SPECIAL: Kaufberatung Mehrkanal-Lautsprechersysteme von 700 bis 9000 EUR - welches System für welchen Anspruch?

03. Februar 2010 (cr)

Einführung

Die Wahl des passenden Lautsprechersets kann ausgesprochen schwierig werden. Nicht nur, dass der Markt eine Vielzahl an Offerten bereit hält - auch das Analysieren der eigenen Ansprüche und die darauf folgende Auswahl geeigneter Systemlösungen kostet Zeit. Wir haben in den letzten Jahren viele Mehrkanal-Lautsprechersets unter die Lupe genommen und waren sehr erstaunt, wie erfreulich der Level durchweg ist. Doch es führen zwar viele, aber nicht alle Wege zum Ziel, daher kann es durchaus sein, dass ein prinzipiell sehr gutes oder sogar exzellentes Lautsprechersystem unter ungünstigen Bedinungen nicht in Frage kommt oder dass ein bezüglich des Leistungsprofils sehr eigenwilliges System ausgezeichnet geeignet ist. Wir haben in diesem Special versucht, durch entsprechende Vorschläge die Wahl des passenden LS-Systems zu erleichtern. Anmerkung: Lautsprecher-Systeme, deren Komponenten teilweise oder komplett ab Werk nicht mehr lieferbar sind, haben wir entweder aus dem Special herausgenommen oder mit entsprechenden Anmerkungen versehen.

Das passende Lautsprechersystem

Wichtig ist, dass man sich vor Auswahl und Kauf mit folgenden Fragen beschäftigt:

  • Mit welchem Pegel höre ich? Zimmerlautstärke oder eher mit gehobenem Pegel? Oder aber betreibe ich einen eigenen Heimkinoraum, in dem sehr kräftige Lautstärken anliegen? 
  • Wie groß ist mein Hörraum?
  • Kann ich alle Lautsprecher eines Mehrkanal-Systems korrekt aufstellen? Habe ich Platz, hinter meiner Couch noch 2 Back Surround Lautsprecher aufzubauen? Lohnt es sich, in meinem Heimkino zusätzlich Front High Lautsprecher für Audyssey DSX oder Dolby Pro Logic IIz aufzubauen? 
  • Wie sehen die übrigen Mitglieder meiner Elektronikkette aus? Welchen Leistungsklassen sind sie zugehörig? Es macht wenig Sinn, ein Lautsprechersystem zu kaufen, welches bezüglich des Leistungsprofils nicht zu den restlichen Komponenten passt. 
  • Was höre ich überwiegend? Musik oder Film oder aber beides zu gleichen Anteilen?
  • Wird ausschließlich beziehungsweise größtenteils mehrkanalig gehört oder bestehen gehobene Stereoansprüche?
  • Was bin ich für ein Typ Hörer? Spaßverrückt? Detailverliebt? Homogenitätsfanatiker? Hochton-Experte? Bassfreund? 
Lautsprechersysteme für viele Ansprüche

Hat man sich über diese Fragen Gedanken gemacht, kann man sich auf die Suche begeben - hier unsere Vorschläge:

Wer nur wenig Platz für die Aufstellung von Lautsprechern zur Verfügung hat, aber trotzdem einen lebendigen und im Bassbereich relativ nachdrücklichen 5.1 Sound genießen möchte, kann für 699 EUR zum Klipsch 5.1 Sub-/Sat-System HD Theater 500 greifen. Dieses System versteht sich nicht als LS-Ensemble für den analytischen Ex-HiFi-Fan, sondern als wahrer Spaßmacher - die Klipsch-typischen Tugenden wie tadellose Grobdynamik und beachtliche Pegelfestigkeit bietet auch das kleine HD Theater 500. Die Verarbeitung ist ebenfalls prima, die schmucken Satelliten machen sich auch im designorientierten Wohnraum wirklich gut. Der Hochtonbereich gibt es eher verhalten und sehr angenehm, Liebhaber enormer Brillanz und Strahlkraft dürften sich aber weniger angesprochen fühlen. Dafür erzeugt der aktive Subwoofer einen fülligen Bass, der denjenigen, der einfach auf der Suche nach Hörspaß für wenig Geld ist, überzeugen dürfte. Das HD Theater 500 kann problemlos auch mit Einsteiger-AVRs betrieben werden. 

Gerade bei Teufel besonders günstig zu bekommen (699 anstatt 999 EUR) ist das ultraschlanke 5.1 Lautsprechersystem LT 3 ein verlockendes Angebot für Designliebhaber, die Wert auf ein bestmögliches Preis-/Leistungsverhältnis legen. Die sehr schlanken, ausgezeichnet verarbeiteten Säulen liefern einen dynamischen, gut gestaffelten Sound. Aufgrund ihrer schmalen Bauform aber ist der Grundtonbereich nicht überdurchschnittlich präsent. Der Hochtonbereich gefällt durch Klarheit und sogar eine gewisse Brillanz - selten anzutreffen in diesen Preisklassen. Der ebenfalls recht kompakt gehaltene aktive Subwoofer kann sehr nachdrücklich zupacken und erweist sich als ausgesprochen pegelfest - idealer Einsatzort für das Ensemble sind Lokalitäten zwischen rund 15 und knapp 30 Quadratmeter. Der Wirkungsgrad überwältigt nicht, daher sollte man keinen zu leistungsschwachen absoluten Einsteiger-AVR verwenden. 

Das 5.1-THX Select-Set Teufel System 5 dürfte die Besitzer kleinerer Heimkinos besonders ansprechen. Seit 2007 auf dem Markt, sind die 999 EUR (Concert 5.1 Set) nach wie vor sehr gut angelegtes Geld. Die Tonalität ist erstaunlich neutral, die drei identischen Frontlautsprecher garantieren eine gleichbleibend homogene Klangkulisse vorn. Der aktive Subwoofer schlägt mit überraschender Wucht zu. Der Käufer hat die Wahl - entweder das Concert-Set mit 5 x M 55 FCR und 1 x M 5500 SW oder aber für 50 EUR Mehrpreis das Cinema 5.1 Set mit 3 x M 550 FCR und 2 x M 550D sowie dem M 5500 SW. Wer das Cinema-System mit Dipolen hinten bestellt, sollte sich aber vergewissern, dass er bei der Befestigung der dipolar abstrahlenden Boxen auch deren spezielle Merkmale berücksichtigt (keine Möbelstücke im Weg bei der Schallausbreitung nach vorn oder hinten). Ebenso müssen Dipole aufgrund ihres Arbeitsprinzips mit höherem Pegel eingepegelt werden (geringerer Wirkungsgrad). Insgesamt eignet sich das System 5 sehr gut für Hörräume bis etwas über 30 Quadratmeter, zudem stellt Teufel für 300 EUR (zwei weitere M 550 FCR) bzw. 350 EUR (zwei weitere M 550 D) auch passende 7.1 oder gar 9.1 Erweiterungsmöglichkeiten bereit. Die Frontlautsprecher M 550 FCR sind für 150 EUR auch stückweise zu haben, für faire 445 EUR gibt es noch einen M 5500 SW, so dass in einer 9.2 Konfiguration (Front High 2 x M 550 FCR, Front 3 x M 550 FCR, Surround 2 x M 550 D, Back Surround 2 x M 550 FCR) sogar Räume um die 40 Quadratmeter unter gehörigen Schalldruck genommen werden können. Besonders für cineastische Einsätze ausgelegt, verzagt das System 5 aber auch musikalisch nicht, sondern punktet mit klarem Sound und sehr realistischer Räumlichkeit.  Durch die hohe gebotene Qualität kann man dieses Set sogar mit AV-Receivern der 900 bis 1500 EUR Preisliga betreiben. 

Für etwas über 1000 EUR kann man bei Nubert in die Welt geschliffenen und neutralen Sounds einsteigen - für  exakt 1004 EUR gibt es 5 x die Nubert nuBox 101 plus den aktiven Subwoofer nuBox AW-441. Gerade dann, wenn auch gern Musik gehört wird, können sich die "Klein-Nubis" sehr gut in Szene setzen. Sie fühlen sich klanglich einer angenehmen Neutralität verpflichtet und sind zudem, gemessen an ihren Abmessungen, recht pegelfest. Durch die tadellose Detaillierung und die guten feindynamischen Qualitäten kann man dieses Set auch prima mit AV-Receiver der Mittelklasse betreiben. Preiswerte Einsteiger-AVRs werden kaum in der Lage sein, die erstaunlichen Fähigkeiten, die die nuBox 101 bei der Stimmwiedergabe und bei der Strukturierung des Hochtonbereichs an den Tag legt, nicht entsprechend supporten. Der kleine AW-441 sollte nicht unterschätzt werden: Er ist ein leistungsstarkes Kleinkraftwerk, das durch Präzision und Nachdruck überzeugt. Für Hörräume zwischen knapp 15 und gut 30 Quadratmeter eignet sich dieses wenig aufstellungskritische Ensemble. 

Richtig große Boxen für vergleichsweise wenig Geld: Das für rund 1000 EUR Marktpreis käuflich zu erwerbende Jamo S 608 HCS 3  5.0-Set imponiert bereits optisch Mit den größeren Frontlautsprechern im Vergleich zum zuvor getesteten S 606 HCS 3 5.0-Set gewinnt das Jamo-Set deutlich, so dass man den Mehrpreis gegenüber dem 606er 5.0-Set als absolut gerechtfertigt ansehen kann, gerade dann, wenn man auch gern Musik in Stereo hört. Hier können sich die größeren 608 souverän von den kleineren 606 absetzen. Durch den sehr guten Tiefgang und den immensen Nachdruck wird für die meisten Einsatzzwecke ein zusätzlicher aktiver Subwoofer nicht notwendig sein. Für die Verwendung im Wohnzimmer reicht die vom 5.0 Set gebotene Leistungsfähigkeit im Bassbereich problemlos aus. Allerdings ist von der Verwendung reiner Einsteiger-AVRs abzuraten. Wir würden Modelle der angenehenden Mittelklasse ab 450 bis 600 EUR Marktpreis als geeignete Spielpartner ansehen. Sehr zu loben ist auch die höchst angenehme tonale Auslegung. Die gekonnten Übergänge vom Hoch- in den Mitteltonbereich und von den Mitten in den "Frequenzkeller" belegen das insgesamt sehr erfreuliche Niveau der Jamo-Schallwandler, das auch durch die sehr hohe Pegelfestigkeit weitere Bestätigung findet. Erstaunlich ist, wie tadellos sich der kleine Center auf eine ansprechende Zusammenarbeit mit den großen Front-Standlautsprechern versteht. Er hinterlässt hier einen noch besseren Eindruck als beim Einsatz mit den kleineren S 606 Frontboxen beim Jamo S 606 HCS 3 5.0-Set. Auch die kompakten Regallautsprecher wirken nicht verloren, sondern punkten durch spontanes Ansprechen und eine erstaunliche Räumlichkeit. Dass letzte Details im sonst relativ klar ertönenden Hochtonbereich bei allen Komponenten verschwiegen werden, dürfte die von Jamo und dem deutschen Vertrieb Osiris Audio angepeilte Zielgruppe nicht stören - lieber erfreut man sich an der schicken Optik und der akkuraten Verarbeitung. 

Wird gern und oft Musik gehört, ganz gleich, ob Mehrkanal 5.1 oder Stereo 2.1/2.0, den größten Teil des gesparten Geldes aber lieber auf der Bank lässt und nicht dem HiFi-Händler seines Vertrauens geben möchte, findet im preiswerten Magnat Quantum 550 5.1 Set für rund 1000 EUR Marktpreis einen passenden Partner. Vollwertige, prima verarbeitete Standlautsprecher, ein ausreichend dimensionierter Center, zwei für diese Preisliga großzügig dimensionierte Regallautsprecher als Rears sowie ein kräftiger aktiver Subwoofer sind die Bestandteile des in attraktiver Farbgebung getesteten Sets. Mit harmonischer Klangcharakteristik wendet sich das Magnat-Ensemble nicht an "Profi-Hörer", die ständig auf der Suche nach kleinen Zwischentönen sind, sondern an "Otto Normalverbraucher", der einfach ein gutes, gefällig und kräftig aufspielendes 5.1 Ensemble sucht. Wirkliche Nachteile sind kaum auszumachen, Pegelfestigkeit, Grobdynamik und Front-/Surroundbalance sind für die Preisklasse ausgezeichnet. Der aktive Sub erweist sich zudem als sehr pegelfest. Mit leistungsärmeren AVRs kommen die Magnat Komponenten dank des ordentlichen Wirkungsgrades prima zurecht. Wir raten trotzdem, einen AVR der unteren Mittelklasse als Mindestbestückung zu verwenden. Aufstellungskritisch sind die LS ebenfalls nicht - die Magnats erweisen sich in jeder Hinsicht als Idealbesetzung für ein tadelloses Hörerlebnis im heimischen Wohnzimmer. 

Ein weiterer "teuflischer Beitrag" in der Liga um die 1000 EUR - für exakt 1099 EUR wird man stolzer Besitzer des 5.2-Lautsprechersystems Theater 4 Hybrid. Die gut verarbeiteten vorderen Boxen beherbergen im unteren Gehäuseteil einen kräftigen aktiven Subwoofer - somit steht dem Anwender ein waschechtes 5.2 System mit dem Vorzug homogener, gleichmäßiger Bassausbreitung zur Verfügung. Doch das Theater 4 kann noch weitaus mehr - mit dem frischen Klang, der auch so manches kleine Detail berücksichtigt, werden sogar Hörer angesprochen, die akustische Ansprüche der gehobenen Art stellen und sonst in diesen Preisregionen kaum fündig werden. Der Bass verbindet Nachdruck und Präzision auf einem Level, der bei manchem beinahe doppelt so teuren Set nicht erreicht wird. Die Pegelfestigkeit ist ausgezeichnet. Prima gefällt auch der Center, der einen erstaunlichen Facettenreichtum bereit stellt. Auch die Rearboxen sind dynamisch und spielfreudig ausgelegt. Wer gern Musik in Stereo und in mehrkanaliger Version hört, wird hier sehr glücklich - und auch für Filmton eignet sich dieses Ensemble prima. Nur "Hardcore-Cineasten" sollten eher auf Sets aus Teufels "System"-Baureihe zurückgreifen, noch mehr Gleichmäßigkeit bei der frontalen Effektkulisse und noch nahtlosere Front-/Surroundübergänge sind bei diesen Packages herauszuhören. 

Das lebendig aufspielende Quadral Rhodium 5.0-Set ist ein sehr guter Beweis, dass die Hannoveraner sich wieder in Bestform befinden. Das getestete Rhodium 5.0-Set ist ein Statement für energiegeladenen, kraftvollen und dynamischen Sound zum fairen Preis von gerade einmal 1500 EUR fürs komplette Set. Völlig gleich, ob man Musik oder Filmton mit dem Ensemble genießen möchte, immer sind Stimm-, Instrumental- und Effekt-Darstellung von Intensität, Klarheit und Nachdruck geprägt. Die Basswiedergabe ist weit überdurchschnittlich gut, Bässe werden mit ausgezeichnetem Tiefgang, enormer Struktur, hervorragender Präzision, immensem Volumen und überragendem Nachdruck im Raum verteilt, so dass der weniger erfahrene User beinahe schwören könnte, dass zusätzlich ein aktiver Subwoofer zum Einsatz kommt. Der Mitteltonbereich schließt nahtlos an und präsentiert sich als minimal zurückgenommen. Die Mitten klingen sehr angenehm, Stimmen lösen sich exzellent von der Box - sie stellen sich aber minimal hinter die bestechende Hochton- und Basswiedergabe. Dieses "Minimal-Sounding" sorgt für enorme Freude im Alltag, viele Hörergruppen außer strengen Analytikern sowie den Liebhabern von Kammer- und A Capella-Musik werden mit den Spaß bringenden Rhodium-Schallwandlern glücklich. Der dynamisch und bezüglich des räumlichen Abstrahlverhaltens beeindruckende Hochtonbereich behält, ebenso wie der Bassbereich, auch bei hoher Lautstärke seine Souveränität beinahe in komplettem Umfang. Selbst für die Wiedergabe von Filmton eignet sich das Rhodium 5.0-Set - wer allerdings hier das letzte Bisschen an tieffrequenter Freude freisetzen möchte, kann den preisgünstigen (500 EUR/Stück) DV-88 Aktivsubwoofer dazu ordern. Die Verarbeitungsqualität aller getesteten Rhodium Boxen ist bis auf minimale Toleranzen beim Übergang von Front zu Korpus absolut überzeugend. Am besten eignet sich ein kräftiger und dynamisch antretender AVR der gehobenen Mittelklasse als standfester Spielpartner. 

Bässe zum Fürchten, gepaart mit neutralem Sound und ungebremster Grobdynamik - das Teufel 5.2-LS-Set System 5 THX Select 2 kostet gerade einmal 1599 EUR, kann aber auch mit sehr leistungsstarken AV-Receivern und AV-Verstärkern eingesetzt werden. Die gebotene Räumlichkeit ist für diese Preisklasse frappierend, ebenso erstaunlich ist, wie souverän sich der Klang von den Lautsprechern löst. Sind die beiden beim "Cinema-Set" enthaltenen Dipole richtig untergebracht und akkurat eingepegelt, schaffen sie einen weitläufigen Raum mit tief gehender Effektdarstellung. Wer mehr möchte als 5.2 - kein Problem für die Berliner: Für 390 EUR (Paarpreis) kann man sich wahlweise die S 500 D Dipole zusätzlich kaufen oder aber die S 500 FCR Direktstrahler. Somit sind 7.2 oder 9.2 Konstellationen kein Problem. Wer ein größeren Heimkinoraum hat, gern mit kräftigem Pegel hört, aber kein Vermögen in die Beschallung investieren möchte, sollte zugreifen - aufgrund der hochwertigen Konstruktion sind die Teufel Komponenten auch für die Musikwiedergabe sehr gut geeignet. Im Stereobetrieb darf man verständlicherweise keine Sensationen erwarten - überraschend gut ist die Performance im 2.2 Betrieb aber auf jeden Fall. 

Kleinkunst für 1849 EUR: Mit dem Dome 5.1 Surroundsystem bietet Focal ein gleichermaßen optisch wie akustisch gefälliges, wenn auch nicht eben preiswertes Gesamtpaket an. Dank kleiner Abmessungen, der frei einstellbaren Gehäuseneigung sowie der Möglichkeit einer unkomplizierten Wand- und Deckenmontage fügen sich die Lautsprecher in fast jedes Ambiente nahtlos ein und sind beispielhaft flexibel. Auf diese Weise kommt man der Idealvorstellung von "unsichtbaren" Lautsprechern schon ziemlich nah, zumal das französische Sextett auch überzeugende Klänge von sich gibt. Der Subwoofer kann seine geringe Größe bei extremen Pegeln bzw. Tiefbasseffekten akustisch zwar nicht ganz leugnen, bietet aber dennoch solide Dienste. Das große Highlight setzen zweifelsohne die hervorragenden Satelliten, die in vielen Klangaspekten Erstaunliches leisten und über ein breites Anwendungsspektrum verfügen. Der aufgerufene Komplettpreis von 1.849 Euro ist daher als fair und angemessen zu bewerten. Für Anwender mit dem Wunsch nach möglichst unauffälliger Lautsprecherintegration, die aber dennoch große Ansprüche an die Klangwiedergabe stellen, lohnt sich die Hörpobe beim nächstgelegenen Focal-Händler auf jeden Fall.

Neutral, detailreich, fein strukturiert, bassstark, perfekt verarbeitet - das alles klingt nach einem Lautsprecherset, das gut und gerne 5000 EUR und mehr kosten dürfte - doch dies ist Irrglaube, denn ein so leistungsfähiges 5.1 Ensemble gibt es bei Nubert in Form des TnuLine 5.1-Set 82/CS-42/DS-22 Sets schon für rund 2560 EUR. Gut - extrem versierte Stereofreunde werden sich anstatt der nuLine 82 für vorn lieber eine nuLine 102 oder gar eine ausladende und höchst belastbare Nubert nuLine 122 an den Start bringen, aber wer geschliffenen Mehrkanal-Sound und eine sehr gute Stereo-Performance zum vertretbaren Preis sucht, wird kaum am nuLine-Set, wie es hier vorgestellt wird, vorbei kommen. Tonal authentisch ausgelegt, sorgt der breite Abstrahlwinkel von Fronts und Center für Freude beim Auditorium. Auch mehrere Personen können bestens einem Film lauschen, diejenigen, die an den Rand "strafversetzt" wurden, brauchen sich aus akustischer Sicht nicht zu grämen, denn auch sie werden Zeuge des kultiviert-kraftvollen Schwaben-Sounds. Aber - was die Wahl des passenden AV-Receiver angeht, sollte man sich preislich nicht unterhalb der 800 bis 1000 EUR-Liga aufhalten - sogar mit richtig teuren AV-Kommandozentralen bis 3000 EUR arbeitet dieses feine Set sehr gut zusammen. Gerade in der Ausführung Schleiflack-Weiß wird auch das Auge begeistert sein. 

Wer es optisch edel und gekonnt extravagant liebt, sollte sich das Infinity Classia C 336/CC 225/C 205/PSW 8 Mehrkanal-Set für ca. 2600 EUR genauer anschauen und auch anhören. Die schon optisch sehr attraktiven Lautsprecher aus der Classia-Serie verbinden einen höchst angenehmen, harmonischen und trotzdem dynamischen Sound mit hervorragender Pegelfestigkeit. Durch die absolut alltagstaugliche klangliche Auslegung sind die Schallwandler für nahezu jeden Musikstil und auch für mehrstündige Hör-Sessions bestens geeignet. Der günstige Wirkungsgrad sorgt für ein problemloses Zusammenspiel auch mit AV-Receivern der Mittelklasse. Durch die hohe Belastbarkeit und den homogenen Sound arbeiten die Classia Komponenten aber auch ohne Schwierigkeiten mit Oberklasse-AVRs zusammen. Insgesamt ergibt sich so das Bild eines in sich schlüssigen und durchdachten Gesamtkonzepts. Für Hörer, die nicht enorm hörerfahren sind und genau den Charakter ihres Wunsch-Boxensets kennen, sind die Classia-Boxen eine echte Empfehlung. 

Klassische Optik, überragendes Finish: Das Heco Celan 5.1-Mehrkanalset XT 701/XT Center 4/XT 301/Sub 32 A bietet für rund 3200 EUR schon viele optische Reize für den erfahrenen Musikliebhaber. Mit dem reichhaltigen, seidigen Klang eignet sich dieses Ensemble besonders gut, um Opern, Operetten und in großen Hallen stattfindende klassische Konzerte emotional tiefgehend zu genießen - der Konzertsaal in den eigenen vier Wänden. Die Hecos sind weder spitz noch analytisch ausgelegt - der leicht warme Einschlag eignet sich dafür exzellent auch für lange Hörsessions. Die Pegelfestigkeit ist so hoch, dass die Lieblingsoper auch mit deutlich gehobener Lautstärke ertönen kann. Der Center jedoch ist etwas kritisch, wenn man mit mehr als 2 Personen hören möchte. Zudem dürfte zurückhaltenden Naturen das üppige Wesen der Celans etwas zu viel sein. Alle Anwender, die Musik und Filmton in vollen Zügen genießen möchten und eine umfassende, emotionale und eindrucksvolle klangliche Darbietung erwarten, können sich allerdings beinahe bedenkenlos für das preislich günstig kalkulierte Heco-Set entscheiden.

Für zivile Preise viel Performance - dies lautet das Motto beim Monitor Audio Silver-RX 5.1-Surroundsystem, ab 3405 EUR in der hier vorgestellten Konstellation zu haben. 730 EUR  mehr sind zu berappen, wenn man die schmucken britischen Schallwandler in Hochglanz-Optik einkaufen möchte. Große Würfe gibt es im Lautsprecherbereich eigentlich nur sehr selten zu vermelden, doch bei der neuen Silver-Generation von Monitor Audio darf man durchaus von einem mittelgroßen Quantensprung sprechen. Was hier an hochklassigen Attributen zusammengeführt wurde, gehört  in der vorliegenden Preisklasse zum derzeit Besten. In einigen Teilaspekten fischen die RX-Lautsprecher unverhohlen sogar schon in Gewässern, wo bislang vornehmlich deutlich hochpreisigere Offerten ihr Klientel suchen. Speziell die gebotene Präzision, Auflösung und Klangsauberkeit adelt die Lautsprecher zum "Best-Buy" für Freunde einer detailreichen, analytisch-offenen Wiedergabe. Aufgrund der konsequenten Preispolitik von Monitor Audio wird ein Silver-RX Set wohl kaum mit hohen Streichpreisen zu finden sein. Dennoch stellt es auch im Vergleich zu vermeintlichen "Superschnäppchen" ein sinnvolles Investment dar, weil die hochwertige technische Basis sowie die Premium-Verarbeitungsqualität für eine langfristige Wertschöpfung bürgen. Die zeitlos elegante Optik mit ihrer schlichten Formensprache passt diesbezüglich perfekt in das Produktdesign. Allerdings sollte man bei der Investition in den zugehörigen AVR lieber ein par Euros mehr in die Hand nehmen, damit man eine Maschine hat, die der Güte der MA-Boxen auch gewachsen ist. 

Die starke Konkurrenz zum obigen MA-Ensemble kommt von Canton: Hessische Klang-Körper-Kultur - detailreich und hoch belastbar, präsentiert das Chrono SL 5.1-Set (SL590DC/SL555/SL530/AS225SC) feinen deutschen Lautsprecherbau. Die MA Silver RX spielen tonal noch neutraler auf,, dafür klingen die Chrono SL Komponenten im Hochtonbereich einen Hauch samtiger. Dadurch, dass das Canton Set mit Direktstrahlern für den Surroundbetrieb ausgestattet ist, bei MA aber Dipole (natürlich sind aus dem MA-Sortiment auch Direktstrahler verfügbar), wird derjenige, der Filmsoundtracks mit besonders reichhaltiger Surroundklangkulisse genießen möchte, besonders vom englischen Ensemble angesprochen, während der Musik-Listener mit Sinn für Surround-Präzision durch Ortungssicherheit noch mehr Freude an den Chrono SL530 als Surrounds haben dürfte. Die Chrono SL-Boxen zeigen sich von ihrer besten Seite: Der klare, reife, gleichzeitig aber nie langweilige, sondern lebendige und emotionale Klang begeistert ebenso wie die hohe Pegelfestigkeit, die das Ensemble auch für den Einsatz in größeren Lokalitäten zu einer verheißungsvollen Alternative macht. Der kompakte aktive Subwoofer ist besonders hervorzuheben, denn bei diesem kraftvollen Bassisten sollte man sich nicht von den eher durchschnittlichen Werks-Leistungsdaten täuschen lassen: Er hat es faustdick hinter den Ohren oder, besser ausgedrückt, hinter dem hochsoliden MDF-Gehäuse. Ganz gleich, ob Tiefgang, Nachdruck oder Präzision gefragt sind, der AS225SC brilliert in jeder Disziplin – und das zum sehr günstigen Kaufpreis. Allen Canton-Komponenten gemein ist die edle Verarbeitung, gerade in Hochglanz-Weiß wird das Set so zum schmückenden Element auch in der anspruchsvollen Wohnlandschaft.

Und noch eine dritte enorm reizvolle Alternative in der Preisklasse um 3500 EUR: Das Quadral Platinum M 5.1-Set (M4/M2/M1/Sub 700). Nun stellt sich natürlich die Frage - mit dem Monitor Audio- und dem Canton-Set haben wir schon zwei Kandidaten auf absolutem Top-Niveau, was  können die Hannoveraner Neukonstruktionen dem entgegen setzen? Tonal neutral ausgelegt und nahezu verfärbungsfrei, können auch schwierige Projekte wie die akkurate Stimmdarstellung erfolgreich in Angriff genommen werden. Hier agieren die Quadrals zwischen den streng neutralen MA Silver und den seidigeren Chrono SL. Ein gelungener Kompromiss. Seine Konkurrenz in den Schatten stellt der Sub 700 DV Aktiv - so präzise und knallhart bringt keiner der Konkurrenz-Woofer, für sich betrachtet auch brillant, die Bässe bei hohem Pegel zu Geltung. Auch der Tiefgang markiert die Spitze. Noch eine Idee feiner lösen dafür die Silver RX-Boxen auf - hier ist das Gebotene beispielhaft. Die Chrono SL Komponenten übertrumpfen ihre Konkurrenten, wenn es um ein höchst angenehmes Hören auch über viele Stunden geht, kein anderes Set hier in der Gruppe klingt so harmonisch und angenehm. Bilanzierend hat jedes dieser drei Ausnahmetalente seine volle Berechtigung - der Käufer darf sich freuen und das am besten für ihn passende Set aussuchen. Ein leistungsfähiger AVR (ab 1000 - 1500 EUR aufwärts) sollte allerdings schon zur Elektronikkette gehören.

"Lass es krachen mit Klipsch" - das könnte das Motto beim Klipsch Reference 7.2 Set (RF-83/RC-64/RS-62/RB-61/RW-10D) für einen Marktpreis von knapp 5000 EUR sein. Der kleinere Subwoofer RW-10D ist nur noch vereinzelt zu bekommen, die bärenstarke Alternative heißt RW-12D - dieser kraftvolle Bassist gewann unseren letztjährigen Subwoofer-Mastertest. Wer sich gleich zwei RW-12D gönnt, dürfte auch im 50 Quadratmeter messenden Hörraum keine Performance-Probleme bekommen. Doch auch mit zwei kleineren RW-10D wird schon großes Kino geboten. Der massive Bass, die treibende Dynamik, die enorme Räumlichkeit - hier wird üppig eingeschenkt. Das Reference-Ensemble ist ein Traum für Effekt-Cowboys und Hochgeschwindigkeits-Dynamiker - sensible Naturen oder vom HiFi-Ideal geprägte Präzisionshörer werden mit diesen solide verarbeiteten Kraftpaketen weniger glücklich. Durch den sehr guten Wirkungsgrad benötigt man nicht einmal extreme Verstärker-Power für nervenaufreibende Effektorgien: Hollywood@home, made by Klipsch. 

Das Beste wollen, aber nicht das Maximum bezahlen - dank der Nubert nuVero-Baureihe ist dies kein Problem. Premium-Klangkultur vom Feinsten erreicht man bereits mit einem 7.0 Set aus  2 x nuVero 11, 1 x nuVero 7 Center, 2 x nuVero  7 Surround, 2 x nuVero 5 Back Surround für 7135 EUR. Präzision, Detailverliebtheit, Räumlichkeit in allen Frequenzbereichen und Dynamik sind beispielhaft, keinen Cent der Investition wird man je bereuen.  Die nuVero 7 ist eine der weltweit besten Centerboxen, mit überragender Klangkultur und breitem Abstrahlwinkel. Verblüffend ist, wie basskräftig die nuVero 11 als schlanker Standlautsprecher auftritt. Nur ganz unten im Frequenzkeller geht noch etwas mehr - und genau dieses "mehr" holt die größere nuVero 14 heraus. Nimmt man das 7.0 Set aus 2 x nuVero 14, 1 x nuVero 7, 2 x nuVero 11 (Surround), 2 x nuVero 5 /Back Surround für 8845 EUR, befindet man sich ohne Abstriche in der "Champions League" und bleibt hinsichtlich der geleisteten Investition im vierstelligen Bereich - mit deutlicher Luft bis zu fünfstelligen Summen. Im Surroundbereich sind mit den beiden nuVero 11 dieser Konstellation ungeheure Leistungs-Höhenflüge möglich. Wer sich die nuVeros gönnt, sollte aber an der zuspielenden Kette nicht sparen: 1000 EUR AVRs können diesen Ausnahmeboxen nicht den nötigen Support geben. Ausgewählte Vertreter der 3000 EUR-Liga hingegen sind dazu angetan, ein ungeheures Leistungspotential in den perfekt verarbeiteten schwäbischen Schallwandlern zu wecken. 

Das KEF 5.1-LS-Set, bestehend aus 4 x XQ40, 1 x XQ50c und dem Subwoofer PSW-4000, ist mit rund 8300 EUR Marktpreis ein durchaus kostspieliges Vergnügen - das edle Set aber ist das investierte Geld Wert. Interessenten, die genau diese Kombination möchten, sollten sich beeilen oder müssen mit Glück suchen, denn der enorm leistungsfähige aktive Bass PSW-4000 ist kaum noch zu finden. Bei KEF selber ist er aus- bzw. abverkauft. Wer das Glück hat, noch einen dieser überragend verarbeiteten Bassexperten zu bekommen, sollte schnellstens zugreifen. Doch nicht nur der PSW-4000 begeistert - KEF spricht mit diesem Set alle Sinne an. Es beeindruckt optisch mit zeitloser Noblesse und dem Flair des Besonderen, es imponiert aus technischer Sicht mit innovativen Lösungen wie der UNI Q- oder der Crown Waveguide Device-Technologie und nicht zuletzt schafft es akustische Maßstäbe mit dem räumlich fein verteilten, seidigen und geschmeidigen Klang. Der über alle Maßen kraftvolle PSW-4000 setzt dem klanglichen Treiben mit seinem enorm souveränen tieffrequenten Darstellungsvermögen die Krone auf. Insgesamt ein begehrenswertes Multichannel-Lautsprecherset, das mit einem feinsinnig und harmonisch aufspielenden Oberklasse AVR oder AV-Verstärker vortrefflich zusammenarbeitet. 

Fazit

Mit etwas Zeit und Muße ist es kein Problem, ein für die persönliche Präferenz-Struktur geeignetes Lautsprecherset zu finden. Wir können auch nur immer wieder raten, die fokussierten Komponenten vor dem Kauf ausgiebig Probe zu hören - so wird das Risiko eines Fehlkaufs weiter minimiert. 

Text: Carsten Rampacher
03. Februar  2010