XXL-TEST: 9.2 AV-Receiver Onkyo TX-NR1008 - ein Typ für alle Fälle?
21. Oktober 2010 (cr)
Imposanter Auftritt
Top-Finish
Fernbedienung
Direktanschluss für iPhone/iPod
Einführung
Mit dem für 1329 EUR (UVP) erhältlichen TX-NR1008 möchte Onkyo einmal mehr
die Kernkompetenz des Hauses, technologisch hochmoderne, aufwändig
ausgestattete AV-Receiver zu bauen, unter Beweis stellen. Traditionell in
schwarzer oder silberner Version erhältlich, sorgen gleich sieben HDMI 1.4a
Eingänge sowie zwei HDMI 1.4a Ausgänge mit 3D- und Audio Return Channel
Unterstützung für flexible Anschluss- und Nutzungsmöglichkeiten. Mit an Bord
sind Audyssey MultEQ als Lautsprecher-Einmesssystem, Dolby Pro Logic IIz für
den Einsatz zusätzlicher Front High Lautsprecher, das konkurrierende System
Audyssey DSX (das erweiterte Spielarten durch den zusätzlichen Modus
"Front Wide" gewährt) sowie gleich neun Endstufen plus zwei
Vorverstärkerausgänge zum Anschluss von zwei aktiven Subwoofern direkt am
AV-Receiver. Diese Features sind allerdings ebenso wie die unter anderem mit den
beiden ISF-Modi Day und Night ausgestattete Videosektion schon vom Vorgänger TX-NR1007
her bekannt. Dieser trumpfe zusätzlich mit einem THX Ultra 2 Plus
Zertifikat auf - dieses wurde beim TX-NR1008 gegen das bezüglich der
Anforderungen an den AVR und ans Lautsprecherequipment mildere THX Select 2 Plus
eingetauscht - man wird damit leben können, sollte sich nur auf diesen Punkt
der Rotstift der Onkyo-Kostencontroller konzentrieren. Viel Augenmerk wurde auf
eine hochwertige Endstufenkonstruktion gelegt, diese umfasst auch spezielle
Transistoren, die für hohe Ströme ausgelegt sind. 180 Watt (6 Ohm, 1 kHz, IEC,
1 Kanal ausgesteuert) pro Kanal bietet der 1008, der bei der
Audiosignalverarbeitung auf 192 kHz/24-Bit Burr Brown D/A-Konverter setzt. Dass
alle aktuellen HD-Tonformate decodiert werden, ist mittlerweile eine
Selbstverständlichkeit. Zwei moderne 32 Bit DSP-Chips sind für alle Vorgänge
inklusive THX Postprocessing verantwortlich. Videoseitig wird auf Bewährtes
gesetzt, ein Faroudja DCDi Chip übernimmt hier die Upconversion auf bis zu
1080p. Weitere Ausstattungsmerkmale umfassen eine Ethernetschnittstelle
(Einbindung in kabelbasierte Netzwerke zum Streaming von MP3/WMA/WMA Losless/Flac/WAV/Ogg
Vorbis/AAC/LPCM-Audiodateien, Nutzung des Internet Radio, Last-fm, Napster,
vTuner), ein DLNA-Zeritifkat sowie Multiroomfähigkeit (Support für zweite und
dritte Hörzone). Was Onkyos High Tech-Schaltzentrale leistet, haben wir
überprüft.
Video Overview
Verarbeitung
Display
Die Verarbeitung des Onkyo TX-NR1007 macht einen sehr guten
Eindruck. Typisch ist für die schwarze Version das in grün gehaltene
Punktmatrixdisplay, das auch noch aus einiger Entfernung aufgrund von
Schriftgröße und Kontrast gut ablesbar ist. Die kleinen runden Tasten für die
direkte Quellwahl am Gerät, die sich unterhalb vom Display befinden, weisen
einen guten Druckpunkt und präzise Passungen auf. Der große, blau beleuchtete
Lautstärkedrehregler liegt sehr gut in der Hand und eiert nur leicht. Eine
präzise Rasterung würde hier noch mehr mechanische Raffinesse bieten, dies nur
als kleine Anmerkung. Unter einer Klappe, die komplett aus Metall gefertigt ist,
finden sich weitere Bedienelemente. Die Frontblende weist sehr gute Passungen
auf, selbstverständlich kann man in dieser Preisklasse gebürstetes Aluminium
erwarten - und der 1008 enttäuscht uns auch nicht. Auf der Rückseite sind alle
Anschlussterminals tadellos eingepasst, Kritik müssen wir bei den etwas billig
wirkenden Lautsprecherkabel-Anschlussterminals üben - das kann Onkyo besser,
der Standard teurerer AVRs aus dem Portfolio sollte auch in der 1300 EUR-Liga
schon herrschen.
Massiver, solider Auftritt
Standfüße in sehr hochwertiger Ausführung
Tadelloses Finish
Unterseite
Speakeranschlüsse in normaler Ausführung und Qualität
Griffsympathischer Lautstärkedrehregler
Gebürstetes Aluminium auf der Gerätefront
Der 1008 ist für die Preisliga sehr hochwertig aufgebaut
Der TX-NR1008 beeindruckt mit einem für die Preisklasse
vorbildlichen inneren Aufbau. Alles ist an seinem korrekten Platz, der
revidierte Aufbau 2009 wurde für die 2010er Generation im Detail verfeinert.
Die früheren thermischen Probleme sind wohl teilweise gelöst, denn der 1008
wird nicht mehr so heiß. Der schwarz lackierte Alu-Kühlkörper sticht im
Inneren ins Auge. Das Platinenlayout ist tadellos, die Verkabelung
ordentlich.
Elkos von oben
Trafo
Lüfter
Blick ins Innere
Platinenlayout
Sehr akkurater Aufbau
Insgesamt bietet der TX-NR1008 aus jeder Perspektive ein
erfreuliches Erscheinungsbild. Er macht durch seine bolidenartige Optik viel
her, der erste Eindruck, dass er mit den preisgünstigeren
"Verwandten" viel gemein hat, täuscht, genau das Gegenteil ist der
Fall: Der TX-NR1008 ist der kleinste AV-Receiver, der auf dem größten Chassis
und Gehäuse aufbaut. Somit bieten weder der TX-NR3008 noch der TX-NR5008 mehr
optische Reize, sie weisen nur mehr Features und im Detail noch hochkarätigere
Technik auf. Die kleineren Onkyo AVRs aber wirken im Vergleich mit dem 1008
richtig schmächtig. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Anschlüsse
Ethernetschnittstelle, Universal Port zum Anschluss von
Onkyo-spezifischem Zubehör
Analoger RGB Videoeingang (D-Sub, 15 Pins) und Audioeingang für PC, Mediacenter, Notebook
6 konventionelle Digitaleingänge (3 optisch und 3 koaxial)
5 A/V-Eingänge (1 Front, 4 Rückseite) und 1 Ausgang
Farblich codierter 7.1 Mehrkanaleingang
Videoausgang (Monitor)
1 Audioeingang, Phonoeingang
Farbcodierte, 9.2 Mehrkanalausgänge (Pre-Out)
RS232 Port, IR (In/Out), 12 V Trigger-Ausgang (Zone 2/3)
Bi-Amping-Fähigkeit
Farblich codierte, für Bananenstecker geeignete Lautsprecheranschlüsse
Bezüglich der Anschlussbestückung kann man nur Positives über
den TX-NR1008 aussagen. Die Anzahl der HDMI-Eingänge liegt hoch, und 2
Ausgänge sind auch vorhanden. Prima ist auch der 9.2 Pre-Out, so können gleich
2 aktive Subwoofer an den 1008 angeschlossen werden. Ein Phonoeingang ist auch
vorhanden, zudem gibt es einen 12 V Trigger Ausgang für etwas umfangreichere
Custom Installations. Onkyo-typische Besonderheit ist der dedizierte PC-Eingang
(analog). Gesamtnote Anschlüsse: Hervorragend.
Menüs, Setup und Konfiguration
Der TX-NR1008 bietet ein übersichtliches Menü, das in deutscher Sprache
verfügbar ist und sogar kleine Hilfetexte zum Verständnis der jeweiligen
Funktion bereithält. Weniger versierte und auf Komfort bedachte Anwender werden
den AV-Receiver mittels Audyssey MultEQ einmessen, wer ein THX Lautsprecherset
einsetzt bzw. wem im akustisch optimierten Raum ein neutraler Sound wichtig ist,
wird die Konfiguration von Hand vornehmen. Wer seine eigenen klanglichen
Vorstellungen realisieren möchte, dürfte sich über den lautsprecherselektiv
arbeitenden grafischen EQ freuen, der sich ebenfalls im Ausstattungsumfang
befindet. Der Onkyo verfügt über einen reichhaltig ausgestatteten Video-EQ,
den wir in der Videowertung vorstellen werden. Um den AVR immer auf dem neuesten
Stand zu halten, sind Firmwareupdates mittels Internet (wenn der 1008 im
Heimnetzwerk eingebunden ist) oder USB möglich. In der Praxis funktioniert der
Download mit anschließender Installation problemlos, nimmt aber einige Zeit in
Anspruch. Die manuelle Lautsprecherkonfiguration ist für den etwas erfahrenen
Anwender kein Problem, die Einstellmöglichkeiten sind umfassend und
praxisgerecht. Am Gerät selber findet man unter der soliden Metallklappe noch
eine komplette Navigationseinheit für die Bedienung am Gerät selber vor.
Sehr gut gefällt uns die "Home" Taste auf der Fernbedienung. Mit
ihr kommt man schnell zu vielen wichtigen Funktionen (Beispiel für
Funktionsumfang - gewählter Eingang Net/USB, DVD/BD):
Die Home-Taste ermöglicht auch den Zugriff auf den sehr
effektiv arbeitenden Music Optimizer
Video - bei Net/USB nicht anwählbar, bei BD/DVD sind Bildmodus
(Bildfelder inklusive ISF Day + Night wählbar) und Breitmodus
(Bildbreiten-Darstellung) anzuwählen.
Info - Auskunft über den aktiven Eingang (Audio + Video), Information
über den Wiedergabemodus
Unter "Activities" können für bis zu vier Aktionen mit direktem
Zugriff von der Remote aus Macros abgespeichert werden:
All Off
My Movie
My TV
My Music
Gesamtnote
in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Bedienelemente unter einer soliden Klappe auf der Gerätefront
Der Onkyo hat drei vorinstallierte Plattformen für Musikgenuss aus dem
Internet:
vTuner Internet radio
Last.fm Internet Radio
Napster
Bei den beiden letzteren Plattformen ist eine Anmeldung nötig, während
vTuner sofort einsatzbereit ist.
Elektronische Musik, highlighted Stations
Wir müssen Onkyo sehr loben - der TX-NR1008 (kabelbasiertes Netzwerk mit
DSL6000-Anbindung) reagiert blitzschnell und puffert den Stream innerhalb von 2
bis 3 Sekunden - das ist top und eine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger.
Das bekannte Internet Radio Menü ist übersichtlich, es kann nach lokalen
(deutschen) Sender gesucht werden, nach Ländern, Musikrichtungen, neuen oder
besonders populären Sendern. Es ist auch möglich, Favoritenlisten zu
erstellen.
Streaming
Beim Streaming erkannte der TX-NR1008 alle PCs und Server in unserem
Netzwerk. Schon nach kurzer Zeit erschien im OSD eine komplette Übersicht.
Allerdings können nur Musikdateien gestreamt werden, bei diesen ist die
Formatvielfalt sehr gut (MP3/WMA/WMA Losless/Flac/WAV/Ogg Vorbis/AAC/LPCM-Audiodateien).
Hervorragend ist die Klangqualität, die der TX-NR1008 selbst bei stark
komprimierten Dateien offeriert, dynamisch, räumlich und erstaunlich
klar.
Overview
Wiedergabelisten
Inhalt einer Wiedergabeliste
Songwiedergabe
Sehr praktisch ist, dass iPod oder iPhone nun nicht mehr mittels teurer
optionaler Dockingstation angeschlossen werden, sondern mittels des iPod/iPhone
USB-Kabels einfach Kontakt mittels des frontseitigen USB-Eingangs aufnehmen
können. Mit unserem Apple iPhone 4 funktionierte
dieses Feature sehr gut. Schnell kann man - nach Drücken der oben rechts auf
der Fernbedienung untergebrachten "Display" Taste - alle Funktionen
von iPod oder iPhone mit der Fernbedienung des Onkyo steuern. Die Klangqualität
war auch hier hervorragend, gerade bei aktiviertem Music Optimizer, der mehr
Fundament ins Klangbild bringt und dem Hochtonbereich Frische und Präzision
hinzufügt. Wahlweise nimmt der TX-NR1008 zur Wiedergabe von Audiodateien
auch einen normalen USB-Stick entgegen.
Gesamtnote: Ausgezeichnet - hervorragend.
Klang
Verwendet man das automatische Einmesssystem, so fällt auch, dass die
eingebaute Audyssey-Variante zwar nach wie vor sehr gut ist, aber nicht mehr
ganz mit Pioneers erstklassigem MCACC mithalten kann. Noch eine Idee frischer
im Hochtonbereich, störende Einflüsse des Raums noch geschickter vermeidend,
stellt MCACC die beste Wahl. Nach dem problemlosen Einmessvorgang, auch an
verschiedenen Hörpositionen, stellt sich aber ein homogen wirkendes Klangbild
ein, das den Detailreichtum im Hochtonbereich minimal einbremst und dem Bass
etwas maximale Wucht nimmt.
Onkyo TX-NR1008 manuell eingemessen, EQ auf "off":
DTS HD Master Audio und Dolby TrueHD
Bei “Stirb Langsam 4.0” setzt der 1008 gleich zu Beginn kraftvolle Akzente. Die exakte Ansteuerung des aktiven Subwoofers sorgt für einen präzisen, gleichzeitig nachdrücklichen Bass. Die verschiedenen weiteren Anteile der Tonspur schlüsselt der Onkyo nachvollziehbar auf. Die sehr gute Trennung von kleinen Nebengeräuschen (Tippen auf PC-Tastatur), den Stimmen und dem Music Score ist hervor zu heben. Kurze Zeit später erschüttert die erste große Explosion des Actionspektakels den Hörraum – der Onkyo strukturiert diese klar durch und lässt aber auch die anderen Klanganteile fernab des Bassbereiches nicht untergehen. Wir steigen zu Beginn des 5. Kapitels wieder ein. Scharfe, schneidende Schusswechsel, wegspritzende Glassplitter und in Einzelteile zerlegtes Mobiliar geben hier eine stimmige Bühne für hochgradigen Effektgenuss ab. Der Onkyo brilliert mit seiner Fähigkeit, auch bei stark gehobenem Pegel alle Arten von Effekten noch sauber zu bearbeiten – besonders gut gelingt es ihm, den explodierenden Feuerlöscher akustisch darzustellen, auch der Scherge Gabriels, der kurz darauf aus dem geschlossenen Fenster torpediert wird, kommt zumindest im klanglichen Sinne alles andere als zu kurz, auch wenn sein Auftritt nach der unfreiwilligen Flugeinlage beendet ist. Der TX-NR1008 behält bei den Feuergefechten rund ums Wohnzimmer der Wohnung von Matthew Farrell den Überblick, er bringt nicht nur einfach Pegel, sondern sorgt stets für eine akkurate Strukturierung und daraus resultierenden Filmspaß.
Bei „Avatar“ trauten wir dem 1008 aufgrund seiner zuvor gezeigten Leistungsstärke auch einiges zu, und wir wurden nicht enttäuscht. Wir begannen gleich nach dem Filmstart, uns mit den klanglichen Qualitäten des Onkyo auseinander zu setzen – Tiefgang und Effektverteilung sind auffällig gut gelungen, die Effekte verteilen sich blitzschnell auf die entsprechenden Kanäle und sind allzeit klar zu orten. Nur die Stimme von Jack Sully könnte noch etwas mehr Kontur aufweisen, als er zu Filmbeginn vom Anfang der Story erzählt. Als Sully auf dem fremdartigen Planeten Pandora gelandet ist und er sich mit seinem Rollstuhl auf den gigantischen vorbeifahrenden Kipper in Sicherheit bringen muss, werden die akustischen Ereignisse mit Nachdruck und hoher Ortungssicherheit wiedergegeben. Tonal ist der Onkyo um Neutralität bemüht, im Vergleich zum Vorgänger TX-NR1007 wirkt der Mitteltonbereich präsenter, Stimmen sind mehr im Vordergrund, ohne deplatziert oder überbetont zu wirken. Sehr gut zeigt sich zu Beginn von Kapitel 7, wie tadellos der TX-NR1008 stets die Übersicht behält. Der Music Score und der dröhnende Helikopter – beide Klangereignisse hält der AVR sehr gut auseinander. Die wehenden Blätter beim Landen des Fluggerätes kommen ebenfalls ausgezeichnet zum Ausdruck. Der sich langsam abschaltende Rotor und die sich durch die plötzliche Stille verstärkenden Geräusche des Dschungels baut der Onkyo zu einer atmosphärisch dichten, spannungsgeladenen Klangkulisse zusammen. Durch die sehr gute Berücksichtigung großer und kleiner Dynamiksprünge und die Fähigkeit, auch weiter hinten liegende akustische Ebenen zu berücksichtigen, macht der TX-NR1008 die Vorzüge der aktuellen HD-Tonformate gekonnt deutlich.
Bei "Batman - the Dark Knight" lässt der 1008 direkt in der
Anfangssequenz seine Muskeln spielen und schafft auch dann, wenn man keinen
separaten aktiven Subwoofer verwendet, sondern auf große, leistungsstarke
Standlautsprecher zurückgreift, einen ausgezeichneten Tiefgang mit guter
Betonung auch subtiler Nuancen. Die gleich zu Beginn zersplitternde Glasscheibe
löst sich in nachvollziehbar feinen, aggressiv durch den Raum fliegenden
Glassplittern auf. Die Schießerei in der Schalterhalle überzeugt durch die
präzise Nachvollziehbarkeit der kraftvoll und nachdrücklich vorgetragenen
Schusswechsel.
Dolby Digital
Bei "Star Wars Episode III" lässt der TX-NR1008 die große
Eröffnungsraumschlacht zu einem echten Erlebnis werden. Der Sternzerstörer
fliegt mit ohrenbetäubendem Grummeln, präzise dargeboten, durch den
Bildschirm, die ganze Raumschlacht wird atmosphärisch dicht und mit hoher
Dynamik übertragen. Kleine, im Hintergrund liegende Geräusche werden sehr gut
heraus gearbeitet. Die Stimmwiedergabe gefällt sehr gut, Stimmen haben Charisma
und Substanz. Die Einarbeitung überzeugt, Stimmen wirken nicht aufgesetzt,
sondern sehr gut ins Geschehen eingebaut.
Wer bei "Star Wars Ep.III" Audyssey DSX oder Dolby Pro Logic IIz
mit zusätzlicher Front Heigh Beschallung aktiviert, wird gerade im Falle DSX
eine deutlich höhere, und auch tiefere Front-Klangkulisse wahrnehmen. Es ist
mehr Spektakel im Hörraum, und erstaunlicherweise fällt der Präzisions- und
Ortungsverlust gar nicht besonders hoch aus. Wer im Heimkinoraum die
Möglichkeit hat, 2 weitere Lautsprecher unterzubringen, kann bedenkenlos gerade
den DSX-Modus nutzen. Verwendet man Audyssey DSX Front Wide, so stellt sich ein
enorm weitläufiges Klangbild ein, das allerdings leicht verzerrt erscheint und
nicht mehr 100 % authentisch daherkommt.
Dolby Pro Logic II Music vs. DTS Neo:6
Bei “The Nightfly” von Blank&Jones erwartet den Hörer ein kraftvolles, gleichzeitig homogenes Klangbild mit sehr gutter räumlicher Ausbreitung. Gerade in Verbindung mit Lautsprechern mit Bändchenhochtönern ist im Hochtonbereich eine gleichmäßige und raumfüllende Ausleuchtung gegeben. Die präzise Ansteuerung des aktiven Subwoofers ist ein weiterer Pluspunkt des TX-NR1008 – linear und exakt angesteuert, ermöglicht der Subwoofer eine nachdrückliche, aber nicht aufdringliche Bassfront. Vocals und Instrumente trennt der Onkyo sauber und baut eine klare, nicht zu Surround-lastige Bühne auf. Im direkten Vergleich agiert DTS Neo:6 eine Spur frischer, allerdings ist ein leichter Hallanteil im Signal enthalten, was für eine etwas indirektere Wiedergabe sorgt. Sehr schön umfüllt Neo:6 den Zuhörer, manchmal aber wird ein etwas hoher Effektanteil auf die Rears gelegt. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten gelingt auch Neo:6 ausgezeichnet, ebenso überzeugt die Dynamik. Bei beiden Surroundaufpolierern wird eine angenehme tonale Auslegung ohne störende Über- oder Unterbetonung einzelner Frequenzbereiche erzielt, die für eine sehr entspannte Hör-Atmosphäre sorgt.
SACD-Multichannel
Ludwig van Beethovens weltberühmte 9. Symphonie stellt den talentierten TX-NR1008 vor keinerlei Probleme, im Gegenteil: Er zeigt eine Leistungsstärke, die für diese Preisklasse verblüffend ist. Mit unerschütterlicher Souveränität erzeugt der AV-Receiver ein klar definiertes Klangbild mit fein ausgewogener Front-/Surroundbalance und einem hervorragenden Management der Dynamiksprünge. Die Streicher kommen, auch hier wieder festzustellen, besonders gut in Verbindung mit einem Lautsprechersystem mit Bändchen heraus, hier klingen sie samtig-lebendig und bieten eine ausgezeichnete Durchhörbarbeit. Kleine Einzelheiten erkennt der TX-NR1008 sicher und fügt sie dem entspannten, gleichzeitig aber dynamischen und gefälligen Klangbild schnell hinzu. Sehr gut gelingt dem AV-Receiver die Loslösung des Klangbildes von den Boxen, ebenso zu loben ist die enorme Pegelfreudigkeit. Ohne Probleme kann man den Onkyo auch in größeren Räumen und mit sehr hochwertigen Lautsprecher-Sets einsetzen, die gekonnte Auslegung kommt mit vielen Bedingungen zurecht.
Stereo
„An der schönen, blauen Donau“ ist einer der weltweit bekanntesten Walzer, komponiert von Johann Strauß. Und der facettenreiche Start wird sehr präzise und feinfühlig mit tadellosem Handling auch kleiner Dynamik-Differenzen wiedergegeben. Der gesamte Aufbau des Walzers erscheint glaubwürdig und fundiert. Dass der TX-NR1008 mit einem kräftigen, spontanen Antritt aufwarten kann, verstärkt die Intensität des akustischen Auftritts weiter. Die vom Onkyo präsentierte Bühne erscheint hinsichtlich Breite und Tiefe authentisch, musikalische Details verlieren sich erst in den hinten Ebenen. Die vorderen Ebenen werden sehr gut herausgearbeitet und bieten ein hohes Maß an Detailreichtum. Filigrane tonale Gebilde lässt der 1008 mit klanglicher Noblesse ausklingen und wirkt nie stumpf und ungelenk. Überbordende, ins Spitze und Aggressive abdriftende Schärfe in den Höhen ist dem AV-Receiver fremd, er bietet eine stets angenehme und akkurat dosierte Strahlkraft in den Höhen.
Fazit Klang
Der TX-NR1008 beeindruckt mit dem sehr schön klingenden Hochtonbereich, den
im Vergleich zum Vorgänger besser akzentuierten und betonten Mitten sowie dem
straffen, klaren Bass, der viel Nachdruck entwickelt, sich aber nie unschön in
den Vordergrund schiebt. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse:
Hervorragend.
Videosektion
Video-EQ
Der Onkyo TX-NR1008 verfügt über einen umfangreich ausgestatteten Video-EQ (Menüpunkt 4-5, Bildeinstellungen), im einzelnen sind einstellbar:
Spielemodus ein oder aus, Breitbildmodus Auto/4:3/Voll/Zoom/Breiter Zoom, Bildmodus ISF Tag/ISF Nacht/Cinema/Game/Weitergabe (keine Veränderung)/Eigene Einstellungen
Wählt man „Eigene Einstellungen“, kann der erfahrene Anwender vielfältig kalibrieren:
Filmmodus (De-Interlacing) Auto/3:2/2:2/Video, Konturoptimierung 0 bis 10, Rauschunterdrückung aus/niedrig/mittel/hoch, Auflösung Weitergabe/480 bzw. 576p/720p/1080i/1080p, bezieht sich auf Auflösung Eingangssignal, Ausgangssignal bei Ein-/Ausgangssetup unter 1-1 „Monitorausgang“ einzustellen, Helligkeit, Kontrast, Farbton, Sättigung fein in1er Schritten einstellbar, Gammakorrektur in mehreren Stufen schaltbar (-3 bis +3, Werkseinstellung „0“ für die meisten Fälle gut zu verwenden), Rot/Grün/Blau separat in Helligkeit und Kontrast einstellbar.
Die Upconversion von Videomaterial von 576i auf 1080p gelingt dem 1008 sehr gut. Die vor weiß/rot/blauem Hintergrund laufenden Schriften, die sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen, stellt der Onkyo scharf und klar dar, die Farbtrennung ist ausgezeichnet. Leichte Nachzieher und Schärfeverluste zeigen sich nur bei der schnell laufenden schwarzen Schrift vor weißem Hintergrund. Das Pendel, welches in unterschiedlichen Geschwindigkeiten über eine schwarze Linie schwingt und ein rot-blau strukturiertes Innenleben aufweist, wird ebenfalls sehr gut erkannt. Nur leichte Nachzieher rund um die Pendelspitze sind zu kritisieren. Das Innenleben des Pendels ist bei jeder Geschwindigkeit gut zu erkennen, die schwarze Linie steht stabil. Das dynamische Stadtbild von Esslingen erscheint scharf und detailreich, mit neutraler, glaubwürdiger Farbwiedergabe. Die Struktur des Rasens ist gleichermaßen rauscharm wie scharf, die Ziegel der Hausdächer sind scharf umrissen und flimmern kaum.
Bei „Star Wars Epispode III“ (ab Filmbeginn) konnte der TX-NR1008 zeigen, ob er in der Lage ist, auch Filmmaterial problemlos von 576i auf 1080p hochzurechnen. Die gelbe Laufschrift, die die aktuellen Ereignisse im Star Wars Universum zusammenfasst, stellt der Onkyo gut dar. Die Schrift läuft sehr ruhig, die einzelnen Buchstaben aber wirken etwas verschwommen. Dafür holt er viele Sterne an den Himmel. Der republikanische Sternzerstörer fliegt ruhig und sicher, die Konturen sind scharf, auf der Flügelseite, die im Schatten liegt, versinken allerdings kleine Details in der Dunkelheit. Das tiefe Schwarz und die Farbtreue sind prima.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Konkurrenzvergleich
Onkyo TX-NR1007: Im Vergleich
zum Vorläufer kann sich der TX-NR1008 nochmals besser in Szene setzen.
Vorzug insbesondere ist der Mitteltonbereich mit klareren Konturen und
feinerer Einarbeitung. Der Hochtonbereich klingt schöner, "smoother",
ohne es an Brillanz fehlen zu lassen. Die Pegelfestigkeit konnte etwas
verbessert werden, zudem wird der 1008 nicht mehr ganz so heiß. Die
Videosektion ist auf dem Stand des 1007 geblieben, hier gibt es keine
Veränderungen. Ähnliches gilt für die Netzwerksektion.
Denon AVR-3311: Ein sehr harter
Konkurrent für den TX-NR1008. Klanglich fühlt sich der Denon der Harmonie
verpflichtet, ohne es an Nachdruck und Dynamik fehlen zu lassen. Er bietet
eine vergleichbar gute Pegelfestigkeit - aber nur sieben anstatt neun
Endstufen. Insgesamt sind Onkyo und Denon nahezu gleichauf - allerdings
verschafft sich die ausgezeichnete Videosektion des AVR-3311 einen
Vorsprung, ihre Leistungen sind das beste, was in dieser Klasse derzeit zu
haben ist. Der Onkyo kontert mit noch mehr Anschlüssen, darauf reagiert der
Denon mit der Tatsache, dass er auch jpeg-Bilder streamen kann. Bilanzierend
ein Patt -besser als bei TX-NR1008 und AVR-3311 geht es derzeit nicht.
Sony STR-DA3600ES: Der Sony
kokettiert mit seiner erstklassigen Pegelfestigkeit und liefert eine sehr
dynamische, klare akustische Vorstellung ab. Er klingt im Hochtonbereich
etwas schärfer als Denon und Onkyo, ohne aber zu aggressiv zu erscheinen.
So harmonisch wie der Denon und so "smooth" wie der Onkyo tritt er
aber nicht auf. Gut sind die Netzwerkfähigkeiten, zu verbessern wäre die
Anzahl der HDMI-Terminals. Dafür kann der Sony einen rückwärtig
untergebrachten Ethernet-Hub vorweisen, was, je nach Netzwerkinstallation,
ausgesprochen praktisch ist.
Fazit
Mit üppiger Ausstattung, hochwertiger Technik und feiner Verarbeitung zeigt
sich der TX-NR1008 als typischer Onkyo AV-Receiver. Top sind die neun Endstufen.
Klanglich
begeistert der Onkyo mit Kraft, Homogenität und Dynamik gleichermaßen. Er ist
pegelfest und holt viele Details gerade aus HD-Tonspuren. Die Videosektion wurde
im Vergleich zum TX-NR1007 nicht verändert, zumindest was unsere Ergebnisse
angeht. Nach wie vor ist das Gebotene gut, aber nicht dazu angetan, Maßstäbe
in der Liga bis 1500 EUR zu setzen. Dies tut allerdings die rundherum
erstklassige Anschlussbestückung. Hier besteht ausschließlich Grund zur
Freude, eine Vielzahl an HDMI-Terminals (insgesamt sieben), ein dedizierter
analoger PC-Eingang sowie zwei Subwoofer-Vorverstärkerausgänge sprechen für
sich. Die sehr gute Verarbeitung und die gelungene Menüführung inklusive
praktischen Shortcuts zeigen, dass
bei Onkyo in Osaka auch im Detail sorgfältig gearbeitet wird. Nicht untere
volle Zustimmung findet die Netzwerksektion. Hier vermissen wir die
Streamingmöglichkeit von Foto- oder Videodateien. Ein Trost ist, dass
bezüglich möglicher Audio-Dateiformate die Auswahl groß ist. Und: Onkyos
Music Optimizer ist grandios, poliert ungemein subtil, fein und doch effektiv
auf. Die Internet radio Funktion ist erstklassig integriert, der AVR erkennt
alle Server und PCs im Netzwerk sehr schnell. Mit ultrakurzen Zugriffszeiten bei
Nutzung aller Funktionen handelt sich der bolidenartig auftretende AV-Receiver
weitere Pluspunkte ein. Insgesamt eilt der Onkyo TX-NR1008 seiner Klasse weit
voraus - ob Onkyo das in letzter Konsquenz gut heißen kann, wird sich zeigen,
denn wer auf die bessere Videosektion der größeren "Brüder"
verzichten kann, erhält schon mit dem 1008 einen exzellent klingenden,
bolidenartig auftretenden AV-Receiver, dessen enorm umfangreiche
Anschlussmöglichkeiten sich auch großen Geräteparks öffnen.
Schön klingender, kraftvoller und ausgewogener AV-Receiver
mit hervorragender Ausstattung und perfekt integrierten Netzwerkfeatures
AV-Receiver obere Mittelklasse
Test 21. Oktober 2010
+ Sehr pegelfest
+ Hervorragender Hochtonbereich
+ Gut eingearbeitet, wohl ausbalancierte Mitten
+ Kräftiger, aber nie aufdringlicher Bass
+ 9 Endstufen
+ Exzellente Anschlussbestückung
+ Viele Audioformate beim Streaming
+ Sehr gute Verarbeitung
- Videosektion nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit
- Kein Streaming von Video- oder Fotodateien