Für 2599 EUR bietet Panasonic das 3D-fähige 50-Zoll-Plasma TX-P50VT20 an.
Neueste Picture-Processing-Technologien und sorgfältige Entwicklung sollen ein
überragendes Bild bei nativer Zuspielung von 3D-Bildsignalen garantieren. Auf
eine eingebaute Wandlung von 2D- auf 3D-Signale verzichtet Panasonic bewusst -
der Fokus liegt auf einer optimalen Wiedergabe echten 3D-Contents. Im
Zusammenspiel mit dem DMP-BDT300
(Bericht folgt in Kürze) sollen so eindrucksvolle visuelle Erlebnisse möglich
sein. Panasonic aber sieht nicht nur einen 3D-Imageträger im VT20, sondern auch
das beste bislang produzierte 2D-Plasma. Um diesen Zielen gerecht zu werden,
installierte man den "High Contrast Filter Pro", der auch bei
Tageslichteinfall leuchtstarke Bilder garantiert. Neu entwickelt wurde auch der
HD-Multituner für DVB-S, DVB-T und DVB-C bietet vielseitige Empfangsmöglichkeiten und unterstützt sowohl HD+ als auch CI Plus.
Ein Video-EQ mit verschiedenen Bildfeldern gehört ebenso zur Ausstattung wie
zwei professionelle ISF-Betriebsarten. Mit Server-Streaming, USB-Anschluss und
SD Card Reader gibt der VT20 auch im multimedialen Bereich eine eindrucksvolle
Figur ab. Was Panasonics Premium-Plasma im Praxisbetrieb leistet, lesen Sie
hier.
Verarbeitung
Exakte Passungen, solider Standfuß
Ordentliche Spaltmaße
Panasonic verwendet die 3D-Technologie von RealD
Saubere Passungen
Anschlüsse auf der Rückseite
Vier ruhig laufende aktive Lüfter auf der Rückseite
Bestens bekannte Fernbedienung
Video zur Verarbeitung
Der TX-P50VT20 ist sauber verarbeitet, das Gehäuse punktet mit
hoher Oberflächenqualität und zeitlosem Design. Die Spaltmaße fallen gering
aus. Der Standfuß erscheint zwar klein, bietet aber trotzdem tadellosen Halt.
Die Anschlussterminals sitzen fest. Die mitgelieferte Fernbedienung ist für die
Preisklasse aus qualitativer Sicht als durchschnittlich zu bezeichnen. Die
mitgelieferten 3D-Brillen sitzen gut und bequem, die Verarbeitung ist sauber.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.
3D-Equipment in der Übersicht
2 Brillen, 1 Sender und versch. Adapter
Panasonic TY-EW3D10
Frontansicht
Beiliegend verschiedene Adapter zur persönlichen Anpassung
Anschlüsse
Hinten befinden sich Netzwerkbuchse sowie der Sat- und der
Kabel-Tuner-Anschluss. Ebenso gibt es 3 HDMI-Buchsen (1.4) plus einem
Komponenteneingang (analog, plus 2-Kanal Stereo-Analog-Eingang). Ein digitaler
und ein analoger Audioausgang und ein PC-Eingang (D-Sub) finden sich ebenfalls.
Seitlich sind 2 USB-Eingänge, ein SD-Cardreader sowie ein weiterer, vierter
HDMI-Eingang untergebracht. Ein FBAS-Eingang plus 2-Kanal Stereo-Analog sowie
ein 3,5 mm Kopfhörerausgang ergänzen die Bestückung. Nur ein
Vorverstärkerausgang für den Anschluss eines aktiven Subwoofers fehlt.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Konfiguration, Setup und Bedienung
Die bestens bekannten Panasonic-Menüs sorgen auch beim VT20 für ein
einfaches Handling. Bezüglich der 3 verbauten Tuner kann man über die
"TV" Taste auf der Fernbedienung den gewünschten Tuner einstellen,
das Setup für Sendersuchlauf etc. greift immer auf den gerade aktiven Tuner
zurück. Der automatische Suchlauf im DVB-S-Betrieb dauert, wählt man die
Option "ausführlich" anstatt "schnell", eine gute halbe
Stunde (etwas weniger als die vom VT20 angegebenen 40 Minuten), dafür werden
auch viele Sender gefunden, während bei Wahl der Option "schnell"
nach knapp 10 Minuten kaum brauchbare Sender entdeckt wurden. Der Video-EQ und
das Ton-Setup sind einfach verständlich und bieten eine nicht zu üppige
Parameterauswahl. Schnell ist der Panasonic auch ins Heimnetzwerk integriert
(kabelbasiert). Die ebenfalls bestens bekannte Fernbedienung liegt gut in der
Hand, die Reichweite und der Arbeitswinkel begeisterten bei unserem Testexemplar
aber nicht restlos. Gesamtnote: Ausgezeichnet - hervorragend.
Hauptmenü
DVB-S Autosetup
Tuningmenü DVB-S
Setup
Setup-Verbindungseinstellungen
Toneinstellung
Eingangswahlmenü
Multimedia-Funktionen
MediaPlayer
Streaming von JPEGs von einem Media Server
Musikwiedergabe vom USB-Stick
Tool-Leiste
Der VT20 weist eine Vielzahl an Multimedia-Funktionen auf, die
sich allesamt durch das praxisgerechte Handling auszeichnen. Als erstes
unterstützt natürlich auch dieses Plasma die "Viera Cast" Funktionen
mit direktem Zugriff bei bestehender Netzwerkverbindung auf verschiedene
Internetdienste. Abrufbar mit neuester Firmwareversion sind:
Dailymotion
Skype
tagesschau.de
YouTube
Q-Tom - dein persönliches Musikfernsehen
Eurosport
bild.de
Die Ladezeiten sind (bei DSL 6000, kabelbasiertes Netzwerk)
recht kurz. Nach 7 Sekunden war tagesschau.de komplett verfügbar. Die
Bildqualität der eingebundenen Videos (getestet: tagesschau.de, Eurosport) ist
wirklich gelungen. Die Wiedergabe ist praktisch ruckelfrei, es ist nur geringes
Flimmern festzustellen.
Des Weiteren ist es möglich, Daten von Home Servern, die sich
im Netzwerk befinden, zu streamen. Mit folgenden Formaten war dies möglich
(Auswahl):
Musikdateien im MP3-Format
DivX-AVI-Videodatei (SD), 43:45 Minuten lang, relativ langes
Buffern
MPEG1 Video
MPEG2-PS auch in HD
MP4-Videos
Bilder im jpeg-Format
Die Bedienung der Media Player Benutzeroberfläche gestaltet
sich sehr einfach. Die Ladezeiten sind generell bei längeren Videos (ab ca. 30
Minuten)
Auch kann der VT20 Dateien, die auf einem USB-Stick gespeichert
sind, wiedergeben. Die Fenster im Viera Tools Menü "Photo,
"Video" und "Music" sind dafür zuständig. Von USB gab der
Panasonic folgendes wieder (Auswahl):
DivX-AVI-Video (SD)
JPEG-Fotos
MP3-Audiodateien
Als weitere Medien-Abspielmöglichkeit ist ein SD Card-Einschub
vorhanden. Von SD Card werden Musik (MP3) und Bilddateien (jpeg) wiedergegeben.
Auch DivX-AVI-Videos werden erkannt und abgespielt.
3D- und Multimediafunktionen: Shortcut "Viera Tools"
auf der Fernbedienung
Fazit
Insgesamt weist der Panasonic TX-P50VT20 umfangreiche und praxisgerechte
Multimediafeatures auf. Home Server und PCs unter Windows7 Ultimate und unter
Twonky Media wurden sehr gut erkannt. Auch ein Server, der mit Windows Home
Server/Windows Media Connect ausgestattet ist, erkannte der VT20. Gesamtnote:
Hervorragend.
Modus: Dynamik, Normal, Kino, THX, Spiel, Foto (bei 3D fehlen THX und
Foto, dafür kommt der "TrueCinema" Modus hinzu. Aktiviert man die
ISF Einstellungen, kommen noch die beiden Modi "Professionell 1"
und "Professionell 2" hinzu). In den Modi können unterschiedlich
viele Parameter verändert werden, so kann man z.B. bei "TrueCinema"
den Farbton nicht verändern, er bleibt immer leicht erdig-warm, während im
"Kino" Bildprogramm der Anwender die Wahl hinsichtlich der
Farbtemperatur hat).
Aktiviert man im Submenü "Setup" die Einstellung "Erweitert
isfccc", offenbaren sich im Bildmenü unter dem Punkt "erweiterte
Einstellungen" weitere Parameter:
Weißabgleich R,G,B
Grauabgleich R,G,B
Gammakorrektur mit Werten von 1,8/2,0/2,2/2,4/2,6 plus S-Kurve
Insgesamt eine praxisgerechte, wenn auch nicht enorm üppige
Parameterauswahl.
3D-Wiedergabe bei Zuführung nativen 3D-Materials
Der Panasonic TX-P50VT20 verfügt über keine Umwandlungsmöglichkeiten von
2D- in 3D-Material. Konkurrenten von Sony
und Samsung beherrschen dies. Panasonic
begründet das Fehlen dieser Funktion damit, dass man den Kunden einen rundherum
überzeugenden qualitativen Einstieg in die 3D-Welt offerieren möchte - und die
Güte des 3D-Erlebnisses nimmt bei einer unzureichenden Wandlung von 2D in 3D
deutlich ab, so dass der Consumer von den Möglichkeiten, die eine
dreidimensionale Bildwiedergabe bietet, nur einen Bruchteil mitbekommt und unter
Umständen sehr enttäuscht sein könnte. Daher hat Panasonic bei der ersten
Generation die exzellente Wiedergabe nativ zugespielten 3D-Materials bei der
Entwicklung fokussiert, um ein bestmögliches 3D-Erlebnis zu realisieren.
Die einstellbaren 3D-Parameter sind entweder im "Viera Tools" Menü
per Shortcut aufzurufen oder aber im Grundmenü unter Setup --> 3D
Einstellungen zu finden. Verfügbar sind:
Intensität der dreidimensionalen Wirkung (Tiefenstaffelung,
Gesamtplastizität, Körperplastizität, empfundene Räumlichkeit):
Hervorragend - es entsteht der Eindruck, aus räumlicher Sicht mitten im
Geschehen zu sein. Auch Figuren und kleine Gegenstände erscheinen wie
greifbar und "fallen" nicht bei genauerem Hinsehen zusammen auf
zweidimensionales Format.
Gebotene Bildruhe (Fehler durch Flimmern oder Zittern bzw. Sync-Probleme
Sender - Shutterbrille, Variante der Shutterbrille): Exzellent - das
ruhigste und stabilste 3D-Bild, das wir bislang gesehen haben.
Bewegungsdarstellung (Flüssigkeit, Nachzieheffekte ja/nein,
Bewegungsunschärfen ja/nein, Bewegungsauflösung: Auflösungsverluste
ja/nein, 3D-Effekt innerhalb des Bewegungsablaufs, Differenzierungsfähigkeit
bei parallel ablaufenden Bewegungen in unterschiedlichen Bildebenen): Auch
hier verteilen wir Bestnoten. Die Bewegungsdarstellung ist in nahezu allen
Ebenen hervorragend. Minimale Nachzieher gibt es lediglich bei
Bewegungsabläufen in sehr weit hinten angeordneten Bildebenen.
Ghosting (Gleichzeitige Darstellung von linken und rechten Bild. Dies
bedeutet, dass die Information für das linke und das rechte Auge, welche
bei getrennter Anlieferung überhaupt erst den gewünschten 3D-Effekt sicher
stellen, sich überlappen. Visuell macht sich dies durch sogenannte
"Geisterbilder"/Ghosting bemerkbar): Vorbildlich - bei uns im
Testbetrieb kam es nur zu kaum wahrnehmbarem, selten auftretenden Ghosting.
Der normale Betrachter ohne Erfahrungen wird überhaupt kein Ghosting
ausmachen können.
Helligkeitsverluste durch die aktive Shutterbrille, welche mit merklichen
Verlusten der Kontrastdynamik in dunklen und hellen Bildbereichen verbunden
sein können: Das Bild wird durch die aktive Shutterbrille merklich dunkler.
Das Bildprogramm "normal" ist im 3D-Modus aufgrund des deutlichen
milchigen Schleiers und des üppigen Kontrastverlustes nicht zu verwenden.
Wir raten zu "Kino" oder "TrueCinema". Aufgrund der
Fähigkeit des VT20, feine Kontrastunterschiede exzellent herauszuarbeiten,
halten sich trotz der deutlich verringerten Bildhelligkeit die
Differenzierungsverluste in Grenzen.
Farbverfälschungen durch das Brillensystem. Farben werden im Vergleich
mit Konkurrenzsystemen nur sehr gering verfälscht - ein leicht
erdig-brauner Einschlag ist wahrnehmbar.
Übertragungsstabilität über HDMI 1.4: Perfekt - keine Aussetzer.
Reichweite des Senders zwecks stabilem Sync zwischen Shutterbrille und TV:
Absolut ausreichend.
Betrachtungswinkel des Panels: Herausragend.
Unempfindlichkeit gegen Bewegungen mit dem Kopf: Erstaunlicherweise ist
der VT20 beinahe immun gegen alle Arten von Kopfbewegungen, das
3D-Bilderlebnis bleibt in vollem Umfang erhalten.
Unempfindlichkeit gegen Restlichtquellen im Aufstellungsraum,
Tageslichttauglichkeit
Flimmern des Gesamtsystems: Sehr gering.
Tragekomfort der Brille: Hoch - auch längere Sessions lassen die Brille
nicht unbequem werden. Zudem liefert Panasonic verschiedene Aufsätze zum
individuellen Anpassen mit.
Eignung der Shutterbrille für Brillenträger: Problemlos kann die
Shutterbrille auch von Brillenträgern verwendet werden
Veränderung der grundsätzlichen Displayparameter im Vergleich zum
konventionellen 2D-Betrieb: Helligkeit nimmt ab, Kontrastdifferenzierung im
Dunkeln nimmt leicht ab, Farben bekommen einen stärker sichtbaren
erdig-braunen Einschlag. Zudem sollte man 3D-Material mit Eyewear bei gar
keinem bis geringem externen Lichteinfall konsumieren, da das Bild bei
deutlichem externen Lichteinfall zu dunkel wirkt.
3D-Vergleiche
Wir konnten bereits ein Vorserienmodell des Sony 46HX9
und ein Seriengerät des Samsung UE46C8790 im
3D-Betrieb betrachten - somit sind wir in der Lage, nun interessante Vergleiche
zu ziehen. Was die Wiedergabe von nativem 3D-Material angeht, ist der Panasonic
VT20 derzeit nicht zu schlagen. Bis ins kleinste Detail werden auch hintere
Ebenen modellliert, zudem taucht das gefürchtete Ghosting praktisch nicht auf.
Kaum noch zu erwähnen ist, dass beim Plasma auch der Blickwinkel nahezu perfekt
ist. Die Farbverfälschungen und der Kontrastverlust durch das aktive
Shutterbrillen-System fallen beim VT20 am geringsten aus. Klar - auch hier wird
das Bild dunkler und es kommt zu Kontrastverlusten, aber im Vergleich zur
Konkurrenz fallen diese gering aus. Auch ist der VT20 relativ unempfindlich
gegenüber Kopfbewegungen. Der Samsung UE46C8790
besticht mit einem für einen LCD sehr guten Blickwinkel und mit einem in den
vorderen Ebenen sehr scharfen Bild, die Farbverfälschungen und das Ghosting
fallen aber hier stärker auf. Der sehr gute Schwarzwert des Samsung kommt auch
im 3D-Betrieb ausgezeichnet zur Geltung. Der Sony 46HX9
agiert schon als Vorserienmodell gekonnt - so scharf und Ghosting-frei wie das
Bild des VT20 ist das Sony-Bild aber nicht, zudem wird das Bild durch die
Shutterbrille im Vergleich zum 2D-Betrieb deutlicher dunkler. Der
Betrachtungswinkel ist beim Sony 46HX9
nicht perfekt. Dafür ist die Körperplastizität beinahe so gut wie beim
Panasonic. Also ist der Panasonic VT20 der absolute 3D-Überflieger? Wenn es um
die Wiedergabe von nativem 3D-Material geht, kann man dies behaupten, aber eine
Wandlungsfunktion, mit deren Hilfe 2D- in 3D-Material konvertiert werden kann,
ist beim Panasonic nicht vorhanden. Wir verstehen absolut, dass Panasonic eine
exzellente Wiedergabe von nativem 3D Material bei der Entwicklung fokussiert hat
- denn wenn diese nicht überzeugt, dann wird der Anwender denken, die Technik
würde nicht beherrscht. Leider aber ist das Angebot an 3D-Software derzeit sehr
gering, und in diesem Jahr wird auch nicht viel Weltbewegendes auf den Markt
kommen. Der VT20-Besitzer kann sich damit trösten, dass er die vorhandenen
3D-Titel in überragender Qualität genießen kann, und damit, dass er den
praktisch besten derzeit erhältlichen Flachbildschirm für die 2D-Wiedergabe
sein eigen nennt. Wer auf eine sehr gute 2D in 3D Wandlung Wert legt, sollte
sich den Sony 46HX9 genauer ansehen - er
schafft bei der Wandlung von 2D in 3D erstaunliche Ergebnisse: Das Bild ruckelt
kaum, die Gesamt- und die Körperplastizität sind tadellos, und zudem werden
die verschiedenen Ebenen gut auseinander differenziert. Auch der Samsung UE46C8790
macht ein prima Bild - scharf und mit guter Tiefenwirkung. Mit der 2D auf 3D
Wandlung werden nicht nur Liebhaber von Film- und TV-Sendungen angesprochen -
auch Gamer können ihre konventionellen 2D Games in 3D konvertieren lassen und
sich über ein plastisches, gut durchmodelliertes Bild freuen.
Blu-Ray 2D, Fluch der Karibik 1
Als das große Galionsschiff zu Filmbeginn aus dem unheimlichen, dichten
Nebel auftaucht, zeigt der VT20, was an Bildgüte derzeit möglich ist. Viele
Flachbildschirme stellen scharf und detailreich dar - das allein würde kein
Alleinstellungsmerkmal darstellen. Aber mit einem so Kino-gemäßen
Bildeindruck, einer solchen Natürlichkeit auch bei der Einarbeitung kleinster
Details und so feinfühliger Kontrastdynamik kann kaum ein anderes
Bildwiedergabegerät, ganz gleich welcher Größe und Preisklasse, mithalten.
Die Galionsfigur wird in praktisch allen Details gezeigt, das Gold wirkt
realistisch und nicht zu matt oder zu glänzend. Die Kontrastverhältnisse
innerhalb des Segels sind so sensibel, dass praktisch jede Falte und jede
Gebrauchsspur sichtbar wird. Schon von Weitem ist die kleine Elisabeth an der
Reling präzise auszumachen. Als das Schiff näher kommt, sieht der erfahrene
Anwender, wie sauber der Panasonic auch die verschiedenen Taue zur Geltung
bringt, hier kommt es nicht zu Artefaktebildungen. Die Schrift in der
Galionsfigur ist genau zu erkennen. Die unterschiedlichen Holzöberflächen
(glänzend - Reling, matter - Schiffsrumpf) werden optimal zur Geltung gebracht.
Im 2. Kapitel nimmt Piratenkapitän Jack Sparrow Kurs auf Port Royal. Hier
begeistern das satte Blau des Himmels und die Darstellung des schrottreifen
Bootes - die vielen "Kampfspuren" am Bootsrumpf und das eindringende
Wasser werden differenziert und plastisch gezeigt. Als das Gesicht des Piraten
im Großformat erscheint, zeigt sich die superbe Kontrastdynamik bei der
Wiedergabe von Schurrbart und Rastazöpfen sowie an den Gebrauchsspuren des
Hutes. Als Sparrow die Skelette der zur Warnung aufgehangenen Piraten passiert,
modelliert der VT20 ein eindrucksvolles Panorama heraus, die Felsstrukturen
hinter den Knochen sind präzise sichtbar, die Hell-/Dunkel-Differenzen sind
fein nivelliert. Als Jack dann letztendlich doch noch in Port Royal einläuft,
ist das links in der Hafeneinfahrt befindliche Segelschiff, auf dem reges
Treiben herrscht, in nahezu allen Einzelheiten zu erkennen. Der TX-P50VT20
strukturiert das Geschehen detailreich bis ins Hinterland durch, ohne dass sich
Unschärfen oder Artefakte ins Bild mischen. Kurz darauf beweist der VT20 dann,
dass er sich von praktisch allen Konkurrenten zu distanzieren weiß: Bei der
Kamerafahrt über die Festungsanlage zeigt er, was wirkliche Bildruhe und echte
Stabilität bedeuten. Der Wachsoldat auf dem Turm wird zitterfrei und ohne
Bewegungsartefakte wiedergegeben, auch das Gemäuer scheint stabil und scharf.
So gut haben wir diese Sequenz bislang noch nicht gesehen.
Blu-ray 2D, Casino Royale
Selten so stabil haben wir die Kamerafahrt über der Kampfarena gesehen. Im nativen 24p¬-Modus bleiben jegliche geschwungenen Linien der Schatten spendenden Tücher stabil und sauber und zeigen keinerlei Anzeichen von Zittern. Die guten Ergebnisse werden auch bei einer hohen Anzahl an bewegungsschnellen Objektkanten erzielt, keinerlei Nachzieher können wir bei der hohen Anzahl an flinken Handbewegungen erkennen. Gleichzeitig empfinden wir die gebotene Tiefe und Plastizität als herausragend, sowohl in der Panorama-Einstellung von oben als auch in der Nahaufnahme der kämpfenden Tiere: Die kontrastreiche Darstellung der äußeren Bildbereiche ermöglicht ein dynamisches und lebendiges Bild mit herausragender Objektplastizität. Die exzellente plastische Wirkung wird durch das hohe Detailvermögen und die Schärfe, tadellos erkennbar an Schlange und Frettchen, natürlich noch verstärkt. Das alles schafft der VT20 bei hoch authentischen Farben und echtem Filmgefühl. Der verkohlte Holzbalken stellt fast nur noch das Sahnehäubchen dar: In Perfektion stellt er die minimalen Schwarz-/Grau Differenzierungen der Holzstruktur detailliert dar und verschluckt keine Nuancen. Die folgende Jagd durch den Dschungel birgt keine negativen Aspekte, nach Erklimmen der Rohbaustelle kulminiert die Hatz im Kampf auf dem Kranausleger und beendet das zweite Kapitel mit einem weiten und gestaffelten Ausblick auf den Ozean.
Gaming Gran Turismo V Prologue & Heavy Rain 720p60
Im Gaming-Modus erzielt der Panasonic VT20 weitere positive Rezensionen. Hoch dynamisch glänzen die Farben im
Spiele-Modus, aber auch für längere Zockrunden ist die Einstellung empfehlenswert: Da der Kontrast nicht zu extrem angezogen wird, sind die Augen auch nach einer etwas länger dauernden Zockrunde nicht überanstrengt. Gerade bei Heavy Rain dient auch die nicht zu brillierende Farbeinstellung für ein authentisches Spielerlebnis. Nicht nur die Darstellung gefällt uns am VT20, auch die Geschwindigkeit des Panels können wir mit einer guten Beurteilung versehen, während wir im Hochgeschwindigkeitsrausch über die GTV strecken rasen werden unsere Befehle sofort und ohne Verzögerung umgesetzt. Wir halten das Plasma-Gerät für komplett
spieletauglich, jegliche altbekannten Vorurteile können wir nicht bestätigen. Der tadellose Blickwinkel dient als weiterer Pluspunkt.
DVD
Upconversion, AVEC Professional Test DVD, Video-Material 576i -> 1080p
Laufende Schriften vor dreifarbigen Hintergrund: Exzellent - stabil und
sicher werden die Schriften in allen Geschwindigkeiten wiedergegeben. Es
kommt nur zu sehr geringen Nachzieheffekten. Hervorragende Weiß-Wiedergabe,
sattes Rot, reines Blau.
Pendel in verschiedenen Geschwindigkeiten: Auch hier erzielt der VT20 eine
erstklassige Leistung, in dem er das Pendel in den verschiedenen
Geschwindigkeiten stets scharf und ruckelfrei abbildet. Die Linie steht
fest, nur ab und zu zittert sie ganz leicht. Das Innere des Pendels ist
sauber differenziert.
Stadtbild Esslingen: Natürliche Farben, exakt passende Sättigung
des Grüns der Bäume und Rasenflächen, gute Detaillierung und fester
Bildstand sind hier zu beobachten. Die Kamerafahrten werden ruhig und ohne
störende Unruhe absolviert
Upconversion Star Wars, Film-Material 576i -> 1080p:
Enorm ruhig und praktisch ruckelfrei gleitet die gelbe Schrift durchs All.
Begeisternd ist der tiefe, satte Schwarzwert. Das Gelb wird authentisch
wiedergegeben. Die Schrift bleicht nur in Richtung der Ränder minimal aus. Bei
Teilen der Schrift, die nach hinten wegrollen, kommt es zu leichter
Wellenbildung. Plastisch und mit fließender Bewegungswiedergabe tritt kurz
darauf der Sternzerstörer in Erscheinung´. Selbst an der Kommandobrücke und
an den Buglinien zittert das Bild nicht. Die Schärfe ist natürlich - hier gibt
es manchen Kontrahenten, der noch eine Idee mehr Schärfe herausholt, dafür
aber wird nicht die unerschütterliche Stabilität des VT20 erreicht. Als die
beiden Raumjäger von hinten ins Bild fliegen, werden die beiden
Bewegungsabläufe - die schnellen Jäger und der sich langsamer bewegende
Zerstörer - ausgezeichnet auseinander differenziert. Der Triebwerksstrahl des
Zerstörers verschmiert nicht, und während die Jäger schnell nah der
Oberfläche des Zerstörers vorbeifliegen, kommt es zu keinen Nachziehern. Als
dann die beiden kleinen Raumschiffe nach unten in die Schlacht abknicken,
schafft der Panasonic ein schönes Panorama mit exzellenter Tiefenwirkung bis
hinunter auf die Planetenoberfläche. In der folgenden Schlachtszene überzeugen
die stabilen Bewegungsabläufe und die hohe Tiefenwirkung des Bildes. Exakt
trifft der VT20 die Hauttöne im Gesicht von Anakin Skywalker. Der Scaler
erzeugt zudem kaum Rauschen, dadurch erscheint das Bild sauber und bringt einen
"Quasi HD Look" mit.
Insgesamt bietet der TX-P50VT20 eine überragende Upconversion, in dieser
Güte schaffen unsere Testbeispiele viele, auch hochwertige, AV-Receiver,
BD-Player und konkurrierende Flachbildschirme nicht.
Digitaler HD-Satellitentuner
Hervorragendes Bild des HD Sat Tuners
Der eingebaute HD-Sat-Tuner begeistert durch sein gestochen scharfes und
rauscharmes Bild. Langsame Kamerafahrten werden sorgfältig verarbeitet, es
kommt zu keinen Nachzieheffekten. Nur sehr selten sind leichte
Digitalisierungsartefakte (z.B. erscheint die Wange einer Person wie
"gepudert") erkennbar - aber das ist Kritik auf höchstem Niveau.
Insgesamt ist es erstaunlich, dass sich Panasonic immer weiter steigern kann
hinsichtlich der Güte des eingebauten HD-Sat-Tuners - diesmal konnten die
Plastizität und die Feindarstellung sogar im Vergleich zum TX-P42GW20
nochmals leicht gesteigert werden. Selbst, wenn z.B. ein Teilnehmer in einer
Talkshow ein gestreiftes Hemd trägt, ist jeder einzelne Streifen ohne
störendes "Ausbluten" genau sichtbar. Das ungewollte Ineinander
Übergehen von Farben konnten wir nicht beobachten. Die Farben wirken sehr
wirklichkeitsnah, zudem schafft es der VT20, verschiedene Bildebenen
hervorragend zu differenzieren.
Gesamtnote Bild in Relation zur Preisklasse: Hervorragend - perfekt.
Klang
Nutzen wir "V-Audio ProSurround", ist der Klang für einen
Flachbildschirm erstaunlich gut. Hier hat Panasonic eine deutliche Steigerung
gegenüber den 2009er Modellen geschafft. Anflüge von Räumlichkeit sind gut
herauszuhören, Stimmen ertönen klar und verständlich, zudem ist die
Pegelfestigkeit völlig ausreichend. Der Klang ist mittlerweile erstaunlich
lebendig. Leider fehlt ein Vorverstärkerausgang zum direkten Anschluss
eines aktiven Subwoofers. Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse und
Gerätekategorie: Sehr gut - auzsgezeichnet.
Konkurrenzvergleich
Panasonic TX-P42GW20: Für 1599
EUR (UVP) gibt es den GW20 auch im 50 Zoll-Format. Wer auf die 3D-Funktion
verzichten kann und aufs Geld achtet, erhält ein Top-Plasma für einen sehr
fairen Betrag. Der VT20 allerdings legt nicht nur seine 3D-Funktionalität
in die Waagschale, sondern zieht auch bei der 2D-Wiedergabe sichtbar am GW20
vorbei: Noch mehr Kontrastdynamik in dunklen Bildbereichen, eine höhere
Bildschärfe und noch mehr Plastizität schon im 2D-Betrieb beweisen, dass
der VT20 aktuell das Plasma mit dem besten Bild ist. Die Upconversion von
576i Signalen ist noch etwas detailgetreuer und schärfer, zudem fällt das
Scalingerungsrauschen noch eine Idee geringer aus. Auch das Plasma-typische
leichte Flimmern fällt beim VT20 noch geringer aus - so gering, dass selbst
Plasma-Gegner schwach werden können.
Toshiba 55SV685D: Ein sehr gutes
Angebot ist nach wie vor der große SV685D, der Filmmaterial, ganz gleich ob
von BD oder DVD, überragend darstellt. Es gibt kaum einen anderen LCD auf
dem gesamten Markt, der eine so flüssige Bewegungsdarstellung realisiert.
Auch der Schwarzwert ist ausgezeichnet. Die 200 Hz Funktion ist die beste,
die wir derzeit bei LCDs finden können. Der Vergleich mit dem VT20 zeigt
aber, dass es immer noch besser geht - das Bild des Panasonic ist noch
echter, dynamischer, facettenreicher. Auch wenn der 55SV685 sogar
Plasma-Fans bekehren könnte, der modernere VT20 rückt die Verhältnisse
wieder grade und setzt sich an die Spitze. Großbildverrückte WM-Fans aber
können sich auch prima den Toshiba kaufen - denn für Marktpreise um die
2200 EUR gibt es nochmals 5 Zoll mehr Diagonale.
Panasonic TX-P46Z1E:
Panasonics Spitzenserie mit Aludesign und Wireless HD wird auch 2010
weitergebaut - zu weitaus günstigeren Konditionen. Für einen Marktpreis
von rund 3500 EUR bekommt man das kleinere 46 Zoll Modell (alternativ ist
der TX-P54Z1E in 54 Zoll
erhältlich). Die exklusive Optik und die drahtlose Signalübertragung sind
besondere Merkmale des Z1, der immer noch visuell zum Besten gehört, was
gebaut wird. Das Bild des VT20 - obwohl deutlich preiswerter - wirkt aber
noch plastischer und im Detail kontrastreicher. Das zeigt, dass die Technik
nicht stehen bleibt - Panasonic treibt die Verbesserung der Bildgüte
unermüdlich voran.
Sony 46EX4: Der Sony kommt mit großer
Diagonale zum Kampfpreis - der Markt ruft nur noch rund 820 EUR (!) für den
tadellosen Sony auf. Hier sollten WM-Fans, die noch "in die Röhre
gucken", zuschlagen. Der VT20 ist allerdings in allen Belangen deutlich
besser, gerade was Schwarzwert und Bildtiefe angeht. Aber von der
Preisdifferenz zwischen beiden TVs kann man gleich noch einen Kurzurlaub in
Südafrika buchen - und auch, wenn die WM-Tickets vergriffen sind, kann man
wenigstens die Natur genießen und mit den Elefanten um die Wette tröten.
Fazit
Panasonic bietet mit dem TX-P50VT20 für 2599 EUR ein faszinierendes Produkt
an, das den aktuellen Stand bezüglich möglicher Bildqualität in vielen
Faktoren auf einen neuen Level hebt. Das optisch schicke und gut verarbeitete 50
Zoll-Plasma versteht sich dabei keinesfalls als eine nur auf die lupenreine
3D-Wiedergabe getrimmte Hightech-Maschine, sondern als allumfassender Bild- und
Medienkönner. Er ist das bezüglich der nach wie vor grundsätzlich wichtigen
2D-Bildwiedergabe beste Plasma, das Panasonic bislang auf den Markt gebracht
hat. Bildstabilität, Kontrastdynamik, Schwarzwert und Plastizität sind als
vorbildlich zu bezeichnen. Herausragend schlägt sich der VT20, wenn natives 3D
Material in Full-HD-Auflösung zugespielt wird. Körper- und Gesamtplastizität
sind auf hohem Level, es kommt kaum zu Ghosting. Die Farbverfälschung durch die
aktive Shutterbrille ist zwar spürbar, aber geringer als bei der Konkurrenz.
Zudem ist Panasonics 3D-Technik weitgehend unempfindlich gegen Kopfbewegungen
während des Filmgenusses. Der Video-EQ weist zwar nicht übertrieben viele
Einstelloptionen auf, die enthaltenen sind aber einfach zu bedienen und
sinnvoll. Zudem sind die Werksbildfelder schon so gut, dass kaum noch jemand
manuell optimieren möchte. Wer ein 576i Signal einspeist, darf sich auf eine
exzellente Upconversion freuen. Dabei ist es ganz gleich, ob das Material im
Film- oder Video-Format vorliegt. Immer begeistern Scalingqualität und das
saubere De-Interlacing für flüssige Bewegungsdarstellung. Auch als
Multimedia-Meister hat sich der TX-P50VT20 von seiner besten Seite gezeigt:
Keine Fehlermeldungen, viele mögliche Wege zur Medienwiedergabe (Streaming vom
Server, USB-Stick, SD-Card) sowie eine ordentliche Formatvielfalt sprechen für
den Flachbildschirm. Die Bedienung ist trotz des Funktionsumfangs recht einfach.
Somit können auch weniger versierte Anwender schon nach kurzer Zeit das volle
Potential des TX-PVT20 nutzen. Insgesamt ist der VT20 ein Bildwiedergabegerät
mit bestechenden Eigenschaften - nur das Fehlen einer Wandlung von
2D-Bildsignalen in 3D verhindert das "Masterpiece" für den
Ausnahme-Flachbildschirm
Der Panasonic TX-P50VT20 brilliert im 3D- und im 2D-Betrieb
gleichermaßen - so gut kann man 2599 EUR derzeit nirgendwo anlegen
Flachbildschirme Plasma Oberklasse
Test 08. Juni 2010
+ Erstklassige Darstellung von nativem 3D-Material
+ Bestmögliche 2D-Darstellung mit enormer Plastizität und Detaillierung
+ Hervorragende Upconversion von 576i Material
+ Sinnvolle Einstelloptionen und große Auswahl an Bildfeldern
+ Lange Lebensdauer des Panels (laut Werk 100.000 Stunden)
+ Ausgezeichnete Multimedia-Fähigkeiten
+ Gute Klangqualität
+ Schicke Optik
- Keine 2D in 3D Signalwandlung
Text: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Datum: 08. Juni 2010