TEST: Toshiba Edge LED-LCD 55WL743 - Top-Performance in allen Bilddisziplinen

27. September 2010 (cr)

Beleuchtetes Logo

Edle Fernbedienung

55WL743

Einleitung

Nicht jeder braucht einen 3D-fähigen Flachbildschirm - trotzdem kann aber auch der 2D-Freund ein ausgemachter Hightech-Liebhaber sein. Genau für diesen Personenkreis offeriert Toshiba die WL743 Serie mit HD-Multituner, drahtloser sowie kabelbasierter Netzwerkintegration, Windows 7-Kompatibilität, Edge LED Hintergrundbeleuchtung, Active Vision M200HD Schaltung für flüssige, gestochen scharfe Bewegungswiedergabe und umfangreichen Anschlussmöglichkeiten. Das Topmodell, der 55WL743 mit 140 cm Bilddiagonale, kommt auf einen Markpreis von rund 2.200 EUR und war bei uns in der Redaktion zu Gast. 

Video-Überblick

 

Verarbeitung

Hochwertige Anmutung

Fuß im Detail

Standfuß

Rahmen

Logo

Rückseite

Netzschalter

Seitliche Bedienelemente

Fernbedienung mit schicker Oberfläche

IR Diode

Unterseite der Fernbedienung aus mattem, einfachem Kunststoff, der nicht sonderlich kratzempfindlich ist

Der 55WL743 ist sehr ordentlich verarbeitet und gefällt mit seiner noblen Anmutung. Die Oberflächenqualität ist gut, zu bemängeln ist nur, dass die Rückseite des TVs aus Kunststoff besteht. Im Betrieb erwies sich unser Testsample als leise und fiel nicht negativ durch Sirren oder Brummen vom Netzteil auf. Offensichtlich benötigt der 55WL743 keine aktive Kühlung, was den Geräuschpegel weiter senkt. Der relativ dicke Rahmen ist von einem Acrylglasrand umgeben, vorn unten im Rahmen sitzt mittig das wahlweise (zu ändern im Menü) beleuchtete Toshiba-Logo. Der Standfuß gibt guten Halt in nahezu allen Lebenslagen, er passt vom Design her ausgezeichnet zum TV. An der Ausführung der zahlreich vertretenen Anschlussterminals gibt es nichts auszusetzen. Die mitgelieferte Fernbedienung erscheint hochwertig hinsichtlich der Materialqualität. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet – hervorragend. 

Anschlüsse

Anschlüsse für Antennen-/Kabel- und Satellitentuner

Anschlussübersicht

Seitlich: USB- und HDMI-Terminal

2. USB-Anschluss fürs WLAN-Dongle

SD Kartenslot, Common Interface-Einschub

Seitlicher FBAS-Anschluss

Anschlüsse hinten:

  • Netzwerk RJ45

  • 3 x HDMI

  • Antennten+Kabeltuner, Satellitentuner

  • Komponente plus 2-Kanal Audioeingan (Cinch)

  • Optischer Digitalausgang

  • 2 x Scart

  • Vorverstärkerausgang für aktiven Subwoofer

  • 2-Kanal-Audioausgang

  • dedizierter PC-Eingang plus 3,5 mm Audioklinkeneingang analog bei Verbindung PC-Out DVI auf HDMI-Adapter, hier kann man dann für die Tonwiedergabe ein 3,5 mm Klinkenkabel (analog) legen

Anschlüsse seitlich:

  • FBAS + 2-Kanal Cinch Audio

  • 3,5 mm Kopfhörerausgang

  • HDMI

  • USB 1

  • USB 2 für Wireless-Dongle

  • Common Interface

  • SD Kartenleser

Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend. 

Setup/Konfiguration und Bedienung

Navigationskreuz

Im unteren Bereich befindet sich eine herunterziehbare Klappe

Bedienelemente unter der Klappe

Laut-/Leise-Taste

Einige Elemente heben sich farblich ab

Signalwahl

Einstellung des Senderwahl-Modus

Automatischer Sendersuchlauf - Kabeltuner

Satelliten-Autosuchlauf vor dem Start

Automatischer Sendersuchlauf

Menü Anwendungen

Menü Präferenzen

Tunerauswahl per Shortcut direkt von der Fernbedienung aus

Quick-Menü

Die mitgelieferte Fernbedienung ist relativ groß, liegt aber trotzdem noch gut in der Hand. Der Kontrast zwischen Gehäuse und Tasten ist aber zu gering, zudem fehlt eine Beleuchtung wenigstens der wichtigsten Funktionselemente. Der Arbeitswinkel ist etwas schmal geraten, man muss ziemlich genau auf den rechts unten im Gehäuse integrierten Sensor zielen. Die Reichweite geht in Ordnung. Die grafisch guten Menüs sind prima ablesbar, aber recht umfangreich. Bei Erstinbetriebnahme legt man Land, Sprache und Einsatzort (zu Hause oder im Geschäft) fest. Man hat bei der automatischen Tunerinstallation für den eingebauten Multituner die Möglichkeit, nur analoge, nur digitale oder analoge und digitale Stationen suchen zu lassen. Richtet man z.B. Kabel- und Satellitentuner ein, hat man später nach Drücken der Taste „TV“ auf der Fernbedienung die Möglichkeit, zwischen den einzelnen Tunern umzuschalten. Der Auto-Sendersuchlauf dauert gerade aufgrund der Programmvielfalt im Sat-Modus relativ lange, er arbeitet aber zuverlässig. Toshiba liefert im Gegensatz zu Sony z.B. keine im Gerät integrierte Bedienungsanleitung mit. Wir vermissen auch Hilfetexte in den jeweiligen Menüs, die den Nutzen der angewählten Funktion für den Anwender erläutern. Die weiter unten in den entsprechenden Wertungen beschriebenen Video- und Audioeinstellmöglichkeiten fallen enorm umfangreich aus und erweisen sich überdies als nützlich. Dies gilt auch für verschiedene Shortcuts. Über die zweite Taste von links oben aus gesehen lässt sich der Bildmodus direkt wechseln, die Taste mittig daneben ändert das Bildformat. Mit der Quick-Taste auf der Fernbedienung, die sich zwischen den angenehm zu handhabenden Grundreglern für Kanalwechsel und Lautstärke befindet, kann man in einem kleinen übersichtlichen Menü wichtige Grundfunktionen schnell abändern. So kann man Bildmodus und Bildformat ändern, ebenso ist ein direkter Zugriff auf den YouTube Client und auf den Mediaplayer möglich. Gesamtnote: Ausgezeichnet.

Multimedia

Mediaquellen

Auswahl des Dateityps

Musikwiedergabe

Videoübersicht

Diashow-Schnellmenü

YouTube-Client

Der Toshiba kann wahlweise kabelbasiert oder mittels mitgeliefertem USB-Dongle kabellos ins Netzwerk eingebunden werden. Er ist dann in der Lage, Musik-, Foto- und Filmdateien von PCs und Home Servern zu streamen, die im Heimnetzwerk eingebunden sind. Allerdings wollte sich der 55WL743 mit unserem unter Twonky Media laufenden Home Server nicht anfreunden und spielte zumindest keine Videos ab. Bei der Fotowiedergabe hatten wir mehr Glück, auch Musik konnte der 55WL743 streamen. Mit unserem unter Win7 Ultimate laufenden PC gab es hingegen bei der Videowiedergabe keine Schwierigkeiten. Im Videobereich werden MPEG1, MP4, DivX-avi sowie WMV wiedergegeben. Bei MKV-Containern hatten wir kein Glück. Bei der Fotowiedergabe hatten wir mit dem beliebtesten Format jpeg Erfolg, gif oder png wollte der Toshiba nicht darstellen. Bei der Wiedergabe von Musikdateien können wir leider auch keine großen Erfolge vermelden. AAC- sowie Flac-Dateien laufen nicht, nur MP3 und WMA. Bei der Formateflexibilität bietet sich demnach deutlicher Spielraum für Verbesserungen. Das gilt auch für die USB-Wiedergabe. Obwohl auch andere Dateiformate auf dem Stick enthalten waren, wollte der 55WL743 nur DivX-avi und MPEG1 wiedergeben. An Fotoformaten steht jpeg, an Musikformaten MP3 zur Verfügung. Legt man eine SD- oder SDHC-Karte in den Slot, können nur jpeg-Bilder angezeigt werden. Integriert ist noch ein YouTube HD Client, der bei Einbindung in ein Netzwerk mit Internetzugang verwendet werden kann. Das Tool funktioniert schnell und problemlos. Insgesamt erzielt der 55WL768 ein durchschnittliches Ergebnis in der Multimedia-Bewertung. Gesamtnote: Befriedigend – gut. 

Bild

Bildmenü

Erweiterte Bildeinstellungen, 1

Erweiterte Bildeinstellungen, 2

Farbeinstellungen

Farbtemperatur

Aktivierung des automatischen Helligkeitssensors

Graph, der den Steuerungspegel in Abhängigkeit vom Umgebungslicht präsentiert

Rauschunterdrückungen

Resolution +

Steuerungsvisualisierung

Video-EQ

Der 55WL743 verfügt über einen sehr umfangreichen Video-EQ, den wir im folgenden vorstellen möchten. Als erstes zu nennen wären verschiedene vorkonfigurierte Bildfelder. Diese umfassen als erstes den sehr praktischen Auto View Modus. In dieser Betriebsart stellt sich der TV bezüglich elementarer Grundparameter auf die Situation am Aufstellungsort automatisch ein und berücksichtigt Veränderungen im Surrounding, um unter allen Bedingungen die identische Bildgüte liefern zu können. In unseren Testreihen reagierte die Auto View Funktion schnell z.B. auf ansteigenden oder absinkenden externen Lichteinfall. Die gewählten Paneleinstellungen erscheinen stimmig und angenehm neutral, so dass man diese Betriebsart allen Anwendern, die wenig Lust verspüren, eigene Settings anzufertigen beziehungsweise je nach Quelle unterschiedliche Bildfelder zu verwenden, nur empfehlen kann. 

Natürlich wartet der 55WL743 aber mit weiteren Bildfeldern auf – das „Standard“ Programm ist auch gut zu gebrauchen, ist aber statisch und reagiert nicht dynamisch wie Auto View. Bei aktiviertem automatischem Helligkeitssensor wird lediglich die Helligkeit abhängig von den Lichtverhältnissen im Aufstellungsraum geregelt. Ansonsten punktet „Standard“ mit gefälligem und ausgewogenem Bild. 

Für Filmfreunde empfiehlt sich der „Film“ Modus, der mit augenfreundlichem und kinogemäßem Bild punkten kann. Farben werden ebenfalls gefällig und angenehm präsentiert, der Kontrast sowie die Bildschärfe sind authentisch. Der „Kino“ Modus arbeitet aber nur dann überzeugend, wenn der externe Lichteinfall möglichst klein gehalten wird.
Nicht wirklich zu gebrauchen ist der Modus „Dynamisch“. Hier sind Helligkeit, Farben und Kontrast überzogen, nur bei starkem externen Lichteinfall bringt diese Betriebsart irgendeinen Sinn.

Die beiden Betriebsarten „PC“ und „Spiele“ vervollständigen die vordefinierten Bildfelder. 

Darüber hinaus finden sich umfangreiche Parameter, mit deren Hilfe der versierte Anwender das Bild nachhaltig und effektiv optimieren sowie anpassen kann. 
Zunächst sind alle elementaren Regler aufgeführt, sie lassen sich alle sehr sensitiv einstellen und somit ist eine gezielte, genaue Bildverbesserung möglich. Diese elementaren Justageoptionen umfassen Regler für Panelhelligkeit, Kontrast, Bildhelligkeit, Farbe, Farbton und Gesamtbildschärfe. Unter dem Punkt „erweiterte Bildeinstellungen“ stehen gerade für erfahrene Anwender, die auch vor einer ausführlichen, Gewinn bringenden Kalibrierung des 55WL743 mittels dafür ausgelegten Programmen (Colour Facts z.B.) nicht zurückschrecken, viele Menüoptionen bereit. 

Bei aktiviertem 3D Farbmanagement kann man Farben und Weißpunkt exakt auf einen vordefinierten Referenzlevel trimmen. Bei den Farbeinstellungen können Primär- und Sekundärfarben – in Worten Rot, Grün, Blau, Gelb, Magenta, Cyan – exakt und effektiv in Farbton, Sättigung und Helligkeit konfigurieren. Das Untermenü zu „Farbtemperatur“ sieht zweierlei vor. Zum einen kann die Farbtemperatur für eine etwas gröbere, meist aber ausreichende „Standortbestimmung“ in Stufen von 0 bis 10 eingestellt werden. Des Weiteren aber stehen mit RGB Gain und Offset Reglern aber auch Tools für die präzise Bestimmung des Weißpunktes zur Verfügung. 
Im Menü „erweiterte Bildeinstellungen“ kann man auch den automatischen Helligkeitssensor, der die Intensität des Umgebungslichtes misst, aktiveren. Des Weiteren kann man in den professionellen Paneleinstellung den Steuerpegel des Sensors – also wie stark die Anhebung bzw. Absenkung der Bildhelligkeit in Abhängigkeit von den externen Lichtverhältnissen ausfällt – beeinflussen. 

Weitere Parameter im Video-EQ umfassen eine aktivierbare dynamische Hintergrundbeleuchtung, einen einstellbaren sSchwarz-Weiß-Level sowie verschiedene vordefinierte Gammawerte zur Anpassung der Gammakurve. An Rauschfiltern, die man im BD-Betrieb am besten deaktiviert, sind ein MPEG Rauschfilter sowie eine DNR (Digital Noise Reduction) mit an Bord. Beide sind mehrstufig schaltbar, für die DNR steht auch ein Automatikmodus bereit. 

Sehr gut arbeitende elektronische Zusatzschaltungen finden sich ebenfalls in den erweiterten Bildeinstellungen. Schon seit einigen Generationen verbaut Toshiba die Resolution + Technoligie, die zur Aufgabe hat, bei SD-Material einen Quasi HD-Effekt zu erzeugen. Die Stärke des Effektes kann gewählt werden. In mittlerer Position wird ein scharfes, plastisch wirkendes Bild bei SD-Quellen erzeugt, wichtig ist allerdings, dass man nicht direkt vor dem TV sitzt, sondern schon einige Meter Betrachtungsabstand einhält. Des Weiteren vorhanden ist die Active Vision M200 Pro Funktion, die flüssige und ruckelfreie Bewegungen garantiert. Die Filmstabilisierung hält die Modi „Hoch“ und „Standard“ bereit, natürlich kann man sie, ebenso wie Resolution + und Active Vision, auch deaktivieren. Bei Resolution + empfiehlt sich die Deaktivierung auf jeden Fall dann, wenn HD-Material zugespielt wird. 
Der 55WL743 verfügt noch über verschiedene Bildschirm-Modi. „Nativ“ ist die richtige Einstellung bei Zuführung von Full-HD-Material zum Beispiel von einer Blu-ray- Des weiteren gibt es Breitbild, 4:3, Super Live und Kino. 

Bild Blu-ray

Casino Royale: Der 55WL743 kann direkt in der Schwarz-Weiß-Sequenz zu Filmbeginn seine Talente unter Beweis stellen. Er modelliert kleine Kontrastdifferenzen fein heraus und zeigt auch Details, wenn das Gesamtbild wie im Office in Prag recht dunkel ist. Schon das Bürogebäude von außen wird facettenreich wiedergegeben. Die Segmentanzeige des Aufzugs kommt hervorragend zur Geltung. Sehr gut hebt sich kurze Zeit später Bonds Mantel vom Bürostuhl ab. Der Hemdkragen seines Gegenspielers, des korrupten Sektionsleiters, wirkt scharf durchzeichnet. Das Streifenmuster des Hemdes ist präzise erkennbar. Auch die Stoffoberfläche seines Mantels wirkt authentisch. Die Hautoberfläche präsentiert sich bei beiden Akteuren als sehr gut herausgearbeitet. Im 2. Kapitel betrachtet der Zuschauer von oben eine improvisierte Kampfarena, in der sich Mungo und Schlange aufs Äußerste bekriegen. Beide Tiere sind schon aus der Vogelperspektive gut zu erkennen. Das gilt auch für den sandigen Untergrund. Die Vegetation sowie die Wellblechdächer der umliegenden Hütten modelliert der 55WL743 mit Sinn fürs Detail heraus. Die Bewegungen sind flüssig und scharf. Das Gebiss des angriffslustigen Mungos wird genau gezeigt, ebenso ist die Haut der Schlange präzise sichtbar. Bond, der an einem verkohlten Holzbanken lehnt, wird plastisch und realistisch gezeigt. Die Holzstruktur des Balkens kommt sehr gut zum Ausdruck. Als der Bombenleger die sms auf seinem Moiltelefon empfängt und dieses zur Hand nimmt, ist die Hautoberfläche der Finger schon beinahe überscharf sichtbar. Bei der Flucht des Bombenlegers, die zur Großbaustelle führt, überzeugen die sehr gut wiedergegebenen Bewegungsabläufe aufs Neue- Als 007 mit dem großen Radlader angreift und der Bombenleger das Feuer eröffnet, sind die Einschusslöcher, die die Pistole auf der Windschutzscheibe der Baumaschine hinterlassen hat, genau zu erkennen. Die Gasexplosion kurze Zeit später modelliert der 55WL743 stimmig durch. Als der Blick aus schwindelerregender Höhe auf die Baustelle mit den Baufahrzeugen fällt, sticht die enorme Detaillierung hervor. Das Blau des Himmels gibt der Toshiba sehr gekonnt wieder, das glitzernde Meer, das unter den Kranausläufern sichtbar wird, hat eine realistische, natürliche Optik, die die Reflexionen der gleißenden Sonne angemessen berücksichtigt. Beim Heranzoomen des Kranauslegers bleibt praktisch die volle Bildschärfe vorhanden. Zudem ist die Bewegung gleichmäßig und ruhig. Nun folgt der nächste Teil der Verfolgungsjagd weiter unten im Gebäudekomplex. Das Mauerwerk des Rohbaus, das aus Beton besteht, erscheint schon in 2D enorm plastisch – wir sind gespannt, was die nun erhältlichen 3D-fähigen Toshiba LCDs leisten, Test folgt. Zurück zu „Casino Royale“: Als Bond nach der kurzen Mitfahrt im Kleinlastwagen abspringt und im Laub landet, ist beinahe jedes einzelne Blatt zu erkennen. Das Innenleben der baufälligen Botschaft mit allen Gebrauchsspuren stellt der 55WL743 überzeugend und auf höchstem Level dar. 

Fluch der Karibik 1: Der sehr gute Schwarzwert fällt gleich ab Filmbeginn auf. Als das Galionsschiff aus dem dichten Nebel auftaucht, hat uns der 55WL743 mit seiner hervorragenden 24p Stabilität überzeugt, die Bewegung des Schiffes auf den Zuschauer zu geschieht weich und fließend. Gleichzeitig sind beinahe alle auf der BD enthaltenen Details sichtbar. So wirkt die Galionsfigur sehr plastisch und detailreich, die Gebrauchsspuren an den Segeln kommen ausgezeichnet zur Geltung. Die kleine, an der Reling lehnende Elisabeth Swann ist schon aus größerer Distanz klar erkennbar, der hochwertige Stoff ihres edlen Kleides wirkt authentisch. Als sie ins Bildzentrum rückt und von 2 Holzpfeilern umgeben ist, stellt der Toshiba die schönen Konturen des Kindergesichtes exzellent heraus und modelliert zudem die Oberfäche der Holzpfeiler sehr gut durch. Die in Kühle tendierende Farbtemperatur eben dieser Anfangssequenz arbeitet der 55WL743 mit Sorgfalt heraus. Auch im 2. Kapitel zieht der 55WL743 alle Register seines Könnens und präsentiert einen farblich sehr sauberen blauen Himmel. Die Wellenbewegung des Meeres kommt hervorragend heraus, Jacks Gesicht im Großformat besticht durch die feine Nivellierung auch kleiner Kontrastdifferenzen. Die heftigen Gebrauchsspuren an Sparrows schrottreifem Boot werden in praktisch allen Einzelheiten wiedergegeben. Der Haarschmuck des Piratenkapitäns kommt ebenfalls bestens zur Geltung. Einzelne Taue weisen eine exakt definierte Struktur auf, und die visuelle Räumlichkeit ist auf sehr beachtlichem Level. Wie kontraststark der 55WL743 ist, beweist auch die kurze Sequenz, als Jack die zur Warnung gehängten Piraten passiert. Allerdings wirkt die enorm starke Durchzeichnung im linken Bereich des Felsens schon beinahe unnatürlich. Abhilfe schafft hier der realistischer darstellende Film-Modus. Sehr gut arbeitet der Toshiba heraus, dass sich die Piratenskelette vor den dahinter liegenden Hügeln befinden. Die Vegatation an den Hügeln wird detailliert auf den Bildschirm gebracht. 

DVD

Filmmaterial, 576i auf 1080p hochkonvertiert, Star Wars Episode III: Die typische gelbe Laufschrift zu Beginn des dritten Teils wirkt farblich sehr ausgewogen, zudem läuft die Schrift scharf und ruhig nach hinten durch. Allerdings gab es ein paar kurze „Aussetzer“, hier bildete die Schrift im mittleren bis hinteren Bereich Wellen und flimmerte sichtbar. Sehr gut – der 55WL743 holt enorm viele Sterne auf den Bildschirm. Als der republikanische Sternzerstörer ins Bild fliegt, kann sich der 55WL743 sehr gut behaupten – das große Raumschiff wird gerade bei Verwendung von Active Vision M200HD und Resolution + sehr scharf und detailreich präsentiert. Selbst die Kommandobrücke und die vordere rechte Flanke stehen still und zittern nicht. Als die beiden Raumjäger ins Bild fliegen und nahe der Oberfläche des Zerstörers im rasanten Flug durchs All düsen, stellt der 743 die beiden parallel stattfindenden Bewegungsabläufe – der langsamere Zerstörer und die schnelleren Raumjäger – einwandfrei dar. Als die beiden kleinen Fluggeräte nach unten in die Schlacht abkippen, eröffnet sich dem Zuschauer ein scharfes, bis in die unteren visuellen Ebenen klar durchstrukturiertes Szenario. Während die Raumjäger mitten durch die mit großer Härte ausgetragene Schlacht fliegen, um zum Kommandoschiff von General Grievious zu gelangen, wirken alle Bewegungsabläufe stabil und sicher. Der gesamte Bildstand weiß zu überzeugen. Flimmern oder Zittern tritt nur selten auf, das Scalingrauschen fällt gering aus. 

Videomaterial, 576i auf 1080 hochkonvertiert, AVEC Professional Test DVD: Die vor weiß-rot-blauem Hintergrund in drei unterschiedlichen Geschwindigkeiten durchlaufenden Schriften in schwarz beziehungsweise weiß stellt der 55WL743 hervorragend dar. Die durch Bewegung entstehenden Unschärfen sind sehr klein und von einiger Distanz aus kaum festzustellen. Die ausgezeichnete Farbtrennung und der ruhige, sichere Lauf der Schriften sind weitere Vorzüge. Der große Siemensstern, in Magenta gehalten, in der Mitte des nächsten Testbildes läuft sicher und gleichmäßig, die Segmente sind klar definiert, das gilt auch für die vier kleinen Siemenssterne in den Ecken. Sehr gut gefällt die gleichmäßige Ausleuchtung des Bildes ohne Helligkeitsunterschiede, wie sie bei Edge LED TVs der ersten Generation gern zu sehen waren. Der 55WL743 kokettiert auch mit seinem großen Betrachtungswinkel, so dass problemlos mehrere Personen Sendungen sowie Filme zusammen anschauen können, ohne dass die außen Sitzenden ernsthafte qualitative Einbußen hinnehmen müssen. Das Pendel, welches in unterschiedlichen Geschwindigkeiten über eine stehende schwarze Linie schwingt, ist allzeit scharf erkennbar, das Innenleben zeigt sich akkurat unterteil. Nur an der Spitze kommt es zu leichten Nachziehern. Die Linie bleibt praktisch ohne Zittern stehen. Bei der sich drehenden Dame vor verschieden farbigem Hintergrund begeistert der Toshiba mit ruhiger und ruckelfreier Drehbewegung. Die Konturen sind sauber gezeichnet, der Glanz in den Augen der Dame wirkt authentisch. Auch bei weißem Hintergrund sind die Umrisse des ebenfalls weißen Kleides prima zu erkennen. 

Bild digitale Tuner

Sehr gutes 720p Tunerbild

Satellit: Schon bei SD-Bildern hinterlässt der Tuner eine ausgesprochen gute Figur. Im „Auto View“ Modus produziert der 55WL743 ein kontrastreiches Bild mit angenehmer Farbgebung. Aktiviert man Resolution +, wirkt das Bild plastischer und schärfer. Active Vision M200HD steht für flüssige Bewegungsabläufe, es kommt kaum zu Ruckeln. Bei HD-Signalen in 720p wirkt das Bild sehr klar und lebendig, es kommt nur zu geringer Rausch- und Artefaktebildung. Sehr gut gefällt auch im HD-Betrieb die neutrale, echt wirkende Farbgebung. 

Kabel: Auch der Kabeltuner kann im HD-Betrieb (720p) überzeugen. Das Bild ist farbecht, detailreicht, scharf und bietet einen sehr guten Kontrast. Das Rauschverhalten ist günstig. Im SD-Betrieb ist das Bild ebenfalls prima, die Schärfe ist immer noch als gut zu bezeichnen. 

Gaming, PS3, 720p, Gran Tourismo 5 Prologue

Der 55WL743 bietet auch für Gamer ein hervorragendes Bild. Befehle, die mit dem Game Controller gegeben werden, kann der Flachbildschirm ohne Verzögerung umsetzen und vermeidet somit den bei Spieleliebhabern gefürchteten Input Lag. Der sehr gute Schwarzwert und die visuelle Gesamtdynamik sprechen ebenfalls für den Toshiba, der auch über einen speziellen Spiele-Bildmodus verfügt, mit dem Games besonders authentisch und atmosphärisch dicht erscheinen. Die Autos und die Umgebung gibt der 55WL743 in vielen Einzelheiten wieder, die schnellen Fahrbewegungen werden stabil umgesetzt. Dass Upscaling von 720p auf 1080p gelingt exzellent. 

Gesamtnote Bild in Relation zur Preisklasse: Hervorragend. 

Ton

Tonmenü

Erweiterte Toneinstellungen

Sound Navi

Audio-EQ: Der 55WL743 hat vielfältige Audioeinstellparameter und bietet die Möglichkeit, einen externen aktiven Subwoofer mittels Vorverstärkerausgang auf der TV-Rückseite anzuschließen. Damit der aktive Subwoofer aber auch anstatt der eingebauten Lautsprecher die Basswiedergabe übernimmt, muss im Menü „Präferenzen“ unter dem Unterpunkt „AV-Anschluss“ die Bassausgabe von intern auf extern umgestellt werden. 

Die weiteren Parameter finden sich im Ton-Menü. Hier kann bei Zweikanalton (Tonspur 1 deutsch, Tonspur 2 englisch z.B.) die gewünschte Sprache bzw. Tonspur gewählt werden, des Weiteren finden sich Regler für die Balance, für Dolby Volume (hält den Lautstärkepegel auch bei Quell- oder Programmwechsel konstant), die Dynamikbereichssteuerung, den Tonpegelausgleich und das Ein- sowie Ausschalten der TV-eigenen Lautsprecher. In den Kopfhörereinstellungen lässt sich die Kopfhörerlautstärke regulieren. Im Punkt Audio-Beschreibung kann diese aktiviert werden, zudem ist der Mischpegel einstellbar. 

Interessent ist der Menüpunkt „erweiterte Toneinstellungen“, denn dieser hält nützliche Zusatzoptionen bereit. Wählt man „Sound Navi“, kann in diesem kleinen, am linken unteren Bildschirmrand erscheinenden Menü die Aufstellungsweise des TVs – auf dem mitgelieferten Standfuss oder an der Wand – einstellen. Für die Wandmontage ist ein eigenes Preset des 5-Band-Grafikequalizers vorgesehen. Wer mag, kann nach Drücken der roten Farbtaste auf der Fernbedienung auch ein eigenes Setting für den EQ erstellen. Die Surroundmodi „Räumlich“ und „Kino“ finden sich ebenfalls in den erweiterten Klangeinstellungen. Die Stimmenverstärkung für optimale Verständlichkeit kann aktiviert werden. Der externe Subwoofer, falls angeschlossen, kann deaktviert werden, oder man verwendet die Einstellung „niedrig“ oder „hoch“ für die Intensität des Basses. Verwendet man keinen externen aktiven Subwoofer, kann man eine Bassverstärkung aktivieren, die aber kaum Ergebnisse bringt. 

Gerade dann, wenn man zusätzlich einen aktiven Subwoofer anschließt, ist der Klang überraschend gut. Die Zusammenarbeit Subwoofer – internes Lautsprechersystem funktioniert gut. Tadellos ist das niedrige Grundrauschen der Lautsprecher. Stimmen wirken zwar ein wenig dünn und tonal etwas zu hoch, sind aber auch bei gehobener Lautstärke problemlos verständlich. Bei aktivierter Surroundfunktion sind sogar Anflüge von Räumlichkeit heraus zu hören. 

Gesamtnote Klang in Relation zu Gerätekategorie: Ausgezeichnet.

Konkurrenzanalyse
  •  LG 60PK950: Noch preiswerter und noch größer - der LG erfüllt genau die Erwartungen der Anwender, die ein enorm großes Bild zum Schnäppchenpreis suchen. Bei der BD-Wiedergabe überzeugt er absolut, wenngleich das Bild des 55WL743 noch plastischer erscheint. Beim Thema Schwarzwert bleibt der sehr gute Toshiba beinahe auf Augenhöhe mit dem LG-Plasma, das wie der Toshiba einen tadellosen Video-EQ bietet. Bei der Upconversion von 576i auf 1080p fällt der LG zurück. 

  • Toshiba 46VX733: Der sehr preiswerte LCD mit kleinerer Bildschirmdiagonale ist für sein Geld sicherlich ein prima Gerät, gegen den in einer ganz anderen Liga spielenden 55WL743 aber hat er in allen Bilddisziplinen keine Chance.

  • Sony KDL-55EX505: Mit einer UVP von 1899 EUR ist der Sony eine Okkasion in der 55 Zoll-Liga, und er liefert auch tatsächlich fürs Geld einen enormen Gegenwert. Mit satterem Schwarz und besserer Kontrastdynamik sowie noch besserer 24p Stabilität rechtfertigt der Toshiba 55WL743 aber seinen Mehrpreis. 

Fazit

Der Toshiba 55WL743 begeistert mit seinem erstklassigen Bild bei der Wiedergabe von Blu-rays. Mit tiefem Schwarzwert, der schon in die Nähe von sehr guten Plasmabildschirmen kommt, neutraler, authentischer Farbwiedergabe, hervorragender Gesamtbildschärfe, enormer Plastizität und toller Detailtreue zieht er alle Register. Erwähnenswert ist auch die stabile 24p Darstellung. Dank des gleichermaßen opulent wie sinnvoll ausgestatteten Video-EQ ist der versierte Anwender glücklich, dank der exzellenten AutoView-Funktion freut sich aber genauso der Käufer, der weder die Erfahrung noch die Lust hat, den TV zeitraubend zu justieren. Aufstellen, Sendersuchlauf automatisch durchführen, AutoView aktivieren - und schon kann der Spaß losgehen. Mit einer sehr guten Upconversion von SD-Signalen kann der hochwertig verarbeitete japanische Flachbildschirm ebenfalls aufwarten. Zu loben sind das geringe Scalingrauschen und das souveräne De-Interlacing, das kaum störende Treppenstufen produziert. Der Multituner beweist durch Rauscharmut und scharfe Darstellung ebenfalls seine Klasse. Der 55WL743 ist sehr umfangreich mit Anschlüssen bestückt, hier bleibt kaum ein Wunsch unerfüllt. Sogar ein aktiver Subwoofer kann direkt am TV angeschlossen werden, somit kann man preiswert aus dem 55WL743 ein kleines Soundsystem machen, das für manchen normalen Anspruch ohne Schwierigkeiten ausreicht. Somit sind kaum Schwachpunkte, dafür viele Stärken auszumachen. Selbst am Preis kann man keinesfalls Kritik üben, für so ein formschönes wie technologisch hochstehendes Stück Technik sind rund 2.200 EUR wahrhaftig nicht zu viel. Doch am Rande taucht auch Kritik auf. In den Menüs finden sich keine Hilfetexte, die Fernbedienung ist nicht beleuchtet, und die Formatvielfalt im Multimediabereich lässt zu wünschen übrig. Zudem gibt es nur einen YouTube Client und keine weiteren internetbasierten Dienste, wie sie Konkurrenten von Sony, Samsung oder Philips anbieten. Hier besteht also noch Verbesserungspotential. Mit seinem rundherum erstklassigen Bild, dem Maßstäbe setzenden Video-EQ, der gelungenen Verarbeitung und der umfassenden Anschlussbestückung erringt der 55WL743 letzten Endes aber völlig verdient unser Referenzprädikat für 2D-LCD-TVs bei Bildschirmdiagonalen über 50 Zoll. 

Toshiba auf dem Vormarsch - der 55WL743 demonstriert, dass hochkarätige Technik, eine große Bildschirmdiagonale, ein erstklassiger Video-EQ und enorme Bildperformance auch zum vertretbaren Kaufpreis vereinbar sind

Flachbildschirme über 50 Zoll obere Mittelklasse
Test 27. September 2010

+ Exzellente 24p Stabilität
+ Hervorragende Bildschärfe und Detailtreue bei der BD-Wiedergabe
+ Erstklassiger Video-EQ
+ Sehr gute Upconversion von 576i auf 1080p
+ Tadelloser Schwarzwert
+ Authentische Farbwiedergabe
+ Ausgezeichneter Multituner
+ Resolution + und Active Vision M200HD
+ Sehr umfangreiche Anschlussbestückung
+ Kabellose oder kabelbasierte Netzwerkeinbindung möglich
+ Gerade zusammen mit externem aktiven Subwoofer prima Klang
+ Solide Verarbeitung

- Geringe Formatevielfalt im Multimediabereich
- Nur YouTube Client und keine weiteren internetbasierten Dienste

Technische Daten

http://de.consumer.toshiba.eu/de/products/tv/55WL743G#productDetailSpecifications

  ZURÜCK
Copyright © AREA DVD