TEST: Teufel Cinebar 50 - Pegelfeste Kompaktlösung mit akustischer
Qualität
16. Juni 2010 (phk)
Einführung
Enttäuscht von der Klangperformance des neu erworbenen Flachbildschirms? Zu
wenig Platz für ein vollwertiges 5.1 Surround-System? Teufels Antwort auf diese
Fragen ist die Cinebar 50! Im sofort einsatzbereiten Ensemble aus schmaler
Lautsprecherleiste und kraftvollem Subwoofer steckt Dolby Virtual Speaker
Technologie für einen verblüffend realitätsnahen Raumklang, 350 Watt
Sinusleistung legen das Fundament für dynamischen Klang auf bis zu 35m². Nicht
nur das TV-Audiosignal kann über die Cinebar 50 ausgegeben werden, Input von
CD, iPod oder USB-Medium wird ebenso aufpoliert oder als konventionelles Stereo
wiedergegeben. Für 749 Euro werten die Berliner Teufel die Akustik im
Wohnzimmer auf und ermöglichen Surround-Genuss, der Platz einspart.
Verarbeitung
Display und Bedienelemente
Rückseite
Saubere Verarbeitung
Fuß der Soundbar
Wandhalterung im Detail
Rückseite Subwoofer
Tadellose Verarbeitung auch am LFE
Unterseite mit Bassreflexrohr
Ausgezeichnete Bodenentkopplung
Tieftöner
Kräftiger Ringkerntrafo
Leistungsreserven
Die Cinebar 50 zeigt solide Verarbeitungsqualität. Die
Alu-Ummantelung der Ober- und Unterseite wirkt massiv und, Seitenteile und
Standfuss sind in Kunststoff gehalten. Frontale Bedienelemente sind einfach
erreichbar und haben einen guten Druckpunkt, das Display ist zwar nur einzeilig,
bleibt aber auch bei einigem Abstand noch problemlos ablesbar. Das LS-Gitter aus
Metall ist passgenau, lässt sich aber nicht abnehmen. Die Anschlüsse auf der
Rückseite sind hochwertig und sitzen exakt und fest. Am Subwoofer setzen sich
die positiven Eindrücke fort: Passend zur Soundbar ist die Front des SW in
hochglanzbeschichtetem Schwarz gehalten. Der Materialübergang zum MDF-Gehäuse
weist keinerlei Problempunkte auf und selbst auf der Unterseite sind die
großzügigen Füße lobenswert. Im Inneren des LFE können wir einen kräftigen
Ringkerntrafo erkennen, der die Kraftreserven des Woofers füllt. Die kompakte
Fernbedienung ist etwas dicker als eine Scheckkarte und für die angebotenen
Funktionen komplett ausreichend. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse:
Hervorragend.
Bedienung/Ausstattung/Anschlüsse
Anschlüsse Soundbar
Fernbedienung
Video
Die Steuerung der Cinebar 50 erfolgt komplett mit der
beiliegenden Fernbedienung oder den Bedienelementen an der Front der Soundbar.
Die Teufel Anlage kann digital optisch/koaxial oder über Analog Cinch mit einem
Zuspieler verbunden werden. Insgesamt vier Quellgeräte können so an die
Cinebar 50 angeschlossen werden, dazu noch frontal ein USB-Medium für MP3- und
WMA-Wiedergabe. Ein HDMI-Eingang ist nicht vorhanden, die herkömmlichen
Tonformate Dolby Digital und DTS dekodiert die Teufel Cinebar bei digitalen
Signalquellen aber problemlos, mit der Fernbedienung können zusätzliche
DSP-Presets "Jazz, Rock, Pop, Classic" und das Eingreifen des Dolby
Virtual Speaker Algorithmus in das eingehende Signal festgelegt werden. Neben
der konventionellen Stereo-Ausgabe steht "Reference" - der DVS
Standardmodus und "Wide" für eine besonders weitläufige Bühne zur
Verfügung. Gesamtlautstärke, Subwoofer-Pegel und eine differenzierte
Treble/Bass-Einstellung ist auch über die kleine Teufel-Fernbedienung und das
Frontdisplay justierbar. Der Lautsprecher, Decoder, Vor- und
Leistungsverstärker in einem ist mit zwei Hochtönern, zwei Mitteltönern und
zwei Mitteltieftontreibern ausgestattet und als geschlossenes Gehäuse
konzipiert, der Sidefire-Subwoofer vollendet den Frequenzgang auf unterer Ebene
bis zu 35 Hz und ist mit einem 250mm Chassis versehen. Gesamtnote in Relation
zur Preisklasse: Sehr gut - Ausgezeichnet.
CD, The Royal Philharmonic Orchestra - Golden Eye, PCM
Dieses fein aufgelöste Orchester-Ensemble stellt als erstes Testample keine
leichte Aufgabe für die Cinebar 50 dar. Die Gesamtdynamik der Teufel-Lösung
kann sich aber durchaus sehen lassen, obenrum leicht spitz wird eine voluminöse
Bühne geschaffen, die den Tieftonbereich barrierelos eingliedert. Trotz Fehlen
einer Delay- bzw. Abstandsanpassung spielt der Subwoofer bei nicht allzu weit
entfernter Aufstellung präzise und impulstreu, ein Nachhinken der
Bassfrequenzen erkennen wir nicht. Feinste Detaillierung und Auskleidung kann
natürlich nicht erwartet werden, der Tiefgang des Teufel Woofers ist in der
Preisklasse aber ungeschlagen. Der Stereo-CD Sound gefällt uns in seiner
nativen Form am besten, ein wenig räumlicher wirkt das Geschehen in DVS
Reference und Wide zwar schon, die authentischere Darstellung wirkt aber in
seiner ursprünglichen Form am gelungensten.
DVD, Star Wars Episode III - Rache der Sith, DD
Den THX-Trailer zu Beginn der Disc nutzen wir gleich einmal für einen ersten
Pegelcheck, Lautstärken bis zur Einstellung 40 (Max) können ohne Clipping und
sonstige Einbußen gefahren werden, selbst für einen ausgiebigen Filmabend sind
weit weniger dB notwendig. Die Eingangsmusik der Star-Wars Scheibe erklingt
kraftvoll und weitläufig, die Mitten wirken aber leicht überbetont und einen
Tick blechern. Die Paukenschläge und vor allem die folgenden Turbinengeräusche
der beiden Jäger gleich zu Beginn der dritten Episode werden vom Subwoofer sehr
gut differenziert und tief an den Hörplatz getragen. Die Sprachwiedergabe ist
prägnant und sauber, der letzte Feinschliff ist natürlich nicht gegeben aber
differenzierende Charakteristika können erkannt werden. Während der
Filmton-Wiedergabe macht Dolby Virtual Speaker eindeutig Sinn, ohne direkte
Reflexionen werden die Surround-Effekte gut suggeriert. Die
"Wide-"Einstellung führt aber leider zu einem intensiveren blechernen
Einschlag und schränkt das Effekt-Erlebnis etwas ein.
Blu-ray, Harry Potter and The Order of the Phoenix, Kapitel 18, DD
Exzellente Sprachwiedergabe fällt uns hier sofort auf, sowohl die
kreischende Stimme Bellatrix Lestranges als auch die tiefe, leicht hallige
Stimme Voldemorts gefällt uns hier gut. Zu Beginn der Szene geraten die
Surround-Effekte zwar etwas in den Hintergrund, kommen aber bei Voldemorts
Angriff wieder voll zur Geltung. Der Subwoofer gefällt uns hier extrem gut, die
unterschwellig grummelig angedeuteten Schritte des dunklen Lords werden mit
enormem Tiefgang und Differenzierungsvermögen dargestellt, ebenso positiv
stellen sich Frequenzübergänge dar, z.B. während der Beschwörung des
Feuerdrachens oder als Bellatrix durch das Floo Network verschwindet. Eine
gelungene Gesamtwiedergabe des gesamten Kampfgeschehens, auch im vertikalen
Bereich schafft die Soundbar eine stimmige Wiedergabe.
USB, Paul Kalkbrenner - Berlin Calling OST, MP3 320KBps
Die gute Leistung des Subwoofers verleitet natürlich, hier noch einmal
anzusetzen und die Performance bei anspruchsvoller Elektronik-Musik zu
überprüfen. Der Berliner Paul Kalkbrenner stellt uns hier exzellente
Testsamples zur Verfügung, Torted & Absynthe beispielsweise zeigt einen
langsamen, nachhinkenden Bassbereich sofort auf. Das Teufel System hat mit
Laufzeitunterschieden überhaupt keine Probleme und feuert die tiefen Frequenzen
impulstreu an den Hörer. Im Bereich der Mitten ist wieder ein leicht blecherner
Einschlag zu hören, der aber dem guten Gesamtbild nur wenig anhaben kann,
authentische Aggressivität können wir dem Kick einwandfrei bezeugen. Wiederum
zeigt die Cinebar 50 im Musikbetrieb im nativen Stereo-Modus die stimmigste
Performance, nahtlose Freqenzübergänge und eine weitläufige Atmosphäre
benötigen kein weiteres Eingreifen ins Signal. Gesamtnote Klangqualität in
Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Fazit
Die Cinebar 50 ist ein rundum gelungenes 2.1 System. Die
Berliner Teufel nehmen nicht nur vollwertige Surround-Ensembles sondern auch
Heimkino-Fans mit begrenztem Platzbedarf ernst und bieten mit Soundbar +
Subwoofer eine pegelfeste Lösung mit viel Kraft im Tieftonbereich, einer guten
Gesamtdynamik und exzellenten Sprachwiedergabe in kompakter Form an. Die Cinebar
50 nur als Ersatz für Flachbildschirm-Lautsprecher zu sehen wird dem System
nicht gerecht, weit mehr bietet der große Frequenzbereich: Lebendige Filmton-
sowie Musikwiedergabe selbst bei höherem Pegel ist kein Problem, durch die
verschiedenen Anschlussmöglichkeiten steht dem Einsatz als Wohnzimmer-Anlage
nichts im Weg. Gewohnt solide ist die Verarbeitung der Komponenten, das
schlichte Schwarz sorgt für größtenteils problemlose Raumintegration.
Solide verarbeitete Soundbar mit kräftigem Subwoofer und
hoher Pegelfestigkeit
2.1-/Soundbar-Systeme Mittelklasse
Test 01. April 2010