TEST: LG HB965TZ Blu-ray Heimkinosystem - Multimedia-Vielfalt und gute
Bildqualität im schlanken Säulen-Set
27.05.2010 (phk)
Einführung
LG möchte mit dem HB965TZ Komplett-System zeigen, dass guter 5.1 Sound auch
in einem modernen, design-orientierten Wohnzimmer bedenkenlos möglich ist.
Filigrane Silhouetten bezeichnen die Koreaner selbst ihre schlanken Säulen, die
sogar rundum an der Wand befestigt werden können. Trotz der geringen
Dimensionen des Surround-Sets feuert das Grundgerät mit 1.100W maximaler
Ausgangsleistung. Für die hohen visuellen Ansprüche kommt nur ein Blu-ray
Player in Frage, der zudem noch im Multimedia-Bereich wenig Wünsche offen zu
lassen scheint: USB-Slot, iPod-Dock und ein integriertes WLAN-Modul sind hier
die essentiellen Funktionen. Für den Einstieg in die Freuden des
Heimkino-Entertainments werden aktuell etwas über 700 Euro gefordert.
Verarbeitung
Grundgerät
Bei geöffneter Lade
Power-Button
Die Blende schließt sauber ab
Display und Lautstärke-Regler
Fernbedienung
BD-Player: Das Grundgerät macht einen soliden Eindruck,
der etwa 6cm hohe Blu-ray Player ist fest verschraubt und hält auch etwas
festerem Griff leicht Stand. Die Frontblende öffnet sich bei iPod- oder
Laufwerksnutzung nach vorne, sitzt passgenau und wirkt dabei auch nicht zu
fragil. Der Lautstärkeregler lässt sich nur mit etwas Druck bewegen, selbst
wenn das nicht unbedingt auf hochwertige Materialien zurückzuführen ist,
unterstützt es dennoch den positiven haptischen Eindruck. Bedienelemente am
Player finden sich dafür nur wenig offensichtliche, On/Off und Open/Close
lässt sich vom Gerät aus ausführen, für den Rest muss die Frontklappe
geöffnet werden bzw. die Fernbedienung wird benötigt. Diese ist unserer
Meinung nach gelungen, war im LG HB954PB
noch unsere bekannte Leder-Look FB zu finden, sehen wir uns jetzt einer Remote
gegenüber, die wir optisch weitaus ansprechender finden. Der Druckpunkt der
Tasten ist etwas gewöhnungsbedürftig, dafür ist die gestaffelte Anordnung
Play-Tasten->Volume/Sound->Navigationskreuz für alle wichtigen
Anwendungen ausgelegt und heimst Pluspunkte ein, eine Beleuchtung ist aber auch
hier nicht integriert.
Center-Lautsprecher
Rückseite Front-Rear-Speaker
Von vorne
Klemmanschlüsse an allen Lautsprechern
Passiver Subwoofer
Bodenentkopplung?
Nicht ganz exakte Verarbeitung am Subwoofer
Lautsprecher: Die Speaker-Komponenten verfügen partiell über
ausgezeichnete Detailverarbeitung, stellenweise aber auch Ansatz zu leichter
Kritik. Die Standfüße haben zwar eine ausladende Größe und sind ordentlich
via einer Metallstange mit den Lautsprechern verbunden, können aber trotzdem
nicht für absolut stabilen Halt sorgen, gegen einen frei stehenden Lautsprecher
zu stoßen ist nicht empfehlenswert. Die Speaker selbst, wie der Standfuss,
verfügen aus design-technischen Gründen auch über eine Plexiglas-Umrandung
und auf der Rückseite über Klemmanschlüsse. Das LS-Gitter ist aus Metall und
nicht abnehmbar. Die gesamte Verkabelung ist mit Systemkabel ausgeführt,
gebundene Stecker gibt es aber nicht. Der passive Subwoofer ist ähnlich gut
verarbeitet mit nicht ganz perfektem Oberflächenübergang, schlecht finden wir
die Bodenentkopplung des Subwoofers, die angedeuteten Gumminoppen sind nicht
angemessen. Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur Preisklasse: Sehr gut -
Ausgezeichnet.
Anschlüsse
Anschlussübersicht hinten:
HDMI In 2x
HDMI Out 1x
Component Video Out
FBAS Video Out
Digital Optisch Out
Digital Coaxial Out
Cinch Audio Out
Ethernet
USB
iPod-Cradle-Anschluss (Dock enthalten)
FM Antenne
Anschlussübersicht vorn:
• iPod-Dock, USB
Das Grundgerät in seiner Basis scheint ein beliebtes unter
Komplett-Systemen zu sein. Zumindest bezüglich der Anschlussbestückung ist das
auch nicht zu bemängeln. Im Gegensatz z.b. zur Lösung von Pioneer
und JVC ist da iPod-Dock hier schon im Gerät
integriert. Zusätzlich zum Ethernet-Anschluss ist im LG Set noch ein WLAN-Modul
eingebaut, das auch für den Standard 802.11n (300MBps) zertifiziert ist und
für blitzschnellen Zugriff im hauseigenen Netzwerk sorgt, die Inbetriebnahme
prüfen wir im Multimedia-Teil. Gesamtnote Anschlüsse: Ausgezeichnet.
Konfiguration, Setup und Bedienung
Öffnet man das Home-Setup bzw. Hauptmenü des LG Players
stehen einerseits die Spielfilm/Musik/Foto-Oberpunkte zur Verwendung mit USB
oder der innenliegenden Disc zur Verfügung,
andererseits die Grundeinstellungen des Komplett-Sets unter dem Punkt „Settings“.
Neu hinzu kommt der Auswahlpunkt für DLNA-Streaming und die
Internet-Anwendungen "NetCast".
Mit nur geringen Änderungen zum LG HB954PB
erfolgt die Konfiguration der Heimkino-Anlage schnell und problemlos. Das
Lautsprecher-Setup ist gemessen an der Preisklasse gelungen und für die
Ansprüche vollkommen ausreichend. Für jeden Kanal kann die Abstandseinstellung
von 0.0 bis 6.0m in 0,3m Schritten vollzogen und der Pegel relativ gesetzt
werden. Weitere Konfigurationsmöglichkeiten ergeben sich über die
Fernbedienungstasten "Sound Effect" und "info/Display".
Während man mit "Sound Effect" verschiedene mehr oder weniger
sinnvolle Audio-DSPs zuschalten kann (unter anderem Dolby PLII Movie, allerdings
auch schwieriger einzuordnende Anpassungen wie "Bass-Blast"), wird mit
der info/Display-Taste neben Wiedergabeinformationen auch verschiedene
Video-Presets zur Verfügung gestellt. Gut gefällt uns auch die Integration von
Gracenote, wird beispielsweise eine DVD wiedergegeben können Informationen zu
dem Film, dem Regisseur und die darstellenden Schauspieler abgerufen werden,
allerdings erhielten wir während unserer Star-Wars Episode III DVD die Infos
nur in Französisch. Gesamtnote Setup und Konfiguration: Ausgezeichnet -
Hervorragend.
Einlesezeiten und Betriebsgeräusch
• Blu-ray Fluch der Karibik: 22 Sekunden bis zum ersten Menü
• Blu-ray Casino Royale: 18 Sekunden bis zum Sony-Logo
• Blu-ray "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels": 22 Sekunden bis zum Paramount-Logo
• DVD Star Wars Episode III: 14 Sekunden bis zur "Warning" Angabe,
gut.
• DVD Sahara: 16 Sekunden bis zum Universum-Logo
Layerwechsel, Top Gun DVD, Kapitel 18 auf 19: Sehr gut. Ein klarer Fortschritt
zum HB954PB. Beinahe nahtlos geht der Film ins 19. Kapitel über.
Fazit
Das Laufwerk ist nicht das allerschnellste, aber ebensowenig
träge wobei 16 Sekunden für eine DVD eigentlich zu lange ist. Die
BD-Einlesezeiten liegen aber über dem Durchschnitt und sind sehr gut. Im LG
Player ist ein Lüfter integriert, dieser bleibt auch bei einem Abstand von etwa
~2m noch hörbar, wirklich als störend empfinden wir es aber nicht. Viel
unschöner fanden wir ein kurzzeitiges Fiepen der beiden rechten Lautsprecher.
Uns ist unklar, woran es lag, nach kurzer Zeit ließ das störende Geräusch
aber erfreulicherwiese wieder nach. Gesamtnote Einlesezeiten und
Betriebsgeräusch: Sehr gut.
Multimedia-Funktionen
Das LG Set lässt sich kabelgebunden oder via WLAN einbinden.
Beide Optionen werden unter "Netzwerk" im Setup angewählt und müssen
mit Informationen über das eigene Netzwerk ausgestattet werden. Erfolgt die
Einbindung über WLAN, kann per Button-Push via WPS sekundenschnell die
Verbindung hergesstellt werden, natürlich kann das Gerät auch herkömmlich
eingebunden werden. Mit unserer FritzBox klappte die Kommunikation binnen
Sekunden.
BD-Live
Schon beim zweiten Anlauf (!) funktionierte BD-Live. Anscheinend
muss vor der ersten Inbetriebnahme ein Internet-Verbindungstest durchgeführt
werden, nach erfolgreichem Abschluss aber konnten wir die BD-Live Inhalte von
Iron Man laden, der USB-Stick musste nicht noch einmal dediziert vorbereitet
werden.
NetCast
Netcast ist LGs Antwort auf Vieracast und Bravia Internet Video.
Verschiedene Anwendungen und Services können so direkt am TV mit der
Fernbedienung des LG Sets gesteuert werden. Überaus umfangreich ist Netcast mit
den Anwendungen "Youtube", "Picasa" und
"AccuWeather.com" noch nicht, der erste Eindruck ist aber kein
schlechter. Ansprechend gestaltet und mit simplen Befehlen ausgestattet
navigiert man sich beispielsweise durch die neuesten Youtube-Videos, ohne sich
vom Sessel erheben zu müssen.
DLNA & USB
Quellgeräte-Auswahl DLNA
DLNA-Streaming ist auch kein Problem mit dem LG. Nach
erfolgreicher Netzwerkeinbindung wurden unsere verschiedenen Server (Windows
XP/7, Twonky) sofort erkannt und anwählbar. Getrennt nach Photos, Videos und
Musik werden auf dem Server gespeicherte Daten flott wiedergegeben. Selbst ein
1080p Quicktime-Trailer lief flüssig über die Wireless-Verbindung. Weitere
Videoformate umfassen "mkv h.264", divx, avchd und mpeg2. Ebensowenig
Probleme gibt es bei der Musik- und Photowiedergabe, dem Dateipfad auf dem
Server entsprechend werden die verfügbaren Dateien vom LG am Display angezeigt
und können abgespielt werden, hierzu gehören MP3 und WMA und JPEG-Bilddateien
auch in hoher Auflösung.
Bei Anschluss eines USB-Mediums öffnet sich sofort ein Popup
mit der Möglichkeit direkt "Photos", "Musik" oder
"Videos" wiederzugeben, andernfalls ist die Auswahl über das
Home-Menü zu finden. Funktionsweise und Formatvielfalft bei USB-Wiedergabe sind
identisch mit der DLNA-Funktion. Die Tatsache, dass auch NTFS formatierte Medien
angenommen werden ist sehr positiv, FAT32 und die daraus resultierende
Dateigrößen-Limitierung auf 4,x GB ist nicht mehr zeitgemäß.
iPod-Dock
Klappbares Dock
Popup
Nach Öffnen der Frontlade muss per simplem Daumendruck das
iPod-Dock ausgefahren werden. Trotz keiner zusätzlich mitgelieferten Schalen
ist das Einsetzen eines iPods oder in unserem Falle eines iPhones kein Problem.
Das iPhone 3GS mit 16GB Speicher wurde flott erkannt und darauf abgespeicherte
Mediendateien können wiedergegeben werden.
Gesamtnote Multimedia-Funktion in Relation zur Preisklasse:
Hervorragend.
Bild
Blu-Ray:
Casino Royale, Kapitel 1, 1080p/24
Sehr ruhig und flüssig stellt sich der erste Kameraschwenk
über der tobenden Menschenmasse um die Kampfarena dar. Rechts im unteren
Bereich wirkt die geschwungene Linie des orangen Lakens nicht absolut stabil,
störend für die Gesamtbildruhe ist das nicht. Die Plastizität hingegen zeigt
sich über die ganze Bildbreite hinweg in guter Manier: Der staubige Boden
zwischen Frettchen und Schlange, die Menge um das Kampfgeschehen bis hin zu den
Wellblechhütten im linken Oberen Bereich sehen dreidimensional, konturiert und
dadurch sehr authentisch aus. Der schwierige kurze Part, in dem etwa zwanzig
flinke Hände Wetten auf die Auseinandersetzung Frettchen<->Schlange
setzen möchten meistert das LG Gerät mit Bravour. Nicht perfekt ist die Szene
am verkohlten Holzbalken. Trotz sehr guter Performance fehlt besonders im
rechten Segment an Details. Die vorhandenen Details werden aber schön scharf
und strukturiert dargestellt, im helleren Bereich von Gesicht und Hals wird das
beste Ergebnis erzielt. Grübchen und Nuancen auf Stirn und Nase sind tadellos
erkennbar. Die Verfolgungsjagd durch den Dschungel läuft mit hoher Stabilität
ab, das Grün der Dschungelpflanzen wirkt aber in der Standard-Einstellung etwas
zu strahlend, dasselbe lässt sich über das Rostrot der Baustelle sagen. Die
verschiedenen Ebenen, als Bonds Gegenspieler auf der Baustelle auf Zivilisten
schießt, sind einwandfrei differenzierbar, die gute Tiefenstaffelung führt
sich auf den beiden Kranauslegern fort, etwas weniger gut ausgeprägt zeichnet
sich der Kran vor dem Sandsteinhaus ab.
Fluch der Karibik, Kapitel 1+2, 1080p/24
Immer wieder lassen wir Captain Jack Sparrow an seinem ersten
Abenteuer teilnehmen, das aus dem wabernden Nebel gleitende pompöse
Galeonsschiff zollt der gebotenen Plastizität vollen Respekt. Die Galeonsfigur
grenzt sich ausgezeichnet von den dahinter liegenden Schiffsteilen ab. Vorbei an
den Seiltäuen hinauf zur jungen Ms. Swan empfängt uns die gut strukturierte
Holzreling vor den verwaschenen Segeln, das LG Gerät schafft es hier nicht ganz
den Nebel nur als durchscheinenden Rauch zu zeigen. Die Detaillierung der
Kleidungsstücke der Besatzungsmitglieder ist sehr hoch aber auch hier müssen
wir wieder eine feine Einschränkung machen, die goldenen vertikalen
Stick-Linien auf Commodore Norringtons marinefarbener Jacke bleiben nicht 100%
stabil. Im zweiten Kapitel in Jack Sparrows Boot macht es sich der gefürchtete
Kapitän auf seinem Mast bequem. Die Farbdarstellung gelingt äußerst gut, der
mit Wolken durchzogene Himmel mit leichtem Sonneneinfall im Hintergrund von Jack
wirkt besonders authentisch. Die drei aufgeknüpften Piraten vor Port Royale
sind tadellos von der hinteren Felsformation abgegrenzt, leichte Abzüge gibt es
nur wieder in puncto Kontrast in den schattigen Bereichen.
DVD
AVEC Professional Test DVD, Upscaling/Deinterlacing
Videomaterial 576i -> 1080p
• Laufschriften in verschiedenen Geschwindigkeiten: Ein ordentliches
Ergebnis mit wenig Nachzieheffekten in den beiden schnelleren Geschwindigkeiten.
Ausprägung von punkt- und streifenartigen Artefakten ist aber in jeder Zeile
erkennbar. Gute Farbtrennung
• Schwingendes Pendel: Ordentlich. Differenzierung der Balken in der untersten
Ebene ist kaum mehr möglich, mittig gerade noch akzeptabel. Die Pendellinie
hingegen bleibt größtenteils stabil, kommt aber an der Spitze auch nicht ohne
Nachziehen aus.
• Stadtbild Esslingen: Hier beim Stadtbild subjektiv die beste Performance.
Skalierungsartefakte auf den Hausdächern insbesondere Rauschen ist zu erkennen,
die Mauerlinie während der Kamerafahrt bleibt aber sehr ruhig. Detail und
Struktur auf der Rasenfläche ist in in Ordnung, Bildtiefe sehr gut und die
Farben lebendig und satt.
Star Wars Episode III, Upscaling/Deinterlacing Filmmaterial 576i -> 1080p
• Gelbe Laufschrift: Läuft sauber ohne Wellenbewegungen nach hinten ab.
Einzelne Buchstaben zittern aber ab dem mittleren Bildbereich. Das Gelb bleicht
nicht zu den Rändern hin aus, könnte aber etwas voller sein.
• Sternzerstörer: Gesamtbildruhe ist ok, diagonale Linien des Zerstörers
(Kommandobrücke) zittern aber leicht. Roter Strich kommt ohne Farbrauschen aus,
im hinteren Bereich noch gute Kontrastdynamik.
• Bildtiefe bei Abknicken: Sehr gute Plastizität, die Raumschiffe im
untersten Bereich wirken aber ein wenig flach.
• Artefakte während des Flugs: Nur wenig negative Aspekte. Objektkanten
bleiben ruhig, nur bei hastigen Manövern erkennt man vereinzelt ein Zittern.
Rauschen hält sich sehr in Grenzen.
• Detail und Farbtreue Nahaufnahmen der Gesichter: Sehr schöne Feinzeichnung
der Gesichtskonturen und Differenzierung der Barthaare. Hauttöhne ohne
Farbstich sorgen für authentische Portraitaufnahmen.
Fazit Bildqualität
Die Bildqualität des LGs kann auch anspruchsvollere Nutzer
zufrieden stellen. Im Blu-ray Betrieb fällt am negativsten der Kontrastwert
aus, hier holen hochwertige dedizierte Player noch mehr raus. Farbgebung und
vorhandene Detailstrukturierung ist kaum zu bemängeln, ebenso 24p-Stabilität
war in allen Lagen gegeben. Die DVD-Upconversion kann sich auch sehen lassen,
kann aber mit der Präsentation im Blu-ray Bereich nicht mithalten, bei
Filmmaterial gelingt zwar eine hohe Gesamtbildruhe, ausgebildete Artefakte und
teilweise zitternde Objektkanten zeigen aber auch sehr schnell, wo noch
Potential liegt. Gesamtnote Bildqualität: Ausgezeichnet.
Klang
2L - The Nordic Sound, Tone Wik & Barokkanerne - Bellezza
Crudel; Cikada Duo - Nordheim, PCM 5.1
Eine solch feine Auflösung hätten wir vom LG Set gar nicht
erwartet, luftig leicht und mit einem Hauch Feindynamik begeistern die ersten
Sekunden der Arie. Der folgende Anschlag der Stahlseiten weist die
Komplett-Komponenten in seine Grenzen, hier müsste deutlich neutraler gespielt
werden. Positiv erkennen wir die Grobdynamik an, der Subwoofer bindet sich in
diesen anspruchsvollen klassischen Stücken ausgezeichnet ins Klangbild ein.
Selbst der Center leistet für seine geringen Dimensionen ordentliches und gibt
die volle Stimme Tone Wiks authentisch wieder. Die experimentellen Klänge des
Cikada Duos liegen dem LG Set nicht ganz so gut, die verschiedenen Instrumente
wirken ein wenig zusammengeschmissen und zu wenig differenziert, trotzdem bietet
sich uns wieder eine ausgezeichnete Grobdynamik mit warmem Hochtonbereich.
Harry Potter and the Order of the Phoenix, Dolby Digital 5.1
Das LG Komplett-Set zeigt Stärken und Schwächen
gleichermaßen. Zunächst wird die Stimme Voldemorts und Dumbledores vom Center
ordentlich, wenn auch mit fehlenden Nuancen, ausgegeben. Trotzdem ist der
liegende Zentrallautsprecher nicht ohne Tadel, die Loslösung von den
Komponenten ist rundum eher schwach, so wird der auf den Boden kullernde
Zauberstab von Harry nicht räumlich abgebildet sondern fällt direkt mittig
nach unten. Hier fehlt auch die Feindynamik beim trippelnden Aufschlagen des
Edelholzes. Kurz zuvor noch, als Voldemort Harry zum Mord an Bellatrix Lestrange
bringen möchte ist bei guten Systemen eine volle, aber durchhörbare Stimme zu
erkennen, die Luftigkeit fehlt hier. Positiver finden wir die Sache während des
Kampfgeschehens, der passive Subwoofer gibt hier keine schlechte Performance ab,
der aufkeimende Feuerdrache wird druckvoll und mit gutem Tiefgang ins Klangbild
modelliert. Die gute Grobdynamik haucht hier sofort Leben ins Geschehen und
zieht den Zuschauer besser in die Handlung ein. Der Hochtonbereich ist eher
samt, ein angenehmes Hören bei einem längerem Film und etwas erhöhtem Pegel
bleibt so kompromisslos möglich.
Fazit Klangqualität
Das LG Set ist ein typisches Komplett-System. Im Großen und
Ganzen wirkt die Klangdarstellung rundherum stimmig und nicht unausgewogen, die
Bestückung mit 4 identischen Lautsprechern plus Center wirkt sich bezüglich
der Homogenität des Klangbildes sehr positiv aus und die
Lautsprechereinstellungen zeigen in dieser Hinsicht auch ihre beabsichtigte
Wirkung. Werden die akustischen Ansprüche aber höher, stehen die positiven
Aspekte der verlustfreien Tonformate im Vordergrund und ein sattes
Grundtonfundament ist gefordert, übersteigt das Gewünschte die Fähigkeiten
eines Komplett-Systems. Hervorzuheben ist die gute Integration und kräftige
Darstellung des passiven Subwoofers und der vergleichsweise große
Abstrahlwinkel des kleinen Center-Lautsprechers. Gesamtnote Klangqualität: Sehr
gut - Ausgezeichnet.
Gesamt-Fazit
Das LG HB965TZ ist ein umfangreich ausgestattetes, solides 5.1 System für
das moderne Wohnzimmer. Schlanke, "silhouettenhafte" Säulen Front
sowie im Surroundbereich sorgen mit dem schmal dimensionierten
Centerlautsprecher und dem passiven Bassreflex-Subwoofer für eine gelungene
Klangpräsentation ohne ausladende Standlautsprecher. Klar, dass man mit diesem
Kompromiss nicht in allen Punkten absolut tadellos davonkommt, Grundtonbereich,
Feindynamik und Loslösung des Geschehens von den Komponenten sind nicht
unwichtige Kritikpunkte, trotzdem schafft das LG Set eine ordentliche
Präsentation besonders im Filmtonbereich, die geschmeidige Integration der
tiefen Frequenzen und die einhergehende Homogenität laden zu einem entspannten
Filmabend ein. Bezüglich der Bildqualität braucht man sich hier ohnehin wenig
Sorgen machen, bei hochqualitativem Material greift der LG Player keinesfalls
schädigend in die Darstellung ein, hier bleibt nur der etwas zurückhaltende
Kontrastwert als Schwachpunkt. Bei DVD-Wiedergabe wäre noch etwas mehr
Bildtiefe und Ruhe herauszuholen, das Set ordnet sich aber in diesem Punkt auch
nicht grob hinter der Konkurrenz ein. Fast überhaupt nichts auszusetzen haben
wir an der Multimedia-Sektion. Nicht nur gibt es DLNA-Streaming, USB mit Medien
im NTFS-Format und ein integriertes iPod-Dock, ganz abgesehen vom integrierten
WLAN-Modul sind nur die Grundvoraussetzungen für die kommenden positiven
Aspekte: Formatvielfalt! Divx, WMV, h.264 4.1, AVCHD und das alles auch im
MKV-Container sind schon begeisternde Aspekte. Die Funktion "Netcast"
mit Youtube-Video-Applikation und Picasa für das Surfen auf der Couch runden
die gute Wertung ab.
Schlankes Heimkino-System mit identischen
Front-Rear-Komponenten und üppigen Multimedia-Features
5.1 Blu-ray Komplettsysteme Mittelklasse (UVP)
Test 27.05.2010