TEST: Magnat Quantum 653 - Solide Verarbeitungsqualität und hochwertiger technischer Aufbau in kompaktem Gehäuse

01.12.2010 (phk)

Einführung

Die 653 Regal-Lautsprecher sind die kleinsten Vertreter der Quantum 650 Serie. Die 2-Wege Bassreflex Schallwandler mit den Maßen 202 x 350 x 280 mm (BxHxT) sind mit einem 170mm Tieftöner und einem 30mm Kalotten-Hochtöner ausgestattet und ebenfalls in den Farben Schwarz, Mokka, Calvados und Kirsche erhältlich. Für 229 Euro Stückpreis gestalten sich die Modelle preislich attraktiv und wollen gleichzeitig aus technologischer und natürlich auch akustischer Sicht mit ihren größeren Geschwistern mithalten. So finden sich in den Quantum 653, wie in der ganzen Produktreihe, die gleichen Chassis mit identischen technischen Daten und Materialien - wenn auch in geringerer Zahl - und eine ebenso wertige Verarbeitungsqualität. Unsere Eindrücke der kompakten Quantum 653 lesen Sie im Testbericht. 

Verarbeitung

Front ohne LS-Gitter und Rückseite

Saubere Übergänge

Lautsprecher-Gitter

Gumminoppe auf der Unterseite

Lautsprecher-Anschlüsse

Innenseite

Frequenzweiche der Quantum 653

Hochtöner

Tiefmitteltöner

Video

 

Bezüglich der Verarbeitungsqualität liegen die kleinsten Vertreter der Quantum Serie nicht hinter den größeren Produktreihen zurück. Optisch treten sie identisch auf, gerundete MDF-Gehäuse mit etwas spitz zulaufenden Kanten und der Schallwand in schwarzem Hochglanz. Verschiedene Farben für die Oberfläche stehen auch hier zur Verfügung. Die schweren Metall-Frontgitter schützen auch bei der 653 die dahinter liegenden Chassis und sind per Steck-Verbindung mit dem Lautsprecher verbunden. Als Standfüße dienen dem kompakteren Modell ausschließlich Gumminoppen. Die Chassis sind nicht absolut exakt eingepasst. Die trichterförmige Front, die sich zur 30mm Hochtonkalotte hineinzieht, sitzt nicht komplett übergangslos im MDF-Gehäuse und auch das Chassis des Tiefmitteltöners könnten noch etwas akkurater sitzen. Eine solche Detailfinesse im unteren Preisbereich ist aber auch nicht zu erwarten, an Funktionalität und solidem Auftritt wird hier nichts eingebüßt. Sehr positiv empfinden wir die soliden Bi-Wiring Lautsprecher-Schraubanschlüsse, die einen größeren Kabelumfang sowie Bananenstecker anstandslos annehmen. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.

Testequipment
Klang

Die 653 Schallwandler der Quantum Serie machen bei den ersten Orchesterklängen des Royal Philharmonic Orchestras einen dynamischen Eindruck. Die Staffelung des Bühnenaufbaus könnte eine noch etwas deutlichere Struktur vertragen, das Geschehen löst sich aber insgesamt schön von den Komponenten und schafft einen räumlichen Eindruck. Die Instrumentaldifferenzierung ist gut ausgeprägt, kleine Details werden gut in der räumlichen Abbildung eingebunden. Erklingt im fünften Track der James Bond Themes die schnell aufeinanderfolgenden Paukenschläge zeigen die kleinen Magnat keine Probleme bei der Geschwindigkeit, etwas Struktur im Tieftonbereich geht aber verloren. Die tiefen Frequenzen wirken bauartbedingt auch nicht überaus voluminös, trotzdem herrscht eine gute Einbindung des Tieftonbereichs, der größtenteils präzise und nicht angehoben wirkt. Im Mitteltonbereich gehen uns feindynamische Detailheiten etwas ab, im Gegensatz zum Hochtonbereich, der klar und mit Finesse aufgelöst wirkt sind die Mitten oft nicht so klar differenziert und wirken weniger neutral. Harmonie wollen wir den kompakten Quantum 653 aber keinesfalls absprechen, bei "Goldeneye" wirkt das Zusammenspiel der verschiedenen Frequenzbereiche ausgewogen. In den Mitten und - will man es ganz genau nehmen- auch im Hochton fehlen feinste feindynamische Details, schwungvolle Dynamik und ein nicht zu schwachbrüstiger Tieftonbereich lädt aber zum freudigen Hören ein.

Das langsame Aufbäumen bei Andrea Bocelli's De L'amore non si sa wirkt schön differenziert, etwas mehr Feindynamik der Klavieranschläge würden wir uns wünschen, wieder gefallen uns die Mitten im sonst harmonischen Frequenzgefüge am wenigsten. Die Stimme, die zwar noch sehr gut als von Bocelli stämmig identifiziert werden kann, verliert etwas Schmelz und wirkt nicht vollends authentisch. Schön durchhörbar aber bleibt das Klanggeschehen, angezupfte Bässe lassen sich erkennen. Beim zweiten Track gefällt uns der hintergründige Tieftonbereich sehr gut, an Volumen fehlt es zwar ein wenig, direkt und präzise wirken aber die tiefen Klänge. Die Bühne wirkt gut gestaffelt mit zentraler Prägnanz der Vokalklänge Bocellis, die von den umliegenden Instrumenten räumlich umhüllt wird. Wir wechseln auf die etwas dunkleren Klänge von Nightwishs The Poet and the Pendulum sowie Bye Bye Beautiful. Der leicht gehauchte hohe Gesang zu Beginn des Liedes wird fein aufgelöst und mit schöner Finesse von den Magnat Komponenten modelliert. Als sich die schnellen Tiraden des Schlagzeugs dazugesellen mindert sich der Genuß nur wenig, der Double-Bass kann zwar nicht mit Leichtigkeit ausgemacht werden, ist aber erkennbar. Trotzdem wirken die harten Bässe direkt und kräftig, insgesamt werden die verschiedenen Schlagwerkzeuge aber nicht so klar differenziert und verschwimmen minimal. Die Vokalklänge bleiben dabei aber gut vordergründig und charakteristisch, im Hintergrund eingebundene Kleinigkeiten wirken dank der Durchhörbarkeit des Klangbildes gut integriert. Im zweiten Track kommt der leicht synthetische Piano-Klang gut zur Geltung, wiederum gefällt die klare, authentische Stimme der Sängerin, die zentral vor dem Hörer steht. Die Räumlichkeit der Bühne können wir ebenfalls positiv beurteilen, ein in sich geschlossenes Klangbild präsentieren die Quantums.

Zuletzt müssen sich die kompakten Modelle der Quantum Linie sich noch in der elektronischen Klangwiedergabe beweisen. Der Way Out West Mix von Faithless's Salva Mea dient uns u.a. hier als Testsample. Die Effekte in den ersten Minuten des Liedes werden agil und präzise herausgearbeitet, auch hier lösen sich diese kleinen Details sehr schön von den Komponenten und verteilen sich im Raum. Den nach etwa 2 Minuten einsetzenden Kickbass kennen wir dann aber deutlich voluminöser und mit mehr Tiefgang. Hier zeigt sich allerdings sehr schön, dass die Magnat Schallwandler in der Tat keine unsaubere Bassanhebung vornehmen, sondern aus dem Material das - aus ihrer Sicht - bestmögliche herausholen. Leider wirkt auch der aggressive Kick etwas zurückgenommen und nicht ganz so direkt. Das hintergründige, sonst noch voluminösere Bassgrummeln schaffen aber auch die 653 im Ansatz und erzeugen gute Atmosphäre. Wieder gefällt uns sehr die Räumlichkeit und die gute örtliche Einbindung kleiner Effekte, die im Gesamtgeschehen nicht untergehen. Bei God is a DJ ist das nochmal besonders ausgeprägt. Die pulsierenden Frequenzverläufe hinter dem minimal zu bedeckt klingenden Schlagwerk lassen sich präzise differenzieren und liegen "flächendeckend" hinter der Klangkulisse. Ein ordentlicher Lautsprecherpegel wird von den Kompaktmodellen auch nicht gleich mit Verzerrungen oder zu aggressivem Hochtonbereich quittiert, bei den tiefen Bässen merkt man dann aber doch, wann es sinnvoll ist, den Lautstärkeregler wieder etwas zurückzudrehen.

Insgesamt schaffen die Quantum 653 eine geschlossene, harmonische und räumliche Klangkulisse. Mit leichten Schwächen des Bassvolumens war aufgrund der Gehäusegröße ohnehin zu rechen. Der Tieftonbereich wirkt sauber und präzise und geht in eine neutrale Richtung, insgesamt wirken die Schallwandler eher nüchtern, bleiben dabei aber spielfreudig und temperamentvoll. Der Mittenbereich wirkt im Detail etwas bedeckt und weniger feindynamisch ausgeprägt, die Übergangsfrequenz Tiefmittel- zu Hochtöner ist mit 3000Hz aber auch eher am oberen Ende des Frequenzbereiches angesiedelt. Bühnenaufbau und Staffelung gelingen den Quantums mit zentraler Stimmwiedergabe ebenfalls sehr gut, der Hochtonbereich ist von hoher Auflösung und Detailfreudigkeit geprägt. 

Fazit

Die kompakten Lautsprechermodelle Quantum 653 bieten für ihren fair kalkulierten Stückpreis eine sehr solide Verarbeitungsqualität und einen technisch hochwertigen Aufbau. Ausgestattet mit den identischen Chassis der größeren Modelle bieten die 653-Modelle eine gut neutrale, räumliche und harmonische Klangkulisse, die bauart-bedingt etwas weniger voluminös klingt und auch den Tiefgang etwas vermissen lässt. Mit einer vielleicht etwas zu hoch angelegten Übergangsfrequenz wirken die Mitten etwas bedeckt, gemessen an der Preisklasse kann sich die feindynamische Performance aber gut, im Hochtonbereich sogar sehr gut sehen lassen. Die tiefen Frequenzen, abgesehen vom Volumen und etwas mehr Finesse in Struktur, gelingen dem Pärchen kräftig und schnell. Wer auf wenig Platzbedarf und dennoch ausgewogene Klangwiedergabe Wert legt, kann einen genaueren Blick auf die Quantum 653 werfen. Natürlich gliedern sich die Regal-Lautsprecher auch sehr harmonisch als Surround-Komponenten in eventuell bereits vorhandene Quantum 657 mit passendem Quantum Center 63 ein.

Sorgfältig verarbeiteter Kompakt-Lautsprecher mit technisch hochwertigem Aufbau und angenehmen akustischen Eigenschaften

Stereo-Lautsprecher Mittelklasse
Datum: 01.12.2010
 
Technische Daten
  • Prinzip 2 Wege Bassreflex
    Bestückung 170 mm Tief-Mitteltöner, 30 mm Hochtöner
    Belastbarkeit (RMS/Max.) 100 / 180 Watt(s)
    Impedanz 4 – 8 Ohm(s)
    Frequenzbereich 30 – 50.000 Hz
    Übergangsfrequenz 3.000 Hz
    Empfohlene Verstärkerleistung ab 30 Watt
    Wirkungsgrad (2.8V/1m) 91 dB
    Ausführung Schwarz, mocca, kirsche, calvados
    Maße (BxHxT)  202 x 350 x 280 mm

Test: Philipp Kind
Datum: 01.12.2010

 

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