TEST: Hannspree SJ42DMBB - 42" FullHD LCD-TV zum Einstiegspreis
17.08.2010 (cr/phk)
Einleitung
Für rund 520 EUR Marktpreis ist der Hannspree LCD-TV in hochglanzschwarzem
Finish mit drei HDMI-Eingängen zu erwerben. Eingebaut
ist ein analoger Kabeltuner, auch ein DVB-T-Digitaltuner ist mit an Bord. Ein
DVB-C-Tuner fehlt in der Austattungliste. Eine gute Bewegungswiedergabe soll die
kurze Panel-Reaktionszeit von 6,5 ms garantieren. Was der Flachbildschirm in der
Praxis kann, haben wir überprüft.
Verarbeitung
Chromleiste an der Unterseite
Bedienelemente auf der rechten Seite
Fuß
TV-Front
Rückseite
Gehäusetiefe
Fernbedienung
Der TV ist in schlichtem Hochglanz-Finish gehalten, welches von
durchschnittlicher Güte ist. Hochwertigere Kontrahenten hinterlassen durch mehr
Tiefe in der Hochglanzschicht einen gediegeneren Eindruck. Der mitgelieferte
Standfuß, ebenfalls schwarz-hochglänzend gehalten, verfügt über eine
Metallplatte auf der Unterseite, so wird ein sehr guter Halt des
Flachbildschirms in allen Lebenslagen geboten. Dadurch, dass es sich um ein herkömmliches
CCFL-Gerät handelt, ist die Gehäusetiefe nicht allzu gering. Die Anschlüsse
auf der Rückseite sind sauber eingepasst, sie sitzen fest und sorgen für
sicheren Kontakt. Die mitgelieferte Fernbedienung macht einen für die
Preisklasse hochwertigen Eindruck. Gesamtnote
in Relation zur Preisklasse: Gut.
Video
Anschlüsse
Der Hannspree verfügt über insgesamt 3 HDMI-Terminals, von
denen sich 2 hinten befinden, der dritte Anschluss ist seitlich untergebracht.
Des Weiteren gibt es hinten einen Komponenteneingang (plus Stereo analog-Audio),
einen PC VGA-analog-Eingang, zwei Scartbuchsen, ein optischer digitaler
Audioausgang sowie einen DVB-T-Antenneneingang. Seitlich sind zusätzlich ein
FBAS-Eingang (plus Stereo analog-Audio) und ein CI Slot sowie ein Kopfhörerausgang
(3,5 mm) untergebracht. Gesamtnote Anschlüsse in Relation zur Preisklasse: Sehr
gut.
Installation und Bedienung
Erweiterte Bildeinstellungen
Ton-Equalizer
Funktionen
Beim ersten Einschalten des Hannspree-TVs öffnet sich sofort
ein OSD und fordert zur Auswahl von Sprache und Land auf. Anschließend wird ein
Sendersuchlauf, der analoge und digitale Kanäle berücksichtigt,durchgeführt. Dieser Sendersuchlauf ist ziemlich träge und dauert länger
als bei manchem Konkurrenten. Die Menüs sind ansonsten schlicht gehalten und
mit der relativ übersichtlichen Fernbedienung auch von weniger versierten
Nutzern einfach zu bedienen. Leider gibt es innerhalb der Menüs keine kurzen
Hilfetexte zur Erläuterung der jeweiligen Funktion. Der Hannspree ist mit einem
befriedigend bestückten Video-EQ ausgestattet, auch für die Akustik gibt es
einige Einstellparameter. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Gut – sehr
gut.
Bild
Displayeigenschaften
Das Display ist matt und sorgt so nur bei starkem externem
Lichteinfall für störende Reflexionen. Der Blickwinkel ist relativ breit, ab
sehr spitzen Betrachtungswinkel nimmt die Intensität der Farbwiedergabe
allerdings merklich ab.
Video-EQ
Als erstes gibt verschiedene Bildmodi, die unter dem
Begriff „Smart Bild“ zusammengefasst sind: Standard (ausgewogenes Bild für
viele Einsatzzwecke), Persönlich (Basierend auf Standard, hat der User einen
weiteren Modus, den er für ein spezielles Preset nutzen kann), Plastisch (Schärfe
erhöht, etwas intensivere Farben), Film (bei dunkler Raumumgebung, filmgerechte
Helligkeits- und Kontrastwerte), Eco (Stromsparmodus, der aber in der Praxis
kaum Sinn zu machen scheint). In jedem Modus kann man selber verändernd
eingreifen. Weitere Einstellmöglichkeiten umfassen Helligkeit (0 bis 100),
Kontrast (0 bis 100), Farbe (0 bis 100), Farbton (-32 bis +32), Schärfe (0 bis
7, recht grob gerastert), Farbtemperatur (normal, kühl, warm) – und am Ende
findet sich der Punkt „erweiterte Einstellungen“. In diesen sind folgende
Parameter verfügbar: Rauschunterdrückung (aus, tief, mittel, hoch,
automatisch), Hautton (aus/ein), Beleuchtung (0 bis 100, hier wird die
Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung eingestellt, nur global möglich, da
CCFL-Gerät), X.Kontrast (Kontrastoptimierer,aus/ein).
Blu-ray, Casino Royale, Kapitel 2, 1080p24
Der Hannspree TV bietet ein ruhiges, dynamisches Bild im
ersten Kapitel des 21. Agenten-Thrillers, ein kurzes Zittern an diagonalen
Linien in der ersten Szene konnten wir aber feststellen. Die Plastizität
erscheint sehr gut, sowohl das Frettchen und die Schlang im Zentrum der
Kampfarena sowie Gummireifen auf den Wellblechhütten im äußeren Bildbereich
liegen nicht platt am Display sondern heben sich deutlich von ihrem Untergrund
ab. Der mäßige Schwarzwert wird an der verkohlten Hauswand und dem Holzbalken
neben 007 sehr deutlich, feindynamischer ist aber auch in den dunklen
Bildbereichen vorhanden. Der Balken ist noch vergleichsweise sauber
durchzeichnet und verfügt über gute Detaillierung. Nicht ganz so gut wirkt die
Kontrastdifferenzierung bei einem kurzen Blick nach vorne in Kapitel 3, der
schwarze Anzug LeChiffres ist vom leicht helleren Hemdkragen beinahe gar nicht
zu unterscheiden. Probleme bei einer schnellen Bewegungswiedergabe sehen wir
weniger, die Objektkanten der vielen jubelnden Hände in der Kampfarena werden
ohne Nachzieheffekte abgebildet, auch bei der Verfolgungsjagd im Dschungel
bleibt das Bild ruhig. Die Farbdarstellung ist ordentlich, das Grün der
Dschungelpalmen wirkt sogar etwas zurückhaltend, das Rostrot auf dem Rohbau ist
absolut stimmig.
Blu-ray, Fluch der Karibik, Kapitel 1+2, 1080p24
Der Schwarzwert ist wirklich nicht die Stärke desGerätes, dürftig ausgeleuchtet ist eher ein mattes Grau am Bildschirm
ersichtlich. Der Nebel, aus dem sich das Galeonsschiff erhebt, kommt leider auch
nicht ganz ohne Kritik davon, etwas rauschige
Pixelwolkenbildung kann man dem TV nicht komplett absprechen. Die übrigen
Kriterien kommen mit deutlich besserem Urteil davon, Schärfe und Detail in den
Gesichtskonturend des kleinen Mädchens und der Marine-Uniform des Commodore
wirken ausgezeichnet, auch die Graudifferenzierung am schwarzen Hut von
Norrington gelingt ordentlich. Beim Step auf Kapitel 2 und der Portraitaufnahme
von Jack Sparrow sehen wir wiederum saubere Details, endgültige Durchzeichnung
der fast schwarzen Rastalocken ist nicht gegeben. Die Tiefenstaffelung bei den
drei aufgeknüpften Piraten wirkt durch die gute Differenzierung der Skelette
vor dem felsigen Hintergrund ausgezeichnet. Bei der Einfahrt in Port Royale
gelingt die schwierige Szene bei der Vorbeifahrt an den Piraten nur mit etwas
Bildzittern.
DVD, Star Wars Episode III, Upscaling Filmmaterial von 576i
auf 1080p, ab Filmbeginn:
Bei der Upconversion auf 1080p gelingt dem SJ42DMBB ein
respektables Ergebnis. Der Schwarzwert kann hier zwar ebenfalls nicht überzeugen,
ansonsten aber holt der TV gleich zu Filmbeginn viele Sterne auf den Bildschirm.
Die Star-Wars-Laufschrift präsentiert sich in farbechtem, sattem Gelb und läuft
ruhig sowie nahezu artefaktefrei nach hinten durch. Die Buchstaben sind
einheitlich eingefärbt und weisen kaum weiße Ränder auf. Die Neigung zu
Artefakten und Rauschmustern ist gering. Als kurze Zeit darauf der große
Sternzerstörer durchs Bild gleitet, braucht der De-Interlacer eine kurze
Zeitspanne, um korrekt zu arbeiten. Man sieht die Folgen dieses Prozesses in
Form von kurzem Bildflimmern. Nach ca. 1 bis 2 Sekunden dann wird der Zerstörer
scharf und mit gutem Kontrast, auch den im Schatten liegenden Teil betreffend,
abgebildet. Als die beiden kleinen Raumjäger mit Obi-Wan und Anakin an Bord
auftauchen, werden die beiden parallelen Bewegungsabläufe mit leichtem Schärfeverlust
dargestellt, als die beiden schnell fliegenden Jäger den langsamer fliegenden
Sternzerstörer passieren. Partiell erscheint die Außenhaut des Zerstörers
etwas unscharf. Leichte Artefaktebildungen rund um den Triebwerksstrahl bei Jägern
und Zerstörer sind ebenfalls auszumachen. Als die beiden kleinen Raumschiffe
nach unten in die Schlacht abknicken, eröffnet sich dem Zuschauer ein gut
gestaffeltes Panorama, welches nur durch den bereits beschriebenen, etwas flauen
Schwarzwert limitiert wird – dadurch wird dem Bild potentiell mögliche Tiefe
genommen. Ansonsten modelliert der SJ42DMBB die verschiedenen Bildebenen sehr
ansprechend durch, auch weiter unten liegende Raumstationen und Raumschiffe
werden scharf abgebildet. Die Gesichter der Akteure werden recht farbecht
umgesetzt, die Ausgestaltung der Hautporen oder Bartstoppeln könnte aber noch
feinfühliger erfolgen.
DVD,
AVEC Professional Test DVD, Upscaling Videomaterial von 576i auf 1080p:
Beim Hochkonvertieren von Videomaterial liefert der
Hannspree eine gute, wenn auch nicht überragende Leistung ab. Er schwächelt
beim ersten von uns betrachteten Testbild, das Laufschriften in verschiedenen
Geschwindigkeiten vor verschieden farbigem Hintergrund zeigt. Die schnellste
Schrift zeigt deutlich sichtbare Nachzieheffekte, während die langsamer
durchlaufenden Schriften vertretbare, leichte Nachzieher aufweisen. Das Weiß
erscheint etwas verwaschen, zudem tauchen rund um manche Buchstaben leichte
Artefakte auf. Beim Testbild, das ein in unterschiedlichen Geschwindigkeiten
schwingendes Pendel zeigt, sind besonders beim Schwung nach rechts Nachzieher
sichtbar. Die schwarze Linie bleibt aber stabil stehen, und es kommt kaum zur
Bildung von Treppenstufen an der Pendelspitze. Das Innere des Pendels ist bei
langsamer Geschwindigkeit gut differenziert zu erkennen, bei höherer
Pendelgeschwindigkeit aber verwischt die Struktur. Das dynamische Stadtbild von
Esslingen erscheint uns als gut gelungen – die Kamerafahrten ruckeln kaum,
zudem arbeitet der TV Details in der Wiese gut heraus, die leichten
Farbunterschiede, bedingt durch Rasenteile, die durch Sonneneinstrahlung trocken
geworden sind und dadurch leicht ins Gelbliche tendieren, werden prima
dargestellt.
Digitaler DVB-T-Tuner und analoger Kabeltuner
Der analoge Kabeltuner bietet eine befriedigende Bildqualität,
allerdings sind Rauschmuster sichtbar, die Bildschärfe liegt nicht allzu hoch.
Die Farben sind gut gesättigt, wirken aber nicht zu poppig. Bei schnellen
Bewegungen treten an Objektkanten partiell Artefakte in Form von blockartigen
Pixelmustern auf. Das Bild des digitalen DVB-T-Tuners ist etwas schärfer, es
rauscht weniger und ist minimal kontraststärker.
Gaming/PS3,
Gran Tourismo 5, Prologue, 720p:
Positiv ist, dass es keinen Input Lag gibt, zudem kommt es
kaum zu Nachziehern. Kritik gibt es für den nur ausreichenden Schwarzwert und für
nicht ganz saubere, zu hart ineinander übergehende Farbverläufe. Die
Farbwiedergabe sind spielgerecht dynamisch, die Bildschärfe ist ziemlich hoch,
so dass es zu minimalen Doppelkonturen kommt.
Gesamtnote Bild in Relation zur Preisklasse: Sehr gut.
Ton
Selbst wenn man die generell schwache Leistung von TV-Geräten bezüglich der
Klangqualität in Betracht zieht, kann der Hannspree nicht wirklich überzeugen.
Metallisch blechern und dumpf wirkt die Audioausgabe besonders im Filmbetrieb.
Im TV-Betrieb ist die Audioausgabe erträglich, im Menü kann die schwache
Leistung aber unter „Ton“ noch gesteigert werden. Tonfelder „Sprache“
(nicht zu empfehlen), „Musik“, und „Persönlich“ sind vorhanden, Musik
bietet den größten Performance-Sprung. Der blecherne Einschlag ist beinahe
ausgemerzt und der Hochtonbereich ist etwas ausgeprägter. Gesamtnote in
Relation zu Preisklasse und Gerätekategorie: Befriedigend.
Konkurrenzvergleich
Toshiba 46XV733: Der von der Diagonale her größere
Toshiba bietet, obwohl er auch ein CCFL-Gerät ist, einen sichtbar besseren
Schwarzwert und mehr Kontrast. Zudem erscheint bei der BD-Wiedergabe die
Bildtiefe höher. Der günstigere und von der Bilddiagonale her kleinere
Hannspree bleibt dem Toshiba aber beim Thema Upconversion überraschend dicht
auf den Fersen. Nur Videomaterial wird vom Toshiba sensibler behandelt, es kommt
zu weniger Nachziehern.
Grundig Vision 9: Der Grundig aus der 2009er Kollektion übertrifft
den günstigen Hannspree mit stabilerer 24p Darstellung und einer ausgewogeneren
Bildschärfe. Auch wirkt das Bild tiefer und noch farbechter. Zudem weist der
Grundig deutlich bessere Klangeigenschaften, bedingt durch den integrierten,
hochwertigen Soundprojektor, auf. Für dieses Plus an Performance wird der
potentielle Kunde aber auch zur Kasse gebeten.
Medion Live S16000: Der
Edge LED TV kostet deutlich mehr als der Hannspree, dokumentiert aber auch den
technischen Fortschritt überzeugend. Mit prima Schwarzwert, sehr guter
BD-Wiedergabe und ausgezeichnetem Upscaling von Film- und Videomaterial
rechtfertigt der Medion seinen Mehrpreis ebenso wie durch die verschiedenen
Multimediaeigenschaften und die bessere Verarbeitung. Wer einen günstigen TV
mit guter Ausstattung sucht, kann aber trotzdem zum preiswerten Hannspree
greifen, wer öfters Blu-rays schaut und visuell anspruchsvoll ist, dem raten
wir, den Mehrpreis des Medion in Kauf zu nehmen und dafür ein hervorragendes
Bildwiedergabegerät zu erstehen.
Fazit
Der
Hannspree SJ42DMBB eignet sich gut für Anwender, die einen einfach zu
bedienenden Flachbildschirm zu einem günstigen Preis suchen, der für alle
Aufgaben des Alltags – die Lieblings-TV-Serie oder mal einen Film anschauen
– problemlos ausreicht. Bei der
Wiedergabe von Blu-rays leistet der Hannspree gute Arbeit und präsentiert ein
recht scharfes und ausgewogenes Bild. Auch díe Konvertierung von 576i- in
1080p-Signalen gelingt ordentlich. Nicht überzeugen kann der Schwarzwert, der
auch dafür sorgt, dass bezüglich der Plastizität ein Limit gesetzt wird. Die
Bedienung ist dank der übersichtlichen Menüs einfach, die Verarbeitung
entspricht der Preisklasse. Die mitgelieferte Fernbedienung macht sogar einen
relativ hochwertigen Eindruck.
Preisgünstiger 42" LCD-TV mit sehr guter HD-Wiedergabe
und solider Upconversion von SD-Signalen
LCD-TVs Einsteigerklasse
Test 17. August 2010