TEST: Regallautsprecher Heco Metas XT 301 - Top-Finish und harmonischer Klang zum kleinen Marktpreis

12. Februar 2010 ()

Einführung

Schnäppchen par Excellence: Für ein Paar Regallautsprecher XT 301 der Heco Metas-Serie müssen beim derzeitigen Marktpreis gerade einmal 300 Euro berappt werden. Setzen sich die positiven Ergebnisse des großen Bruders, der Standlautsprecher Heco Metas XT 501, fort, kann man rundherum zufrieden sein, denn Klangstärke und noble Optik wären dann zum sehr fairen Kaufpreis miteinander vereint. Ob die XT 301 der Geheimtipp für qualitätsbewusste Sparfüchse wird, steht im folgenden Bericht. 

Video: Die Metas XT 301 im Überblick

 

Verarbeitung

Saubere Verarbeitung

Front

Hochtöner -

hier ausgebaut

Tieftöner

im ausgebauten Zustand

Sehr hochwertige Anschlüsse

Die Verarbeitung der günstigen Regallautsprecher liegt in Relation zur Preisklasse auf höchstem Niveau. Ein stabiles MDF-Gehäuse mit ausgezeichneten Passungen rundum ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit in diesen Preisregionen, höchstens der Übergang zur angepassten Frontblende lässt sich aufgrund eines nicht ganz perfekten Materialübergangs bemängeln. Hinten am Gehäuse sind die Ecken zudem etwas zu spitz. Ansonsten punktet die sehr gute Oberflächenqualität ebenso wie der insgesamt überraschend noble Auftritt. Die Lautsprechergitter sind komplett abnehmbar und passen sich der Frontblende ausgezeichnet an. Besonders positiv bewerten wir die Lautsprecheranschlüsse mit vergoldeten Schraubklemmen auf der Rückseite, selbst Bi-Amping ist mit den Hecos möglich. Außen hui, innen pfui? Nicht mit der Metas 301. Auch das Innere des Lautsprechers ist von einer Güte, die manch doppelt so teurer Box gut zu Gesicht stehen würde. Große Magnete an den stabil erscheinenden Chassis untermauern unseren sehr guten Eindruck. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend. 

Technische Daten
  • Prinzip 2 Wege Regallautsprecher, Bassreflex
    Bestückung: 1 x 170 mm Tiefmitteltöner, 1 x 25 mm Hochtonkalotte
    Belastbarkeit (RMS/max.) 90 / 150 Watt
    Impedanz 4 - 8 Ohm
    Frequenzbereich 32 - 42.000 Hz
    Übergangsfrequenz 3.300 Hz
    Empfohlene Verstärkerleistung 30 - 150 Watt
    Wirkungsgrad: 90 dB
    Gehäuseausführung Schwarz/Front: Schwarz Glanzlack,
    Nussbaum/Front: Anthrazit Glanzlack
    Maße (BxHxT) 200 x 355 x 290 mm

Testequipment
Klang

Für 300 EUR - bezogen auf den Paarpreis - kann man nicht wirklich klangliche Höchstleistungen erwarten. So war unser Denken, als wir uns daran begaben, die Metas ausführlich unter die Lupe zu nehmen. Um es dem Lautsprecher gleich zu Beginn richtig schwer zu machen, haben wir die Stereotonspur der "Vivere - Live in Tuscany" Blu-ray von Andrea Bocelli herangezogen und uns dem Titel "Melodramma" gewidmet. Da dies der erste Track im Konzert ist, gibt es zuvor noch eine kurze Einführung von Andrea seine Heimat - die Toskana - betreffend. Hier hat uns überzeugt, wie homogen und angenehm die Metas Bocellis Stimme abbildet. Der Stimmkörper wirkt glaubwürdig und nicht zu klein, die Geräusche im Hintergrund (Vogelzwitschern und Glockenläuten) werden für einen so günstigen Schallwandler sehr gut eingearbeitet. Dann startet das Konzert, und der Dynamiksprung gleich zu Beginn kommt nicht ganz so prägnant zur Geltung, wie er eigentlich sein sollte - hier zollen die Hecos der günstigen Preisklasse Tribut. Als dann der berühmte Sänger seine Stimme erhebt, sind wir positiv überrascht - schon, als Andrea in der Einleitung sprach, gefiel uns die vokale Darstellung, und auch, wenn der Italiener mit der charismatischen Stimme beginnt, "Melodramma" vokal zu zelebrieren, sind wir gern ganz Ohr: Die Stimmfarbe passt erstaunlich gut, die Trennung der Stimme von den Instrumenten ist ausgezeichnet und die Räumlichkeit ist im kleineren Hörraum bis rund 20 Quadratmeter ebenfalls nicht zu bemängeln. Nur fordert der Regallautsprecher relativ viel Leistung, trotz Bassreflexprinzip erscheint uns der Wirkungsgrad nicht eben hoch. Wer also mit schwachbrüstigen Verstärkern arbeitet, wird kaum ein überzeugendes Hörerlebnis geboten bekommen. Dafür ist die Pegelfestigkeit in Verbindung mit einem leistungsfähigen Verstärker ausgezeichnet. Dadurch, dass die Hochtonwiedergabe eher samtig-zurückhaltend als prägnant-brillant ausfällt, bleibt die Box lange souverän und wird nicht aggressiv. Dieser Charakter zeigt sich auch bei den instrumental dargebotenen Titelsongs verschiedener James Bond 007-Filme. Bei "Goldfinger" punkten die Metas 301 mit einer harmonischen, schlüssigen Darbietung, es darf allerdings keine überbordende Dynamik und kein sehr nachdrücklicher Bass erwartet werden. Der Bassbereich an sich ist durchaus gut gelungen, überzeugt aber eher durch ein ordentliches Volumen und ein gutes Integrationsvermögen als durch das spontane Freisetzen großer Mengen an tieffrequenter Energie. Prima werden insgesamt die Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzgebieten gemanagt, alles geht fließend und rund ineinander über. Die Metas 301 entpuppt sich somit als ideale Box, die den ganzen Tag im Hintergrund laufen kann, ohne durch irgendwelche Ecken und Kanten nervende Disharmonien zu erzeugen. Dies zeigt sich auch bei Wolfgang Amadeus Mozarts Sonate für 2 Pianos (auf der BD Audio 2L - the Nordic Sound, gewählte Tonspur: LPCM 192 kHz724-Bit). Es fehlt den Pianos zwar an Detailreichtum (so wird die Anschlagdynamik nicht optimal betont), dafür aber ist gesamte Klangbild harmonisch und gefällig gehalten, die freigesetzte Räumlichkeit ist gut. 

Sehr schnelle, kraftvolle Trance-Tracks von DJ Tiesto (Copenhagen - Elements of Live World Tour, Tracks: Dance4Live, Traffic, Back in Your Head) werden zwar auch räumlich prima und mit gutem Volumen wiedergegeben, es hapert aber etwas an der Schnelligkeit bei der Umsetzung verschiedener Effektkombinationen. Es fehlt das Zackige, Nachdrückliche, was gerade für die Wiedergabe derartiger Stücke wichtig ist. Mit "Being Boring" von den Pet Shop Boys haben die Hecos dafür keine Probleme - der Song wird natürlich und angenehm wiedergegeben, die Trennung der Stimmen von den Instrumenten ist prima gelungen. Auch bei "Cold Days, Hot Nights" von Moti Special kommen wir sehr gut zurecht - ohne schrille oder spitze Ausprägung kann man hier gut auch mit höherem Pegel hören. 

Klangliche Eigenschaften im Überblick

  • Hochtonwiedergabe: Angenehm samtiger Hochtonbereich, nicht allzu viel Brillanz. 
  • Mitteltonwiedergabe: Die Stimmwiedergabe ist charakteristisch und klar, Feinheiten werden aber nur schwach ausgeprägt und gehen oft im Gesamtbild unter
  • Basswiedergabe: Mit nicht ganz tadelloser Präzision wird hier ein ordentlicher Tiefgang geboten, allerdings muss die kleinen Hecos hierfür schon ein ausgewachsener AV-Receiver befeuern. Der Wirkungsgrad ist anspruchsvoll.
  • Tonalität: Wie ihre Geschwister eine leicht warme Auslegung für ein angenehmes Hören. 
  • Räumlichkeit: Die Räumlichkeit ist in kleineren Räumen gut, allein aufgrund der etwas geringen Dimensionen der Regallautsprecher kann aber auch nichts Außergewöhnliches erwartet werden. 
  • Wirkungsgrad: Ein bisschen problematisch, um alles aus den kleinen Metas 301 herauszuholen, darf der angeschlossene AVR nicht zu schwachbrüstig sein. 
  • Pegelfestigkeit: Ausgezeichnet. Wenn genug Leistung vorhanden ist, beherrschen die Hecos hohe Pegel. 

Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Fazit

Für diejenigen Anwender, die nur wenig finanzielle Mittel zur Verfügung haben, aber trotzdem erwachsen aussehende und prima klingende Regallautsprecher erwerben möchten, stellt die Heco Metas 301 eine große Kaufempfehlung dar. Mit sauberem Finish, gediegener Optik und harmonischem Sound bekommt der Käufer fürs investierte Geld nahezu ein Optimum geboten - nur der eher durchschnittliche Wirkungsgrad passt nicht ganz ins Bild, da aufgrund dieser Eigenschaft der angeschlossene Verstärker schon gewisse Leistungsreserven mitbringen sollte. 

Optisch elegante, harmonisch klingende Regalbox zum enorm günstigen Marktpreis

Stereo-Lautsprecher Einsteigerklasse 
Test 11. Juni 2010

+ Fürs Geld hervorragende Verarbeitung
+ Harmonisches Klangbild
+ Gute Räumlichkeit
+ Sehr günstiger Preis

- Durchschnittlicher Wirkungsgrad

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
11. Juni 2010

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