierbei handelt es sich um die Möglichkeit, die getroffenen Einstellungen gegen unbeabsichtigte Änderungen zu schützen. 

Fazit Konfiguration, Setup und Bedienung

Mit dem neu entwickelten und übersichtlichen grafischen Benutzerinterface spricht der RX-V2065 auch weniger versierte und erfahrene Anwender an. Das Anschließen von Zuspielern an den 2065 stellt kaum jemanden vor Probleme, nur die Fernbedienung könnte mit einer Beleuchtung und etwas größeren Tasten ausgestattet werden. Apropos Ausstattung - diese ist aus akustischer Sicht recht reichhaltig. Der 2065 bringt zwar "nur" sieben und noch eine neun Endstufen mit, dies ist aber in Anbetracht der Preisklasse problemlos zu verzeihen. Die eingebauten DSP-Programme sind aufwändig programmiert und entsprechen bezüglich ihrer Parameterausgestaltung real existierenden Räumen, die präzise vermessen wurden. Zusätzlich besteht bei Dolby TrueHD die Möglichkeit, verschiedene DSP-Programme auch bei diesem aktuellen HD-Tonformat zu nutzen. Ebenfalls können versierte Anwender verschiedene Parameter (Umfang je nach DSP-Programm unterschiedlich) individuell justieren. Das Einmesssystem ist nicht besonders umfangreich ausstaffiert und misst nur ein einer Hörposition ein, die Ergebnisse sind trotzdem sehr gut. Als Nachteil wäre der kleinere Sweet Spot anzuführen, das ist aber nur dann von Interesse, wenn man häufiger mit mehr Personen hört. Die Videosektion bietet ein Upscaling analog eingehender Videosignale auf bis zu 1080p, digital eingehende HDMI-Signale werden durchgeschliffen. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Multimedia und Netzwerk

Der gerade laufende Titel während des PC-Streamings wird auch im Gerätedisplay angezeigt

Musikwiedergabe beim Streaming vom Server

Internet Radio

Auswahl nach Genre

  • Der Yamaha RX-V2065 kann Audiodateien (WAV (nur PCM), MP3, WMA, MPEG-4 AAC) von einem Home Server (getestet mit einer Buffalo Link Station unter Twonky Media) oder einem PC mit Windows Media Player 11 o.ä. streamen. Der Buffalo Server wurde sofort erkannt, die entsprechenden Musikstücke wurden ohne Probleme wiedergegeben. 
  • Bei der Wiedergabe datenreduzierter Tracks von unserem Server haben wir gleich den Compressed Music Enhancer getestet. Dieser ist in zwei Spielarten verfügbar. Als 2-Kanal-Enhancer kümmert er sich um die Aufbesserung eines Signals, welches zu den beiden Frontlautsprechern bei der normalen Stereowiedergabe geleitet wird. Ebenfalls steht ein 7-Kanal-Enhancer für die verbessere Wiedergabe von datenkomprimierten Formaten im Mehrkanal-Stereomodus zur Verfügung. In allen Testreihen konnte sich der Compressed Music Enhancer gut in Szene setzen. Der Hochtonbereich wirkt lebendiger, die Mitten weisen mehr Struktur auf, und der Bass besitzt mehr Dynamik und Punch. Im Mehrkanal-Stereomodus wird der Effekt noch ein wenig deutlicher. 
  • Internet Radio: Wer den RX-V2065 mittels Netzwerkkabel ins Heimnetzwerk integriert, kann, sofern eine Verbindung zum Internet besteht, auf viele Stationen des Internet Radio zugreifen. Yamaha setzt als Server vTuner ein mit Zugriffmöglichkeit auf über 2000 Sender. Wie üblich kann man Bookmarks setzen, sich die Radiostationen nach Genre oder Land sortiert anzeigen lassen sowie neue beziehungsweise besonders populäre Stationen gesondert betrachten. Auch bei der Wiedergabe der Internet Radio Stationen erzielt der Compressed Music Enhancer sehr gute Ergebnisse und ermöglicht ein lebendiges, klares Klangbild mit guter Hochton- und nachdrücklicher Basswiedergabe. Das Buffern der einzelnen Stationen dauert manchmal relativ lange

Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Testequipment
Klang 

Grundsätzliche Aussagen über die akustischen Fähigkeiten des RX-V2065:

Sauberer Klang ist auch dann garantiert, wenn man heftig am Lautstärkedrehregler aktiv wird

  • Tonalität: Der RX-V2065 ist neutral ausgelegt, ein typisches Merkmal für aktuelle Yamaha AV-Receiver. Auch beim RX-V1065 konnten wir diese Auslegung bereits akustisch heraushören. Alle Frequenzbereiche sind identisch betont, für seine Preisklasse ist es schon beinahe sensationell, wie gering die klanglichen Verfärbungen ausfallen. 
  • Pegelfestigkeit: Eine Paradedisziplin des 2065. Er lässt selbst pegelfeste und zudem teurere Konkurrenten wie den Onkyo TX-NR1007 hinter sich. Selbst im Mehrkanal-Stereobetrieb ohne angeschlossenen aktiven Subwoofer versorgt der RX-V2065 ein 5.1 Ensemble mit großen Standboxen vorn problemlos mit Schub, der auch bei sehr hohem Pegel praktisch nicht nachlässt. Der sehr harte, trockene und präzise Bass ist des Weiteren hervorzuheben.
  • Hochtonbereich: Mit Strahlkraft und Prägnanz geht der Yamaha zu Werke. Er agiert nicht samtig und sanft, aber auch keinesfalls spitz oder aggressiv. 
  • Mitteltonbereich: Mit sehr guter Einpassung in Richtung Hoch- und Tieftonbereich gefällt der Mitteltonbereich, der zudem sehr facettenreich agiert und eine klare, charismatische Stimmwiedergabe sicherstellt.
  • Bassbereich: Der trockene, klare, sehr gut strukturierte Bass ist exzellent. Selbst dann, wenn kein separater aktiver Subwoofer vorhanden ist, gefällt die Leistungsfähigkeit im Bassbereich immens. Wenn man Standlautsprechern mit sehr gutem Tiefgang einsetzt, merkt man, wie tief der 2065 herunterspielt. Wenn man einen aktiven Subwoofer verwendet, beeindruckt die gleichmäßige, lineare Ansteuerung.
  • Lösung des Klangs von den Lautsprechern: Für die Preisliga ausgezeichnete Ergebnisse - nur sehr anspruchsvolle Hörer wünschen sich eine noch deutlichere Loslösung des Sounds von den Boxen. 
  • Räumlichkeit: Sowohl im Front-  als auch im Surroundklangfeld offeriert der RX-V2065 eine fein dosierte Räumlichkeit, die sowohl in Bezug auf die Weite als auch auf die Tiefenstaffelung überzeugt. Allerdings geht bei entsprechend teureren AV-Verstärkern nochmals mehr, die verschiedenen räumlichen Ebenen lassen sich bei solchen Modellen noch besser voneinander differenzieren. 
  • Klangliche Auslegung, Vergleich Stereo - Stereo-to-Surround, Mehrkanal: Imposanterweise bleibt die Auslegung in allen drei Betriebsarten praktisch gleich. Das zupackende, kraftvolle und tonal neutrale Wesen des 2065 kommt stets klar heraus. 

Neue Tonformate - DTS-HD Master Audio und Dolby TrueHD

BD, Andrea Bocelli, Vivere – Live in Tuscany, Melodramma, PCM 5.1:

Gerade diese Blu-ray, mit einer aus akustischer Sicht sehr detailreichen und klaren Mehrkanaltonspur in PCM versehen, birgt für AV-Receiver niedrigerer Preisklasse einige Risiken, denn es  ist alles andere als einfach, Andreas fesselnde und charismatische Stimme korrekt zu erfassen. Der RX-V2065 aber kann sich hier seines ausgesprochen gut strukturierten Mitteltonbereiches bedienen und sorgt nicht nur für eine tadellose Darstellung stimmtypischer Merkmale, sondern positioniert die Stimme auch korrekt im Raum - und gibt der gesamten Vorstellung durch die präzisen Umrisse viel Stabilität. Wer hier noch mehr will, muss mindestens zu einem Gerät der Preisklasse ab 2000 EUR greifen - eine deutliche Mehrinvestition, die dann dafür sorgt, dass der Schmelz in der Stimme Bocellis noch besser zur Geltung kommt. Wer die Wiedergabe des Konzertes anstatt neutral und frisch lieber etwas samtig-zürckhaltender mag, könnte sich zum Vergleich den Onkyo TX-NR1007 anhören. Die Trennung zwischen Stimmen und Instrumenten ist ausgezeichnet, was dafür sorgt, dass man bei Instrumenten und Stimmen auch kleinere Feinheiten heraushören kann. Die Räumlichkeit erscheint authentisch ausgeprägt, die Beifallsbekundungen des Publikums kommen mit lebendiger Ausgestaltung zur Geltung. 

BD, Wolfgang Amadeus Mozart, Le Nozze di Figaro (Figaros Hochzeit), DTS-HD High Resolution Audio:

Gleich der berühmte, schwungvolle Beginn der wunderschönen Oper stellt die Yamaha vor eine harte Probe, denn die sehr dynamischen, mit Verve gespielten orchestralen Einsätze müssen impulstreu und sensibel übertragen werden. Der 2065 aber bleibt gelassen - und gibt jedem Instrument des Orchesters viel Kontur und Klarheit mit. Nur im äußersten Hochtonbereich ebbt die Detailwelle dann etwas ab. Nehmen wir hier zum Beispiel den Yamaha DSP-Z11 zum Vergleich, so bringt dieser noch mehr Brillanz und Durchhörbarkeit in den Hochtonbereich. Auch die Übergänge zwischen komplettem Orchestereinsatz und instrumentalen Soli werden dann noch akzentuierter herausgestellt. Für seine Preisklasse aber erbringt der RX-V2065 eine vorbildliche Leistung - zu dieser gehört auch der glaubhaft dargestellte Raum. Nun waren wir gespannt auf die Güte der vokalen Wiedergabe - die überragende Besetzung dieser BD von den Salzburger Festspielen stellt hier einen passenden Rahmen dar. Und der 2065 enttäuscht auch hier nicht - ohne aggressiven, schneidenden Unterton, sondern prägnant  und klar erfolgt die Stimmdarstellung. Männerstimmen haben Fundament und Ausdruckskraft, Frauenstimmen klingen emotional und fein umrissen. Insgesamt überzeugt der 2065 auch bei den "feinen und leisen Tönen" - er eignet sich keinesfalls nur für actiongeladene Hollywood-Blockbuster, sondern ist auch für den Klassik- und Opernliebhaber eine ausgezeichnete Wahl, gerade dann, wenn man den günstigen Preis mit ins Kalkül zieht. 

BD Tiesto - Copenhagen, Elements of World Tour, BD 2, DTS-HD Master Audio

Mit Wucht und Härte arbeitet der 2065 die Kickbässe heraus. Das reichhaltige Surroundklangfeld wird von Dynamik und Präzision begleitet. Schnelle Effektkombinationen schießt der AV-Receiver bestimmungsgerecht durch alle Kanäle. Das Treibende, Mitreißende der Tracks wird vom Yamaha sehr gut erkannt. Die exakte Ansteuerung des aktiven Subwoofers ist erneut zu loben. Setzt man leistungsfähige Fullrange-Frontlautsprecher ein, sollte die Basssignalausgabe im Menü des RX-V2065 auf jeden Fall auf "both" stehen, damit sowohl Subwoofer als auch Frontlautsprecher die Bassanteile in den Hörraum schleudern können. 

BD Baraka, DTS-HD Master Audio, Kapitel 5:

Klar und kraftvoll untermalt der RX-V2065 gleich im ersten Kapitel die eindrucksvolle Bergkulisse. Der im Hintergrund hörbare Wind wird fein dosiert in den Raum gestellt. Die Instrumente werden mit ordentlicher Sensibilität wiedergegeben - teurere AV-Receiver oder AV-Verstärker holen beim Abklingen der Instrumente und bei der Brillanz und dem Ausleuchtungsvermögen im Hochtonbereich aber noch mehr Einzelheiten heraus. Hier merkt man, dass auch bei einer Investition von über 1000 EUR in einen AV-Receiver noch Luft nach oben ist. Sehr gut arbeitet der Yamaha einen realistisch wirkenden virtuellen Raum heraus, gerade, als sich ein akustischer Spannungsbogen mit Steigerungen durch Basseinsätze und gesteigerte Raumklanganteile ankündigt (kurz vor dem Wechsel zum 2. Kapitel - Lhasa/Tibet). Die Glocken in der zweiten akustischen Ebene stattet der 2065 mit realistischem Hallverhalten und korrekter Einbindung ins tonale Gesamtgefüge aus. 

BD Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, Dolby TrueHD, ab Filmbeginn: 

Wir haben bei diesem Dolby TrueHD Soundtrack das "Adventure" DSP eingesetzt, um eine maximale Weitläufigkeit und eine überzeugende Darstellung massiver wie auch kleinerer Effekte zu erhalten. Im dritten Kapitel kann der Yamaha seine Fähigkeiten sehr gut ausspielen - es kommt zunächst zu einer Spannungssituation, als sich Indiana Jones' Freund auf die Seite der Gegner schlägt. Anschließend beginnt eine wilde Verfolgungsjagd, mit Schusswechseln, energiegeladenem Music Score und massiven Effekgebilden - hier wäre als Beispiel die Fahrt mit dem Raketenwagen zu nennen. Als zu Beginn des 4. Kapitels ein Flugzeug startet, wird diese kurze Sequenz sehr nachhaltig und eindrucksvoll dargestellt. Bei der folgenden Diskussion im wenig gemütlichen Verhörraum beweist der Yamaha, dass er Stimmen differenziert und mit Substanz wiedergegen kann. Im 11. Kapitel bei der Jagd durch den Dschungel gibt der 2065 die Geräuschkulisse, die auch durch die Laute der tropischen Tiere im Hintergrund bestimmt ist, sehr vielschichtig wieder. Die wilde Fahrt in den Geländewagen inklusive aufdringlicher Affen wird mit raumfüllender Effektdarstellung aufbereitet. Antrittsstark ist der Yamaha sofort zur Stellen, wenn es darum geht, kurz aufeinander folgende Effektformationen mit dem richtigen Timing darzustellen. Der großvolumige Dieselmotor des durch den Dschungel rasenden Militär-LKWs wird ebenfalls authentisch übertragen. Die Schusswechsel ertönen dynamisch, die auf dem boden in Massen wieselnden Käfer ebenfalls.

BD Batman – The Dark Knight, Dolby TrueHD, ab Filmbeginn: 

Die englische Dolby trueHD-Tonspur ist sehr dynamisch und basskräftig. Zudem kann man bei TrueHD die sehr guten DSPs ohne Auflösungsverluste einsetzen, in unserem Falle haben wir das sehr nachdrücklich agierende Spectacle DSP eingesetzt. Schnelle Effektübergänge und eine reichhaltige Auskleidung von Effekten sind hier hervorzuheben. Am Anfang sprengen die Schergen des Jokers eine Fensterscheibe aus ihrem Rahmen - mit Wucht bekommt auch der Zuhörer dieses Ereignis zu spüren. Aber auch kleinere Effekte wie das Ansetzen des Bohrers an der Tresortür im Bankgebäude werden sehr klar herausgearbeitet. Die Schüsse aus der Pumpgun des Bank-Filialleiters stellen mit massiver Durchschlagskraft ihre akustische Energie zur Schau. Bei den maskierten Gangstern merkt man an der leicht bedeckten Stimme genau, dass sie Masken tragen. Der Music Score wird spannungsgeladen eingebunden. Setzen wir "Adventure" als Vergleichs-DSP ein, erscheint das Geschehen noch eine Idee weitläufiger präsentiert, ein kraftvoller Raum mit sehr gleichmäßiger Wiedergabe wird erschaffen.

Stereoklang

Yamaha fokussiert mehr und mehr eine einwandfreie Klangqualität auch im Stereobetrieb, dies belegt der RX-V2065 eindrucksvoll. Er bietet eine glaubhafte Bühne mit einer erstaunlichen Tiefenstaffelung. Auch Gesangs- oder Instrumentalsoli kommen sehr gut zur Geltung. Die vokalen Talente kommen bei der Zweikanalwiedergabe voll zum Tragen. Stimmen haben Kontur und ertönen mit authentischem Timbre. Filigrane, stimmtypische Elemente werden zwar nicht zur Gänze erfasst - dies kann man erst bei einem AV-Boliden erwarten - aber doch zu einem beträchtlichen Teil aus der Tonspur geschält. Frisch, klar und lebendig werden auch komplexe Instrumente wie das Cembalo, die Violine oder die Harfe wiedergegeben. Blechblasinstrumenten fehlt jede Belegtheit - natürlich und schwungvoll kommen Trompeten oder auch das Saxophon heraus. Der erstaunliche Tiefgang lädt dazu ein, leistungsfähige, groß dimensionierte Frontlautsprecher auch ohne den Support eines aktiven Subwoofers einzusetzen. 

Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend. 

Passende Lautsprechersets:

  • Teufel 5.1 Säulen-System LT5: Mit klarem, lebendigen Sound bringt das LT5 die Dynamik des Yamaha sehr gut zum Ausdruck. Der leistungsfähige aktive Subwoofer sorgt für eine sehr hoch liegende tieffrequente Performance. Dadurch, dass der Woofer präzise und trocken spielt, ist auch hier die Auslegung sehr passend zum RX-V2065.

  • Nubert nuBox 5.2-Set (2 x nuBox 511, 1 x nuBox CS-411, 2 x nuBox 311, 2 x nuBox AW-441): Kompromisslos pegelfest, laden die nuBoxen gerade dazu ein, die Pegelreserven des RX-V2065 voll zu nutzen. Die zwei kompakten AW-441 liefern eine unglaubliche Basskraft und lassen auch den Einsatz dieses Ensembles im 35 Quadratmeter messenden Hörraums zu. Akustisch ist das nuBox-Set lebendig und frisch ausgelegt, der Hochtonbereich ist klar, aber nicht übermäßig strahlend, was dafür sorgt, dass hohe Pegel problemlos auch über längere Distanzen gefahren werden können. 

  • Quadral Platinum M 5.1-Set (M4/M2/M1/Sub 700): Teuer, aber auch brillant - so könnte man das Platinum M Set in aller Kürze charakterisieren. Mit der vorzüglichen Grob- und Feindynamik sowie der klaren, natürlichen Gesamtwiedergabe bietet das Platinum M Set hohe Reserven - auch in Bezug auf die überragende Pegelfestigkeit, die sowohl für die passiven Komponenten als auch für den kraftvoll und exakt aufspielenden aktiven Subwoofer gilt. 
Videosektion
  • Der RX-V2065 kann analoge Videosignale auf bis zu 1080p hochskalieren, eine Bearbeitung eingehender HDMI-Signale ist nicht möglich. 
  • Upscaling von Filmmaterial (Star Wars Episode III) 576i auf 1080p: Der RX-V2065 liefert ein detailreiches Upscaling auf die Full HD Auflösung, das De-Interlacing weist kleine Treppenstufen auf. Ansonsten gefallen Bildstabilität und Bewegungswiedergabe, die Star Wars-typische gelbe Schrift zu Beginn wird in satter Farbgebung und mit sicherem Lauf wiedergegeben. Der Yamaha holt zudem relativ viele Sterne auf den Bildschirm. Der kurz darauf durchs Bild gleitende Sternzerstörer weist nur minimales Zittern im Bereich der Kommandobrücke auf - ansonsten ist das Bild ruhig und stabil. Zudem werden viele Details auch im Bereich des Flügels, der im Schatten liegt, herausgearbeitet. 
  • Upscaling von Videomaterial - 576i auf 1080p - AVEC Professional Test DVD: Beim bewegten Stadtbild von Esslingen überzeugt der Yamaha mit ordentlicher Bildschärfe und guter Stabilität bei den Kamerafahren. Die Dachziegel der Häuser zittern oder flimmern kaum. Die Rasenflächen werden ansprechend wiedergegeben, auch das historische Gemäuer - die alte Standbefestigung - erscheint rauscharm und detailreich. Beim Pendel, das in verschiedenen Geschwindigkeiten über eine Linie gleitet, ist die Bewegungsstabilität erneut sehr gut, das Pendel ist außerdem scharf und klar erkennbar, das Innere wird differenziert dargestellt. Die Linie, über die das Pendel gleitet, zittert lediglich minimal. Bei den verschieden farbigen Schriften, die in unterschiedlichen Geschwindigkeiten durchs Bild gleiten, schlägt sich der Yamaha ebenfalls wacker, die einzelnen Buchstaben sind scharf erkennbar und weisen kaum Doppelkonturen oder Pixelmuster auf. Die Farbtrennung ist sehr gut. 

Gesamtnote in Relation zu Gerätekategorie und Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Konkurrenzvergleich:

  • Yamaha RX-V1065: Der "kleinere Bruder" punktet in seiner Liga ebenfalls mit einer ausgezeichneten Pegelfestigkeit, muss sich im Vergleich aber dem teureren 2065 klar geschlagen geben. Der 2065 agiert auch noch dynamischer und bietet im Bassbereich mehr Fundament sowie Präzision, so dass der Preisunterschied gerade für den akustisch anspruchsvollen Anwender voll gerechtfertigt ist.

  • Onkyo TX-NR1007: Der Onkyo TX-NR1007 profitiert sich als Ausstattungsgigant - ganz gleich, ob sauber integrierte Netzwerkfunktion, die neuesten Decoder, THX Ultra 2 Plus-Zertifikat und eine beispielhaft ausgestattete Videosektion mit herausragendem Video-EQ - dieses ganze Paket gibt es zu Marktpreisen ab ca. 1200 EUR. Was Pegelfestigkeit, Finesse im Mitteltonbereich oder Bassperformance angeht, kann der RX-V2065 aber vorbeiziehen. 

  • Sony STR-DA6400ES: Mit Marktpreisen von rund 2200 EUR spielt der Sony preislich in einer anderen Liga - verblüffend, wie nahe der Yamaha 2065 dem dynamischen 6400er kommt. Feindynamisch kann der Sony Vorteile verbuchen, die den Preisklassenunterschied rechtfertigen. Die Netzwerkausstattung des 6400 ist beispielhaft, vor allem die Streamingmöglichkeiten (Audio/Foto/Video-Daten) sind zu loben. Den überragenden DSP-Programmen und dem ausgezeichneten Einmesssystem des Yamaha hat der Sony nichts entgegen zu setzen - dafür beißt sich der Yamaha an der herausragenden Videoqualitäten des STR-DA6400ES die Zähne aus.  Beide AV-Receiver sammeln mit den attraktiven User Interfaces Pluspunkte. 

  • Denon AVR-4310: Auch der Denon ist deutlich teurer als der Yamaha 2065, dafür aber enorm üppig ausgestattet. Audyssey DSX und Dolby Pro Logic IIz sind ebenso mit an Bord wie umfangreiche Netzwerkfeatures. Der Sound ist besonders harmonisch, und auch die Räumlichkeit setzt in der 2000 EUR-Preisklasse Maßstäbe. Bezüglich der Pegelfestigkeit ist der Yamaha dem Denon recht dicht auf den Fersen, zudem kontert er mit seinen effektiv arbeitenden DSPs. Die Videosektion des AVR-4310 führt den Preisklassenunterschied aber deutlich vor Augen. 
Fazit und absolute Einordnung

Top-Performance zum fairen Kaufpreis bietet der Yamaha RX-V2065

Mit dem RX-V2065 kauft sich der Anwender mit höherem akustischem Anspruch, der aber gleichzeitig finanziell auf dem Boden bleiben möchte, einen rundherum sehr empfehlenswerten AV-Receiver, dem echte Schwächen komplett abgehen. Mit der hervorragenden Pegelfestigkeit öffnet der Yamaha sogar die Tür zur 2000 EUR-Liga, das gilt auch für die hohe klangliche Neutralität und die enorme Basspräzision. Auch die überragenden DSPP-Programme könnten ebenso gut von einem deutlich teureren Modell stammen. Nur bei der Güte der Videosektion bleibt der 2065 seiner Preisliga treu - nicht, dass die Ergebnisse schlecht wären, ganz im Gegenteil - aber man sieht doch, dass hier Geräte der 2000 EUR-Preisklasse noch ein sichtbar stabileres De-Interlacing und noch mehr Klarheit und Schärfe beim Upscaling realisieren. Außerdem können die AV-Receiver dieser eben genannten teureren Preisklasse auch HDMI-Signale bis auf 1080p hochkonvertieren und nicht nur analog eingehende Videosignale. Die OSD-Optionen fallen zwar recht reichhaltig aus, aber auch hier bieten teurere AVRs noch mehr Vielfalt. Hier stellt sich aber die Frage, wer diese Vielfalt braucht, denn alles, was wirklich nötig ist, hat auch der RX-V2065 schon mit an Bord. Sehr schön, wenngleich nicht ganz so flexible wie völlig frei zuweisbare Eingänge, ist das Eingangssetup, dank der grafischen Unterstützung finden sich hier auch weniger versierte Anwender bestens zurecht. Solide und somit Yamaha-typisch fällt die Verarbeitung aus, die optischen Unterscheidungsmerkmale zu den kleineren "Geschwistern" offenbaren sich aber eher auf den zweiten Blick. Insgesamt erhält der Heimkinoliebhaber mit dem RX-V2065 gerade im akustischen Bereich überdurchschnittliche AV-Schaltzentrale, die klanglich klar in einer höheren preislichen Liga spielt. Zu dem Kaufpreis, zu dem der RX-V2065 angeboten wird, gibt es derzeit wohl kaum einen besser klingenden AV-Receiver.

Yamahas Klangtalent - enorm pegelfest, dynamisch und kraftvoll aufspielend, wähnt sich der stolze Besitzer zum günstigen Kaufpreis schon in der AVR-Oberklasse

AV-Receiver Mittelklasse
13. Januar 2010

+ Enorm pegelfest
+ Überragende Grob- und Feindynamik
+ Tonal neutral ausgelegt
+ In allen Betriebsarten identische Grundklangcharakteristik
+ Hervorragende DSP-Programme
+ Netzwerkfunktionalitäten (Streaming, Internet Radio)
+ Übersichtliches GUI
+ Solide Verarbeitung
+ In Anbetracht der Leistung sehr günstiger Kaufpreis

- Nicht absolut flexibles Eingangsmanagement
- Fernbedienung ohne Beleuchtung und mit vielen kleinen Tasten
- Nur Musikdaten-Streaming (kein Foto oder Video)

Technische Daten: www.yamaha-online.de

Test: Carsten Rampacher
13. Januar 2010

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