TEST: Denon AVR-1911 - ABT-Scaling, iPod-Konnektivität out-of-the-box und hervorragende Klangeigenschaften

02.08.2010 (phk)

Einführung

Der Denon AVR-1911 für 499 Euro UVP bringt einen großen Austattungsumfang mit sich: neben den 7 Endstufen, einem HighBit Video-Processing und der direkten iPod-Konnektivität bietet der AVR folgende Key Features: 

  • Volldiskrete 7-Kanal-Endstufe mit 125 Watt 
    (6 Ohm, DIN) pro Kanal 
    HDMI Video-Konvertierung erlaubt die Verbindung zum TV mit nur einem HDMI-Kabel 
    Zuweisbare Surround Back-Endstufe für Front Height, Bi-Amping und Zone2 
    Pure Direct-Modus für optimale Klangqualität Vollständig neuer Innenaufbau inkl. strikt kanalgetrennt aufgebauter Endstufe 
    Auto Setup und Auto Room EQ mit Audyssey MultEQ und Audyssey DynamicEQ inklusive wirksamer Subwoofer-Korrektur für gleichzeitige Entzerrung von bis zu 6 Hörpositionen
    Audyssey Dynamic Volume für optimale, sofortige Pegelanpassung unterschiedlicher Materialien oder Quellen 
    Dolby ProLogic IIz für ein optimales Surround-Erlebnis mit zusätzlichen Front Height-Kanälen
    USB-Schnittstelle zur Wiedergabe von Musik von Massenspeichern (MP3, WMA, AAC) und vom iPod sowie iPhone 
    HDMI 1.4a-Repeater mit 4 Eingängen und 1 Ausgang
    - vollständig 3D-kompatibel (Pass-Through)
    - 1.080p-kompatibel (24, 50, 60 Hz)
    HDMI-Audio-Unterstützung inklusive Dolby TrueHD und DTS-HD
    - Auto LipSync
    Unterstützung von Deep Colour (30, 36 Bit)
    Unterstützung von xvYCC
    CEC mit Audio Return Channel 
    Compressed Audio Restorer für optimale Klangqualität von datenreduziertem Material
    Digitale HDMI-Video-Konvertierung 
    High Bit De-Interlacer/Scaler ABT1030 für analoge und digitale Videoquellen bis zu 1.080p Auflösung via HDMI-Ausgang 
    Neue Dock Control-Schnittstelle zum Anschluss einer DENON Docking-Station der ASD-Familie für iPod und Netzwerk (mit ASD-51N/W) 
    Benutzerfreundliches Bildschirmmenü (OSD), auch über HDMI nutzbar 
    Sleep Timer HDMI-Pass Through im Standby mit sehr geringer Leistungsaufnahme 
    Besonders geringe Leistungsaufnahme im Standby (< 0.1 W) und im CEC-Standby (< 1 W)
    Neu entwickelte Fernbedienung mit GLO-Keys
    UVP: 499,- EUR (in Deutschland)

Gegenüber dem 1611 stechen vor allem der ABT1030 Chip und die zwei weiteren Endstufen heraus, ob der Receiver sein höheres AV-Potenzial ausspielen kann, lesen Sie im Praxisbericht.

Verarbeitung

Front-Display

Navigationskreuz vorne am Gerät

Drehregler für die Quellenauswahl

Drucktasten unter dem Display

Standby-Schalter und Headphone-Anschluss

Anschlüsse Front inkl. direkter iPod-Verbindung

Großer Standfuß

Innenleben 1911

Kühlkörper

Elkos

Fernbedienung

Video zur Verarbeitung

 

Hochwertige Verarbeitung am Denon 1911. Äußerlich betrachtet könnte der weniger versierte User den Denon AVR durchaus in eine höhere Preisklasse einordnen. Die verschiedenen Passungen sind perfekt abgestimmt, scharfe Grate oder breite Spalte finden sich nirgendwo. Das Gerätedisplay ist fein aufgelöst und auch aus Entfernung problemlos ablesbar. Unter dem Display finden sich Tasten für verschiedene Funktionen mit gutem Druckpunkt, auch der Lautstärkeregler gleitet nach nicht alllzuviel Kraftaufwand mit sauberer Führung. Auch innen wirkt die Verarbeitung solide, ein großer passiver Kühlkörper sorgt in Verbindung mit der Kamineffektnutzung für gute Kühlung. Die Gerätefüße auf der Unterseite aus Plastik sind gut dimensioniert und geben dem Denon AVR-1911 exzellenten Halt. Die Remote des AV-Receivers verfügt über ein komplexes Layout, dafür können viele Funktionen direkt angewählt werden. Die oft verwendeten Lautstärke-Tasten sind ansprechend groß, das Navigationskreuz liegt mittig für direkten Zugriff. Sehr gut empfinden wir den Druckpunkt der illuminierten Tasten der oberen zwei Drittel der Fernbedienung. Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.

Anschlüsse

Übersicht Anschlüsse

Lautsprecher-Anschlüsse

  • HDMI In 4x
    HDMI Out 1x
    Component In 1x
    FBAS In 2x
    FBAS Out 1x
    Stereo Cinch 3x (1x iPod-Dock)
    Digital Coaxial Audio In 1x
    Digital Optical Audio In 1x
    Pre Out Subwoofer + SB/Front High

Anschlüsse vorne:

  • FBAS
    Stereo Cinch
    Setup Mic 

Ähnlich dem 1611 ein sehr übersichtliches Anschlussangebot. Mit 4 HDMI-Eingängen und 1x Komponente sollten aber ohnehin schon die wichtigsten Videoquellen abgedeckt sein, 2x FBAS & 1x S-Video ist für "alte Hasen" noch vorhanden, auch ein koaxialer und optischer digitaler Audioeingang kann verwendet werden. Die Vorderseite ist mit einem innovativen iPod-Anschluss verbunden, so erfolgt die Verbindung mit dem eigens vorhandenen iPod-Kabel, es ist kein weiteres Dock o.ä. vonnöten. Die Qualität der LS-Anschlüsse ist der Preisklasse angemessen, der Anschluss von sowohl Bananensteckern als auch Kabeln mit etwas größerem Umfang ist kein Problem. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - Hervorragend.

Menü, Setup & Konfiguration

Audyssey

Startbildschirm des Audyssey Auto Setups

Der AVR 1911 kann sowohl manuell als auch mit dem automatischen Einmesssystem Audyssey und dem beiliegenden Mikrofon auf die angeschlossenen Lautsprecher und den Raum eingestellt werden. Startet man das automatische Setup aus dem Menü heraus, wird der Anschluss des Mikrofons verlangt. Das Setup erkennt auch falsch (Phase) oder gar überhaupt nicht angeschlossene Lautsprecher sofort und weist mit einem exakten Hinweis am Display auf den vorliegenden Fehler hin. Bei erfolgreichem Durchlauf der Konfiguration dauert die Einmessung pro Hörposition knapp zwei Minuten, hinzu kommen etwa 45 Sekunden Berechnung. Ist der Vorgang abgeschlossen, können die erkannten Ergebnisse eingesehen aber nicht nachjustiert werden. Dies kann aber nach kompletten Abschluss des Auto Setups im Menü unter den manuellen Einstellung getan werden, die Abstandsmessung gelang in 1cm-Steps aber ohnehin peinlich genau. Eine kurze Speicherung der Daten und Dynamic Volume kann als letzter Schritt direkt (de-)aktiviert werden und das Audyssey Auto Setup ist komplettiert.

OSD

Hauptmenü

Informationsabfrage über AV-Eingangssignale

Manuelle Einstellungen der Lautsprecher, Video-Ausgabe (Upscaling) und Audio-Processing

Genaue Parametereinstellung

Simple Zuweisung der Eingänge

Das Menü des AVR-1911 ist umfangreich, aber nicht überaus komplex. Das sehr dürftige Schwarz/Weiß-Design trägt leider nicht gerade zur Übersichtlichkeit und Durchschaubarkeit des Setups bei. Nach kurzer Einarbeitungszeit wird sich jeder zurechtfinden und die gesuchte Funktion finden, dennoch sind wir der Meinung dass eine etwas augenfreundlichere Gestaltung des OSDs angebrächt gewesen wäre. Glücklicherweise sind einige Features, wie beispielsweise Auswählen von DSPs, direkt mit der Fernbedienung anwählbar. Trotzdem ist irgendein On-Screen-Display immer noch besser als gar keine Anzeige am TV/Beamer. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Multimedia

iPod

Der Anschluss eines klassischen iPods könnte einfacher nicht sein, über ein konventionelles Ladekabel verbinden wir unser 128 GB Gerät mit dem USB-Anschluss der Frontseite des Denons. Am Display des iPods wird kurz das im Bild oben ersichtliche Denon Logo angezeigt und letztendlich die Hintergrundbeleuchtung abgeschalten. Sofort nach Anschluss können wir mit der Fernbedienung des AVR-1911 die Dateien auf dem iPod ansteuern. Die vorhandene Ordnerübersicht des iPods wird sowohl am Gerätedisplay als auch am TV angezeigt, am Fernseher ist die Steuerung durch eine höhere Anzahl von Zeilen natürlich etwas einfacher. Nach Auswahl des gewünschten Tracks spielt der Denon die Musik ohne Verzögerung ab. Wer die Musikwiedergabe lieber über das Display des iPods steuern möchte muss die "Search"-Taste der FB mindestens zwei Sekunden gedrückt halten, der Denon wechselt dann auf "Remote iPod" und schaltet das OSD ab. Für Videowiedergabe muss das separat erhältliche Dock ASD-11R/51N/51W verwendet werden.

USB

Mit einem USB-Stick kann der Denon 1911 lediglich Audiodateien wiedergeben, Video- und Fotowiedergabe vom Speichermedium unterstützt der AVR nicht. Das Menü am AVR entspricht dem normalen Setup und ist sehr einfach gehalten. Weiß auf schwarzem Hintergrund werden uns die vorhanden MP3-Titel angezeigt. Andere Audioformate, abgesehen von WMA, werden nicht abgespielt, zudem muss zwingend ein Medium im FAT32-Format verwendet werden, NTFS wird nicht erkannt.

Fazit

Wir halten es für sinnvoll, auch in den kleineren Preisligen zumindest rudimentäre Multimedia-Funktionen zu integrieren. Einer kurzen Musikeinlage vom USB-Stick steht nichts im Weg. Besonders löblich ist die Möglichkeit der iPod-Anbindung ohne teures, dediziertes Dock. Mit dem beim iPod/iPhone mitgelieferten Kabel kann die Verbindung sofort und einfach hergestellt werden. Selbstverständlich könnte die Format-Auswahl noch deutlich größer sein oder eine Wiedergabe von Fotodateien den Praxiswert noch steigern, die gebotenen Funktionen sind in diesem Preissegment aber nicht unbedingt Standard. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Bild

Test-Equipment

Der AVR-1911 skaliert und deinterlaced analoge sowie digitale Signale und gibt sie über HDMI aus, zuständig dafür ist ein ABT1030 HighBit - Videoprocessing Chip.

Upconversion Filmmaterial Star Wars Episode III, Die Rache der Sith, 576i -> 1080p

Im ersten Abschnitt der Star Wars DVD wird vom ABT-Chip eine Vielzahl von Sternen am Display abgebildet, die Laufschrift läuft bis zur Mitte des Bildschirms sehr ruhig und ohne Buchstabenzittern ab. Direkt in der Mitte aber zittert der gesamte Ausdruck "Episode III" für etwa eine halbe Sekunde, zunächst läuft das Bild ruhig weiter - ist der erste Schriftzug im hinteren Bereich angekommen ist keine komplette Bildruhe mehr gegeben, der ganze Text zittert mehrere Male für einen kurzen Moment an den Buchstabenrändern. Wellenbildung ist aber nicht zu erkennen, auch verschlimmert sich das Zittern in den hinteren Ebenen nicht weiter. Das Gelb bleibt über den gesamten Zeitraum satt und gleitet auch nach hinten nicht in Weiß ab. Beim Schwenk auf den Sternzerstörer setzt sich die schwankende Gesamtbildruhe leider fort, nach gefühlten zwei Sekunden erst wird der Zerstörer komplett ruhig abgebildet, Farbrauschen auf dem roten Streifen erkennen wir nicht. Mit den schnellen Manövrierbewegungen der kleinen Raumjäger hat der Denon keine Probleme, glatt und sauber wirken die Objektkanten beim Abknicken auf Coruscant. Die Körperplastizität der Raumschiffe über der Planetenoberfläche wirkt hoch und die verschiedenen Schiffe grenzen sich sehr gut ab, scharf und detailliert wird gleichzeitig im linken Bereich ein kleines Stück der Kommandobrücke des eben genannten Zerstörers angezeigt. Explosionen wirken gut durchzeichnet und sind mit sauberen Farbverläufen versehen, etwas gleißender könnten die Feuerbälle wirken, während des konfusen Kampfgeschehens fällt die etwas mäßige Gesamtbildruhe kaum auf. In der Großaufnahme von Anakin und Obi Wan im Cockpit ihrer Jäger zeigt der Denon scharfe Gesichtskonturen und saubere Differenzierung verschiedener Haare.

Upconversion Videomaterial AVEC Professionel Test DVD, 576i -> 1080p

  • Laufschriften in verschiedenen Geschwindigkeiten: Bezüglich der Preisklassenkategorie liefert der 1911 eine solide Performance ab. Ruhige, rauscharme Darstellung in erster und zweiter Geschwindigkeit, partiell sind aber ab der zweiten Geschwindigkeit leichte Nachzieheffekte zu erkennen, die beste Darstellung gelingt vor weißem Hintergrund. In der dritten Geschwindigkeit ist auch etwas Ruckeln zu sehen. Die Farbtrennung ist sehr gut, mit leichten Einschränkungen auf roten Hintergrund.

  • Schwingendes Pendel: Das gesamte Pendel gelingt bis zur Spitze mit wenig Nachzieheffekten, die innenliegenden Balken sind aber ab der Mitte nicht mehr perfekt differenzierbar.

  • Stadtbild Esslingen: Die Mauerlinie bleibt gut stabil und zittert nicht, auf dem Dach des Turms sind - wie auf den Hausdächern Esslingens während der Kamerafahrt - Skalierungsartefakte und leichtes Zittern zu sehen. Die Rasen- und Pflastersteinstruktur ist ausgezeichnet erkennbar und die Gründarstellung gefällt uns besonders gut.

Fazit

In Bezug auf das günstige Preissegment des AVR-1911 liefert der integrierte Chip ausgezeichnete Ergebnisse. Mit gleichermaßen verteilten Stärken bei Video- und Filmmaterial führen lediglich leichte Probleme bei der Gesamtbildruhe zu etwas Kritik. Ein Processing von High-Definition Material lässt sich mit dem 1911 nicht vornehmen, Durchschleifen von 1080p24-Material sowie 3D ist aber kein Problem. Mit etwas höherem Verbrauch ist dies auch im Standby-Betrieb möglich. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Klang

Test-Equipment

HD-Tonformate Blu-ray

2L - The Nordic Sound

Geschmeidig und sanft wirken die ersten Klänge des Violinkonzertes der Nordic Sound Scheibe. Fehlendes Volumen fällt aber auch schon nach wenigen Sekunden auf und offenbart sich in einem etwas schwachen Grundtonbereich. Das Zusammenspiel mit dem Subwoofer gelingt ausgezeichnet aber nicht komplett nahtlos. Die nach Tonspur zurückhaltenden Ausläufer an die Surround-Komponenten meistert der Denon aber exzellent. Der leicht warme Einschlag, den wir schon beim AVR-1611 festgestellt haben setzt sich fort, in den gegenwärtigen klassischen Sphären macht sich die Ausprägung gut, etwas aggressiver müssten die Violinen im hohen Bereich aber erfasst und wiedergegeben werden. Der gregorianische Choral fällt dem Denon etwas schwerer, der kirchliche Nachhall gelingt zwar räumlich und sauber, die Stimmcharakteristik der verschiedenen Chorsänger kennen wir aber ausgefeilter und feiner durchhörbar. Auch die Trennung der leicht abweichenden Stimmfarben ist nicht absolut. Harmonisch wirkt die Klangkulisse aber sehr gut, auch die Loslösung gelingt der Preisklasse entsprechend ausgezeichnet.

The Dark Knight, Dolby TrueHD 5.1

An Kraftreserven scheint es dem AVR 1911 nicht zu mangeln, schon der erste etwas langgezogene Donnerschlag gelingt sehr aussagekräftig. Ebensowenig mangelt es an Feindynamik im LFE-Bereich, die Differenzierung beim Ausschießen des Bürofensters mit dem Enterhaken ist zumindest im Ansatz erkennbar. Die endgültige Präzision ist in dieser Preisklasse keinesfalls zu erwarten. Als der Wagen mit den Clowns vorfährt und den echten Joker abholt zeigt sich erneut eine gute Loslösung von den Komponenten und gute Frontübergänge Center-Rechts. Die Stimmwiedergabe ist ok, die aufgrund der Clownsmasken etwas abgedumpften Stimmen kommen aber nicht mit letzter Ausprägung zur Geltung. Beim Einbruch in die Bank sind die Uzi-Schüsse in die Decke klar, beim Aufbohren des Safes fehlt dennoch die letzte Konsequenz bezüglich der Aggressivität. Beim Abfeuern der Pumpgun-Schüsse des Bankangestellten spielt der Denon wieder kraftvoll auf und spielt den LFE sauber an.

Harry Potter & The Order of the Phoenix, PCM 5.1 + Dolby PLII Cinema 

Bei unserem letzten Testsample präsentiert sich die Stimmwiedergabe sehr gut. Die leicht hauchende Stimme des dunklen Lords wirkt räumlich und von den Komponenten gelöst, auch die tiefe Stimme Dumbledores bei Erreichen des Ministry of Magic empfinden wir als fast tadellos. Bei Beginn des Duells zucken die Blitze durch den ganzen Raum, Front-Surround Übergänge wirken exzellent und hüllen trotz dem schwächeren Grundtonbereich den Hörer ein. Mithilfe des Subwoofers wird beim Heraufbeschwören des Feuerdrachens eine sehr gut voluminierte Klangkulisse erzeugt, selbst bei Verwendung mit den Jamo Surround-Backs scheinen die Kraftreserven des Denons noch nicht aufgebraucht. Das zersplitternde Glas zeigt sich klar im Hochtonbereich und entfernt sich sogar ein wenig von der angesprochenen Geschmeidigkeit. 

iPod + Music Restorer

Der "kleine" 1911 agiert schnell und impulstreu, unser Quadral Subwoofer profitiert von der hohen Geschwindigkeit und wird kraftvoll vom Denon AVR befeuert. Die Frequenztrennung an den Subwoofer lässt keine Zwischenräume offen und generiert ein sehr harmonisches Klangbild. Von Feindifferenzierung und Auflösung möchten wir bei dem relationsweise minderwertigem Material des iPods noch nicht sprechen. Der Hochtonbereich klingt im "puren" Modus gedämpft und auch die Mitten kommen nicht sehr prägnant zur Geltung. Hier möchte Denon mit ihrem "Sound Restorer" entgegenwirken, in 3 verschiedenen Modi kann hier in das gelieferte Audiosignal eingegriffen und verbessert werden. 64 - 96 - und HQ stehen zur Verfügung, dies steht für die verschieden niedrigen Bitraten der encodierten MP3 oder AAC-Dateien, da sich auf unserem iPod größtenteils 224kbps VBR-Dateien befinden verwenden wir schon hier den Modus "HQ". Wir sind begeistert: Denons Sound Restore - Algorithmus greift erfolgreich ins Geschehen ein und hebt die Dynamik besonders im Hochtonbereich gekonnt an. Klarer und prägnanter wirken die Hochton-Peaks, die dank der Bändchenhochtöner ohnehin eine gewisse Samtigkeit besitzen. Die Stimmwiedergabe gelingt dank des Restorers auch mit einem Tick mehr Charakteristik, das Gesamtgeschehen wirkt einfach schwungvoller und dynamischer.

Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.

Konkurrenzvergleich

Pioneer VSX-920: Zum mittlerweile fast identischen Marktpreis ist der VSX-920 ein harter Konkurrent. Beide Geräte liefern ähnlich ausgezeichnete Ergebnisse in der Klangwertung, der Pioneeer spielt einen Tick räumlicher, dafür scheinen die Kraftreserven des Denon enorm hoch und besonders die Harmonie Front-Surround sehr ausgeprägt. Multimedia-technisch nehmen sich beide nur wenig, Pioneer bringt jedoch schon Internetradio mit. Das OSD des VSX-920 gefällt uns aber deutlich besser, auch an die Qualität von MCACC kommt Audyssey nicht ganz heran.

Onkyo TX-SR608: Für etwas über 400 Euro ist schon der 608 zu haben und bietet ein immenses Preis/Leistungsverhältnis. Mit der Videosektion kann kaum ein Receiver dieser Preisklasse mithalten, allerdings skaliert der Denon 1911 auch Videosignale von HDMI auf 1080p hoch. Im Audiobereich liegt der Denon bei Effektlastigen Filmen wohl einen schmalen Grat vor dem Onkyo, dieser schlägt aber mit einer ausgeprägten Feindynamik zurück. Im Multimedia-Bereich muss der Onkyo leider zurückstecken, der Denon bietet zudem ein besseres Audyssey System.

Sony STR-DN1000: Mit guten klanglischen Eigenschaften warten beide Konkurrenten auf. Der Schwachpunkt des Sony AVRs ist auf erstem Blick die fehlende 1080p Upconversion, dank des ABT1030 Scaling-Chips ist der Denon 1911 hier klar überlegen. Auch in puncto Verarbeitung liegt das solide Gehäuse des Denons vor dem Sony. In den neueren Sony Receivern scheint sich das DCAC Einmesssystem zwar verbessert haben, auf Augenhöhe mit Audyssey befindet es sich aber noch nicht.

Fazit

Der preiswerte AVR 1911 von Denon begeistert uns durch eine sehr solide Verarbeitungsqualität und eine hochwertige Bildbearbeitung. Der integrierte ABT1030 schafft - abgesehen von ein paar Abstrichen bei der Gesamtbildruhe - eine ausgezeichnete Leistung bei Scaling und Deinterlacing. Bewegungsschärfe und Detailreichtum empfinden wir bei unseren Bildbeispielen als qualitative Stärke. Das Durchschleifen von 1080p24 und 3D-Material wird ohne Probleme bewerkstelligt und kann auch im Standby-Modus bei frei wählbarem HDMI-Eingang mit einem etwas höherem Stromverbrauch sinnvoll eingesetzt werden. Begeisterung bringt auch die exzellente iPod-Einbindung hervor, nur mit einem Ladekabel bewaffnet lässt sich der iPod oder das iPhone verbinden und kann sogar mit der Fernbedienung über das OSD am TV gesteuert werden. Ein USB-Eingang sorgt für weitere Möglichkeiten im Multimedia-Bereich, es werden aber nur Audioformate abgespielt. Mit einem Netzwerkanschluss und damit Zugang zu Internetradios dient der AVR-1911 aber noch nicht. Klanglich spielt der 499 Euro UVP kostende AV-Receiver in den oberen Ligen seiner Preisklasse mit, besonders hervorzuheben die kraftvolle Präzision im Bassbereich auch bei gehobenem Pegel. Trotz leichter Abstriche beim Volumen gelingt die Klangkulisse enorm räumlich und bietet eine harmonische Ausprägung in allen Bereichen. Das veraltet aussehende OSD des 1611 finden wir leider auch in diesem Denon, zwar sollte jeder Anwender mit den nicht allzu komplexen Menüs zurechtkommen, dennoch spricht nichts gegen eine ansprechendere Gestaltung.

Moderne Schaltzentrale mit HDMI 1.4, hervorragenden Klangeigenschaften und solider Verarbeitung

AV-Receiver Einsteigerklasse
Test: 02.08.2010

+ Hohe Kraftreservern
+ Ausgezeichnete Räumlichkeit
+ Harmonische Klangkulisse
+ Simple und innovative iPod-Anschlussmöglichkeit
+ solide Verarbeitung
+ Durchschleifen im Standby-Modus

- wenig ansprechendes Design des OSDs
- dürftige Formatvielfalt im Multimedia-Bereich 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02.08.2010

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