TEST: Mobiltelefon Motorola Defy - wassergeschützt, staubfest und leistungsstark?
22.12.2010 (cr)
Einführung
Für Marktpreise um die 320 EUR ist das Fulltouch-Smartphone Motorola Defy mit Motoblur-Benutzeroberfläche erhältlich, das als besonderes Merkmal ein wassergeschütztes und staubdichtes Gehäuse
aufweist und nach IP 67 Standard zertifiziert ist. Zudem ist das Display dank Corning Gorilla-Glas im höchsten Maße kratzfest, verspricht der Hersteller. Der 3,7 Zoll messende und somit dem gängigen Standardformat entsprechende Touchscreen mit 480 x 854 Pixel Auflösung ist frontal bündig eingelassen.
Mittels CrystalTalk Plus soll auch in lautem Surround gewährleistet sein, dass man sich verständlich machen und auch seinen Gesprächspartner verstehen kann. Die Motoblur-Benutzeroberfläche verlangt, möchte man alle Funktionen sinnvoll nutzen, nach dem Anlegen eines Motoblur-Kontos durch den stolzen Besitzer des Defy. Unter der von Motorola entwickelten Oberfläche tut Android 2.1
Eclair und damit nicht mehr die aktuelles Version des beliebten Betriebssystems seinen Dienst.
Das ist nicht verständlich, bei der Markteinführung im Oktober 2010 war
Android 2.2 bereits verfügbar.
Motorola hat aber angekündigt, ab dem 2. Quartal 2011 das Defy mit Android
2.2 Froyo auszustatten - beim rasanten Wechsel der Androidversionen (2.3 "Gingerbread"
ist schon im Anmarsch) kann man aber davon ausgehen, dass die Version 2.2 im
zweiten Quartal 2011 schon wieder veraltet ist. Version 2.3 würde auf dem Defy
auch nicht laufen, da für diese neue Android Version (nach bisherigem
Wissensstand) mindestens ein 1 GHz Prozessor benötigt wird.
Android Market
Market Suchfunktion
Zurück zum Defy. Schnell hat man Zugriff zum Android AppStore, der mittlerweile eine ordentliche Vielfalt verschiedenster Applikationen bereit hält
(über 100.000 Apps erhältlich. Durch Motoblur und die spezielle Benutzeroberfläche wird Social Networking zeitgemäß einfach gestaltet, Nachrichten aus allen Communities, in denen der Handyuser registriert ist, werden rasch auf dem Startbildschirm angezeigt.
Zudem steht ein spezieller Motorola-Server für Sicherungskopien bereit. Die Bedienung wird durch das mögliche Zoomen und Ziehen mit 2 Fingern weiter vereinfacht.
Eine GPS-basierte Straßennavigation sowie Google Maps sind weitere
Ausstattungsmerkmale.
Dank Adobe Flash Lite 3 können Online-Videos, Spiele und Apps beinahe verzögerungsfrei wiedergegeben werden. Auch für schnelles Surfen im Web ist praktisch, dass neben den älteren WLAN-Standards b und g auch das neue, schnelle WLAN-n unterstützt wird. Dafür belässt man es bei der Bluetooth-Version 2.1 und nutzt nicht das neue, schnellere 3.0. Das Defy kommt mit HSDPA 3,6 Mbit/s und nutzt nicht den 7,2 Mbit/s „Doppel-Datenturbo“. Für schnelle Uploads steht HSUPA 2.0 zur Verfügung. Die Speicherdaten: 512 MB interner RAM, 2 GB interner ROM. Erweitert werden kann das Defy durch MicroSD-Karten bis zu 32 GB – top.
Mitgeliefert ist eine 2 GB MicroSD-Karte.
Die eingebaute 5 MP Kamera verfügt über einen LED-Blitz. Videos können nur in
SD-Qualität aufgenommen werden. Der eingebaute Akku ist mit 1540 mAh zumindest auf dem Papier ausreichend kräftig.
Limits bei verschiedenen parallel ablaufenden Anwendungen könnte der 800 Mhz
Prozessor setzen, hier arbeiten Konkurrenten bereits mit 1 GHz wie z.B. das
Samsung Wave 8530.
Video-Overview
Verarbeitung
Gummierte Rückseite
Gute Detailverarbeitung
Seitliche Ansicht
Hinten offen
Mit Akku und Akkufachdeckel
Das Defy ist mit 118 Gramm "Lebendgewicht" relativ leicht und liegt
mit kompakter Form gut in der Hand, wenngleich wir uns etwas weniger
Gehäusetiefe gewünscht hätten. Das Display im gängigen 3,7 Zoll Format ist
bündig eingelassen. Im Testbetrieb erwies es sich als tatsächlich sehr
kratzfest. Auch ohne schützende Tasche oder Displayschutzfolie ist es nach
mehreren Wochen hartem Alltags- und Freizeiteinsatz noch top in Form und weist
keinerlei Gebrauchsspuren auf. Sehr praktisch ist zudem, dass die (leider etwas
labile und nicht besonders passgenau gefertigte) Akkufach-Abdeckung leicht
gummiert ist - so bleiben auch hier Kratzer praktisch aus. Mittels einer
Verrieglung wird der Akkufachdeckel arretiert, damit auch rückseitig Wasser-
und Staubschutz gegeben sind. Die Abdeckungen über dem USB-/Ladegeräteanschuss
und dem Kopfhöreranschluss wirken zwar etwas wulstig, sorgen aber dafür, dass
kein Staub und kein Dreck in die empfindlichen Terminals kommt. Nimmt man zum
Vergleich das iPhone 4, so kann man des öfteren vorsichtig Staub und Fusseln
aus dem unteren USB/Systemanschluss oder aus dem Kopfhöreranschluss entfernen.
Nicht ganz zum Protect-Konzept dieses Touchscreenphones passt die Tatsache, dass
die Linse der 5 MP Kamera ungeschützt auf der Rückseite anzutreffen ist. Hier
wäre eine herunterfahrende Schutzvorrichtung wünschenswert gewesen. Das
Display selbst erfreut mich scharfer Darstellung, klaren Farben, sehr gutem
Schwarzwert und tadellosem Kontrast. Es ist in der Dunkelheit und bei Tageslicht
sehr gut ablesbar.
Bei unserm Gerät waren knapp 1,20 GB interner Speicher im Telefon plus knapp
2 GB auf der MicroSD-Karte (mitgeliefert) verfügbar. Der Arbeitsspeicher
beträgt 512 MB, der eingebaute Prozessor ist mit 800 MHz getaktet und gehört
somit zum guten Durchschnitt. In der Testpraxis erwies sich das Defy dann auch
als ausreichend schnell, ohne an den Speed der aktuellen Elite (z.B. HTC HD7)
heranzukommen. Auch arbeitsintensive Anwendungen werden ohne große
Zeitverzögerung gemanagt. Allerdings sollte man das Defy tunlichst nicht
ausschalten bzw. verhindern, dass durch einen leer gehenden Akku der
Ausschaltprozess in Gang gesetzt wird: Glatte 47 Sekunden für das Booten sind
schlichtweg 20 Sekunden zu viel. Sehr gut gefiel uns in allen Testreihen die
rasante Surfgeschwindigkeit, gerade dann, wenn das Motorola Handy in einem
WLAN-n-Netz eingebunden ist. Einfacher gestaltete Seiten sind oftmals schon nach
knapp 3 Sekunden am Start. Auch komplex aufgebauten Seiten werden nach rund 10
Sekundenn "gebrauchsfertig" präsentiert. Sehr zu loben ist, dass es
mit Flash-Inhalten keinerlei Wiedergabeprobleme beim Defy gibt. Nutzt man HSDPA
(getestet in München und Berlin unter idealen Bedingungen), benötigt das Defy
ca. 1 bis 2 Sekunden mehr, was immer noch sehr gut ist. Selbst bei EDGE ist die
Performance prima, wenngleich aufwändig gestaltete Internet-Auftritte hier
schon etwas länger laden. Bei Bluetooth kann man hingegen keinen Nachbrenner
erwarten, da Motorola es beim 2.1 Standard belässt und auf 3.0 verzichtet.
Möchte man z.B. über sein Google Mail Konto die Kontakte synchronisieren,
läuft das Defy ebenfalls zu großer Form auf - gerade einmal knapp 2 Minuten
für 310 Kontakte, das ist top.
Benutzerkonten und Synchronisierung
Phone Portal - Einstieg
Klingeltonverwaltung
Auch gespeicherte Songs können als Klingelton verwendet
werden
Phone Portal-Darstellung auf dem Defy
Anwender, die ein Google Mail Konto besitzen, werden wenig Probleme haben.
Sie können, wie bereits erwähnt, innerhalb kürzester Zeit ihre Kontakte aufs
Handy bringen - mit allen im Account gespeicherten Details. Wer noch kein Google
Mail Konto hat, aber Outlook auf dem PC, guckt zunächst "in die
Röhre". Man hat dann die Aufgabe, sich einen Google Mail Account
einzurichten und die Kontakte aus Outlook zu importieren. Bevor dies geschehen
kann, müssen die Kontaktdateien aber noch in Outlook in ein zu Google Mail
kompatibles Format umgewandelt werden, was je nach Anzahl der gespeicherten
Kontaktdaten etwas Zeit in Anspruch nimmt. Das Einfügen der Adressdaten dann in
Google dauert nicht lange. Neben Google Mail kann der Defy-User auch auf MySpace/Facebook/Twitter/LastFM/Picasa/Photobucket/Bebo/Skyrock-
oder Yahoo Mail-Konten zugreifen, die ebenfalls rasch installiert sind.
Natürlich ist es auch möglich, einen individuellen E-Mail Account zu
konfigurieren, dies geschieht in wenigen übersichtlichen Schritten. E-Mails
auch mit Anhängen lädt das Defy sicher und problemlos herunter und stellt
alles übersichtlich dar. Wer seine News aus Facebook&co direkt angezeigt
haben möchte, kann sie sich auf den Startbildschirm, der relativ frei zu
konfigurieren ist, holen und ist so stets über alle Ereignisse im Bilde. Um
alle Motorola Services nutzen zu können, ist es erforderlich, ein
Motoblur-Konto einzurichten. Dann öffnet sich bei Anschluss des Defy an den PC
das Motorola Phone Portal, über das man die auf dem Handy gespeicherten
Dateien, Kontakte, Klingeltöne etc. verwalten kann. Sollen erstmals Kontakte
von Outlook in das Phone Portal, müssen diese aber auch erst in ein kompatibles
Format umgewandelt werden, was sich als diffiziler entpuppt als bei Verwendung
von Google Mail. Man kann Sicherungskopien vom Handyinhalt auf dem Motorola
Server ablegen, was den Vorteil hat, dass man nicht verloren ist, wenn es zu
ungeplanten Datenverlusten bei der Handyverwendung kommt.
Auch der Zugriff auf das Phone Portal ist komplett onlinebasiert. Ein
Offline-Sync von Adress-/Kontaktdaten ist nicht möglich, daher empfehlen wir,
um unliebsame Überraschungen bei Erhalt der monatlichen Rechnung des
Mobilfunkanbieters zu vermeiden, eine Daten-Flatrate. Dann wird auch der Einkauf
im übersichtlichen Android Store (mit Suchfunktion) nicht unschön teuer.
Positiv ist hier, dass es wirklich viele kostenlose Apps gibt.
Schließt man das Defy an den PC an, ist eine direkte und sehr einfache
Synchronisierung mit Mediadateien aus dem Windows Media Player möglich. Man
kann sich schnell im rechten Fenster der Anwendung eine Titel-Sync-Liste
erstellen, anschließend werden die Titel rasch aufs Handy kopiert. Auch kann
man sich schnell die auf der SD-Karte gespeicherten Dateien anschauen.
Akkulaufzeit
starker Akku
Der starke Akku macht das Defy auch für Power-User interessant. Surft man
viel im Web und schießt man einige Fotos, führt dazu noch längere
Telefongespräche, muss das Defy nach gut 2 Tagen wieder an die Steckdose. Wer
die Funktionsvielfalt des Motorola weniger intensiv nutzt, kann sich über 4 bis
5 Tage Akkulaufzeit freuen.
Sprach- und Empfangsqualität
Das Motorola Defy erfreut uns mit einer ausgesprochen guten, rauscharmen und
natürlichen Sprachqualität, auch die Empfangssensitivität ist prima. Nicht so
praktisch - hat man eine Nummer über die virtuelle Tastatur gewählt und hält
sich das Defy dann während des Gesprächs ans Ohr, finden ständig Berührungen
Ohr - Tastatur statt, da die Tastatur sehr sensibel schon auf minimalen Druck
reagiert.
Foto- und Videoqualität
Kamera - leider ungeschützt - plus LED-Leuchte
Fotokamera
Die eingebaute Fotokamera liefert gute, aber keine überragenden Ergebnisse
ab. Man muss sehr aufpassen, das Defy beim Schießen von Fotos absolut ruhig zu
halten. Gut hat uns gefallen, dass auch bei Aktivierung des eingebauten
LED-Blitzes die Auslöseverzögerung gering ausfällt. Der Blitz leuchtet das
Bild angemessen aus, liefert aber auch einen sichtbaren Gelbstich ab. Zudem
leidet die Schärfe noch deutlicher, wenn das Handy nicht komplett ruhig in der
Hand liegt. Bei Tageslicht können Aufnahmen mit ordentlicher Schärfe und
ordentlichem Kontrast gemacht werden. Die Einstellmöglichkeiten der Kamera sind
nicht überdurchschnittlich vielfältig, es stehen verschiedene Effekte (z.B.
Blaustich, Schwarz-Weiß) sowie Bildmodi (z.B. Macro, Anti-Verwacklung etc) zur
Verfügung. Die Videofunktion (nur SD) ist erstaunlicherweise alles andere als
schlecht integriert. Mit guter Schärfe und recht sauberen Bewegungsabläufen
kann man hier zufrieden sein. Von der oftmals stark verrauschten und
pixelreichen Video"qualität" vieler Konkurrenten distanziert sich das
Defy deutlich. Auch im Videomodus kann man verschiedene Effekte auswählen. Es
ist ferner möglich, die LED als Videoleuchte einzusetzen.
Klangqualität/Musikfunktionen
Interpreten-Übersicht
Musikfunktionen
Suche nach Musikvideos
Suchmaske
TuneWiki-Menü
Headphones
Wiedergabe eines Titels mit Anzeige des Albumconvers und mit
dem Songtext
Es ist erstaunlich, wie gut der eingebaute Lautsprecher agiert. Für ein
Mobiltelefon realisiert das Defy eine ausgezeichnete Klangqualität und bietet
sogar Ansätze von Räumlichkeit. Auch die Dynamik ist prima. Nicht zu meckern
gibt es auch, wenn man das mitgelieferte Headset anschließt. Ein angenehmer,
klarer und in sich geschlossener Sound ist heraus zu hören. Der maximal
erzielbare Pegel ist durchschnittlich, das Gleiche gilt für die Basswiedergabe.
Praktisch ist, dass man mittels Shortcut über "Einstellungen" das
gerade laufende Lied schnell als Klingelton festlegen kann. Leider finden sich
keine Klangbeeinflussungsmöglichkeiten. Dafür hat der Android TuneWiki Player
andere Fähigkeiten. Zu den Features gehört eine Musikbibliothek, in der nach
Künstler und Album gesucht werden kann. Ferner werden - sofern der Song in der
TuniWiki Library vorhanden ist - sogar der Songtext während des Abspielens
angezeigt werden. Super ist auch, dass neben einem normalen FM-Radio auch
ShoutCast als Internet Radio Plattform direkt dabei ist. So kann man bequem
suchen (z.B. nach Land oder Genre) und sich so aus dem üppigen Angebot die
Lieblingsradiostation aussuchen. Nutzt man das FM-Radio, so muss man die
Heandphones als Antenne verwenden - ohne sie läuft nichts. Wer einen Track
z.B. in der Disco oder in der Bar hört und nicht weiß, von wem er ist, kann
sich in vielen Fällen den Weg zum DJ sparen. Dank "Sound Hound" kann,
nachdem sich die Software den laufenden Song angehört hat, Titelname und
Interpret ausfindig gemacht werden.
Bedienung und Betriebssicherheit
Menüs
Sensorkeys mit Home Taste
Die Menüs und deren Grafik verdienen sich sehr gute Noten. Die Symbole sind
eindeutig gewählt, und der Defy-User kann sich kaum aufgrund der
nachvollziehbaren Struktur mit nicht allzu vielen Ebenen in den Tiefen
irgendwelcher Submenüs verfangen. Der Touchscreen reagiert meistens sehr
präzise, und es ist gerade im Querformat recht bequem möglich, auch längere
Nachrichten mit der virtuellen Tastatur zu verfassen. Den Wechsel vom Hoch- ins
Querformat vollzieht das Defy meist zügig. Nicht gefallen hat uns, dass das
Gerät manchmal mitten in einer Anwendung kurz einfriert.
Weitere Features
On-Board-Navigation
Kalender
Quickoffice
Praktischer Gesamtüberblick über alle Nachrichtenwege
Optionen "Anwendungen"
Google-Maps
Nützlich ist die eingebaute GPS-basierte Google Maps Navigation
(Betaversion). Man kann sich zusätzlich vom Android Market kostenlos eine
Sprachführung herunter laden. Bei Eingabe des Ziels werden die mit Adresse
geführten Kontakte, die sich auf dem Handy befinden, mit berücksichtigt. Der
88 MHz Prozessor ist in der Lage, die gewünschte Route flott zu berechnen. Die
grafische Darstellung der Karte ist ordentlich, reißt aber niemanden vom
Hocker. Hier braucht das Defy teils ziemlich lang, um die Karte nach den
Wünschen des Users (z.B. zoomen) anzupassen. Für eine kostenlose Navigation
aber kann man kaum Kritik üben. Mit an Bord ist auch Google Talk - skype fehlt.
Ein Direktzugriff ist mittels Menüsymbol auf die MP3-Abteilung von Amazon
möglich. So kann man sich gleich Songs aufs Handy laden. Integriert ins Defy
ist auch ein Hilfe-Center. In diesem gibt es Schritt für Schritt-Anleitungen,
Ticks und Tips, das Benutzerhandbuch sowie FAQs mit Antworten zu vielen
allgemeinen Fragen. Als Mobile Office Programm ist Quick Office mit an Bord.
Abonniert man RSS-Feeds, kann man News über den entsprechenden Button im
Hauptmenü gleich abrufen. Natürlich ist auch ein Taschenrechner mit an Bord.
Mittels Google Latitude kann man seinen aktuellen Standort für Freude und für
Google freigeben, wenn erwünscht. Genauso kann man sich den aktuellen Standort
der Freunde anzeigen lassen, wenn sie dieses Feature freigegeben haben. Über
den Menü-Button "in der Nähe" kann man sich Restaurants, Cafés,
Knipen, Geldautomaten, Attraktionen oder Tankstellen anzeigen lassen. Der
eingebaute Kalender ist recht übersichtlich aufgebaut und umfasst eine
Terminübersicht, wöchentliche oder monatliche Gesamtanzeige und eine leicht
verständliche Möglichkeit zur Termineingabe. Über die Funktion
"Galerie" kann man sich die auf dem Handy gespeicherten Bilder - auch
in einer stylischen Fotorolle - anzeigen lassen. Eine Alarm- und Timerfunktion
ist ebenfalls integriert, ebenso ein Wetterradar. Aus dem Hauptmenü ist auch
ein Direktzugriff auf YouTube möglich - je nach Datenverbindung geht es sehr
schnell, das gewünschte Video zu finden. Dieses wird in guter Qualität und
praktisch ohne störendes Ruckeln wiedergegeben, wenn das Quellmaterial
ordentlich ist.
Konkurrenzvergleich
Samsung GT-S8500 Wave: Mit dem
leicht bedienbaren bada-Betriebssystem ausgestattet, erschließt sich der
Funktionsumfang des sauber verarbeiteten ersten Wave-Phones auch dem weniger
versierten Anwender. das eingesetzte Super AMOLED Display gehört derzeit
fraglos zu den besten Handy-Displays der Welt. Der eingebaute Prozessor
agiert enorm schnell und macht das Wave auch Multitasking-fähig.
Bada-Nachteil: Im Samsung App Store ist das Angebot noch dürftig. Wer sein
Phone individualisieren möchte, fährt mit einem Android Telefon besser.
Super beim Wave 8500: Bluetooth 3.0 ist schon mit an Bord, dafür fehlt
HSUPA für schnelle Uploads. Wer diese durchführen möchte, sollte
sicherstellen, dass sich das Wave in einem WLAN Netz befindet - wie das Defy
ist auch das 8500 für WLAN-n geeignet.
Motorola Backflip: Das
mittlerweile sehr günstige Backflip kommt noch mit der mittlerweile
veraltenen Android-Version 1.5. Praktisch ist die zusätzliche Tastatur.
Sehr gut gefällt die Verarbeitung. Auch das Backflip setzt auf MotoBlur als
Benutzeroberfläche, die über Android gelegt wurde. Das Display ist nicht
ganz so kontrastreich und scharf wie das des Defy. Zudem reagiert das Defy
etwas flotter auf gegebene Kommandos und macht bei rechenintensiven
Operationen einen konditionsstärkeren Eindruck. Die eingebaute Kamera weist
auch beim Backflip 5 MP auf, liefert aber schlechtere Ergebnisse als die des
Defy.
HTC HD mini: Das ebenfalls schon etwas
ältere HTC-Handy begeistert mit tollem Finish und sehr guter Handlichkeit.
Dass noch Win Mobile 6.5 Professional installiert ist, hat handfeste
Vorteile, weil so ein Offline-Sync mit Outlook nach Erstellen einer
Gerätepartnerschaft über Active Sync problemlos und zuverlässig möglich
ist. Als Business-Tool geben wir daher dem HD mini den Vorzug. Wer auf
multimediale Performance Wert legt, fährt aber mit dem Defy besser: Die
Kamera hat mehr Reserven und zudem einen Blitz/ein Fotolicht (die Kamera des
HTC hat zwar auch 5 MP, aber kein Fotolicht/keinen Blitz), zudem gibt es
mehr Multimediafeatures gerade im Musikbereich, einen Direktzugriff auf
ShoutCast und einen besseren Klang.
Fazit
Das Motorola Defy nimmt dank des wasser- und staubgeschützten Gehäuses mit
hoch kratzfestem Display derzeit eine Ausnahmeeinstellung ein. Technisch wird
eine gute Leistung geboten. Nicht verständlich ist, dass lediglich Android 2.1
und nicht die aktuelle Version 2.2 installiert ist. Die darüber gelegte
Benutzeroberfläche Motoblur 1.5 funktioniert sehr gut und erleichtert die
Bedienung. Sehr gut ist es um den Speed der netzbasierten Datenübertragungen
bestellt. Im HSDPA- oder WLAN-n Betrieb agiert das Defy ungemein schnell und
fehlerlos. rasch kann man sich neue Anwendungen aus dem Android Market Place
herunterladen - das Angebot ist mittlerweile recht brauchbar. Die eingebaute
Google Maps basierte Navigation ist ebenfalls lobend zu erwähnen. Auch das
E-Mail-Management und die Möglichkeit, sich alle Nachrichten (e-mail, sms etc.)
in einem Menü darstellen zu lassen, überzeugt vollauf. Der Touchscreen
funktioniert auch bei Kälte oder bei Wasserspritzern auf dem Display problemlos
und reagiert meist sehr schnell. Das Zoomen von Inhalten geht flott und einfach
vonstatten, ebenso das Rückverkleinern. Die sehr gute Sprach- und
Empfangsqualität sowie die tadellose Akkulaufzeit sprechen auch für das
Motorola-Produkt. Der gut klingende Mediaplayer inklusive ordentlichen
Headphones und nützliche Musikfunktionen wie Sound Hound vervollständigen
unsere Eindrücke. Leider kann man keine Klangoptimierungen vornehmen. Das
eingebaute Radio lässt sich nur in Verbindung mit dem Headphone nutzen. Die
Verarbeitung ist routiniert, besondere Finesse darf der Käufer aber trotz des
mit rund 300 EUR (Marktpreis) nicht eben niedrigen Kaufpreises aber nicht
erwarten. Weitere Kritikpunkte: Bluetooth 3.0 ist nicht mit an Bord, und ab und
zu friert der Screen mitten in einer Anwendung kurz ein. Hier sollte Motorola
nachbessern. Auch die Bootzeit fällt zu lang aus.
Sehr robustes, leistungsfähiges Fulltouch-Mobiltelefon mit
hohem praktischen Nutzwert
Mobiltelefone Obere Mittelklasse
Test 22. Dezember 2010
+ Sehr robust, spritzwasserfest, kratzfestes Display
+ Sehr schnell im WLAN-n und im HSDPA Modus
+ HSUPA mit an Bord
+ Ausgezeichnete Sprachqualität
+ Gute Foto- und Videokamera
+ Prima Klangqualität
+ GPS-Navigation mit dabei
+ Lange Akkulaufzeit
+ Android Market mit ordentlicher App-Auswahl
+ Display stellt scharf und farbecht dar
- Nur Android 2.1 Eclair
- Kamera ungeschützt
- Nur Bluetooth 2.1
- Labiler Akkufachdeckel