XXL-TEST: Pioneer AV-Receiver SC-LX83 - die neue Macht in der Oberklasse?

10. November 2010 (th/phk/cr)

Stattliche Erscheinung

Enorm umfangreiche Anschlussbestückung

App für die Steuerung mittels iPhone oder iPod Touch

Einführung

Während sich in der Leistungsklasse der "wahren Boliden" bezüglich neuer Modelle in letzter Zeit nicht mehr wirklich viel tut, herrscht in der Liga zwischen 2000 und 3000 EUR reges Treiben. Alle namhaften Anbieter versuchen sich hier, mit hochinteressanten Komponenten entsprechend in Szene zu setzen. Angesichts der Aktivitäten der Konkurrenz möchte auch Pioneer dieses Feld mit einem üppig ausgestatteten 7.1 AV-Receiver besetzen: Der in massiver, aber trotzdem eleganter Optik auftretende SC-LX83 kommt auf eine unverbindliche Preisempfehlung von 2499 EUR und wartet mit 7 x 190 Watt, Direct Energy HD Verstärker, THX Ultra 2 Lizenz sowie Pioneers PQLS (Precision Quartz Locking System für impulstreue Datenübertragung in Stereo und Surround ohne Zeitlauffehler, Voraussetzung: Pioneer BD-Player mit PQLS als Zuspieler) und iPod Touch/iPhone App für die Steuerung. Wir haben Pioneers neue "Führungskraft" genau untersucht. 

Key Features Pioneer SC-LX83

Interne 32 Bit-Signalverarbeitung

Lernfähige, edle Fernbedienung mit OEL-Display

  • 7 x 190 Watt
  • Direct Energy HD Verstärker
  • 32 Bit D/A-Konverter mit kompletter 32-Bit Signalverarbeitung für erhöhte Bittiefe und mehr Präzision
  • HDMI 1.4 miit Support von 3D und Audio Return Channel
  • HDMI Repeater (6 Eingänge und 2 Ausgänge)
  • Pioneer iControl AV kompatibel
  • Advanced MCACC
  • Decoder für alle HD-Tonformate
  • Dolby Pro Logic IIz
  • DLNA 1.5 Zertifikat
  • AIR Studios sowie THX Ultra 2 Zertifikat
  • PQLS (Zweikanal, Multichannel + Bitstream)
  • Internet Radio
  • Advanced Sound Retriever (verbesserte Klangqualität bei stark datenreduziertem Material, für Multichannel geeignet)
  • Advanced Sound Retriever Air (für Streaming via Bluetooth)
  • Bluetooth Port für Bluetooth-Adapter AS-BT100
  • Lernfähige Fernbedienung mit OEL Display
  • Video-Upscaling bis 1080p
  • Video-EQ fürs visuelle Feintuning
  • Verschiedene Klang-DSP-Programme
  • Front USB Eingang
  • Graphical User Interface in modernem Design

Video - Overview über den SC-LX83

 

Verarbeitung

Punktmatrix-Display

Sehr gut verarbeitete Fernbedienung

Schick integrierter Standby-Button

Hochwertige Materialqualität und präzise Passungen

Eingangswahlregler

Lautstärkedrehregler

Hochwertige Verschraubung mit Kupferschrauben

Ausgezeichnete Gerätestandfüße

Auch die Lautsprecherkabel-Anschlüsse überzeugen aus qualitativer Sicht

Einfach wirkendes, aber sehr exakt arbeitendes MCACC-Mikrophon

Innenleben im Detail

Stromversorgung

Sauberer Aufbau

Sorgfältige Verschraubung auch innen

Chassisverstrebungen sorgen für Steifigkeit

Übersichtliches Layout ohne wirre Verkabelung

Der Pioneer SC-LX83 überzeugt schon mit seiner stattlichen, aber gleichzeitig eleganten Erscheinung. Durch die sehr schlicht und zeitlos gestaltete Front mit edler Oberflächenqualität ist das Gerät trotz der opulenten Abmessungen in positiver Hinsicht ein Blickfang im Heimkino oder im Wohnzimmer. Die beiden gut geführten und großen Regler für Lautstärke und Eingangswahl beherrschen zusammen mit dem Punktmatrixdisplay die aufgeräumt erscheinende Frontblende. Unter einer Klappe im unteren Bereich des SC-LX83 sind weitere Bedienungselemente verborgen, wenn die Bedienung anstatt über die sehr gut verarbeitete lernfähige Fernbedienung mit OEL-Display direkt am AV-Receiver erfolgen soll. Dreht man den SC-LX83 um, so bemerkt man die auch von unten aufwändige Verschaubung mit teueren Kupferschrauben ebenso wie die ausgezeichneten Gerätestandfüße. Die Rückseite zeigt sich ebenfalls als bestens verarbeitet, alle Terminals sitzen gerade und fest. Die Lautsprecherkabel - Anschlussterminals sind absolut preisklassengemäß und lassen kaum Raum für Kritik. Das Innenleben des großen AV-Receivers präsentiert sich sauber und stringent aufgebaut, die verwendeten Bauteile hinterlassen einen ebenso überzeugenden Eindruck wie die übersichtliche Verkablung. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend. 

Anschlüsse

HDMI-Anschlüsse hinten

LAN-Anschluss, Adapter Port und konventionelle Digitaleingänge

Control und IR Anschlüsse

7.1 Pre-Out, 7.1 Multichannel Extern-In

Zone 2 und Zone 3 für Audio und Video plus weitere FBAS/Stereo-Audio-Cinch-Anschlüsse

Komponenten-Video-Anschlüsse

Weitere Anschlüsse unter der Frontblende

  • Rückseite:
    • 5 HDMI Eingänge, 2 HDMI Ausgang 
    • 3 YUV Komponenten Eingänge, 1 YUV Monitor Ausgang, 1 YUV Zone 2 Ausgang 
    • 4 FBAS Eingänge, 1 FBAS Record Ausgang, 1 FBAS Monitor Ausgang, 2 FBAS Zone 2/3 Ausgänge 
    • 3 koaxialer Digitaleingang S/PDIF 
    • 3 optische Digitaleingänge TOSLINK, 1 Ausgang 
    • 7 analoge Stereo-Chinch Audioeingänge (1x Phono), 2 Record Ausgänge, 2 Zone 2/3 Ausgänge 
    • 1 7.1 Mehrkanal analog Eingang
    • 1 7.1 Mehrkanal analog Vorverstärkerausgang (Pre-out) 
    • 1 LAN Netzwerkanschluss 
    • 1 Adapter Port Anschluss 
    • 2 IR Eingang, 1 IR Ausgang 
    • 1 Control Eingang, 1 Control Ausgang
    • 2 12V Trigger-Ausgänge
    • 1 RS232 SChnittstelle
    • 1 5V/150mA Anschluss für CJ-RF100
    • 1 Antennen 75 Ohm Anschluss + 1 Antennen AM Loop Anschluss 

  • Vorderseite:
    • 1 HDMI Eingang
    • 1 USB Eingang 
    • 1 FBAS Eingang 
    • 1 Setup Mikrofoneingang 
    • 1 Kopfhörer Ausgang 3,5mm Klinke 

Insgesamt weist der SC-LX83 eine gute Anschlussvielfalt auf. Allerdings sind 6 HDMI-Eingänge für diese Preisliga das absolute Minimum, 7 oder 8 wären hier besser. Selbstverständlich sind 2 HDMI-Ausgänge an Bord. Der SC-LX83 bringt für die Einbindung ins Netzwerk eine Ethernetschnittstelle mit, verfügt aber nicht über ein eingebautes WLAN-Modul für die direkte Einbindung in Drahtlosnetzwerke. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Menüs, Setup und Konfiguration

Basismenü

Hier geht es zu den Pioneer SC-LX83 Menü-Screenshots - weit über 20 Bilder verdeutlichen den immensen Funktionsumfang

Der SC-LX83 bietet eine ungemeine Vielfalt, wenn es um Einstellung und Konfiguration geht - der Überblick:

1. Advanced MCACC

  • a. Voll Auto MCACC
    - Lautsprechersystem: Normal (SB/FH) [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] / 
    Normal (SB/FW) [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] / 
    Speaker B [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] / Front Bi-Amp / Zone 2 
    Anmerkung: [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] Wahl zwischen Surround-LS 
    Position seitlich oder hinter dem Hörplatz
    - EQ-Typ: Symmetry / All Ch Adj / Front Align
    - MCACC: Memory 1 bis 6
    - THX-Lautsprecher: Yes / No
  • b. Automatisches MCACC
    - ALL / LS.-Einst. behalten / Lautsprecher-Einst. / Kanalpegel / Lautsprecher-Abstand / EQ Pro & S-Wave / Full Band Phase Ctrl
  • c. Manuelles MCACC
    -1. Feineinstellung Kanalpegel
    - Referenz-Chanel Level Front-Left: -10 bis + 10 dB in 0,5 dB-Schritten
    - R, C, SL, SR, SBL, SBR, SW, FHL, FHR in 0,5 dB-Schritten zwischen -10 und +10 dB
    -2. Feineinstellung LS.-Abstand
    - Ref.Ch Distance Front-Left: 1cm Schritte
    - R, C, SL, SR, SBL, SBR, SW, FHL, FHR in 1cm Schritten
    -3. Stehende Wellen
    - Kanal: Main, Center, Subwoofer
    - Filter 1 bis 3
    - Frequenz: 63, 65, 68, 71, 74, 78, 81, 85, 88, 92, 96, 101, 105, 110, 115, 120, 125, 131, 136, 142, 149, 155, 162, 169, 177, 185, 193, 201, 210, 220, 229, 239, 250, 
    - Q (Güte / Wirkbreite): 2.0 bis 9.8 in 0.2 Schritten
    - ATT [dB]: 0 bis -12 dB in 0,5 db-Schritten
    -4. EQ Einstellungen 
    - für die Kanäle L, C, R, SL, SR, SBL, SBR, FHL, FHR
    - Frequenzen (in Hz): 63, 125, 250, 500, 1k, 2k, 4k, 8k, 16k, Trim
    - Wertebereich: -12 bis +12 dB in 0,5 dB-Schritten
    -5. EQ Professional
    a. Nachhall-Messung mit und ohne EQ
    b. Nachhall-Anzeige, aufgeschlüsselt gemäß den fixen EQ-Bändern, Ansicht vorher / nachher
    c. Erweiterter Equalizer
    - Time Position: 0-20ms / 10-30ms / 20-40ms / 30-50ms / 40-60ms / 50-70ms / 60-80ms
    - EQ-Typ: Symmetry / All Ch Adj / Front Align
    - Stand.Wave Multi-P: Yes / No
    Anmerkung: Über die Wahl "Yes" ist es möglich, zwei weitere Positionen im Hörraum einzumessen
    -6. Exakter Abstand
  • d. Demo: Demonstration der Messsignale 

2. MCACC Ergebnisse (Anzeige der Messergebnisse)

  • a. Lautsprecher-Einstellung
  • b. Kanalpegel (separat für die 6 Speicher)
  • c. Lautsprecher-Abstand (separat für die 6 Speicher)
  • d. Stehende Wellen (Main / Center / SW - innerhalb des aktuell angewählten Speichers)
  • e. EQ-Kalibrierung (für die Kanäle L, C, R, SL, SR, SBL, SBR, FHL, FHR innerhalb des aktuell angewählten Speichers
  • f. Gruppenlaufzeit
  • g. Ausgabe von MCACC-Daten 


3. MCACC Datenbank

  • a. Speicher umbenennen
  • b. MCACC-Speicherkopie
  • c. MCACC-Speicher löschen 

Insgesamt ist MCACC, dies zeigt auch der Test des SC-LX83 wieder, das beste Lautsprecher-Einmess- und Room EQ-System auf dem gesamten Markt. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen ist nicht unerheblich, dass MCACC ausgesprochen zuverlässig agiert, hier merkt man, dass Pioneer - Nomen est omen - der Pionier bei der Entwicklung derartiger Systeme ist und mit dem VSX-AX10 vor einigen Jahren mit der Einführung dieser Technologie noch vor den Consumer-Konkurrenten begonnen hat. Fehlermeldungen, die den Anwender verunsichern, treten bei korrektem Anschluss der Lautsprecher nicht auf. Des Weiteren verfügt MCACC schon nach dem Basisdurchlauf über eine hohe Qualität bei der Anpassung der Lautsprecher an den Hörraum. Es wird nicht nach der Maxime verfahren - die leider viele Room EQ Systeme kennzeichnet -, eine akustische "Beschneidung" durchzuführen, die für einen emotionslosen und faden, wenn auch gleichmäßigen Sound sorgt, vielmehr werden die kritischen Stellen des gesamten Frequenzverlaufs gezielt bearbeitet und somit werden unschöne akustische Nebenerscheinungen wie Überhöhungen etc. sehr gut ausgemerzt. Das Klangbild und somit das akustische Können der angeschlossenen Lautsprecher bleibt beinahe in vollem Umfang erhalten. MCACC macht nicht den Fehler, dem Hochtonbereich Brillanz zu nehmen, auch fehlt es dem Klang nicht an Tiefe und Differenzierungsvermögen. Des Weiteren bleibt der Dynamikumfang im Groben und im Feinen praktisch komplett erhalten. Sensibel und passgenau wird eingegriffen und keine globale "Radikalkur" vorgenommen. Nächster unerreichter Vorzug von MCACC: Die schier unerschöpflichen Einstelloptionen für versierte sowie erfahrene Anwender, die über fundierte akustische Kenntnisse verfügen und somit hervorragende Tools haben, um weitere Verfeinerungen hinsichtlich der akustischen Güte vornehmen zu können. Auch als sehr positiv zu verzeichnen sind die sechs (!) Speicher, die dafür sorgen, dass man sich, je nach Quelle (z.B. Filme, Musik, Sportsendungen etc.) ein individuelles MCACC-Setup zu erstellen. 

4. Grundeinstellungen

  • a. Manuelle Lautspr.-Einstellung
    -1. Lautsprechersystem: Normal (SB/FH) [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] / 
    Normal (SB/FW) [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] / 
    Speaker B [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] / Front Bi-Amp / Zone 2 
    Anmerkung: [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] Wahl zwischen Surround-LS 
    Position seitlich oder hinter dem Hörplatz
    -2. Lautsprecher-Einst.: Large / Small / No und Übernahme-Frequenz des Subwoofers (50Hz / 80Hz / 100hz / 150Hz / 200Hz)
    -3. Kanalpegel (innerhalb des aktuell gewählten Speichers) von -10 dB bis +10 dB in 0,5 dB-Schritten
    -4. Lautsprecher-Abstand in 1cm Schritten
    -5. X-Curve (Absenkung des Hochtonbereichs ab 2kHz): Off / 0,5 dB/Octave bis -3 db/Octave in 0,5 dB-Schritten
    - 6. THX Einstellungen: 
    - Loudness Plus: On / Off
    - SBch-Verabeitung: Manuell / Automatisch
    - Surr.Back LS-Position: 0-0,3m / >0,3-1,2m / 1,2m<
    - THX Ultra2 SW: YES / NO
    - BGC: ON / OFF
  • b. Eingänge konfigurieren (nicht jede Option steht allen Eingängen zur Verfügung)
    - Eingabe (Wahl des zu konfigurierenden Eingangs)
    - Name eingeben: alle
    - Eingabe überspringen (beim durchskippen der Eingänge): alle
    - Digital In: DVD, TV/SAT, DVR/BDR, Video, HDMI 1, CD, CD-R, 
    - HDMI Input: nicht zuweisbar, muss über die HDMI-Taste der Fernbedienung angewählt werden
    - Component In: DVD, TV/SAT, DVR/BDR, Video,
    - 12V Trigger 1/2: alle
  • c. Menüsprache wählen
  • d. Netzwerk-Setup
    1. IP-Adresse, Proxy
    - DHCP: ON / OFF
    - IP-Adresse
    - Subnet-Maske
    - Standard-Gateway
    - Primärer DNS-Server
    - Sekundärer DNS-Server
    - Proxy-Server aktivieren: ON/OFF
    - Proxy-Hostname 
    - Proxy-Port
    2. Informationen
    - MAC-Adresse
    - Firmware-Version
    3. Netzwerk-Bereitschaft: ON/OFF (im Standby-Betrieb) 
  • e. Weitere EInstellungen
    1. HDMI-Setup
    - Steuerung: ON / OFF
    - Steuermodus: ALL / PQLS
    - Display abschalten: YES / NO
    - Standby Through: Eco / Normal
    - TV-AUDIO: Normal / über HDMI
    - 12V Trigger1/2: OFF / HDMI OUT 1 / HDMI OUT 2
    2. Lautstärke-Setup
    - Einschaltpegel: Letzte / -80.0dB - +12.0dB in 0,5dB-Schritten
    - Lautstärkegrenze: OFF / -20dB / -10 dB / 0dB
    - Stummschaltpegel: FULL / -40dB / -20dB
    3. Fernsteuerungsmodus: 1 bis 4
    4. Flicker Reduction: Off / 1 bis 4 
    5. RF-Fernbedienung einstellen: ON / OFF
    6. Mehrkanal-Eingang
    - LFE-Pegel: 0 dB / +10 dB
    - Video-Eingang: DVD / TV/SAT / DVR/BDR / VIDEO / OFF

Ein weiteres umfangreiches Menü verbirgt sich hinter dem Oberbegriff  "Audio Parameter":

  • Wahl des MCACC-Speichers 1 bis 6 
  • EQ: On / Off 
  • S-Wave: On / Off 
  • Delay: 0.0 bis 10.0 in 0.1 Schritten
    - Einheit Frames (einzelne Vollbilder- bei PAL 25 pro Sekunde)
    - Hierbei handelt es sich um die Funktion "Audio Delay" zur Synchronisierung von Bild und Ton) 
  • MID/LDN: 
    - Midnight komprimiert die Tonwiedergabe, die Dynamik ist verringert - speziell geeignet zur verständlichen Wiedergabe zu später Stunde
    - Loudness hebt die Bässe und Höhen an 
  • Tone: Bypass / On (Treble und Bass werden aktiviert oder umgangen) 
  • Bass (wenn Tone=On): +6 bis -6 dB in 1dB-Schritten 
  • Treble (wenn Tone=On): +6 bis -6 dB in 1dB-Schritten 
  • S.RTRV (Sound Retreiver): On / Off (Soll die Wiedergabequalität datenkomprimierter Formate verbessern, was in der Praxis überzeugend gelingt: Der Hochtonbereich wirkt deutlich spritziger, die Mitten sind besser eingearbeitet und der Bass bekommt mehr Kontur)
  • DNR (Digital Noise Reduction): On / Off (Soll verrauschte Quellen besser darstellen) 
  • Dialog E (Enhancement): Off / Flat / Up 1 -4 (Hebt Stimmen im Center hervor)
  • Hi-bit32: On / Off (interne Quanisierung der Audiosignale mit 32bit Wortbreite - sorgt für mehr Präzision und Sensibilität im Gesamtklangbild) 
  • Dual: CH1 / CH2 / Ch1 CH2 (Wahl der Spur bei Dual Mono Quellen) 
  • DRC (Digital Range Control): Auto / Max / Mid / Off (Dynamikkompression für digitale Quellen) 
  • LFE: 0 dB / -5 dB / -10 dB / -15 dB / -20 dB / Off (Reduktion des Wiedergabepegels der LFE-Spur) 
  • SACD Gain: 0 dB / + 6 dB (hebt die Gesamtlautstärke bei digitaler SACD-Verarbeitung) 
  • HDMI: Amp / through (Wahl der Tonverarbeitung bei HDMI-Übertragung - soll das nachgeschaltete Display Tondaten bekommen oder soll nur der AV-Receiber sie verarbeiten? Bei Weiterleitung kann es zu Problemen mit der Mehrkanalausgabe geben, so das Display per HDMI-Kommunikation dem System mitteilt, dass es nur Stereo beherrscht) 
  • A.Delay (Auto Delay): On / Off (automatisches Audio-Delay innerhalb HDMI-Ketten) 
  • C.Width: 0 bis 7 (Gewichtung des Centers innerhalb der Frontwiedergabe) 
  • Dimension: -3 bis +3 (Einstellung der Größe des virtuellen 3D Klangraums) 
  • Panorama: On / Off (Erweiterung des Frontklangbildes auf die Surrounds) 
  • C.Image: 0 bis 10 (bei 0 werden die Center-Anteile auf Front-L und -R umgeleitet, bei 10 wird das entsprechende Signal komplett über den Center wiedergegeben) 
  • Effect: 10 – 90 (Pegel des Effekts in erweiterten, bzw. künstlich berechnenden Surround-Modi)
  • H.Gain: Low / Mid / High (relative Pegel der Front Height Speaker im DPLIIz-Betrieb) 
  • V.SB: On / Off (virtuelle Surround Back Speaker bei nicht-Verwendung dieser)
  • V.Height: On / Off (Virtuelle Front Height Speaker bei nicht-Verwendung dieser)

Des Weiteren bringt der SC-LX83 verschiedene DSP-Programme mit:

  • Action 
  • Drama 
  • Sci-Fi 
  • Mono Film
  • Entertainment Show 
  • Expanded 
  • TV Surround 
  • Advanced Game 
  • Sports 
  • Classical 
  • Rock/Pop 
  • Unplugged 
  • Extended Stereo 
  • Phones Surr (Raumgefühl bei Verwendung eines Kopfhörers)
  • Für Front Stage Surround (virtuelle Surround-Simulation): Focus oder Wide 
  • Für Front Wide (setzt den Anschluss von 2 Front Wide Lautsprechern an den Klemmanschlüssen hinten am Gerät und eine entsprechende Berücksichtigung im LS-Setup voraus) stehen Wide Surround Music und Wide Surround Movie zur Verfügung. 

Es finden sich sehr reichhaltige Einstelloptionen, deren Vielfalt den weniger versierten Anwender allerdings anfänglich etwas überfordern dürfte. Hier hilft es, sich Zeit zu nehmen, um sich mit den Justagemöglichkeiten vertraut zu machen. Das gilt auch für das im Folgenden beschriebene, weitere Menü "Video Parameter". Nutzt man den recht umfangreichen und ordentlichen Video-EQ, so ist es sehr wichtig, dass man den Video-EQ in dem AVR zuspielenden Geräten und im Bildwiedergabegerät auf Werkseinstellung belässt und nicht in diesen Video-EQs ebenfalls Anpassungen vornimmt. Hier der Überblick: 

Video Parameter:

Einstellung der Auflösung

  • V.CON - Video-Conversion: On / Off (Analog-digital Wandlung von Videosignalen oder Formatbearbeitung digitaler Videosignale) 
  • RES - Resolution: AUTO / PURE (durchschleifen der nativen Auflösung) / 576p / 720p / 1080i / 1080p / 1080-24p
  • ASP - Aspect: Through / Normal - Seitenverhältnis 16:9 oder 4:3 
  • PCINEMA - Pure Cinema: Auto / PAL / OFF (Optimierung der Progressive-Abtastung für Filmmaterial)
  • P.MOTION - Progressive Motion: -4 bis + 4 in 1'er Schritten - beeinflusst die Progressive-Ausgabe 
  • YNR - Y Noise Reduction: 0 bis +8 in 1'er Schritten - Justage der Reduzierung von Helligkeitsrauschen 
  • CNR: 0 bis +8 in 1'er Schritten - Justage der Reduzierung von Farbrauschen
  • BNR: 0 bis +8 in 1'er Schritten - Justage der Reduzierung von Blockrauschen (MPEG-Komprimierungsartefakte)
  • MNR: 0 bis +8 in 1'er Schritten - Justage der Reduzierung von Moskito-Rauschen
  • DETAIL: -4 bis +4 in 1'er Schritten - Justage der Konturenschärfe 
  • SHARP: -4 bis +4 in 1'er Schritten - Justage der Schärfe 
  • BRIGHT: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage der Helligkeit 
  • CONTRAST: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage des Kontrastes 
  • HUE: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage der Rot-Grün-Balance 
  • CHROMA: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage der Sättigung 
  • BLK Setup: 0 / 7,5 – Justage des Schwarzpegels im Videosignal

Bilanzierend ist der SC-LX83 enorm reichhaltig ausgestattet, was die Vielfalt der Menüoptionen eindrucksvoll belegt. Audio- und Videoparameter sind zur Genüge vorhanden, und gerade derjenige Anwender, der schon über einen gewissen Erfahrungsschatz verfügt, wird hoch erfreut sein über die gegebenen Möglichkeiten. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend - perfekt. 

Netzwerk und Multimedia

Der SC-LX83 verfügt über verschiedene multimediale Features:

Internetradio / Netzwerk / DLNA-Streaming/iPod Einbindung: 

  • Umschalten an der Fernbedienung auf "Source" ist notwendig zum Steuern. Umständlich!

  • Alle Netzwerkoptionen sind auf einem Startbildschirm zu sehen. Die Bedienung ohne Bildschirm/TV ist schwierig, so nicht die App genutzt wird.

  • Internetradio: Sender werden in verschiedene Bereiche wie Länder, Musikrichtung, etc. unterteilt. Die Unterteilung in die Musikrichtungen erfolgt sehr fein gegliedert. Start nach Anzahl erfolgt schnell wie auch die Navigation durch die Untermenüs. Format, Genre, Datenrate und Puffer werden angezeigt. Bei erneuter Suche läuft das zuvor ausgewählte Programm vorbildlicherweise weiter. Dies stellt ein herausragendes Komfortmerkmal im Vergleich zur Konkurrenz dar. Es lassen sich keine favorisierten Sender zu einer eigenen Liste im Gerät zusammenstellen.

  • Netzwerk / DLNA-Streaming: Wie bei DLNA-Geräten üblich sind die Daten nach Bildern / Musik / Video unterteilt. Es bieten sich im Bereich Musik verschiedene Unterteilungen, wie z.B. Album, Alle Lieder, Interpret oder Wiedergabelisten. Im Unterpunkt "Verzeichnis" findet man die Ordnerstruktur des Servers, auf den gerade zugegriffen wird. Der Zugriff auf einzelne Tranks erfolgt schnell. Die Navigation innerhalb des DLNA-Netzwerkes ist einen Hauch langsamer als die durch das Internetradio-Portal. Es lassen sich mp3, aac und flac-Dateien abspielen. Bei der Wiedergabe werden abermals Genre, Format, Bitrate und Puffer angezeigt. Der Verzeichnisbereich "Video" innerhalb des DLNA-Netzwerkes wird zwar angezeigt, allerdings erkennt der Pioneer SC-LX83 keine Videodateien. Bilder lassen sich ebenfalls nicht darstellen per Netzwerk.

  • USB: Es werden ausschließlich FAT32 formatierte USB-Medien erkannt; NTFS wird nicht unterstützt. Der USB-Stick wird schnell erkannt und die Navigation erfolgt flotter als im DLNA-Netzwerk. Im Gegensatz zum Netzwerk-Betrieb wird per USB-Verbindung die Darstellung vom Bildern unterstützt, Video hingegen auch hier nicht. Die Wiedergabe von Mediendateien ist im Musikbereich auf mp3-Dateien und Photobereich auf jpgs beschränkt. Das Laden der Bilder geht ausgesprochen schnell vonstatten und die Wiedergabequalität liegt auf beachtlichen Niveau. Es lässt sich auf Wunsch die Photobetrachtung mit Musik unterlegen. Eine Diashow lässt sich facettenreich gestalten, wozu die Anzeigedauer der Bilder, Übergangseffekte etc. zählen.

  • Bluetooth Adapter (AS-BT100) (getestet mit einem iPhone4): Die Einrichtung erfolgt kinderleicht: Im Receiver ist ein Passwort festzulegen. Hiernach wird für drei Minuten die Bluetooth-Verbindung aufrecht erhalten. In dieser Zeit ist in der u verbindenden Devise ebenfalls Bluetooth zu aktivieren, der Pioneer-Amp zu suchen und eine Verbindung herzustellen. Nach Eingabe des Passwortes besteht schnell eine stabile Verbindung. Der Pioneer gibt allerdings nur das wieder, was im betreffenden iPod gemacht wird - eine Fernsteuerung des iPod/iPhones via Bluetooth ist nicht möglich. Die Verbindung ist stabil und funktioniert bis zu 10m Entfernung in unseren Räumlichkeiten.

  • Einbindung von iPod/iPhone: Sehr gut - nicht nur vom iPod/iPod Touch, sondern auch vom iPhone können beim direkten Anschluss mittels USB-Kabel Musiktitel und Videos wiedergegeben werden. Per OSD werden alle relevanten Infos (Wiedergabelisten, Alben, Interpreten etc.) angezeigt. Anstatt dass sich der Anwender ein teures optionales iPod-Dock kaufen muss, kann einfach ein normales iPod auf USB Kabel verwendet und direkt am auf der Gerätefront befindlichen USB-Eingang angeschlossen werden. Nach einigen Sekunden des Wartens (Display-Anzeige" Connecting") ist dann alles betriebsbereit. Mit sehr guter Klangqualität werden die Tracks vom iPod/iPhone wiedergegeben. Der Sound ist klar, frisch und druckvoll - besser geht es kaum in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um deutlich datenreduzierte Dateiformate handelt. Der "Sound Retriever" sorgt für eine Lebendigkeit und eine Energie, die kaum erahnen lässt, welches Ausgangsmaterial dahinter steckt.

  • Phone/iPod Touch App iControl AV: Der SC-LX83 (alle neuen Modelle ab VSX-820) von Pioneer ist für die Steuerung mittels iPhone bzw. iPod Touch vorgesehen. Voraussetzung dafür ist eine WLAN-Verbindung mit dem iPhone und eine Ethernet-Verbindung des AV-Receivers im selben Netzwerk. Wir haben die "App" kurz unter die Lupe genommen und waren von der Einfachheit und grafischen Darstellung des Steuerungsprogramms begeistert. Insgesamt ist eine umfangreiche Steuerung möglich - hier die Tools: Control: Lautstärkereglung, Wahl des Hörmodus, Information (Signal plus Frequenz Eingangssignal, Ausgangssignal-Format), Precision: PQLS Off/Auto, Phase Control Off/On, Infos: Was ist PQLS, was ist Phase Control mit erklärenden Animationen, Sprache: Englisch), Emphasis plus Balance: Nutzt man diese beiden grafisch sehr schön aufgemachten Features, hat der Anwender die Möglichkeit, die Lautstärke von Center und Subwoofer zu erhöhen (Emphasis) und die ideale Hörposition im Wohnzimmer verschieben zu können (Balance). Voraussetzung für das Funktionieren ist, dass sich das Pioneer Gerät (AVR oder BDP) ebenfalls im Netzwerk befindet und so iPhone bzw. iPod Touch Verbindung aufnehmen können. 

Steuerung über iPod Touch/iPhone-App

Schöne Animation

Fazit: Top sind zwei Dinge: Zum einen, dass man den LX83 mittels iPod Touch oder iPhone steuern kann, zum anderen, dass man kein teures Dock für die Verbindung iPod-AVR braucht. Weitere große Pluspunkte: Auch die Zusammenarbeit mit dem iPhone (bei Musik/Videowiedergabe) funktioniert, der Sound Retriever poliert zudem datenreduzierte Tracks hervorragend auf. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend. 

Testequipment
Klang

Bärenstark und dynamisch - der SC-LX83

Stereo

Einleitend müssen wir festhalten, dass sich die klangliche Auslegung von Pioneer grundlegend geändert hat - und zwar zum Positiven. Um Ihnen jedes Detail dieser Veränderung zu verdeutlichen, haben wir den SC-LX83 einer grundlegenden Analyse im Stereo-Betrieb - welcher am "reinsten" die eigentliche Auslegung zeigt - unterzogen. Hier unsere Ergebnisse:

Bezüglich der Tonalität lässt sich sagen, dass wir noch nie einen so deutlich und gekonnt in Richtung akustischer Neutralität abgestimmten Pioneer AV-Receiver hören durften. Die früher typische "Badewanne" ist lediglich noch zu erahnen, und dieses "Erahnen" setzt recht gute klangliche Kenntnisse von Seiten des Hörers voraus. Die Höhen treten räumlicher auf und versprühen mehr fein dosierte Brillanz - der aggressive, harsche Touch, in vergangenen Generationen besonders bei gehobenem Pegel heraus zu hören, fehlt beinahe gänzlich. Der nach wie vor kräftige Bassbereich schiebt sich nicht mehr über Gebühr in den Vordergrund, die Mitten sind deutlich mehr präsent als früher gewohnt. Die Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzbereichen und den verschiedenen akustischen Ebenen sind deutlich mehr fließend als wir es bislang kannten, was zu einem harmonischeren Klangbild mit besseren Qualitäten für lange Hör-Sessions führt. 

Die Bass-Performance hat uns sehr gut gefallen. Der Bass ist sehr schnell und gleichzeitig unglaublich präzise. Der SC-LX83 bietet eine Strukturierung im tieffrequenten Bereich, die wir bislang von keinem Pioneer AVR kannten. Dazu passt der extrem gute Tiefgang, der auch den subsonischen Bereich ausgezeichnet ausleuchtet. Die interne Signalverarbeitung mit 32 Bit Genauigkeit hinterlässt hier deutliche Spuren. Feine Nuancen werden ans Tageslicht geholt und gekonnt miteinander verwoben, so dass der Eindruck eines homogenen Klangbildes entsteht. Gleichzeitig aber pflegt der SC-LX83 auch traditionelle Pioneer-Tugenden und stellt einen mächtigen, aber sehr kontrollierten Schub zur Verfügung. Der Übergang vom Bass- in den Grundtonbereich erfolgt sehr geschmeidig und sorgt für Homogenität. Hervorragend ist die Kickbassdarstellung, z.B. beim Anhören elektronischer Musik: Knochentrocken und hart sorgt der SC-LX83 hier für Freude beim Auditorium. 

Die Stimmdarstellung ist deutlich weiter vorn angesiedelt als bei anderen uns bekannten Pioneer AVRs früherer Generationen. Klar, schon aufgelöst, dynamisch und differenziert, werden hervorragende Werte erzielt, die dafür sorgen, dass der SC-LX83 auf Tuchfühlung zur bei der Stimmwiedergabe besonders talentierten Konkurrenz von Denon geht. Das Timbre tiefer Männerstimmen wird sehr schön herausgearbeitet, aber auch Frauenstimmen wirken authentisch und von subtiler Lebendigkeit durchzogen. Doch nicht nur die Stimmpräsenz an sich begeistert, auch die beinahe nahtlose Einbindung in die akustischen Gesamtzusammenhänge weiß zu überzeugen. Stimmen werden sauber und ohne störende Einfärbungen wiedergegeben, die Verständlichkeit ist bei nahezu jedem Pegel hervorragend. Die exakte Positionierung ist ebenfalls sehr zu  loben. Einerseits ist die Stimme klar getrennt von den restlichen Ereignissen auf der Bühne, andererseits fügt der SC-LX83 doch alle akustischen Anteile zu einem einheitlichen Ganzen zusammen - und das geschieht enorm impulstreu. Das Anklingen und Ausschwingen geschieht ungemein sensibel. 

Wir sprachen schon kurz an, dass die Hochtonwiedergabe und das Auflösungsvermögen deutlich verbessert wurden. Die Intensität des Hochtonbereichs wurde reduziert, dadurch kommt es zu keinem schrillen oder aggressiven Tonfall mehr. Nach wie vor ist die Hochtondarstellung frisch sowie spritzig, vermeidet aber geschickt harsche Elemente, die das Klangvergnügen nachhaltig schmälern können. Man kann mit dem SC-LX83 sehr angenehm hören, auch über lange Distanzen mit gehobenem Pegel. Das Verhältnis zu den Mitten ist nun deutlich stimmiger, der Übergang unterer Hochtonbereich - oberer Mitteltonbereich kommt sehr viel sämiger, kontrollierter und flüssiger zum Ausdruck. Die grob- wie auch die feindynamische Auflösung liegt sehr hoch, in Richtung der Mitten nimmt das Auflösungsvermögen nicht ab, sondern bleibt im vollen Umfang erhalten. Die unglaubliche Impulstreue und die bestechende Schnelligkeit auch bei der Umsetzung kleiner dynamischer Differenzen sorgt für reichlich Punkte auf dem Pioneer-Konto. Die hinteren akustischen Ebenen werden bei der Darstellung beinahe zur Gänze mit einbezogen. Früher wurden gerade im Hochtonbereich bei Pioneer AVRs die ersten akustischen Ebenen sehr gut herausgearbeitet, die hinteren aber wiesen größere Lücken auf - das ist Vergangenheit, der SC-LX83 bietet auch eine sehr gekonnte und zudem schnelle sowie präzise Mit-Einbeziehung hinterer Ebenen, was zu einem detailreichen, erwachsenen Klangbild führt, welches gekonnt verdeutlicht, welche Leistungssprünge mit einem 2500 EUR Gerät im Vergleich zu Modellen der 1000 bis 1500 EUR Klasse noch zu realisieren sind. So ist zum Beispiel zu erkennen, dass Stahlseiten auf die Gitarre gezogen sind - deren Schwingen, Anzapfen, wie auch das Anschlagen der Seiten bei einem Klavier oder das Nach-/Ausschwingen der Becken arbeitet der SC-LX83 bestens heraus. 

Die Raumabbildung profitiert von der stabilen Bühne, die in beiden Ebenen eine stimmige Ausprägung vorweisen kann. Breite wie auch Tiefe erscheinen authentisch. Der Fokus ist klar, die einzelnen Elemente werden präzise umrissen und nicht nur andeutet. Die feste Positionierung aller Elemente sorgt für glaubhafte akustische Verhältnisse. Die einzelnen Ebenen und die komplette Staffelung wirken echt und nachvollziehbar. Der Klang löst sich sehr gut vom Lautsprecher. 

Die brachiale Grobdynamik und die deutlich verbesserte Feindynamik haben wir schon mehrfach in anderen Teilwertungen erwähnt. Zwischenstufen werden deutlich sauberer behandelt und feiner abgestimmt als bisher. Gerade in komplexen Szenen ist dies erkennbar, hier behält der SC-LX83 sehr gut den Überblick und arbeitet kleine Nuancen sehr ansprechend heraus. Die Dynamik, die der SC-LX83 offeriert, sorgt in allen Frequenzbereichen für große Begeisterung beim Zuhörer, auch bei großen Dynamiksprüngen oder hohem Gesamtpegel verliert der Pioneer nicht die dynamische Kontrolle. 

Surround

Im Surroundbetrieb kommen dann weitere Tugenden heraus. Der SC-LX83 erzeugt einen im Vergleich zu früheren Pioneer AVRs deutlich fließenderen Übergang zwischen Front- und Surroundklangkulisse. Das sprichwörtliche 360 Grad Surroundklangpanorama offeriert der SC-LX83 äußerst gekonnt. Gerade dann, wenn ein 7.1 System operiert, ist eine dichte, dynamisch sensible, raumfüllende Surroundklangkulisse gegeben, die nahtlos an das üppige, kräftige, aber nie vordergründige Klangbild der Fronts heranreicht. Sehr schön werden Elemente von allen Boxen gelöst, zugleich sorgt die über alle Maßen präzise Ansteuerung des aktiven Subwoofers für pure Freude. Absolut linear, ohne störende Sprünge, erfolgt diese, so können auch subsonische Nuancen oder harte Kickbässe exzellent in den Hörraum getragen werden. Die tonale Auslegung, verwendet man kein DSP, ändert sich praktisch nicht - erfreulicherweise selbst dann nicht, wenn man MCACC aktiviert, welches, wie wir bereits zuvor beschrieben haben, sehr gezielt und kontrolliert eingreift und nicht ein aalglattes, oberflächliches Klangbild produziert. Die exzellenten grobdynamischen Qualitäten kommen bei aktuellen Blockbustern wie "Iron Man 2" exzellent zum Ausdruck. Die wilde Jagd auf dem Stark Expo Gelände zwischen den Drohnen des rachsüchtigen Ivan Vanko und dem Iron Man himself plus dem "Ersatz-Iron Man" James Rhodes sorgt für eine eindrucksvolle Demonstration der Qualitäten des Pioneer. Besonders das effektgeladene Abschlussgefecht, bei dem erst die Drohnen und dann Vanko selbst als feuerpeitschenschwingender Teufel im Hightechanzug besiegt werden müssen, beweist, welchen Tiefgang, welche Kontrolle und welche überbordende Grobdynamik den Pioneer auszeichnet. Aber auch in ruhigeren Szenen, als Pepper Potts ind Tony Stark im Privatjet über den Wolken fliegen und Konversation betreiben, brilliert der Pioneer durch seine fundierte und detaillierte sowie charismatische Stimmwiedergabe. Gleich zu Filmbeginn, als Stark die Expo eröffnet, werden die Beifallsbekundungen des Publikums ungemein authentisch wiedergegeben. Zwei Faktoren erhöhen die Hörfreude weiter: Die komplette interne 32 Bit Signalverarbeitung und das Hinzuschalten der Dolby PLIIx Matrix für Hören in 7.1. 

Weitere Beobachtungen, HD-Tonformate Film

- Dark Knight, Dolby TrueHD 5.1

  • Anfängliches metallisches Knistern/Rauschen, sehr fein, aggressiv
  • Glas splittert klar, deutlich und dynamisch
  • Disharmonische Musik kommt intensiv zum Ausdruck
  • Enormer Tiefgang bis in den subsonischen Bereich
  • Männliche Stimmen tief mit starkem Timbre
  • Schüsse explosiv - tolle Dynamik
  • Aufbau der akustischen Spannung sehr geschmeidig und gelungen
  • letzter Ton vom Alarm wird herausgeschält - sehr selten
  • Grobdynamik weit überdurchschnittlich
  • Im Safe-Raum: Bohrgeräusch verursacht Nachhall - sehr selten zu hören
  • Pumpgun drückt in den Raum auch bei hohem Pegel
  • Schritte fein nuanciert im Raum inkl. Hall
  • Bass: Trocken und Präzise, Sshnell in allen Frequenzlagen
  • Gesamtwiedergabe sehr räumlich, geschlossen und umhüllend
  • unterschiedliche Böden verursachen unterschiedliche Schrittgeräusche
  • Stimmen authentisch, Stimmveränderung durch die Dämpfung der Masken kommt sehr gut heraus
  • Man glaubt wirklich, dass ein Bus in die Bank fährt, so nachdrücklich und detailliert ertönen die Ereignisse
  • Feines metallisches Klirren der Patronen
  • musikalische Einbindung des Grundthemas feinfühlig und doch kraftvoll

- Iron Man, DTS-HD Master Audio 5.1, Kapitel 11, Erster Einsatz

  • Bassdrum kommt tief und üppig heraus
  • Sehr räumliche Umhüllung durch die verschiedenen Mechaniken und Musik
  • Tief beim Poltern/Auftreten
  • Realistischer Klang der Schrauberei
  • "Überschallknall" kommt ungemein tief und druckvoll zur Geltung
  • Geschrei der Bevölkerung differenziert (Frequenz und Staffelung)
  • Hintere Ebenen der Mischung sind sehr fein und differenziert eingebettet
  • Schüsse im Hintergrund nicht übertrieben
  • Anflug von hinten auf die Szenerie geschlossen
  • Explosionen ertönenungemein druckvoll
  • Kleine Nebengeräusche der Szenerie wie der Mechanik richtig gewichtet und cool eingebettet
  • Dichte, intensive Atmosphäre

- Stirb Langsam 4.0, DTS-HD MAster Audio 5.1, Explodierende Wohnung

  • Großkalibrige Kanonen haben krassen Druck, Tiefgang und Präzision
  • Explosionen drücken mit Wucht aufs Zwerchfell, bieten aber gleichzeitig eine tolle Präzision
  • Räumlicher Aufbau des Crescendo einhüllend und perfekt gestaffelt
  • Antritt sehr schnell
  • Trotz Kraftaufwand prägnant lockerer Klang
  • Selbst bei hohen Lautstärken nicht aggressiv
  • Sprache auch im großen Effektspektakel gut zu verstehen
  • Enorme Dichte, atmosphärisch hervorragend
  • Details wie der geworfene Feuerlöscher werden schön herausgeschält und im dreidimensionalen Aufbau klasse platziert

Klang Mehrkanal HD-Tonformate Musik

- Celine Dion, A new Day, Live in Las Vegas, Dolby TrueHD 5.1

Track 1:

  • Gleich zu Beginn hört man wunderbar das leichte Timbre, das leichte Flattern in Celines Stimme, sehrfein
  • Instrumente im Hintergrund detailliert und gut gestaffelt
  • "Gehauche" mit erstaunlichem Körper
  • Arrangement harmonisch und in sich geschlossen
  • Erstaunlich dichte Performance 
  • Feindynamik der Stimme sehr hoch
Antritt, auch kleiner Ereignisse schnell
  • Übergänge der flächigen Elemente harmonisch, weich

Track 2:

  • Stimme steht fest in der Mitte, klar fokussiert und positiv vom Hintergrund abgesetzt
  • Bassdrum passend weich wiedergegeben
  • Becken bietet eine sehr gute Räumlichkeit
  • Schlagzeug generell prägnant, aber nicht aufdringlich
  • Bei allen Ereignissen ist der Pioneer sehr schnell am Start und lässt musikalische Ereignisse sehr gekonnt ausklingen

Track 3:

  • Streicher (egal welcher Art) sehr authentisch, mit Volumen und/oder Feinheit
  • Piano lässt seinen Midi-Charakter erkennen -> ist also doch Keyboard
  • Hallraum fein herausgeschält, ohne zu entstellen
Gewitter hüllt perfekt ein
  • Tolle Dynamik in allen Lagen
  • Räumliche Darstellung ist von den LS gelöst, so dass der Zuhörer sich mitten im Geschehen wähnt


Generell:

  • Clean war bisher nur ganz selten der Art harmonisch wie fein ziseliert zu vernehmen
  • Die Dynamik ist im Feinen wie groben groß
  • Schneller Antritt, feines Ausschwingen
Stimme ungemein prägnant und detailliert
  • Aufbau des Raums und Einbettung der entsprechenden Tontechnik-Maßnahmen im Mix eine Wucht
  • Geschmeidige und harmonische Übergänge

- Dj Tiesto, Elements of Life, DTS-HD Master Audio 5.1, Disc 2,  Track 2

  • Knochentrockene Darbietung der Bässe, im Tieftonbereich wie im Kickbereich
  • Extrem schnell - 32bit-Ansteuerung/Berechnung bringt deutliche Vorteile
  • Mit einer der besten beiden Vorstellungen in unseren Testräumen (andere beste Vorstellung: Denon AVC-A1HDA)
  • Pegelfest
  • Differenzierung gelingt hervorragend
  • Forsch, spritzig aber nicht aggressiv
  • Pulsierendes im subsonischen Bereich wird heraus gearbeitet
  • Übergang ist früher als sonst zu hören
  • Es stecken ofensichtlich mehr Details in der Musik, als vordergründig vermutet wird - der SC-LX83 macht dies akustisch deutlich
  • Rhythmus, Treibendes kommt über und fesselt das Auditorium
  • Doppelung der Bässe fein herausgeschält
  • Unglaublicher Tiefgang zu Beginn des Tranks drei
Mitten werden klar, präzise, verständlich dargestellt
  • Der Mix klingt wie aus einem Guss und man fühlt sich perfekt eingehüllt
  • Druck ist abnormal, 
  • Atmosphäre ist enorm dicht
  • Weibliche Stimme hat erstaunliches Volumen, hat einen Körper, ihr Clippen wird, ohne das Gehör über Gebühr zu strapazieren in den Raum getragen
  • Kaum ein Pioneer ist uns bekannt, der so entspannt so laut zu betreiben ist
  • Staffelung ist auf Referenzniveau
  • Publikum wird merklich, aber nicht störend eingebunden

Insgesamt beweist der SC-LX83 in allen Beispielen enormes Können, das viele Ursachen hat. Eine wichtige und wesentliche ist sicherlich die interne 32 Bit Signalverarbeitung, die mehr Detaillierungsvermögen und Impulstreue garantiert. Des Weiteren ist die tonale Auslegung, wie schon erwähnt, deutlich neutraler geworden, was zu einer besseren, glaubhafteren Einbindung des Mitteltonbereichs führt. Stimmen kommen nun charismatisch und klar umrissen zur Geltung. Die eindrucksvolle Performance geht auch bei den herkömmlichen Surround-Tonformaten weiter - hier unsere Eindrücke:

- Avatar, DTS 5.1, Kapitel 7, erster Einsatz im Dschungel:

  • Erstaunlich geschlossenes Klangbild der Rotoren 
  • Kleine Nebengeräusche des aufgewühlten Grases sind exakt heraus zu hören
  • Stimmen sehr charakteristisch, in ihrer Eigenart ausgeprägt
  • Subsonische Nebenereignisse sind genial eingebunden
  • Staffelung im Frequenz und Pegelgang der Nebengeräusche erstklassig
  • Flöte sehr harmonisch und sanft
  • Geklimper des Ohrschmucks deutlich zu hören wie selten zuvor
  • Trittgeräusche auf Laub fein, leise, differenziert
  • Score im Hintergrund perfekt eingebettet, klanglich wie vom Pegel her 
  • Umhüllender Aufbau
Schnell und tief bei Zusammenrollen der Trompetenpflanzen
  • "Nashorn" mit enormer Dynamik
  • Superber Tiefgang
  • Sehr Pegelfest 
  • Percussionist bei Raubtier klasse, schnell, toller Antritt
  • Stampfende Geräusche der Herde extrem tief mit enormen Druck

- Stars Wars EP 3, DD 5.1,

  • THX-Sound zu Beginn: Tief, klar, druckvoll, detailliert, brillant, wackelnde Couch, ohne zu übertreiben

Film:

  • Orchester zu Beginn enorm stabil, breit und fix fokussiert aufgebaut
  • Räumliche Zuordnung lässt sich bestens nachvollziehen
  • Alle Instrumente wirken sehr authentisch
  • Feinstaffelung und -Dynamik auf hervorragenden Niveau
  • Geschlossene akustische Bühne
  • Schwenk auf den Kreuzer: Trommel kommt mit Druck und Struktur
  • Subsonische Turbinengeräusche des Kreuzers ist mit enormer Klarheit in ihrer Struktur zu vernehmen
  • Flug der Fighter aus dem Rückraum ist nachvollziehbar
  • Gesamteindruck ist dicht und geschlossen
  • Anbindung Front an Rar ist nahtlos
  • Druidengewisper ist vernehmlich, was selten der Fall ist
  • Explosionen kommen mit Druck und Dynamik zur Geltung
  • Sprachverständlichkeit sehr hoch, in jeder Situation der Schlacht
  • Absturzgeräusch, wie auch die anderen Fluggeräusche sind authentisch, bieten eine hohe Dynamik und verteilen sich im gesamten Raum
  • Die Loslösung von den LS ist enorm
  • Komplette Ein- und Umhüllung des Zuhörers
  • Kleine Elemente, wie die Zielerfassung, werden präzise heraus geschält ebenso wie auch diverse Nebengeräusche im Cockpit
  • Der Detaillierungsgrad im Surround-Bereich ist hoch
  • Der Antritt, auch diverser Instrumente des Music Score im Gewirre der Schlacht, ist schnell, mit Nachdruck, aber stets ausreichender Kontrolle
  • Das Abklingen beherrscht der Pio gut
  • Der Wechsel von künstlichen Geräuschen, Nebengeräuschen, Explosionen zu Musikelementen erfolgt blitzschnell, kontrolliert wie gekonnt und spielt in der höchsten Liga
  • Die Geschwindigkeit dieses AVRs birgt Faszinationspotential
  • Tiefgang ist herausragend, Brillanz oben herum super, ohne störend zu wirken - tolle Auslegung, ohne dabei die Balance zu verlieren

Klang Mehrkanal herkömmliche Formate Musik

- Within Temptation - Black Symphony, DTS 96/24

  • Wunderbar detaillierte Geräusche aus der Halle
  • Chor setzt sanft, nuanciert, breit, einhüllend ein
  • Nebengeräusche der Chorsänger sind zu hören
  • Hallaufbau des Tontechnikers kann nachvollzogen werden
  • Erste Klänge des Orchesters schweben über die Bühne, ein hin- und herwogender Klangteppich, fein, sanft, perfekte Feindynamik
  • Schagwerk ganz fein im Hintergrund, Untergrund
  • Erstes Anheben geschickt, gekonnt
  • Details der Streicher sensationell
  • Es ist zu hören, dass mehrere Instrumente arbeiten, die Darbietung verkommt nicht zu einem charakterlosen "Brei"
  • Antritt des Schlagwerks schnell, mit Nachdruck
  • Bläser akzentuiert und sehr charakteristisch
  • Bühnenaufbau optimal
  • Unglaublich klare Darstellung
  • Chor und Orchester harmonieren sehr gut, Einbindung beider und das Verhältnis zueinander gelingt herausragend
  • Rhythmuswechsel erfolgt nahtlos und mit "gewolltem Bruch"
  • Leichtes Zerren einiger Bläser wunderbar zu vernehmen
  • Neben der fixen, festen Staffelung, Zuordnung in der Breite ist die Tiefenstaffelung auf einem sehr hohen Niveau
  • Es entsteht der wirkliche Eindruck eines geschlossenen Klangkörpers, der dabei aber keine seiner Facetten einbüsst - sehr selten und sehr gut
  • Rhythmisches Pulsieren genial präsent, obwohl es teils unterschwellig kommt
  • Einsatz der Band lässt dann das wirkliche Testen fast unmöglich werden - zu mitreißend
  • Stimme der Sängerin erscheint in einer Klarheit, die fast schon anrührend ist
  • Der Charakter der Stimme, dünn und hoch, wird perfekt dargestellt

- Teenage Love Graffiti, DD 2.0

  • Menu: sanfte wie detaillierte, differenzierte Wiedergabe der Gitarren, es ist klar nachzuvollziehen, dass es mehr als eine ist. Die Feindynamik liegt sehr hoch. Die Bühne ist auch hier wie festgenagelt

Track 1: Nid & Sancy "Music"

  • Klare Stimme, auch inkl. ihrer Schwächen wie Überschlagn und bewusstes Verzerren
  • Schlagwerk, Hi-Hat kommt nachdrücklich, klar, frisch, spritzig, aber noch nicht aggressiv
  • Keyboard-Flächen schweben wunderbar durch die Front - es sind keine Lautsprecher zu hören
  • Klang ist absolut gelöst und wirkt selbst In Strereo fast schon räumlich
  • Bass ist knochentrocken, im Kick- wie im Grundbereich
  • Übergang der Frequenzen nahtlos
  • Bass dennoch enorm Käfig und mit einer sensationellen Wucht, ohne aber aufgebläht zu sein
  • Tolle Struktur, schneller Antritt
  • Insgesamt ein enorm klare Vorstellung mit enormer Dynamik, weitem Raum, der stabil steht und die Front geschlossen erscheinen lässt, auch außerhalb des Sweet-Spot

Surround-Aufpolierer

Der SC-LX83 verfügt mit Neural THX, Dolby PLIIx,  Dolby PLIIz sowie DTS Neo:6 über vier verschiedene Surroundaufpolierer. Neural THX greift am wenigsten ins Nutzsignal ein und spielt enorm räumlich, ohne aber den Fehler zu begehen und den Raum künstlich aufzublasen. Effekthascherei wird hier klein geschrieben, Authentizität sowie Dynamik hingegen groß. Fein- wie auch Grobdynamik begeistern bei Neural THX. Im Vergleich greift PLIIx mehr ins Signal ein, wenngleich im Vergleich zu anderen PLIIx Integrationen die Unterschiede bei der Tonalität immer noch gering ausfallen. Im Vergleich zu Neural THX wird der Bass im Kickbassbereich minimal üppiger, dafür nimmt die Präzision leicht ab. In den höchsten Höhen blendet PLIIx sanft aus und füllt den Gesamtraum mit mehr Volumen - etwas mehr "Effekthascherei" also, die aber gerade dem Zuhörer, der es gern dicht und nachdrücklich hat, gefallen dürfte. PLIIz, das mit 2 Front High Lautsprechern eine vertikal breitere Bühne produziert und sich somit von den drei konventionellen Surroundaufpolierern unterscheidet, arbeitet auch beim SC-LX83 erstaunlich subtil und greift nicht massiv ein. Eine leichte Weitung der vorderen Klangbühne ist hier zu verfolgen, tonal gibt es kaum störende Eingriffe. Neo:6 ist der schlechteste der hier aufgeführten Aufpolierer, die Dynamik und die Detailtreue nehmen ab, der künstliche Raum hinten wirkt etwas monaural und die Brillanz in den Höhen wird reduziert. 

Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Hervorragend - perfekt. 

Videosektion

Upconversion von Filmmaterial, 5761 YUV, auf 1080p HDMI, Star Wars EP. III

  • Schrift stabil, scharf
  • hintere Schriftebene ganz leichtes Zittern, leichtes Flimmern, allerdings auf ordentlichen Niveau
  • Schrift steht stabil, keine Ausbleichen der Farbe und keine Treppenstufen, läuft flüssig
  • Schwenk auf Kreuzer: Kante des Kreuzers zittert ganz leicht, dauert ganz kurz bis zum Einrasten des De-interlacers
  • Guter Kontrast
  • Kein hinzugefügtes Farbrauschen
  • Plastische Darstellung beim Abkippen zum Planeten hin
  • Wenig Details in Bewegung / Schwenks
  • Bildschärfe ist in Ordnung, aber nicht perfekt
  • Auch in Gesichtern schon mehr Details gesehen
  • Es kommt kein wirkliches HD-Feeling auf
  • Flugbewegungen: es kommt in schnellen zu leichten Treppenstufen und Kantenflimmern
  • Bildruhe ist in Ordnung
  • Farbdarstellung durch Wandlung unbeeinträchtigt
  • Schmiert in schnellen Bewegungen
  • Detailschärfe liegt auf durchschnittlichen Niveau
  • Bewegungsschärfe ist in Ordnung, mehr aber auch nicht
  • Durchzeichnung dunkler Bildbereich liegt auf sehr gutem Niveau
  • Farbdifferenzierung gefällt, besonders in den Explosionen

Upconversion von Filmmaterial, 5761 HDMI, auf 1080p HDMI, Star Wars EP. III

  • Schrift: Mehr Sterne, höherer Kontrast, klarer umrissen
  • Schrift weist Treppenstufen auf, leichtes Flimmern der Buchstaben in den hinteren Ebenen, etwas zu hohe Sättigung des Gelbs der Schrift. In summa summarum gute Performance.
  • Schwenk auf Kreuzer/Es dauert lange, bis der De-interlacer einrastet
  • Kantenschärfe in Ordnung
  • Detaillierung des Kreuzers bei Überflug gut
  • Fighter recht sauber und stabil beim Vorbeiflug
  • Dunkle Bereiche gut durchzeichnet
  • Nach hinunter kippen der Fighter in die Raumschlacht wird Plastizität erst im ruhigen Bildstand gewährt, leichte Bewegungsunschärfe - Skaler
  • Bildschärfe liegt leicht über YUV-Niveau, Detaillierung ebenso
  • Es reicht aber immer noch nicht zum echten HD-Feeling
  • Farben sind etwas kräftiger als bei YIV-Wandlung
  • Durchzeichnung der Farben liegt auf gutem Niveau
  • Bildstand etwas ruhiger, dann auch schöne Tiefe
  • Kontrast liegt über YUV-Niveau und gefällt
Dynamisches Bild, knackig
  • In Summe deutlich besseres und harmonischeres Bild als per YUV
  • Quercheck mit 576p und 1080i:Weder De-Interlacer noch Skaler können klar für die Bildgüte verantwortlich gemacht werden. In beiden Betriebsmodi gibt es starke und schwache Momente. In Summe ist die Videosektion ordentlicher Durchschnitt, aber sicherlich nicht führend. 

Upconversion von Videomaterial, 576i YUV, auf 1080p HDMI, AVEC Professional

  • Schrift: ordentlich, sehr gut sogar, selbst die schnellste kann man gut erkennen - die Doppelung ist lesbar. Komisch: Zwischen blauem und roten Hintergrund ist eine überstrahlende Doppelkontur zu sehen. 
  • Pendel: mittelmäßig, unten schmiert es/zieht nach, Balken sind nicht sonderlich differenzierter, passabel aber nicht herausragend
  • Esslingen: Schwenk über Mauer stabil, Hausdächer weisen erstaunlich viele Ziegel auf, Zeilenflimmern hallt sich in Grenzen, Bildschärfe in Ordnung, generelles Rauschniveau auf ordentlichen Level. Schärfe passt und Farben sind sehr gut, in keiner WEise übersättigt. Kontrast ist in Ordnung. Detaillierung ist gut: Es lässt sich festhalten, dass der Pio mit realen Bildern besser zurechtkommt im Videobetrieb als mit Testbildern

Upconversion von Videomaterial, 576i HDMI, auf 1080p HDMI, AVEC Professional

  • Schrift: selber Eindruck der Bearbeitung durch die Algorithmen, allerdings scheint die analoge YUV-Übertragung grundsätzlich leicht verrauscht und unschärferer als die digitale per HDMI.
  • Pendel: selbiges
  • Esslingen: Auch hier ist die Qualität der Berechnung die selbe wie bei analoger Zuspielung. Insgesamt wirkt das Bild per HDMI aber etwas knackiger und ruhiger, da weniger Rauschen und leicht höhere Schärfe/Detaillierung. 

Gesamtnote Videosektion: Sehr gut. 

Konkurrenzvergleich
  • Onkyo TX-NR5008: Der große Onkyo tritt als direkter Preisklassenkonkurrent auf und begeistert mit seinem geschmeidigen, schönen Spiel. Er offeriert nochmals mehr Sensibilität im Detail und präsentiert den Hochtonbereich sowie den Übergang Mittel-/Hochtonbereich besonders samtig und fein ausgeschmückt. Tonal ist er minimal wärmer als der SC-LX83, der den TX-NR5008 in den Punkten Pegelfestigkeit und Grobdynamik überflügeln kann. Die HDMI-Bestückung fällt beim Onkyo üppiger aus, dafür kokettiert der SC-LX83 mit dem besseren Einmesssystem. Der TX-NR5008 kann mit einer überragenden Videosektion dienen, dafür weist der SC-LX83 noch überzeugendere Multmediaeigenschaften (Stichwort: Steuerung über iPod Touch/iPhone) auf. 
  • Arcam AV-Receiver AVR500: Was Ausstattung und Einmesssystem angeht, kann sich der solide Arcam nicht mit dem SC-LX83 messen, hier zieht der Pioneer davon. Was allerdings die strenge akustische Neutralität anbetrifft, setzt sich der AVR500 mit perfekt austarierten Frequenzbereichen glänzend in Szene. Dafür, dass der AVR500 deutlich kostspieliger ist, bekommt der Kunde einen inneren Aufbau auf Bolidenniveau. Die Videosektion des AVR500 ist nicht mehr up to date, dafür fasziniert sein Stereoklang über alle Maßen und setzt Bestwerte.
  • Denon AVR-4810: Auch, wenn der 4810 aus der 2009er Kollektion stammt, ist der ausgezeichnet verarbeitete AV-Receiver nach wie vor nicht zu verachten. Grobdynamisch und bezüglich der Pegelfestigkeit muss sich das HDMI 1.3a Gerät dem HDMI 1.4 Pioneer geschlagen geben, aber was Räumlichkeit, akustische Gesamtharmonie und Loslösung des Sounds von den Boxen angeht, kann sich der Denon noch sehr gut mit den Besten der 2010er Produktgeneration messen. Die Fernbedienung weiß allerdings nicht in jeder Beziehung zu begeistern.
Fazit

Der Pioneer SC-LX83 beeindruckte uns auf der ganzen Linie. Schon optisch ist er eine moderne, stattliche Erscheinung in bester Fertigungsqualität. Die vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten könnten weniger erfahrene Anwender anfänglich verwirren, sorgen aber beim Surround-Liebhaber für absolute Begeisterung. Das Einmesssystem MCACC entpuppt sich auch im Test des SC-LX83 als das beste seiner Art, ganz zu schweigen von den Tools zur Feinabstimmung und den sechs Systemspeichern. Akustisch wagt der SC-LX83 bezogen auf die bisherige Pioneer-Klangphilosophie einen Neuanfang, und dieser glückt vollauf: Eine herausragende Grobdynamik wird nun mit einer ausgezeichneten Feindynamik gekoppelt, die klangliche Auslegung ist hörbar mehr als früher der Neutralität verpflichtet und der Bassbereich ist rundherum erstklassig. Das lässt sich auch bezüglich der Pegelfestigkeit feststellen  - hier herrscht der Pioneer souverän über seine "Klassenkameraden" und besticht durch untadlige Souveränität ohne störende Kompressionsartefakte auch in höchsten Pegelregionen. Klanglich also ein Überflieger, der durch die gute, aber nicht sensationelle Videosektion nur leicht ausgebremst wird. Denn die reichhaltig bestückte, leicht bedienbare Multimedia-Sektion füllt das Pioneer-Pluspunktekonto im Gegenzug gleich wieder deutlich an. Die kostenlose App zur Steuerung für iPhone und iPod Touch ist ebenso zu nennen wie die gut integrierte Internet Radio Funktion. Selbstverständlich funktioniert auch das Streamen von Dateien von Servern und PCs aus dem Heimnetzwerk problemlos. Der iPod oder das iPhone können ohne zusätzliches Dock direkt mit dem normalen USB-Kabel angeschlossen werden. Der Sound Retriever poliert eingehende stark komprimierte Signale gekonnt auf. Insgesamt gehört der SC-LX83 ohne Zweifel zu den derzeit besten AV-Receivern auf dem gesamten Markt. 

Extrem dynamisch, hervorragend auflösend und erstklassig ausgestattet - der Pioneer SC-LX83 gehört ohne Zweifel zu den derzeit besten AV-Receivern auf dem gesamten Markt

AV-Receiver Oberklasse
Test 10. November 2010

+ Überragende Dynamik
+ Erstklassige Räumlichkeit
+ Hohe Detailtreue
+ Pegelfestigkeit setzt Maßstäbe
+ Herausragendes MCACC-Einmesssystem
+ Bassbereich auf Referenzniveau
+ Hervorragende Verarbeitung
+ Gute Multimedia-Funktionen

- Videosektion setzt keine Maßstäbe

Technische Daten: http://www.pioneer.eu/de/products/42/98/405/SC-LX83/specs.html

Text: Thomas Hermsen, Carsten Rampacher, Philipp Kind
10. November 2010

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