TEST: 5.1 AV-Receiver Pioneer VSX-520 mit HDMI 1.4

11. Mai 2010 (cr)

Mit 299 EUR eine günstige Versuchung - der Pioneer VSX-520

Mit 299 EUR Verkaufpreis laut UVP zielt der nagelneue Pioneer VSX-520 genau auf den Onkyo TX-SR308. Beide Konkurrenten sind sinnvoll ausgestattete 5.1 AV-Receiver, die den qualitätsbewussten AV-Einsteiger ansprechen sollen. Mit 130 Watt pro Kanal bietet der 520 gute Leistungsreserven. Mit an Bord sind drei HDMI 1.4-Eingänge sowie ein HDMI 1.4-Monitorausgang. Ebenso ist der Pioneer VSX-520 in der Lage, die aktuellen HD-Tonformate Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio zu decodieren. Sogar Dolby Pro Logic IIz ist mit an Bord. Um dieses Feature nutzen zu können, muss zum Anschluss der beiden erforderlichen Front High-Lautsprecher allerdings eine externe 2-Kanal-Endstufe bemüht werden. Der VSX-520 ist  Bluetooth-ready und kann mit einem optionalen Adapter (AS-BT100) ausgestattet werden, der den Empfang von Bluetooth-Signalen möglich macht. Ob Pioneers kleine AV-Kommandozentrale das Zeug zum Bestseller hat, haben wir für Sie  überprüft. 

Verarbeitung

 

Tadellose Gerätefüße

Lautstärkedrehregler

Ordentlicher Aufbau innen

Kühlkörper aus Blech

Elkos im Detail

Trafo

Der VSX-520 gefällt optisch mit seiner Frontblende aus hochglänzendem schwarzen Kunststoff. Die Materialqualität macht einen gediegenen Eindruck. Das Display weist allerdings eine etwas zu grobe Auflösung auf. Dadurch, dass sich nur wenige Tasten auf der Gerätefront befinden, erscheint der kleine AV-Receiver sehr aufgeräumt. Die Frontblende ist aus seitlicher Sicht ordentlich eigepasst. Der recht schwergängige Lautstärkedrehregler ist allerdings kein Quell reiner Freude. Dafür entschädigen die gut gemachten Gerätestandfüße. Die Rückseite des AV-Receivers entspricht dem gängigen Standard der Preisklasse. Für die Frontlautsprecher sind Schraubanschlüsse vorgesehen, während für Center und Surrounds Klemmanschlüsse vorhanden sind - hier wäre es trotz der Preisliga wünschenswert, für alle Lautsprecher Schraubanschlüsse zu offerieren. So artet das Anschließen von Kabeln mit vernünftigem Querschnitt für Center und Surrounds zu einer unnötig zeitraubenden Aktion aus. Das Innenleben des Pioneer sieht in Anbetracht des Kaufpreises recht ordentlich aus, wenngleich die Verkabelung noch etwas sorgfältiger ausfallen dürfte. Das Platinen- und Endstufenlayout gibt hingegen keinen Anlass zur Klage. Die mitgelieferte Fernbedienung ist aus qualitativer Sicht für die Preisliga absolut in Ordnung. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Anschlüsse

Genauer Blick auf die Anschlusssektion

Auch Komponenten-Ein- und Ausgänge sind verfügbar

Leider nur Klemmanschlüsse für Surround und Center

Anschlüsse hinten:

  • 3 HDMI 1.4a Eingänge, 1 HDMI 1.4a Ausgang

  • Adapter Port

  • 2 Komponenteneingänge, 1 Komponentenausgang

  • 2 optische Digitaleingänge, 1 koaxialer Digitaleingang

  • 4 x AV-In (FBAS in Kombination mit Cinch-Stereo-Analog)

  • 1 x AV-Out

  • 2 x Analog-Stereo-Cinch-In

  • 1 x Analog-Stereo-Cinch-Out

  • Vorverstärkerausgang für den Anschluss des externen Subwoofers

  • Pre-Out (2-Kanal) zum Anschluss einer externen Endstufe für Front High

  • Schraubabschlüsse für Lautsprecher Front L/R

  • Klemmanschlüsse für Center/Surround

  • Antennenanschluss (analoger Radiotuner)

  • Kaltgeräte-Netzstecker

Anschlüsse vorn:

  • Mikrophoneingang

  • 6,25 mm Kopfhörerausgang

Fazit: Für die Preisklasse eine sehr gute Anschlussauswahl. Gesamtnote: Ausgezeichnet. 

Video - Overview: Außen

Video - Overview: Innen

 

Ausstattung, Menü, Setup und Konfiguration

Fernbedienung

Eingangswahlregler

Mikrophon

Der Pioneer VSX-520 verfügt leider über kein On Screen Display und wird daher übers Gerätedisplay konfiguriert. Nachdem man die Taste "Receiver" auf der Fernbedienung gedrückt hat, kann man die mit einem kleinen Häuschen als Symbol versehene "Home Menu" Taste betätigten. Dann wird übers Gerätedisplay ein einfach verständliches Menü angezeigt, welches gleich als ersten Punkt auch die automatische MCACC-Einmessung beinhaltet. Wählt man die Übernahmefrequenz manuell, so stört zum einen, dass es nur eine einzige globale Übernahmefrequenz gibt, zum anderen sind die Sprünge zu groß (vor allem von 50 auf gleich 80 Hz und von 80 auf 100 - hier wäre es vorteilhaft, wenn auch 60,70 und 90 Hz einstellbar wären). Sehr gut gefällt die Genauigkeit beim manuellen Time Alignment (10 cm Schritte - sehr löblich). Das automatische Einmesssystem arbeitet problemlos. Nach ca. 2 Minuten ist die komplette Einmessung (nur an 1 Hörplatz möglich) vollendet. Es kommt zu keinen Fehlermeldungen oder Systemausfällen. Obwohl auch beim 520 eine relativ einfache Form des MCACC mit an Bord ist, erscheinen die Ergebnisse deutlich besser Auch wurde der Center endlich als "small" erkannt und nicht mehr unpassend als "large" eingemessen. Die Klangcharakteristik ist weitaus weniger fade, sondern deutlich dynamischer, klarer und detailreicher geworden. Die Fernbedienung weist recht viele, zum Teil relativ kleine Tasten auf, der Kontrast Gehäuse - Tasten ist sehr gut.

Verschiedene weitere Ausstattungsmerkmale erhöhen den Nutzwert weiter. Hier wären die recht ordentlich arbeitenden DSPs zu nennen, die nach Anwahl der "ADV.Surround"-Taste verbergen: 

  • Advanced Game (bietet viel Effektintensität bei PC- und Konsolengames)
  • Sports: Dynamisch recht gut, insgesamt aber wirkt dieses DSP recht synthetisch und der Nutzwert wird nicht richtig klar. 
  • Classical: Forciert die Feindynamik, nimmt etwas Grobdynamik heraus 
  • Rock/Pop: Mit im Bassbereich kräftiger, dynamischer Gesamtcharakteristik.
  • Unplugged: Trennt Stimmen gut von Instrumenten und  ist relativ sensibel.
  • Ext.Stereo: Pioneer-eigener Stereo-to-Surround-Aufpolierer.
  • Action: Kraftvoll und mit nachdrücklicher Grobdynamik, gutes Management schneller Effektwechsel. 
  • Drama: Holt eine besonders gute Strukturierung und Verständlichkeit aus Dialogen heraus. Gute Einarbeitung des Music Scores. 
  • Entertainment Show (weniger brauchbar, viel Hall, keine Brillanz)

Front Stage Surround Advance (F.S.S Advance):

  • DSP-Programm, das für eine virtuelle Surroundwiedergabe bei 2.1 System-Konfiguration vorgesehen ist. 

Ebenfalls von Interesse dürfte die Taste "Audio Parameter" auf der Fernbedienung sein. Drückt man diese, sind folgende Punkte anwählbar:

  • EQ on/off
  • S.Delay (Soundverzögerung) - zur Einstellung der perfekten Synchronisierung von Bild und Ton, einstellbar von 0,0 bis 9,0 (Frames, 1 Sekunde = 25 Frames/PAL)
  • Midnight-Schaltung einschaltbar für effektvolleren Surroundklang auch bei geringer Lautstärke.
  • Loudness: Höhen-/Tiefen-Anhebung bei geringer Lautstärke.
  • Sound Retriever: Gleicht komprimierungsbedingte klangliche Verluste z.B. beim MP3-Dateien aus. 
  • Dual Mono: Gibt an, wie in Dual-Mono erstellte Soundtracks in Dolby Digital wiedergegeben werden sollen.
  • DRC - Dynamic Range Control: Vierstufige Kontrolle/Begrenzung der Dynamik
  • LFE ATT (LFE-Dämpfung) - zur Anpassung des LFE-Kanals, schaltbar von 0 bis - 20 dB.
  • SACD G.(SACD Höhenanhebung): Hebt bei der Wiedergabe von SACDs durch Maximierung des Dynamikbereichs Einzelheiten besser hervor.
  • HDMI (HDMI-Audio): Tonwiedergabe von HDMI-Signalen entweder durch den AVR oder bei Stellung "Through" durch ein angeschlossenes TV-Gerät.
  • A.DLY: Automatische Korrektur der Audio-/Video-Verzögerung bei über HDMI angeschlossenen Komponenten. 
  • C.Width/Dimension/Panorama - schaltbar für PLII Music
  • C.IMG/Center Image - schaltbar für DTS Neo:6
  • H.Gain (Height Gain) - schaltbar für Dolby PLIIz Niedrig/Mittel/Hoch)

Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Testequipment
Klang

Blu-ray Stirb langsam 4.0, DTS-HD Master Audio, Kapitel 1 und 5

Direkt ab Filmbeginn zeigt der Pioneer Flagge und liefert ein fundiertes, dynamisches Klangbild ab - kaum noch ein Vergleich zum letztjährigen VSX-819, der sogar deutlich teurer kam als der VSX-520. Der 2010er AVR bindet Details wie das Geräusch des Tippens auf der Computertastatur sehr gut ein und setzt den Music Score effektvoll in Szene. Die erste große Explosion in der Wohnung eines Computerhackers wird durch die präzise Ansteuerung des aktiven Subwoofers zu einem echten tieffrequenten Erlebnis. Die Stimmen der Protagonisten erscheinen lebendig, wenn es auch im Detail an vokaler Ausformung fehlt. Dies ist aber in Anbetracht der Preisklasse durchaus zu verzeihen. Prima gefällt uns nun der anscheinend gründlich überarbeitete Mitteltonbereich - dies passt zur schon angesprochenen tadellosen Stimmdarstellung. Die Mitten erscheinen sehr fließend eingebunden und überzeugen mit akkurater Struktur. Die empfundene Räumlichkeit ist sehr gut, gerade in Hörräumen von knapp 15 bis knapp über 20 Quadratemter., für die der VSX-520 bezugnehmend auf seine Preisklasse zur Beschallung geeignet ist, entfaltet der kleine AVR eine tadellose Räumlichkeit. Das 5. Kapitel zeigt dann die dynamischen Qualitäten - die erbitterten Schusswechsel zwischen McLane und den Schergen Gabriels werden sehr gut zum Ausdruck gebracht. Auch in den  leisen Passagen überzeugt der 520 - Flüstern oder kleinere Effekte wie das Wechseln eines Magazins kommen gut zum Auditorium. Die Explosion des Feuerlöschers wird nachdrücklich und intensiv wiedergegeben, die Strukturierung ist prima. 

Blu-ray, GI Joe, DTS-HD Master Audio, ab Filmbeginn

Der Music Score wird klar und räumlich wiedergegeben. Die sich nähernde Kutsche mit James McCallam als Gefangenem hört sich realistisch an. Die Stimmwiedergabe ist sehr gut, nur könnten die vokalen Elemente noch besser ins tonale Gesamtgefüge integriert werden. Als die Maske aus dem Feuer geholt wird, ist das beißende Zischen der Flammen gut zu vernehmen. Als McCallum seine Nanomytes im Nato-Hauptquartier vorstellt, gefällt erneut die enorme Räumlichkeit. Der Hochtonbereich erscheint frisch und lebendig, aber nicht mehr so spitz wie bei manchem früheren Pioneer AV-Receiver. Zu Beginn von Kapitel 2 werden die Fluggeräusche der Kampfhubschrauber sowie der Funkverkehr authentisch dargestellt. Die Fahrgeräusche der Fahrzeuge auf dem Boden erscheinen allerdings im Vergleich zu den Stimmen etwas zu sehr im Hintergrund. Als ein überraschender Feindangriff aus der Luft erfolgt, gibt der VSX-520 die verschiedenen Ebenen - Explosionen, Stimmengeschrei, herumfliegende Trümmerteile - mit überraschend guter Differenzierung wieder. Im Bassbereich ist der Tiefgang zwar nicht überwältigend, dafür entschädigt die ordentliche Präzision und die gut erkennbare Struktur. 

Blu-ray Antonio Vivaldi, Vier Jahreszeiten, DTS-HD Master Audio

Mit Schwung und Verve widmet sich der Pioneer der orchestralen Wiedergabe und überzeugt gleich dadurch, dass er viel weniger Schärfe in die Darstellung der Streicher mischt, als dies bei früheren Modellen der Fall war. Mit einem deutlich gesteigerten Feingefühl modelliert der VSX-520 selbst kleinere Feinheiten heraus und zeigt sich beim Einsatz des gesamten Orchesters von seiner homogenen Seite. Das empfundene Raumgefühl ist sehr gut, es ist eine glaubhafte Räumlichkeit ohne den störenden Hang zum Oberflächlichen. Verschiedene instrumentale Ebenen werden gut unterschieden und lebendig zur Geltung gebracht. Verständlicherweise nimmt in den hinteren musikalischen Ebenen die Detailfreude etwas ab - hier merkt man doch, dass es für versierte und erfahrene Musikliebhaber Sinn macht, einen teureren AV-Receiver zu kaufen. 

SACD, Bedrich Smetana, "Die Moldau", 5.1 DSD

Eine schwierig akkurat darzustellende Symphonie und ein preiswerter AV-Receiver - eine Kombination, die keine sonderlich große Hörfreude verspricht. Doch der VSX-520 zieht sich höchst achtbar aus der Affäre  und agiert lebendig und mit prima Räumlichkeit. Die kleinen feindynamischen Elemente, die das Fließende, Ganzheitliche in dieses wunderschöne musikalische Kunstwerk fließen lassen, werden sogar in Ansätzen herausgearbeitet. Der Einsatz des kompletten Orchesters geht mit Dynamik und Kraft einher, die für diese Preisklasse wirklich erstaunlich sind. Die sehr guten Übergänge vom Mittelton- in den Bassbereich verdeutlichen, dass Pioneer mit Erfolg ein wesentlich homogeneres, in sich geschlossenes Klangkonzept verfolgt. Der 520 agiert lieblicher, ohne es aber an kraftvoll preisgegebener Energie mangeln zu lassen. Die gekonnten Front- und Surroundübergänge sind ebenfalls sehr zu loben. Nirgendwo kommt ein Eindruck der Ärmlichkeit auf - der VSX-520 mimt erfolgreich den preiswerten, aber komplett aufspielenden AVR für alle Einsatzzwecke. 

SACD, James Bond Themes, gespielt vom Royal Philharmonic Orchestra, DSD 5.1

Bei "The James Bond Theme" zieht der kleine Pioneer wiederum alle Register seines Könnens. Sicherlich, Liebhaber einer extrem ausgeprägten Feindynamik werden einiges vermissen, aber solche Anwender kann man getrost auf höhere Preisklassen verweisen. Eine schwungvolle, sich gut dosiert über alle Kanäle verbreitende Wiedergabe hingegen ist dem kleinen 520 auf jeden Fall eigen. Er geht mit einer Spielfreude an die Thematik, die man einem 300 EUR-AV-Receiver kaum zutrauen würde. Tonal fällt auch bei diesem Beispiel die deutlich homogenere Gesamtcharakteristik positiv auf. Auch bei der instrumentalen Interpretation von "Goldfinger" gefällt der VSX-520, indem er die Streicher viel gefühlvoller und sanfter herausmodelliert als frühere uns bekannte kleine Pioneer AVRs. Die ersten musikalischen Ebenen werden gut auseinander differenziert und trotzdem als einheitliches Ganzes präsentiert. 

CD, Nightwish, The Poet and the Pendulum, Stereo

Im Stereobetrieb bietet der Pioneer VSX-520 einen recht ausgewogenen Klang, dem es nicht an Kraft fehlt, wenn auch das Gesamtergebnis etwas dünner ausfällt als beim Surroundeinsatz. Der erstaunlich präzise, gleichzeitig nachdrückliche Bass und die tadellose Dynamik sprechen auch bei der Wahl des Stereo-Modus für den Pioneer. Die teils sehr schnellen Passagen werden ohne Schwierigkeiten gemeistert, es macht sogar Spaß, dem 520 zuzuhören. Der Klang löst sich befriedigend von den Lautsprechern, Wunder dürften gerade in dieser Disziplin nicht erwartet werden. Insgesamt aber gefällt der kleine AV-Receiver mit seinem lebendigen Spiel und der guten Räumlichkeit. 

CD -Nightwish - Master Passion Greed, Vergleich Dolby Pro Logic II Music vs. DTS Neo:6 Music

 Im direkten Vergleich kann sich hier Neo:6 durchsetzen. Der VSX-520 spielt freier auf, entwickelt mehr Dynamik und erzielt eine gleichmäßigere Räumlichkeit. PLII fällt im direkten Vergleich etwas ab: Sonst als sehr homogen bekannt, wirkt PLII weniger schlüssig und setzt das Tempo des Stücks nicht so gekonnt und mit Verve um. Auch scheint die Toncharakteristik leicht ins Blecherne zu kippen. Im Vergleich zur Stereowiedergabe klingt Neo:6 zwar auch etwas dumpfer und nicht so brillant, dieser störende blecherne Unterton im Bereich der oberen Mitten ist aber nicht heraus zu hören. 

Klangliche Grundparameter

  • Tonalität: Hier hat der 520 im Vergleich zu älteren Modellen einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht. Die Höhen klingen nur bei großer Lautstärke etwas zu dominant, sonst aber weisen sie mehr Feingefühl und weniger Schärfe auf. Insgesamt sind die Mitten prägnanter, was zu einer höheren tonalen Ausgewogenheit führt. Stimmen fallen kaum durch Zischeln oder ähnliche Unsauberkeiten unschön auf, sondern werden klar präsentiert. 
  • Hochtonbereich: Bei normal gebräuchlichem Pegel agiert der 520 sehr gut und formt die Höhen glaubwürdig aus. Kleine Details werden zwar ab und zu unterschlagen, dies aber kann man mit Hinweis auf die Preisklasse problemlos akzeptieren. Die Färbung ist neutraler und nicht mehr so scharf und leicht spitz wie früher bei manchem preiswerten Pioneer AVR.
  • Mitteltonwiedergabe: Deutlicher Sprung nach vorn - die Mitten erscheinen klarer, strukturierter und sind besser eingebunden. 
  • Bassbereich: Erstaunliche Präzision, guter Aufbau, für die Preisklasse ordentlicher Tiefgang. Bei letzterem wird aber auch deutlich, dass nochmals einiges mehr geht. 
  • Grobdynamik: Traditionelle Pioneer-Domäne, in der auch der 520 nicht enttäuscht - es wird ein stets lebendiges Klangbild geboten, beim 2010er Jahrgang sogar mit MCACC. 
  • Feindynamik: Prima und deutlich besser als beim 2009er Modell VSX-819. Feindynamische Unterschiede werden größtenteils erkannt und prima eingebunden. 
  • Räumlichkeit: Recht dichte, realistisch empfundene Räumlichkeit und eine prima Weitläufigkeit zeigen hier auf, dass man mittlerweile auch mit günstigen AVRs Hörfreude haben kann. 
  • Stimmwiedergabe: Gute Stimmwiedergabe mit prima Konturierung, nur kleinere vokale Details werden gern mal unterschlagen. 
  • Pegelfestigkeit: Für die Preisklasse hervorragend, der kleine VSX-520 lässt richtig die Muskeln spielen und bleibt auch bei höheren Lautstärken über längere Zeit souverän. 

Konkurrenzvergleich:

  • Pioneer VSX-819: Das teurere Gerät aus der letztjährigen Kollektion muss sich dem aktuellen VSX-520 überraschend deutlich geschlagen geben. Das automatische Einmessystem ist beim neuen Modell besser angepasst und ermöglicht einen klareren, dynamischeren Sound. Die Pegelfestigkeit konnte nochmals gesteigert werden, ebenfalls die Feindynamik und die Ausprägung des Mitteltonbereichs. Der Bass agiert präziser und mit mehr greifbarer Struktur. 
  • Onkyo TX-SR308: Klanglich sind sich beide AVRs recht ähnlich, was beinahe einer Sensation gleichkommt, da früher klangliche Welten zwischen Pioneers und Onkyos AV-Receivern lagen. Dass dies nun anders ist, liegt daran, dass der TX-SR308 weniger samtig und schön klingt als mancher andere Onkyo, sondern eher auf Dynamik und Neutralität ausgelegt ist. Zugleich hat sich der VSX-520 vom grobdynamisch massiv auftretenden, im Hochtonbereich leicht schneidend auftretenden Pioneer-Erscheinungsbild früherer Generationen entfernt. Er ist nun deutlich neutraler, homogener und klarer ausgelegt. Insgesamt bietet der Onkyo etwas mehr Feindynamik, während der Pioneer nochmals pegelfester auftritt. Ausstattungstechnisch sind interessante Unterschiede auszumachen. Während der TX-SR308  allerdings ein OSD  mitbringt, muss man beim VSX-520 aufs Gerätedisplay zurückgreifen, welches zudem keine Punktmatrixaufösung mitbringt. Doch der VSX-520 kontert umgehend, denn der hat im Gegensatz zum TX-SR308 ein automatisches Einmesssystem mit an Bord - und sogar Dolby Pro Logic IIz. Für die Nutzung dieses Features muss allerdings eine externe Endstufe zusätzlich bemüht werden.
  • Sony STR-DN1000: Ganz bewusst haben wir einen preislich deutlich höher angesetzten AVR zum Vergleich herangezogen. Der Sony agiert nochmals dynamischer und nachdrücklicher, erstaunlich ist aber, wie gering der Unterschied ist - dies beweist, welch gute Arbeit die Pioneer-Ingenieure beim VSX-520 geleistet haben. Das deutlich schlechtere Einmesssystem des Sony beweist ebenfalls, dass teurer nicht automatisch auch besser heißt.

Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.

Fazit

Der Pioneer VSX-520 präsentiert sich als rundherum gelungener AV-Receiver für den qualitätsbewussten Einsteiger. Kraftvoll und pegelfest agierend, macht das preiswerte 5.1-Gerät im Filmbetrieb richtig viel Freude. Grob- und Feindynamik sind für die Preisklasse richtig gut, deutlich über dem Durchschnitt liegt auch die gebotene Räumlichkeit. Während bei den preiswerten Pioneer-Einstiegsmodellen - im Gegensatz zu den teureren "Familienmitgliedern" das automatische Einmesssystem öfters eher Kritik einstecken musste, ist die Adaption auf den VSX-520 sehr gut gelungen. Die Anschlusssektion ist praxisgerecht und reichhaltig in Anbetracht des Kaufpreises ausstaffiert. Die Verarbeitungsqualität kann insbesondere bei der Betrachtung des VSX-520 von Außen absolut überzeugen. Was fehlt, ist ein On Screen Display. Bilanzierend ist festzuhalten, dass Pioneer im preisgünstigen Einsteigersegment mächtig Boden gut gemacht hat - mit dem Kauf des VSX-520 kann man kaum etwas falsch machen. 

Pioneers Kampfansage an die Konkurrenz: Pegelfest und dynamisch, gleichzeitig aber mit homogenem Klang, sprengt der VSX-520 die akustischen Barrieren seiner Preisklasse

Test 11. Mai 2010
AV-Receiver Einsteigerklasse

+ Sehr pegelfest
+ Tadellose Grob- und Feindynamik
+ Gutes Einmesssystem
+ Sinnvolle Anschlussbestückung
+ Ordentliche Verarbeitung

- Kein OSD

Test: Carsten Rampacher
11. Mai 2010

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