TEST: Standlautsprecher Teufel T 400 - schlanke Optik, kräftiger Antritt

20. September 2010 (cr)

 

Einführung

Für 548 EUR (Paarpreis) verspricht Teufels neue Stereo-Standbox T 400 eine gelungene Kombination aus schlanker, moderner Optik und akustischer Stärke. Der Dreiwege-Aufbau mit 2 x 135 mm Tieftöner, 135 mm Mitteltöner und für optimales Group Delay leicht zurückversetztem Hochtöner und die Impulsbelastbarkeit von maximal 180 Watt zeigen, dass man zum moderaten Kurs einiges aus Berlin hören und erleben kann. Der 20,5 kg wiegende Lautsprecher ist momentan nur schwarzer Ausführung erhältlich, weist ein 18 mm starkes MDF-Gehäuse auf und arbeitet nach dem Bassreflex-Prínzip. Wir hatten den neuen Stereo "Modellathleten" bereits im Test. 

Video: Die Teufel T 400 im Überblick

 

 

Verarbeitung und Technik

Auf diesem Bild gut zu erkennen - der Übergang von Schallwand zu Gehäuse ist sauber gearbeitet. Die Spaltmaße fallen gering aus. Die Oberflächenqualität ist gut, die hochglänzende Front wirkt ordentlich gemacht. Die oben links sichtbaren Löcher nehmen das Schutzgitter auf

Für die Perfektionierung der Gruppenlaufzeiten ist der Hochtöner leicht nach hinten versetzt untergebracht. Dieses Bild zeigt die Stufe

Nicht "State of the Art": Die hinteren Gehäuseecken sind relativ spitz

Der Lautsprecher ruht auf einem stabilen und formschön integrierten Sockel

Der Hochtöner ist stabil verschraubt, die Spaltmaße sind gering, der Sitz ist fest

Kennzeichen des Mitteltöners ist die lackierte Papiermembran. Der Durchmesser beträgt wie bei den Tieftönern 135 mm

Tieftöner mit schwarz gefärbter Kevlarmembran

Das Schutzgitter weist eine recht gut sitzende Stoffbespannung auf, die auf einen schwarzen Kunststoffrahmen mit silbernen Befestigungsbolzen aus Metall aufgezogen ist

Bi-wiring-fähige Lautsprecherterminals mit Metallbrücken dazwischen

Acrylglasummantelte Terminals 

Sparzwang: Die Terminals sind auf einer Plastikplatte montiert, die mit vier Schrauben am Gehäuse befestigt wird

Das Gehäuse besteht aus MDF und ist ordentlich mit Dämmwolle ausgekleidet

Innenverkabelung

Blick ins Gehäuseinnere

Dicke Magnete an den Chassis, zusätzliche, der Steifigkeit dienende Innenverstrebungen des Boxenkorpus

Für die Preisklasse ist die Verarbeitungsqualität ansprechend. Das MDF-Gehäusue ist recht sorgfältig mit Folie beklebt, es kommt zu keinen Blasenbildungen. Die Chassis sind sauber eingepasst, der Hochtöner wurde, sichtbar in einer Stufe bei der Gehäusegestaltung, nach hinten versetzt untergebracht. Die Chassis sind sehr gut eingepasst und solide verschraubt. Die Schallwand besteht aus hochglänzend schwarzem Material, mit präzisem Übergang zum mattschwarzen Korpus. Die Bi-wiring-fähigen Terminals weisen große acrylglasummantelte Schraubverschlüsse auf - sehr gut. Weniger Gefallen finden wir an den etwas spitzen hinteren Gehäuseecken. Das Innenleben präsentiert sich hinsichtlich der Qualität auf dem Level der Preisklasse. Gesamtnote: Ausgezeichnet.  

Technische Daten
  • Maximaler Kabeldurchmesser 10 mm

  • Bi-Amping/Bi-Wiring 

  • Bananenstecker geeignet

  • Gehäuseoberfläche Folie

  • magnetische Abschirmung

  • Standfuß integriert 

  • Akustisches Prinzip 3-Wege

  • Ausgleichsöffnungen 
    Ausgleichsöffnung (Position) Unten

  • Front-Abdeckung abnehmbar 

  • Gehäuseaufbau Bassreflex

  • Gehäusematerial MDF 18mm

  • Netto-Innen-Volumen 23 l

  • Tieftöner (Anzahl) 2

  • Tieftöner (Durchmesser) 130

  • Sonstiges Waveguide Hochtöner, Langhub-Tieftöner, Phasenversatzstufe

  • Hochtöner (Anzahl) 1

  • Hochtöner (Durchmesser) 28

  • Hochtöner (Material) Gewebe

  • Mitteltöner (Anzahl) 1

  • Mitteltöner (Durchmesser) 130

  • Mitteltöner (Material) Papier lackiert

  • Tieftöner (Material) Kevlar schwarz gefärbt

  • Impedanz 4-8 Ohm

  • Übertragungsbereich (-3 dB) 52 Hz

  • Mindestverstärkerleistung empfohlen 50 W

  • Impulsbelastbarkeit (IEC - Short Term) 180

  • Trennfrequenz 300 / 3000 Hz

  • Empfindlichkeit (2.83 V / 1 m) 85

  • Maße T 400 Höhe 95 cm
    Breite 16,30 cm
    Tiefe 30 cm

  • Gewicht 20,50 kg

  • Lieferbare Gehäusefarbe: Schwarz

Testequipment
Klang

Bei  der Wiedergabe von „Crockett’s Theme“ (Jan Hammer Project feat. TQ) sind wir erstaunt  -  die schlanke Standbox ermöglicht einen kraftvollen und glaubwürdigen Bass, der allzeit klar umrissen ist und weder vordergründig noch aufgeblasen agiert. Die Anbindung des Mitteltonbereichs an den Bassbereich ist fließend, es entsteht der Eindruck eines ebenso lebendigen wie einheitliche Klangbildes. Im Hochtonbereich ist die T 400 mit einer angenehmen Auslegung versehen, die Wert auf eine gute Durchhörbarkeit und eine homogene Ausbreitung legt. Enorme Strahlkraft und maximale Transparenz, beides Faktoren, die der anspruchsvolle Hörer zwar schätzt, die aber auch leicht zu Aggressivität und Schärfe führen können, konnten wir nicht feststellen. Die räumliche Ausbreitung ist sehr gut, ebenso löst sich der Klang prima vom Lautsprecher.

Bei „Live and  Die“ in der Adaption von Guns’n’Roses trumpft die T 400 mit einem für die Preisklasse erstklassigem Management der Dynamiksprünge auf. Die schnellen Rhythmen nach der langsamen Einführung werden dynamisch und schwungvoll umgesetzt, wenngleich die E-Gitarre noch deutlicher umrissen sein könnte. Die Stimme von Axl Rose wirkt dafür gut eingearbeitet und recht charismatisch. Die erzeugte Räumlichkeit wirkt bezüglich der Breite sehr stimmig, könnte aber noch etwas mehr in die Tiefe gehen.

Bei „Nov or Never (Tom Novy feat. Lima) beeindruckt die kräftige und zugleich direkte Basswiedergabe aufs Neue. Trotz des sehr nachdrücklich erscheinenden Basses vernachlässigt die T 400 die anderen Frequenzbereiche nicht und stellt auch die Stimme Limas ansprechend und gut ausbalanciert dar. Kleinere Effekte im Hintergrund werden überraschend akkurat erfasst und schnell ins Gesamtgefüge integriert. Positiv fallen die präzisen Gruppenlaufzeiten auf – der Bass kommt impulstreu und mit ausgezeichnetem Timing zur Geltung und hinkt nicht hinterher.

Der Anfang des Faithless-Klassikers „God is a DJ“ wird von der T 400 mit gutem Aufbau präsentiert. Die sich nach und nach hinzu gesellenden Effekte werden souverän aufgegriffen. Für die Preisklasse hervorragend gelingt die Stimmwiedergabe, während die sehr harten und tiefen Bässe dieses Stücks schon die Grenzen der schmalen Bauform und des daraus resultierenden nicht allzu großen Gehäusevolumens aufzeigen. Die Trennung von Stimme und Effekten ist als sehr gut zu bezeichnen.

Nicht einfach haben es preisgünstige Lautsprecher bei Peter Tschaikowskys „1812 Ouvertüre“. Die komplexen Sequenzen mit facettenreichem Aufbau können kaum ansprechend erfasst werden. Bedenkt man die Rahmenbedingungen, schlägt sich die T 400 tadellos. Natürlich kann sie nicht die Detailverliebtheit und die räumliche Weite sowie Tiefe vermitteln, die teure Lautsprecher an den Tag legen, aber das dürfte in Anbetracht des Preislevels auch niemand ernsthaft erwarten. Sie spielt aber enorm gefällig und liefert in den vorderen musikalischen Ebenen auch eine prima Detaillierung und eine homogene Wiedergabe vor allem der Streicher. Das glockenspielartige Instrument im Hintergrund kommt prima zum Ausdruck, der emotionale Wandel der Ouvertüre, von ernst-dramatisch bis lieblich, wird gut zum Auditorium getragen.

Um die T 400 standesgemäß antreiben zu können, sollte man schon auf etwas leistungsstärkere Verstärker oder Receiver zurück greifen - der Wirkungsgrad ist durchschnittlich, trotz Bassreflexprinzip. 

Konkurrenzvergleich

  • Magnat Quantum 555 Standlautsprecher: Ein sauber verarbeiteter Konkurrent, der aber ohne die Unterstützung eines aktiven Subwoofers nicht so souverän aufzuspielen vermag wie die T 400, die trotz der schmalen Bauform eine tolle Bassperformance bietet. Ansonsten überzeugt bei der Quantum der klare, lebendige Hochtonbereich, der etwas präsenter zu sein schein als bei der T 400. 
  • Nubert Regallautsprecher nuJubilee 35: Kompakter und neutral aufspielender Regallautsprecher für alle, die wenig Stellfläche haben. Mit optionalem ATM-Modul greift die sauber verarbeitete Box auch im Bassbereich richtig an. Der Bass wirkt aber bei der Standboy T 400 trotzdem noch etwas üppiger - zaubern können auch die Schwaben von der Ostalb nicht. 
  • Teufel Ultima 60: Mit anderer Formensprache, größeren Abmessungen und niedrigerem Preis tritt die Ultima 60 aus dem gleichen Hause an. Aufgrund des größeren Gehäuses sind Basskraft und Tiefgang noch ausgeprägter. Dafür kokettiert die T 400 Standbox mit noch fließenderem Übergang zwischen Mittel- und Tieftonbereich. 

Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - Hervorragend

Fazit

Teufels brandneuer Stereo-Standlautsprecher T 400 glänzt mit edler Optik, ordentlicher Verarbeitung und angenehm fundierten, homogenen Klang. Sie ist gerade für den Stereoliebhaber, der großen Wert auf einen Lautsprecher legt, der täglich stundenlang laufen und immer wieder durch die lebendige und gleichzeitig harmonische akustische Darstellung überzeugen kann, eine hervorragende Wahl.  

Schlank und edel wirkende Standbox mit sehr angenehmem und räumlich dichten Klang

Stereo-Lautsprecher untere Mittelklasse
Test 20. September 2010

+ Sehr gute räumliche Darstellung
+ Lebendige und angenehme Klangcharakteristik
+ Tadellose Trennung von Stimmen und Instrumenten
+ Schicke Optik
+ Sehr attraktiver Kaufpreis


- Nur eine Gehäusefarbe lieferbar

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
20. September 2010

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