TEST: Yamaha 7.2 AV-Receiver RX-V1067 - kraftvoller Kino-Könner mit üppiger Ausstattung

02. Dezember 2010 (cr)

Verändertes Yamaha-Design beim RX-V1067 für 1049 EUR

Fernbedienung

Gleich sieben HDMI-Eingänge hinten, ein weiterer befindet sich vorn unter einer Klappe

YPAO-Messmikrophon

Einführung

Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 1049 EUR ist der wahlweise in schwarzer oder titanfarbener Ausführung lieferbare Yamaha RX-V1067 bereit zum Besitzerwechsel. Mit 7 x 165 Watt Leistung steht auch genug Kraft für die Beschallung größerer Hörräume zur Verfügung. Spezielles Kennzeichen ist das neu entwickelte GUI, das eine besonders leichte Bedienung garantieren soll. Die „SCENE PLUS Funktion bietet insgesamt 12 Auswahlmöglichkeiten, vier direkt an der Gerätefrontblende und diverse weitere übers OSD. 

YPAO als Lautsprechereinmess- und Room EQ-System offeriert bis zu 8 Hörpositionen, die eingemessen werden können. 
Für höchste Klangqualität sorgen die Low Jitter PLL Schaltung sowie eine Pure Direct-Funktion für HD Audio-Genuss. Yamaha-typisch gibt es aber auch insgesamt 17 Music- und Cinema-DSP-Programme sowie einen Compressed Music Enhancer, der die Qualität stark datenreduzierter Dateiformate aufbessern soll. Videoseitig werden analoge und digitale Videosignale auf bis zu 1080p hochgerechnet. Das bewegungs- und kantenadaptive De-Interlacing hat zur Aufgabe, für ein ruhiges Bild mit flüssigen Bewegungen zu sorgen. 

Des Weiteren bietet der 1067 ein DLNA 1.5 Zertifikat, Internet Radio, Streamingmöglichkeit für Musikdateien sowie einen USB-Anschluss. Der RX-V1067 ist kompatibel zu Windows 7. Auch kann eine weitere Hörzone supportet werden, ebenso ist der 1067 Bi-Amping-fähig, hier gibt es ein spezielles Menü zur Zuweisung der Endstufen. Anschlussseitig finden sich (inklusive Front) gleich acht HDMI 1.4a Eingänge und zwei HDMI 1.4a Ausgänge, die entweder getrennt oder auch simultan zu betreiben sind. Weiteres Kennzeichen sind die sehr praktischen zwei Vorverstärkerausgänge für den Anschluss von aktiven Subwoofern. 

Video-Overview

 

Verarbeitung

Zweizeiliges, sehr gut ablesbares Display

Ordentlich verarbeitete Fernbedienung

Standfüße

Bedienelemente hinter einer soliden Metall-Frontklappe

Unser RX-V1067 ist noch ein Prototyp, darauf macht ein großer Aufkleber auf der Rückseite aufmerksam. Trotzdem ist die Verarbeitung schon sehr ansprechend. Das neue Yamaha AVR Design gefällt uns hervorragend – auch wenn dies sicherlich Geschmackssache ist. Auch objektiv ist die Verarbeitung der Fronblende exzellent, sie passt exakt und weist eine einwandfreie Oberflächengüte auf. Der gerasterte und sauber geführte Eingangswahl-Drehregler findet ebenso unsere Zustimmung. Der Lautstärkedrehregler ist nicht gerastert und ist nicht ganz so feinfühlig zu dosieren, wie wir uns das wünschen. Das mittlerweile bläulich weiße und nicht mehr bernsteinfarbene Display ist sehr gut abzulesen und vermittelt einen guten Informationsgehalt. Diesen kann man durch Drücken der „Info“ Taste auf der Fernbedienung auch verändern. Die Rückseite des 1067 ist ebenfalls prima verarbeitet, als sehr gut stufen wir die leichtgängigen Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse ein. Der Yamaha verfügt über solide Gerätestandfüße und über eine stabile Klappe auf der Gerätefront, unter der sich weitere Bedienelemente und Anschlüsse befinden. Das Innenleben zeigt auf, dass das Gerät noch nicht dem endgültigen Serienstand entspricht – hier ist die Verkabelung ein wenig „laissez-faire“, das wird aber bei den Serienmodellen anders sein. Ansonsten – ein sehr gutes, übersichtliches Endstufenlayout, ein sorgfältig geschirmter, zentral untergebrachter Trafo sowie übereinander sauber aufgebaute Platinen sind Pluspunkte. Die beiden Haupt-Kühlkörper können allerdings anstatt aus Blech auch aus Aluminium bestehen. Die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung ist preisklassengemäß, stellt aber aus Sicht der Materialwahl kein Klassen-Highlight dar. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Stabilität bringende Verstrebung

Platinenlayout

Unser Testsample entspricht noch nicht ganz dem endgültigen Serienstandard

Innen: Finish im Detail

Elkos

Trafo

Komplette Übersicht 

Anschlüsse

Lautsprecherkabel-Anschlüsse

Der RX-V1067 überzeugt mit sehr guten und zudem leichtgängigen Lautsprecherkabel-Schraubverschlüssen, die nach Entfernen der aus Sicherheitsgründen eingefügten Plastikeinsätze auch Bananenstecker-geeignet sind. Des Weiteren finden sich auf der Rückseite üppige sieben HDMI-Eingänge und zwei HDMI-Ausgänge. Vorn unter der Klappe gibt es neben einem USB-Eingang einen weiteren HDMI-Eingang, ergänzt von einem Kopfhörerausgang und einem AV-Eingang (Stereo-Cinch, FBAS-Cinch, S-Video, digital optisch). Hinten verfügt der 1067 noch über einen Dockinganschluss für ein optional erhältliches iPod-Dock und über eine Netzwerkschnittstelle, ergänzt wird das Angebot von einer RS232 Schnittstelle und 2 Triggerausgängen. Anbei 2 kleine Kritikpunkte: Im Gegensatz zu verschiedenen Konkurrenten muss man bei Yamaha, soll der iPod genutzt werden, ein separates Dock erworben werden. Wir würden es lieber sehen, wenn man einen iPod oder ein iPhone einfach mittels USB-Kabel anschließen könnte. Den zweiten Nachteil finden wir bei nahezu jedem AVR, leider auch gehobener Preisklassen - es ist kein Wirelessmodul eingebaut, welches bei vielen BD-Playern der Mittelklasse bereits mit an Bord ist und für mehr Komfort und Nutzwert sorgt. Gut ist, dass der 1067 sowohl S-Video- als auch FBAS-beschaltet ist und gleich vier AV-Eingänge mit S-Video sowie FBAS Beschaltung anbietet. Zudem gibt es zwei FBAS und S-Video-beschaltete Ausgänge. Es gibt des Weiteren vier Cinch-Stereo-Audio-Eingänge und einen 7.1 Mehrkanalextern-Eingang plus 7.1 Vorverstärkerausgang. Der Anschlussumfang wird durch 3 optische und drei koaxiale Digitalausgänge erweitert. Auch bietet der Yamaha einen digitalen optischen Ausgang. Videoseitig sorgt der 1067 mit vier YUV analog Eingängen und einem YUV analog Ausgang für Furore. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Dock-, Netzwerk-Anschluss und 2 HDMI 1.4a Ausgänge, simultan zu verwenden

Übersicht

RS-232c Schnittstelle, 2 Triggerausgänge

Menüs, Setup und Konfiguration

Auf unserer speziellen Sonderseite finden Sie über 30 Menü-Screenshots, die die neu entwickelten Yamaha Menüs in beinahe vollem Umfang präsentieren. Insgesamt geht die Bedienung, hat man die Logik einmal durchschaut, enorm einfach von der Hand. Die Symobole sind recht eindeutig, nettes Feature am Rande: Wählt man die verschiedenen DSP-Programme onscreen an, hat jedes Programm sein eigenes kleines Logo. Über die Taste „Options“ sind elementare Einstellungen rasch zu ändern. Die Fernbedienung ist gut strukturiert, weist allerdings etwas zu kleine Tasten auf. Auch das Navigationskreuz ist nicht perfekt positioniert und zudem zu klein. Praktisch ist die schnelle dedizierte Anwahl von Musik- oder Filmprogrammen per Shortcut-Taste auf der Fernbedienung. Auch sehr gut sind die verschiedenen Scene-Funktionen. Hinter diesen verbergen sich programmierte Macros z.B. für das Anschauen einer Blu-ray oder einer DVD. Gesamtnote: Ausgezeichnet - Hervorragend. 

Internet Radio, Streaming und USB

Der RX-V1067 erkannt alle PCs und Server im Netzwerk problemlos. Er kann allerdings nur Musikdateien (MP3, WAV, WMA, AAC, FLAC) streamen und keine Foto- oder Videodateien. Ohne Schwierigkeiten funktioniert die Internet Radio Funktion. Wie gewohnt, kann man nach z.B. nach Land oder Genre sortieren, sich besonders empfehlenswerte Stationen (Highlightended) anzeigen lassen oder Favoritenlisten erstellen. Die Menüführung ist sehr einfach und somit selbsterklärend. Ein USB-Stick für die Wiedergabe von Musikdateien kann ebenfalls abgeschlossen werden.In 2 Punkten muss der User Abstriche in Kauf nehmen: Zum einen gibt es keine Applikation für die Steuerung des AV-Receivers mittels iPod Touch oder iPhone, zum anderen muss man, möchte man die auf dem iPod oder iPhone gespeicherten Musiktitel über den RX-V1067 wiedergeben, nach wie vor auf ein kostenpflichtiges optionales Dock zurückgreifen. Bei der Konkurrenz von Denon, Onkyo oder Pioneer ist dies nicht mehr nötig, hier reicht es, das übliche iPod/iPhone USB-Kabel in den AVR zu stecken. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Testequipment
Klang

Sehr gutes Einmesssystem

Das YPAO Einmesssystem kann nun an bis zu 8 Positionen einmessen. Es gibt keine Mindestanzahl an Positionen, an denen eingemessen werden muss. Das System stellt dem Anwender nach beendetem Einmessvorgang verschiedene Kurven (Flat, Front, Natural) zur Verfügung. Diese kann der User im Menüpunkt „PEQ Select“ im manuellen Speaker Setup auswählen. Zudem bietet der 1067 auch die Möglichkeit, lautsprecherselektiv mit manuellem EQ eine eigene Abstimmung zu kreiren – und zwar parametrisch. Band, Frequenz sowie der Q-Faktor können für jeden einzelnen Lautsprecher angepasst werden. Ist es auch möglich, sich die automatisch ermittelten Kurven Flat, Front oder Natural in den Manual EQ zu kopieren, um dann individuelle Veränderungen vorzunehmen – vorbildlich. Klanglich präsentiert sich gerade die „Natural“ EQ-Kurve als prima gelungen, der Sound wirkt lebendig und sehr homogen. Der Bass ist deutlich üppiger geworden, ohne an Präzision einzubüßen. Die Zeiten, in denen YPAO eine eher schmale Basscharakteristik beim Einmessen als Ergebnis präsentierte, sind offensichtlich vorbei.

Ganz gleich, ob mit oder ohne YPAO: Der RX-V1067 zeigt sich als ausgesprochen kräftig im Bassbereich. Dies wird auch dann offensichtlich, wenn man anstatt eines aktiven Subwoofers plus zwei schlanken Standlautsprechern ein Paar bassstarke und große Standlautsprecher verwendet. Bereits die Wiedergabe komprimierter Streams aus dem Internet Radio gelingt dem 1067 überzeugend. Der Enhancer zum Aufpolieren derartiger datenreduzierter Musik arbeitet exzellent und fügt dem davor emotionslosen Klangbild Tiefe, eine solidere Bühne, eine bessere Effektwiedergabe und mehr Fundament sowie Klarheit hinzu. PLII Music arbeitet mit homogener Klangverteilung und lebendiger Gesamtakustik. Die Höhen sind minimal zurückgenommen gegenüber der Wiedergabe in Stereo, dafür aber kann man souverän laut hören, ohne jeden aggressiven Einschlag. Neo:6 Music wirkt nicht so ausgewogen und akustisch spitzer. Die oberen Mitten sind deutlich repräsentiert, während der anschließende Grundtonbereich etwas zu kurz kommt. Dieses kleine Missverhältnis gibt es bei PLII Music nicht. Richtig Gas gibt der 1067 auch im Multichannel-Stereo-Modus. Selbst ohne angeschlossenen aktiven Bass als Support realisiert er ein energiegeladenes, nachdrückliches Klangbild. 

Wer diesen Schalter betätigt, darf sich über eine kraftvolle und harmonische Wiedergabe freuen



Beim Anhören normaler CDs in Dolby PLII Music oder auch in Stereo fällt auf, dass der RX-V1067 von der bislang gekannten, feinnervig-neutralen und minimal schlanken Linie abweicht: Er präsentiert sich als „Vollgasfahrer“, der danach giert, gefordert zu werden. Sehr pegel- und spielfreudige Boxen wie die nuBox 681 im Stereobetrieb oder auch unser angenehm und gleichzeitig lebendig agierendes Quadral Chromium Style Surroundset passen sehr gut zum Yamaha. Wer es im Hochtonbereich sehr räumlich, aber nicht zu transparent möchte, greift zu Boxen mit Bändchenhochtönern, wer den Fokus auf Transparenz und Brillanz legt, nimmt Boxen mit Kalottenhochtöner. Insgesamt bietet der 1067 eine überragende sowie mitreißende Grobdynamik. Er bietet bereits im Stereobetrieb eine herausragende Räumlichkeit, diese geht aber etwas auf Kosten des letzten Quentchens Durchhörbarkeit im Hochtonbereich. Wer gern effektorientierte Musik hört, wird die Auslegung des RX-V1067 sehr begrüßen. Zu diesem Charakter passt die Pegelfestigkeit – dieser AV-Receiver bewegt etwas. Er hat keine Mühe auch mit Boxen, die durchaus auf einen leistungsfreudigen Zuspieler angewiesen sind und keinen Top-Wirkungsgrad aufweisen. 

Nun waren wir gespannt, ob uns der RX-V1067 bei der Blu-ray-Wiedergabe richtig Freude bereitet. Wir legten die soundstarke Iron Man 2 BD in unseren Sony BDP-S570 und lehnten uns entspannt zurück – der 1067 bringt von Beginn an viel Atmosphäre in den Hörraum. Die sehr gut verständliche Stimme von Tony Stark bei seinem Dementi ist als Pluspunkt zu verzeichnen. Auch der Music Score agiert kräftig und räumlich. Im nächsten Kapitel folgt dann der spektakuläre Auftritt – Stark bekennt sich zu seinem zweiten Ego „Iron Man“ und tritt als solcher gleich bei der Erfindermesse „Stark Expo“ auf. ''

Der aggressive Music Score und die Fluggeräusche verbindet der Yamaha zu einem tiefgehenden, nachdrücklichen Filmerlebnis, unüblich dicht und kraftvoll für die Preisklasse. Seine Fähigkeiten stellt der RX-V1067 sehr gut in der Monte Carlo-Szene unter Beweis. Die dröhnenden Motoren der alten Rennwagen und der erste Auftritt von Whiplash mit seinen hoch gefährlichen Peitschen bringt der AV-Receiver sehr eindrucksvoll zum Auditorium. Die quietschenden Reifen des über die Rennstrecke eilenden Rolls-Royce und die funkensprühenden, blitzenden Peitschen sind auch bei stark gehobenem Pegel eine Mischung, die Actionfans mit Gänsehaut überzieht. Der 1067 agiert im Vergleich zu früheren Yamaha AVRs mit mehr Wucht, Kraft und Energie, ist nicht mehr ganz so feinnervig und minimal ins Metallische gehend. Er ist wärmer und etwas weicher abgestimmt. Wer gern und oft laut hört, wird sich schnell mit dieser Abstimmung angefreundet haben, zumal die Grobdynamik darunter nicht leidet. Auch wird im Bassbereich nicht nur Nachdruck, sondern auch ein stimmiges Maß an Präzision aufgeboten. Die Stimmwiedergabe ist ebenfalls sehr gut und stellt auch kleinere typische Merkmale prima heraus, wie man schön an der Stimme von Pepper Potts nachvollziehen kann. 

Auch bei "Batman - the Dark Knight" (Blu-ray, Dolby TrueHD 5.1) setzt sich der RX-V1067 gekonnt in Szene und profitiert schon gleich zu Filmbeginn von seinen leistungsstarken Endstufen und der nachdrücklichen, aber nicht übertriebenen Ansteuerung des aktiven Subwoofers. Die zerspringende Glasscheibe wird akustisch prima wiedergegeben - zwar könnte das Fliegen der Splitter noch etwas schneidender und spitzer wirken, dafür aber ist die Räumlichkeit ausgezeichnet. Feindynamische Unterschiede werden gut berücksichtigt, dies kann man am Aufbau des Spannungsbogens, der vom Music Score nicht unwesentlich getragen wird, nachvollziehen. Bei der Stimmwiedergabe merkt der kundige Zuhörer die leicht dämpfende Wirkung durch die Masken, die die Schergen des Jokers tragen. Nachdruck und Kraft zeichnen den 1067 bei der Wiedergabe der Schießerei in der großen Schalterhalle aus. Die Schreie der entsetzten Bankkunden gellen mitten im Raum und werden sehr gut verteilt. Der Schuss mit dem Schalldämpfer in den Rücken eines Schergen arbeitet der Yamaha ebenfalls sehr gut heraus. Die massiven Schüsse aus der Pumpgun des Filialleiters bieten "großes Kino" - Energie und eine enorme räumliche Wirkung. 

Bei "Vivere - Live in Tuscany" (Blu-ray, PCM 5.1) weiß der Yamaha auch zu überzeugen. Die Stimme von Andrea Bocelli klingt charismatisch, die Kirchenglocken im Hintergrund kommen gut heraus. Als dann das Konzert startet, ertönt mit enormer Räumlichkeit das Klatschen des Publikums. Auch das Orchester ist zu vernehmen, hier stehen harmonische, fließende Übergänge und ein fülliger, leicht warmer, sehr angenehmer Gesamtkörper im Vordergrund. Wer auf analytische Transparenz Wert legt, sollte sich nach einem anderen AV-Receiver umschauen. Wer aber gern harmonisch-raumfüllend mit emotionaler, runder Wiedergabe hört, liegt beim 1067 goldrichtig, gerade dann, wenn man als Lautsprecher noch Boxen mit Bändchenhochtöner einsetzt. Die Stimme Bocellis ist auch während des Gesangs gut detailliert, im Hochtonbereich legt der 1067 aber den Schwerpunkt auf Harmonie und nicht auf das letzte Bisschen Brillanz. Yamaha-typisch - alles hat sich doch nicht geändert - kommt das Piano sehr schön und gediegen zum Ausdruck. 

Bei herkömmlichen Tonformaten – in unserem Fall Dolby Digital 5.1 EX von der Star Wars Episode III DVD – langt der RX-V1067 ebenfalls mit Nachdruck hin und bringt im DSP-Modus „Sci-Fi“ ein räumlich weites und effektgeladenes Klangbild zustande, das auch die vielen Explosionen in der Eröffnungssequenz sehr gut zum Ausdruck bringt und auch bei hohem Pegel akkurat durchstrukturiert. Der Hochtonbereich ist sehr angenehm und wird nicht spitz, allerdings kann man hier auch nachvollziehen, was teurere AV-Receiver noch besser machen – sie bieten noch mehr Durchhörbarkeit und Finesse bei der Ausprägung kleiner Einzelheiten. 

Mit seinem runden, räumlichen Sound räumt der 1067 auch bei der Wiedergabe der Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi (SACD) viele Punkte ab. Die Streicher sind im Eröffnungssatz fließend gespielt, sie bieten eine gute Transparenz und kommen nie aggressiv zum Ausdruck. Der volle, lebendige Bassbereich macht sich beim Einsatz des gesamten Orchesters schön bemerkbar. Details werden in den vorderen Ebenen auch in langsameren Sätzen prima herausgearbeitet. Die Detaillierung lässt erst in den hinteren Ebenen etwas nach. Bei "Cruel" von Bryan Ferry (SACD - Frantic) beeindruckt die Stabilität in der Stimme - nur im letzten Detail könnte der 1067 noch geschmeidiger agieren. Sehr gut gefällt uns die klare Positionierung auf der virtuellen Bühne sowie die gute Front-/Surroundverteilung, die der Yamaha offeriert. Gerade letzteres führt auch bei der instrumentalen Präsentation von James Bond 007 Titelmelodien durch das Royal Philharmonic Orchestra (SACD - Beispiel: legendärer Titelsong von "Goldfinger") zu erhöhtem Hörgenuss. Die Räumlichkeit stellt sich überhaupt zusammen mit der kraftvoll-angenehmem Gesamtdarstellung als großer Pluspunkt des eleganten AVRs heraus. 

Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - Hervorragend. 

Video

Das De-Interlacing von Videomaterial gelingt nicht restlos überzeugend. Bei der AVEC Professional Test DVD werden die schwarzen und weißen Schriften, die in unterschiedlichen Geschwindigkeiten vor weiß/rot/blauem Hintergrund laufen, etwas zu unscharf und ruckelig wiedergegeben. Die Farbtrennung ist ebenfalls nicht perfekt. Deutlich besser gelingt die Wiedergabe des magentafarbenen Siemenssterns vor grünem Hintergrund. Sowohl der zentrierte große Stern als auch die vier kleinen Sterne in den Bildecken laufen recht ruhig und gleichmäßig, Bildruckeln kommt nur in sehr geringem Umfang vor. Das über eine stehende schwarze Linie schwingende Pendel wird gut wiedergegeben. Prima sind Schärfe und die Sichtbarkeit des Rot-Blauen Pendelinneren, leichtes Bildzittern sowie kleinere Nachzieher sind zu bemängeln. Das bewegte Stadtbild von Esslingen wirkt minimal künstlich, was man an der kurzzeitig fokussiert sichtbaren Holzstruktur des Geländers gut erkennen kann. Ansonsten ist die Bildgüte ordentlich, ohne dass Klassen-Benchmarks gesetzt werden. Die Rasenflächen sind von der Farbgebung her authentisch, der Bildhintergrund erscheint aber etwas pixelig. 

Bei Star Wars Episode III haben wir die Qualitäten bei der Upconversion von Filmmaterial auf 1080p überprüft. Das Gebotene ist ordentlich – die Schrift ist farblich korrekt gesättigt und wird an den Rändern nicht weiß. Sie läuft relativ ruhig durchs All, erst im Hintergrund zittern manche Lettern. Der Sternzerstörer wird recht scharf, aber mit leicht unruhigem Bildstand präsentiert. Sehr gut ist die Plastizität des Bildes, man unterscheidet klar den fliegenden Zerstörer von den unteren Bildebenen mit der Planetenoberfläche. Diese Stärke unterstreicht der 1067, als die beiden Raumjäger von Obi Wan und Anakin nach unten in die Raumschlacht abkippen. Der AV-Receiver modelliert ein plastisches Panorama bis in die unteren Bildebenen durch, das ist top. Kritik müssen wir jedoch an den ab und zu auftauchenden Doppelkonturen üben. Die Details in den Gesichtern von Obi-Wan und Anakin arbeitet der Yamaha prima heraus. Auch die Explosionen während der Schlacht strukturiert der 1067 tadellos durch. Nur der Bildstand könnte auch hier noch eine Spur stabiler sein.  Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut - ausgezeichnet. 

Konkurrenzvergleich
  • Onkyo TX-NR1008: Der Onkyo ist deutlich teurer, bringt dafür aber auch neun Endstufen und ein THX Select 2 Zertifikat mit. Der 1008 klingt samtiger und feingeistiger als der Yamaha und arbeitet noch mehr vokale Details heraus - eine Tugend, die seinem Vorgänger Onkyo TX-NR1007 nicht so lag. Der Yamaha verbucht mit seinen erstklassiges DSPs, dem hervorragenden YPAO Einmesssystem und den tollen Menüs Pluspunkte. Zwar sind die Onkyo-Menüs auch sehr gut gelungen, aber die neuen Yamaha-Menüs mit vereinfachter Bedienlogik stellen nochmals einen Sprung nach vorn dar. Sehr gut ist beim Onkyo, dass der iPod einfach mittels USB-Kabel Verbindung aufnehmen kann und daher kein separates Dock erworben werden muss. Videoseitig weisen beide Maschinen Verbesserungspotential auf, für den Onkyo spricht allerdings der tolle Video-EQ. Dafür sind die Lautsprecherkabel-Anschlussbuchsen beim 1067 hochwertiger.
  • Sony STR-DA3600ES: Auch der Sony weist keine in allen Punkten überzeugende Videosektion auf, was ebenso wie beim Yamaha und beim Denon darin begründet liegt, dass der Chip nicht mehr der neuesten Spezifikation entspricht. Top sind beim Sony der Ethernet-Hub, die enorme Kraft im Bassbereich, die sehr gute Grobdynamik, der ziemlich neutrale, schnörkellose Sound und die hochwertige Fernbedienung. Sogar eine 2. Fernbedienung liegt bei. Der 3600er ist teurer, ist dafür aber Streaming-technisch noch talentierter und streamt auch Video- und Fotodateien, wenngleich hier die Formatevielfalt höher liegen könnte. Das Sony-Einmesssystem ist nicht mit der Konkurrenz auf Augenhöhe. 
  • Pioneer VSX-LX52: Der schon etwas ältere Pioneer hält mit eleganter Optik und kraftvollen Endstufen noch sehr gut mit. Die Grobdynamik ist immer noch top. Feindynamisch aber ist mittlerweile die Konkurrenz besser, auch bei der Räumlichkeit. Von den brandaktuellen Pioneers hatten wir den allerdings sehr viel teureren und somit hier außer Konkurrenz laufenden Pioneer SC-LX83 im Test, der eine viel geschliffenere, gediegenere Auslegung an den Tag legt und somit zu den aktuell besten AVRs überhaupt gehört. 
Fazit

Der RX-V1067 präsentiert sich in moderner und schicker Optik. Das Ausstattungspaket ist gigantisch, ganz gleich, ob es sich um die Anschlussbestückung, den Menüinhalt oder um nützliche Sonderfunktionen handelt. Nur ein Video-EQ wird etwas vermisst, dafür entschädigen reichhaltige Audio-Optimierungs-Features. Klanglich ist der 1067 enorm stark – und das ist wörtlich zu nehmen, denn die Kraft und der Nachdruck versprühen den Charme deutlich höherer Preisklassen. Souverän meistert der Yamaha auch den Kraftakt, leistungsfähige Frontlautsprecher zu versorgen, ohne dass ein aktiver Subwoofer Arbeit im Bassbereich abnimmt. Bestnoten verdient sich der 1067 bei Räumlichkeit und akustischer Gesamtharmonie. Das neue Menü gefällt ausgezeichnet, hat man einmal die Logik dahinter durchschaut, geht die Bedienung intuitiv von der Hand. Bei den Multimediafunktionen vermissen wir das Streaming von Video- und Fotodateien. Auch ist es nicht mehr zeitgemäß, dass man ein iPhone oder einen iPod nicht direkt mittels USB-Kabel an den AV-Receiver anschließen kann, sondern ein optionales Dock erwerben muss. Die Optik des Gerätes gefällt ausgezeichnet und strahlt Eleganz sowie Solidität aus. 

Harmonisch klingender, sehr kraftvoller AV-Receiver mit üppiger Anschlussbestückung, hervorragendem Einmesssystem und eleganter Optik

AV-Receiver Mittelklasse
Test 02. Dezember 2010

+ Exzellente Räumlichkeit
+ Hervorragende akustische Gesamtharmonie
+ Sehr viel Kraft und Nachdruck
+ Enorm pegelfest
+ Schicke Optik und solide Verarbeitung
+ Gelungene neue Menüs
+ Üppige Anschlussbestückung

- Kein Streaming von Video- und Fotodateien
- iPod nur mittels optionalem, Dock anzuschließen
- Performance der Videosektion überzeugt nicht im letzten Detail

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Datum: 02.12.2010

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