SPECIAL: IFA Preview 2010 - Produktneuheiten und Markttrends in der
Übersicht
15. Juli 2010 (th/cr)
Einführung
Mitte Juli 2010, Deutschland schwitzt kollektiv und kaum einer denkt intensiv an das Thema Heimkino. Der aktuellen, hochsommerlichen Situation zum
Trotz biegt die Unterhaltungselektronikbranche schon wieder auf die Endgerade auf dem Weg zur diesjährigen IFA ein, welche vom 03. bis 08. September 2010 ihr fünfzigstes Jubiläum feiern wird. Wie in jedem Jahr haben zahlreiche Firmen der Branche zwei Preview-Termine genutzt, um den interessierten Fachjournalisten die wichtigsten Trends und Neuerungen vorab zu kommunizieren. Die Redaktion von AREA DVD war am 13. und 14. Juli in München anwesend, um Ihnen, werte Leser, schon jetzt einige Neuheiten und Innovationen der kommenden Internationalen Funktaustellung zu präsentieren.
Toshiba

Cell TV

Cell TV Elektronik-Box
Toshiba bietet ab dem kommenden Herbst mit dem Cell-TV einen Fernseher in der High-End Liga an. Cell-TV steht bei Toshiba nicht für ein singuläres Gerät, sondern für eine Kombination aus Top-Display und externer, rechenstarker Mediabox. Das verwendete Display wird eine Local-Dimming Back-LED Hintergrundbeleuchtung mit 512 separat ansteuerbaren Zonen und einen dynamischen Kontrast von 9.000.000:1 erhalten. Das verwendete Panel ist für den 3D-Betrieb ausgelegt und konnte dies in Form eines Vorserienmodells bereits auf der CES beeindruckend unter Beweis stellen. Die zugehörige Medie- und Prozessorbox, die den eigentlichen Cell-Prozessor, eine Weiterentwicklung des Rechenkerns der Playstation3, beherbergt, ist ausreichend leistungsstark, um aus konventionellen 2D-Material 3D zu errechnen. Die eingebaute Festplatte wird als Recorder dienen können, aber auch als Medienserver, wie überhaupt sämtliche technologischen
Speerspitzen der Japaner im Cell-TV einzughalten werden. Beide Gehäuse können mit edlem Design und wertiger Verarbeitung aufwarten, wie uns anhand des japanischen Modells gezeigt wurde. Die genauen Spezifikationen und Preise werden erst auf der Funkausstellung veröffentlicht.
Nicht nur beim Topliner rüstet Toshiba in der aktuellen Produktsaison auf. Neben dem Cell-TV werden 22 weitere Modelle teils schon im Juli auf den Markt kommen, die einen
HD-Triple-Tuner bieten, der HD per DVB-C, -S und –T entgegen nehmen kann. Das Thema Multimedia und Vernetzung spielt eine ebenso große Rolle in den neuen Modellen, was einenahezu flächendeckende Unterstützung von DLNA und in vielen Modellen eine Unterstützung von HbbTV, dem digitalen Teletxt-Nachfolger, belegen. Per DLNA lassen sich digitale Informationen wie Bilder, Musik und Videos im heimischen Netzwerk austauschen. Erleichtern soll dies zusätzlich der Toshiba Media Controller, der per App oder Mausklick den Dateiaustausch zwischen verschiedenen Komponenten ermöglicht. HbbTV wird Zusatzinformationen, Programmführer und einen Zugriff auf Mediatheken erlauben, indem der Fernseher per Internet auf die Angebote der TV-Sender zugreift.
Neben technischen Featuers wird Toshiba das Hollywood-Projekt präsentieren, bei dem sich um eine Optimierung der Bildqualität im Sinne der Authentizität handelt. Ziel ist es mittels normkonformen Presets Filme so zu präsentieren, wie der Regisseur sie gestaltet hat. Dies ist häufig nicht möglich, da der dargestellte Farbraum, die Grautreppe und die Farbtemperatur moderner TVs abseits der Produktionsnorm liegen.

3D Notebook Satellite A665

....mit Brille
Neben dem Cell-TV wird die WL768-Serie 3D-fähig sein und durch einen bis dato nicht näher spezifizierten 3D-Blu-ray Player ergänzt. Das Laptop Satellite A665, die 3D-Technik und Schutterbrille von NVIDIA nutzend, konnte uns in der Vorserienversion bereits in seinen Bann ziehen.
Toshiba ist auf der IFA am Stand 101, Halle 21A zu finden.
Telekom
In Zeiten der zunehmenden Vernetzung, von IPTV und der kompletten Digitalisierung drängt auch die Telekom immer stärker ins
Unterhaltungselektronik-Segment. Zentraler Bestandteil dieser Strategie ist das IPTV-(Fernsehen über Internet) und VOD- (Video On Demand) Angebot Enterain, welches an einen DSL-Anschluss gekoppelt ist. In Kürze wird die Telekom zahlreiche neue und in Teilen auch günstiger als bisher buchbare Pakete zum Abonnement anbieten. Um den potentiellen Kunden die monatliche Überweisung schmackhaft zu machen baut die Telekom stetig die Vielfalt und die Quantität der Inhalte aus. Einige Highlights wollen wir Ihnen an dieser Stelle nennen:
- Buchbare TV-Pakete Film, Doku, Liftstyle, Sport, Kinder, Lounge
- LigaTotal – die Bundesliga live, auch in HD. Hier wird es zukünftig möglich sein, seine eigene Konferenzschaltung zusammen zu stellen und Benachrichtigungsfunktionen zu nutzen.
- Der EPG wird zum Smart-EPG überarbeitet und beinhaltet einen Videoload Content Presenter. Non-lineares Betrachten vieler Inhalte soll noch einfacher werden.
- Das Angebot an HD-Content soll kontinuierlich auf über 1000 Filme werden ausgebaut werden, die teils schon zur DVD-/BD-Veröffentlichung bereit stehen – hierfür ist allerdings eine DSL 16.000 Leitung von Nöten.
- Mit Beginn der IFA will die Telekom auch 3D-Content anbieten, von mindestens 5 Filmen zum Start ist die Rede. Betont wurde, dass auch bestehende Receiver 3D-fähig sein werden, was auf die ausschließliche Nutzung des Side-by-Side-Verfahrens deutet.
- Mit dem Start der Bundesliga Rückrunde Anfang 2011 möchte die Telekom eine Partie pro Spieltag in 3D produzieren und live übertragen.
- Es soll vereinfacht möglich sein einen zweiten Receiver zu erstehen – über genaue Modalitäten und Preise konnten wir noch keine Informationen bekommen.
Neben diesen Ausblicken konnte die Telekom es sich nicht verkneifen, dem Konkurrenten Sky einen Seitenhieb zu verpassen, indem darauf hingewiesen wurde, dass im ersten Quartal diesen Jahres zehn mal mehr Pay-TV-Pakete von Neukunden abonniert wurden. Belegen, geschweige denn nachprüfen, können wir dies natürlich nicht, werte Leser; Vorenthalten möchten wir Ihnen diese Anekdote aber auch nicht. Interessant hingegen ist die Zahl der Kunden, die sich für 4,95 EUR/Monat die vorangegangene WM auf dem
Mobiltelefon angeschaut haben: 55.000.
Im Bereich der mobilen Kommunikation ist für die Telekom nach wie vor Apple das beherrschende Thema. Das iPhone 4G wird offensichtlich massiv nachgefragt, wie auch die für Kunden kostenlose App von Navigon. Die 500.000 mal aktivierte App macht aus dem Smartphone ein nahezu vollwertiges Navigationsgerät.
Zukünftig sollen die diversen Netz- und Kommunikationsoptionen der Telekom ein weiteres Geschäftsfeld eröffnen: Home Automation & Security. Ein erstes Überwachungspaket wird in Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienstleister Securitas ab 29,50 EUR/Monat angeboten. Auch erste Produkte im Bereich der Home Automation werden alsbald verfügbar sein, bei denen es unter anderem um Temperatur- und Heizungsregelung geht.
Auch das Thema Netzabdeckung kam auf der Pressekonferenz zur Sprache – So will die Telekom die bestehenden mobilen Datennetze für eine Bandbreite von bis 42 Mbit/s fit machen, 2011 ein funktionsfähiges LTE-Netz anbieten und dann 30% der Bevölkerung mit VDSL-Zugängen versorgen können, was einer Million Haushalte mehr als aktuell entspricht. Laut Firmenangaben entscheiden sich 50% der Entertain-Abonnementen bereits heute für einen VDSL-Anschluss.
IFA TechWatch
Die Internationale Funkausstellung ist traditionell eine Messe der Innovationen. Nicht nur Hersteller der diversen Endgeräte haben hier eine Bühne um sich und ihre Produkte zu präsentieren, sondern auch Forschungsanstalten, Universitäten und Entwicklerverbände. Bisher war das Innovations- und vermeintliche Nur-Profi-Forum etwas abseits der breiten Pfade im Obergeschoss der Halle 6 situiert. Dieses Jahr wird der nun TechWatch genannte Zukunfts- und Innovationsbereich prominent in Halle 8.1 residieren und soll viele wie auch komplexe Themen verständlich einer breiteren Masse nahe bringen.
Einige der Schwerpunkte werden das Thema 3D, Netzwerke und interaktives Haus sein. Das Fraunhofer Institut Berlin widmet sich dem Thema plattformübergreifende App und wird den sogenannten Megastore präsentieren. Es werden zusätzlich verschiedene Einsatz- und Nutzungsoptionen des kommenden digitalen Personalausweis aufgezeigt, wie zum Beispiel eine Altersverifizierung im VOD-Bereich oder eine Kfz-Anmeldung per Internet.
Das Fraunhofer Heinrich Herz Institut hingegen nimmt sich der Thematik 3D-Liveübertragung und interaktive Steuerung an, wo das Thema Head-Tracking interessante Herausforderungen für die Wissenschaftler bereit hält. Spannend ist dieser Themenkomplex nicht nur für die Unterhaltungselektronik, sondern auch für die Medizin.
Neben den genannten, nur kurz angerissenen Themenfeldern sollen weitere verständlich in die Öffentlichkeit getragen werden.
Sharp
Sharp, einer der größten Hersteller von LCD-Panels und Zulieferer zahlreicher anderer Unternehmen, wird auch auf der diesjährigen IFA mit einigen Highlights aufwarten. Elementarste Neuerung stellt die Quattron-Technologie dar. Bei Quattron-Panels wird den üblichen Subpixeln Rot, Blau, Grün ein gelbes hinzugefügt. Gelb ist eine sehr helle Sekundärfarbe, weshalb eine separate Emittierung entweder eine helleres Bild oder ein energiesparenderes
erlaubt; zusätzlich stehen so zusätzliche Optionen der Farbmischung und –Gestaltung zur Verfügung.
Neben dem Hinzufügen des vierten, gelben Subpixel wurden auch die die Leiterbahnen der Panels überarbeitet und sollen so abermals mehr Leuchtstärke und einen höheren Füllfaktor bieten. Den Kontrast möchte Sharp durch den vermehrten Einsatz von LED-Hintergrundbeleuchtung steigern und
zeitgleich hiermit den Energieverbrauch weiter senken.
Das Thema Energieeffizienz und –Verbrauch, Eco-Performance und Nachhaltigkeit sind Schwerpunkte der Unternehmenskommunikation der Japaner. Nach Firmenangaben wurde vor kurzem die umweltfreundlichste TV-Fabrik der Welt in Betrieb genommen, in der
zeitgleich Photovoltaik-Module produziert werden. Auch die Fernseher verfolgen ambitionierte Ziele: Mit dem neuen Eco-Button auf der Fernbedienung lassen sich sämtliche Energiesparoptionen des TVs zeitgleich einschalten.
Bei Bedarf und Interesse wird man in Bälde auch 3D bei Sharp einschalten können. Zur Verringerung von Ghosting- und Überblendeffekten bei gesteigerter Helligkeit soll die LED-Beleuchtung, die Ansteuerung des Panels und die Shuttergeschwindigkeit der Brille speziell synchronisiert werden, zusammengefasst unter dem Begriff Scanning Backlight, womit dem Problem der dunklen 3D-Bilder entgegen getreten wird. Auch die Themen HbbTV, Net-TV und DLNA-Vernetzung sollen progressiv angegangen werden, wovon sich die Redaktion von AREA DVD in Berlin überzeugen wird.
Metz
Der deutsche Traditionalist bleibt seiner behutsamen wie nachhaltigen Linie treu: Gut durchdachte und ordentlich abgewogene Konzepte konsequent fertig entwickeln anstatt überhastet an der Feature-Schlacht teilzunehmen.
Zu den durchdachten Konzepten gehört eine Aufrüstbarkeit älterer Modelle und ein modularer Aufbau aktueller. So lassen sich verschiedene Tuner- und Festplattenvarianten ordern oder nachrüsten. Genauso gehört es dazu, zeitgemäße Technik konsequent umzusetzen, was die Integration
der bei LG zugekauften LED-LCD Panels beweist. Sowohl Modelle mit 128 Zonen Back-LED Local Dimming
als auch welche mit der 16-Zonen Edge-LED-Beleuchtung werden nun auf den Markt gebracht.
LG
Der koreanische Vollsortimenter stürmt mit unvermittelter Vehemenz weiter an die Spitze und weitet seine Aktivitäten beständig aus. Zeichen hierfür ist der Einstieg ins Car Infotainment, in dem ein OEM-Zuliefervertrag mit Volkswagen über ein geschätztes Volumen von 400 Million EUR abgeschlossen werden konnte. Ebenso belegen die genannten gfk-Zahlen, dass Umsatzvolumina und Marktanteile in allen Teilen der Welt deutlich zu nehmen.
Betrachtet man die Innovationsgeschwindigkeit der Koreaner erscheint diese Entwicklung folgerichtig. Mit den kommenden Infinia Design Geräten zielt LG auf eine optisch wertigere Liga. Technologisch wird mit Full LED Slim – Back-LED bei 3cm Bautiefe, Wirless Netzwerk und HDMI (5Ghz), der breiten Integration von Web-TV, DLNA-Vernetzung und 3D einiges geboten.
Neben Back-LED hat LG eine Edge-LED Variante entwickelt, die das Licht geschickt in 16 separat dimmbare Felder umlenkt und so eine Zonensteuerung erlaubt. Die erreichbaren dynamischen Kontrastwerte nehmen gegenüber klassischen Edge-LED-TVs wahrscheinlich merklich zu. Auf breiter Front macht sich LG auch für das Thema 3D stark und bietet im TV-Modell LX6500 die Option per USB eingespeiste Fotos dreidimensional darzustellen. Neben den aktiven LCD-Modellen wird LG auch Plasma-TVs 3D-fähig anbieten und mit dem LD950 eine passive Variante. Auf Grund des hohen Fertigungsaufwand ist der zu erwartende Preis über der aktiven Technik angesiedelt.
Auf Seiten der Zuspieler werden Komplettsystem, Festplattenrecorder und reine Player als 3D-Quellen im LineUp zu finden sein. Besonders interessant erscheint uns der Player HR550S, der einen DVB-S2 Tuner und eine 250 GB Festplatte erhalten wird. Die Komplettsysteme HX995TZ und HLX55W vereinfachen die Installation merklich, da der Subwoofer seine Informationen drahtlos erhält.
Bezüglich technologischer Entwicklung zeigt sich LG ambitioniert und innovativ: 3D wird seinen Weg in Projektoren finden, noch in diesem Jahr und in absehbarer Zeit sollen Beamer von LEDs befeuert werden. Auf seiten der TVs wurde das Wort „NanoFullLED“ ins Auditorium geworfen, was ein Local Dimming LED Panel mit einer Bautiefe von 7,8mm ergeben wird.
Netgear
Immer mehr klassische IT-Unternehmen finden ihren weg in die Unterhaltungselektronik. So auch der Netzwerk- und Routerspezialist Netgear. Mit der neuen AV-Linie wird speziell auf AV-Kunden abgezielt, die Daten zwischen ihren Geräten verschieben und streamen möchten.
Die genauen Produktbezeichnungen standen zur Präsentation noch nicht fest, der technologische Rahmen allerdings. So wird ein Wireless-Router angeboten werden, der im 5Ghz-Band per Dualband Full-HD übertragen soll. Entsprechende Wireless-Adapter für bestehende LAN-Endgeräte wurden ebenso angekündigt. Das Thema Powerline hat bei Netgear eine hohe Bedeutung, was unter anderem ein 4-Port Switch zeigt, der Priorisierungen von HD-Streams erlaubt. Das Redinas Ultra wird einen modularen Netzwerkspeicher darstellen mit bis zu 6 Festplatteneinschüben. Interessant an dem Gerät ist die Fähigkeit des Transcodings zur Mediendarstellung auf MobileDevices.
Philips


Philips fokussiert mit seinen eleganten Lifestyle-Produkten
die starke amerikanische Konkurrenz
Traditionell nutzten die Holländer die Internationale Funkausstellung, um die geballte Masse der hauseigenen Neuerungen zu präsentieren. In diesem Jahr nimmt auch bei Philips das Thema Ökologie einen wichtigen Stellenwert ein.
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz soll erreicht werden, in dem mittels LED-Beleuchtung der Strombedarf reduziert wird. Dieses Ziel verfolgt auch ein Null-Watt-Netzschalter und eine Akku-Fernbedienung, die sich mittels solar auflädt. Die Verwendung recycelter Materialien in der Produktion und recyclebarer bei der Verpackung entsprechen dem Zeitgeist.
Seitens der Ausstattung und der Technologie der Philips-Fernseher passiert in diesem Jahr einiges. So sollen schnellere Prozessoren zum Einsatz kommen, damit der Aufbau interaktiver und internetbasierter Inhalte schneller vonstatten geht. Das Thema Net-TV wird durch den Start eines neuen Portals zur IFA gewürdigt, in dem sich Kategorien und Favoritenlisten selber anlegen lassen, frei im Internet gesurft werden kann und zeitgleich noch in einem extra Fenster das TV-Programm verfolgen lässt. Als VOD-Partner hat Philips Videoload gewählt, wo sich Filme für Preise von 1,99 EUR bis 5,99 EUR für 24 Stunden leihen lassen. Sollte die Bandbreite nicht zum live-streamen ausreichen, erlaubt ein bei ausgewählten Modellen eingebauter SD-Speicher die Pufferung. Wie andere Hersteller auch haben sich die Niederländer dem neuen digitalen und interaktiven Teletext HbbTV angeschlossen: Sendebegleitende Informationen, EPG-Dienste und Zugriffe auf weiterführende Inhalte sind so möglich.
Zur Verbesserung der Bildqualität wird LED Pro Bright Pro eingeführt, was eine noch differenziertere Hintergrundbeleuchtung bieten soll. Ausgewählte Panels werden zukünftig eine Reaktionszeit von 0,5 ms bieten und mittels 400 Hz Clear LCD angesteuert. Dem Signal nimmt sich auch die Schaltung Super Resolution an, die in den Topmodellen der 9000er Reihe sowohl SD- wie auch HD-Bildern mehr Schärfe verleihen soll. Als einer der Großen der Branche kann auch Philips das Thema 3D nicht ignorieren und bereitet auch dreidimensionalen Inhalt mittels Perfect Natural Motion mittels Zwischenbildberechnung auf. Im Gegensatz zu Konkurrenz überlässt Philips es dem Kunden selber, ob er bei den Modellen der 9705er und 8605er Serie den Aufpreis für 3D bezahlen möchte: Die Serien sind in der Lage, 3D darzustellen und die Brillen inklusive Sensor lassen sich separat erwerben.
Zwei sehr praktische Ansätze verfolgt Philips bei der Raumintegration. So werden die Serien 7000, 8000 und 9000 mit einer neuen Ambilight-Variante ausgestattet, die mittels Sensor die Wandfarbe erkennt und das Licht entsprechend kompensierend anpasst. Ebenso clever erscheint uns die Idee, einen Standfuß zu verbauen, der sich mittels 90 Grad Schwenk zur Wandhalterung umfunktionieren lässt.
Passend zur Thematik Ambilight starten die Niederländer mit dem System LivingColors eine Lampenserie, die sich in ihrer Lichtstimmung variieren und programmieren lässt. Die Serie umfasst Tisch-, Steh- und Pendelleuchten zu 499,- EUR und Floorspots für 149,- bis 179,- EUR. Die zentrale Steuerung erlaubt es größere Installationen mit einer Fernbedienung zu steuern.

Bei der die Lichtstimmung der TVs beeinflussenden Quelle wird mit dem Blu-ray Player BDP8000 ein erster 3D-Stand-Alone Player angeboten, der per integrierten WiFi sämtliche Net TV Optionen bietet. Ebenfalls interessant ist der Soundbar HTS7140, der mittels optionalen Ständer eine optisch perfekte Ergänzung zu den Fernsehern darstellt. Technologisch ist nichts zu vermissen, da der Soundbar ein BD-Laufwerk besitzt und 3D ready ist – die Freigabe der Funktion erfolgt per Software-Update.
Eine interessante Neuerung ist das Komplettsystem HTS9520. Es handelt sich um ein 5.1 Heimkino-System, dessen Verstärker einen 3D-fähigen Blu-ray Player enthält.
Die Satelliten- Lautsprecher zeichnen sich durch eine tripolare Abstrahlung und ein edles wie kleines Gehäuse aus. Für die beiden Rear-Speaker ist ein separater Verstärker mit Wireless-Empfänger
vorgesehen, so dass zwischen Vorder- und Rückseite keine Kabel gezogen werden müssen. Erste Klangeindrücke aus der Vorführung machen
neugierig.
Samsung
Neben 3D ist das Thema des Jahres Ökologie, so auch bei Samsung. Speziell Fernseher, aber auch sämtliche Geräte der weißen Produktgruppe sollen merklich Strom sparen und so unserer Umwelt und dem eigenen Geldbeutel etwas Gutes tun.
Der Qualität von Fernsehern wollen die Koreaner ebenso etwas Gutes tun und schreiten weiter in konsequenter Manier ihren Weg der kompletten Vernetzung sämtlicher
Digital Devices. So lassen sich über den Fernseher die Bilder auf der Kamera oder die Videos vom Camcorder drahtlos abrufen. Besonderer Clou stellt in diesem Umfeld die neue Touchscreen-Fernbedienung des C9090 dar, die es erlaubt, unabhängig vom TV Inhalte vorzuschauen und gleichzeitig eine Systemfernbedienung darstellt.
Weiterhin ist Samsung bestrebt immer mehr TVs mit LED-Hintergrundbeleuchtung, schlankem Design und wertiger Optik auszustatten. An dieser Stelle wurde exemplarisch der C9090 in 55 Zoll vorgeführt, der eine Paneldicke von lediglich 7,98 mm besitzt – was erst mal gut klingt, aber Verschweigt, dass weitere Gehäuseelemente die Bruttotiefe erhöhen.
Die Tiefe in der visuellen Wahrnehmung soll 3D erhöhen. Samsung nimmt sich diesem Thema in ambitionierter Weise an und bringt drei weitere 3D Blu-ray Player auf den Markt. Die Modelle BD-C5900 und -6800 richten sich an den preisbewussten Kunden und der BD-C8900S an den ambitionierten. Neben dem BD-Laufwerk verfügt der 8900 über einen DVB-S2-Tuner und eine 500 GB Festplatte sowie CI+. Auch die Heimkinokomplettsysteme werden gerüstet zur 3D-Wiedergabe: Zwei 2.1, ein 5.1 und ein 7.1 System werden eingeführt, wobei besonders das HAT-C9959 mit seiner extravaganten Optik heraus sticht. Auch diese Komponenten lassen sich mit der AllShare genannten Vernetzung in bestehende Medianetze einbinden.
Besonderes Augenmerk legt Samsung auf den Hinweis, dass die 3D-Fernseher des Hauses in der Lage sind, aus konventionellen 2D-Content dreidimensionale Bilder zu generieren. Die Intensität der Tiefenwirkung lässt sich vom Betrachter dabei selber justieren.
Technisat


Das deutsche Innovationsunternehmen präsentiert auf der IFA neue TVs und erneuerte Settop-Boxen. Seitens der Bildqualität ist mit interessanten Fernsehern zu rechnen, kauft Technisat die Edge-LED Panels doch überwiegend bei Samsung ein. Das Design ist schlicht wie modern und eine Bildwiederhohlfrequenz von 200Hz in der MultyVision-Serie erlaubt eine Zwischenbild-Interpolation zur flüssigeren Darstellung von Bewegungen. Praktisches wie funktionales Detail ist neben eingebauten Festplatten bis zu 1 TB Speichergröße die Option, das TV-Programm auch auf externen USB-HDDs zu speichern. Das parallele Aufnehmen und Betrachten erlaubt der Dual-HDTV Multituner, der je zwei DVB-S2, DVB-C und DVB-T Empfänger enthält und derart die TVs sämtliche digitalen Signale entgegen nehmen lässt.
Kern der Weiterentwicklung des Hauses Technisat stellt die ISIO-Funktionalität dar. Es handelt sich hierbei um eine Internet- und Netzwerkintegration der ausgewachsenen Sorte. Die wesentliche Elemente von ISIO stellen HbbTV, Internet-Favoriten-Listen, freies Surfen, zeitgleich nutzbare Widgets und das ISIO Live Portal da. Das Portal bietet Software und Updates, Bedienungsanleitungen, Informationen über Technisat und Internetradiolisten.
Auch die bekannten und erfolgreichen Settop-Boxen Digit und DigiCorder werden in einer ISIO-Variante angeboten werden und lassen sich wie die TVs über eine Browser-Applikation fernsteuern.
VideoWeb

VideoWeb startet in Bälde mit einem HDTV-Satelliten-Receiver, welcher für sich in Anspruch nimmt, Internet und Fernsehen zusammen zu führen. Die Philosophie der Firma ist eine selbstständige und stellt neben HbbTV redaktionell Betreute Portale und Streaming-Angebote in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Der Receiver wird in der Lage sein Pay-TV-Angebote von sechs großen Studios auf den TV zu bringen und soll per Software-Update zukünftig 3D-fähig sein. Update-Fähigkeit ist integraler Bestandteil der Strategie, da die Rechenpower des Geräts aus aktueller Sicht überdimensioniert erscheint, so aber für kommende Aufgaben gerüstet ist.
15. Juli 2010
Text und Bilder: Thomas Hermsen
Redaktion: Carsten Rampacher
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