TEST: Denon AVR-1911 - ABT-Scaling, iPod-Konnektivität out-of-the-box und
hervorragende Klangeigenschaften
02.08.2010 (phk)
Einführung
Der Denon AVR-1911 für 499 Euro UVP bringt einen großen Austattungsumfang
mit sich: neben den 7 Endstufen, einem HighBit Video-Processing und der direkten
iPod-Konnektivität bietet der AVR folgende Key Features:
Volldiskrete 7-Kanal-Endstufe mit 125 Watt
(6 Ohm, DIN) pro Kanal
HDMI Video-Konvertierung erlaubt die Verbindung zum TV mit nur einem HDMI-Kabel
Zuweisbare Surround Back-Endstufe für Front Height, Bi-Amping und Zone2
Pure Direct-Modus für optimale Klangqualität Vollständig neuer Innenaufbau inkl. strikt kanalgetrennt aufgebauter Endstufe
Auto Setup und Auto Room EQ mit Audyssey MultEQ und Audyssey DynamicEQ inklusive wirksamer Subwoofer-Korrektur für gleichzeitige Entzerrung von bis zu 6 Hörpositionen
Audyssey Dynamic Volume für optimale, sofortige Pegelanpassung unterschiedlicher Materialien oder Quellen
Dolby ProLogic IIz für ein optimales Surround-Erlebnis mit zusätzlichen Front Height-Kanälen
USB-Schnittstelle zur Wiedergabe von Musik von Massenspeichern (MP3, WMA, AAC) und vom iPod sowie iPhone
HDMI 1.4a-Repeater mit 4 Eingängen und 1 Ausgang
- vollständig 3D-kompatibel (Pass-Through)
- 1.080p-kompatibel (24, 50, 60 Hz)
HDMI-Audio-Unterstützung inklusive Dolby TrueHD und DTS-HD
- Auto LipSync
Unterstützung von Deep Colour (30, 36 Bit)
Unterstützung von xvYCC
CEC mit Audio Return Channel
Compressed Audio Restorer für optimale Klangqualität von datenreduziertem Material
Digitale HDMI-Video-Konvertierung
High Bit De-Interlacer/Scaler ABT1030 für analoge und digitale Videoquellen bis zu 1.080p Auflösung via HDMI-Ausgang
Neue Dock Control-Schnittstelle zum Anschluss einer DENON Docking-Station der ASD-Familie für iPod und Netzwerk (mit ASD-51N/W)
Benutzerfreundliches Bildschirmmenü (OSD), auch über HDMI nutzbar
Sleep Timer HDMI-Pass Through im Standby mit sehr geringer Leistungsaufnahme
Besonders geringe Leistungsaufnahme im Standby (< 0.1 W) und im CEC-Standby (< 1 W)
Neu entwickelte Fernbedienung mit GLO-Keys
UVP: 499,- EUR (in Deutschland)
Gegenüber dem 1611 stechen vor allem der ABT1030 Chip und die zwei weiteren
Endstufen heraus, ob der Receiver sein höheres AV-Potenzial ausspielen kann,
lesen Sie im Praxisbericht.
Verarbeitung
Front-Display
Navigationskreuz vorne am Gerät
Drehregler für die Quellenauswahl
Drucktasten unter dem Display
Standby-Schalter und Headphone-Anschluss
Anschlüsse Front inkl. direkter iPod-Verbindung
Großer Standfuß
Innenleben 1911
Kühlkörper
Elkos
Fernbedienung
Video zur Verarbeitung
Hochwertige Verarbeitung am Denon 1911. Äußerlich betrachtet
könnte der weniger versierte User den Denon AVR durchaus in eine höhere
Preisklasse einordnen. Die verschiedenen Passungen sind perfekt abgestimmt,
scharfe Grate oder breite Spalte finden sich nirgendwo. Das Gerätedisplay ist
fein aufgelöst und auch aus Entfernung problemlos ablesbar. Unter dem Display
finden sich Tasten für verschiedene Funktionen mit gutem Druckpunkt, auch der
Lautstärkeregler gleitet nach nicht alllzuviel Kraftaufwand mit sauberer
Führung. Auch innen wirkt die Verarbeitung solide, ein großer passiver
Kühlkörper sorgt in Verbindung mit der Kamineffektnutzung für gute Kühlung.
Die Gerätefüße auf der Unterseite aus Plastik sind gut dimensioniert und
geben dem Denon AVR-1911 exzellenten Halt. Die Remote des AV-Receivers verfügt
über ein komplexes Layout, dafür können viele Funktionen direkt angewählt
werden. Die oft verwendeten Lautstärke-Tasten sind ansprechend groß, das
Navigationskreuz liegt mittig für direkten Zugriff. Sehr gut empfinden wir den
Druckpunkt der illuminierten Tasten der oberen zwei Drittel der Fernbedienung.
Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Anschlüsse
Übersicht Anschlüsse
Lautsprecher-Anschlüsse
HDMI In 4x
HDMI Out 1x
Component In 1x
FBAS In 2x
FBAS Out 1x
Stereo Cinch 3x (1x iPod-Dock)
Digital Coaxial Audio In 1x
Digital Optical Audio In 1x
Pre Out Subwoofer + SB/Front High
Anschlüsse vorne:
FBAS
Stereo Cinch
Setup Mic
Ähnlich dem 1611 ein sehr übersichtliches Anschlussangebot.
Mit 4 HDMI-Eingängen und 1x Komponente sollten aber ohnehin schon die
wichtigsten Videoquellen abgedeckt sein, 2x FBAS & 1x S-Video ist für
"alte Hasen" noch vorhanden, auch ein koaxialer und optischer
digitaler Audioeingang kann verwendet werden. Die Vorderseite ist mit einem
innovativen iPod-Anschluss verbunden, so erfolgt die Verbindung mit dem eigens
vorhandenen iPod-Kabel, es ist kein weiteres Dock o.ä. vonnöten. Die
Qualität der LS-Anschlüsse ist der Preisklasse angemessen, der Anschluss von
sowohl Bananensteckern als auch Kabeln mit etwas größerem Umfang ist kein
Problem. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - Hervorragend.
Menü,
Setup & Konfiguration
Audyssey
Startbildschirm des Audyssey Auto Setups
Der AVR 1911 kann sowohl manuell als auch mit dem automatischen
Einmesssystem Audyssey und dem beiliegenden Mikrofon auf die angeschlossenen
Lautsprecher und den Raum eingestellt werden. Startet man das automatische Setup
aus dem Menü heraus, wird der Anschluss des Mikrofons verlangt. Das Setup
erkennt auch falsch (Phase) oder gar überhaupt nicht angeschlossene
Lautsprecher sofort und weist mit einem exakten Hinweis am Display auf den
vorliegenden Fehler hin. Bei erfolgreichem Durchlauf der Konfiguration dauert
die Einmessung pro Hörposition knapp zwei Minuten, hinzu kommen etwa 45
Sekunden Berechnung. Ist der Vorgang abgeschlossen, können die erkannten
Ergebnisse eingesehen aber nicht nachjustiert werden. Dies kann aber nach
kompletten Abschluss des Auto Setups im Menü unter den manuellen Einstellung
getan werden, die Abstandsmessung gelang in 1cm-Steps aber ohnehin peinlich
genau. Eine kurze Speicherung der Daten und Dynamic Volume kann als letzter
Schritt direkt (de-)aktiviert werden und das Audyssey Auto Setup ist
komplettiert.
OSD
Hauptmenü
Informationsabfrage über AV-Eingangssignale
Manuelle Einstellungen der Lautsprecher, Video-Ausgabe
(Upscaling) und Audio-Processing
Genaue Parametereinstellung
Simple Zuweisung der Eingänge
Das Menü des AVR-1911 ist umfangreich, aber nicht überaus
komplex. Das sehr dürftige Schwarz/Weiß-Design trägt leider nicht gerade zur
Übersichtlichkeit und Durchschaubarkeit des Setups bei. Nach kurzer
Einarbeitungszeit wird sich jeder zurechtfinden und die gesuchte Funktion
finden, dennoch sind wir der Meinung dass eine etwas augenfreundlichere
Gestaltung des OSDs angebrächt gewesen wäre. Glücklicherweise sind einige
Features, wie beispielsweise Auswählen von DSPs, direkt mit der Fernbedienung
anwählbar. Trotzdem ist irgendein On-Screen-Display immer noch besser als gar
keine Anzeige am TV/Beamer. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse:
Ausgezeichnet.
Multimedia
iPod
Der Anschluss eines klassischen iPods könnte einfacher nicht
sein, über ein konventionelles Ladekabel verbinden wir unser 128 GB Gerät mit
dem USB-Anschluss der Frontseite des Denons. Am Display des iPods wird kurz das
im Bild oben ersichtliche Denon Logo angezeigt und letztendlich die
Hintergrundbeleuchtung abgeschalten. Sofort nach Anschluss können wir mit der
Fernbedienung des AVR-1911 die Dateien auf dem iPod ansteuern. Die vorhandene
Ordnerübersicht des iPods wird sowohl am Gerätedisplay als auch am TV
angezeigt, am Fernseher ist die Steuerung durch eine höhere Anzahl von Zeilen
natürlich etwas einfacher. Nach Auswahl des gewünschten Tracks spielt der
Denon die Musik ohne Verzögerung ab. Wer die Musikwiedergabe lieber über das
Display des iPods steuern möchte muss die "Search"-Taste der FB
mindestens zwei Sekunden gedrückt halten, der Denon wechselt dann auf
"Remote iPod" und schaltet das OSD ab. Für Videowiedergabe muss das
separat erhältliche Dock ASD-11R/51N/51W verwendet werden.
USB
Mit einem USB-Stick kann der Denon 1911 lediglich Audiodateien
wiedergeben, Video- und Fotowiedergabe vom Speichermedium unterstützt der AVR
nicht. Das Menü am AVR entspricht dem normalen Setup und ist sehr einfach
gehalten. Weiß auf schwarzem Hintergrund werden uns die vorhanden MP3-Titel
angezeigt. Andere Audioformate, abgesehen von WMA, werden nicht abgespielt,
zudem muss zwingend ein Medium im FAT32-Format verwendet werden, NTFS wird nicht
erkannt.
Fazit
Wir halten es für sinnvoll, auch in den kleineren Preisligen
zumindest rudimentäre Multimedia-Funktionen zu integrieren. Einer kurzen
Musikeinlage vom USB-Stick steht nichts im Weg. Besonders löblich ist die
Möglichkeit der iPod-Anbindung ohne teures, dediziertes Dock. Mit dem beim
iPod/iPhone mitgelieferten Kabel kann die Verbindung sofort und einfach
hergestellt werden. Selbstverständlich könnte die Format-Auswahl noch deutlich
größer sein oder eine Wiedergabe von Fotodateien den Praxiswert noch steigern,
die gebotenen Funktionen sind in diesem Preissegment aber nicht unbedingt
Standard. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Der AVR-1911 skaliert und deinterlaced analoge sowie digitale
Signale und gibt sie über HDMI aus, zuständig dafür ist ein ABT1030 HighBit -
Videoprocessing Chip.
Upconversion Filmmaterial Star Wars Episode III, Die
Rache der Sith, 576i -> 1080p
Im ersten Abschnitt der Star Wars DVD wird vom ABT-Chip eine
Vielzahl von Sternen am Display abgebildet, die Laufschrift läuft bis zur Mitte
des Bildschirms sehr ruhig und ohne Buchstabenzittern ab. Direkt in der Mitte
aber zittert der gesamte Ausdruck "Episode III" für etwa eine halbe
Sekunde, zunächst läuft das Bild ruhig weiter - ist der erste Schriftzug im
hinteren Bereich angekommen ist keine komplette Bildruhe mehr gegeben, der ganze
Text zittert mehrere Male für einen kurzen Moment an den Buchstabenrändern.
Wellenbildung ist aber nicht zu erkennen, auch verschlimmert sich das Zittern in
den hinteren Ebenen nicht weiter. Das Gelb bleibt über den gesamten Zeitraum
satt und gleitet auch nach hinten nicht in Weiß ab. Beim Schwenk auf den
Sternzerstörer setzt sich die schwankende Gesamtbildruhe leider fort, nach
gefühlten zwei Sekunden erst wird der Zerstörer komplett ruhig abgebildet,
Farbrauschen auf dem roten Streifen erkennen wir nicht. Mit den schnellen
Manövrierbewegungen der kleinen Raumjäger hat der Denon keine Probleme, glatt
und sauber wirken die Objektkanten beim Abknicken auf Coruscant. Die
Körperplastizität der Raumschiffe über der Planetenoberfläche wirkt hoch und
die verschiedenen Schiffe grenzen sich sehr gut ab, scharf und detailliert wird
gleichzeitig im linken Bereich ein kleines Stück der Kommandobrücke des eben
genannten Zerstörers angezeigt. Explosionen wirken gut durchzeichnet und sind
mit sauberen Farbverläufen versehen, etwas gleißender könnten die Feuerbälle
wirken, während des konfusen Kampfgeschehens fällt die etwas mäßige
Gesamtbildruhe kaum auf. In der Großaufnahme von Anakin und Obi Wan im Cockpit
ihrer Jäger zeigt der Denon scharfe Gesichtskonturen und saubere
Differenzierung verschiedener Haare.
Upconversion Videomaterial AVEC Professionel Test
DVD, 576i -> 1080p
Laufschriften in verschiedenen Geschwindigkeiten: Bezüglich
der Preisklassenkategorie liefert der 1911 eine solide Performance ab.
Ruhige, rauscharme Darstellung in erster und zweiter Geschwindigkeit,
partiell sind aber ab der zweiten Geschwindigkeit leichte Nachzieheffekte zu
erkennen, die beste Darstellung gelingt vor weißem Hintergrund. In der
dritten Geschwindigkeit ist auch etwas Ruckeln zu sehen. Die Farbtrennung
ist sehr gut, mit leichten Einschränkungen auf roten Hintergrund.
Schwingendes Pendel: Das gesamte Pendel gelingt bis zur
Spitze mit wenig Nachzieheffekten, die innenliegenden Balken sind aber ab
der Mitte nicht mehr perfekt differenzierbar.
Stadtbild Esslingen: Die Mauerlinie bleibt gut stabil und
zittert nicht, auf dem Dach des Turms sind - wie auf den Hausdächern
Esslingens während der Kamerafahrt - Skalierungsartefakte und leichtes
Zittern zu sehen. Die Rasen- und Pflastersteinstruktur ist ausgezeichnet
erkennbar und die Gründarstellung gefällt uns besonders gut.
Fazit
In Bezug auf das günstige Preissegment des AVR-1911 liefert der
integrierte Chip ausgezeichnete Ergebnisse. Mit gleichermaßen verteilten
Stärken bei Video- und Filmmaterial führen lediglich leichte Probleme bei der
Gesamtbildruhe zu etwas Kritik. Ein Processing von High-Definition Material
lässt sich mit dem 1911 nicht vornehmen, Durchschleifen von 1080p24-Material
sowie 3D ist aber kein Problem. Mit etwas höherem Verbrauch ist dies auch im
Standby-Betrieb möglich. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Geschmeidig und sanft wirken die ersten Klänge des
Violinkonzertes der Nordic Sound Scheibe. Fehlendes Volumen fällt aber auch
schon nach wenigen Sekunden auf und offenbart sich in einem etwas schwachen
Grundtonbereich. Das Zusammenspiel mit dem Subwoofer gelingt ausgezeichnet aber
nicht komplett nahtlos. Die nach Tonspur zurückhaltenden Ausläufer an die
Surround-Komponenten meistert der Denon aber exzellent. Der leicht warme
Einschlag, den wir schon beim AVR-1611 festgestellt haben setzt sich fort, in
den gegenwärtigen klassischen Sphären macht sich die Ausprägung gut, etwas
aggressiver müssten die Violinen im hohen Bereich aber erfasst und
wiedergegeben werden. Der gregorianische Choral fällt dem Denon etwas schwerer,
der kirchliche Nachhall gelingt zwar räumlich und sauber, die
Stimmcharakteristik der verschiedenen Chorsänger kennen wir aber ausgefeilter
und feiner durchhörbar. Auch die Trennung der leicht abweichenden Stimmfarben
ist nicht absolut. Harmonisch wirkt die Klangkulisse aber sehr gut, auch die
Loslösung gelingt der Preisklasse entsprechend ausgezeichnet.
The Dark Knight, Dolby TrueHD 5.1
An Kraftreserven scheint es dem AVR 1911 nicht zu mangeln, schon
der erste etwas langgezogene Donnerschlag gelingt sehr aussagekräftig.
Ebensowenig mangelt es an Feindynamik im LFE-Bereich, die Differenzierung beim
Ausschießen des Bürofensters mit dem Enterhaken ist zumindest im Ansatz
erkennbar. Die endgültige Präzision ist in dieser Preisklasse keinesfalls zu
erwarten. Als der Wagen mit den Clowns vorfährt und den echten Joker abholt
zeigt sich erneut eine gute Loslösung von den Komponenten und gute
Frontübergänge Center-Rechts. Die Stimmwiedergabe ist ok, die aufgrund der
Clownsmasken etwas abgedumpften Stimmen kommen aber nicht mit letzter
Ausprägung zur Geltung. Beim Einbruch in die Bank sind die Uzi-Schüsse in die
Decke klar, beim Aufbohren des Safes fehlt dennoch die letzte Konsequenz
bezüglich der Aggressivität. Beim Abfeuern der Pumpgun-Schüsse des
Bankangestellten spielt der Denon wieder kraftvoll auf und spielt den LFE sauber
an.
Harry Potter & The Order of the Phoenix, PCM 5.1 + Dolby
PLII Cinema
Bei unserem letzten Testsample präsentiert sich die
Stimmwiedergabe sehr gut. Die leicht hauchende Stimme des dunklen Lords wirkt
räumlich und von den Komponenten gelöst, auch die tiefe Stimme Dumbledores bei
Erreichen des Ministry of Magic empfinden wir als fast tadellos. Bei Beginn des
Duells zucken die Blitze durch den ganzen Raum, Front-Surround Übergänge
wirken exzellent und hüllen trotz dem schwächeren Grundtonbereich den Hörer
ein. Mithilfe des Subwoofers wird beim Heraufbeschwören des Feuerdrachens eine
sehr gut voluminierte Klangkulisse erzeugt, selbst bei Verwendung mit den Jamo
Surround-Backs scheinen die Kraftreserven des Denons noch nicht aufgebraucht.
Das zersplitternde Glas zeigt sich klar im Hochtonbereich und entfernt sich
sogar ein wenig von der angesprochenen Geschmeidigkeit.
iPod + Music Restorer
Der "kleine" 1911 agiert schnell und impulstreu, unser
Quadral Subwoofer profitiert von der hohen Geschwindigkeit und wird kraftvoll
vom Denon AVR befeuert. Die Frequenztrennung an den Subwoofer lässt keine
Zwischenräume offen und generiert ein sehr harmonisches Klangbild. Von
Feindifferenzierung und Auflösung möchten wir bei dem relationsweise
minderwertigem Material des iPods noch nicht sprechen. Der Hochtonbereich klingt
im "puren" Modus gedämpft und auch die Mitten kommen nicht sehr
prägnant zur Geltung. Hier möchte Denon mit ihrem "Sound Restorer"
entgegenwirken, in 3 verschiedenen Modi kann hier in das gelieferte Audiosignal
eingegriffen und verbessert werden. 64 - 96 - und HQ stehen zur Verfügung, dies
steht für die verschieden niedrigen Bitraten der encodierten MP3 oder
AAC-Dateien, da sich auf unserem iPod größtenteils 224kbps VBR-Dateien
befinden verwenden wir schon hier den Modus "HQ". Wir sind begeistert:
Denons Sound Restore - Algorithmus greift erfolgreich ins Geschehen ein und hebt
die Dynamik besonders im Hochtonbereich gekonnt an. Klarer und prägnanter
wirken die Hochton-Peaks, die dank der Bändchenhochtöner ohnehin eine gewisse
Samtigkeit besitzen. Die Stimmwiedergabe gelingt dank des Restorers auch mit
einem Tick mehr Charakteristik, das Gesamtgeschehen wirkt einfach schwungvoller
und dynamischer.
Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Konkurrenzvergleich
Pioneer VSX-920:
Zum mittlerweile fast identischen Marktpreis ist der VSX-920 ein harter
Konkurrent. Beide Geräte liefern ähnlich ausgezeichnete Ergebnisse in der
Klangwertung, der Pioneeer spielt einen Tick räumlicher, dafür scheinen die
Kraftreserven des Denon enorm hoch und besonders die Harmonie Front-Surround
sehr ausgeprägt. Multimedia-technisch nehmen sich beide nur wenig, Pioneer
bringt jedoch schon Internetradio mit. Das OSD des VSX-920 gefällt uns aber
deutlich besser, auch an die Qualität von MCACC kommt Audyssey nicht ganz
heran.
Onkyo TX-SR608: Für etwas über 400 Euro ist schon der 608 zu haben und bietet
ein immenses Preis/Leistungsverhältnis. Mit der Videosektion kann kaum ein
Receiver dieser Preisklasse mithalten, allerdings skaliert der Denon 1911 auch
Videosignale von HDMI auf 1080p hoch. Im Audiobereich liegt der Denon bei
Effektlastigen Filmen wohl einen schmalen Grat vor dem Onkyo, dieser schlägt
aber mit einer ausgeprägten Feindynamik zurück. Im Multimedia-Bereich muss der
Onkyo leider zurückstecken, der Denon bietet zudem ein besseres Audyssey
System.
Sony STR-DN1000: Mit guten klanglischen Eigenschaften warten beide Konkurrenten
auf. Der Schwachpunkt des Sony AVRs ist auf erstem
Blick die fehlende 1080p Upconversion, dank des ABT1030 Scaling-Chips ist der
Denon 1911 hier klar überlegen. Auch in puncto Verarbeitung liegt das solide
Gehäuse des Denons vor dem Sony. In den neueren Sony Receivern scheint sich das
DCAC Einmesssystem zwar verbessert haben, auf Augenhöhe mit Audyssey befindet
es sich aber noch nicht.
Fazit
Der preiswerte AVR 1911 von Denon begeistert uns durch eine sehr solide Verarbeitungsqualität und eine hochwertige
Bildbearbeitung. Der integrierte ABT1030 schafft - abgesehen von ein paar
Abstrichen bei der Gesamtbildruhe - eine ausgezeichnete Leistung bei Scaling und
Deinterlacing. Bewegungsschärfe und Detailreichtum empfinden wir bei unseren
Bildbeispielen als qualitative Stärke. Das Durchschleifen von 1080p24 und
3D-Material wird ohne Probleme bewerkstelligt und kann auch im Standby-Modus bei
frei wählbarem HDMI-Eingang mit einem etwas höherem Stromverbrauch sinnvoll
eingesetzt werden. Begeisterung bringt auch die exzellente
iPod-Einbindung hervor, nur mit einem Ladekabel bewaffnet lässt sich der iPod
oder das iPhone verbinden und kann sogar mit der Fernbedienung über das OSD am
TV gesteuert werden. Ein USB-Eingang sorgt für weitere Möglichkeiten im
Multimedia-Bereich, es werden aber nur Audioformate abgespielt. Mit einem
Netzwerkanschluss und damit Zugang zu Internetradios dient der AVR-1911 aber
noch nicht. Klanglich spielt der 499 Euro UVP kostende AV-Receiver in den oberen
Ligen seiner Preisklasse mit, besonders hervorzuheben die kraftvolle Präzision
im Bassbereich auch bei gehobenem Pegel. Trotz leichter Abstriche beim Volumen
gelingt die Klangkulisse enorm räumlich und bietet eine harmonische Ausprägung
in allen Bereichen. Das veraltet aussehende OSD des 1611 finden wir leider auch
in diesem Denon, zwar sollte jeder Anwender mit den nicht allzu komplexen Menüs
zurechtkommen, dennoch spricht nichts gegen eine ansprechendere Gestaltung.
Moderne Schaltzentrale mit HDMI 1.4, hervorragenden
Klangeigenschaften und solider Verarbeitung
AV-Receiver Einsteigerklasse
Test: 02.08.2010
+ Hohe Kraftreservern
+ Ausgezeichnete Räumlichkeit
+ Harmonische Klangkulisse
+ Simple und innovative iPod-Anschlussmöglichkeit
+ solide Verarbeitung
+ Durchschleifen im Standby-Modus
- wenig ansprechendes Design des OSDs
- dürftige Formatvielfalt im Multimedia-Bereich
Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02.08.2010