TEST: Onkyo TX-NR5008 - High-Tech AV-Schaltzentrale mit 8 HDMI-Eingängen und HQV-ReonVX Upconversion

24. November 2010 (phk)

Einleitung

Der TX-NR5008 stellt das Flaggschiff der Onkyo Heimkino-Receiver dar. Mit acht HDMI 1.4 Eingängen und einem HQV-Reon-VX Chip sollen den Ansprüche videophiler Nutzer genüge getan werden. Der massive Ringkerntrafo plus drei weitere unabhängige Transformatoren sorgen für eine unbeeinflußte Stromzufuhr für 145 W pro Audiokanal und die konstante Kapazitätserhaltung der verbauten 22.000 µfarad Elkos. Insgesamt 9.2 Kanäle kann der 5008 antreiben, der THX Ultra 2 Plus-zertifierte AVR verfügt dank 192khz/32bit BurrBrown Digital-Analog Wandlung, HQV Reon VX Chip und Audyssey MultEQ XT nicht nur über tadellose AV-Bearbeitung sondern auch über ein komplexes Angebot an Netzwerk- und Multimediafunktionen.

Verarbeitung

Video

 

Onkyo bleibt seiner Design-Linie treu

Lautstärkeregler

Power-Schalter

Saubere Passungen Oberseite

Bedienelemente unter der Frontblende

Display

Ringkerntrafo

Zusätzliche Transformatoren

22.000 µfarad Elkos

Innenverkabelung

Videoplatine

Massiver passiver Kühlkörper

Gesamtansicht Innenleben

Große Standfüße

Audyssey-Mikrofon

Fernbedienung

Onkyo bleibt auch beim größten Modell TX-NR5008 seiner Design-Linie treu. Die Vorderseite mit Frontblende aus gebürstetem Aluminium ist ansprechend und wirkt nicht aufdringlich. Der Lautstärkeregler sowie die bekannten Eingangswahltasten sind von guter Haptik und sauber in das Gehäuse eingefasst. Ein leicht ungleichmäßiger Lauf des Master-Volumereglers ist auch beim 5008 bemerkbar. Das Punktmatrix-Display auf der Vorderseite löst fein auf und ist auch aus einiger Entfernung noch tadellos ablesbar. Die Gehäuseummantelung ist rundum solide verschraubt und weist weder scharfe Grate noch übermäßige Spaltmaße auf. Wirft man einen Blick ins Innenleben des Onkyo-Boliden sticht sofort der groß dimensionierte Ringkerntransformater und der massive Kühlkörper auf, der gleichzeitig als Trennlinie zwischen Stromzufuhr und Endstufensektion dient. Die großen Elkos weisen eine Kapazität von 22.000 µfarad auf und sorgen für problemloses Meistern brachialer Lautstärke-Peaks. Ohne Kritik bewerten wir auch die Geräterückseite, wie in der Preisklasse zu erwarten ist für jegliche Lautsprecherkomponente ein Schraubanschlüss vorhanden. Die Fernbedienung entspricht den 07-er Modellen und gefällt durch ausgezeichnete Haptik, sehr gute Erreichbarkeit aller Tasten und eine komplette Beleuchtung aller Tasten. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.

Anschlüsse

Ansicht Rückseite

Übersicht

HDMI-Anschlüsse

Digitale Eingänge

Front-Anschlüsse

Alle Anschlüsse hinten:

  • 7 x HDMI 1.4 Eingänge, 2 x HDMI 1.4 Monitor-Ausgang
  • PC analog Eingang (D-Sub)
  • 3 optische und 3 koaxiale Digitaleingänge
  • MCH Audio Eingang/Ausgang + Front High/Wide
  • 3 x Komponente analog Video-Eingang, 1 x Ausgang
  • 4 x FBAS Cinch Videoeingang, 2 x FBAS Cinch Videoausgang + 1x FBAS für Zone 2
  • 4x S-Video-Eingang, 2x S-Video-Ausgang
  • FM/AM-Antennenanschluss
  • RI Remote Control-Systemanschluss
  • 6 x Stereo-Cinch-Eingang
  • Stereo-Cinch-Audioausgang für Zone 2 & Zone 3
  • Dedizierter Phono-Eingang
  • 2x x Vorverstärkerausgang für den Anschluss aktiver Subwoofer
  • Onkyo-spezifischer Universal Port für den Anschluss z.B. eines optional zu erwerbenden iPod-Docks
  • Ethernet-Slot
  • USB-Eingang
Alle Anschlüsse vorn:
  • 1 x HDMI 1.4
  • 1 x Stereo-Cinch-Analog
  • 6,25 mm Kopfhörerausgang
  • FBAS-Video
  • USB-Eingang
  • Digitaler optischer Eingang
  • Eingang für Setup-Mikrophon

Überaus umfangreiche Anschlüssmöglichkeiten bietet der TX-NR5008. Sieben HDMI-Eingänge auf der Rückseite plus ein weiterer Eingang vorne und zwei Monitor-Ausgänge sollten auch anspruchsvollen Anwendern mehr als genug sein. Ein Multichannel-Eingang mit zusätzlichen Front High/Wide Anschlüssen gehört auch zum Sortiment. Ethernet- und USB Anschluss garantieren die Multimedia-Funktionen des "NR" Netzwerk-Receivers, der USB-Anschluss an der Front sorgt für zusätzlichen Komfort. Alle Lautsprecher-Anschlüsse sind mit hochwertigen Schraubanschlüssen versehen. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.

Setup, Menü und Bedienung

Setup

Lautsprecher-Konfiguration

Weitere Settings

Unterpunkt Ein/Ausgangszuordnung

Voreinstellungen des selektierten Eingangs

Zuweisung der HDMI-Eingänge

Das Gerätemenü des Onkyo TX-NR5008 erinnert sehr an seinen Vorgänger und ist größtenteils identisch. Kleine Unterschiede finden sich nur in sekundären Funktionsmöglichkeiten wie beispielsweise ein automatisches Abschalten des AVRs, sollte kein Eingangssignal anliegen. Simplistisch in Schwarz, Weiß und Blau gehalten bleibt das Menü praxisgerecht und stellt gleichzeitig alle geforderten Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Das Layout der Menüpunkte ist logisch durchdacht und stellt nach kurzer Eingewöhnungszeit keinen Anwender vor größere Hürden, eine gute Übersetung des Setup-Menüs in deutscher Sprache trägt zur Einfachheit der Bedienmöglichkeiten bei. Die Fernbedienung und Bedienelemente am Gerät entsprechen ebenfalls dem letztjährigen Onkyo 5007 und stellen auch keinerlei Probleme bezüglich der Bedienung dar. Die Fernbedienung ist übersichtlich, mit einem zentralen Navigationskreuz ausgestattet und komplett beleuchtet. Gesamtnote: Hervorragend.

Netzwerk & Multimedia

Netzwerkeinstellungen

Firmware-Update möglich über USB oder Internet

Wie üblich werden die USB- und Netzwerkfunktion mit der Fernbedienung über den Eingang NET/USB gesteuert. Internet-Radio, DLNA-Server und frontaler wie rückseitiger USB-Slot heißen die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten. Für das Internetradio und die Server-Anzeige ist obligatorisch ein Netzwerkzugang erforderlich. Bei aktiver automatischer Adressvergabe (DHCP) gelingt die Einbindung schnell und komfortabel.

Der Inhalt des USB-Mediums wird mit kompletter Ordnerübersicht angezeigt

Anzeige und Wiedergabe von Musikdateien vom USB-Speicher

Im Netzwerk befindliche DLNA-Server

Anzeige der Musikdateien des DLNA-Servers

Videos werden zwar angezeig, können aber nicht wiedergegeben werden

Ansicht der Browser-Konfiguration

Hinzufügen eigener Internetradio-Stationen

USB-seitig wurden alle unsere Medien erkannt, FAT32-formatierte "kleine" Sticks mit bis zu 4GB aber ebenso ein 16GB Speicher im NTFS-Format. Nach etwa 20 Sekunden erkennt der AVR den Wechseldatenträger und zeigt am OSD die vorhandene Ordnerstruktur inklusive der möglichen Wiedergabedateien an. Abgespielt werden ausschließlich Musikdateien, die aber mit zahlreicher Formatauswahl. MP3, WMA, AAC und FLAC gibt der Onkyo wieder und peppt komprimierte Dateiformate mithilfe des Music Optimizer dynamisch auf. Ein weiteres Feature ist die iPod- und iPhone-Verbindungsmöglichkeit direkt am USB-Anschluss, dafür ist allerdings ausschließlich der frontale USB-Eingang vorgesehen. Kleine Alben-Cover werden während der Wiedergabe am TV angezeigt.

Durch einen weiteren Druck auf die NET/USB-Taste wird der Eingang "Server" angewählt. Bei korrekter Netzwerkverbindung werden im Netzwerk befindliche DLNA-Server am OSD angezeigt und können mit dem Navigationskreuz angesteuert werden. Auch in diesem Modus werden ausschließlich Musikdateien wiedergegeben. Bilder und Videos werden zwar vom 5008 erkannt und angezeigt, können aber nicht abgespielt werden. Die Formatvariationen entsprechen den USB-Funktionen. Die Funktionen des Internetradios sind ebenfalls identisch mit denen des Onkyo 5007. Der Service vTuner kann kostenfrei genutzt werden, bevorzugte Sender können gespeichert und eine Genre-Sortierung vorgenommen werden. Zusätzlich können über die Browser-Konfiguration manuell weitere Internet-Radio-Stationen hinzugefügt werden. Vorraussetzung ist die URL-Adresse, über die das Radio empfangen wird. Nach Eingabe können die hinzugefügten Radiostationen bequem aus einer Liste mit der Fernbedienung am Gerät ausgewählt werden. Um die Browser-Konfiguration aufzurufen muss die IP-Adresse des Receivers in die Adresszeile eingegeben werden, abgesehen von der eben erwähnten Funktion stehen aber keine weiteren Konfigurationsmöglichkeiten zur Verfügung.

Fazit

Der Onkyo verfügt leider immer noch ausschließlich über Musikwiedergabe im Multimedia-Betrieb. Sowohl von USB-Speichern als auch von im Netzwerk befindlichen DLNA-Servern können weder Videos noch Bilder geladen und angezeigt werden, dies haben wir schon im letzten Test des Onkyo TX-NR5007 bemängelt. Sehr gut gefällt uns, dass mittlerweile kein separates iPod-Dock mehr benötigt wird, sondern direkt mit vorhandenem USB-Kabel die Geräte angeschlossen werden können. Auch das manuelle Hinzufügen von Radio-Stationen gefällt. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut - Ausgezeichnet.

Testequipment
Klang

Harry Potter and the Order of the Phoenix, PCM 5.1

Einen tadellosen, begeisterungsfähigen und emotionalen ersten Eindruck hinterlässt der 5008 bei diesem Testsample in Kombination sowohl mit den Teufeln als auch dem Jamo D500 Set. Gewaltige Pegelfestigkeit sind wir von den großen Onkyo-Modellen gewöhnt, massive Dynamikorgien werden uns mit hoher Kraft um die Ohren geschleudert. Die tiefen Frequenzen des sich aufbäumenden Drachen lassen Couch und innere Organe des Hörers beben, aber auch kleinere Details werden bedacht, selbst bei geschlossenen Augen kann man das Erheben des Feuermonsters durch feindynamische Details mit innerem Auge nachvollziehen. Das gilt nicht nur im LFE-Bereich, gleich zu Beginn des 29. Kapitels verteilt sich Voldemorts Stimme mit prägnanter Charakteristik im Raum. Als der dunkle Lord zum Duell mit Dumbledore ansetzt und seinen Zauberstab zückt geht das Geräusch des Stoffes von Voldemorts Kutte oft unter, der 5008 zeichnet das samtige Streichen der aufeinanderliegenden Stoffe aber wunderbar heraus. Die Räumlichkeit im akustisch angepassten Raum ist bemerkenswert, die umherzuckenden Blitze während des Kampfgeschehens sind tadellos ortbar, lösen sich dennoch hervorragend von den Lautsprecherkomponenten. 

Celine Dion - Live in Las Vegas, TrueHD 5.1

Der Beginn des Vegas-Konzertes sind die Instrumente im Hintegrund sehr gut gestaffelt und begeistern durch feinfühlige Ausarbeitung der Details, Piano-Anschläge lassen sich ausgezeichnet heraushören und der hauchige Gesang ist mit passendem Abklang versehen. Auch Celines Stimme gefällt durch hohe Auflösung und Einbeziehung vieler kleinen Feinheiten, die während eines Live-Konzertes zu erkennen sind. Durch die sauberen, hintergründigen Klatschgeräusche wird der Zuschauer in die Bühne mit einbezogen, die sich breit und tief vor einem präsentiert. Die Stimme steht zentral und prägnant vor dem Hörer und bleibt auch in den folgenden Tracks charakteristisch und detailverliebt. Die räumliche Dichte und Geschlossenheit steht gegenüber den anderen Parametern leicht abseits, der 5008 baut eine gute Atmosphäre auf, das Blitzgewitter zu Beginn des dritten Titels wirkt aber leicht zurückhaltend und nicht den Raum umfassend. In puncto Geschwindigkeit lässt der Onkyo keine Punkte liegen, auch die Pegelfestigkeit liegt hoch, hohe Lautstärken führen zu keinerlei Dynamik-Einbußen.

Avatar, DTS-HD Master 5.1

Beginnend beim siebten Kapitel werden mit geschlossener Atmosphäre und kräftig wirkenden Rotorgeräuschen empfangen. Die Grasgeräusche und umliegenden Geräuschentwicklungen des Dschungels werden gekonnt detailreich eingegliedert und wirken sehr räumlich. Charakteristika der Stimmen der verschiedenen Protagonisten werden sehr fein herausgearbeitet und platzieren sich von den Komponenten gelöst sehr gut im gebotenen Raum. Schnell und präzise geht der 5008 auch im LFE-Bereich zu Werke, das Einziehen der Trompetenpflanzen gelingt sauber unter Einbezug subsonischer Frequenzen, die in sich wiederum gut strukturiert sind. Selbiges gilt für das Aufstampfen der Herde, sehr differenziert und dadurch authentisch gelingen die kraftvollen Schritte der tonnenschweren Tiere. Auch im 17. Kapitel setzt der Onkyo die Flügelschläge schnell und strukturiert um und liefert bei hohem Pegel eine ausgezeichnete Performance. Der Musik-Score im Hintergrund ist exzellent eingebettet, trotz der hohen Anforderungen bleiben Windgeräusche strukturiert und liefern keinen Anlass zu Kritik. Feine Details der Reitgestänge der Ikrans sind ebenfalls fein hörbar. Beim Kampfgeschehen im 22. Kapitel würden wir uns eine noch etwas dichtere Atmosphäre wünschen, druckvoll wirkt die breite Bühne, die räumliche Dichte könnte noch einen Tick umhüllender wirken.

Star Wars Episode III, Filmbeginn, Dolby Digital 5.1

Der Orchesterbeginn während der nach hinten ablaufenden Schrift lässt sich räumlich ausgezeichnet nachvollziehen, auch die Instrumentalldifferenzierung gelingt sehr gut. Das Schlagzeug beim Schwenk auf den Zerstörer wirkt enorm druckvoll ausgeprägt und schiebt sich fast etwas zu sehr in den Vordergrund. Das Turbinengeräusch im subsonischen Bereich kommt gut heraus, die Struktur ist aber nicht so enorm ausgeprägt wie bei den hochauflösenden Tonformaten. Die Einbindung der Rearkomponent gelingt nahtlos, auch hier vermissen wir aber eine etwas geschlossenere Bühne und höhere atmosphärische Dichte. Die Sprachverständlichkeit hingegen liegt auf sehr hohem Niveau und zeigt die Charakteristika der Funksprüche klar auf. Auch kleine Details des Druidengeflüsters bindet der Onkyo gekonnt ein. Dynamik-Sprünge im Kampfgeschehen gelingen schnell und ohne Balanceverluste.

CD Vivaldi - Die vier Jahreszeiten, Stereo

Ausgezeichnet gestaltet der 5008 eine breite Stereo-Bühne mit toller Orchesterstaffelung und tadelloser Instrumentaldifferenzierung. Der Hochton-Bereich wirkt angenehm, leicht warm, bildet aber durch feinfühlige Brillianz und Strahlkraft einen stimmigen Frequenzbereich. Nuancen und Details werden gleichermaßen gut wiedergegeben. Gekonnt dezent gliedern sich die tiefen Frequenzen an und wirken nicht breit getreten, präzise, trocken und doch kraftvoll voluminös schließt sich der LFE an. Auch im Bereich Geschwindigkeit können wir dem Onkyo nichts anlasten, im 5. Titel präsentiert der 5008 die Violin-Tiraden schwungvoll, ohne grobe feindynamische Schnitzer auszubilden, die verschiedenen Streicher klingen sauber ab und bleiben detailtreu.

Video

Blu-ray-Signale in 1080p/24 Hz wurden einwandfrei und ohne Qualitätsverlust durchgeschliffen. 

Ein Video-Equalizer mit folgenden Funktionen steht für Nachbearbeitung des zugeführten Bildmaterials zur Verfügung:

Menü - Bildeinstellungen

Weitere Funktionen des VideoEqualizers

Farbjustage

Bildmodus

  • ISF Tag & ISF Nacht
  • Cinema
  • Game
  • Eigene Einstellungen

Eigene Einstellungen

  • Film Modus: Auto, Video, Film
  • Konturoptimierung: Aus, Niedrig, Mittel, Hoch
  • Mosquito NR: Aus, Niedrig, Mittel, Hoch
  • Random NR: Aus, Niedrig, Mittel, Hoch
  • Block NR: Aus, Niedrig, Mittel, Hoch
  • Helligkeit
  • Kontrast
  • Farbton
  • Sättigung
  • Gamma
  • Rot-Helligkeit
  • Rotkontrast
  • Grün-Helligkeit
  • Grünkontrast
  • Blau-Helligkeit
  • Blaukontrast

Das Upscaling und Deinterlacing von SD-Signalen übernimmt ein HQV Reon Chip

Star Wars Episode III

Exzellent! Mit hoher Stabilität läuft die sattgelbe Laufschrift der ersten Szene der dritten Episode in die hinteren Bildebenen ab. Weder Kantenflimmern oder Wellenbewegungen noch Treppenstufen sind an den Buchstabenrändern übermäßig ausgeprägt. Im obersten Drittel sieht das geschulte Auge minimales Zittern und Treppenstufen an einzelnen Lettern, trotzdem ein hervorragendes Ergebnis. Zudem ist keinerlei Ausbleichen der Laufschrift zu erkennen, etwas prägnantes Ockergelb zeigt sich bis in die hinterste Ebene. Auch beim Kameraschwenk nach unten auf das imperiale Schiff ist die erste diagonale Linie komplett stabil und sauber, auch an der Kommandobrücke zeigt sich kein Zittern. Die Objektkanten der kleinen Raumjäger bereiten dem Reon ebensowenig Probleme, bei schnellen Manövern bleiben klare Linien bestehen. Der Heckbereich des Zerstörers zeigt eine gute Kontrastdynamik mit klaren Details. Beim Abknicken Obi-Wans und Anakins mit einem Blick auf Coruscant sehen wir sehr plastisch weitere imperiale Raumschiffe, die über der Planetenoberfläche schweben. Scharf und detailreich gezeichnet wirken auch die Großaufnahmen der beiden Protagonisten in der Portraitaufnahme. Im folgenden Catfight mit vielen kleinen Bildobjekten bleibt die Gesamtbildruhe hoch, es lassen sich keine negativen Artefakte feststellen. So kommt HD-Feeling auf. Wie oben beschrieben stellen sich in bestimmten Ebenen noch kleine Kritikpunkte beim Reon-Chip immer noch ein, Aliasing-Probleme und Treppenstufen sind bei Objektkanten partiell sichtbar, insgesamt wirkt das Bild aber ruhig und stabil. 

AVEC -Testbilder:

  • Laufschriften (weiß und schwarz) vor dreifarbigem Hintergrund (weiß, rot, blau) in verschiedenen Geschwindigkeiten: Ab der zweiten Geschwindigkeit der drei Laufschriften sind Nachzieher an den Zeichenfolgen zu erkennen, Artefakteausprägung ist keine zu erkennen. Die Farbtrennung gelingt sehr gut, im roten Bereich aber etwas schwächer.
  • Schwingendes Pendel, innen rot-blau strukturiert, in verschiedenen Geschwindigkeiten, das über eine schwarze Linie gleitet: Ab etwa dem unteren Drittel der Pendellinie sind Nachzieheffekte erkennbar, auch die Spitze bleibt nicht ganz stabil, die Balken lassen sich nur durchschnittlich gut differenzieren und greifen ineinander über. 
  • Stadtbild Esslingen: Das Ziegeldach des Schlossturms und die Hausdächer Esslingens werden sauber, aber nicht ohne völliger Absenz von Skalierungsartefakten dargestellt. Während der Kamerafahrt bleibt aber die Mauerlinie stabil und die Gesamtbildruhe hoch. Die Schärfe ist gut, die Detaillierung von Pflastersteinen und Rasen sehr ausgeprägt, besonders gefällt die ausgezeichnete Farbgebung ohne überbetontes Grün.

Fazit

Der bereits bekannte HQV Reon Chip legt zwar nicht mehr unbedingt die Meßlatte im Bereich Upscaling & DeInterlacing auf 1080p-Auflösung an, bietet aber weiterhin eine solide Performance. Ausbildung von Treppenstufen und zitternde Kanten sind zwar noch an schnell bewegten Objektkanten erkennbar, grobe Schnitzer leistet sich der Reon aber nicht. Ein angenehmer und ruhiger Gesamteindruck mit guter Farbdarstellung und Kontrastdynamik lässt DVD-Signale auch an hochauflösenden Bildwiedergabegeräten zum entspannten Filmgenuß werden.

Konkurrenzvergleich

Pioneer SC-LX83: Der direkte Konkurrent im gleichen Preisklassensegment hat unsere Redaktion über jegliche Gebühr begeistert. Grobdynamisch ein Ass, deutlich feinfühliger als die früheren Modelle und mindestens so pegelfest wie der Onkyo. Im Tieftonbereich tritt der Pioneer strukturierter und trockener auf, der Onkyo hingegen etwas runder und weicher. Im Mitten-/Hochtonfrequenzbereich spielt der 5008 samtiger auf, der Pioneer klar und strahlend. Die Räumlichkeit liegt bei beiden Receivern auf erstklassigem Niveau, der Pioneer wirkt aber noch etwas fülliger und geschlossener. Aus tonaler Sicht klingt der SC-LX83 ein Stück weit neutraler und weist sich als noch brillianterer Feindynamiker aus. Bezüglich des Einmess-Systems bleibt Pioneer ungeschlagen, Onkyo steht mit dem neuen MultEQXT32 von Audyssey zwar schon ein starker Gegner von Raummoden zur Seite, das anderen Konkurrenten den Schneid abkauft, Pioneers MCACC bleibt aber dank der vielen zusätzlichen manuellen Eingriffsmöglichkeiten weiterhin auf Platz 1. In der Video-Sektion hat der Onkyo die Nase vorn, der Reon-Chip stellt zwar nicht mehr das Optimum in diesem Bereich dar, leistet aber noch ausgezeichnete Arbeit. Im Multimedia zeigt sich wieder der Pioneer ein Stück weit flexibler, Videos können zwar auch beim SC-LX83 nicht wiedergegeben werden, dafür neben Musikwiedergabe auch Bilder. Die Steuerung über den iPod, die wohl jetzt auch für den Onkyo kommen soll, ist beim Pioneer schon über einen längeren Zeitraum verfügbar.

Arcam AVR500: Der AVR 500 ist mit einem derzeitigen Marktpreis von knapp 3000 Euro immer noch deutlich teurer als der Onkyo TX-NR5008. Im Bereich Detaillierung und Auskleidung im Hochton- und Mittenbereich hat der Arcam auch die Nase vorne, ist aber insgesamt neutraler und weniger samit ausgelegt als der Onkyo. In puncto Pegelfestigkeit und Grobdynamik fällt die Differenz schon geringer aus, auch in der räumlichen Abbildung im Mehrkanalbetrieb geben sich beide Receiver nur wenig. Im Stereo-Betrieb hingegen liegt die deutlichere Stärke des Arcam, hier wird präziser und mit mehr Finesse gearbeitet. Abgesehen vom akustischen Bereich sieht es beim Arcam nicht ganz so prickelnd aus, noch mit HDMI 1.3-Anschlüssen ausgestattet und somit nicht zur Weiterleitung von 3D-Signalen geeignet, zeigt sich auch die Videosektion mit schwächeren Leistungen im 1080p-Upscaling. Netzwerkfunktionen sieht der AVR500 ohne zusätzliche Upgrades nicht vor.

Onkyo TX-NR1008: Da sich der knapp 800 Euro billigere TX-NR1008 über seine Preisklasse hinaus stark in Szene gesetzt hat, darf er sich ebenfalls in den Konkurrenzvergleich seines großen Bruders einbringen. Klar zeigt der 5008 eine noch konstantere Pegelfestigkeit und größere Dynamikreserven, der Step des 1008 gegenüber dem Vorjahresmodell ist aber enorm. Ebenfalls mit 9 Endstufen ausgestattet birgt der kleine Onkyo einen hervorragend aufgelösten Hochtonbereich, der dem 5008 in wenig nachsteht, auch in den tiefen Frequenzen zeigt der 1008 ein kraftvolles und rundes Ergebnis. Mit der besseren Videosektion und stabilerer Upconversion auf 1080p wartet aber der 5008 auf und verfügt mit einem weiteren HDMI-Anschluss auch hier über höhere Flexibilität. Die Netzwerkfunktionen sind bei beiden Geräten identisch. 

Fazit

Der Onkyo 5008 glänzt mit üppiger Ausstattung, tadelloser Verarbeitung außen wie innen und bekannter, freundlicher Bedienung. Versehen mit 8 HDMI 1.4 3D-fähigen präsentiert er sich als stattliche Schaltzentrale mit hoher Flexibilität. Im Netzwerk-Bereich kann man ihm diese nicht ganz zusprechen. Zwar funktionieren die vorhandenen Funktionen zügig und komfortabel, ausschließlich Musikdateien wiederzugeben ist aber nicht mehr ganz zeitgemäß. Zumindest Bilddateien sollte ein AV-Receiver neben Musikwiedergabe bereitstellen, gut gefällt aber das manuelle Hinzufügen von Internetradiostationen und die Möglichkeit einen iPod/ein iPhone mit einem vorhandenen USB-Kabel einzubinden. Video-seitig werden ebenfalls keine neuen Maßstäbe gesetzt, der HQV Reon-Chip liefert zwar immer noch solide Ergebnisse, hier bieten aber teilweise Geräte sogar in den niedrigeren Preissegmenten noch höhere Stabilität und weniger Artefakte. Akustisch wird der Onkyo seiner Preisklasse aber wieder gerecht. Einen riesigen Step nach vorne, wie ihn der TX-NR1008 vorgelegt hat, macht der Onkyo 5008 nicht. Das muss er auch gar nicht, mit enormer Pegelfestigkeit, hoher Grobdynamik und feinem Auflösungsverhalten steht dem Anwender ein kleiner AV-Bolide zur Verfügung, der mit Homogenität und Finesse kraftvoll die Lautsprecherkomponenten befeuert. Der Onkyo bietet zudem MultEQXT32, eine Weiterentwicklung des bekannten Audyssey Einmesssystems. In der Praxis greift die Raumakustik-Verbesserung effektiver ein als die früheren Versionen, zwar empfiehlt sich in guten Räumen weiterhin eine Deaktivierung des Systems, besonders aber im Hochtonbereich rundet das neue Processing weniger ab und bietet weiterhin Feindynamik.

AV-Zentrale mit exzellentem inneren Aufbau, hohen Kraftreserven und angenehmer Homogenität

AV-Receiver Obere Mittelklasse
Datum: 24. November 2010

+ Hohe Pegelfestigkeit
+ Hohe Detailtreue
+ Fundierter, angenehmer Klang
+ Tadelloser innerer Aufbau

- Ausschließlich Musikwiedergabe via Netzwerk/USB
- Keine manuelle Nachbesserung der automatisch ermittelten Audyssey EQ-Kurven möglich

Test: Philipp Kind
24. November 2010

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