Für einen Paarpreis von 3000 EUR kann sich der versierte Stereo-Hörer
Teufels aktuelles Spitzenmodell Ultima 800 ins Haus holen. Die wahlweise in
hochglänzendem Schwarz oder in Walnuss lieferbaren Schallwandler beeindrucken
mit vielen innovativen Detaillösungen. So arbeitet die Ultima 800 nicht als
Bassreflexlautsprecher, wie oftmals üblich - sondern es ist auf der
Gehäusefront zu den zwei aktiven Tieftönern ein passiver Tieftöner vorhanden.
Auf der Gehäuserückseite sind drei weitere passive Tieftöner untergebracht. Vorteile dieser
Lösung sieht Teufel in einer besonders hohen Pegelfestigkeit und dem Fehlen
störender Mitteltonfrequenzen aus dem Bassreflexrohr. Zudem befinden sich
oberhalb der Lautsprecherkabelanschlussterminals noch weitere Terminals -
insgesamt drei an der Zahl. Mittels der mitgelieferten Brücken, die man ins
Terminal 1, 2 oder 3 einsetzen kann, ergeben sich unterschiedliche
Charakteristika hinsichtlich der Bassausprägung. Der Bass ist am deutlichsten
ausgeprägt, wenn man keine Brücke verwendet. Steckt man die Brücke ins
Terminal 1, ist der Bass etwas gedämpfter, am schlanksten ist er, wenn die
Brücke sich in Terminal 3 befindet. Durch diese Beeinflussungen hat man die
Möglichkeit, den Lautsprecher auf die jeweiligen räumlichen Gegebenheiten und
auf den individuellen Hörgeschmack abzustimmen. Ob Teufel sich zum 30.
Geburtstag des Unternehmens ein schönes audiophiles Präsent gemacht hat, lesen
Sie im folgenden Bericht.
Bass Alignment - Übersicht
Verarbeitung und Technik
Video - Overview
Die Ultima 800 präsentiert sich in sehr guter Qualität. Die
Oberflächen erscheinen rein und sind sorgfältig auf Hochglanz poliert. Die
Membranen sind gut und mit geringem Spaltmaß eingepasst, allerdings schauen die
Schraubenköpfe ein Stückchen heraus, hier wäre ein komplett bündiger
Abschluss für Detailfanatiker die noch schönere Lösung. Bauen wir ein Chassis
aus, punktet es mit solidem Korb und dickem, leistungsstarken Magneten. Verbaut
ist ein großer 33 mm Gewebekalotten-Hochtöner mit Neodym-Magnet und besonders
großem Hub. Des weiteren findet sich ein 10 cm Mitteltöner mit reiner
Titan-Vollmembran, auch hier kommt ein Neodym-Magnet für besondere
Leistungsstärke zum Einsatz. Durch die konkave Formgebung möchte Teufel ein
breites Abstrahlverhalten mit einer hohen Stabilität über den gesamten
Übertragungsbereich des Mitteltöners kombinieren. Für eine aussagekräftige
Basswiedergabe sorgen zwei vorderseitige aktive, eine vorderseitige passive und
drei rückwärtig untergebrachte passive Membranen. Sie kommen im Durchmesser
auf jeweils 170 mm , als Membran kommt eine Rohacell Carbon Sandwich Membran zum
Einsatz. Die Frequenzweiche ist preisklassengemäß aufwändig aufgebaut, wovon
wir uns direkt überzeugen wollten, indem wir die Platte, auf denen die
Terminals zum Lautsprecheranschluss und zum Einschleifen der Bass-Brücke (in
der Einleitung geschildert) untergebracht sind, entfernten und uns genau die
sauber verarbeitete Frequenzweiche anschauten. Teufel setzt auf langlebige und
verlustarme Folienkondensatoren und verzerrungsfreie Luftspulen, die, um
Mikrofonie-Effekte zu vermeiden, verbacken wurden. Die durchdachte Konstruktion
der Frequenzweiche soll laut Teufel entscheidend zur Linearität von +/- 1 dB
über den gesamten Frequenzbereich betragen.
Übergang Schallwand-Gehäuse
Einpassung der Chassis
Geringe Spaltmaße....
...auch hier gut sichtbar
Befestigungspunkt fürs rückwärtige Abdeckgitter
Finish untere Gehäuseseite
Auffällig ist, dass es sich bei der Ultima 800 um keine enorm
ausladende Box handelt (Abmessungen B x H x T 22 x 98 x 37,4 cm, Breite mit
Metallstangen für die Spikes 31 cm). Daher ist es problemlos möglich, den
formschönen Lautsprecher auch im Wohnzimmer zu integrieren. Das Gehäusevolumen
von 43 Litern ist demnach auch eher moderat - Wunder hinsichtlich des maximal
möglichen Tiefgangs können nicht erwartet werden. Das hohe Gewicht von über
31 kg dokumentiert den hohen konstruktiven Aufwand. Die dicken Gehäusewände
bringen die nötige Steifigkeit und Stabilität ins Spiel. Auch bei gewaltigem
Pegel sind keine Gehäusegeräusche zu vernehmen. Die relativ hart aufgehangenen
Basschassis arbeiten auch bei hoher Lautstärke noch im idealen Bereich und
schlagen nicht an oder verzerren. Die Ultima 800 ruht auf zwei Metallträgern,
an deren Enden hochwertige Spikes angebracht sind.
Die Lautsprecherabdeckungen - hier der obere Teil - wirken
qualitativ nicht restlos überzeugend
Spikes, die an soliden Metallstangen befestigt werden, geben
sicheren Halt
Großer 33 mm Hochtöner, ausgeführt als Gewebekalotte
Oberer LS-Teil mit Abdeckung
Sauber gerundete Kanten hinten
Hochglanz-Oberfläche
Die Belastungswerte fallen üppig aus - als kurzzeitige maximale
Belastbarkeit werden 350 Watt genannt. Die empfohlene
Mindest-Verstärkerleistung liegt bei 100 Watt, und diese sollte man auch
unserer Erfahrung nach nicht unterschreiten, da sonst keine sichere
Leistungsversorgung der edlen Boxen gewährleistet ist und unschöne
Clipping-Effekte die Gesundheit der Chassis angreifen könnten. Der Lautsprecher
eignet sich zum Anschluss an 4 Ohm-Verstärker und ist als 3-Wege-Konstruktion
ausgeführt. Der Übertragungsbereich geht von 42 bis 27.000 Hz.
Chassis
Magnet
Frequenzweiche
Herausgenommene Anschlussterminals
Insgesamt stellt die Ultima 800 eine aufwändige Konstruktion
dar, auch die nach hinten gewinkelte obere Gehäusepartie zeigt, dass
Individualität in nahezu jedem Detail offeriert wird. Leider aber ist keine
Bi-Amping-Möglichkeit gegeben. Die Materialqualität ist sehr gut, wenngleich
wir einige kleine Anmerkungen machen müssen, die Verbesserungsvorschläge
beinhalten. Nicht der Preisklasse würdig sind die billigen Abdeckgitter - wir
würden sie gleich ganz entfernen. Auf einem Kunststoffgerüst wird der Stoff
aufgezogen, der bei einer unserer Testlautsprecher am Rand schon Falten warf.
Sorgfältig sind alle Kanten abgerundet, auch die Einheitlichkeit im Glanz der
Oberfläche überzeugt voll und ganz. Nicht ganz unsere Zustimmung findet der im
Detail nicht überall perfekte Übergang der schwarzen Schallwand zum (in
unserem Falle) walnussfarbenen Gehäuse. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse:
Ausgezeichnet - hervorragend.
Klang
Bietet die Ultima 800 gehaltvollen Stereoklang?
3 passive Membranen auf der Rückseite
The Royal Philharmonic Orchestra, „James Bond Themes“, Titel: “The James Bond Theme”, “Fron Russia with Love”, “Goldfinger”
Die weltbekannte Titelmelodie “The James Bond Theme”, deren tonale Grundmotive in allen 007-Movies irgendwann, wenn auch nur kurz,
aufgegriffen werden, überzeugt durch Vielschichtigkeit, Volumen und Lebendigkeit. Lediglich die Ausschmückung im oberen Mitteltonbereich könnte noch etwas präziser ausfallen. Der bezüglich seines Impulsverhaltens sehr exakte Bass begeistert durch Schub und Aufbau. Das zackig gespielte Intro bei „From Russia With Love“ mit dem nachfolgenden, ruhigen, aber gleichzeitig spannungsgeladenen Teil, arbeiten die beiden Ultima 800 sehr gut heraus, der Einsatz der Streicher ist durch die differenzierte Darstellung sehr gut nachvollziehbar. Filigranes instrumentales Abklingen einzelner Nuancen ist hörbar – das ist auch in der 3000 EUR Preisliga (bezogen auf den Paarpreis) nicht selbstverständlich. Auch bei „Goldfinger“ begeistert unsere Kombi, die Blechbläser werden ohne Scheppern oder nasale Tendenzen absolut „clean“ zum Auditorium getragen. Die Räumlichkeit ist hervorragend – sogar dann, wenn man hinter den Lautsprechern steht, öffnen sie noch weit den Raum und spielen mit homogener Entfaltung ihrer klanglichen Fähigkeiten.
Bedrich Smetana, „Die Moldau“, ab Beginn:
Schöner Übergang vom Hoch- in den Mitteltonbereich
Schwierig ist diese legendäre, wunderschöne Symphonie, berühmtestes Werk von Smetana, wiederzugeben. Die Mischung aus harmonisch-fließender Gesamtwiedergabe, kleinen filigranen Verschiebungen im dynamischen Gefüge und die samtige Ausarbeitung der Streicher stellen viele AV- und Stereo-Ketten vor schier unlösbare Probleme. Ganz anderes unser Team aus Arcam AVR500 und Teufel Ultima 800: Das Fließende, Einheitliche kommt ausgezeichnet zur Geltung, die Ausformung der Streicher überzeugt ebenso wie die Einarbeitung der Triangel, die sonst oft untergehen. Unten herum fehlt es weder an Antrittsschnelligkeit noch an Volumen. Sanftes, sich hinziehendes Abklingen managen die Berliner Boxen souverän, kleine dynamische Differenzen werden harmonisch eingearbeitet und mit der richtigen Balance bedacht. Größere Dynamiksprünge werden direkt und unvermittelt übertragen. Die feine räumliche Ausbreitung des Klangs auch im größeren Hörraum sorgt für Freude.
Antonio Vivaldi, „Die vier Jahreszeiten“ – „Der Frühling“
Auch für Klassisches ist die Ultima 800 bestens geeignet
Das lebendige und frische Spiel der Ultima 800 kommt bei dieser Symphonie besonders trefflich zum Ausdruck. Mit Verve und Geschick bei der Modellierung der Streicher – vor allem bei den Soli – spielen sich die beiden Teufel-Schallwandler hier weit nach vorn. Die Räumlichkeit beeindruckt wiederum, im Hochtonbereich wird der Raum fein ausgeleuchtet, und dynamische Differenzen werden nicht nur erkannt, sondern auch präzise im Raum verteilt. Unten herum integriert sich der Bass tadellos, er agiert nie als losgelöstes Etwas, sondern immer als fundierter fester Bestandteil des Ganzen. Verschiedene instrumentale Ebenen werden ausgezeichnet voneinander getrennt – auch bei stark gehobener Hörlautstärke neigen die Ultima 800 nicht dazu, Ebenen zusammenzuführen und dem Ergebnis Tiefe und Glaubwürdigkeit zu nehmen. Immer wird eine exzellente Weitläufigkeit in Kombination mit einer authentischen akustischen Tiefe offeriert.
Future Trance 1, CD 1, Disco Nation „Kick da Disco Nation“, RMB „Spring“, Red 5 – „I Love Yout – Stop!“:
Sehr gut ist die Räumlichkeit – „2.0 Surround“ könnte man hier, ohne zu übertreiben, titulieren. Gerade bei diesen
bassstarken und effektfreudigen Techno-/Trance-Titeln der 90er Jahre überzeugen die Ultima 800 mit der atmosphärisch dichten, klaren und weitläufigen Wiedergabe. Bedingt durch das spezielle Arbeitsprinzip entsteht ein sehr gleichförmiges Klangbild, welches sich prima vom Boxenkorpus zu lösen weiß. Besonders auffällig ist ferner das exzellente Differenzierungsvermögen selbst bei sehr deutlich gehobenem Pegel. Bei „Spring“ werden der voluminöse, kraftvolle Bass und die gewollt minimal schneidenden Synthesizer-Anteile überragend voneinander getrennt. Die enorme Geschwindigkeit des Titels bereitet den Ultima 800 keine Probleme. Der Bass kommt exakt zeitgleich mit den anderen akustischen Anteilen zum Zuhörer, die Anbindung des Bassbereichs an den Mitteltonbereich ist ausgezeichnet, so dass keine störende Lücke die klangliche Harmonie unterbricht. Tonal, so wird deutlich, sind die Ultima 800 neutral ausgelegt, ohne erhöhte Aggressivität im Hochtonbereich über übertrieben vorgegaukeltes Volumen mit Bassbereich. Die Mitten präsentieren sich gleichberechtigt und facettenreich, unschöne Überhöhungen im oberen Mitteltonbereich, die eine unschöne blecherne Beeinflussung des Klangbildes mit sich bringen, fehlen beinahe gänzlich, selbst bei hohem Pegel. Sehr schön arbeiten die Teufel Standboxen den Aufbau der Effekt- und Bassgewalt bei „Kick da Disco Nation“ heraus – die beiden für die Leistungsliga recht kompakten und daher Wohnraum-kompatiblen Schallwandler schaffen eine richtige Disco-Atmosphäre und lassen auch über einen längeren Zeitraum nicht nach. Voraussetzung für das „teuflische Feuerwerk“ ist allerdings ein leistungsstarker Verstärker – ohne einen solchen bewegt sich nicht viel. Bei AVRs würden wir zu Modellen der Leistungsliga ab 1500 bis 2000 EUR raten, bei reinen Stereoverstärkern greifen wir zu Geräten ab ca. 800 EUR.
The Prodigy – Their Law – The Singles 1990 bis 2005, Titel 3 “Breathe”, CD 1:
Kräftiger und präziser Bass mit guter räumlicher Wirkung
Hier laufen die Ultima 800 wiederum zu Höchstform auf. Kraftvoll und dynamisch wird das harte Stück wiedergegeben. Die dynamischen Unterschiede und den vielschichtigen Effektaufbau handhaben die Berliner Schallwandler mit unerschütterlicher Souveränität: Keine Einbrüche, kaum Durchschlagen, auch dann nicht, wenn man Pegel hört, die selbst im frei stehenden Einfamilienhaus für Ärger mit den Nachbarn sorgen. Die räumliche Wiedergabe erscheint kaum komprimiert, sondern entfaltet auch bei hoher Lautstärke noch eine enorme Weitläufigkeit, gepaart mit tadelloser Tiefe.
Zusammenarbeit mit unserem AV-Receiver Arcam AVR-500:
Top-Partner: Arcam AVR500 - die Stereomaschine unter den
AV-Receivern
Der noch recht neue „kleine“ Arcam AV-Receiver ist ein idealer Spielpartner für die beiden Ultima 800. Er agiert frei, lebendig und kraftvoll, klanglich neutral, aber nie spitz, sondern immer kultiviert und komplett. Er verbindet auf treffliche Art und Weise präzises, analytisches Hören mit Spaß-Hören – eine Brücke, die schwierig zu schlagen ist, aber Arcam hat hier den sprichwörtlichen „Bogen raus“. Das enorme Detaillierungsvermögen des Briten können die klar und dynamisch aufspielenden Teufel Schallwandler hervorragend umsetzen. Schade, dass Teufel kein Surroundumfeld in Form von Rears und Center zur Ultima 800 im Programm hat. Zusammen mit dem Acram AVR-500 gäbe es ein Surrounderlebnis der Spitzenklasse – zu finanzierbaren Kursen.
Charakterisierung der Ultima 800:
Teufel kann beileibe nicht nur Surroundsysteme konstruieren – auch hochwertige Stereolautsprecher gehören zum Repertoire der Berliner Klang-Tüftler. Sie
entfalten eine ungeheure Räumlichkeit, in Tiefe und Weite wird ein großer virtueller Raum
geboten, der aber stets so ehrlich wirkt, dass selbst derjenige, der eine
monitorähnliche Abbildung wünscht, von der Glaubwürdigkeit überzeugt ist. Der Bass ist exzellent – es fehlt nur ganz unten herum etwas maximaler Tiefgang. In subsonische Gefilde vermögen die recht kompakten Ultima 800 nicht vorzudringen, unterhalb der
45 Hz tut sich wenig. Hier sollte man das Boxenpaar noch um einen separaten aktiven Subwoofer ergänzen, sollen auch tiefste Frequenzen dargestellt werden. Ansonsten präsentiert sich das Bassbereich als impulstreu, vielschichtig, präzise und kräftig. Selbst dann, wenn man die am wenigsten schlanke Form der Basswiedergabe wählt und eine Brücke zur Dämpfung rückseitig einpflegt, erscheint der Bass nicht zu dick. Er besitzt eher ein als natürlich zu bezeichnendes Volumen, das nie aufgesetzt oder übertrieben erscheint. Der Hochtonbereich ist sehr klar und frisch, der Raum wird gleichmäßig ausgeleuchtet. Die Hochtonwiedergabe ist auch erstaunlich präzise, nur sehr anspruchsvolle Hörer wünschen sich eine noch genauere Auskleidung kleiner Details in den hinteren musikalischen Ebenen. Die Anbindung des Mitteltonbereiches an den Hochtonbereich ist sehr gut gelungen, es findet ein lückenloser Übergang statt. Die Mitten selbst sind neutral gehalten und bieten eine tonal gelungene, charismatische Stimmwiedergabe, deren gleichmäßige Ausprägung sehr zu loben ist. Grob- wie auch feindynamisch können enorm begeisternde Ergebnisse abgeliefert werden, da dynamische Unterschiede nicht nur reaktionsschnell verarbeitet, sondern auch aus räumlicher Perspektive sehr stimmig wiedergegeben werden. Bezüglich ihrer Aufstellung ist zu sagen, dass die beiden Ultima 800 am besten frei im Raum platziert werden. In unmittelbarer Nähe zu Wänden sollte die Aufstellung keinesfalls vorgenommen werden. Der Wirkungsgrad ist durchschnittlich – hier sollte man schon einen leistungsstarken Verstärker einsetzen, um die immensen Pegelreserven der hart auf gehangenen Membranen nutzen zu können.
Konkurrenzvergleich:
Nubert nuVero14: 1000 EUR
teuerer, präsentiert sich die ebenfalls neutral ausgelegte nuVero 14 als
noch präziser bei der Wiedergabe kleiner Zwischentöne, auch ist der
Tiefgang ausgeprägter und kaum noch zu toppen - jedenfalls nicht in
bezahlbaren Preisklassen. Dafür ist die exzellent verarbeitete schwäbische
Box sehr ausladend und kann nicht ganz die räumliche Weite der Ultima 800
bieten. Bedingt durch die enorme Größe ist sie aber nochmals pegelfester
als der preiswertere Konkurrent aus Berlin. Der Unterschied fällt aber gar
nicht so deutlich aus - Beweis dafür, wie pegelfreudig die
Teufel-Konstruktion für ihre kompakten Abmessungen ist.
Canton Reference 7.2 DC:
Verarbeitungschampion aus Hessen, der ungemein kultiviert wiedergibt. Durch
die ebenfalls eher kompakten Abmessungen ist der Tiefgang auch nicht die
große Spezialität. Der obere Mitteltonbereich dafür umso mehr - kaum ein
Konkurrent detailliert hier so gut wie die formschöne Canton. Die Ultima
800 hat dafür im Bassbereich mehr Punch und strahlt räumlich weiter.
Klipsch Classic RF-7: Dieser Lautsprecher
macht einfach Spaß und ist etwas für Effektliebhaber. Der Bass hat
unglaubliche Kraft und eine enormes Volumen. Die maximal erzielbaren Pegel
sind für die Preisklasse - nur 2000 EUR/Paar sind zu berappen -
beispielhaft. Doch selbst feindynamisch ist die Klipsch nicht schlecht.
Fazit: Nicht so geschliffen wie Teufel, Nubert und Canton, dafür ein solide
verarbeiteter Spaßbringer für wenig Cash.
Aurum Montan VIII: Der seidige,
sensible und weitläufige Hochtonbereich ist hier die große Domäne - den
nicht eben niedrigen Preis rechtfertigt die überragend verarbeitete Montan
mit einem schlichtweg schönen, reichhaltige Sound. Auch die Übergänge
zwischen den einzelnen Frequenzspektren sind überragend und in Kontext der
Preisklasse kaum noch zu verbessern.
Gesamtnote Klang Teufel Ultima 800 in Relation zur Preisklasse: Hervorragend
Fazit
Teuflischer Stereo-Sound - die Ultima 800 zeigt, dass sich die Kompetenz der
Berliner Lautsprecherbauer auch auf den Bau hochwertiger Lautsprecher für den
zweikanaligen Betrieb erstreckt. Schon die exklusive, im zurückhaltenden Sinne
ausgefallene Optik zieht die Blicke auf sich. Dadurch, dass die Ultima 800 aber
nicht als schwer zu platzierende Riesen-Box mit gigantischem Gehäuse, sondern
als voll wohnraumkompatibler Klang-Lieferant ausgelegt wurde, eröffnen sich in
der Praxis zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, ohne dass der versierte
Stereohörer um den Fortbestand seiner Ehe fürchten muss. Und nicht nur aus
optischen, sondern auch aus finanziellen Beweggründen stellt die Ultima 800
eine Investition dar, die beim Finanzvorstand durchgehen dürfte. Ein Paarpreis
von glatten 3000 EUR ist wirklich mehr als fair. Die Verarbeitung ist sehr gut,
nur kleine Dinge wie die etwas windig wirkenden Abdeckgitter sind zu
beanstanden. Klanglich begeistert die Ultima 800 auf der ganzen Linie:
Dynamisch, räumlich sehr intensiv, schön auflösend, tonal neutral und
ausgesprochen pegelfest. Daher sind wir uns sicher: Nicht nur als Marke für
hochwertige, preislich faire Heimkino-Lautsprechersysteme wird Teufel den
erfolgreichen Weg fortgehen, sondern auch als Anbieter technisch aufwändiger,
finanziell erschwinglicher und enorm gut klingender Stereo-Boxen.
Starker Auftritt des Präsidenten der Berliner
Stereo-Fraktion: Räumlich dicht, dynamisch, schön auflösend und pegelfest
bietet die Ultima 800 beste Zweikanal-Qualitäten zum fairen Kaufpreis
Stereo-Standlautsprecher Obere Mittelklasse
Test 25. Juni 2010
+ Räumlich sehr dicht aufspielend
+ Sehr gute Grobdynamik, ansprechende Feindynamik
+ Präziser und facettenreicher Bass
+ Fließende Übergänge zwischen den Frequenzspektren
+ Hohe Pegelfestigkeit
+ Charismatische Stimmwiedergabe
+ Elegante Optik
+ Hochwertige Verarbeitung
+ Bass-Anpassungsmöglichkeiten
- Kein Bi-Wiring/Bi-Amping möglich
- Lautsprecherabdeckgitter entsprechen nicht dem sonstigen Verarbeitungsniveau