TEST: Teufel 5.1 System Columa 900 - Schlankes Säulen-Ensemble in moderner
Ästhetik
30.06.2010 (phk)

Einführung
Teufel bietet mit dem Columa 900 ein formschönes Lautsprechersystem im
modern ansprechenden Schwarz-Silber Kontrast für 1399 Euro an. Bestehend aus CL
90 FR Front-Rearlautsprechern, dem mit identischen Chassis bestückten CL 900 C
Centerlautsprecher und dem passenden Columa Subwoofer CL 900 SW lässt sich das
schlanke Ensemble problemlos in moderne Wohnumgebungen einpflegen. Obligatorisch
stellen die Berliner Teufel auch an die akustische Qualität höchste
Ansprüche, bei Filmton aber auch besonders im Musikbetrieb soll das 5.1 Set
Stärke zeigen. Ob sich die Prognose der geschlossenen Direktstrahler und dem
250 Watt starken Subwoofer während unseres Testbetriebs bewahrheitet, lesen Sie
hier.
Verarbeitung und Technik

CL 90 FR von Oben

Rückseite des CL 90 Front-Rear-Lautsprechers

Standfuß

Lautsprecher-Schraubanschlüsse

Center CL 90 C

Rückseite mit Wandhalterung

Standfuß

Subwoofer

Ansicht von oben

LS-Gitter des Subs aus Stoff

Exzellente Passungen

Ausgezeichnete Bodenentkopplung durch Gummifüße
Das Columa 900 Set zeigt rundum eine ausgezeichnete
Verarbeitungsqualität. Die nur 8,3cm schlanken Säulen verfügen über ein
geschlossenes Gehäuse aus gebürstetem Aluminium, der Fuß und die obere Abdeckung
sind aus Kunststoff. Das Lautsprechergitter auf der Vorderseite ist aus Metall
gefertigt, lediglich der Subwoofer ist mit einer mit Stoff bespannten Abdeckung
versehen. Das 2,5 Wege System mit vier identischen, übereinander angeordneten
Mitteltieftönern und einem 25mm Gewebehochtöner spielt von 100Hz - 22
kHz und soll durch die frühere Abkopplung der beiden unteren Chassis für
Interferenzfreiheit und ein stimmiges Hifi-Gesamtklangbild sorgen. Der Center CL
90 C im gleichen Design ist für perfekte Harmonie mit identischen Chassis wie
die Säulenkomponenten bestückt. Auf der Rückseite ist eine Wandhalterung
angebracht, der Kunststofffuß kann durch einfache Lösung von zwei Schrauben
abgenommen werden. Der 25 kg schwere Subwoofer CL 900 SW gliedert sich nahtlos
in das Tonsäulen-Ensemble ein, sanft abgerundete ovale Kanten und eine
großzügige Bodenentkopplung zeichnen den LFE aus. Im Gegensatz zu den anderen
Komponenten ist der Subwoofer mit einer Stoffbespannung als Lautsprechergitter
ausgeführt. Die beiden 200mm Chassis darunter werden von satten 250 Watt
angetrieben, der 45 Liter voluminöse Sub soll so Räume bis 50m² mit tiefen
Frequenzen versorgen. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Testequipment
Klang
2L The Nordic Sound - Vivaldi Cantata RV 679, Haydn Streichquartett op. 76
No. 5 Finale
Die klare Stimme Tone Wiks begeistert gleich zu Beginn der Kantate mit
Prägnanz und dem gewissen Charakter, auch in den höchsten Oktaven klingt das
Teufel Ensemble ausgezeichnet mit einem leicht tonal warmen Einschlag. Die
Stahlsaiten des Zither-Instruments gelingen enorm authentisch, wirken aber bei
hohem Pegel nicht zu aggressiv und gliedern sich somit sehr elegant ins
Gesamtbild ein. Besonders hervorzuheben sind auch die Frequenzübergänge an den
Subwoofer, gerade in diesem Bereich fällt es vielen Surround-Sets schwer ein
geschlossenes Klangabbild zu schaffen, das Columa 900 hat hier aber keinerlei
Probleme sondern hält problemlos die Bühnenstaffelung aufrecht. Ebenso können
wir den exzellenten Abstrahlwinkel des CL 90 C bestätigen, der im Zusammenspiel
mit den 90 FR eine breite, aber stimmige Atmosphäre schafft. Wir schließen
gleich ein Violinkonzert (no.4) von Mozart an und sind auch hier von erster
Sekunde an begeistert: Weite Dynamiksprünge werden mit Leichtigkeit genommen,
der kräftige Subwoofer muss sich auch keine Kompromisse in Bezug auf sein nicht
allzu klobiges Design nachsagen lassen, präzise und kraftvoll werden die
übergebenen Frequenzen wiedergegeben. Lediglich die Instrumentaltrennung der
Streichinstrumente wirkt nicht hochgradig ausgeprägt.
Celine Dion - Live in Las Vegas, A New Day Has Come
Durch die in der Tat starken Leistungen im Musikbetrieb bisher legen wir
gleich das Vegas-Konzert von Celine Dion nach. Die Aufnahmequalität der
mittlerweile schon ein wenig gealterten BD ist immer noch exzellent und dient
uns immer noch sehr gerne als Testsample. Die zersplitternde Spiegelscheibe
wirkt ein wenig zurückhaltend, die höchsten Spitzen haben wir aber bei den 2L
Aufnahmen schon minimal bedeckt empfunden. Spätestens als Celine mit "A
New Day" beginnt, kehrt die Begeisterung im hohen Maße zurück. Die
Stimmcharakteristik ist mit fein differenzierten Vokalklängen gut ausgeprägt, detail- und facettenreich wirkt das Zusammenspiel der Frontkanäle.
Dj Tiesto, Elements of Life World Tour, Traffic & Back in Your Head,
DTS-HD Master 5.1
Nach der feingeistigen Musik sehen wir uns nach etwas härterem. Die
aggressiven Kickbässe Dj Tiestos kommen uns natürlich sehr gelegen und zeigen
sich sofort kräftig und mit sauberem Tiefgang, das endgültige Volumen fehlt uns nur
minimal. Nicht hundertprozentig gelingt das Timing, die druckvollen Bässe
hinken uns einen winzigen Tick hinterher. Für Begeisterung sorgen nahtlose Frequenzübergänge,
die ein stimmiges Gesamtbild mit hoher Dynamik sicherstellen.
Berlin Calling - Sky and Sand, CD
Stimmige Performance auch bei diesem Testsample. Die einzelnen Elemente und
Details treten klar auf und wirken fein aufgelöst, durch die breite Atmosphäre
und das stimmige Timing tauchen wir beinahe in die elektronischen Sphären ein.
Das charakteristische Nachhallen der Stimme müssen wir nicht vermissen.
The Dark Knight, Kapitel 1, Dolby TrueHD 5.1
Nachdem sich das Säulenset aus Berlin bei der Musikwiedergabe beinahe
anstandslos bewährt hat, interessiert natürlich auch die Performance im
Filmbetrieb. Als im ersten Kapitel des Dark Knight die Fensterscheibe von den
Clowns aufgeschossen wird ist eine differenzierte Tiefbasswiedergabe
auszumachen, druckvoll ist die Durchsprengung von innen nach außen sehr fein
auszumachen. Bei der Stürmung der Bank gelingen die Schüsse aus den Uzis der
Schurken nicht ganz so aggressiv wie gewohnt, die gedämpfte Stimmwiedergabe
unter den Clownmasken wird aber tadellos an den Hörplatz getragen. Der letzte Schuss aus der Pumpgun William Fichtners ist tief und kraftvoll, der 900
SW gibt sich hier keinerlei Blöße sondern spielt präzise und druckvoll. Auch
das sehr tiefe, unterschwellige Grummeln während fast des ganzen ersten
Kapitels wirkt ausgezeichnet und nur in der letzten Instanz etwas zu moderat ausgeprägt.
Klangliche Charakterisierung, Wirkungsgrad und Aufstellung:
- Tonalität: Nahe an der Neutralität, etwas samtig im Hochtonbereich
- Bassbereich (mit aktivem Subwoofer): Kraftvoll, präzise, mit viel
Tiefgang trumpft der CL 900 SW im Columa Ensemble auf.
- Mitteltonbereich: Gute Stimmwiedergabe mit feiner Differenzierung,
tadellose Eingliederung ins Klanggeschehen.
- Hochtonbereich: Geschmeidig, aber noch klar. Bei extremen Pegeln leicht
bedeckt.
- Grobdynamik: Ausgezeichnete Performance bei großen Dynamiksprüngen, die
Vorteile der verlustfreien Tonformate werden sehr gut herausgearbeitet.
- Feindynamik: Gute Leistungen auch in der Feindynamik, für klassische
Musikarten bei nicht allerhöchstem Anspruch an Neutralität gut
einsetzbar.
- Räumliches Abbildungsvermögen: Sehr gute Loslösung von den Komponenten,
besonders ausgeprägt am Center.
Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Gesamt-Fazit

Wieder einmal beweisen die "Teufel" aus Berlin, dass sich eine
Rundumbestückung mit identischen Lautsprecherkomponenten absolut auszahlt. Ein
harmonisches, stimmiges Klangbild mit weiter Bühne und nahtlosen
Frequenzübergängen zeichnen das 5.1 System aus. Gerade das Zusammenspiel mit
dem nicht zu riesig bemessenen Subwoofer ist zu loben, eine Voraussetzung für
HiFi-Leistungen im Musikbereich. Aber auch im Filmbetrieb ist das modern
gestaltete Surround-System beinahe ohne Einschränkungen einsetzbar, Vorteile
der verlustfreien Komprimierung sind klar zu erkennen. Natürlich schlägt
sich die extrem schlanke Auslegung etwas negativ, besonders auf die
Obertonwiedergabe, nieder, dennoch wird das modern ästhetische Set bei nicht
höchst audiophilem Anspruch dem Allround-Einsatz gerecht. Elegante Optik und
saubere Verarbeitung runden das System der Haupstädter ab.
Schlankes Tonsäulen-Ensemble in modernem Design und
hervorragenden akustischen Eigenschaften
Lautsprechersysteme 5.1 Mittelklasse
Test 30. Juni 2010
+ Kraftvoll agierender Subwoofer
+ Problemlose Aufstellung durch schlanke Auslegung
+ Sehr gute räumliche Abbildung
- Instrumentaltrennung partiell nicht perfekt
- Nur eine Farbvariante lieferbar
Test: Philipp Kind, Frank Querfurth
Datum: 30.06.2010
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