TEST: Blu-ray Player Onkyo BD-SP807 - Onkyos großer Wurf?

22.02.2010 (phk/cr)

Einleitung

Den ersten Blu-ray Player von Onkyo DV-BD507 konnten wir schon im Testbetrieb überprüfen. Für eine etwas größere Investition, bei Marktpreisen von etwa 700 Euro, liegt der BD-SP807 und damit ONKYOs neuer Vertreter ihrer Blu-ray Linie. Die hochwertige Verarbeitung, Betriebssicherheit und ausgezeichnete audiovisuelle Fähigkeiten sollen den BD-Player an die Spitze bringen. Der neue Japaner besitzt die THX-Zertifizierung und soll so eine kinogerechte, authentische Wiedergabe "out of the Box" auf ihr Display zaubern. Zudem gönnt ONKYO dem BD-SP807 noch einen umfangreichen Video-EQ mit 5 individuellen Speicherplätzen und einen Anchor Bay Videobearbeitungschip. Die Multimediafähigkeiten umfassen BD-Live und Musik+Foto+Videowiedergabe über SD-Karte, über die Praxisperformance des neuen Japaners lesen Sie hier im Test.

Verarbeitung

Saubere Verarbeitung an Front und Seite

Großzügig dimensioniere Standfüße

Perfekte eingepasste Ummantelung

Komplettansicht des Innenaufbaus

Detail Analog-Sektion

Fernbedienung

Der DV-SP807 verspricht mit der massiven Chassiskonstruktion Wertigkeit. Seitlich und auf der Rückseite sind die dicken Seitenwände sauber verschraubt und weisen keine Spalte auf. Die in gebürstetem Aluminium gehaltene Frontblende rundet den ausgezeichneten äußeren Eindruck ab. Die vorderen Bedienelemente sind tadellos integriert, zur fortführenden Navigation sind keine Buttons vorhanden. Auch der Rücken kann entzücken: Perfekt eingepasste, unverrückbare Anschlüsse. Den großen Standfüßen mit Korkfläche gebührt unsere Zustimmung. Nach Öffnung des Gerätes sind wir nicht weniger begeistert. Die Chassiskonstruktion hält ihre Versprechen, wir finden eine saubere Bereichstrennung von analogem, digitalem Audio, Video- und Netzteilsektion. Der Lüfter unterstützt als einzige Komponente am wenigsten den Eindruck von Hochwertigkeit, kleiner als ein PC-Lüfter und mit leicht eiernder Laufführung sitzt er am hinteren Ende des Gehäuses - ob daraus wirklich irgendwelche störenden Geräusche entstehen bleibt abzuwarten.

Wiederum ganz und gar nicht gefällt uns die beigelegte Fernbedienung für den BD-Spieler. Wir ahnten es schon beinahe und es ist leider wahr: Die Fernbedienung, die wir schon beim Test des DV-BD507 bemängelt haben macht sich natürlich in Gesellschaft des BD-S807 eine noch viel schlechtere Figur. Grau, trist, lieblos - mehr fällt uns hier nicht ein. Will man nett sein, trifft es am ehesten noch praxisgerecht. Essentielle Tasten sind natürlich vorhanden allerdings kann die Haptik insbesondere der Tastendruck nicht annähernd überzeugen, eine Beleuchtung ist nicht vorhanden. Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur Preisklasse: Hervorragend - Perfekt.

Anschlüsse

  • HDMI

  • Komponente

  • FBAS

  • Coax Digital Audio Out

  • Toslink Digital Audio Out

  • Stereo Cinch Downmix

  • 7.1 Multikanal Ausgang

  • Ethernet

  • SD-Karte

Man kann schon behaupten, dass sich der BD-SP807 insbesondere auf die essentiellen Ausgänge und Slots spezialisiert. Das wollen wir nicht unbedingt negativ werten, ob man neben einem HDMI/Komponenten- und FBAS-Ausgang noch beispielsweise ein S-Video Signal benötigt sei dahingestellt, wir meinen nicht. Einen USB-Slot hätte man dem Gerät aber durchaus noch gönnen können, so dient nur der SD-Kartenslot vorne als möglicher Speicherort für BD-Live Daten. Klar zu erwähnen ist außerdem der 7.1 Analog-Multikanalausgang. Gesamtnote Anschlüsse in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - Hervorragend.

Konfiguration, Setup und Bedienung

Fernbedienung Taste "Setup"

Schnellkonfiguration

Quick-Menü

  • Media Select: Disc/SD

  • HDMI Audioausgabe: HDMI Multi (Normal)/HDMI Multi (LPCM)/HDMI 2ch/Audio Mute

  • HDMI Videoauflösung: Auto/Source Direct/480,576i/480,576p/720p/1080i/1080p/1080p24

  • Component-Ausgang: 480,576i/480,576p/720p/1080i

  • 7.1ch Audio Out: Multikanal

  • Player Menü: Deutsch/Englisch/Spanisch/etc.

Benutzerdef

Sprache

  • Audio Original/etc

  • Untertitel Aus

  • Disc.Menü Englisch/Deutsch

  • Player Menü Deutsch/etc

  • Divx Untertitel Englisch/etc

Video

  • Bildformat: 16:9 Breit/4:3 Pan&Scan/4:3 Letter Box/16:9 Squeeze

  • HDMI Farbraum: YCbCr/RGB

  • RGB-Einstellung/HDMI: Normal/erweitert

  • Autoformat für HDMI: Max./Bildschirm

  • HDMI-Videoauflösung

  • HDMI Deep Colour Auto/Aus

  • Component-Ausgang

  • Vollbildmodus Auto1/Auto2/Video

  • Standbildmodus: Auto/Halbbild/Vollbild

  • Aktiver TV-Bereich Vollbild/Normal

Audio-Einstellungen

LS-Setup

Audio

  • BD-Audiomodus: HD-Audioausgabe/Audioausgabe:Mix

  • HDMI-Audioausgabe

  • 7.1ch-Audioausgabe

  • Heruntertaktung: Aus/An

  • DRC: Aus/Auto/An

Sicherung

  • BD-Einstufung: Alle/etc

  • DVD-Einstufung: Alle/etc

Andere

  • Kamerawinkel: An/Aus

  • Abschaltung: An/Aus

  • Anzeige: Auto/Hell/Dunkel

  • Dia Vortrag: 5/10 Sekunden

  • Divx VOD

  • HDMI CEC: An/Aus

  • Medienwahl

  • Netzwerkverbindung: Aktivieren Standard/Aktivieren Benutzerdef./Deaktivieren/ Verbindung prüfen

  • Software-Upgrade: Aktuelle Version / Disc-Upgrade/Netzwerk-Upgrade

Initialisier

  • Einstellungen: Auf die Werkseinstellungen zurücksetzen

  • SD-Karte formatieren

  • Gespeicherte BD-Rom Daten löschen (Player)

  • Gespeicherte BD-Rom Daten löschen (SD-Karte)

  • Netzwerkeinstellungen zurücksetzen

Video-EQ Taste "Mode" auf der FB

Memory 1 - Memory 5

  • Kontrast -7 bis +7

  • Helligkeit 0 bis +15

  • Schärfe -6 bis +6

  • Gamma-Korrektur 0 bis +5

  • Farbe -7 bis +7

  • Rauschminderung Aus/1/2/3

Fazit

Das Menü des neuen Onkyo Players wirkt ansprechend und durchdacht. Abgesehen von den etwas direkten Überschriften ist das Menü gut übersetzt und bereitet auch dem Einsteiger somit keine Probleme. Durch den Schnellzugriff "Quick" werden die elementaren Einstellungsmöglichkeiten flott erreicht, trotz der übrigen umfangreichen Funktionen ist das Setup nicht bloated und überfüllt. Lediglich die Pegel- und Abstandseinstellungen der Lautsprecherkomponenten mit 1dB- und 30cm-Steps ist etwas ungenau aber noch ausreichend. Der Video-EQ hingegen ist vergleichsweise umfangreich und dank der 5 individuell einstellbaren Speicherplätze mehr als praxisgerecht. Gesamtnote Menü und Bedienung in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Laufwerk, Ladezeiten und Betriebsgeräusche

Einlesezeiten:

  • Fluch der Karibik 1: 51 Sekunden zur Sprachwahl
    Casino Royale: 30 Sekunden bis zum Sony-Logo
    Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels: 31 Sekunden bis zum Paramount-Logo
    Stirb Langsam 4.0: 45 Sekunden zum FOX-Logo
    Sahara DVD: 23 Sekunden bis zur Sprachauswahl
    Star Wars Episode  DVD: 24 Sekunden bis zum Warning

  • Booten: 19 Sekunden

Layerwechsel:

  • Top Gun DVD, Kapitel 17 auf Kapitel 18: Mäßig bis gerade noch akzeptabel. Über eine halbe Sekunde muss man in etwa ausharren bis der Film nahtlos weiterläuft.

Die Konkurrenten:

Sony BDP-S760

  • Booten: 24 Sekunden / 6 Sekunden mit Schnellstart

  • Casino Royale: 22 Sekunden bis zum Sony-Logo

  • Fluch der Karibik 1: 36 Sekunden zur Sprachwahl

Pioneer BDP-LX52

  • Booten: 24 Sekunden

  • BD Casino Royale: 35 Sekunden

  • BD Fluch der Karibik 1: 32 Sekunden

Panasonic DMP-BD60

  • Booten: 11 Sekunden (mit Schnellstart), 28 Sekunden (ohne Schnellstart)

  • BD Casino Royale: 36 Sekunden

  • BD Fluch der Karibik: 51 Sekunden

Denon DBP-2010

  • Booten: 25 Sekunden

  • BD Casino Royale: 42 Sekunden

  • BD Fluch der Karibik: 40 Sekunden

Fazit

Mäßige Einlesezeiten stellen wir beim neuen BD-SP807 fest. Sehr zügig ist er wirklich nicht, Sicherheit bringt er dafür mit: Jegliche BD/DVD wurde auch bei mehreren Versuchen in etwa derselben Zeitspanne eingelesen, inklusive von Gebrauchsspuren geplagte ältere DVDs. Auch diese werden allerdings nicht gerade sehr schnell vom BD-SP807 erkannt. Der vorher betrachtete Lüfter kassiert keine schlechte Wertung, erwartungsgemäß ist etwas Geräuschentwicklung zu vernehmen, jedoch sind diese eher als leichte Strömungs- anstatt Laufgeräusche zu erkennen und bei unserem Sitzabstand von etwa 1,65m nicht mehr zu hören. Gesamtnote Einlesezeiten und Betriebsgeräusche in Relation zur Preisklasse: Sehr gut - Ausgezeichnet.

Netzwerk und Multimedia

Einbindung in Netzwerke

Die Netzwerkeinbindung erfolgt schnell und problemlos. Im Hauptmenü des Onkyo Players wird unter "Benutzerdef" und "Andere" die Netzwerkverbindung aktiviert. Hier stehen die Möglichkeiten Standard und Benutzerdefiniert zur Verfügung. Standard beschreibt die Einbindung bei aktiviertem DHCP: Die IP-Adresse wird automatisch vom Router bezogen, ebenso Gateway und DNS-Server. Sollte ein DHCP-Server nicht zur Verfügung stehen können alle Parameter unter Aktivieren "Benutzerdef" manuell eingegeben werden. Nach erfolgreicher Installation kann nun eine Verbindungsprüfung durchgeführt werden. Mittels der Standard-Funktion gelang unsere Einbindung im Testbetrieb innerhalb weniger Sekunden.

BD Live

Die BD-Live Funktion bei erfolgreicher Netzwerkeinbindung stellt keine Probleme dar. Überprüft mit Iron Man & Transformers.

SD-Karte

Nach Einschub unserer 4 GB SD-Karte öffnet sich ein Popup mit der Möglichkeit die SD-Karte als Wiedergabemedium zu wählen. Video, Audio und Bild stehen als erweiterte Bereichseinteilung zur Verfügung. JPEG-Bilddateien werden als einziges Photoformat schnell und in ansprechender Qualität am Bildschirm angezeigt. In der Audio-Sektion werden kompromisslos MP3-Dateien wiedergegeben, WAV und FLAC können nicht ausgewertet werden.

Fazit

Varietätsreiche Möglichkeiten zur Netzwerkintegration bietet der Onkyo nicht, dafür gelingt die kabelgebundene Einbindung mit sowie ohne DHCP problemlos und flott. BD-Live bereitete keine Probleme. Gesamtnote: Sehr gut.

Testequipment
Bild

Blu-ray

Casino Royale + Fluch der Karibik, Kapitel 1+2, 1080p24

Die tadellose 24p-Wiedergabe zu Beginn des zweiten Kapitels von Casino Royale zaubert ein ausgesprochen ruhiges und stabiles Bild auf das Display. Keine der vertikalen oder horizontalen Linien und Objektkanten zeigen Bildzittern oder Kantenflimmern. Auch in den äußeren Bereichen zeigt sich hohe Plastizität und eine sehr gute Bildstaffelung. Der körnige und sandige Boden der Kampfarena wird natürlich differenziert, das Fell und die Schuppen der darauf kämpfenden Frettchen und Schlange sind hoch detailliert und klar strukturiert. Als die Kamera auf 007 schwenkt, der an dem verkohlten schwarzen Holzbalken lehnt, erkennen wir ebenso eine tadellose Kontrastdynamik im Blu-ray Betrieb. Die Bildschärfe ist auf einem sehr hohen Level, hochfrequente Feinheiten sind aber im Nackenbereich des Spions nicht mehr absolut sauber dargestellt. Nachdem sich Bond auf die Verfolgungsjagd des Schurken macht zeigt uns wiederum ein sehr bewegungsruhiges Bild dass nur bei sehr schnellen und nahen Schwenks minimale Schwächen aufweist. Die Farbgebung ist ohne Eingreifen des Video-Equalizers höchst authentisch, augenfreundlich und angenehm. Die rostrote Baustelle wirkt natürlich und nach dem Kampf auf den beiden Kränen attestieren wir ausgezeichnete Tiefenstaffelung und Plastizität.

Nach dem Wechsel auf das Abenteuer mit Jack Sparrow erhebt sich das Galeonsschiff aus den Nebelschwaden, die sauber und leicht vordergründig vor dem Bug des Schiffes wabern. Die junge Ms. Swan an der gut detaillierten Reling zeigt wieder eine sehr natürliche Hautfarbe ohne jeglichen Einschlag. Die Verwaschungen auf den Segeln lassen sich auch problemlos ausmachen. Nach einem Sprung auf Kapitel 2 und der Portraitaufnahme von Johnny Depp kann man den hohen Detaillierungsgrad erkennen, auch der Schärfegrad gefällt uns immens. Sehr Cinema-like und angenehm für einen langen Filmabend ist die Auslegung, wem dies aber etwas zu wenig ist kann immer noch per Video-EQ nachbearbeiten. Die Wasserbewegungen sind absolut nahtlos und ruckelfrei. Als Jack Sparrow an den drei aufgeknüpften Piraten vorbeifährt ist kein Zittern an vertikalen oder horizontalen Objektlinien zu erkennen. Die Kontrastdynamik in den dunklen Bereichen der Felsformation ist wirklich hervorragend, Struktur und Details ist in den äußeren Bereichen noch auszumachen. Bei der Einfahrt in Port Royale ist die schwierige Szene an den vorbeifahrenden Piraten ausgezeichnet gelöst, minimales Kantenflackern können wir an einem Gesichtszug erkennen, generell aber eine tadellose Leistung. Gesamtnote Bildqualität Blu-Ray in Relation zur Preisklasse: Hervorragend - Perfekt.

DVD

Star Wars Episode III, Kapitel 1+2, Upscaling/DeInterlacing 576i -> 1080p

Ausnahmeleistung! Aufzementiert sehen die nach hinten ablaufenden gelben Buchstaben aus, ruhig und flüssig läuft das Geschehen in die hinteren Ebenen des etwas gut befüllten Sternenhimmels. Leichtes Zittern an der langen Objektkante des Raumzerstörers  während des Kameraschwenks, ansonsten ruhige Linien auch an der Kommandozentrale. Als die kleinen Raumjäger von Obi-Wan und Anakin auf der im Schatten liegenden Seite des Zerstörers beschleunigen gefällt uns die gelieferte Kontrastdynamik hervorragend, hier konnten wir nur bei wenig der Preisklasse angehörigen Geräten mehr Details erkennen. Beim Abknicken der Jäger nach unten auf Coruscant ist die Tiefenstaffelung der in der Atmosphäre hängenden Zerstörer absolut präzise. Die Objektkanten bleiben hingegen absolut ruhig, selbst bei den flotten Manövrieraktionen der blitzschnellen Jäger können wir keine zitternden Linien oder Skalierungsartefakte erkennen. In der Portraitaufnahme der zwei Jedis erkennen wir authentische Hautfarben ohne erdigen Einschlag und eine saubere Detaillierung und Bildschärfe.

AVEC Professional Test DVD

  • Laufschriften in verschiedener Geschwindigkeit: Ausgezeichnete Darstellung. In allen Geschwindigkeiten läuft die Schrift ruhig mit minimaler Neigung zu Kantenflimmern und selbst in der schnellsten Laufgeschwindigkeit ist nur wenig Nachziehen zu erkennen. Die Farbtrennung gelingt gut, leider sind im Rot-Blau-Übergang leichte Doppelkonturen zu erkennen.

  • Schwingendes Pendel: Erneut hervorragendes Ergebnis. Bei stabiler Pendellinie bleiben die inneren farbigen Balken bis auf die unterste Geschwindigkeit klar differenzierbar. Ungewolltes Nachziehen ist etwa ab der Pendelmitte bis hin zur Spitze nachvollziehbar.

  • Stadtbild Esslingen: Stabile Mauerlinie und sehr ruhige Kamerafahrt, die Hausdächer bleiben nicht komplett ruhig und rauschfrei. Die Struktur des Rasens und der Pflastersteine ist sauber konturiert. Das satte Grün begeistert uns immens, kein Gelbstich zu erkennen. 

Klang

Baraka, Kapitel 5+6 + Dark Knight Kapitel 1, via HDMI

Viele behaupten immer, dass sich die Tonausgabe über HDMI akustisch nicht unterscheidet - daher sollte man einen preiswerten BD-Spieler ebenso gut verwenden können wie ein teureres Exemplar. Doch - wie spricht
der Volksmund so schön - grau ist alle Theorie. Denn in Verbindung mit unserem Pioneer SC-LX90 bringt der BD-SP807 ein überragendes gestaffeltes und fein nuanciertes Klangbild zustande. Bei "Baraka" ist die Hochtonwiedergabe von Lebendigkeit, Klarheit und der gekonnten Darstellung subtiler Nuancen geprägt. Feines Abklingen von Instrumenten, Windgeräusche oder andere kleine Effekte erscheinen plastisch und filigran, so dass sich der Zuhörer mitten im Geschehen wähnt. Im 5. Kapitel, als der Bass mit Nachdruck und Tiefgang agiert, liefert der 807 einen absolut sauberen, fundierten Sound, neutral in der Auslegung, lebendig in der Ausprägung. Bei "Batman - the Dark Knight" setzen sich diese Eindrücke nahtlos fort. Die enorme Brillanz und die herausragende Lebendigkeit befördern den talentierten BD-Player schon in die Nähe weitaus teurerer Oberklasse-Konkurrenten. Verfärbungsfrei werden feine tonale Einzelheiten ins Gesamtgefüge eingebaut. Bei "GI Joe" bringt der Onkyo das effektreiche 2. Kapitel ausgezeichnet zum Ausdruck - er liefert dem SC-LX90 somit eine ideale Basis, um den Nachdruck und die Räumlichkeit dieses Spektakels optimal zum Ausdruck zu bringen.

Baraka, Kapitel 5+6 + Dark Knight Kapitel 1, via Multichannel Ausgang

Jetzt dürfen die internen BurrBrown D/A-Wandler zeigen, was sie können. Dynamisch, fein aufgelöst und präzise löst der Onkyo selbst das Geschehen ausgezeichnet von den Lautsprechern. Hohe Sprachverständlichkeit und die geschlossene räumliche Dichte runden das gute Ergebnis ab. Etwas weniger Bassgewalt und Feindynamik als beim HDMI-Bitstreaming können wir dennoch feststellen.

Konkurrenzvergleich
  • Sony BDP-S760: Die Konkurrenz von Sony mit nochmals niedrigerem Marktpreis liegt bei der Blu-ray Wiedergabe nur knapp hinter dem Onkyo, ähnlich hohe 24p-Stabilität und die schon sehr ausgereifte Plastizität des S-760 machen es möglich. Die Farbeuthentizität gelingt dem SP-BD807 noch etwas kino-gerechter und höchst natürlich. Bei DVD-Upscaling zieht der Onkyo allerdings davon und produziert ein zementhartes Bild durch seinen Anchor Bay Chip. Mit edle Auftreten durch die massive Verarbeitung des Onkyo Players kann der Sony nicht mithalten.

  • Pioneer BDP-LX52: Aufgrund des agressiven Marktpreises wahrscheinlich der härteste Konkurrent aus dem eigenen Land. Dem Pioneer im Blu-ray Betrieb noch etwas vorzumachen scheint in der Preisklasse fast unmöglich. Den Onkyo sehen wir hier tatsächlich nur unter Verwendung einer THX-Kette vorne. Unser großes Panasonic-Plasma zaubert im Zusammenspiel mit dem SP-BD807 ein derartig plastisches Kino-Feeling wie wir es in Wohnzimmerumgebung noch kaum erlebt haben. Wirksame Video-EQs besitzen beide, der Pioneer greift noch etwas spezifischer in das Signal ein und kann genauer justiert werden. Zuverlässigkeit und Betriebsgeräusch liegt auf etwa gleichem Level, in der Laufwerksgeschwindigkeit liegt der Pioneer vorne.

  • Denon DBP-2010: Ein ähnlich hochwertiges Auftreten geling dem DBP-2010. Audiovisuell stark mit nicht ganz der 24p-Stabilität und reinen Farbauthentizität des Onkyos aber ebenso natürlicher Bildschärfe und exzellenter Farbsättigung zieht der Denon im DVD-Betrieb absolut gleich. Der Denon verfügt ebenso nur über einen SD-Kartenslot und den gleichen äußeren und inneren Aufbau des Onkyo Players. Das Handling des Onkyos gefällt durch das ansprechende Menü etwas besser, auch die beigelegte Fernbedienung ist deutlich hochwertiger.

Fazit

Mit dem BD-SP807 ist Onkyo der ganz große Wurf geglückt - leider ging die Message vom Erscheinen dieses Ausnahmetalents in Anbracht des aktuellen 3D-Medienspektakels etwas unter, dabei hätte gerade dieser Player sehr viel Aufmerksamkeit verdient. Mit dem für die Preisklasse phänomenalen Bild dringt der Onkyo in Dimensionen vor, die ansonsten beinahe doppelt so teuren BD-Spielern vorbehalten bleiben. Vor allem der exzellente Kontrast und die erstklassige Plastizität begeistern bei der Wiedergabe von Blu-rays. Gerade dann, wenn man ein ebenfalls THX-zertifiziertes Panel verwendet, ist das Bild von erlesener Qualität. Nur die absoluten Luxusplayer von Denon oder Pioneer vermögen sich hier nochmals besser in Szene zu setzen - aber man benötigt dann auch mindestens 50 Zoll-Luxusdisplays, um die Differenzen verfolgen zu können. Was der BD-SP807 leistet, entzieht sich schon dem, was die meisten Anwender mit normalen Ansprüchen bislang gesehen haben, ganz gleich, ob es um das satte, tiefe Schwarz, die flüssige Bewegungswiedergabe oder die absolut akkurate Detaillierung auch feiner Muster und Bildeinzelheiten geht. Doch der edel verarbeitete, zeitlos elegante Player kommt auch mit herkömmlichen DVDs herausragend zurecht. Gerade dann, wenn Film-DVDs von 576i auf 1080p hochgewandelt werden, verfallen auch sehr erfahrene und dementsprechend anspruchsvolle Anwender in Erstaunen: Bildschärfe, Bildruhe und Bildsauberkeit sind von höchster Güte. Das Hochkonvertierten von Videomaterial gelingt ebenfalls ausgezeichnet, minimale Flimmereffekte, die ab und zu autreten, sorgen aber dafür, dass Filmmaterial noch sauberer und eindrucksvoller hochskaliert sowie de-interlact wird. Passend zum brillanten Bild ist auch die HDMI-Tonsignalausgabe vollauf gelungen. Lebendig, natürlich, fundiert und sensibel - alles, was der Hörer mit Anspruch erwartet, wird fehlerfrei und auf beeindruckendem Niveau umgesetzt. Bei allen audiovisuellen Bestleistungen - multimedial hat der BD-SP807 nur wenige Pfeile im Köcher, und diese sind dementsprechend schnell verschossen. Der SD-card-Einschub liest aber immerhin Bild-, Video- und Musikdateien ein, wenn auch der Formateumfang stark eingeschränkt ist. Die Netzwerkschnittstelle ist nur für BD Live gedacht.Keine Maßstäbe werden auch bei der Laufwerksperformance gesetzt, das Laufwerk ist zwar leise, aber zu langsam. Die relativ schlicht gestalteten Menüs sind gut zu handhaben, die mitgelieferte Fernbedienung allerdings ist einem so noblen Player nicht würdig und sollte durch ein deutlich höher wertiges Exemplar ersetzt werden. Insgesamt aber legt der BD-SP807 die Messlatte in seiner Preisklasse aus audiovisueller Sicht nochmals höher als die sehr starke Konkurrenz - für sehr anspruchsvolle Heimkinoanwender, die nicht primär auf multimediale Top-Eigenschaften Wert legen, sondern ihren Fokus auf superbe Bild- und Tonqualität zum fairen Preis legen, ist der Onkyo ohne Einschränkung erste Wahl.

Onkyos Meisterstück - mit superber audiovisueller Performance öffnet der preislich faire BD-SP807 schon die Tür zur BD-Oberklasse

Blu-ray Player Obere Mittelklasse
Test: 22. Februar 2010

+ Extrem scharfes, stabiles und farbechtes Blu-ray-Bild
+ In allen Betriebsarten herausragende Plastizität
+ Erstklassiger Kontrast
+ Überragende Upconversion von DVDs
+ Exzellenter Klang beim Anschluss über HDMI
+ Noble Optik
+ Hervorragende Verarbeitung innen und außen
+ Sehr fairer Kaufpreis

- Unbefriedigende Fernbedienung
- Laufwerk relativ langsam

Technische Daten: http://www.eu.onkyo.com/

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Datum: 22. Februar 2010

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