XXL-TEST: Pioneer AV-Receiver SC-LX83 - die neue Macht in der Oberklasse?
10. November 2010 (th/phk/cr)
Stattliche Erscheinung
Enorm umfangreiche Anschlussbestückung
App für die Steuerung mittels iPhone oder iPod Touch
Einführung
Während sich in der Leistungsklasse der "wahren Boliden"
bezüglich neuer Modelle in letzter Zeit nicht mehr wirklich viel tut, herrscht
in der Liga zwischen 2000 und 3000 EUR reges Treiben. Alle namhaften Anbieter
versuchen sich hier, mit hochinteressanten Komponenten entsprechend in Szene zu
setzen. Angesichts der Aktivitäten der Konkurrenz möchte auch Pioneer dieses
Feld mit einem üppig ausgestatteten 7.1 AV-Receiver besetzen: Der in massiver,
aber trotzdem eleganter Optik auftretende SC-LX83 kommt auf eine unverbindliche
Preisempfehlung von 2499 EUR und wartet mit 7 x 190 Watt, Direct Energy HD
Verstärker, THX Ultra 2 Lizenz sowie Pioneers PQLS (Precision Quartz Locking
System für impulstreue Datenübertragung in Stereo und Surround ohne
Zeitlauffehler, Voraussetzung: Pioneer BD-Player mit PQLS als Zuspieler) und
iPod Touch/iPhone App für die Steuerung. Wir haben Pioneers neue
"Führungskraft" genau untersucht.
Key Features Pioneer SC-LX83
Interne 32 Bit-Signalverarbeitung
Lernfähige, edle Fernbedienung mit OEL-Display
7 x 190 Watt
Direct Energy HD Verstärker
32 Bit D/A-Konverter mit kompletter 32-Bit Signalverarbeitung für
erhöhte Bittiefe und mehr Präzision
HDMI 1.4 miit Support von 3D und Audio Return Channel
HDMI Repeater (6 Eingänge und 2 Ausgänge)
Pioneer iControl AV kompatibel
Advanced MCACC
Decoder für alle HD-Tonformate
Dolby Pro Logic IIz
DLNA 1.5 Zertifikat
AIR Studios sowie THX Ultra 2 Zertifikat
PQLS (Zweikanal, Multichannel + Bitstream)
Internet Radio
Advanced Sound Retriever (verbesserte Klangqualität bei stark
datenreduziertem Material, für Multichannel geeignet)
Advanced Sound Retriever Air (für Streaming via Bluetooth)
Bluetooth Port für Bluetooth-Adapter AS-BT100
Lernfähige Fernbedienung mit OEL Display
Video-Upscaling bis 1080p
Video-EQ fürs visuelle Feintuning
Verschiedene Klang-DSP-Programme
Front USB Eingang
Graphical User Interface in modernem Design
Video - Overview über den SC-LX83
Verarbeitung
Punktmatrix-Display
Sehr gut verarbeitete Fernbedienung
Schick integrierter Standby-Button
Hochwertige Materialqualität und präzise Passungen
Eingangswahlregler
Lautstärkedrehregler
Hochwertige Verschraubung mit Kupferschrauben
Ausgezeichnete Gerätestandfüße
Auch die Lautsprecherkabel-Anschlüsse überzeugen aus
qualitativer Sicht
Einfach wirkendes, aber sehr exakt arbeitendes MCACC-Mikrophon
Innenleben im Detail
Stromversorgung
Sauberer Aufbau
Sorgfältige Verschraubung auch innen
Chassisverstrebungen sorgen für Steifigkeit
Übersichtliches Layout ohne wirre Verkabelung
Der Pioneer SC-LX83 überzeugt schon mit seiner stattlichen,
aber gleichzeitig eleganten Erscheinung. Durch die sehr schlicht und zeitlos
gestaltete Front mit edler Oberflächenqualität ist das Gerät trotz der
opulenten Abmessungen in positiver Hinsicht ein Blickfang im Heimkino oder im
Wohnzimmer. Die beiden gut geführten und großen Regler für Lautstärke und
Eingangswahl beherrschen zusammen mit dem Punktmatrixdisplay die aufgeräumt
erscheinende Frontblende. Unter einer Klappe im unteren Bereich des SC-LX83 sind
weitere Bedienungselemente verborgen, wenn die Bedienung anstatt über die sehr
gut verarbeitete lernfähige Fernbedienung mit OEL-Display direkt am AV-Receiver
erfolgen soll. Dreht man den SC-LX83 um, so bemerkt man die auch von unten
aufwändige Verschaubung mit teueren Kupferschrauben ebenso wie die
ausgezeichneten Gerätestandfüße. Die Rückseite zeigt sich ebenfalls als
bestens verarbeitet, alle Terminals sitzen gerade und fest. Die
Lautsprecherkabel - Anschlussterminals sind absolut preisklassengemäß und
lassen kaum Raum für Kritik. Das Innenleben des großen AV-Receivers
präsentiert sich sauber und stringent aufgebaut, die verwendeten Bauteile
hinterlassen einen ebenso überzeugenden Eindruck wie die übersichtliche
Verkablung. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Anschlüsse
HDMI-Anschlüsse hinten
LAN-Anschluss, Adapter Port und konventionelle
Digitaleingänge
Control und IR Anschlüsse
7.1 Pre-Out, 7.1 Multichannel Extern-In
Zone 2 und Zone 3 für Audio und Video plus weitere FBAS/Stereo-Audio-Cinch-Anschlüsse
Komponenten-Video-Anschlüsse
Weitere Anschlüsse unter der Frontblende
Rückseite:
• 5 HDMI Eingänge, 2 HDMI Ausgang
• 3 YUV Komponenten Eingänge, 1 YUV Monitor Ausgang, 1 YUV Zone 2 Ausgang
• 4 FBAS Eingänge, 1 FBAS Record Ausgang, 1 FBAS Monitor Ausgang, 2 FBAS Zone 2/3 Ausgänge
• 3 koaxialer Digitaleingang S/PDIF
• 3 optische Digitaleingänge TOSLINK, 1 Ausgang
• 7 analoge Stereo-Chinch Audioeingänge (1x Phono), 2 Record Ausgänge, 2 Zone 2/3 Ausgänge
• 1 7.1 Mehrkanal analog Eingang
• 1 7.1 Mehrkanal analog Vorverstärkerausgang (Pre-out)
• 1 LAN Netzwerkanschluss
• 1 Adapter Port Anschluss
• 2 IR Eingang, 1 IR Ausgang
• 1 Control Eingang, 1 Control Ausgang
• 2 12V Trigger-Ausgänge
• 1 RS232 SChnittstelle
• 1 5V/150mA Anschluss für CJ-RF100
• 1 Antennen 75 Ohm Anschluss + 1 Antennen AM Loop Anschluss
Insgesamt weist der SC-LX83 eine gute Anschlussvielfalt auf.
Allerdings sind 6 HDMI-Eingänge für diese Preisliga das absolute Minimum, 7
oder 8 wären hier besser. Selbstverständlich sind 2 HDMI-Ausgänge an Bord.
Der SC-LX83 bringt für die Einbindung ins Netzwerk eine Ethernetschnittstelle
mit, verfügt aber nicht über ein eingebautes WLAN-Modul für die direkte
Einbindung in Drahtlosnetzwerke. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Der SC-LX83 bietet eine ungemeine Vielfalt, wenn es um Einstellung und
Konfiguration geht - der Überblick:
1. Advanced MCACC
a. Voll Auto MCACC
- Lautsprechersystem: Normal (SB/FH) [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] /
Normal (SB/FW) [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] /
Speaker B [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] / Front Bi-Amp / Zone 2
Anmerkung: [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] Wahl zwischen Surround-LS
Position seitlich oder hinter dem Hörplatz
- EQ-Typ: Symmetry / All Ch Adj / Front Align
- MCACC: Memory 1 bis 6
- THX-Lautsprecher: Yes / No
b. Automatisches MCACC
- ALL / LS.-Einst. behalten / Lautsprecher-Einst. / Kanalpegel / Lautsprecher-Abstand / EQ Pro & S-Wave / Full Band Phase Ctrl
c. Manuelles MCACC
-1. Feineinstellung Kanalpegel
- Referenz-Chanel Level Front-Left: -10 bis + 10 dB in 0,5 dB-Schritten
- R, C, SL, SR, SBL, SBR, SW, FHL, FHR in 0,5 dB-Schritten zwischen -10 und +10 dB
-2. Feineinstellung LS.-Abstand
- Ref.Ch Distance Front-Left: 1cm Schritte
- R, C, SL, SR, SBL, SBR, SW, FHL, FHR in 1cm Schritten
-3. Stehende Wellen
- Kanal: Main, Center, Subwoofer
- Filter 1 bis 3
- Frequenz: 63, 65, 68, 71, 74, 78, 81, 85, 88, 92, 96, 101, 105, 110, 115, 120, 125, 131, 136, 142, 149, 155, 162, 169, 177, 185, 193, 201, 210, 220, 229, 239, 250,
- Q (Güte / Wirkbreite): 2.0 bis 9.8 in 0.2 Schritten
- ATT [dB]: 0 bis -12 dB in 0,5 db-Schritten
-4. EQ Einstellungen
- für die Kanäle L, C, R, SL, SR, SBL, SBR, FHL, FHR
- Frequenzen (in Hz): 63, 125, 250, 500, 1k, 2k, 4k, 8k, 16k, Trim
- Wertebereich: -12 bis +12 dB in 0,5 dB-Schritten
-5. EQ Professional
a. Nachhall-Messung mit und ohne EQ
b. Nachhall-Anzeige, aufgeschlüsselt gemäß den fixen EQ-Bändern, Ansicht vorher / nachher
c. Erweiterter Equalizer
- Time Position: 0-20ms / 10-30ms / 20-40ms / 30-50ms / 40-60ms / 50-70ms / 60-80ms
- EQ-Typ: Symmetry / All Ch Adj / Front Align
- Stand.Wave Multi-P: Yes / No
Anmerkung: Über die Wahl "Yes" ist es möglich, zwei weitere Positionen im Hörraum einzumessen
-6. Exakter Abstand
d. Demo: Demonstration der Messsignale
2. MCACC Ergebnisse (Anzeige der Messergebnisse)
a. Lautsprecher-Einstellung
b. Kanalpegel (separat für die 6 Speicher)
c. Lautsprecher-Abstand (separat für die 6 Speicher)
d. Stehende Wellen (Main / Center / SW - innerhalb des aktuell angewählten Speichers)
e. EQ-Kalibrierung (für die Kanäle L, C, R, SL, SR, SBL, SBR, FHL, FHR innerhalb des aktuell angewählten
Speichers
f. Gruppenlaufzeit
g. Ausgabe von MCACC-Daten
3. MCACC Datenbank
a. Speicher umbenennen
b. MCACC-Speicherkopie
c. MCACC-Speicher löschen
Insgesamt ist MCACC, dies zeigt auch der Test des SC-LX83 wieder, das beste
Lautsprecher-Einmess- und Room EQ-System auf dem gesamten Markt. Dies hat
mehrere Gründe. Zum einen ist nicht unerheblich, dass MCACC ausgesprochen
zuverlässig agiert, hier merkt man, dass Pioneer - Nomen est omen - der Pionier
bei der Entwicklung derartiger Systeme ist und mit dem VSX-AX10 vor einigen
Jahren mit der Einführung dieser Technologie noch vor den Consumer-Konkurrenten
begonnen hat. Fehlermeldungen, die den Anwender verunsichern, treten bei
korrektem Anschluss der Lautsprecher nicht auf. Des Weiteren verfügt MCACC
schon nach dem Basisdurchlauf über eine hohe Qualität bei der Anpassung der
Lautsprecher an den Hörraum. Es wird nicht nach der Maxime verfahren - die
leider viele Room EQ Systeme kennzeichnet -, eine akustische
"Beschneidung" durchzuführen, die für einen emotionslosen und faden,
wenn auch gleichmäßigen Sound sorgt, vielmehr werden die kritischen Stellen
des gesamten Frequenzverlaufs gezielt bearbeitet und somit werden unschöne
akustische Nebenerscheinungen wie Überhöhungen etc. sehr gut ausgemerzt. Das
Klangbild und somit das akustische Können der angeschlossenen Lautsprecher
bleibt beinahe in vollem Umfang erhalten. MCACC macht nicht den Fehler, dem
Hochtonbereich Brillanz zu nehmen, auch fehlt es dem Klang nicht an Tiefe und
Differenzierungsvermögen. Des Weiteren bleibt der Dynamikumfang im Groben und
im Feinen praktisch komplett erhalten. Sensibel und passgenau wird eingegriffen
und keine globale "Radikalkur" vorgenommen. Nächster unerreichter
Vorzug von MCACC: Die schier unerschöpflichen Einstelloptionen für versierte
sowie erfahrene Anwender, die über fundierte akustische Kenntnisse verfügen
und somit hervorragende Tools haben, um weitere Verfeinerungen hinsichtlich der
akustischen Güte vornehmen zu können. Auch als sehr positiv zu verzeichnen
sind die sechs (!) Speicher, die dafür sorgen, dass man sich, je nach Quelle
(z.B. Filme, Musik, Sportsendungen etc.) ein individuelles MCACC-Setup zu
erstellen.
4. Grundeinstellungen
a. Manuelle Lautspr.-Einstellung
-1. Lautsprechersystem: Normal (SB/FH) [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] /
Normal (SB/FW) [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] /
Speaker B [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] / Front Bi-Amp / Zone 2
Anmerkung: [Surr Pos.: EIN-Seite/Hinten] Wahl zwischen Surround-LS
Position seitlich oder hinter dem Hörplatz
-2. Lautsprecher-Einst.: Large / Small / No und Übernahme-Frequenz des Subwoofers (50Hz / 80Hz / 100hz / 150Hz / 200Hz)
-3. Kanalpegel (innerhalb des aktuell gewählten Speichers) von -10 dB bis +10 dB in 0,5 dB-Schritten
-4. Lautsprecher-Abstand in 1cm Schritten
-5. X-Curve (Absenkung des Hochtonbereichs ab 2kHz): Off / 0,5 dB/Octave bis -3 db/Octave in 0,5 dB-Schritten
- 6. THX Einstellungen:
- Loudness Plus: On / Off
- SBch-Verabeitung: Manuell / Automatisch
- Surr.Back LS-Position: 0-0,3m / >0,3-1,2m / 1,2m<
- THX Ultra2 SW: YES / NO
- BGC: ON / OFF
b. Eingänge konfigurieren (nicht jede Option steht allen Eingängen zur Verfügung)
- Eingabe (Wahl des zu konfigurierenden Eingangs)
- Name eingeben: alle
- Eingabe überspringen (beim durchskippen der Eingänge): alle
- Digital In: DVD, TV/SAT, DVR/BDR, Video, HDMI 1, CD, CD-R,
- HDMI Input: nicht zuweisbar, muss über die HDMI-Taste der Fernbedienung angewählt werden
- Component In: DVD, TV/SAT, DVR/BDR, Video,
- 12V Trigger 1/2: alle
e. Weitere EInstellungen
1. HDMI-Setup
- Steuerung: ON / OFF
- Steuermodus: ALL / PQLS
- Display abschalten: YES / NO
- Standby Through: Eco / Normal
- TV-AUDIO: Normal / über HDMI
- 12V Trigger1/2: OFF / HDMI OUT 1 / HDMI OUT 2
2. Lautstärke-Setup
- Einschaltpegel: Letzte / -80.0dB - +12.0dB in 0,5dB-Schritten
- Lautstärkegrenze: OFF / -20dB / -10 dB / 0dB
- Stummschaltpegel: FULL / -40dB / -20dB
3. Fernsteuerungsmodus: 1 bis 4
4. Flicker Reduction: Off / 1 bis 4
5. RF-Fernbedienung einstellen: ON / OFF
6. Mehrkanal-Eingang
- LFE-Pegel: 0 dB / +10 dB
- Video-Eingang: DVD / TV/SAT / DVR/BDR / VIDEO / OFF
Ein weiteres umfangreiches Menü verbirgt sich hinter dem Oberbegriff
"Audio Parameter":
Wahl des MCACC-Speichers 1 bis 6
EQ: On / Off
S-Wave: On / Off
Delay: 0.0 bis 10.0 in 0.1 Schritten
- Einheit Frames (einzelne Vollbilder- bei PAL 25 pro Sekunde)
- Hierbei handelt es sich um die Funktion "Audio Delay" zur Synchronisierung von Bild und Ton)
MID/LDN:
- Midnight komprimiert die Tonwiedergabe, die Dynamik ist verringert - speziell geeignet zur verständlichen Wiedergabe zu später Stunde
- Loudness hebt die Bässe und Höhen an
Tone: Bypass / On (Treble und Bass werden aktiviert oder umgangen)
Bass (wenn Tone=On): +6 bis -6 dB in 1dB-Schritten
Treble (wenn Tone=On): +6 bis -6 dB in 1dB-Schritten
S.RTRV (Sound Retreiver): On / Off (Soll die Wiedergabequalität datenkomprimierter Formate
verbessern, was in der Praxis überzeugend gelingt: Der Hochtonbereich wirkt
deutlich spritziger, die Mitten sind besser eingearbeitet und der Bass
bekommt mehr Kontur)
DNR (Digital Noise Reduction): On / Off (Soll verrauschte Quellen besser darstellen)
Dialog E (Enhancement): Off / Flat / Up 1 -4 (Hebt Stimmen im Center hervor)
Hi-bit32: On / Off (interne Quanisierung der Audiosignale mit 32bit
Wortbreite - sorgt für mehr Präzision und Sensibilität im Gesamtklangbild)
Dual: CH1 / CH2 / Ch1 CH2 (Wahl der Spur bei Dual Mono Quellen)
DRC (Digital Range Control): Auto / Max / Mid / Off (Dynamikkompression für digitale Quellen)
LFE: 0 dB / -5 dB / -10 dB / -15 dB / -20 dB / Off (Reduktion des Wiedergabepegels der LFE-Spur)
SACD Gain: 0 dB / + 6 dB (hebt die Gesamtlautstärke bei digitaler SACD-Verarbeitung)
HDMI: Amp / through (Wahl der Tonverarbeitung bei HDMI-Übertragung - soll das nachgeschaltete Display Tondaten bekommen oder soll nur der AV-Receiber sie verarbeiten? Bei Weiterleitung kann es zu Problemen mit der Mehrkanalausgabe geben, so das Display per HDMI-Kommunikation dem System mitteilt, dass es nur Stereo beherrscht)
A.Delay (Auto Delay): On / Off (automatisches Audio-Delay innerhalb HDMI-Ketten)
C.Width: 0 bis 7 (Gewichtung des Centers innerhalb der Frontwiedergabe)
Dimension: -3 bis +3 (Einstellung der Größe des virtuellen 3D Klangraums)
Panorama: On / Off (Erweiterung des Frontklangbildes auf die Surrounds)
C.Image: 0 bis 10 (bei 0 werden die Center-Anteile auf Front-L und -R umgeleitet, bei 10 wird das entsprechende Signal komplett über den Center wiedergegeben)
Effect: 10 – 90 (Pegel des Effekts in erweiterten, bzw. künstlich berechnenden Surround-Modi)
H.Gain: Low / Mid / High (relative Pegel der Front Height Speaker im DPLIIz-Betrieb)
V.SB: On / Off (virtuelle Surround Back Speaker bei nicht-Verwendung dieser)
V.Height: On / Off (Virtuelle Front Height Speaker bei nicht-Verwendung dieser)
Des Weiteren bringt der SC-LX83 verschiedene DSP-Programme mit:
Action
Drama
Sci-Fi
Mono Film
Entertainment Show
Expanded
TV Surround
Advanced Game
Sports
Classical
Rock/Pop
Unplugged
Extended Stereo
Phones Surr (Raumgefühl bei Verwendung eines Kopfhörers)
Für Front Stage Surround (virtuelle Surround-Simulation): Focus oder Wide
Für Front Wide (setzt den Anschluss von 2 Front Wide Lautsprechern an den Klemmanschlüssen hinten am Gerät und eine entsprechende Berücksichtigung im LS-Setup voraus) stehen Wide Surround Music und Wide Surround Movie zur Verfügung.
Es finden sich sehr reichhaltige Einstelloptionen, deren Vielfalt den weniger
versierten Anwender allerdings anfänglich etwas überfordern dürfte. Hier
hilft es, sich Zeit zu nehmen, um sich mit den Justagemöglichkeiten vertraut zu
machen. Das gilt auch für das im Folgenden beschriebene, weitere Menü
"Video Parameter". Nutzt man den recht umfangreichen und ordentlichen
Video-EQ, so ist es sehr wichtig, dass man den Video-EQ in dem AVR zuspielenden
Geräten und im Bildwiedergabegerät auf Werkseinstellung belässt und nicht in
diesen Video-EQs ebenfalls Anpassungen vornimmt. Hier der Überblick:
Video Parameter:
Einstellung der Auflösung
V.CON - Video-Conversion: On / Off (Analog-digital Wandlung von Videosignalen oder Formatbearbeitung digitaler Videosignale)
RES - Resolution: AUTO / PURE (durchschleifen der nativen Auflösung) / 576p / 720p / 1080i / 1080p / 1080-24p
ASP - Aspect: Through / Normal - Seitenverhältnis 16:9 oder 4:3
PCINEMA - Pure Cinema: Auto / PAL / OFF (Optimierung der Progressive-Abtastung für Filmmaterial)
P.MOTION - Progressive Motion: -4 bis + 4 in 1'er Schritten - beeinflusst die Progressive-Ausgabe
YNR - Y Noise Reduction: 0 bis +8 in 1'er Schritten - Justage der Reduzierung von Helligkeitsrauschen
CNR: 0 bis +8 in 1'er Schritten - Justage der Reduzierung von Farbrauschen
BNR: 0 bis +8 in 1'er Schritten - Justage der Reduzierung von Blockrauschen (MPEG-Komprimierungsartefakte)
MNR: 0 bis +8 in 1'er Schritten - Justage der Reduzierung von Moskito-Rauschen
DETAIL: -4 bis +4 in 1'er Schritten - Justage der Konturenschärfe
SHARP: -4 bis +4 in 1'er Schritten - Justage der Schärfe
BRIGHT: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage der Helligkeit
CONTRAST: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage des Kontrastes
HUE: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage der Rot-Grün-Balance
CHROMA: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage der Sättigung
BLK Setup: 0 / 7,5 – Justage des Schwarzpegels im Videosignal
Bilanzierend ist der SC-LX83 enorm reichhaltig ausgestattet, was die Vielfalt
der Menüoptionen eindrucksvoll belegt. Audio- und Videoparameter sind zur
Genüge vorhanden, und gerade derjenige Anwender, der schon über einen gewissen
Erfahrungsschatz verfügt, wird hoch erfreut sein über die gegebenen
Möglichkeiten. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend -
perfekt.
Netzwerk und Multimedia
Der SC-LX83 verfügt über verschiedene multimediale Features:
Umschalten an der Fernbedienung auf "Source" ist notwendig zum
Steuern. Umständlich!
Alle Netzwerkoptionen sind auf einem Startbildschirm zu sehen. Die Bedienung ohne Bildschirm/TV ist schwierig, so nicht die App genutzt wird.
Internetradio: Sender werden in verschiedene Bereiche wie Länder, Musikrichtung, etc.
unterteilt. Die Unterteilung in die Musikrichtungen erfolgt sehr fein
gegliedert. Start nach Anzahl erfolgt schnell wie auch die Navigation durch die Untermenüs.
Format, Genre, Datenrate und Puffer werden angezeigt. Bei erneuter Suche läuft das zuvor ausgewählte Programm vorbildlicherweise weiter. Dies stellt ein herausragendes Komfortmerkmal im Vergleich zur Konkurrenz dar.
Es lassen sich keine favorisierten Sender zu einer eigenen Liste im Gerät zusammenstellen.
Netzwerk / DLNA-Streaming: Wie bei DLNA-Geräten üblich sind die Daten nach Bildern / Musik / Video unterteilt.
Es bieten sich im Bereich Musik verschiedene Unterteilungen, wie z.B. Album, Alle Lieder, Interpret oder Wiedergabelisten.
Im Unterpunkt "Verzeichnis" findet man die Ordnerstruktur des Servers, auf den gerade zugegriffen wird.
Der Zugriff auf einzelne Tranks erfolgt schnell. Die Navigation innerhalb des DLNA-Netzwerkes ist einen Hauch langsamer als die durch das Internetradio-Portal. Es lassen sich mp3, aac
und flac-Dateien abspielen. Bei der Wiedergabe werden abermals Genre, Format, Bitrate und Puffer angezeigt.
Der Verzeichnisbereich "Video" innerhalb des DLNA-Netzwerkes wird zwar angezeigt, allerdings erkennt der Pioneer SC-LX83 keine Videodateien.
Bilder lassen sich ebenfalls nicht darstellen per Netzwerk.
USB: Es werden ausschließlich FAT32 formatierte USB-Medien erkannt; NTFS wird nicht unterstützt. Der USB-Stick wird schnell erkannt und die Navigation erfolgt flotter als im
DLNA-Netzwerk. Im Gegensatz zum Netzwerk-Betrieb wird per USB-Verbindung die Darstellung vom Bildern unterstützt, Video hingegen auch hier nicht. Die Wiedergabe von Mediendateien ist im Musikbereich auf mp3-Dateien und Photobereich auf jpgs beschränkt. Das Laden der Bilder geht ausgesprochen schnell vonstatten und die Wiedergabequalität liegt auf beachtlichen Niveau. Es lässt sich auf Wunsch die Photobetrachtung mit Musik unterlegen. Eine Diashow lässt sich facettenreich gestalten, wozu die Anzeigedauer der Bilder, Übergangseffekte etc. zählen.
Bluetooth Adapter (AS-BT100) (getestet mit einem iPhone4): Die Einrichtung erfolgt kinderleicht: Im Receiver ist ein Passwort festzulegen. Hiernach wird für drei Minuten die Bluetooth-Verbindung aufrecht erhalten. In dieser Zeit ist in der u verbindenden Devise ebenfalls Bluetooth zu aktivieren, der Pioneer-Amp zu suchen und eine Verbindung herzustellen. Nach Eingabe des Passwortes besteht schnell eine stabile Verbindung. Der Pioneer gibt allerdings nur das wieder, was im betreffenden iPod gemacht wird - eine Fernsteuerung des
iPod/iPhones via Bluetooth ist nicht möglich. Die Verbindung ist stabil und funktioniert bis zu 10m Entfernung in unseren Räumlichkeiten.
Einbindung von iPod/iPhone: Sehr gut - nicht nur vom iPod/iPod Touch,
sondern auch vom iPhone können beim direkten Anschluss mittels USB-Kabel Musiktitel und Videos
wiedergegeben werden. Per OSD werden alle relevanten Infos (Wiedergabelisten,
Alben, Interpreten etc.) angezeigt. Anstatt dass sich der Anwender ein teures
optionales iPod-Dock kaufen muss, kann einfach ein normales iPod auf USB Kabel
verwendet und direkt am auf der Gerätefront befindlichen USB-Eingang
angeschlossen werden. Nach einigen Sekunden des Wartens (Display-Anzeige"
Connecting") ist dann alles betriebsbereit. Mit sehr guter Klangqualität
werden die Tracks vom iPod/iPhone wiedergegeben. Der Sound ist klar, frisch und
druckvoll - besser geht es kaum in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um
deutlich datenreduzierte Dateiformate handelt. Der "Sound Retriever"
sorgt für eine Lebendigkeit und eine Energie, die kaum erahnen lässt, welches
Ausgangsmaterial dahinter steckt.
Phone/iPod Touch App iControl AV: Der SC-LX83 (alle neuen Modelle ab VSX-820) von Pioneer ist für die Steuerung mittels iPhone
bzw. iPod Touch vorgesehen. Voraussetzung dafür ist eine WLAN-Verbindung mit
dem iPhone und eine Ethernet-Verbindung des AV-Receivers im selben Netzwerk. Wir
haben die "App" kurz unter die Lupe genommen und waren von der
Einfachheit und grafischen Darstellung des Steuerungsprogramms begeistert. Insgesamt ist eine umfangreiche Steuerung möglich - hier die
Tools: Control: Lautstärkereglung, Wahl des Hörmodus, Information
(Signal plus Frequenz Eingangssignal, Ausgangssignal-Format), Precision: PQLS Off/Auto, Phase Control Off/On, Infos: Was
ist PQLS, was ist Phase Control mit erklärenden Animationen, Sprache:
Englisch), Emphasis plus Balance: Nutzt man diese beiden grafisch sehr
schön aufgemachten Features, hat der Anwender die Möglichkeit, die
Lautstärke von Center und Subwoofer zu erhöhen (Emphasis) und die ideale
Hörposition im Wohnzimmer verschieben zu können (Balance). Voraussetzung für das Funktionieren ist, dass sich das Pioneer
Gerät (AVR oder BDP) ebenfalls im Netzwerk befindet und so iPhone bzw. iPod
Touch Verbindung aufnehmen können.
Steuerung
über iPod Touch/iPhone-App
Schöne
Animation
Fazit: Top sind zwei Dinge: Zum einen, dass man
den LX83 mittels iPod Touch oder iPhone steuern kann, zum anderen, dass man kein
teures Dock für die Verbindung iPod-AVR braucht. Weitere große Pluspunkte:
Auch die Zusammenarbeit mit dem iPhone (bei Musik/Videowiedergabe) funktioniert,
der Sound Retriever poliert zudem datenreduzierte Tracks hervorragend auf.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Einleitend müssen wir festhalten, dass sich die klangliche Auslegung von
Pioneer grundlegend geändert hat - und zwar zum Positiven. Um Ihnen jedes
Detail dieser Veränderung zu verdeutlichen, haben wir den SC-LX83 einer
grundlegenden Analyse im Stereo-Betrieb - welcher am "reinsten" die
eigentliche Auslegung zeigt - unterzogen. Hier unsere Ergebnisse:
Bezüglich der Tonalität lässt sich sagen, dass wir noch nie einen so
deutlich und gekonnt in Richtung akustischer Neutralität abgestimmten Pioneer
AV-Receiver hören durften. Die früher typische "Badewanne" ist
lediglich noch zu erahnen, und dieses "Erahnen" setzt recht gute
klangliche Kenntnisse von Seiten des Hörers voraus. Die Höhen treten
räumlicher auf und versprühen mehr fein dosierte Brillanz - der aggressive,
harsche Touch, in vergangenen Generationen besonders bei gehobenem Pegel heraus
zu hören, fehlt beinahe gänzlich. Der nach wie vor kräftige Bassbereich
schiebt sich nicht mehr über Gebühr in den Vordergrund, die Mitten sind
deutlich mehr präsent als früher gewohnt. Die Übergänge zwischen den
einzelnen Frequenzbereichen und den verschiedenen akustischen Ebenen sind
deutlich mehr fließend als wir es bislang kannten, was zu einem harmonischeren
Klangbild mit besseren Qualitäten für lange Hör-Sessions führt.
Die Bass-Performance hat uns sehr gut gefallen. Der Bass ist sehr schnell und
gleichzeitig unglaublich präzise. Der SC-LX83 bietet eine Strukturierung im
tieffrequenten Bereich, die wir bislang von keinem Pioneer AVR kannten. Dazu
passt der extrem gute Tiefgang, der auch den subsonischen Bereich ausgezeichnet
ausleuchtet. Die interne Signalverarbeitung mit 32 Bit Genauigkeit hinterlässt
hier deutliche Spuren. Feine Nuancen werden ans Tageslicht geholt und gekonnt
miteinander verwoben, so dass der Eindruck eines homogenen Klangbildes entsteht.
Gleichzeitig aber pflegt der SC-LX83 auch traditionelle Pioneer-Tugenden und
stellt einen mächtigen, aber sehr kontrollierten Schub zur Verfügung. Der
Übergang vom Bass- in den Grundtonbereich erfolgt sehr geschmeidig und sorgt
für Homogenität. Hervorragend ist die Kickbassdarstellung, z.B. beim Anhören
elektronischer Musik: Knochentrocken und hart sorgt der SC-LX83 hier für Freude
beim Auditorium.
Die Stimmdarstellung ist deutlich weiter vorn angesiedelt als bei anderen uns
bekannten Pioneer AVRs früherer Generationen. Klar, schon aufgelöst, dynamisch
und differenziert, werden hervorragende Werte erzielt, die dafür sorgen, dass
der SC-LX83 auf Tuchfühlung zur bei der Stimmwiedergabe besonders talentierten
Konkurrenz von Denon geht. Das Timbre tiefer Männerstimmen wird sehr schön
herausgearbeitet, aber auch Frauenstimmen wirken authentisch und von subtiler
Lebendigkeit durchzogen. Doch nicht nur die Stimmpräsenz an sich begeistert,
auch die beinahe nahtlose Einbindung in die akustischen Gesamtzusammenhänge
weiß zu überzeugen. Stimmen werden sauber und ohne störende Einfärbungen
wiedergegeben, die Verständlichkeit ist bei nahezu jedem Pegel hervorragend.
Die exakte Positionierung ist ebenfalls sehr zu loben. Einerseits ist die
Stimme klar getrennt von den restlichen Ereignissen auf der Bühne, andererseits
fügt der SC-LX83 doch alle akustischen Anteile zu einem einheitlichen Ganzen
zusammen - und das geschieht enorm impulstreu. Das Anklingen und Ausschwingen
geschieht ungemein sensibel.
Wir sprachen schon kurz an, dass die Hochtonwiedergabe und das
Auflösungsvermögen deutlich verbessert wurden. Die Intensität des
Hochtonbereichs wurde reduziert, dadurch kommt es zu keinem schrillen oder
aggressiven Tonfall mehr. Nach wie vor ist die Hochtondarstellung frisch sowie
spritzig, vermeidet aber geschickt harsche Elemente, die das Klangvergnügen
nachhaltig schmälern können. Man kann mit dem SC-LX83 sehr angenehm hören,
auch über lange Distanzen mit gehobenem Pegel. Das Verhältnis zu den Mitten
ist nun deutlich stimmiger, der Übergang unterer Hochtonbereich - oberer
Mitteltonbereich kommt sehr viel sämiger, kontrollierter und flüssiger zum
Ausdruck. Die grob- wie auch die feindynamische Auflösung liegt sehr hoch, in
Richtung der Mitten nimmt das Auflösungsvermögen nicht ab, sondern bleibt im
vollen Umfang erhalten. Die unglaubliche Impulstreue und die bestechende
Schnelligkeit auch bei der Umsetzung kleiner dynamischer Differenzen sorgt für
reichlich Punkte auf dem Pioneer-Konto. Die hinteren akustischen Ebenen werden
bei der Darstellung beinahe zur Gänze mit einbezogen. Früher wurden gerade im
Hochtonbereich bei Pioneer AVRs die ersten akustischen Ebenen sehr gut
herausgearbeitet, die hinteren aber wiesen größere Lücken auf - das ist
Vergangenheit, der SC-LX83 bietet auch eine sehr gekonnte und zudem schnelle
sowie präzise Mit-Einbeziehung hinterer Ebenen, was zu einem detailreichen,
erwachsenen Klangbild führt, welches gekonnt verdeutlicht, welche
Leistungssprünge mit einem 2500 EUR Gerät im Vergleich zu Modellen der 1000
bis 1500 EUR Klasse noch zu realisieren sind. So ist zum Beispiel zu erkennen, dass Stahlseiten auf die Gitarre gezogen
sind - deren Schwingen, Anzapfen, wie auch das Anschlagen der Seiten bei einem
Klavier oder das Nach-/Ausschwingen der Becken arbeitet der SC-LX83 bestens
heraus.
Die Raumabbildung profitiert von der stabilen Bühne, die in beiden Ebenen
eine stimmige Ausprägung vorweisen kann. Breite wie auch Tiefe erscheinen
authentisch. Der Fokus ist klar, die einzelnen Elemente werden präzise umrissen
und nicht nur andeutet. Die feste Positionierung aller Elemente sorgt für
glaubhafte akustische Verhältnisse. Die einzelnen Ebenen und die komplette
Staffelung wirken echt und nachvollziehbar. Der Klang löst sich sehr gut vom
Lautsprecher.
Die brachiale Grobdynamik und die deutlich verbesserte Feindynamik haben wir
schon mehrfach in anderen Teilwertungen erwähnt. Zwischenstufen werden deutlich
sauberer behandelt und feiner abgestimmt als bisher. Gerade in komplexen Szenen
ist dies erkennbar, hier behält der SC-LX83 sehr gut den Überblick und
arbeitet kleine Nuancen sehr ansprechend heraus. Die Dynamik, die der SC-LX83
offeriert, sorgt in allen Frequenzbereichen für große Begeisterung beim
Zuhörer, auch bei großen Dynamiksprüngen oder hohem Gesamtpegel verliert der
Pioneer nicht die dynamische Kontrolle.
Surround
Im Surroundbetrieb kommen dann weitere Tugenden heraus. Der SC-LX83 erzeugt
einen im Vergleich zu früheren Pioneer AVRs deutlich fließenderen Übergang
zwischen Front- und Surroundklangkulisse. Das sprichwörtliche 360 Grad
Surroundklangpanorama offeriert der SC-LX83 äußerst gekonnt. Gerade dann, wenn
ein 7.1 System operiert, ist eine dichte, dynamisch sensible, raumfüllende
Surroundklangkulisse gegeben, die nahtlos an das üppige, kräftige, aber nie
vordergründige Klangbild der Fronts heranreicht. Sehr schön werden Elemente
von allen Boxen gelöst, zugleich sorgt die über alle Maßen präzise
Ansteuerung des aktiven Subwoofers für pure Freude. Absolut linear, ohne
störende Sprünge, erfolgt diese, so können auch subsonische Nuancen oder
harte Kickbässe exzellent in den Hörraum getragen werden. Die tonale
Auslegung, verwendet man kein DSP, ändert sich praktisch nicht -
erfreulicherweise selbst dann nicht, wenn man MCACC aktiviert, welches, wie wir
bereits zuvor beschrieben haben, sehr gezielt und kontrolliert eingreift und
nicht ein aalglattes, oberflächliches Klangbild produziert. Die exzellenten
grobdynamischen Qualitäten kommen bei aktuellen Blockbustern wie "Iron Man
2" exzellent zum Ausdruck. Die wilde Jagd auf dem Stark Expo Gelände
zwischen den Drohnen des rachsüchtigen Ivan Vanko und dem Iron Man himself plus
dem "Ersatz-Iron Man" James Rhodes sorgt für eine eindrucksvolle
Demonstration der Qualitäten des Pioneer. Besonders das effektgeladene
Abschlussgefecht, bei dem erst die Drohnen und dann Vanko selbst als
feuerpeitschenschwingender Teufel im Hightechanzug besiegt werden müssen,
beweist, welchen Tiefgang, welche Kontrolle und welche überbordende Grobdynamik
den Pioneer auszeichnet. Aber auch in ruhigeren Szenen, als Pepper Potts ind
Tony Stark im Privatjet über den Wolken fliegen und Konversation betreiben,
brilliert der Pioneer durch seine fundierte und detaillierte sowie
charismatische Stimmwiedergabe. Gleich zu Filmbeginn, als Stark die Expo
eröffnet, werden die Beifallsbekundungen des Publikums ungemein authentisch
wiedergegeben. Zwei Faktoren erhöhen die Hörfreude weiter: Die komplette
interne 32 Bit Signalverarbeitung und das Hinzuschalten der Dolby PLIIx Matrix
für Hören in 7.1.
Weitere Beobachtungen, HD-Tonformate Film
- Dark Knight, Dolby TrueHD 5.1
Anfängliches metallisches Knistern/Rauschen, sehr fein, aggressiv
Glas splittert klar, deutlich und dynamisch
Disharmonische Musik kommt intensiv zum Ausdruck
Enormer Tiefgang bis in den subsonischen Bereich
Männliche Stimmen tief mit starkem Timbre
Schüsse explosiv - tolle Dynamik
Aufbau der akustischen Spannung sehr geschmeidig und gelungen
letzter Ton vom Alarm wird herausgeschält - sehr selten
Grobdynamik weit überdurchschnittlich
Im Safe-Raum: Bohrgeräusch verursacht Nachhall - sehr selten zu hören
Pumpgun drückt in den Raum auch bei hohem Pegel
Schritte fein nuanciert im Raum inkl. Hall
Bass: Trocken und Präzise, Sshnell in allen Frequenzlagen
Gesamtwiedergabe sehr räumlich, geschlossen und umhüllend
Großkalibrige Kanonen haben krassen Druck, Tiefgang und Präzision
Explosionen drücken mit Wucht aufs Zwerchfell, bieten aber gleichzeitig
eine tolle Präzision
Räumlicher Aufbau des Crescendo einhüllend und perfekt gestaffelt
Antritt sehr schnell
Trotz Kraftaufwand prägnant lockerer Klang
Selbst bei hohen Lautstärken nicht aggressiv
Sprache auch im großen Effektspektakel gut zu verstehen
Enorme Dichte, atmosphärisch hervorragend
Details wie der geworfene Feuerlöscher werden schön herausgeschält und im dreidimensionalen Aufbau klasse platziert
Klang Mehrkanal HD-Tonformate Musik
- Celine Dion, A new Day, Live in Las Vegas, Dolby TrueHD 5.1
Track 1:
Gleich zu Beginn hört man wunderbar das leichte Timbre, das leichte Flattern in
Celines Stimme, sehrfein
Instrumente im Hintergrund detailliert und gut gestaffelt
"Gehauche" mit erstaunlichem Körper
Arrangement harmonisch und in sich geschlossen
Erstaunlich dichte Performance
Feindynamik der Stimme sehr hoch Antritt, auch kleiner Ereignisse schnell
Übergänge der flächigen Elemente harmonisch, weich
Track 2:
Stimme steht fest in der Mitte, klar fokussiert und positiv vom Hintergrund abgesetzt
Bassdrum passend weich wiedergegeben
Becken bietet eine sehr gute Räumlichkeit
Schlagzeug generell prägnant, aber nicht aufdringlich
Bei allen Ereignissen ist der Pioneer sehr schnell am Start und lässt
musikalische Ereignisse sehr gekonnt ausklingen
Track 3:
Streicher (egal welcher Art) sehr authentisch, mit Volumen und/oder Feinheit
Piano lässt seinen Midi-Charakter erkennen -> ist also doch Keyboard
Hallraum fein herausgeschält, ohne zu entstellen Gewitter hüllt perfekt ein
Tolle Dynamik in allen Lagen
Räumliche Darstellung ist von den LS gelöst, so dass der Zuhörer sich
mitten im Geschehen wähnt
Generell:
Clean war bisher nur ganz selten der Art harmonisch wie fein ziseliert zu vernehmen
Die Dynamik ist im Feinen wie groben groß
Schneller Antritt, feines Ausschwingen Stimme ungemein prägnant und
detailliert
Aufbau des Raums und Einbettung der entsprechenden Tontechnik-Maßnahmen im Mix eine
Wucht
Geschmeidige und harmonische Übergänge
- Dj Tiesto, Elements of Life, DTS-HD Master Audio 5.1, Disc 2, Track 2
Knochentrockene Darbietung der Bässe, im Tieftonbereich wie im Kickbereich
Extrem schnell - 32bit-Ansteuerung/Berechnung bringt deutliche Vorteile
Mit einer der besten beiden Vorstellungen in unseren Testräumen (andere
beste Vorstellung: Denon AVC-A1HDA)
Pegelfest
Differenzierung gelingt hervorragend
Forsch, spritzig aber nicht aggressiv
Pulsierendes im subsonischen Bereich wird heraus gearbeitet
Übergang ist früher als sonst zu hören
Es stecken ofensichtlich mehr Details in der Musik, als vordergründig
vermutet wird - der SC-LX83 macht dies akustisch deutlich
Rhythmus, Treibendes kommt über und fesselt das Auditorium
Doppelung der Bässe fein herausgeschält
Unglaublicher Tiefgang zu Beginn des Tranks drei Mitten werden klar, präzise, verständlich dargestellt
Der Mix klingt wie aus einem Guss und man fühlt sich perfekt eingehüllt
Druck ist abnormal,
Atmosphäre ist enorm dicht
Weibliche Stimme hat erstaunliches Volumen, hat einen Körper, ihr Clippen
wird, ohne das Gehör über Gebühr zu strapazieren in den Raum getragen
Kaum ein Pioneer ist uns bekannt, der so entspannt so laut zu betreiben ist
Staffelung ist auf Referenzniveau
Publikum wird merklich, aber nicht störend eingebunden
Insgesamt beweist der SC-LX83 in allen Beispielen enormes Können, das viele
Ursachen hat. Eine wichtige und wesentliche ist sicherlich die interne 32 Bit
Signalverarbeitung, die mehr Detaillierungsvermögen und Impulstreue garantiert.
Des Weiteren ist die tonale Auslegung, wie schon erwähnt, deutlich neutraler
geworden, was zu einer besseren, glaubhafteren Einbindung des Mitteltonbereichs
führt. Stimmen kommen nun charismatisch und klar umrissen zur Geltung. Die
eindrucksvolle Performance geht auch bei den herkömmlichen Surround-Tonformaten
weiter - hier unsere Eindrücke:
- Avatar, DTS 5.1, Kapitel 7, erster Einsatz im Dschungel:
Erstaunlich geschlossenes Klangbild der Rotoren
Kleine Nebengeräusche des aufgewühlten Grases sind exakt heraus zu
hören
Stimmen sehr charakteristisch, in ihrer Eigenart ausgeprägt
Subsonische Nebenereignisse sind genial eingebunden
Staffelung im Frequenz und Pegelgang der Nebengeräusche erstklassig
Flöte sehr harmonisch und sanft
Geklimper des Ohrschmucks deutlich zu hören wie selten zuvor
Trittgeräusche auf Laub fein, leise, differenziert
Score im Hintergrund perfekt eingebettet, klanglich wie vom Pegel
her
Umhüllender Aufbau Schnell und tief bei Zusammenrollen der Trompetenpflanzen
"Nashorn" mit enormer Dynamik
Superber Tiefgang
Sehr Pegelfest
Percussionist bei Raubtier klasse, schnell, toller Antritt
Stampfende Geräusche der Herde extrem tief mit enormen Druck
- Stars Wars EP 3, DD 5.1,
THX-Sound zu Beginn: Tief, klar, druckvoll, detailliert, brillant, wackelnde Couch, ohne zu übertreiben
Film:
Orchester zu Beginn enorm stabil, breit und fix fokussiert aufgebaut
Räumliche Zuordnung lässt sich bestens nachvollziehen
Alle Instrumente wirken sehr authentisch
Feinstaffelung und -Dynamik auf hervorragenden Niveau
Geschlossene akustische Bühne
Schwenk auf den Kreuzer: Trommel kommt mit Druck und Struktur
Subsonische Turbinengeräusche des Kreuzers ist mit enormer Klarheit in ihrer Struktur zu vernehmen
Flug der Fighter aus dem Rückraum ist nachvollziehbar
Gesamteindruck ist dicht und geschlossen
Anbindung Front an Rar ist nahtlos
Druidengewisper ist vernehmlich, was selten der Fall ist
Explosionen kommen mit Druck und Dynamik zur Geltung
Sprachverständlichkeit sehr hoch, in jeder Situation der Schlacht
Absturzgeräusch, wie auch die anderen Fluggeräusche sind authentisch, bieten eine hohe Dynamik und verteilen sich im gesamten Raum
Die Loslösung von den LS ist enorm
Komplette Ein- und Umhüllung des Zuhörers
Kleine Elemente, wie die Zielerfassung, werden präzise heraus geschält
ebenso wie auch diverse Nebengeräusche im Cockpit
Der Detaillierungsgrad im Surround-Bereich ist hoch
Der Antritt, auch diverser Instrumente des Music Score im Gewirre der Schlacht, ist schnell, mit Nachdruck, aber
stets ausreichender Kontrolle
Das Abklingen beherrscht der Pio gut
Der Wechsel von künstlichen Geräuschen, Nebengeräuschen, Explosionen zu Musikelementen erfolgt blitzschnell, kontrolliert wie gekonnt und spielt in der höchsten Liga
Die Geschwindigkeit dieses AVRs birgt Faszinationspotential
Tiefgang ist herausragend, Brillanz oben herum super, ohne störend zu
wirken - tolle Auslegung, ohne dabei die Balance zu verlieren
Klang Mehrkanal herkömmliche Formate Musik
- Within Temptation - Black Symphony, DTS 96/24
Wunderbar detaillierte Geräusche aus der Halle
Chor setzt sanft, nuanciert, breit, einhüllend ein
Nebengeräusche der Chorsänger sind zu hören
Hallaufbau des Tontechnikers kann nachvollzogen werden
Erste Klänge des Orchesters schweben über die Bühne, ein hin- und herwogender Klangteppich, fein, sanft, perfekte Feindynamik
Schagwerk ganz fein im Hintergrund, Untergrund
Erstes Anheben geschickt, gekonnt
Details der Streicher sensationell
Es ist zu hören, dass mehrere Instrumente arbeiten, die Darbietung
verkommt nicht zu einem charakterlosen "Brei"
Antritt des Schlagwerks schnell, mit Nachdruck
Bläser akzentuiert und sehr charakteristisch
Bühnenaufbau optimal
Unglaublich klare Darstellung
Chor und Orchester harmonieren sehr gut, Einbindung beider und das
Verhältnis zueinander gelingt herausragend
Rhythmuswechsel erfolgt nahtlos und mit "gewolltem Bruch"
Leichtes Zerren einiger Bläser wunderbar zu vernehmen
Neben der fixen, festen Staffelung, Zuordnung in der Breite ist die Tiefenstaffelung auf einem sehr hohen Niveau
Es entsteht der wirkliche Eindruck eines geschlossenen Klangkörpers, der dabei aber keine seiner Facetten einbüsst - sehr selten und sehr gut
Rhythmisches Pulsieren genial präsent, obwohl es teils unterschwellig kommt
Einsatz der Band lässt dann das wirkliche Testen fast unmöglich werden - zu mitreißend
Stimme der Sängerin erscheint in einer Klarheit, die fast schon anrührend ist
Der Charakter der Stimme, dünn und hoch, wird perfekt dargestellt
- Teenage Love Graffiti, DD 2.0
Menu: sanfte wie detaillierte, differenzierte Wiedergabe der Gitarren, es
ist klar nachzuvollziehen, dass es mehr als eine ist. Die Feindynamik liegt sehr hoch.
Die Bühne ist auch hier wie festgenagelt
Track 1: Nid & Sancy "Music"
Klare Stimme, auch inkl. ihrer Schwächen wie Überschlagn und bewusstes Verzerren
Schlagwerk, Hi-Hat kommt nachdrücklich, klar, frisch, spritzig, aber noch nicht aggressiv
Keyboard-Flächen schweben wunderbar durch die Front - es sind keine Lautsprecher zu hören
Klang ist absolut gelöst und wirkt selbst In Strereo fast schon räumlich
Bass ist knochentrocken, im Kick- wie im Grundbereich
Übergang der Frequenzen nahtlos
Bass dennoch enorm Käfig und mit einer sensationellen Wucht, ohne aber aufgebläht zu sein
Tolle Struktur, schneller Antritt
Insgesamt ein enorm klare Vorstellung mit enormer Dynamik, weitem Raum, der stabil steht und die Front geschlossen erscheinen lässt, auch außerhalb des Sweet-Spot
Surround-Aufpolierer
Der SC-LX83 verfügt mit Neural THX, Dolby PLIIx, Dolby PLIIz sowie DTS
Neo:6 über vier verschiedene Surroundaufpolierer. Neural THX greift am
wenigsten ins Nutzsignal ein und spielt enorm räumlich, ohne aber den Fehler zu
begehen und den Raum künstlich aufzublasen. Effekthascherei wird hier klein
geschrieben, Authentizität sowie Dynamik hingegen groß. Fein- wie auch
Grobdynamik begeistern bei Neural THX. Im Vergleich greift PLIIx mehr ins Signal
ein, wenngleich im Vergleich zu anderen PLIIx Integrationen die Unterschiede bei
der Tonalität immer noch gering ausfallen. Im Vergleich zu Neural THX wird der
Bass im Kickbassbereich minimal üppiger, dafür nimmt die Präzision leicht ab.
In den höchsten Höhen blendet PLIIx sanft aus und füllt den Gesamtraum mit
mehr Volumen - etwas mehr "Effekthascherei" also, die aber gerade dem
Zuhörer, der es gern dicht und nachdrücklich hat, gefallen dürfte. PLIIz, das
mit 2 Front High Lautsprechern eine vertikal breitere Bühne produziert und sich
somit von den drei konventionellen Surroundaufpolierern unterscheidet, arbeitet
auch beim SC-LX83 erstaunlich subtil und greift nicht massiv ein. Eine leichte
Weitung der vorderen Klangbühne ist hier zu verfolgen, tonal gibt es kaum
störende Eingriffe. Neo:6 ist der schlechteste der hier aufgeführten
Aufpolierer, die Dynamik und die Detailtreue nehmen ab, der künstliche Raum
hinten wirkt etwas monaural und die Brillanz in den Höhen wird reduziert.
Gesamtnote
Klang in Relation zur Preisklasse: Hervorragend - perfekt.
Videosektion
Upconversion von Filmmaterial, 5761 YUV, auf 1080p HDMI, Star Wars EP. III
Schrift stabil, scharf
hintere Schriftebene ganz leichtes Zittern, leichtes Flimmern, allerdings auf ordentlichen Niveau
Schrift steht stabil, keine Ausbleichen der Farbe und keine Treppenstufen,
läuft flüssig
Schwenk auf Kreuzer: Kante des Kreuzers zittert ganz leicht, dauert ganz kurz bis zum Einrasten des
De-interlacers
Guter Kontrast
Kein hinzugefügtes Farbrauschen
Plastische Darstellung beim Abkippen zum Planeten hin
Wenig Details in Bewegung / Schwenks
Bildschärfe ist in Ordnung, aber nicht perfekt
Auch in Gesichtern schon mehr Details gesehen
Es kommt kein wirkliches HD-Feeling auf
Flugbewegungen: es kommt in schnellen zu leichten Treppenstufen und Kantenflimmern
Bildruhe ist in Ordnung
Farbdarstellung durch Wandlung unbeeinträchtigt
Schmiert in schnellen Bewegungen
Detailschärfe liegt auf durchschnittlichen Niveau
Bewegungsschärfe ist in Ordnung, mehr aber auch nicht
Durchzeichnung dunkler Bildbereich liegt auf sehr gutem Niveau
Farbdifferenzierung gefällt, besonders in den Explosionen
Upconversion von Filmmaterial, 5761 HDMI, auf 1080p HDMI, Star Wars EP. III
Schrift: Mehr Sterne, höherer Kontrast, klarer umrissen
Schrift weist Treppenstufen auf, leichtes Flimmern der Buchstaben in den hinteren Ebenen,
etwas zu hohe Sättigung des Gelbs der Schrift. In summa summarum gute Performance.
Schwenk auf Kreuzer/Es dauert lange, bis der De-interlacer einrastet
Kantenschärfe in Ordnung
Detaillierung des Kreuzers bei Überflug gut
Fighter recht sauber und stabil beim Vorbeiflug
Dunkle Bereiche gut durchzeichnet
Nach hinunter kippen der Fighter in die Raumschlacht wird Plastizität erst im ruhigen Bildstand gewährt,
leichte Bewegungsunschärfe - Skaler
Bildschärfe liegt leicht über YUV-Niveau, Detaillierung ebenso
Es reicht aber immer noch nicht zum echten HD-Feeling
Farben sind etwas kräftiger als bei YIV-Wandlung
Durchzeichnung der Farben liegt auf gutem Niveau
Bildstand etwas ruhiger, dann auch schöne Tiefe
Kontrast liegt über YUV-Niveau und gefällt Dynamisches Bild, knackig
In Summe deutlich besseres und harmonischeres Bild als per YUV
Quercheck mit 576p und 1080i:Weder De-Interlacer noch Skaler können klar für die Bildgüte verantwortlich gemacht werden. In beiden Betriebsmodi gibt es starke und schwache Momente. In Summe ist die Videosektion ordentlicher Durchschnitt, aber sicherlich nicht führend.
Upconversion von Videomaterial, 576i YUV, auf 1080p HDMI, AVEC Professional
Schrift: ordentlich, sehr gut sogar, selbst die schnellste kann man gut erkennen - die Doppelung ist lesbar. Komisch: Zwischen blauem und roten Hintergrund ist eine überstrahlende Doppelkontur zu sehen.
Pendel: mittelmäßig, unten schmiert es/zieht nach, Balken sind nicht sonderlich differenzierter, passabel aber nicht herausragend
Esslingen: Schwenk über Mauer stabil, Hausdächer weisen erstaunlich viele Ziegel auf, Zeilenflimmern hallt sich in Grenzen, Bildschärfe in Ordnung, generelles
Rauschniveau auf ordentlichen Level. Schärfe passt und Farben sind sehr gut, in keiner WEise übersättigt. Kontrast ist in Ordnung. Detaillierung ist gut: Es lässt sich festhalten, dass der Pio mit realen Bildern besser zurechtkommt im Videobetrieb als mit Testbildern
Upconversion von Videomaterial, 576i HDMI, auf 1080p HDMI, AVEC Professional
Schrift: selber Eindruck der Bearbeitung durch die Algorithmen, allerdings scheint die analoge YUV-Übertragung grundsätzlich leicht verrauscht und unschärferer als die digitale per HDMI.
Pendel: selbiges
Esslingen: Auch hier ist die Qualität der Berechnung die selbe wie bei analoger Zuspielung. Insgesamt wirkt das Bild per HDMI aber etwas knackiger und ruhiger, da weniger Rauschen und leicht höhere Schärfe/Detaillierung.
Gesamtnote Videosektion: Sehr gut.
Konkurrenzvergleich
Onkyo TX-NR5008: Der große Onkyo
tritt als direkter Preisklassenkonkurrent auf und begeistert mit seinem
geschmeidigen, schönen Spiel. Er offeriert nochmals mehr Sensibilität im
Detail und präsentiert den Hochtonbereich sowie den Übergang
Mittel-/Hochtonbereich besonders samtig und fein ausgeschmückt. Tonal ist
er minimal wärmer als der SC-LX83, der den TX-NR5008 in den Punkten
Pegelfestigkeit und Grobdynamik überflügeln kann. Die HDMI-Bestückung
fällt beim Onkyo üppiger aus, dafür kokettiert der SC-LX83 mit dem
besseren Einmesssystem. Der TX-NR5008 kann mit einer überragenden
Videosektion dienen, dafür weist der SC-LX83 noch überzeugendere
Multmediaeigenschaften (Stichwort: Steuerung über iPod Touch/iPhone)
auf.
Arcam AV-Receiver AVR500: Was Ausstattung
und Einmesssystem angeht, kann sich der solide Arcam nicht mit dem SC-LX83
messen, hier zieht der Pioneer davon. Was allerdings die strenge akustische
Neutralität anbetrifft, setzt sich der AVR500 mit perfekt austarierten
Frequenzbereichen glänzend in Szene. Dafür, dass der AVR500 deutlich
kostspieliger ist, bekommt der Kunde einen inneren Aufbau auf Bolidenniveau.
Die Videosektion des AVR500 ist nicht mehr up to date, dafür fasziniert
sein Stereoklang über alle Maßen und setzt Bestwerte.
Denon AVR-4810: Auch, wenn der
4810 aus der 2009er Kollektion stammt, ist der ausgezeichnet verarbeitete
AV-Receiver nach wie vor nicht zu verachten. Grobdynamisch und bezüglich
der Pegelfestigkeit muss sich das HDMI 1.3a Gerät dem HDMI 1.4 Pioneer
geschlagen geben, aber was Räumlichkeit, akustische Gesamtharmonie und
Loslösung des Sounds von den Boxen angeht, kann sich der Denon noch sehr
gut mit den Besten der 2010er Produktgeneration messen. Die Fernbedienung
weiß allerdings nicht in jeder Beziehung zu begeistern.
Fazit
Der Pioneer SC-LX83 beeindruckte uns auf der ganzen Linie. Schon optisch ist
er eine moderne, stattliche Erscheinung in bester Fertigungsqualität. Die
vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten könnten weniger erfahrene Anwender
anfänglich verwirren, sorgen aber beim Surround-Liebhaber für absolute
Begeisterung. Das Einmesssystem MCACC entpuppt sich auch im Test des SC-LX83 als
das beste seiner Art, ganz zu schweigen von den Tools zur Feinabstimmung und den
sechs Systemspeichern. Akustisch wagt der SC-LX83 bezogen auf die bisherige
Pioneer-Klangphilosophie einen Neuanfang, und dieser glückt vollauf: Eine
herausragende Grobdynamik wird nun mit einer ausgezeichneten Feindynamik
gekoppelt, die klangliche Auslegung ist hörbar mehr als früher der
Neutralität verpflichtet und der Bassbereich ist rundherum erstklassig. Das
lässt sich auch bezüglich der Pegelfestigkeit feststellen - hier
herrscht der Pioneer souverän über seine "Klassenkameraden" und
besticht durch untadlige Souveränität ohne störende Kompressionsartefakte
auch in höchsten Pegelregionen. Klanglich also ein Überflieger, der durch die
gute, aber nicht sensationelle Videosektion nur leicht ausgebremst wird. Denn
die reichhaltig bestückte, leicht bedienbare Multimedia-Sektion füllt das
Pioneer-Pluspunktekonto im Gegenzug gleich wieder deutlich an. Die kostenlose
App zur Steuerung für iPhone und iPod Touch ist ebenso zu nennen wie die gut
integrierte Internet Radio Funktion. Selbstverständlich funktioniert auch das
Streamen von Dateien von Servern und PCs aus dem Heimnetzwerk problemlos. Der
iPod oder das iPhone können ohne zusätzliches Dock direkt mit dem normalen
USB-Kabel angeschlossen werden. Der Sound Retriever poliert eingehende stark
komprimierte Signale gekonnt auf. Insgesamt gehört der SC-LX83 ohne Zweifel zu
den derzeit besten AV-Receivern auf dem gesamten Markt.
Extrem dynamisch, hervorragend auflösend und erstklassig
ausgestattet - der Pioneer SC-LX83 gehört ohne Zweifel zu den derzeit besten
AV-Receivern auf dem gesamten Markt
AV-Receiver Oberklasse
Test 10. November 2010