TEST: Stereo-Standlautsprecher Teufel Ultima 800

25. Juni 2010 (cr)

Einführung

Für einen Paarpreis von 3000 EUR kann sich der versierte Stereo-Hörer Teufels aktuelles Spitzenmodell Ultima 800 ins Haus holen. Die wahlweise in hochglänzendem Schwarz oder in Walnuss lieferbaren Schallwandler beeindrucken mit vielen innovativen Detaillösungen. So arbeitet die Ultima 800 nicht als Bassreflexlautsprecher, wie oftmals üblich - sondern es ist auf der Gehäusefront zu den zwei aktiven Tieftönern ein passiver Tieftöner vorhanden. Auf der Gehäuserückseite sind drei weitere passive Tieftöner untergebracht. Vorteile dieser Lösung sieht Teufel in einer besonders hohen Pegelfestigkeit und dem Fehlen störender Mitteltonfrequenzen aus dem Bassreflexrohr. Zudem befinden sich oberhalb der Lautsprecherkabelanschlussterminals noch weitere Terminals - insgesamt drei an der Zahl. Mittels der mitgelieferten Brücken, die man ins Terminal 1, 2 oder 3 einsetzen kann, ergeben sich unterschiedliche Charakteristika hinsichtlich der Bassausprägung. Der Bass ist am deutlichsten ausgeprägt, wenn man keine Brücke verwendet. Steckt man die Brücke ins Terminal 1, ist der Bass etwas gedämpfter, am schlanksten ist er, wenn die Brücke sich in Terminal 3 befindet. Durch diese Beeinflussungen hat man die Möglichkeit, den Lautsprecher auf die jeweiligen räumlichen Gegebenheiten und auf den individuellen Hörgeschmack abzustimmen. Ob Teufel sich zum 30. Geburtstag des Unternehmens ein schönes audiophiles Präsent gemacht hat, lesen Sie im folgenden Bericht. 

Bass Alignment - Übersicht

Verarbeitung und Technik

Video - Overview

 

Die Ultima 800 präsentiert sich in sehr guter Qualität. Die Oberflächen erscheinen rein und sind sorgfältig auf Hochglanz poliert. Die Membranen sind gut und mit geringem Spaltmaß eingepasst, allerdings schauen die Schraubenköpfe ein Stückchen heraus, hier wäre ein komplett bündiger Abschluss für Detailfanatiker die noch schönere Lösung. Bauen wir ein Chassis aus, punktet es mit solidem Korb und dickem, leistungsstarken Magneten. Verbaut ist ein großer 33 mm Gewebekalotten-Hochtöner mit Neodym-Magnet und besonders großem Hub. Des weiteren findet sich  ein 10 cm Mitteltöner mit reiner Titan-Vollmembran, auch hier kommt ein Neodym-Magnet für besondere Leistungsstärke zum Einsatz. Durch die konkave Formgebung möchte Teufel ein breites Abstrahlverhalten mit einer hohen Stabilität über den gesamten Übertragungsbereich des Mitteltöners kombinieren. Für eine aussagekräftige Basswiedergabe sorgen zwei vorderseitige aktive, eine vorderseitige passive und drei rückwärtig untergebrachte passive Membranen. Sie kommen im Durchmesser auf jeweils 170 mm , als Membran kommt eine Rohacell Carbon Sandwich Membran zum Einsatz. Die Frequenzweiche ist preisklassengemäß aufwändig aufgebaut, wovon wir uns direkt überzeugen wollten, indem wir die Platte, auf denen die Terminals zum Lautsprecheranschluss und zum Einschleifen der Bass-Brücke (in der Einleitung geschildert) untergebracht sind, entfernten und uns genau die sauber verarbeitete Frequenzweiche anschauten. Teufel setzt auf langlebige und verlustarme Folienkondensatoren und verzerrungsfreie Luftspulen, die, um Mikrofonie-Effekte zu vermeiden, verbacken wurden. Die durchdachte Konstruktion der Frequenzweiche soll laut Teufel entscheidend zur Linearität von +/- 1 dB über den gesamten Frequenzbereich betragen. 

Übergang Schallwand-Gehäuse

Einpassung der Chassis

Geringe Spaltmaße....

...auch hier gut sichtbar

Befestigungspunkt fürs rückwärtige Abdeckgitter

Finish untere Gehäuseseite

Auffällig ist, dass es sich bei der Ultima 800 um keine enorm ausladende Box handelt (Abmessungen B x H x T 22 x 98 x 37,4 cm, Breite mit Metallstangen für die Spikes 31 cm). Daher ist es problemlos möglich, den formschönen Lautsprecher auch im Wohnzimmer zu integrieren. Das Gehäusevolumen von 43 Litern ist demnach auch eher moderat - Wunder hinsichtlich des maximal möglichen Tiefgangs können nicht erwartet werden. Das hohe Gewicht von über 31 kg dokumentiert den hohen konstruktiven Aufwand. Die dicken Gehäusewände bringen die nötige Steifigkeit und Stabilität ins Spiel. Auch bei gewaltigem Pegel sind keine Gehäusegeräusche zu vernehmen. Die relativ hart aufgehangenen Basschassis arbeiten auch bei hoher Lautstärke noch im idealen Bereich und schlagen nicht an oder verzerren. Die Ultima 800 ruht auf zwei Metallträgern, an deren Enden hochwertige Spikes angebracht sind. 

Die Lautsprecherabdeckungen - hier der obere Teil - wirken qualitativ nicht restlos überzeugend

Spikes, die an soliden Metallstangen befestigt werden, geben sicheren Halt

Großer 33 mm Hochtöner, ausgeführt als Gewebekalotte

Oberer LS-Teil mit Abdeckung

Sauber gerundete Kanten hinten

Hochglanz-Oberfläche

Die Belastungswerte fallen üppig aus - als kurzzeitige maximale Belastbarkeit werden 350 Watt genannt. Die empfohlene Mindest-Verstärkerleistung liegt bei 100 Watt, und diese sollte man auch unserer Erfahrung nach nicht unterschreiten, da sonst keine sichere Leistungsversorgung der edlen Boxen gewährleistet ist und unschöne Clipping-Effekte die Gesundheit der Chassis angreifen könnten. Der Lautsprecher eignet sich zum Anschluss an 4 Ohm-Verstärker und ist als 3-Wege-Konstruktion ausgeführt. Der Übertragungsbereich geht von 42 bis 27.000 Hz. 

Chassis

Magnet

Frequenzweiche

Herausgenommene Anschlussterminals

Insgesamt stellt die Ultima 800 eine aufwändige Konstruktion dar, auch die nach hinten gewinkelte obere Gehäusepartie zeigt, dass Individualität in nahezu jedem Detail offeriert wird. Leider aber ist keine Bi-Amping-Möglichkeit gegeben. Die Materialqualität ist sehr gut, wenngleich wir einige kleine Anmerkungen machen müssen, die Verbesserungsvorschläge beinhalten. Nicht der Preisklasse würdig sind die billigen Abdeckgitter - wir würden sie gleich ganz entfernen. Auf einem Kunststoffgerüst wird der Stoff aufgezogen, der bei einer unserer Testlautsprecher am Rand schon Falten warf. Sorgfältig sind alle Kanten abgerundet, auch die Einheitlichkeit im Glanz der Oberfläche überzeugt voll und ganz. Nicht ganz unsere Zustimmung findet der im Detail nicht überall perfekte Übergang der schwarzen Schallwand zum (in unserem Falle) walnussfarbenen Gehäuse. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Klang

Bietet die Ultima 800 gehaltvollen Stereoklang?

3 passive Membranen auf der Rückseite

The Royal Philharmonic Orchestra, „James Bond Themes“, Titel: “The James Bond Theme”, “Fron Russia with Love”, “Goldfinger”

Die weltbekannte Titelmelodie “The James Bond Theme”, deren tonale Grundmotive in allen 007-Movies irgendwann, wenn auch nur kurz, aufgegriffen werden, überzeugt durch Vielschichtigkeit, Volumen und Lebendigkeit. Lediglich die Ausschmückung im oberen Mitteltonbereich könnte noch etwas präziser ausfallen. Der bezüglich seines Impulsverhaltens sehr exakte Bass begeistert durch Schub und Aufbau. Das zackig gespielte Intro bei „From Russia With Love“ mit dem nachfolgenden, ruhigen, aber gleichzeitig spannungsgeladenen Teil, arbeiten die beiden Ultima 800 sehr gut heraus, der Einsatz der Streicher ist durch die differenzierte Darstellung sehr gut nachvollziehbar. Filigranes instrumentales Abklingen einzelner Nuancen ist hörbar – das ist auch in der 3000 EUR Preisliga (bezogen auf den Paarpreis) nicht selbstverständlich. Auch bei „Goldfinger“ begeistert unsere Kombi, die Blechbläser werden ohne Scheppern oder nasale Tendenzen absolut „clean“ zum Auditorium getragen. Die Räumlichkeit ist hervorragend – sogar dann, wenn man hinter den Lautsprechern steht, öffnen sie noch weit den Raum und spielen mit homogener Entfaltung ihrer klanglichen Fähigkeiten. 

Bedrich Smetana, „Die Moldau“, ab Beginn:

Schöner Übergang vom Hoch- in den Mitteltonbereich

Schwierig ist diese legendäre, wunderschöne Symphonie, berühmtestes Werk von Smetana, wiederzugeben. Die Mischung aus harmonisch-fließender Gesamtwiedergabe, kleinen filigranen Verschiebungen im dynamischen Gefüge und die samtige Ausarbeitung der Streicher stellen viele AV- und Stereo-Ketten vor schier unlösbare Probleme. Ganz anderes unser Team aus Arcam AVR500 und Teufel Ultima 800: Das Fließende, Einheitliche kommt ausgezeichnet zur Geltung, die Ausformung der Streicher überzeugt ebenso wie die Einarbeitung der Triangel, die sonst oft untergehen. Unten herum fehlt es weder an Antrittsschnelligkeit noch an Volumen. Sanftes, sich hinziehendes Abklingen managen die Berliner Boxen souverän, kleine dynamische Differenzen werden harmonisch eingearbeitet und mit der richtigen Balance bedacht. Größere Dynamiksprünge werden direkt und unvermittelt übertragen. Die feine räumliche Ausbreitung des Klangs auch im größeren Hörraum sorgt für Freude. 

Antonio Vivaldi, „Die vier Jahreszeiten“ – „Der Frühling“

Auch für Klassisches ist die Ultima 800 bestens geeignet

Das lebendige und frische Spiel der Ultima 800 kommt bei dieser Symphonie besonders trefflich zum Ausdruck. Mit Verve und Geschick bei der Modellierung der Streicher – vor allem bei den Soli – spielen sich die beiden Teufel-Schallwandler hier weit nach vorn. Die Räumlichkeit beeindruckt wiederum, im Hochtonbereich wird der Raum fein ausgeleuchtet, und dynamische Differenzen werden nicht nur erkannt, sondern auch präzise im Raum verteilt. Unten herum integriert sich der Bass tadellos, er agiert nie als losgelöstes Etwas, sondern immer als fundierter fester Bestandteil des Ganzen. Verschiedene instrumentale Ebenen werden ausgezeichnet voneinander getrennt – auch bei stark gehobener Hörlautstärke neigen die Ultima 800 nicht dazu, Ebenen zusammenzuführen und dem Ergebnis Tiefe und Glaubwürdigkeit zu nehmen. Immer wird eine exzellente Weitläufigkeit in Kombination mit einer authentischen akustischen Tiefe offeriert. 

Future Trance 1, CD 1, Disco Nation „Kick da Disco Nation“, RMB „Spring“, Red 5 – „I Love Yout – Stop!“:

Sehr gut ist die Räumlichkeit – „2.0 Surround“ könnte man hier, ohne zu übertreiben, titulieren. Gerade bei diesen bassstarken und effektfreudigen Techno-/Trance-Titeln der 90er Jahre überzeugen die Ultima 800 mit der atmosphärisch dichten, klaren und weitläufigen Wiedergabe. Bedingt durch das spezielle Arbeitsprinzip entsteht ein sehr gleichförmiges Klangbild, welches sich prima vom Boxenkorpus zu lösen weiß. Besonders auffällig ist ferner das exzellente Differenzierungsvermögen selbst bei sehr deutlich gehobenem Pegel. Bei „Spring“ werden der voluminöse, kraftvolle Bass und die gewollt minimal schneidenden Synthesizer-Anteile überragend voneinander getrennt. Die enorme Geschwindigkeit des Titels bereitet den Ultima 800 keine Probleme. Der Bass kommt exakt zeitgleich mit den anderen akustischen Anteilen zum Zuhörer, die Anbindung des Bassbereichs an den Mitteltonbereich ist ausgezeichnet, so dass keine störende Lücke die klangliche Harmonie unterbricht. Tonal, so wird deutlich, sind die Ultima 800 neutral ausgelegt, ohne erhöhte Aggressivität im Hochtonbereich über übertrieben vorgegaukeltes Volumen mit Bassbereich. Die Mitten präsentieren sich gleichberechtigt und facettenreich, unschöne Überhöhungen im oberen Mitteltonbereich, die eine unschöne blecherne Beeinflussung des Klangbildes mit sich bringen, fehlen beinahe gänzlich, selbst bei hohem Pegel. Sehr schön arbeiten die Teufel Standboxen den Aufbau der Effekt- und Bassgewalt bei „Kick da Disco Nation“ heraus – die beiden für die Leistungsliga recht kompakten und daher Wohnraum-kompatiblen Schallwandler schaffen eine richtige Disco-Atmosphäre und lassen auch über einen längeren Zeitraum nicht nach. Voraussetzung für das „teuflische Feuerwerk“ ist allerdings ein leistungsstarker Verstärker – ohne einen solchen bewegt sich nicht viel. Bei AVRs würden wir zu Modellen der Leistungsliga ab 1500 bis 2000 EUR raten, bei reinen Stereoverstärkern greifen wir zu Geräten ab ca. 800 EUR. 

The Prodigy – Their Law – The Singles 1990 bis 2005, Titel 3 “Breathe”, CD 1:

Kräftiger und präziser Bass mit guter räumlicher Wirkung

Hier laufen die Ultima 800 wiederum zu Höchstform auf. Kraftvoll und dynamisch wird das harte Stück wiedergegeben. Die dynamischen Unterschiede und den vielschichtigen Effektaufbau handhaben die Berliner Schallwandler mit unerschütterlicher Souveränität: Keine Einbrüche, kaum Durchschlagen, auch dann nicht, wenn man Pegel hört, die selbst im frei stehenden Einfamilienhaus für Ärger mit den Nachbarn sorgen. Die räumliche Wiedergabe erscheint kaum komprimiert, sondern entfaltet auch bei hoher Lautstärke noch eine enorme Weitläufigkeit, gepaart mit tadelloser Tiefe. 

Zusammenarbeit mit unserem AV-Receiver Arcam AVR-500: 

Top-Partner: Arcam AVR500 - die Stereomaschine unter den AV-Receivern

Der noch recht neue „kleine“ Arcam AV-Receiver ist ein idealer Spielpartner für die beiden Ultima 800. Er agiert frei, lebendig und kraftvoll, klanglich neutral, aber nie spitz, sondern immer kultiviert und komplett. Er verbindet auf treffliche Art und Weise präzises, analytisches Hören mit Spaß-Hören – eine Brücke, die schwierig zu schlagen ist, aber Arcam hat hier den sprichwörtlichen „Bogen raus“. Das enorme Detaillierungsvermögen des Briten können die klar und dynamisch aufspielenden Teufel Schallwandler hervorragend umsetzen. Schade, dass Teufel kein Surroundumfeld in Form von Rears und Center zur Ultima 800 im Programm hat. Zusammen mit dem Acram AVR-500 gäbe es ein Surrounderlebnis der Spitzenklasse – zu finanzierbaren Kursen.

Charakterisierung der Ultima 800: 

Teufel kann beileibe nicht nur Surroundsysteme konstruieren – auch hochwertige Stereolautsprecher gehören zum Repertoire der Berliner Klang-Tüftler. Sie entfalten eine ungeheure Räumlichkeit, in Tiefe und Weite wird ein großer virtueller Raum geboten, der aber stets so ehrlich wirkt, dass selbst derjenige, der eine monitorähnliche Abbildung wünscht, von der Glaubwürdigkeit überzeugt ist. Der Bass ist exzellent – es fehlt nur ganz unten herum etwas maximaler Tiefgang. In subsonische Gefilde vermögen die recht kompakten Ultima 800 nicht vorzudringen, unterhalb der 45 Hz tut sich wenig. Hier sollte man das Boxenpaar noch um einen separaten aktiven Subwoofer ergänzen, sollen auch tiefste Frequenzen dargestellt werden. Ansonsten präsentiert sich das Bassbereich als impulstreu, vielschichtig, präzise und kräftig. Selbst dann, wenn man die am wenigsten schlanke Form der Basswiedergabe wählt und eine Brücke zur Dämpfung rückseitig einpflegt, erscheint der Bass nicht zu dick. Er besitzt eher ein als natürlich zu bezeichnendes Volumen, das nie aufgesetzt oder übertrieben erscheint. Der Hochtonbereich ist sehr klar und frisch, der Raum wird gleichmäßig ausgeleuchtet. Die Hochtonwiedergabe ist auch erstaunlich präzise, nur sehr anspruchsvolle Hörer wünschen sich eine noch genauere Auskleidung kleiner Details in den hinteren musikalischen Ebenen. Die Anbindung des Mitteltonbereiches an den Hochtonbereich ist sehr gut gelungen, es findet ein lückenloser Übergang statt. Die Mitten selbst sind neutral gehalten und bieten eine tonal gelungene, charismatische Stimmwiedergabe, deren gleichmäßige Ausprägung sehr zu loben ist. Grob- wie auch feindynamisch können enorm begeisternde Ergebnisse abgeliefert werden, da dynamische Unterschiede nicht nur reaktionsschnell verarbeitet, sondern auch aus räumlicher Perspektive sehr stimmig wiedergegeben werden. Bezüglich ihrer Aufstellung ist zu sagen, dass die beiden Ultima 800 am besten frei im Raum platziert werden. In unmittelbarer Nähe zu Wänden sollte die Aufstellung keinesfalls vorgenommen werden. Der Wirkungsgrad ist durchschnittlich – hier sollte man schon einen leistungsstarken Verstärker einsetzen, um die immensen Pegelreserven der hart auf gehangenen Membranen nutzen zu können. 

Konkurrenzvergleich:

  • Nubert nuVero14: 1000 EUR teuerer, präsentiert sich die ebenfalls neutral ausgelegte nuVero 14 als noch präziser bei der Wiedergabe kleiner Zwischentöne, auch ist der Tiefgang ausgeprägter und kaum noch zu toppen - jedenfalls nicht in bezahlbaren Preisklassen. Dafür ist die exzellent verarbeitete schwäbische Box sehr ausladend und kann nicht ganz die räumliche Weite der Ultima 800 bieten. Bedingt durch die enorme Größe ist sie aber nochmals pegelfester als der preiswertere Konkurrent aus Berlin. Der Unterschied fällt aber gar nicht so deutlich aus - Beweis dafür, wie pegelfreudig die Teufel-Konstruktion für ihre kompakten Abmessungen ist. 
  • Canton Reference 7.2 DC: Verarbeitungschampion aus Hessen, der ungemein kultiviert wiedergibt. Durch die ebenfalls eher kompakten Abmessungen ist der Tiefgang auch nicht die große Spezialität. Der obere Mitteltonbereich dafür umso mehr - kaum ein Konkurrent detailliert hier so gut wie die formschöne Canton. Die Ultima 800 hat dafür im Bassbereich mehr Punch und strahlt räumlich weiter. 
  • Klipsch Classic RF-7: Dieser Lautsprecher macht einfach Spaß  und ist etwas für Effektliebhaber. Der Bass hat unglaubliche Kraft und eine enormes Volumen. Die maximal erzielbaren Pegel sind für die Preisklasse - nur 2000 EUR/Paar sind zu berappen - beispielhaft. Doch selbst feindynamisch ist die Klipsch nicht schlecht. Fazit: Nicht so geschliffen wie Teufel, Nubert und Canton, dafür ein solide verarbeiteter Spaßbringer für wenig Cash. 
  • Aurum Montan VIII: Der seidige, sensible und weitläufige Hochtonbereich ist hier die große Domäne - den nicht eben niedrigen Preis rechtfertigt die überragend verarbeitete Montan mit einem schlichtweg schönen, reichhaltige Sound. Auch die Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzspektren sind überragend und in Kontext der Preisklasse kaum noch zu verbessern.

Gesamtnote Klang Teufel Ultima 800 in Relation zur Preisklasse: Hervorragend

Fazit

Teuflischer Stereo-Sound - die Ultima 800 zeigt, dass sich die Kompetenz der Berliner Lautsprecherbauer auch auf den Bau hochwertiger Lautsprecher für den zweikanaligen Betrieb erstreckt. Schon die exklusive, im zurückhaltenden Sinne ausgefallene Optik zieht die Blicke auf sich. Dadurch, dass die Ultima 800 aber nicht als schwer zu platzierende Riesen-Box mit gigantischem Gehäuse, sondern als voll wohnraumkompatibler Klang-Lieferant ausgelegt wurde, eröffnen sich in der Praxis zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, ohne dass der versierte Stereohörer um den Fortbestand seiner Ehe fürchten muss. Und nicht nur aus optischen, sondern auch aus finanziellen Beweggründen stellt die Ultima 800 eine Investition dar, die beim Finanzvorstand durchgehen dürfte. Ein Paarpreis von glatten 3000 EUR ist wirklich mehr als fair. Die Verarbeitung ist sehr gut, nur kleine Dinge wie die etwas windig wirkenden Abdeckgitter sind zu beanstanden. Klanglich begeistert die Ultima 800 auf der ganzen Linie: Dynamisch, räumlich sehr intensiv, schön auflösend, tonal neutral und ausgesprochen pegelfest. Daher sind wir uns sicher: Nicht nur als Marke für hochwertige, preislich faire Heimkino-Lautsprechersysteme wird Teufel den erfolgreichen Weg fortgehen, sondern auch als Anbieter technisch aufwändiger, finanziell erschwinglicher und enorm gut klingender Stereo-Boxen.

Starker Auftritt des Präsidenten der Berliner Stereo-Fraktion: Räumlich dicht, dynamisch, schön auflösend und pegelfest bietet die Ultima 800 beste Zweikanal-Qualitäten zum fairen Kaufpreis

Stereo-Standlautsprecher Obere Mittelklasse
Test 25. Juni 2010

+ Räumlich sehr dicht aufspielend
+ Sehr gute Grobdynamik, ansprechende Feindynamik
+ Präziser und facettenreicher Bass
+ Fließende Übergänge zwischen den Frequenzspektren
+ Hohe Pegelfestigkeit
+ Charismatische Stimmwiedergabe
+ Elegante Optik
+ Hochwertige Verarbeitung
+ Bass-Anpassungsmöglichkeiten

- Kein Bi-Wiring/Bi-Amping möglich
- Lautsprecherabdeckgitter entsprechen nicht dem sonstigen Verarbeitungsniveau

Test: 25. Juni 2010
Carsten Rampacher (cr)

Bezugsquelle: www.teufel.de

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