TEST: HTC Windows 7 Phone-Mobiltelefon Mozart

29. Dezember 2010 (cr)

Einführung

Der legendäre, weltbekannte Komponist Wolfgang Amadeus Mozart durfte – oder musste – mit seinem guten Namen herhalten: Das HTC Smartphone Mozart mit Windows 7 Phone soll besonders musikalisch sein und daher den berühmten Namen auch verdienen. Dank der Klangoptimierer Dolby Mobile und SRS WOW HD soll mittels Kopfhörer eine gediegene, räumliche und lebendige Akustik verwirklicht werden. Doch das Fulltouch-Phone mit 16 GB internem Speicher (nicht extern erweiterbar) kann noch mehr: Die 8 Mp Kamera liefert die Grundlage zu scharfen und dynamischen Fotos. Videos können in 720p, also in der „kleinen“ HD-Auflösung aufgenommen werden. Mittels des Microsoft Zune Interfaces können Mediendateien einfach und schnell zwischen Mozart und PC hin- und hergeschoben werden. Natürlich sind HSDPA (7,2 Mbit/s für Download), HSUPA (2 Mbit/s Upload), WLAN -nund Bluetooth an Bord.  Mit Abmessungen von 119 x 60 x 12 mm (H x B x T) ist das Mozart ausreichend kompakt, mit 130 Gramm allerdings etwas schwerer, was an der hochwertigen Materialauswahl liegt. Das 9,4 cm (3,7 Zoll) Super-LCD-Display offeriert eine Auflösung von 480 x 800 Pixeln. Das Mozart ist ausschließlich mit T-Mobile Branding erhältlich (Preis ohne Vertrag ca. 400 EUR), das T-Mobile Branding umfasst auch eine kostenlose Navigon Select Navigationssoftware. Für schnelles Arbeiten soll der 1 GHZ Prozessor sorgen – Multitasking, eine besonders gute Anwendungsmöglichkeit für schnelle Prozessoren, ist aber bei Win 7 Phone derzeit nur sehr begrenzt möglich. Der Akku weist eine Kapazität von 1300 mAh auf – hier sind wir gespannt, denn nach allzu viel Ausdauer hört sich das nicht an.  An sozialen Netzwerken sind Facebook und Windows Live Accounts schnell eingebunden.

Tarife HTC Mozart bei T-Mobile/Telekom

Aktuell ist das Mozart im Complete Mobil S (Mozart 99,95 + 35,96 EUR/monatlich für den Tarif, gilt bei Onlinebestellung), Complete Mobil M (Mozart 79,95 + 44,96/ monatlich für den Tarif, gilt bei Onlinebestellung), Complete Mobil L (Mozart 49,95 + 53,96/ monatlich für den Tarif, gilt bei Onlinebestellung) sowie im Tarif Complete Mobil XL ( Mozart 1 EUR + 89,96/ monatlich für den Tarif, gilt bei Onlinebestellung) erhältlich. Ohne Vertrag mit T-Mobile Branding liegt der Kaufpreis bei rund 400 EUR.

Video-Overview

 

Verarbeitung

Sehr hochwertige Anmutung

Hier können wir Bestnoten vergeben, das Mozart wirkt edel, solide und elegant. Die Rückseite aus Alu-Elementen und gummiertem Kunststoff weist auch die Linse der leider nicht geschützten 8 MP Kamera auf, die mit einem Chromring „hübsch gemacht“ wurde. Daneben befindet sich der LED Blitz. Um Akku und SIM-Karte einzulegen, wird nur ein Teil der Rückseite geöffnet. Der Anschluss für Ladegerät/USB-Kabel befindet sich ungeschützt seitlich. Das Display belegt beinahe die ganze Vorderseite und wird durch einen schwarzen eingearbeiteten Rahmen optisch verkleinert. Darum legt sich der Rahmen des Aluminium-Bodies.

Sprach- und Empfangsqualität

Der eingebaute Lautsprecher leistet im Freisprechbetrieb bestenfalls Durchschnittliches. Wenn man ohne Lautsprecher telefoniert, ist die Sprachqualität nur minimal bedeckt, Rauschen tritt kaum auf. Ist die Netzdeckung schwach, kann es schon mal zu kurzen Gesprächsaussetzern kommen.

Akkulaufzeit

Unser Hauptkritikpunkt – warum nur ein 1300 mAh Akku? Wer das Mozart eifrig nutzt, darf täglich aufladen, und auch, wenn man weniger Medien abspielt und vor allem im Internet surft, sind es kaum mehr als 2 Tage, bis das Handy wieder an die Steckdose muss.

Speed

Das Booten dauert etwas lange – knapp 25 Sekunden.  Das Laden von Internetseiten ist schon über EDGE ein relativ zügiges Unterfangen, ist HSDPA vorhanden, geht es nochmals deutlich schneller. Kaum Wartezeiten muss in Kauf nehmen, wer das Mozart in ein WLAN-n-Netzwerk einbindet. Downloads vom Marketplace nehmen nur eine geringe Zeit in Anspruch, das Mozart lädt aber nicht mehrere kleine Updates oder neu zu installierende Anwendungen parallel herunter. Hier warten die angewählten Downloads, bis der gerade aktive beendet ist.

Windows 7 Phone

Benutzeroberfläche mit Kachelstruktur

Einfach verständlich

Gute Auswahl an Anwendungen

Die insgesamt relativ einfach verständliche Benutzeroberfläche begrüßt den Anwender mit einem aus Kacheln aufgebauten Home Screen. Die Größe der Kacheln ist nicht vom Benutzer zu verändern, nur die Anordnung. Zu unterscheiden sind 2 Funktionen: Direktzugriffe auf eine bestimmte Funktion per Kachel, oder aber es verbirgt sich ein Hub hinter einer Kachel - hier findet man dann einen wiederum untergliederten Überordner (z.B. HTC-Hub oder Spiele-Hub). Sehr restriktiv geht Microsoft in 2 Punkten mit Kunden um, die Windows 7 Phone Geräte anbieten möchten: Es darf keine vom Hersteller konzipierte Benutzeroberfläche über die Windows 7 Phone Oberfläche gelegt werden, und zumindest in dieser aktuellen Generation sind alle Windows 7 Phone Geräte nur mit fest im Handy installierten Speicher ausgestattet. Eine Speichererweiterung der in unserem Falle 16 GB des HTC Mozart über externe Speichermedien wie Micro SD Karten ist nicht vorgesehen. Erster Punkt - man darf keine eigene Benutzeroberfläche über Windows 7 Phone legen - dürfte man bei HTC eher mit leichtem Missfallen akzeptiert haben. Die sehr attraktive, HTC-eigene Benutzeroberfläche Sense, die bei älteren Windows Mobile Telefonen für einen gesteigerten Bedienkomfort gesorgt hatte, verkommt beim HD7 zu einem Hub, den man immerhin über die Startseite anwählen kann. Kennzeichen von Windows 7 Phone ist die flaggenartige "Home" Taste, mit der man immer zurück ins Hauptmenü kommt. Sie ist bei den drei Tasten, die sich unterhalb des riesigen Displays beim HD7 befinden, zentriert untergebracht. Links davon ist die "zurück" Taste, mit der man eine Menüebene weiter oben herauskommt. Rechts ist die Suchfunktion untergebracht, erkennbar an einer stilisierten Lupe. Die Tasten arbeiten sensorbasiert. Möchte man zu weiteren Funktionen vordringen, arbeitet Windows 7 Phone mehrdimensional. Durch Ziehen der aktuellen Seite nach links oder rechts wird eine Funktion wie beim Umblättern eines Buches erreicht, man kann aber auch Bildschirminhalte von oben nach unten oder von unten nach oben durchscrollen.

Mozart – Touchscreen-Qualität/Display

Den Umgang mit Win7 Phone erleichtert der sehr gut ansprechende Touchscreen. Befehle werden rasch und mit natürlichem Touch-Gefühl umgesetzt. Leichte Verzögerungen sind nur bei starker Kälte zu beobachten. Das Display beeindruckt mit einer überragenden Anzeigequalität, scharf, kontrast- und detailreich sowie brillant werden alle Arten von Inhalten angezeigt.  Sehr schnell arbeitet das 2-Finger-Zoom, alle Arten von Internetseiten werden übersichtlich, sehr gut ablesbar und knackscharf präsentiert.

Win7 Phone – Synchronisierung

Es ist leider nach wie vor nicht möglich, einen Offline-Sync zwischen PC und Windows 7 Phone Handy zu starten. Vielmehr muss man einen Online-Sync z.B. mit einem Windows Live oder Google Mail Konto starten. Sind die Kontakte aus dem Outlook bereits im Account, so ist die Synchronisierung einfach und schnell. Mediadateien werden über das Microsoft Zune Interface mit dem PC ausgetauscht. Im Zune Interface kann man einfach und schnell Musiktitel, Podcasts, Videos und Fotos in beide Richtungen verschieben. Unlogisch erscheint uns nur, wieso in der übersichtlichen Zune Applikation nicht gleich auch noch ein Kontakt-/Kalenderdaten-Sync integriert wurde.

Windows 7 Phone – AppStore

Marketplace

Suchfunktion

Direkt auf dem Startbildschirm findet sich die Kachel „TopApps“.  Hier finden sich Empfehlungen des Netzbetreibers Telekom. Geht man auf die Kachel „Marketplace“,  landet man im eigentlichen Applikation Store. Hier ist die Startseite in HTC Apps, Anwendungen, Spiele und Musik unterteilt.  Zudem erhält der Anwender Mitteilung, ob für auf dem Handy installierte Anwendungen Updates bereitstehen. Diese können dann gleich heruntergeladen und installiert werden. Selbst bei HSDPA-Netzdeckung aber dauert es bei mehreren anstehenden Updates eine Weile, bis alles installiert ist. Schneller geht es nur bei bestehender WLAN-n-Einbindung. Die HTC Apps sind teilweise schon auf dem Mozart installiert und allesamt kostenlos. Die Fotoverbesserung (Überarbeitung von Bildern aus dem Archiv, Programme: Optimierung, Zimt, Hoher Kontrast, Sepia, Überbelichtet, Glimmer, Dämmerung, Lebhaft, Warm, Kalt, Grundrahmen, Trüb, Klassisch, Antik)  und die Klangverbesserung (Dolby Mobile, SRS, Equalizer, nur im Kopfhörerbetrieb). Unter den HTC Apps ist der Punkt „Anwendungen“, dann „Spiele“ und dann „Musik“.  Berührt man den Punkt „Anwendungen“,  kommt man in ein weiteres großes Menü, das in „alle“, „HTC Apps“, „Spiele“, „Unterhaltung“, „Musik&Videos“, „Foto“, „Lifestyle“, „Nachrichten und Wetter2, „Sport“, „Gesundheit und Fitness“, „Finanzen“, „Reisen“, „Navigation“, „Freizeit“, „Produktivität“, „Tools“, „Wirtschaft“ sowie „Bücher und Nachschlagewerke“.  Bewegt man den Screen nach rechts, erhält der geneigte Kunde Top-Empfehlungen, Neuerscheinungen und Highlights aufgelistet. Bei den Spielen ist das Besondere, dass man sich erst vor dem endgültigen Kauf eine Testversion herunter laden kann, ob das Spiel auch den Vorstellungen entspricht. Insgesamt ist das Angebot überschaubar, es gibt aber einige nette, dem Zeitvertreib dienlich Apps, die umsonst heruntergeladen werden können (Beispiele: Bunte, International Movie Database, Shazam/Musikerkennung bei Anhören des Tracks, RTL Video, Netradio etc.). Die Spiele, die Tauglichkeit versprechen, sind hingegen nicht ganz billig. Möchte man Spiele kaufen, so muss man eine Kreditkarte im Store hinterlegen, über die dann entsprechende Abrechnungen erfolgen. Die Preise der Games bewegen sich zwischen 99 Cent und 6,49 EUR. Unter anderem erhältlich sind Star Wars: Schlacht um Hoth, The Sims 3, Monopoly, Assasin’s Creed, Need for Speed Untercover und Fast&Furious Adrenaline.

Verschiedene Rubriken

Telekom Mobile TV Basis, Monatspreis im Abo 7,50 EUR, Mindest-Abo-Zeit 3 Monate

MobileTV arbeitet übers Mobilfunknetz, sollte das Mozart in einem WLAN-Netz eingebunden  oder per USB mit dem PC verbunden sein,  muss WLAN bzw. USB-Verbindung deaktiviert werden. Im Paket sind die folgenden Kanäle enthalten: Sat1, ProSieben, RTL Mobile TV, n-tv, CNN, ARD, Kabel eins, N24, EUROSPORT, Sprt Show, MTV, Music Box, nickToons, Boomerang und Cartoon Network (CN). Das Buffering geht bei HSDPA  Verbindung sehr schnell, bei EDGE hingegen länger, wie es auch zu erwarten war. Die Bildgüte zeigt auf, dass man im Interesse vertretbarer Zeiten für Laden/Buffern mit einer sehr geringen Datenrate arbeitet. Pixelbildungen und Unschärfen sind zu beobachten.

Videoaufnahmen in 720p HD

Die Gesamtqualität ist, wenn man aus geringerer Entfernung Objekte filmt,  gut,  aber nicht überragend. Bei Bewegungen sind Unschärfen deutlich zu erkennen. Zudem arbeitet die Fokussierung manchmal etwas träge, geht man näher an ein Objekt heran, ist es dann verschwommen und unscharf zu erkennen.  Besser ist es um die Qualität von Landschaftsaufnahmen bestellt. Diese erscheinen relativ scharf und klar, wichtig ist aber wie üblich bei Handykameras eine ruhige, sichere Hand, auch bei kleineren Schwenks.  Leider ist bei Aufnahmen in der Dämmerung ein sichtbarer Blau-/Violettstich im Bild zu erkennen. Der Kontrast ist gut, bricht aber keine Rekorde.

Fotos in 8 MP

Landschaftsaufnahmen in der Dämmerung haben eine gute Schärfe, aber leider den schon bei den Videoaufnahmen festgestellten blau-violetten Stich. Objekte im Vordergrund neigen zu leichten Doppelkonturen. Bei Detailaufnahmen mit eher geringem Kunstlichteinfall verblassen die Farben ein wenig, und es kommt zu Unschärfen, gerade rund um Schriften etc. – man kann dies nur durch eine extrem ruhige Hand verhindern: Mit absoluter Ruhe während der Bilderstellung lassen sich für ein Mobiltelefon hervorragende Ergebnisse erzielen, klar, mit nur wenig Rauschen und tadelloser Detaillierung sowie Schärfe. Für das Fotografieren kleineren Objekte ist der eingebaute Blitz sehr nützlich, da er gleichmäßig ausleuchtet und es nicht zu deutlichen Hot Spots kommt. Vergleicht man – Bedingung: Kunstlich im Raum, Abends – eine Aufnahme mit gegen eine Aufnahme ohne Blitz, so können wir hier sogar zur Verwendung des Blitzes raten. Auch kleine Bewegungen während des Fotografierens können kompensiert werden. Störend ist, dass man den Auslöser recht deutlich nach unten drücken muss, was das Ruhig halten des Mozart während des Aufnahmevorgangs deutlich erschwert. Beim Bild einer an der Decke angebrachten Halogenleuchte offeriert das HTC ein scharfes Bild mit präziser Darstellung des Leuchtkegels und des Rauhfasers an der Decke. Allerdings zeigen sich am Gerüst der Lampe leichte Unschärfen, und der blauviolette Stich ist auch hier zu beobachten. Bei weiteren Aufnahmen von Objekten aus Macro-Nähe verblüfft uns der eingebaute Blitz erneut, denn er verfremdet kaum die Farben und produziert keine störende Überbelichtung, dafür bringt er Tiefe, Klarheit und Schärfe ins Bild. Nur abseits des fokussierten Objekts fadet die Bildschärfe sichtbar aus und zudem sind leichte Doppelkonturen erkennbar.

Klang

Klangoptimierung

Verwendet man die gut sitzenden mitgelieferten Ohrhörer, stehen eine Menge EQ-Programme zur Verfügung: Bass-Verstärkung, Höhen-Verstärkung, Stimmen-Verstärkung, Blues, Klassisch, Country, Jazz, Latin, New Age, Klavier, Pop, R&B und Rock. Hinzu kommen zwei virtuelle Surrounderzeuger: Dolby Mobile und SRS. Dolby Mobile öffnet den Raum gekonnt, klingt aber recht distanziert und leicht gedämpft. Man hat aber den psychoakustisch bedingten Eindruck, Weitläufigkeit zu genießen. Auch, wenn der Hochtonbereich etwas bedeckt ist:  Das Räumlichkeitsgefühl ist verblüffend. Wer im Bassbereich nachdrückliche Ergebnisse erzielen möchte, verwendet am besten die SRS-Optimierung: Hier geht es mit ordentlich Punch voran. Der Hochtonbereich spielt recht frei auf und die Räumlichkeit ist dünner als bei Dolby Mobile, aber immer noch gut. Man muss nur aufpassen – Songs mit von Haus aus sehr kräftigem Bassbereich sollten bezüglich des Pegels mit gewisser Zurückhaltung wiedergegeben werden, sonst kommt es zu hörbaren Verzerrungen. Diese sind genauso beim im Hochtonbereich etwas dumpfen Programm „Bass-Verstärkung“ herauszuhören. Der eingebaute, rückseitig untergebrachte Lautsprecher erzielt zwar gute Pegel, aber leider eine recht monotone Klangausbreitung.

Konkurrenzvergleich

Das HTC Mozart konkurriert direkt mit sehr starken Kontrahenten. Zu nennen wäre das Apple iPhone 4, das im Gegensatz zum HTC eine einfache Outlook-Synchronsierung ermöglicht. Voraussetzung ist allerdings, dass iTunes auf dem betreffenden PC installiert ist. Die HD-Videoaufnahmen des iPhone 4 sehen noch etwas besser aus als die Videos, die man mit dem Mozart drehen kann. Hat man allerdings eine sehr ruhige Hand, kann man mit dem HTC sogar noch etwas detailreichere Fotos schießen. Aber – der blauviolette Farbstich des HTC ist bei Aufnahmen ohne Blitz zu kritisieren. Der Blitz ist ausgezeichnet und leuchtet noch besser aus als der des iPhones. Bezüglich der Geschwindigkeit nehmen sich die Phones nicht wirklich viel, bei der Displayqualität scheint der Vorsprung von Apples Retina-Display nicht nur durch die Super AMOLED Konkurrenz aus dem Hause Samsung zu schmilzen  - auch das Display des Mozart ist erstklassig, und zwar in allen Belangen . Unerreicht sind nach wie vor die iPhone Individualisierungsmöglichkeiten. Halbwegs mithalten mit dem App Store kann nur der Android Market – der Win7 Phone Marketplace hingegen ist erst am Anfang. Akustisch kauft das HTC dem iPhone den Schneid ab – es klingt einfach besser, klarer, lebendiger, dynamischer. Und auch das Finish des Mozart wirkt mindestens so edel wie das des iPhones.  Als weiterer Konkurrent tritt das Motorola Defy auf den Plan. Mit dem starken 1500 mAh Akku kann das wasser- und staubgeschützte Android 2.1 Phone nur müde über die Gebrauchszeiten des Akkus im Mozart lächeln. Das Display ist sehr gut, reicht aber nicht ganz an das brillante HTC Display und an das Apple Retina Display heran. Die Verarbeitung wirkt einfacher, das Booten dauert sehr lang beim Motorola, das unverständlicherweise nicht mit Android 2.2 ausstaffiert wurde. Die Kamera ist gut, muss aber den Kameras im iPhone und im Mozart den Vortritt lassen.  Akustisch weist das HTC auch das Motorola klar in die Schranken. Konkurrenz aus eigenem Hause ist das HTC HD7 mit riesigem Display (10,9 cm), der Mehrpreis liegt hier bei knapp 140 EUR. Unserer Meinung nach ist das HD 7 den Aufpreis nicht Wert. Sicher sehen mediale Inhalte auf dem großen Display ausgezeichnet aus – doch das Display ist nicht besser oder höher auflösend als das des Mozart, nur größer. Die Kamera des Mozart lässt die des HD 7 sichtbar hinter sich, und es ist gleich, ob es sich um Video- oder Fotoaufnahmen handelt. Klanglich bei Headphone-Anschluss lässt das Mozart das HD 7 auch alt aussehen – und beim Thema interner Speicher kann das HD 7 ebenfalls keine Vorteile verbuchen. So ist es uns nicht verständlich, dass das HD 7 beinahe überall das „das Win7 Phone Flaggschiff“ von HTC angesehen wird und das Mozart von verschiedenen Fachleuten die Rolle des zwar guten, aber technisch nicht brillanten „Mitläufers“ zugewiesen bekommt. Nur für ein größeres Display und eine schlechtere Kamera, eine weniger überzeugende Akustik und das identische Speichervolumen 140 EUR mehr zu bezahlen, halten wir für nicht rentabel. Aus dem Hause Samsung kommt das mit bada-Betriebssystem ausgestattete Samsung GT-S8500 Wave, das mit schnellem Prozessor, tollem Display und auch bedingt durch den Nachfolger GT-S8530 günstigen Marktpreis von sich reden macht. Die Akkulaufzeit ist gut, das bada-Betriebssystem einfach zu durchschauen. Kamera, Akustik und Noblesse sind aber beim Mozart den Mehrpreis Wert – überhaupt muss man sagen: was das HTC Mozart für 400 EUR Markpreis an Performance abliefert, verdient höchsten Respekt, auch in diesem starken Konkurrenzumfeld.

Fazit

Das HTC Mozart kann sich in unserem Test bilanzierend hervorragend behaupten. Zwar kann auch dieses Fulltouch-Phone die aktuellen Nachteile von Windows Phone 7 (keine externe Speichererweiterung, kein Offline-Outlook-Sync) nicht kaschieren, dafür aber lockt das Mozart mit einem sehr fairen Preis (ohne Vertrag) und recht günstigen Tarifen (mit Vertrag), bei denen das Handy nicht teuer bezahlt werden muss. Im direkten Vergleich lässt es dem teureren HD 7 aus gleichem Hause keine Chance, und auch das iPhone muss sich in verschiedenen Disziplinen warm anziehen. Man merkt beim iPhone 4, dass die Zeit nicht stehen bleibt, es wirkt in manchem Detail mittlerweile schon fast altbacken. Das Mozart liefert mit ausgezeichneten multimedialen Eigenschaften, einer sehr raschen Arbeitsgeschwindigkeit, einer exzellenten Verarbeitung und kompakten Abmessungen eine reife Leistung ab, die nur vom unterdimensionierten Akku geschmälert wird.

Das HTC Mozart überzeugt mit sehr guten multimedialen Eigenschaften, hoher Arbeitsgeschwindigkeit, exzellenter Verarbeitung und fairem Preis

Smartphones Oberklasse
Test 27. Dezember 2010

+ Exzellente Verarbeitung
+ Kamera liefert sehr gute Ergebnisse im Videobetrieb und hervorragende Resultate bei Still Images
+ Schneller Prozessor
+ Herausragendes Display
+ Vertretbare Abmessungen
+ Tadellose Sprachqualität
+ Fairer Marktpreis

- Akku mit zu wenig Kapazität

Test: Carsten Rampacher
29. Dezember 2010

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