TEST: Panasonic SC-BT330 -  5.1 Heimkinosystem mit hohem audiovisuellem Potential und schneller Betriebsbereitschaft

17.05.2010 (phk/cr)

Einführung

Das Panasonic SC-BT330 Komplettsystem ist eine All-In-One Kombination mit 2 schlanken Lautsprechersäulen für die Front, zwei Satelliten-Lautsprechern für die Surroundwiedergabe, einem kompakten Center und einem Kelton-Subwoofer. Dem Anspruch, exzellente audiovisuelle Qualitäten mit einer großzügigen Ausstattung von Multimedia-Features zu verbinden soll die SC-BT330 Anlage gerecht werden. Mit einer Gesamtleistung von 1.000 Watt wird ausreichend Gesamtleistung für die dedizierten Lautsprecher und damit eine qualitative Beschallung des etwas beengten Wohnzimmers sichergestellt. Neben den traditionellen Wiedergabemöglichkeiten wie BD/DVD und CD verfügt das Panasonic System auch über VieraCast, kann via Netzwerk auf Mediendateien zugreifen und mittels den beiden USB-Anschlüssen plus dem SD-Kartenslot diverse Dateiformate wiedergeben, iPod- und iPhone Kompatibilität komplettieren die Multimedia-Anwendungen. Das Panasonic SC-BT330 Komplettsystem ist für fair erscheinende 599 Euro im Handel verfügbar.

Verarbeitung

Teil der Bedienelemente Front

Power-Button + Klappe

Seitliche Lufteinlässe

Anschlüsse Rückseite

Finish Front-Lautsprecher

Rear-Satellit

LS-Klemmanschlüsse der Rear-Speaker

Gute Verarbeitung innen

Netzteil

Überblick Innenleben

 

Die Verarbeitung des Panasonic Komplettsystems ist sauber, ohne störende Grate oder übermäßige Spalte erscheinen beim BD-Player auf den ersten Blick keine größeren Mängel, einzig die etwas sehr gering dimensionierten Gumminoppen als Füße sind etwas sehr klein. Auch Satelliten und Subwoofer sind von sauberer Verarbeitung. Das gesamte Niveau entspricht in etwa der gebotenen Qualität des Panasonic Blu-ray 2.1-Komplettsystem SA-BTX70. Natürlich sind Systemkabel keine erstklassige Darbietung, aber bei Komplettsystemen üblich und gerade in der Preislage nicht zu bemängeln. Eher positiv sind da noch die gewählten Klemmanschlüsse der Satelliten zu sehen, die bei anderen Herstellern komplett integriert sind.  Das Innenleben ist sauber aufgebaut und erntet so auch kaum Kritik. Die Fernbedienung kennen wir ebenfalls schon aus dem SA-BTX70 und bis auf die fehlende Beleuchtung haben wir auch hier nichts auszusetzen. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Anschlüsse

 

  • HDMI
  • FBAS
  • Optical in (2x)
  • Cinch Audio in
  • FM
  • LAN
  • USB
  • Anschluss für WLAN-Adapter
  • SD-Kartenslot
  • iPod-Dock

Eine saubere Anschluss-Sektion mit integriertem iPod-Dock. Zusätzlich zum kabelgebundenen Ethernet-Slot kann für noch flexiblere Netzwerkeinbindung auf der Rückseite ein WLAN-Adapter angebracht werden. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezichnet - hervorragend. 

Menü, Konfiguration und Setup

Überblick über die Menüs

 

Die kleine Komplettlösung ist sogar mit einem Lautsprechereinmesssystem ausgestattet, das schon nach sehr kurzer Zeit seine Messungen beendet hat. Die Ergebnisse sind recht ordentlich, es wird eine insgesamt gute klangliche Homogenität abgeliefert. Die Menüs sind bestens von Panasonic bekannt. Manchmal dauert das Umschalten zwischen verschiedenen Menüebenen relativ lange. Nachdem man "Start" auf der Fernbedienung gedrückt hat, kommt man ins Grundmenü. Hier kann man dann direkt Netzwerkfunktionen aktivieren und die Eingangswahl durchführen. Bei eingelegter BD oder DVD gibt es weitere Wiedergabeoptionen. Unter "Sound" kann man zwischen vier EQ-Modi wählen (Flach/Klangvoll/Hell/Weich). Das eigentliche Setup findet sich unter dem Menüpunkt "weitere Optionen". Das Setup ist in folgende Ober-Menüpunkte unterteilt:

  • Disc (DVD Video Sicherungsstufe, Altersgrenze für BD-Video, Audiospurwahl, Untertitel-Sprachauswahl, Sprachauswahl, BD Live Internetzugang)
  • Video (Standbild-Modus, Nahtlose Wiedergabe, NTSC-Ausgabe)
  • Audio (Dynamikbereich-Kompression, Digital Audio Ausgang (hier können im dazugehörigen Untermenü eingestellt werden: Bitstream und PCM Ausgabe für alle Tonformate, Dolby, DTS, MPEG sowie BD-Video Zweitton), Digitaler Audioeingang, Downmix, 7.1 Kanal-Audio-Umformatierung, hohe Klangklarheit, Audioverzögerung, Lautsprechereinstellungen mit Time Alignment-Einstellungen leider in ms, zudem findet sich ein Testtongenerator)
  • Display (Bildschirm-Einblendungen, Bildschirmsprache, Bereitschaftsfunktion, Helligkeit des Anzeigefeldes)
  • TV-Geräteanschluss (TV-Bildformat, HDMI-Anschluss (Submenü: HDMI-Videoformat von 576p bis 1080p/kein 576i möglich, 24p Ausgang, HDMI-Farbmodus, HDMI-Audioausgabe, VIERA Link, Deep Colour-Ausgabe, Markierung für Inhaltstyp, Auto Aus), TV Audioeungang, TV System)
  • Netzwerk (Grundeinstellungen für das Netzwerk + Netzwerkeinstellungen, mit allen relevanten Einstellparametern plus Netzwerktest)
  • Sonstige: Fernbedienung, Schnellstart, Smart-Setup für schnelles korrektes Einstellen der LS, Standardeinstellungen, DivX-Aufzeichnung, Systeminformation, Aktualisierung der Firmware)

Drückt man während der Wiedergabe eines Mediums unten auf der Fernbedienung auf "Display", finden sich verschiedene interessante Optionen. 

  • Disc (Signaltyp, Untertitel, Untertitelstil, Haupt, Blickwinkel)
  • Play (Wiedergabe wiederholen, Wiedergabeinfofenster)
  • Video (4 Bildfelder Normal/Fine/Cinema/Soft, normal passt am besten für die meisten Einsatzzwecke. Soft lässt Details etwas verschwimmen, das Bild wirkt harmonisch, aber partiell zu weich. Fine hebt Detail- und Gesamtbildschärfe an, nimmt dem Bild aber minimal Harmonie. Cinema ist ein gutes, augenfreundliches Bildfeld mit zurückhaltender Bildhelligkeit und natürlicher Schärfe. Des Weiteren findet sich eine Schaltung zur Erhöhung der Detailschärfe in 3 Stufen. Drei Progressive-Modi (Film, Video, Auto) sorgen für Anpassungsmöglichkeiten)
  • Audio: Hier gibt es drei vorprogrammierte Remaster-Einstellungen, je nach Musiktyp und persönlichem Geschmack kann man seinen Favoriten küren. Des Weiteren ist eine Dialog-Anhebung schaltbar. 

Drückt man während der Wiedergabe die "Option"-Taste auf der Fernbedienung, sind zu folgenden Funktionen Shortcuts verfügbar:

  • Bedienfeld
  • Bildformat
  • Hauptmenü
  • Pop-Up-Menü

Übersichtliche Fernbedienung

Insgesamt bietet die SC-BT300 einen ordentlichen Funktionsumfang und eine recht einfache Bedienung. Zu verbessern wäre aber das Ansprechverhalten auf gegebene Befehle, hier vergeht manchmal etwas viel Zeit. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Einlesezeiten & Betriebsgeräusch

• Blu-ray Fluch der Karibik: 32 Sekunden bis zum ersten Menü
• Blu-ray Casino Royale: 26 Sekunden bis zum Sony-Logo 
• Blu-ray "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels": 32 Sekunden bis zum Menü
• DVD Star Wars Episode III: 20 Sekunden bis zur "Warning" Angabe, das geht in Ordnung.
• DVD Sahara: 19 Sekunden bis zum ersten Bild.

Booten / Startvorgang: Keine zwei Sekunden, wirklich extrem schnell betriebsbereit.

Top Gun DVD, Layerwechsel Kapitel 18 auf 19: Nicht mehr akzeptabel, Bild bleibt >1s stehen.

Bezüglich der Einlesezeiten stellt der Multiformat-Player des SC-BT330 keine neuen Rekorde auf, minimal flotter als seine früheren Kollegen ist er aber dennoch. Stark zugelegt hat Panasonic bezüglich des Startvorgangs, schon nach etwa einer Sekunde ist das Gerät betriebsbereit. Der Lüfter auf der Rückseite war in den gesamten Testreihen kaum zu bemerken - sehr positiv. Gesamtnote: Sehr gut. 

Multimedia

Der Zugriff auf Features des Multimedia-Bereichs erfolgt über das Hauptmenü, FB-Taste "Start". Ist keine SD-Karte bzw. USB-Stick eingelegt fällt die Auswahl auf Internetanwendungen oder DLNA-Streaming.

VIERA Cast

 

Die von verschiedenen Panasonic-Geräten bekannten Internetanwendungen sind auch im SC-BT330 integriert, per Shortcut kann man direkt von der Fernbedienung aus auf die Services zugreifen. Bild.de, Youtube, Picasa, Bloomberg und verschiedene andere Anwendungen können über den Vieracast-Schirm geöffnet werden. Auch Tagesschau-News mit Video-Inhalt und Angebote von Bild können wahrgenommen werden. Das Laden von Videos nimmt etwas Zeit in Anspruch. Weitere Applikationen sollen folgen.

DLNA

Wählt man die Heimnetzwerk-DLNA Funktion aus, wird das eigene Netzwerk automatisch auf vorhandene DLNA-Server untersucht und bei Erfolg die kompatiblen Geräte angezeigt. Nach Auswahl des gewünschten Geräts muss nicht wie bei vielen anderen Produkten nach Musik/Videos und Fotos unterschieden werden, sondern die gängigen Formate werden ohne Unterteilung in separate Bereiche einfach abgespielt. Die Format-Auswahl fällt bei unserer ersten Testreihe eher gewöhnlich aus: Bilder in hoher Auflösung aber nur im JPEG-Format, MP3-Dateien und MPEG1/2-Videos werden problemlos abgespielt. Bei WMV und DiVX hingegen hatten wir kein Glück, ebenso wenig bei Bitmap- oder PNG-Bilddateien. Die Navigation hin zum und auf dem Server verläuft dagegen sehr schnell und ohne Verzögerungen. Der DLNA-Client des SC-BT330 erkannte problemlos Twonky- und Windows-Media Player basierte Server.

USB & SD-Karte

Von einem USB-Speichermedium können Foto- und Musikdateien abgespielt werden. Hier muss wie so oft beachtet werden, dass der USB-Stick im FAT32-Format vorliegt, NTFS wird nicht unterstützt. Das Einlesen des Sticks geht verhältnismäßig schnell und die JPEG-Bilder werden problemlos wiedergegeben. Ebenso erfolgt die Musikwiedergabe ohne auftretende Probleme.

Eine SD-Karte dient lediglich der Fotowiedergabe. 

iPod/iPhone

Nach Anschluss eines 16 GB iPhone 3GS werden die darauf befindlichen Mediendateien sofort erkannt und können über das Panasonic Menü angewählt werden. Sowohl Foto-als auch Videowiedergabe verlief problemlos. Die Unterteilung erfolgt in Wiedergabelisten bzw. diverse Formate (Podcasts).

Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend

Test-Equipment
Bild

Blu-ray

Casino Royale, Kapitel 2, 1080p24

In der ersten Szene des Bond-Abenteuers von 2006 arbeitet der Panasonic BD-Player absolut 24p-stabil und hoher Plastizität, die Schatten spendenden Sonnensegel zwischen den etwas heruntergekommenen Wellblechhütten werden im Außenbereich sehr plastisch dargestellt und fein durchzeichnet. Die hohe Anzahl der unruhigen Arm- und Handbewegungen der tosenden Menge werden geschmeidig und stabil aufs Display übertragen. Die Kontraststärke und Dynamik zeigt sich sehr gut an dem verkohlten Holzbalken, an dem 007 lehnt. Leichte Abzüge müssen wir bezüglich des Schwarzwerts machen, auch Details verlieren in dunklen Bereichen ein wenig Struktur. Als der Schurke die Observation durch einen Anfängerfehlers von Bonds Gehilfen bemerkt beginnt die Verfolgungsjagd durch den Dschungel: ruhig und stabil wirkt das Bild bei den schnellen Verfolgungsmanövern, eine satte Gründarstellung der Dschungelpflanzen zeigt eine gekonnte Farbdarstellung, die sich im exzellenten Rostrot des Rohbau-Gerüsts fortsetzt. Angekommen auf den Kranauslegern zeigt sich ein gut tiefengestaffeltes Bild, einziges Manko erkennen wir hier kurz bei einem horizontalen Schwenk: Die diagonalen Linien des Krans bleiben hier nicht ganz ruhig.

Indiana Jones and The Kingdom of Crystal Skull, 1080p24

Der gute Ersteindruck setzt sich im ersten Kapitel gleich zu Beginn des Filmes fort. Die gestaffelte Hügellandschaft, durch die sich das Straßengefährt der jungen Pärchen kämpfen muss wird mit einer ausgezeichneten Tiefenwirkung gezeichnet. Stabil und ruhig zeigt sich die Fahrweise der verschiedenen Zivil- und Militärgefährte auch bei verschiedener Geschwindigkeit, selbst das Ausweichmanöver gelingt geschmeidig. Beim Abbiegen in Area51 sehen wir keine Abzüge und als die Milizen mit geballtem Maschinengewehr das Areal übernehmen ist die Körperplastizität enorm. Als wir Indiana Jones zum ersten Mal erblicken, erkennen wir ein gut detailliertes Gesamtbild mit hochscharfen Linien, hier driftet es fast in Überschärfungen ab. Das Öffnen der Hangartore läuft smooth und ohne Ruckeln, der feine Staub des jahrelang ungeöffneten Lagerraums wird noch gut vom Panasonic Player dargestellt, die Kontraststärke zeigt sich schön an den verschieden ausgeleuchteten Holzkisten.

Baraka, 1080p24

Bei dem 8K-Scan dieses Kunstwerks kein sauberes Bild aufs Display zu werfen, wäre eine schwache Leistung, wirklich alle Feinheiten und Details auszuarbeiten gelingt aber dennoch nicht jedem Blu-ray Spieler. Bei etwa 45 Minuten beginnt das Kapitel in Japan, das Tattoobild des älteren Herrn ist in jeder Feinheit erkennbar, Tropfen des Wasserbades kullern seinen Rücken hinab. Wenige Minuten später sehen wir eine nicht ganz so schöne Szene, Küken werden hier maschinell zu Fleisch verarbeitet,, dennoch ist die Differenzierung des dichten Fellhaares der Küken beeindruckend. Auch der Schärfewert in den folgenden wieder etwas erfreulicheren Szenen ist prägnant ausgeprägt, Doppelkonturen sehen wir aber keine.

DVD

Star Wars Episode III: Filmmaterial 576i -> 1080p, Eröffnungssequenz: Tadellos erscheint die gelbe Laufschrift bis in die hintersten Ebenen, eine geradezu herausragende Sauberkeit wird hier im Gesamtbild geboten. Erst in der hintersten Ebene, die Schrift gleitet schon ins dunkle ab, ist eine leichte Wellenbewegung zu erkennen. Flimmerartefakte oder Buchstabenzittern ist nichts festzustellen. Der Schwenk vor den Sonnenstrahlen auf den imperialen Sternzerstörer gelingt ordentlich, während der Bewegung ist aber etwas Kantenzittern an der oberen Linie des Raumschiffes zu sehen, die anfällige Kommandobrücke im linken Bildbereich steht bei Draufsicht komplett stabil. Als die kleinen Raumjäger über den Zerstörer fliegen ist wiederum weder Objektzittern zu erkennen noch sonstige unruhige Bildeinheiten. Ebenso gut stellt sich die Plastizität der einzelnen Schiffe über der Planetenoberfläche von Coruscant dar, die gute Staffelung und die stabilen Linien sorgen für einen angenehmen und ruhigen Gesamteindruck. Auch die folgenden Kampfszenen mit schnellen Flugmanövern setzt der Panasonic Player exzellent um. Die Großaufnahmen der Protagonisten werden auch detailreich und scharf wiedergegeben, die Hauttöne wirken authentisch.

AVEC Professional Test DVD, Videomaterial 576i --> 1080p: 

• Sich bewegende Schriften in verschiedenen Geschwindigkeiten vor verschiedenfarbigem Hintergrund: Die laufenden Schriften werden größtenteils sauber aufs Display gebracht, leichtes Zittern und Nachziehen der Buchstaben muss in allen Geschwindigkeiten in Kauf genommen werden. Die Farbtrennung gelingt ordentlich, an Rot-Weiß und Rot-Blau sind Doppelkonturen zu erkennen.
• Pendel in verschiedenen Geschwindigkeiten: Das Pendel stellt sich bis zur mittleren Ebene sehr gut dar und bleibt auch in seiner Linie stabil. Zur Spitze hin ist etwas Nachziehen zu erkennen, auch die Balken im unteren Bereich lassen sich nicht tadellos differenzieren.
• Stadt Esslingen, Bewegtbildaufnahme: Hier wirkt das Bild wieder ruhiger, eine stabile Linie der Stadtmauer und wenig Skalierungsartefakte auf den Hausdächern unterstützen den Eindruck. Das Grün wirkt nicht überzogen, Detaillierung und Strukturierung bspw. der Rasenflächen gelingt sehr gut.

Gesamtnote Bild in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Ton

Insgesamt können wir der Panasonic Komplettlösung wirklich gute klangliche Leistungen bescheinigen. Besonders überzeugt haben uns der bei normalen Lautstärken kräftige Klang sowie die gute Räumlichkeit. Letzeres ist besonders überraschend, da die Surround-Satelliten wahrhaftig sehr klein sind. Die geringe Baugröße merkt man erst in Lokalitäten oberhalb der 20 Quadratmeter und bei deutlich erhöhtem Pegel. Dann scheinen Klangelemente zu stark an den Lautsprechern zu hängen, im Surroundbereich nimmt dann das empfundene Maß an Räumlichkeit ab. Bei der DTS-HD Master Audio-Tonspur der BD von "Stirb Langsam 4.0" gab es für ein derartiges Komplettsystem wenig Anlass zur Klage. Schon zu Filmbeginn baut das System eine kraftvolle Kulisse auf und trennt Stimmen, Nebengeräusche und Music Score gut voneinander. Nur fehlt es an Brillanz im Hochtonbereich. Als die Wohnung des Hackers in die Luft fliegt, bietet der Kelton Subwoofer einen erstaunlichen Nachdruck, wobei er zu dem Trick greift, Tiefgang durch Volumen zu ersetzen. Der Tiefgang ist für einen so kompakten Subwoofer zwar gut, dem Heimkino-Liebhaber fehlt es aber unten herum an nachvollziehbarer Substanz. Die Stimmverständlichkeit und das Stimmvolumen leiden etwas unter den sehr geringen Abmessungen des Centerlautsprechers. Im 5. Kapitel realisiert die Panasonic-Anlage einen guten Aufbau des Spannungsbogens und verleiht den erbitterten Feuergefechten Substanz und Nachdruck. Auch hier merkt man aber, dass im Hochtonbereich etwas Brillanz und Durchzeichnung fehlt.

Prima kommt die Anlage auch mit der 5.1 LPCM Tonspur von "Casino Royale" zurecht. Die Szene auf Madagaskar gefällt durch die räumlich gute Wiedergabe, hervorzuheben ist hier auch das Zusammenspiel von Frontlautsprechern und Subwoofer. das Ergebnis merkt man gleich am Anfang beim Johlen des Publikums - die Front-Klangkulisse erscheint klar und in sich schlüssig. Der Music Score wird mit Dynamik aufgebaut, nur das Feingefühl fehlt etwas. Stimmen sind gut verständlich, gerade bei kleinerem Pegel merkt man die Defizite des Centers nicht über Gebühr. Als der Bombenleger während der rasanten Verfolgungsjagd das Feuer auf 007 eröffnet, der einen großen Radlader pilotiert, haben die trockenen, harten Schüsse eine sehr direkte Wirkung auf das Publikum. Kurz danach explodiert auf der Großbaustelle eine Gasflasche - erneut stellt der Subwoofer ein üppiges Volumen zur Verfügung. Wer es allerdings mit dem Pegel übertreibt, wird feststellen, dass der Woofer aufgrund des geringen Volumens doch zum Durchschlagen neigt. 

Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse und Gerätekategorie: Ausgezeichnet. 

Konkurrenzvergleich
  • Panasonic Blu-ray 5.1-Komplettsystem SC-BT205: Mit großen LS-Säulen auch hinten ist das 2009er SC-BT205 umfangreicher bestückt. Klanglich wird im Surroundbereich bei höherem Pegel eine souveränere Vorstellung geboten - allerdings ist das akustische Mehr nicht den immensen Mehrpreis Wert - mit 999 EUR (UVP) stand das SC-BT205 anno 2009 in der Preisliste. Das Bild der 2010er SC-BT330 wirkt im BD-Betrieb noch etwas stabiler und schärfer. Im DVD-Einsatz fallen das noch exaktere Upscaling und das noch sensiblere De-Interlacing positiv auf. 
  • Samsung 5.1 Komplettsystem HT-BD7255: Nicht ganz an die Performance des SC-BT330 reichen die Leistungen des 2009er Samsung 5.1 Komplettsystems HT-BD7255 heran. Schuld tragen kleinere Kontrastschwächen (Überstrahlen) im DVD- und BD-Betrieb sowie die etwas muffige Stimmwiedergabe. Optisch allerdings macht das schön gestylte System noch mehr her. 
  • Philips HTS7520: Preiswert und hochwertig gestaltet bis ins Detail - diese Attribute machen Philips' Komplettlösung begehrenswert. Überzeugt haben uns auch das natürliche Bild und der relativ klare Sound. Dem Subwoofer aber fehlt es an Kraft, Tiefgang und Volumen. 
  • Pioneer BCS-FS500 2.1 Komplettanlage: Mit einem exzellenten Blu-ray- und DVD-Bild setzt Pioneers 2.1 Lösung Akzente. Klanglich sind echten Surroundfreuden zwar Grenzen gesetzt, für eine 2.1 Lösung aber werden sehr gute Ergebnisse erzielt. Zusammen mit dem schönen Design stellt die BCS-FS500 eine sehr interessante Alternative dar. Mit der Panasonic SC-BT330 aber bietet sich dem, der richtigen 5.1 Surroundklang haben möchte, eine praktisch gleich teure Lösung. 
  • 2.1 Blu-ray Komplettanlage Sony BDV-Z7: Die Sony-Anlage erfreut mit stabilem 24p-Bild und gutem Sound. Verbesserungspotential gibt es bei Multimedia-Eigenschaften und der Verarbeitungsgüte im Detail. Für 2.1 Liebhaber ist die einfach zu bedienende BDV-Z7 ein interessantes Angebot - wer aber einen richtig wahrnehmbaren Surround-Sound und ein nochmals besseres hochkonvertiertes DVD-Bild haben möchte, greift zur SC-BT330. 
Fazit

Unser Fazit der 5.1 Komplettanlage von Panasonic ist von guten Eindrücken geprägt. Besonders visuell kann der BD-Player glänzen, sowohl im Blu-ray Betrieb als auch in der Upconversion. Besonders bei Filmmaterial skaliert und de-interlaced der Player des SC-BT330 tadellos und verursacht beinahe keine Artefakte. Auch klanglich ist das 5.1-System alles andere als eine billige Übergangslösung. Mit Kraft, Grobdynamik und Räumlichkeit wird eine überzeugende klangliche Kombination geboten. Nur bei Brillanz, insbesondere im Hochtonbereich, und Feindynamik sind Einschränkungen hinzunehmen. Bezüglich der Einlesegeschwindigkeit sind keine klaren Fortschritte zu erkennen, der Startvorgang aber ist mit nicht einmal 2 Sekunden rekordverdächtig, auch bei den neuen dedizierten Blu-ray Playern hat Panasonic eine Verbesserung in dieser Richtung versprochen. In der Preisklassen-Relation sind die verwendeten Kunststoff-Materialien nicht zu beanstanden, das BD-Grundgerät wirkt sogar vergleichsweise hochwertig. Die Multimedia-Eigenschaften sind gelungen (Netzwerk, iPod/iPhone, USB, SD-Card), könnten aber bezüglich der Formate noch etwas vielfältiger werden. 

Kräftig und angenehm klingendes 5.1 Blu-ray-Komplettsystem mit natürlichem, stabilem Bild zum sehr fairen Kaufpreis

BD 5.1-Komplettsysteme Mittelklasse
Test 17. Mai 2010

+ Natürliches und stabiles, angenehmes Blu-ray-Bild
+ Ausgezeichnete Upconversion von DVDs
+ Kräftiger und dynamischer Klang
+ Flexible Multimedia-Möglichkeiten (iPod/USB/DLNA/SD)
+ Extrem schnelles Booten des Systems
+ Einfache Bedienung
+ Sehr fairer Preis

- Hochtonbrillanz
- Formatevielfalt im Multimediabereich

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
17. Mai 2010

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