TEST: Samsung 7.1 AV-Receiver HW-C700 - Neuer Konkurrent fürs Establishment 

12. Mai 2010 (cr/sw)

Das Testsample wurde uns zur Verfügung gestellt von notebooksbilliger

Schicker Anblick

Fernbedienung

Aufgeräumte Front durch integrierte Klappe - darunter befinden sich Front AV-Anschluss und weitere Bedienelemente

Mitgeliefertes iPod-Dock

Einführung

Samsung steigt mit dem HW-C500 und dem HW-C700 ins AV-Receiver-Business ein und möchte dem Establishment ordentlich einheizen - ob dies gelingen wird, möchten wir genau untersuchen. Zu diesem Zweck haben wir uns den laut UVP 399 EUR kostenden 7.1 Receiver HW-C700 in die Redaktion geholt, dessen RMS-Gesamtleistung von Samsung mit 840 Watt beziffert wird. Besonderes Merkmal ist die neu entwickelte digitale Verstärkertechnik Crystal Amplifier Pro. Auch ist der HW-C700 dank der HDMI 1.4-Anschlüsse für die 3D-Ära gerüstet. Vier Eingänge und ein Ausgang stehen zur Verfügung. Es kommen noch drei Komponentenanschlüsse sowie vier herkömmliche digitale Audioeingänge (3 x optisch, 1 x koaxial) hinzu. Weiteres Kennzeichen der Anschlussbestückung beim HW-C700 ist ein zweiter Vorverstärkerausgang für den Anschluss von zwei aktiven Subwoofern. Ebenfalls im Lieferumfang befindet sich eine iPhone/iPod-Station. Der Samsung HW-C700 weist selbstverständlich Decoder für die aktuellen HD-Tonformate und sogar für Dolby PLIIz auf. Auch ein Einmesssystem ist mit an Bord. Ob Samsungs Angriff auf die etablierte Konkurrenz gelingt, haben wir im Test überprüft.

Kurzer Überblick per Video

 

Verarbeitung

Optisch kommt der HW-C700 elegant daher. Die Front sieht nach Aluminium aus, besteht aber, was die "Griffprobe" direkt beweist, aus gut gemachtem Kunststoff. Geschickt nimmt Samsung Stilelemente deutlich teurerer AV-Receiver auf, so befinden sich weniger oft verwendete Bedienelemente unter einer Abdeckklappe, welche ebenfalls aus Kunststoff gefertigt ist und nicht sonderlich stabil erscheint. Das Gerätedisplay zeigt sich informativ, weist aber keine Punktmatrixauflösung auf. Der haptisch angenehme Lautstärkedrehregler eiert etwas, liegt aber gut in der Hand. Auch ist er leichtgängig. Leider erscheint die Lagerung als wenig überzeugend. Die Passungen aus seitlicher Sicht sind ohne Fehl und Tadel. Erfreulich, dass Samsung auch vernünftige Gerätestandfüße verbaut. Sehr gut gefällt uns die mitgelieferte Fernbedienung, die qualitativ über dem legt, was man in der Preisklasse erwarten darf. Zudem ist sie ergonomisch gut gestaltet, die Tasten weisen ordentliche Druckpunkte auf. Das Geräteinnere würde noch viel Platz für weitere Platinen und andere Baugruppen hergeben - aufgrund der Tatsache, dass platzsparende digitale Endstufen zum Einsatz kommen, gaukelt das recht ausladende Gehäuse eine Größe vor, die aus technischer Hinsicht gar nicht benötigt würde. Somit ist der Anblick etwas gewöhnungsbedürftig - die vorhandenen Elemente sind aber ordentlich arrangiert und sauber verkabelt. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Gut - Sehr gut. 

Bedienelemente unter einer Klappe

Gerätestandfüße

Mitgeliefertes Mikrophon

Optisch sehr schöner Lautstärkedrehregler, dessen Lagerung aber nicht restlos überzeugt

Saubere Verarbeitung von unten betrachtet

Innenleben - es herrscht viel Leere aufgrund der Tatsache, dass digitale Endstufen verbaut sind

Innenleben im Detail

HDMI-Platine

Schaltnetzteil

Anschlüsse

Front AV-Eingang, links daneben 6,25 mm Kopfhöreranschluss und rechts die Buchse fürs Mikrophon

Tadellos - 4 HDMI 1.4 Eingänge. Gut davon abgegrenzt - der HDMI 1.4 Monitorausgang

2 Komponenteneingänge, 1 Komponentenausgang, 7.1 Mehrkanalexterneingang

Konventionelle analoge Anschlussbestückung - FBAS-Cinch und Cinch-Audio-Stereo

3 optische digitale Eingänge und 1 koaxialer Eingang

Anschluss fürs iPod-Dock (mitgeliefert)

Der HW-C700 offeriert eine sinnvolle Anschlussbestückung, die unter anderem vier HDMI 1.4 Eingänge und 2 Komponenten-Videoeingänge umfasst. Drei optische digitale Eingänge und ein koaxialer Digitaleingang sind ebenfalls vorhanden. Auch das mitgelieferte iPod-Dock wird hinten angeschlossen. An herkömmlichen analogen Cinch-Audio- und Videoeingängen hält der Samsung ebenfalls eine Auswahl bereit. Es fehlt allerdings ein dedizierter Phonoeingang. Dafür gibt es für Heimkinofreunde gleich zwei Subwoofer-Pre Outs, was für diese Preisklasse erstaunlich ist. Gesamtnote Anschlüsse in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Menü, Setup und Konfiguration

Nicht besonders sensibler Touch-Schalter zum An- und Ausschalten

Der HW-C700 besitzt kein OSD, daher muss die Justage mittels des Gerätedisplays vorgenommen werden. Die Fernbedienung ist dabei durch die ordentlichen Tastendruckpunkte und die angenehmen Tastendruckpunkte eine gute Hilfe. Das Display des Samsung-AVRs löst relativ grob auf, durch die Größe aber ist es auch aus etwas Distanz ohne Schwierigkeiten abzulesen. Die Menüstrukturen erscheinen nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Es ist eine kurze Eingewöhnungszeit erforderlich. 

Bedienelemente unter der Frontklappe ermöglichen eine komplette Handhabung aller Funktionen auch direkt am AVR

Einige Faktoren sind uns umgehend aufgefallen:

  • Lautsprecher-Time Alignment, manuell, 30 cm-Schritte - das geht genauer.
  • Unpraktisch - Lautsprecherpegel und Testton in getrennten Menüpunkten.
  • Nur eine global regelbare Crossover-Frequenz (60/80/100/120/150/180/200 Hz, vermisst wird eine 40 oder 50 Hz Option).
  • PLIIx: Alle Parameter für PLIIx Music (Panorama, Dimension Control, Center Width) sind vorhanden. 

Ovierview Setup

 

Einmesssystem

Nun kommen wir zum Einmesssystem. Das mitgelieferte Mikrophon ist relativ klein und bietet leider nicht die Möglichkeit zur Befestigung auf einem handelsüblichen Fotostativ. Zunächst ist das Mikrophon auf der Vorderseite des HW-C700 anzuschließen. Die Buchse befinden sich beim Front AV-Eingang unter der Abdeckklappe im unteren Drittel der Gerätefront. Nach Anschluss des Mikrophons drückt der Anwender die Taste "ASC" auf der Fernbedienung (alternativ kann im "Audio Setup" Menü die Option "ASC" angewählt und von dort aus der Start vollzogen werden). Anschließend muss der Start der Einmessung mit "Enter" bestätigt werden. Danach startet der nur an einer Position mögliche Einmessvorgang mit ungewöhnlichen Testtönen - keine schrägen Signale, sondern Klänge eines (koreanischen?) Marsches erfüllen den Testraum und versetzen die Testredakteure in Erstaunen. Nach mehreren Messgängen, die insgesamt knapp 120 Sekunden dauern, ist die Prozedur beendet. Anschließend nennt der HW-C700 kurz im Display die ermittelten Parameter, um wirklich eine Überprüfung vornehmen zu können, verschwinden diese aber zu rasch. Nach dem ersten Hinschauen scheint das Gemessene auf jeden Fall einigermaßen korrekt zu sein. Auch die Arbeit in der Praxis ist gar nicht einmal schlecht. Zwar wird den Höhen Brillanz genommen, dafür erscheint das Klangbild recht einheitlich - homogen zu sein. Weiblichen Stimmen nimmt ASC etwas Durchzeichnung - dafür kann man aber auch bei hoher Lautstärke sorgenfrei hören. Im Menü "Audio Setup" kann unter "ASC" gewählt werden, ob der ASC-EQ anschaltet oder deaktiviert werden soll. 

DSPs

Natürlich werden DTS-HD Master Audio, Dolby TrueHD und auch Dolby Pro Logic IIz neben Dolby Pro Logic IIx und DTS Neo:6 decodiert. Samsung hat zudem eine Vielzahl an DSPs integriert, die man mit der entsprechenden "DSP" Taste auf der Fernbedienung anwählen kann. Interessantweise findet sich bei den DSP-Programmen auch der Modus für die normale Stereowiedergabe, während DTS Neo:6 und Dolby Pro Logic II eine eigene Taste auf der Fernbedienung spendiert bekommen haben. Die DSPs (bis auf Stereo werden bei den anderen Programmen alle Lautsprecher des Mehrkanalsetups mit einbezogen):

  • Stereo
  • Hall 1 - Nomen est omen - viel Hall, wenig Brillanz und wenig Präzision. 
  • Hall 2 - die Räumlichkeit ist kaum schlechter, dafür aber ist weniger Hall vorhanden und das Ergebnis wirkt etwas authentischer als bei "Hall 1"
  • Jazz Club: Wenig Hall, relativ direkt, aber trotzdem etwas fade. 
  • Church: Hallig und ohne wirkliche Ausgewogenheit
  • Rock - zu viel Hallbeimengungen verhindern hier ein besseres Ergebnis. Stimmen werden zu weit zurückversetzt, die Gesamtpräzision nimmt deutlich ab. 
  • Classic: Insgesamt etwas zurückgenommen und sensibler als die anderen DSPs. 
  • Live - recht ausgewogenes DSP ohne störenden Hall, kräftige, direkte Wiedergabe.
  • Game - ganz ordentliches DSP für effektintensive PC- und Konsolengames
  • Movie: Gute Trennung von Stimmen, Soundtrack und Effekten, homogen, aber etwas fade. 
  • Concert - Auch hier kann man ordentliche Zensuren verteilen, kraftvoll, räumlich, ohne zu viel Hall macht sich dieses Programm ans Werk und ist daher durchaus empfehlenswert. 
  • Stadium: Für Live-Sportsendungen ganz gut geeignet. 

Hinzu kommt ein Aufpolierer für MP3-Dateien, der mehr Substanz und Klarheit ins Klangbild bringt. Dieses kann man in Verbindung mit dem mitgelieferten iPod-Dock einsetzen, welches akustische Signale allerdings nur auf analogem Wege zum AV-Receiver überträgt. Problemfall ist hier, dass die nicht allzu überzeugenden D/A-Wandler im iPhone oder iPod verwendet werden müssen, während man bei digitaler Signalübertragung auf die bessere Wandler im AVR zurückgreifen kann. 

Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut. 

Testequipment
Klang

LS-Parameter von Hand justiert: 

Blu-ray, GI Joe, DTS-HD Master Audio, Kapitel 2

Die Fluggeräusche der Kampfhelikopter klingen kraftvoll, aber etwas blechern. Prima arbeitet der Samsung die Geräusche bei der Kommunikation über Funk heraus. Insgesamt haben Stimmen etwas wenig Substanz. Als plötzlich ein feindlicher Angriff erfolgt, gibt der Samsung die Explosionen kraftvoll wieder, allerdings ist der Tiefgang, typisch für kleinere AVRs, etwas begrenzt - hier arbeitet die Ansteuerung des aktiven Subwoofers nicht perfekt. Verwendet man großvolumige Standlautsprecher, sind die digitalen Endstufen des HW-C700 zwar in der Lage, eine erstaunlich gute Bassperformance bis ca. 40 Hz bereit zu stellen - darunter aber läuft nicht mehr wirklich viel. Die Feuergefechte werden vom Samsung mit Kraft übertragen. Der Absturz der Helikopter und die Explosion der Fahrzeuge auf dem Boden sorgen für einen echten Erlebnisfaktor - der nur durch den insgesamt etwas synthetischen Sound, der etwas Emotion nimmt, leicht gemindert wird. Sehr gut hat uns gefallen, wie der Samsung Stimmen einarbeitet - sie sind ausgezeichnet ins tonale Geschehen integriert. Das lodernde Feuer, in dem letzte Trümmer verbrennen, klingt recht realistisch. Als dann die Spezialeinheit GI Joe massiv ins Geschehen eingreift, werden die Turbulenzen der Kampfereignisse prima dargestellt - der Degen mit seinem metallisch-spitzen Geräusch beim schnellen Ziehen aus der Scheide kommt wirklich gut zum Auditorium. Den MG-Schüssen fehlt es etwas an Fundament, sonst wirken sie dynamisch. Der Music Score kommt räumlich gut zur Geltung. 

Blu-ray Stirb Langsam 4.0, DTS-HD Master Audio, Kapitel 1 und 5

Die Nebengeräusche wie das Tippen auf der PC-Tastatur gehen etwas unter, dafür präsentiert sich der HW-C700 als Dynamiker, der den Music Score mit Nachdruck zur Geltung bringt. Stimmen sind gut verständlich und sogar ordentlich detailliert. Die Einbettung der Stimmen ins tonale Gesamtgefüge ist gut. Die Game-Geräusche in der Wohnung des Hackers wirken realistisch, die kurz darauf folgende Explosion hat Nachdruck und Kraft, nur fehlt es etwas an Tiefgang. In Kapitel 5 punktet der Samsung wiederum mit seinen dynamischen Qualitäten, indem er die Schusswechsel zwischen McLane und den Killern Gabriels sehr authentisch wiedergibt. Die leise flüsternden Stimmen von McLane und Farrell ertönen allerdings etwas oberflächlich. Bis ins Mark geht dafür die Explosion des Feuerlöschers mit anschließendem Flug eines Gabriel-Schergen aus dem geschlossenen Fenster. Das Wegspritzen der Glasscherben wird räumlich gut herausgestellt. Die gesamte Effektgewalt kommt auch durch die tadellose Verträglichkeit mit hohen Pegeln sehr gut zum Ausdruck. Bei allem wüsten Geschehen vergisst der HW-C700 auch den Music Score nie und arbeitet diesen mit tadelloser Wirkung ein.

Blu-ray, Andrea Bocelli, Vivere - Live in Tuscany, Titel "Melodramma", PCM 5.1

Gleich zu Beginn wirkt Andreas Stimme etwas gedämpft - das gilt auch für die läutenden Glocken im Hintergrund. Als dann das Konzert beginnt, stellt der HW-C700 den Dynamiksprung gut dar. Der schön gespielte Flügel klingt besser als erwartet - das gilt erfreulicherweise für das ganze Orchester. Hier sind wir von digitalen Endstufen anderer Geräte deutlich schlechtere Ergebnisse gewohnt. Andreas Stimme erscheint nicht zu spitz und zu grell, sondern ertönt angenehm und homogen. Allerdings vermissen wir die emotionale Ausprägung im Detail. Wiederum gut gelingt die Stimm-/Instrumentaltrennung - der Samsung begeht nicht den Fehler, hier Ebenen miteinander zu vermischen. Die Räumlichkeit ist gut und erscheint weder als zu eng noch als künstlich aufgeblasen. 

CD Master Passion Greed, Eva (Nightwish), - Dolby PLII Music vs DTS Neo:6 Music

PLIIx: Der HW-C700 hat einiges an Kraft zu bieten - die digitalen Endstufen stürmen kraftvoll los und erwärmen sich systembedingt nicht. Es fehlt allerdings an Feindynamik, und im Hochtonbereich ist nicht allzu viel Brillanz vorhanden. Grobdynamisch ist das Gebotene recht ordentlich, und der Samsung erscheint auch bei höherem Pegel nicht allzu schrill oder spitz. Bei "Eva" erscheint die Stimmwiedergabe zwar tonal recht ausgewogen, aber dafür etwas synthetisch, die vorhandene Emotion kann nicht vollständig akustisch umgesetzt werden. Gut trennt der HW-C700 Stimm- und Instrumentalanteile. Neo:6: Das klangliche Gesamterlebnis erscheint fließender, griffiger, in sich schlüssiger. Der Bass integriert sich besser und neigt nicht, wie bei PLII Music, zum Poltern. Stimmen und Instrumente werden besser voneinander getrennt. 

CD Blank&Jones - The Singles - The Nightfly - Stereo plus Vergleich PLIIx Music vs. Neo:6 Music

Mit seiner nachdrücklichen, kraftvollen Wiedergabe hinterlässt der HW-C700 bei diesem Stück bei der Stereowiedergabe eine sehr gute Figur. Es fehlt zwar etwas an feinen Strukturen, grobdynamisch aber beweisen die digitalen Endstufen ihr Können und packen mit einer Gnadenlosigkeit zu, die man in so günstigen Preisklassen nur selten erleben wird. Die Räumlichkeit erscheint hier wirklich gut, das Timing stimmt - der Bass geht korrekt mit den restlichen Klanganteilen mit. Verwenden wir nun DTS Neo:6, so arrangiert der HW-C700 eine lebendige Verteilung des Sounds auf alle Lautsprecher. Nur ein minimal nasaler Einschlag trübt den ansonsten sehr guten Eindruck. Unter diesem leidet die Hochtondarstellung etwas. Dass kaum störende Hallelemente vorhanden sind, begrüßen wir ebenso wie die tadellosen Bass. Bilanzierend ist Samsung hier eine gute Neo:6 Integration gelungen. PLIIx Music fällt im direkten Vergleich etwas ab, der Bass neigt zum Poltern und zur Vordergründigkeit, und selbst bei einer deutlichen Verlegung der Frontklangkulisse vom Center weg auf die beiden Frontlautsprecher mittels Center Width hat man immer noch das Gefühl, der Center beteilige sich zu stark am akustischen Geschehen. Auch wirken die Front-/Surround-Übergänge nicht so fließend. 

CD Robbie Williams - Reality Killed the Video Star - Stereo

Kraft und Nachdruck sind klar die Stärken des Samsung, auch die Grobdynamik überzeugt. Die schon im Mehrkanalbetrieb gemachten Aussagen treffen auch auf die Stereowiedergabe zu. Der Bass ist auch relativ präzise, reicht allerdings nicht besonders tief hinunter. Etwas emotionslos erscheint die Hochtonwiedergabe, die Stimme wirkt nicht 100 % echt, sondern besitzt einen etwas aufgesetzt wirkenden Charakter. Die Räumlichkeit ist ordentlich, der Klang löst sich befriedigend vom Lautsprecher- Für Gelegenheits-Stereohörer reicht das Gebotene ohne Zweifel aus, als wirklich schlecht kann man die Ergebnisse keinesfalls bezeichnen. 

Klangliche Grundparameter

  • Tonalität: Relativ neutral, mit gering überhöhter Wiedergabe des Bass- und des oberen Mitteltonbereichs. Leicht synthetischer Klangeindruck, bedingt durch die digitalen Endstufen. 
  • Hochtonbereich: Nicht allzu brillant, aber bei hochfrequenten massiven Effekten mit dem richtigen Maß an Schärfe und Prägnanz. 
  • Mitteltonwiedergabe: Ordentlich, aber nicht sensationell. Die Anbindung an Hochtonbereich auf der einen und Tieftonbereich auf der anderen Seite könnte noch fließender sein. 
  • Bassbereich: Enorm kraftvoll, sehr gutes Volumen, ordentliche Präzision und voll befriedigender Tiefgang. 
  • Grobdynamik: In dieser Disziplin erzielt der Samsung ausgezeichnete Bewertungen - er entfaltet gerade im Filmtonbetrieb eine massive Dynamikwelle, die für diese Preisliga erstaunlich ausgeprägt ist. 
  • Feindynamik: Hier besteht etwas Nachholbedarf. Kleine Dynamikunterschiede werden nicht immer erfolgreich erkannt. 
  • Räumlichkeit: Gute Räumlichkeit mit tadelloser Ausprägung des Surroundbereiches. 
  • Stimmwiedergabe: Hohe Verständlichkeit. Stimmen fehlt es aber etwas an Ausformung und charismatischer Darstellung.  
  • Pegelfestigkeit: Hoch liegende Pegelfestigkeit, für die Preisklasse hervorragend. 

Konkurrenzvergleich

  • Onkyo TX-SR608: Der Onkyo ist mit einem Marktpreis von rund 480 EUR der aktuelle Überflieger in der Preisliga bis 500 EUR, an ihm müssen sich derzeit die Konkurrenten messen. Bezüglich Grobdynamik und Pegelfestigkeit kommt der HW-C700 schon nahe heran. Mit Top-Videoausstattung, sehr guter Feindynamik, tonal äußerst gekonnter Auslegung, überragender Verarbeitung und sehr gutem Bedienkonzept aber hält der Onkyo auch den Newcomer von Samsung auf Distanz. Der HW-C700 kann noch seinen günstigeren Preis in die Waagschale werfen. 
  • Pioneer VSX-520: Obwohl preiswerter als der HW-C700, hält der Pioneer nicht nur mit, sondern kontert den Samsung in den Disziplinen Feindynamik, Räumlichkeit und Basspräzision sogar aus. Dafür muss der Pioneer bezüglich der Pegelfestigkeit eine Niederlage hinnehmen, denn gegen die digitalen Endstufen des Samsung AVRs ist in diesen Preisregionen kaum ein Kraut gewachsen. Zudem bringt der HW-C700 für einen humanen Mehrpreis gleich sieben Endstufen mit. 
  • Yamaha RX-V765: Für knapp über 500 EUR Marktpreis sind letzte Posten des 2009er Yamaha Erfolgsmodells noch zu haben. Für den Kaufpreis bietet der Yamaha tolle DSP-Programme, eine neutrale Auslegung und eine prima Videosektion. Wer viel DSP-Power möchte und weniger Wert auf HDMI 1.4 legt (als 2009er Modell hat der 765  noch HDMI 1.3 Anschlüsse), ist mit dem Siebenkanal-Yamaha, der feiner, frischer und authentischer aufspielt als der HW-C700, gut bedient. Für den Samsung sprechen PLIIz, HDMI 1.4  und die höhere Pegelfestigkeit. 

Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Sehr gut. 

Fazit

Der Samsung HW-C700 ist ein optisch sehr attraktiver und modern ausgestatteter AV-Receiver, der sich mit sieben Endstufen, vier HDMI 1.4-Eingängen und Dolby TrueHD/DTS-HD Master Audio-Decoding als nahezu vollwertige Heimkinoschaltzentrale präsentiert. Sogar zwei Subwoofer-Vorverstärkereingänge sind vorhanden. Allerdings gibt es keine Videofunktionalitäten, und auch ein OSD vermissen wir. Die hochwertige Fernbedienung kann voll bei uns punkten, während die Menüführung noch Spielraum für Verbesserungen lässt. Akustisch gefallen Kraft und Grobdynamik, allerdings erscheint das Klangbild, bedingt durch die eingebauten digitalen Endstufen, etwas synthetisch. Insgesamt aber ist Samsungs Versuch, im AV-Receiver-Business Fuß zu fassen, als Erfolg versprechend einzustufen. Besonders die Pegelfestigkeit ist sehr zu loben - hier muss der HW-C700 kaum Konkurrenz fürchten. 

Optisch eleganter Siebenkanal-AV-Receiver, der durch Pegelfestigkeit und moderne Ausstattung überzeugen kann

AV-Receiver untere Mittelklasse
Test 12. Mai 2010

+ Sehr pegelfest
+ Ausgezeichnete Grobdynamik
+ PLIIz mit an Bord
+ Vier HDMI 1.4-Eingänge
+ Zwei Subwoofer-Vorverstärkerausgänge
+ Ordentliches Einmesssystem
+ iPod-Dock im Lieferumfang

- Klang etwas synthetisch
- Verbesserungspotential bei der Feindynamik
- Kein OSD

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
12. Mai 2010

Technische Daten
  • Artikelname HW-C700 
    Unverbindliche Preisempfehlung 399,00 € 
    Ausstattung Ausgangsleistung RMS (Watt) 840 W 
    System / Kanäle 7.2 
    Crystal Verstärker Pro ja 
    Auto AV Sync ja 
    Videoausgabe Deep Color & xvYCC ja 
    Audioausgabe Smart Volume ja 
    MP3 Klangoptimierung iPod Modus 
    Anzahl DSP Effekte (Digital Signal Prozessor) 12 
    Auto Sound Calibration (ASC) ja 
    Lip Sync 0 ~ 200 ms 
    Dolby Digital ja 
    Dolby Pro Logic II ja 
    Dolby Pro Logic IIx ja 
    Dolby Pro Logic IIz ja 
    Dolby Digital EX ja 
    Dolby Digital Plus ja 
    Dolby TrueHD ja 
    DTS ja 
    DTS ES Discrete 6.1 ja 
    DTS 96/24 ja 
    DTS-HD ja 
    DTS Neo 6 ja 
    Konnektivität und Anschlussmöglichkeiten Anynet+ (HDMI™-CEC) ja 
    iPod kompatibel ja 
    iPhone kompatibel ja 
    iPod Station inklusive ja 
    HDMI™ Standard 1.4 mit 3D Unterstützung ja 
    Anzahl HDMI™ Eingänge / Ausgänge 4 / 1 
    Anzahl Composite Videoeingänge 4 
    Anzahl Komponenten (YUV) Eingänge/ Ausgänge 2 / 1 
    Anzahl Digital Audioeingänge (optisch / koaxial) 3 / 1 
    Analoge Audioeingänge 6 
    Multi-Kanaleingänge 8 
    Kopfhörerausgang ja 
    Tuner FM ja 
    RDS ja 
    Gewicht (kg) Steuereinheit 6,0 
    Abmessungen (B x H x T) mm Steuereinheit 430 x 164 x 368 
    Bruttomaße inkl. Verpackung 521 x 231 x 465 
    Zubehör Fernbedienung ja 
    ASC Mikrofon ja 
    Batterien ja 
    FM Antenne ja
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