TEST: Blu-ray-Player LG BD560 - problemloser und bildstarker BD-Player für 130 EUR Marktpreis

28. Juni 2010 (cr)

Verwendetes PC-Equipment powered by www.notebooksbilliger.de

Einführung

Für sehr günstige Marktpreise um die 130 EUR kann man mit dem LG BD560 einen optisch flach und elegant gestalteten Blu-ray-Player einkaufen. Mittels der Netzwerkschnittstelle kann der eingebaute YouTube-Client verwendet werden, ebenfalls ist BD Live mit an Bord. Mittels Netzwerkverbindung zu Gracenote Musiktitel empfangen werden (bei eingelegter CD und bei Musiktiteln, die z.B. als MP3 auf einem USB-Stick gespeichert sind, ist diese Funktion einzusetzen, oder per Anwahl des entsprechenden Menüpunktes im BD/DVD-Betrieb). Vorn verfügt der Player über einen USB-Eingang, vom angeschlossenen USB-Medium können verschiedene Musik-, Video- und Foto-Formate wiedergegeben werden. 

Verarbeitung

Video Overview:

 

Der LG BD560 ist ordentlich verarbeitet, für die Preisklasse ist das Gebotene absolut in Ordnung – eine Ausnahme stellt das zu grob auflösende und zudem zu kleine Gerätedisplay dar. Die Frontblende ist aus seitlicher Sicht prima eingepasst, auch die Rückseite bietet keinen Anlass zur Kritik, zumal der Gehäusedeckel an den Ecken ordentlich gefalzt wurde. Leider gibt es, was in diesen Preisregionen typisch ist, keine richtigen Gerätestandfüße, sondern nur aufgeklebte Gumminoppen. Das Innere des BD560 ist schlicht, aber akkurat aufgebaut, die Verkabelung ist übersichtlich. Gut gefällt auch die sauber verarbeitete Fernbedienung. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut. 

Video Innenleben:

 

Bildergalerie Verarbeitung

Gehäuseverarbeitung im Detail

Display

Passung der Frontblende

Gehäuse hinten

Gumminoppen 

Innenleben

Im Detail

Fernbedienung

Anschlüsse

Anschlussübersicht

LAN- und HDMI-Ausgang

USB-Eingang

Die Anschlusssektion bietet alles Wesentliche, verschwenderischer Luxus darf nicht erwartet werden. Eine Netzwerkbuchse, ein HDMI-Terminal, ein 2-Kanal Analog-Cinch-Audioausgang, ein FBAS Cinch Videoausgang, ein analoger Komponenten-Cinch-Ausgang und ein konventioneller optischer Digitalausgang sind auf der Rückseite untergebracht, vorn findet sich zusätzlich ein USB-Eingang. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Gut. 

Bedienung und Konfiguration

Screenshots

Grundmenü

Menü "Anzeige"

Wählbare Auflösungen

Audiomenü

Umfangreiches Menü nach Drücken der "Info/Display" Taste

Mittels der übersichtlichen Fernbedienung ist es auch für Anfänger einfach, den BD560 zu konfigurieren. Die Menüs sind übersichtlich und in modernem Stil gehalten. Schnell kann man die gewünschte Ausgabeauflösung über HDMI anpassen oder die 24 Hz-Funktion aktivieren. Bei den zu wählenden Auflösungen wird per grafischem Symbol angezeigt, mit welcher Anschlussform (z.B. HDMI oder Komponente-analog) man die jeweilige Auflösung realisieren kann. Bei den Multimediafunktionen über USB wählt der Anwender zunächst den Medientyp aus (Musik, Film, Foto), anschließend ist es ein Leichtes, die gewünschten Inhalte, sofern das Dateiformat erkannt wird, wiederzugeben Sehr gut - auch ein kleiner Video-EQ ist mit an Bord. Drückt man während des Disc-Betriebes die taste „Info/Display“ auf der Fernbedienung, taucht ein umfangreiches Menü auf.. In diesem finden sich unter anderem der Video-EQ, die Anzahl der verfügbaren Blickwinkel, die gewählte Tonspur etc. Einziger Kritikpunkt ist das etwas kleine und zu grob auflösende Gerätedisplay. Zudem verschwindet das „Info/Display“ Menü relativ schnell wieder vom Screen. Gesamtnote: Ausgezeichnet. 

Laufwerk, Ladezeiten, Betriebsgeräusche

Die Disclade kommt rasch herausgefahren

Relativ flottes Laufwerk 

Sehr gut ist, dass der LG BD560 keinen eingebauten Lüfter mitbringt, daher stören keine Geräuschemissionen den Filmgenuss. Dazu passt das sehr leise Laufwerk, das nur während des Einlesevorgangs bei unserem Testgerät ernsthaft zu vernehmen war. 

  • Booten: Nach 2 Sekunden kommt schon das LG-Logo – hervorragend. 
    Layerwechsel, getestet bei DVD „Top Gun“, Kapitel 18 auf Kapitel 19: exzellent – unsichtbar bei unserem Testgerät.

Ladezeiten:

  • Casino Royale (BD): 18,5 Sekunden
    Fluch der Karibik (BD) 21 Sekunden
    Star Wars (DVD) 20 Sekunden bis zum Warning-Logo
    Sahara (DVD): 17,5 Sekunden

Insgesamt ohne Frage zeitgemäße, wenn auch nicht überdurchschnittlich schnelle Ladezeiten. Gesamtnote: Ausgezeichnet.

Multimedia

Quellen: Daten-Disc oder USB

Gracenote-Infos

CD-Daten

Einfache Netzwerkeinbindung

USB: Foto-Thumbnails

USB: Musik-Menü

YouTube-Client an Bord

YouTube - Ovierview

Videowiedergabe

Der LG BD560 ist nur für die Einbindung in kabelgebundene Netzwerke ausgelegt. In unserem Heimnetzwerk wird das Gerät umgehend erkannt. Der Player erfüllt drei Funktionen , wenn er im Netzwerk eingebunden ist:

1. Der Anwender kann auf den YouTube Client zugreifen. Nach Anerkennung der Nutzungsbedingungen kann es losgehen. Videos werden (Verbindung: DSL 6000) recht schnell geladen und in ordentlicher Qualität präsentiert. 
2. BD Live Funktionalität (hier muss man das Zulassen einer entsprechenden Verbindung in eingeschränkter oder kompletter Form im entsprechenden Menü festlegen)
3. Nutzung von Gracenote: Hier können Titelnamen und u.U. Cover von CDs und Titeln, die z.B. in MP3 Form auf einem USB-Stick abgespeichert sind, empfangen werden. Im Discbetrieb (DVD/BD) kann man nach Drücken der „Info/Display“ Taste den untersten Menüpunkt „Filminformationen“ anwählen und damit an die Informationen der Gracenote-Datenpunkt kommen. 

Des Weiteren können verschiedene Dateiformate (Bilder, Videos, Musik) von einem angeschlossenen USB-Stick wiedergegeben werden. Wir hatten mit Wiedergabeversuchen folgender Formate Erfolg:

• MKV-HD
• MKV-SD
• MPEG4 (SD und HD)
• MPEG1-SD
• DivX-AVI (HD und SD)
• Jpeg (2,5 bis 3 MB-Bilder)
• MP3-Files

(Formate laut LG: MPEG4 AVC, AVCHD, DivX HD, MPEG2, SMPTE VC1, MKV, MP3, WMA, PNG, JPEG).

Leider ist es nicht möglich, Bilddateien, Foto- oder Videofiles von Home Servern, die sich im gleichen Netzwerk wie der Player befinden, zu streamen. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut – ausgezeichnet. 

Testequipment
Bild

Wie gut ist die BD-Wiedergabe?

Video-EQ

Gut ist, dass der LG auch einige vorgefertigte Bildfelder mitbringt - das ist in diesen Preisklassen keinesfalls selbstverständlich. Man kommt nach Drücken der „Info/Display“ Taste auf der Fernbedienung in ein umfangreiches Menü, hier ist der Unterpunkt mit der Farbpalette als Symbol anzuwählen. Verfügbar sind:

• Spielfilm (angenehme Helligkeit, leicht zurückgenommene Schärfe, guter, natürlicher Kontrast, leicht warme Farbgebung)
• Bewegung
• Standard (recht neutral, bezüglich der Schärfe aber manchmal grenzwertig, selbst bei BDs bilden sich dann Artefakte oder Doppelkonturen. Hier hilft es, die Schärfe in den Benutzereinstellungen zu reduzieren oder das Bildfeld „Spielfilm“ zu verwenden). 
• Benutzer

Wählt man „Benutzer“, sind verschiedene Einstellungen vom Anwender festzulegen:

• Kontrast
• Helligkeit
• Farbe
• Schärfe
• Rauschfilter

Mittels des recht einfachen Video-EQs kann man je nach Ausgangsmaterial und persönlichem Geschmack gar nicht einmal schlechte Optimierungen vornehmen.

BD, Casino Royale, 2. Kapitel, Madagaskar:
Der LG BD560 überzeugt mit enormer Bildstabilität – eine so gutze 24p Signalausgabe haben wir bei einem so preiswerten Player (marktpreisbezogen) bislang kaum gesehen. Erst der Sony BDP-S470, für knapp 200 EUR (Marktpreis) erhältlich, offeriert noch mehr horizontale und vertikale Stabilität im Bild. Messerscharf stellt der 560er die Kampfarena zu Beginn des 2. Kapitels von Oben dar. Die Schattierungen des sandigen Bodens sind schon von oben bestens sichtbar. Auch die Tiere – Schlange und Mungo – sind ausgezeichnet herausgearbeitet, die charakteristische Haut der Schlange kommt sehr gut heraus. Das abgenutzte Mobiltelefon des Bombenlegers mit den sehr authentisch herausgearbeiteten Brandnarben wirkt in der Hand plastisch und scharf. Kurze Zeit später wird 007 eingeblendet, wie er an einem verkohlten Holzbalken steht – und kurz scheint doch die relativ günstige Preisklasse durch: Die feinen Kontrastdifferenzen in der Oberfläche des Balkens haben wir schon besser strukturiert betrachten dürfen. Dafür arbeitet der LG die verschiedenen Grüntöne der Vegatation, welche die Kampfarena umgibt, stimmig heraus. Die Farbwiedergabe wirkt überhaupt ausgewogen und natürlich, ebenso überzeugt die Bildtiefe. 

BD, Fluch der Karibik 1, ab Filmbeginn:
Das Galionsschiff, welches direkt zu Beginn aus dem dichten, unheimlichen Nebel auftaucht, wird mit sauberem Bewegungsablauf wiedergegeben. Die kleine Elisabeth an der Reling ist schon von weitem klar erkennbar, ebenso die unterschiedlichen Holzsorten von Reling und Schiffskorpus. Der Glanz im dunkelbraunschwarzen Holz der Reling kommt prima zur Geltung. Als sich das Schiff nähert, werden auch die Gebrauchsspuren der Segel gut erkennbar, ebenso der edle Stoff des Kleides von Elisabeth. Im 2. Kapitel nimmt Jack Sparrow mit seinem schrottreifen Boot Kurs auf Port Royal. Die Wellenbewegung des Meeres kommt ordentlich zur Geltung, das geht aber nochmals authentischer. Das Gesicht des Piraten-Kapitäns in Großaufnahme erscheint scharf und plastisch, selbst der Bart und der mitgenommene Hut werden prima herausmodelliert. Als Jack die zur Warnung gehängten Piraten passiert, wird eine prima Bildstabilität offeriert, auch wirkt das Gebotene plastisch und scharf. Lediglich das Ausformen kleiner Kontrastdifferenzen im Felsgefüge könnte noch ausgeprägter sein. Sehr schön arbeitet der 560 das vielschichtige Panorama bei der Hafeneinfahrt nach Port Royal heraus. Die Oberfläche des hölzernen Landungssteges haben wir aber schon etwas klarer gesehen. Dafür sind die drei Schilling, die Jack dem Hafenmeister gibt, scharf und detailreich zu erkennen. Prima wird die Kamerafahrt über die Festungsanlage gemanagt. 

1080p-Upscaling von Filmmaterial, DVD 576i, Star Wars Episode III, ab Filmbeginn: 
Hier sind bei der Star Wars-typischen Schrift gleich zu Filmbeginn leichte Treppenstufen rund um die Buchstaben sichtbar. Auch bleichen die Buchstaben zum Rand hin aus und tendieren ins Weiße. Das Gelb an sich ist gut getroffen und satt genug. Bei genauem Hinsehen weisen die Buchstaben leichte Artefakte im Inneren auf. Prima ist, dass der LG recht viele Sterne auf den Bildschirm holt. Der Lauf der Schrift selber ist für die Preisklasse sehr gut, nur für erfahrene Anwender tun sich Fehlerquellen in Form von Flimmern und Farbveränderungen auf (die nach hinten auslaufende Schrift bleicht farblich aus). Als der Sternzerstörer ins Bild gleitet, liefert der 560er eine ausgezeichnete Leistung ab. Scharf und klar wird das große Raumschiff dargestellt, für einen so günstigen Player detailliert der BD560 auch kleine Einzelheiten überragend durch. Plastisch wirkt das Bild auch, der über der Planetenoberfläche fliegende Zerstörer hebt sich vom Planeten selber gut ab. Als die beiden Raumjäger den Sternzerstörer in raschem Flug passieren, fällt leichtes Flächenrauschen, sichtbar im Grau des Raumschiffes auf, ansonsten wird eine tadellose Vorstellung geboten. Als Obi-Wan und Anakin nach unten in die Schlacht abknicken, eröffnet sich dem Betrachter ein ordentlich modelliertes Panorama mit hoher Tiefe – hier zeigt sich auch im Vergleich zum 2009 getesteten BD370 eine gut sichtbare Verbesserung. 

1080p-Upscaling von Videomaterial, DVD 576i, AVEC Professional Test DVD: 
Bei den Schriften, die in verschiedenen Geschwindigkeiten vor verschieben farbigen Hintergründen laufen, weiß sich der LD bestens zu behaupten. Bewegungsscharf, stabil, und eine nur geringe Artafaktebildung – hier verschweigt der Player seine günstige Preisliga gekonnt. Nur minimale Doppelkonturen sind als Nachteil aufzuführen. Beim Pendel, welches innen rote und blaue, voneinander abgegrenzte Zonen aufweist und das in unterschiedlichen Geschwindigkeiten über eine schwarze Linie gleitet, glänzt der BD560 wiederum – klar ist das Innere des Pendels zu erkennen, die Pendelspitze hat kaum Treppenstufen. Die schwarze Linie steht stabil, die Ausprägung der Nachzieheffekte ist sehr gering. Beim dynamischen Stadtbild von Esslingen kommt nur zu geringer Artefaktebildung, vornehmlich in größeren einfarbigen Flächen. Sehr differenziert werden die zahlreichen Grünflächen wiedergegeben, die auch farblich durch Authentizität gefallen. Bei der Kamerafahrt über die Hausdächer kommt es zu sichtbarem Flimmern. Das Bild steht im wesentlichen stabil und ruckelt nur selten leicht. 

Der BD560 offeriert eine sehr guter Upconversion von 576i Material

Gesamtnote Bild in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Konkurrenzvergleich:

  • Samsung BD-C5500: Der Samsung ist bezogen auf den Marktpreis rund 20 EUR teurer. Für dieses Geld bringt er bessere Multimediaeigenschaften mit, denn der 5500er ist auch streamingfähig. Bezüglich der Bildqualität nimmt der LG beim Upscaling von Videomaterial dem samsung ein paar Punkte ab, bei Filmmaterial agieren beide auf nahezu gleichem Level. Die Farbwiedergabe beim LG scheint etwas authentischer zu sein (DVD und BD), dafür offeriert der Samsung noch minimal mehr Schärfe, ohne zu aufdringlich zu erscheinen. 

  • Sony BDP-S470: Der für rund 200 EUR erhältliche Sony bietet für den Mehrpreis auch mehr Multimedia-Ausstattung. Zudem ist die 24p Stabilität im BD-Betrieb nochmals ausgeprägter, die Upconversion gerade von Filmmaterial von 576i auf 1080p ist noch störungsfreier, plastischer und schärfer. 

  • LG BD370: Der 2009 getestete LG-Player kommt gerade bei der Güte der Upconversion von Film- und Videomaterial auf 1080p nicht mit dem neuen BD560 mit, der mehr Detailschärfe, Ruhe und Stabilität vermittelt. 

Klang (HDMI)

Auch beim Klang leistet sich der BD560 keine Schwächen - im Gegenteil, die klare, natürliche und lebendige Wiedergabe beweist, dass auch preiswerte BD-Player inzwischen richtig gut klingen. Selbst die anspruchsvolle Stereowiedergabe zusammen mit unseren Teufel Ultima 800 beherrscht er sehr gut und punktet mit der prima Detaillierung und der ausgezeichneten Räumlichkeit. Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.

Fazit

Preiswert und leistungsstark - der LG BD560

LG ist mit dem BD560 ein großer Wurf geglückt. Zum kleinen Marktpreis bekommt der Käufer hier viel Leistung geboten - mit einem starken Blu-ray-Bild, einer ausgezeichneten Upconversion von 576i Signalen und sogar einem kleinen Video-EQ wird der klassenübliche Rahmen gesprengt. Auch der harmonische und detailreiche HDMI-Klang weiß zu gefallen. Die Bedienung geht leicht von der Hand. Leider fehlt bei den ansonsten ordentlichen multimedialen Eigenschaften eine Streamingfunktion. Das optisch schicke Gerät ist gut verarbeitet und überzeugt auch mit dem leisen und schnellen Laufwerk.

Preiswert und leistungsstark, vermag der LG BD560 im Testbetrieb rundherum zu überzeugen

Blu-ray-Player Einsteigerklasse
28. Juni 2010

+ Sehr gutes BD-Bild
+ Für die Preisklasse ausgezeichnete Upconversion auf 1080p
+ Schnelles und leises Laufwerk mit hoher Betriebssicherheit
+ Kein Lüfter
+ Tadelloser Sound über HDMI
+ Einfache Bedienung
+ Formatvielfalt über USB
+ Günstiger Marktpreis

- Kein Netzwerk-Streaming

Test: Carsten Rampacher
28. Juni 2010

  ZURÜCK
Copyright © AREA DVD