Yamahas Pianocraft MCR-940 ist eine Kompaktanlage mit BD-Player und einem
Receiver mit 2x 65 W Ausgangsleistung und den NS-PB300 Lautsprechern zum UVP von
919 €. Die Kombination soll multimediale Formatvielfalt und audiovisuelle Güte
in kompakter Ausführung und elegantem Piano-Finish bieten. Die Grundgeräte
sind in Schwarz und Silbern erhältlich sowie die Lautsprecherkomponenten in
Schwarz und Weiß. Die geringen Abmessungen der Anlage mindern den
Austattungsumfang nicht, der vollwertige Blu-ray Player liefert 1080p/24Hz-Signale und
ist dank Ethernet-Anschluss sogar BD-Live fähig, selbst ein iPod-Dock ist in
der Mikro-Anlage inkludiert.
Verarbeitung
Kompakte Abmessungen
Front Receiver
Bedienelemente BD-Player
Receiver Innen
Trafo im Detail
BD-Player innen
Lüfter BD-Player
Anschlüsse Rückseite
Ausreichend dimensionierter Gummistandfuss
Lautsprecher NS-BP300
Anschlüsse Lautsprecher
Fernbedienung
Der optische Eindruck ist gediegen - solche Noblesse versprühen
nur wenige Komplettanlagen der Liga < 1000 EUR. Die Aluminiumfronten sind
akkurat eingepasst und weisen eine gute Oberflächenqualität auf. Die
ausgezeichnet auflösenden Displays von BD-Player und Receiver passen zu diesem
Eindruck. Merkwürdigerweise ist der Input-Regler gerastert, der
Lautstärkeregler jedoch nicht. Gut in der Hand liegen beide Regler. Die kleinen
Regler für Hochton- und Basswiedergabe sowie für die L/R Balance sehen gut
aus, sind aber nicht perfekt verarbeitet. Sie sind etwas zu leichtgängig, nicht
gerastert und bestehen aus Kunststoff. Lautsprecher und Receiver weisen keine
billigen Klemmanschlüsse, sondern Schraubterminals auf, wobei besonders die
Exemplare am Receiver recht hochwertig erscheinen. Die Boxen sind an den
hinteren Ecken sauber, aber relativ einfach verarbeitet. Das Gehäusefinish ist
gelungen, die Hochglanzoptik sehr gut umgesetzt. Die Verarbeitung der
Gehäuserückseiten von BD-Player und Receiver ist sehr gut, keine scharfen
Kanten stören das Gesamtbild. Auch das Innenleben zeigt wenig Kritikpunkte -
die Verkabelung im Receiver könnte noch etwas übersichtlicher sein, ansonsten
überzeugt die akkurate Anordnung der Baugruppen. Prima - unter den Komponenten
finden sich ordentliche Gerätestandfüße. Die mitgelieferte Fernbedienung
gefällt mit ihrem guten Finish. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse:
Ausgezeichnet.
Video Verarbeitung
Anschlüsse
Die Yamaha-Anlage bringt erfreulicherweise solide
Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse an der Verstärkereinheit und an den Boxen
mit. Ansonsten ist anschlussseitig alles Nötige vorhanden: Der BD-Spieler
verfügt neben einem HDMI-Output über einen analogen Komponentenausgang, einen
FBAS-Ausgang, eine Netzwerkbuchse (nur für die Einbindung ins Netzwerk, um mit
dem Internet für die Nutzung von BD Live zu verbinden), ein USB-Eingang (nur
für Firmware-Updates und den Anschluss eines Speichermediums für BD Live
Daten). Es gibt nur einen optischen Digitalausgang, ein koaxialer fehlt.
Eine "System Connector"-Spezialbuchse ist für die Verbindung mit der
Receivereinheit zuständig. Nicht viel Auswahl bietet die Anschlusssektion des
Receivers. Zwei Audio Stereo Cinch-Eingänge, ein Cinch Vorverstärkerausgang
für den Direktanschluss eines aktiven Subwoofers, der Systemkabelanschluss und
ein FM-Antennenanschluss sind vorhanden. Gesamtnote: Gut - sehr gut.
Anschlüsse Player
Cinch-Slots Receiver
Lautsprecheranschlüsse
Video Anschlüsse
Setup und Konfiguration
Setup
Alle relevanten Justageparameter finden sich unter dem Menüpunkt
"Einstellungen". Die Menüs sind grafisch eher schlicht gehalten, zum
Verständnis gibt es kurze Erläuterungen. Die Fernbedienung ist leider nicht
beleuchtet, teilweise sind die Tasten etwas klein. Dafür entschädigt der gute
Druckpunkt. Überzeugt haben uns die echten Punktmatrix-Displays mit sehr guter
Ablesbarkeit und tadellosem Kontrast.
1. Audio-/Videoeinstellungen
Audio-Ausgabe
TV-Screen-Setting
HDMI-Auflösung
TV-Einstellung 16:9 oder 4:3
Komponentenausgabe von 480i bis 1080i
HDMI-Videoausgabe von 480p bis 1080p oder auto inklusive 1080p/24
Kamerasymbol anzeigen (bei Discs mit wählbarem Blickwinkel)
Passwort-Einstellungen zur Kindersicherung
BD Internetzugang: zulassen/beschränken/sperren
6. Kommunikations-Setup: Netzwerkeinstellungen
7. Software-Version anzeigen lassen
8. USB-Speicherverwaltung (USB-Stick formatieren und Daten löschen)
9. Software-Update (funktioniert nur über USB)
10. Systemrücksetzung
Insgesamt stehen nur Grundfunktionen zur Verfügung. Es fehlen ein Video-EQ
oder wenigstens voreingestellte Bildfelder. Da Yamaha audioseitig DSP-Pionier
ist, hätten wir uns zudem über ein paar hervorragende Yamaha DSP-Programme
gefreut - die Piano Craft-Anlage hat aber lediglich einen schaltbaren Pure
Direct-Modus. Die schön aussehenden Klang- und Balance-Regler sind nur direkt
am Gerät und nicht über die Fernbedienung einstellbar. Gesamtnote in Relation
zur Preisklasse: Gut.
Einlesezeiten & Betriebsgeräusch
Casino Royale, BD: 38 Sekunden
Indiana Jones & The Kingdom of the Crystal Skull, BD: 53 Sekunden
Fluch der Karibik, BD: 54 Sekunden
Star Wars Episode III, DVD: 35 Sekunden
Sahara, DVD: 29 Sekunden
DVD Layerwechsel, Top Gun DVD Kapitel 18 auf Kapitel 19: Akzeptabel, für
einen kurzen Moment bleibt das Bild stehen.
Die Yamaha Kompaktanlage kann in diesem Bereich leider nicht mit Top
Performance aufwarten. Casino Royale ist mit 38 Sekunden gerade noch akzeptabel,
die Einlesezeiten der beiden anderen Blu-rays sind aber ebenso wenig
zufriedenstellend wie die erbrachten Zeiten bei DVD. Das Betriebsgeräusch ist
positiver zu werten, weder Laufwerk noch Lüfter empfinden wir als störend.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Befriedigend.
Multimedia und Netzwerk
Komplett-Anlage mit gedocktem iPhone
iPod
Die Wiedergabe von einem iPod ist bei korrekter Bedienung sehr einfach und
frei von Hindernissen. Oben am Receiver aufgesteckt muss nur noch die iPod-Taste
der FB gedrückt werden und die Anlage wird u.a. durch das Abschalten des
BD-Players auf das Abspielen vom iPod vorbereitet. Das OSD wird komplett
abgeschalten, zur übersichtlichen Navigation kann nur das iPod-Display
verwendet werden. Achtung: Kein Video-Output! Die Bedienung kann aber weiterhin
über die FB der Yamaha Anlage vorgenommen werden, hier werden jedoch die Play-
und Navitasten im oberen Drittel verwendet und nicht das Navigationskreuz im
unteren Bereich der Remote. Jegliche Audiodateien inklusive Podcasts werden
wiedergegeben.
BD-Live
Nach Anbringen unseres 16GB USB-Sticks mussten wir leider feststellen, dass
die Yamaha Anlage keine NTFS-formatierten Medien unterstützt. Generell ist die
USB-Funktion ausschließlich auf BD-Live beschränkt, JPEG oder AVCHD-Wiedergabe
kann nur über ein optisches Medium im Laufwerk erfolgen. Unser
Austausch-USB-Medium im FAT32-Format wird aber sofort erkannt und der BD-Live
Funktion steht nur noch die erfolgreiche Internetverbindung im Weg. Wer sein
Netzwerk nicht über DHCP verwalten lässt muss hier manuell Parameter setzen.
Sind alle Vorkehrungen getroffen erfolgt die BD-Live Verbindung flott und lädt
die Daten ohne weitere Verzögerungen auf den Stick.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Gut - sehr gut.
Akustisch konnte sich die kompakte Yamaha-Anlage ausgesprochen gut in Szene
setzen - ganz gleich, ob CDs, BDs oder DVDs abgespielt wurden. Beginnen wir mit
der CD-Wiedergabe: Nightwishs schnelles, hartes Stück "Master Passion
Greed" kommt auch bei deutlich gehobenem Pegel noch ausdrucksstark zum
Zuhörer. Dafür, dass als Lautsprechersystem lediglich 2 Regalboxen zur
Verfügung stehen, ist die Basswiedergabe überragend. Der Bass kommt genau auf
den Punkt, zudem kokettiert er mit Kraft und Volumen. Dass bezüglich des
möglichen Tiefgangs keine Wunder zu erwarten sind, dürfte niemanden erstaunen
- bei diesem Stück aber ist diese Tatsache auch eher sekundär. Insgesamt
spielt die MCR-940 ausgewogen und klar, die oberen musikalischen Ebenen werden
gut auseinander differenziert. Der Hochtonbereich bleibt lange angenehm, wird
aber bei hohen Lautstärken dann minimal spitz. Die Mitten gliedern sich
tadellos ein und sind sauber durchstrukturiert. Verblüffend ist die enorme
räumliche Wirkung - der Klang löst sich anstandslos von den beiden
Lautsprechern und verteilt sich homogen im Raum - gerade für kleinere
Lokalitäten zwischen rund 12 und etwas über 20 Quadratmeter eignet sich die
MCR-940 hervorragend. Bei "Bodies" von Robbie Williams setzt die edle
Yamaha Komponentenanlage ihre persönliche Erfolgsstory fort: Mit Verve und
Energie wird der Song in den Hörraum transportiert, die instrumentale und die
vokale Grundebene kann stets klar unterschieden werden. Die Stimme von Robbie
erscheint nur bei deutlich gehobenem Pegel dann zu schneidend, was die
Gesamtharmonie dann herunter setzt. Doch für gnadenlose Pegelorgien ist ein
solches System auch nicht geschaffen - eher fürs gepflegte Musikhören am
Feierabend, und dazu eignet sich die MCR-940 vortrefflich. Im Gegensatz zu
anderen 2.0 und 2.1 Lösungen klingt sie nie auswechselbar und oberflächlich,
sondern baut immer ein natürliches Charisma auf, das den Zuhörer fesselt und
so das Musikerlebnis intensiviert. Die umschließende Räumlichkeit ist auch bei
diesem Beispiel prägendes und fokussierendes Merkmal. Der Bass neigt weder zum
Verschmieren noch zum Dröhnen, sondern steht recht trocken, satt und präzise
im Raum. Die instrumental dargebotenen Titelmelodie des 007-Streifes
"Goldfinger" (gespielt vom Royal Philharmonic Orchestra) wird mit der
gebotenen Sensibilität und mit tadellosem Management der Dynamiksprünge
dargeboten. Die MCD-940 belegt mit dieser Vorstellung eindrucksvoll, dass sehr
gute Werte nicht nur bei der Grob- sondern auch bei der Feindynamik bei
kompakten Stereolösungen auch auf der Tagesordnung sein können. Selbst
komplexe Instrumente werden akkurat erfasst und mit tadelloser Charakterisierung
wiedergegeben.
Den Filmliebhaber wird noch mehr die Leistungsfähigkeit bei der
Filmtonwiedergabe interessieren. Um diese ermitteln zu können, musste sich
unser Testkandidat mit der Blu-ray von "Stirb Langsam 4.0" (DTS-HD MA)
auseinander setzen. Wir wählten das 5. Kapitel, in diesem kommt es zu einer
erbitterten Schießerei zwischen McLane und den Schergen des erbarmungslosen
Thomas Gabriel. Ein wenig muss man hier mit dem Lautstärkeregler aufpassen - zu
laut sollte es nicht werden, denn dann ertönen die Schüsse etwas zu spitz und
kreischend, das hat auch zur Folge, dass andere akustische Komponenten wie die
Wiedergabe der Stimmen von McLane und Farrell untergehen und das gesamte
Klangbild zu deutlich ins Schrill-Metallische kippt. Mit erhöhtem Pegel kann
aber ohne Schwierigkeiten gehört werden - dann beeindruckt die Yamaha BD-Anlage
mit räumlich dichtem Aufbau und einer tadellosen Präzision. Mit exaktem Timing
kommen die Schüsse beim Auditorium an, und auch Kleinigkeiten wie das Wechseln
des Magazins an McLanes Waffe, in unseren Testreihen immer wieder als Beispiel
für die Einbindung kleinerer Effekte heran gezogen, arbeitet die MCR-940 gut
heraus. Die Stimmwiedergabe erscheint ab und zu etwas zu distanziert und
minimal blechern. Bei der Explosion des Feuerlöschers im Flur fällt auf, dass
es unten herum an Substanz fehlt - doch bei Yamaha weiß man, was Cineasten
wünschen: Natürlich befindet sich auf der Rückseite in Vorverstärkerausgang
zum Anschluss eines aktiven Subwoofers, und als wir einen Teufel
S 5000 SW zum Einsatz brachten, gab es zum Thema Tiefgang keine Diskussionen
mehr. Präzise und linear wird der leistungsfähige Woofer angesteuert, und auch
ohne echte Surroundboxen und ohne Center schafft die MCR-940 so echte
Kino-Atmosphäre. So gerüstet, macht auch "Casino Royale" (PCM
Mehrkanalton) richtig Freude, und zwar von Beginn an: Die tobende Menge in der
provisorischen Kampfarena besitzt Struktur und Ausdruckskraft, und der Music
Score kommt mit Wucht und Prägnanz zur Geltung. Die anschließende
Verfolgungsjagd zwischen 007 und dem dunkelhäutigen Bombenleger bringt unser
Yamaha-System mit Schwung und erneut sehr guter Räumlichkeit zur Geltung, als
die Gasflasche auf der Baustelle detoniert, sind wir erstaunt, was an Wucht
schon ohne aktiven Subwoofer geboten wird. Natürlich - schaltet sich der Teufel
S 5000 SW mit dazu, ist noch deutlich mehr Spaß dabei, da Druck und vor
allem Tiefgang merklich steigen. Gesamtnote in Relation zu Gerätekategorie und
Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.
Bild
Blu-ray
Casino Royale, Kapitel 1, 1080p24
Das
zweite Kapitel des mittlerweile nicht mehr ganz aktuellen 007-Films beginnt mit
einem tadellosen Kameraschenk über die Kampfarena und einer sehr guten
Plastizität in den äußeren Bildbereichen. Auch die flinken Handbewegungen während
der Wetteinsätze setzt der BD-Player zitterfrei um. Die Grau- und Schwarztöne
des verkohlten Holzbalkens sind sehr sauber differenziert und kontraststark. Die
Verfolgungsjagd durch den Dschungel zeigt uns neben den flinken Bewegungen ein
sattes Grün und ein stabiles Bildgeschehen. Nach dem Sprung über den Zaun und
dem Durchbrechen der Barrikade mit dem Radlader sehen wir eine sehr gute, nicht
übertriebene Farbgebung der rostroten Rohbaustelle. Die stabile Darstellung
setzt sich in der Jagd nach oben fort und begeistert mit ausgezeichneter
Tiefenstaffelung der Kranausleger vor dem Ozean.
Fluch der Karibik, Kapitel 1+2, 1080p24
Nicht nur das ruhige Bild gefällt an der kompakten Mikroanlage, auch kleine Details und Strukturen werden fein herausgearbeitet. Die
Galionsfigur, klar dem
Schiff vorweg, und die dahinterliegende Holzreling sind scharf und fein
durchzeichnet, ebenso die Windsegel im Hintergrund, durch den Nebel hindurch
etwas unscharf lassen sich die Verwaschungen und Alterserscheinungen deutlich
erkennen. Die tadellose Detaildarstellung setzt sich in den Gesichtsnuancen der
verschiedenen Protagonisten, u.a. Jack Sparrow in Kapitel 2, fort. Authentizität
in den Hauttönen ist auch gegeben, ein leicht rötlicher Einschlag durch die Färbung
der untergehenden Sonne auf Cpt. Sparrows Gesicht ist erkennbar. In der
schwierigen Szene der drei aufgeknüpften Piraten kann der Player nicht ganz an
die Eindrücke bei 007 heranreichen, liefert aber trotzdem ein sauberes
Ergebnis. Probleme bei Kameraschwenks horizontal wie vertikal konnten wir nicht
feststellen.
DVD
AVEC Professionel Test DVD, Videomaterial 576i -> 1080p
Laufende Schriften: Die Laufschriften vor verschieden
farbigem Hintergrund werden sehr sauber und ohne Nachzieheffekte und Artefakte
dargestellt, in der schnellsten Geschwindigkeit ist die Darstellung nicht mehr
perfekt.
Schwingendes Pendel: Das Pendulum ist nicht ganz so präzise und klar wie die
Laufschrift, aber noch mit gutem Ergebnis. Die Balken bleiben in der zweiten
Geschwindigkeit differenzierbar und auch die Pendelspitze bleibt stabil.
Stadtbild Esslingen: Sehr gute Tiefenstaffelung und Plastizität wird aus dem
eher schwachen SD-Material herausgearbeitet, auch die Detaillierung ist gut.
Skalierungsartefakte und Rauschen an den Hausdächern hält sich in Grenzen.
Star Wars Episode III, Filmmaterial 576i -> 1080p
Die gelbe Laufschrift zu Beginn der Episode III wird läuft mit sattem Gelb
sauber nach hinten ab, lediglich in der hinteren Ebene ist ein leichtes
Verblassen der Farbe zu erkennen. Zahlreiche Sterne sind im Hintergrund des
ruhigen Bildverlaufs zu erkennen. Der nächste Blick gilt dem imperialen Zerstörer,
der abgesehen von leichtem Zittern an der Schiffsspitze sauber am TV abgebildet
wird. Hohe Kontraststärke wird am schwach beleuchteten Heck des Raumschiffes
deutlich. Das Abknicken der beiden kleinen Raumjäger in der folgenden Szene läuft
ohne häßliches Zittern der Objektkanten ab und betont die gute Plastizitätsdarstellung
im Blick auf Coruscant. Die Farben während des Kampfgeschehens und der
laufenden Explosionen wirken nicht ganz so lebendig wie beim Ablaufen des
Bildschirmtextes angedeutet, bleiben aber trotzdem authentisch und betonen nicht
extrem den Video-Look.
Gesamtnote Bild in Relation zu Gerätekategorie und Preisklasse:
Ausgezeichnet.
Konkurrenzvergleich
Pioneer BCS-FS500: Die preislich
fair kalkulierte Pioneer 2.1 Lösung kommt bezüglich des
Verarbeitungsniveaus trotz gefälliger Optik nicht an die Yamaha-Lösung
heran. Hier merkt man den Mehrpreis schon. Auch klanglich zieht die für
ihre Preisklasse hervorragende BCS-FS500 den Kürzeren - obwohl die MCR-940
"serienmäßig" keinen Subwoofer mitbringt. Die hochwertigen
Yamaha-Boxen detaillieren aber besser, klingen dichter, souveräner und
besitzen einen deutlich besseren Grundtonbereich. Was die visuellen
Qualitäten betrifft: Hier trumpft die Pioneer BCS-FS500 groß auf und weist
die Yamaha-Lösung, wenn auch knapp, in die Schranken. Was Einlesezeiten und
Multimedia-Optionen angeht, sind beide Systeme keine Highlights.
Sony BDV-Z7: Der Mehrpreis gegenüber der
Sony-Anlage ist gerade für anspruchsvolle Anwender beim Yamaha-Ensemble gut
angelegt. Beim Bild herrscht Gleichstand, aber die Akustik der MCR-940 ist
deutlich gepflegter, souveräner und klarer. Die Verarbeitungsgüte ist ein
einer ganz anderen Liga angesiedelt. Zudem hat die Sony-Lösung kein
integriertes oder mitgeliefertes iPod-Dock. Die BDV-Z7 agiert allerdings
schneller als die langsame MCR-940.
Samsung HT-BD7200: Optisch
schick und prima ausgestattet, hat die 2009er Samsung Anlage unter den
AV-Einsteigern viele Freunde gefunden. Klanglich und visuell aber muss sie
sich der MCR-940 geschlagen geben. Dafür sind die multimedialen
Möglichkeiten der HT-BD7200 umfangreicher, und das Laufwerk arbeitet
deutlich schneller. Die Verarbeitung wirkt im Vergleich mit der MCR-940
einfach.
Fazit
Gelungene Design-Kombination
Während so manches 2.1 Komplettsystem optisch sehr progressiv daherkommt,
hält sich Yamaha mit der MCR-940 Komplettlösung eher an den klassischen Stil
und spricht damit auch ältere, konservativere Kunden an. Diese Zielgruppe
werden auch die hervorragende Verarbeitung, die deutlich über dem liegt, was
man ansonsten bei solchen Gerätschaften geboten bekommt, sehr zu schätzen
wissen. Klanglich beeindruckt die MCR-940 absolut - gerade Feindynamik und
Räumlichkeit sind deutlich besser als das, was man bei den meisten 2.0 und 2.1
Lösungen serviert bekommt. Wem Tiefgang und Nachdruck im Bassbereich nicht
ausreicht, der kann an den vorhandenen Vorverstärkerausgang einen externen
aktiven Subwoofer anschließen. Die visuelle Performance ist ebenfalls tadellos,
die BD-Wiedergabe überzeugt mit guten Farben und ordentlicher Detailtreue, und
auch die Upconversion von 576i Material gelingt sehr gut. Nachholbedarf zeigt
die edle 2.0 Anlage allerdings in den Punkten Multimedia-Fähigkeiten und
Laufwerksgeschwindigkeit. Eine Streamingfunktion und ein für mehr als nur BD
Live zu nutzender USB-Eingang stehen auf unserer Wunschliste, und das leise
Laufwerk sollte deutlich schneller einlesen. Zudem gibt es weder vorprogrammierte
Bildfelder noch einen individuell
Yamahas MCR-940 präsentiert sich optisch edel und
audiovisuell stark - die Ausstattung ist aber etwas spärlich
Test 08. Juni 2010
2.0/2.1-Systeme obere Mittelklasse
+ Sehr gute Räumlichkeit
+ Tadellose Ausgestaltung des Grundtonbereiches
+ Feindynamisch überraschend gut
+ Homogenes und detailreiches BD-Bild
+ Saubere Upconversion von 576i Material auf 1080p
+ Exzellente Verarbeitung
+ iPod Dock integriert
- Kein Netzwerk-Streaming
- Träges Laufwerk
- Kein Video-EQ
Technische Daten: www.yamaha-online.de Test: Carsten Rampacher, Jens Willershausen, Philipp Kind
08. Juni 2010