TEST: DLNA Media Server Buffalo LinkStation Mini SSD
05.10.2010 (cr/lm)
Einführung
Herkömmliche Festplatten sind zwar sehr preisgünstig geworden, besitzen
aber nach wie vor bewegliche Teile und sind somit nicht resistent gegen
Erschütterungen. Zudem könnte die Zugriffsgeschwindigkeit noch höher liegen,
des Weiteren ist die Geräuschemission ziemlich hoch und die Wärmeentwicklung
spürbar. All diese Nachteile sind mit sogenannten Solid State Drives (SSD)
nicht mehr vorhanden, denn hier handelt es sich um Flash-Speicher, wie es
beispielsweise auch die in Digitalkameras und Camcordern gebräuchlichen SD (Secure
Digital) Karten oder USB-Sticks sind (Systemunterschiede gibt es, diese aber
liegen eher im Detail). Bislang kommen SSD-Speicher hauptsächlich für 2
Anwendungsgebiete zum Einsatz: Aufgrund des Geschwindigkeitsvorsprungs greifen
sehr hochwertige, teure Desktop/Notebook PCs auf ein extra Solid State Drive
zurück, auf diesem wird das Betriebssystem abgelegt, was zu einem
blitzschnellen Booten und zu hoher Geschwindigkeit bei allen
Betriebssystem-Operationen führt. Als Datenspeicher wird bei diesem Prinzip
eine normale HDD eingesetzt. Zweites Einsatzgebiet sind hochklassige kompakte
Notebooks - hier kommt eine SSD als Hauptspeicher zum Einsatz. Vorteil -
während herkömmliche HDDs durch eine spezielle Protektion abgesichert werden
müssen, damit keine Probleme z.B. bei heftigen Bewegungen (man läuft mit dem
Notebook herum, während es in Betrieb ist) auftreten, ist eine SSD-Konstruktion
immun gegen derartige externe Einflüsse. Durch den geringeren Stromverbrauch
einer SSD-Lösung kann zudem die Akkulaufleistung erhöht werden. Und - die
Wärmeentwicklung ist geringer, die Betriebsbereitschaft aufgrund des schnellen
Bootens und des schnellen Zugriffs auf die Programme und Applikationen höher.
Buffalo hat einen weiteren, eigentlich naheliegenden "Job" für SSDs
gefunden - die mit 2 x 120 GB SSD Speichern ausgestattete LinkStation Mini SSD
ist mit einer UVP von 899 EUR (Marktpreis um die 820 EUR) zwar enorm
kostspielig, dafür aber ist das außergewöhnlich kompakte (B x H x T 40 x 82 x
135 mm) und leichte (0,5 kg) Gerät auch sehr leise (2,3 dB) und weist einen
sehr geringen Stromverbrauch (ca. ein Viertel von einer normalen HDD) plus
niedrige Betriebswärme auf. Die Modi Raid 0 und Raid 1 werden unterstützt,
zudem kann man den kompakten Netzwerkspeicher als Datei- und als Medienserver
nutzen, letzteres wird nach außen hin auch durch die DLNA Zertifizierung
dokumentiert. Zudem kann man mittels angeschlossenem USB-Gerät schnell Daten
per USB auf die LInkStation kopieren, allerdings entspricht der USB-Eingang nur
dem Standard 2.0 und supportet nicht, wie manche anderen aktuellen
Buffalo-Produkte, den bis zu 10 x schnelleren USB 3.0 Standard. Wir haben
überprüft, zu welcher Performance der ultrakompakte Netzwerk-Experte fähig
ist.
Anschlüsse - Netzteil, Netzwerk (RJ45) und USB 2.0
Der kleine SSD Netzwerkserver besitzt ein Kunststoffgehäuse mit
guter Oberflächenqualität und kleinen Spaltmaßen. Ein kleines "LinkStation"
Logo leuchtet blau während des Betriebes.
Features in der Übersicht
LAN-Schnittstelle
Normkonformität Standards: IEEE802.3ab, IEEE802.3u, IEEE802.3
Übertragungsgeschwindigkeit 10/100/1000Mbit/s
Verbindungstyp RJ-45
Anzahl der Anschlüsse 1 (Auto MDIX)
USB-Schnittstelle
Normkonformität USB 2.0
Verbindungstyp USB-Typ A
Anzahl der Anschlüsse 1
Datenübertragungsgeschwindigkeit
Max. 480Mbit/s
Interne Festplatten
Anzahl der Laufwerke 2
Laufwerksschnittstelle SATA
Festplattenkapazitäten 2x120GB
Unterstützter Betriebsmodus
RAID 0, 1 und Standard
Sonstiges
Unterstützte Betriebssysteme Windows 2000/XP/Vista, Windows Server 2008/2003, MAC OS 10.3 oder
höher
Abmessungen 82mm x 40mm x 135mm
Gewicht 0.5Kg
Stromverbrauch 10W
Betriebsumgebung 5-35OC, 10-80% (nicht kondensierend)
Stromversorgung Extern, 100–240V AC, 50/60Hz
SSD und die Haltbarkeit
Ein "Solid State Drive" ist ein Halbleiterlaufwerk,
welches anstatt des herkömmlichen magnetischen Prinzips nur auf
Halbleiterbausteine setzt. Daher ist es mechanisch robust, leise, schnell und
braucht wenig Strom. Des Weiteren ist die Temperaturverträglichkeit eines
SSD-Speichers deutlich größer: ca. 0-70 Grad gegenüber 5-55 Grad bei normalen Platten. Oft
ist zu lesen: Jede Flashzelle macht nur max. 100.000 Schreibzyklen mit -
gegenüber 10 Mrd. bei einer normalen Platte klingt das nicht so überzeugend.
Wären lediglich diese 100.000 Schreibzyklen möglich, würde eine SSD kaum länger als 10 Jahre
funktionieren, normalen Gebrauch vorausgesetzt. Allerdings - genau wie z.B. ein
aktuelles Panasonic NeoPDP Plasma-Panel von Panasonic eine garantierte
Lebensdauer von 100.000 Betriebsstunden bescheinigt bekommt - heißt dies in der
Praxis nicht, dass eine SSD nach spätestens 100.000 Schreibzyklen am Ende ist
bzw. dass das Plasma nach 1000.000 Stunden komplett ausfällt und kein Bild mehr
produziert. Aktuelle SSD Platten nutzen "Single Level Cell" (SLC)
Speicher, der eine garantierte Lebenserwartung von 100.000 Schreibzyklen
mitbringt. Allerdings muss man hinzufügen, dass aller Wahrscheinlichkeit nach
eine SSD im Gesamten mehr als 100.000 Schreibzyklen mitmachen dürfte, denn es
gibt clevere Systeme (Wear Levelling) onboard, die für eine gleichmäßige
Verteilung der Schreibzugriffe auf die einzelnen Speicherzellen zuständig sind
- in weniger aufwändiger Form gibt es eine solche Kontrolle auch bei ebenfalls
Flash-basierten USB-Sticks, hier aber werden bereits beschriebene Blöcke nicht
in die Untersuchungen zwecks gleichmäßiger Verteilung mit einbezogen (Dynamic
Wear Levelling bei USB-Sticks, erhöht die mögliche Anzahl an Schreibzyklen um
den Faktor 25 gegenüber fehlendem Wear Levelling), während bei einer
SSD-Platte auch bereits beschriebene Blöcke mit einbezogen werden (Static Wear
Levelling - erhöht die die Anzahl der Schreibzyklen um den Faktor 100
gegenüber fehlendem Wear Levelling). Des Weiteren sind bei SSDs stets freie
Blöcke mit am Start, die im Ernstfall ausgefallen Blöcke ersetzen können.
Diese zusätzlichen Blöcke werden in die normale Routine nicht mit einbezogen
und kommen erst beim Ausfall regulärer Blöcke zum Einsatz.
Inbetriebnahme
Die Installation des Buffalo Servers ist im großen und ganzen nach Anschluss
der Stromzufuhr und der Integration ins Heimnetzwerk so gut wie abgeschlossen.
Bei einer Durchsuchung des Netzwerks mit dem Windows Explorer wird die
LinkStation bereits aufgefunden und man kann auf die beiden default-Ordner
"info" und "share" zugreifen. Auch Lese- und Schreibzugriff
ist bereits möglich. Wer lieber mit einer dedizierten Buffalo-Software auf den
Server zugreifen möchte, installiert den "NasNavigator", den wir bei
diversen anderen Buffalo-Hardwaretests wie z.b. der LinkStation
Duo beschrieben haben. Weitere Einstellungen werden dann mit dem Browser
vorgenommen. Die IP-Adresse wird in die Adresszeile des Browsers eingegeben und
mithilfe der grafischen Buffalo-Benutzeroberfläche werden die spezifischeren
Konfigurationseinstellungen justiert.
Browser
Mittels des Browsers und der leicht verständlichen sowie gut
ins Deutsche übersetzten Benutzeroberfläche ist es möglich, sich schnell
einen Überblick über alle relevanten Einstellungen zu verschaffen.
Grundlegende Einstellungen - hier kann man Hostnamen und
Beschreibung festlegen, Datum sowie Uhrzeit einstellen und die NTP (Das Network Time Protocol (NTP) ist ein
zur Synchronisierung von Uhren in Computersystemen über paketbasierte
Kommunikationsnetze festgelegter Standard) Einstellungen treffen.
Netzwerk - Eigenschaften der IP-Adresse
Ordnerfreigabe
Umfangreiches Menü zur Festlegung automatisierter Backups. Mit
der integrierten Sicherungsfunktion (NAS Backup) kann man Daten auf eine andere Linkstation
syncen. Die Einrichtung jeder Funktion ist für Endandwender sehr einfach gehalten (manuell, täglich, monatlich jeweils mit Zeit- und Ordnerangabe) und kann auch mehrere Jobs umfassen.
Systemstatus
Betriebserfahrungen
Die Linkstation SSD benötigt ca. 25 Sekunden , um Betriebsbereitschaft zu erlangen (stetiges blaues Aufleuchten des Logos auf der Front).
Die Geräuschemission ist erwartungsgemäß nahe Null, keine hörbaren Festplattengeräusche (selbst bei intensivem Zugriff)
und keine zusätzlichen Gehäuselüfter sorgen für Unmut. Der Datentransfer per 802.11g WLAN auf die Linkstation erfolgt mit ca. 2,5MB und ist somit genauso schnell/langsam, wie bei der normalen Linkstation mit konventionellen Festplatten,
transferiert man Daten per 1 Gbit LAN, dann kann sich die LinkStation Mini SSD
als etwas schneller gut in Szene setzen.
Beim WLAN Zugriff per Playstation3 wurde die LS SSD problemlos erkannt wichtig: Medienserverfunktion im Browser-Menü aktivieren).
Bei kleineren Ordnerinhalten ist kein Speed-Unterschied zu einer mit normalen
HDDs ausgestatteten Buffalo LinkStation Quad erkennbar, allerdings konnten wir in unseren 1 GB großen Foto-Ordner fast doppelt so schnell navigieren/blättern etc. – als bei einem anderem Server mit konventionellen Festplatten,
bei großen Ordnern spielt der SSD-Speicher seinen Geschwindigkeitsvorsprung
also aus.
Auch das Spulen und Kapitelspringen in großen Filmdateien geht minimal schneller vonstatten (Unterschied bei Foto-Ordnern
mit mehreren MB großen Bildern ist jedoch auffälliger). Das Aufbauen der Mediendatenbank nach Anklicken der Initialisierungsfunktion im Browser erfolgte sehr flott. Extrem
schnell war der Zugriff mittels LAN, auch lange Filmdateien stehen blitzschnell
bereit, die Zusammenarbeit mit einem Toshiba Edge LED-LCD 55WL743
und einem Samsung BD-C6800 funktionierte hervorragend. Nutzt man die
LinkStation Mini als Dateiserver, so beeindruckt die (mit LAN getestete) enorme
Übertragungsgeschwindigkeit, ganz gleich, ob von PCs und Servern - der
Übertragungsprozess geht auch bei größeren Datenmengen sehr schnell
vonstatten. Nicht ganz zustimmen können wir der These einer deutlich geringeren
Wärmeentwicklung - unsere LinkStation Mini SSD wurde durchaus warm, wenn auch
nicht heiß.
Dateien kopieren - Geschwindigkeit:
Dateimenge: 3,34 GB
Kopie HDD auf SSD 8,30 Minuten
Kopie SSD auf HDD: 14,40 Minuten
Hier zeigt sich, dass die Lesegeschwindigkeit der LinkStation
enorm flink ist, im Gegenzug ist auch die Schreibgeschwindigkeit hoch -
bremsender Faktor ist klar die HDD.
Problemlose Zusammenarbeit mit der Sony Playstation 3
Zusammenarbeit mit dem Samsung BD-C6800
Videos werden dank des SSD-Speichers schnell geladen und
wiedergegeben
Fazit
Die LinkStation Mini SSD ist eine zwar recht kostspielige, aber
enorm nützliche Ergänzung für das Heim- oder Small Office-Netzwerk. Sehr
kompakt, leise und zuverlässig, erfüllt er auch anspruchsvolle Aufgaben
problemlos und kann als Datei- und Medienserver verwendet werden. Besonders als
Medienserver macht die LinkStation richtig Spaß, werden doch auch große
Dateien schnell geladen und fürs Streaming bereitgestellt. Der kleine
SSD-Server ist in wenigen Minuten konfiguriert und betriebsbereit, aufgrund
seiner Abmessungen findet er beinahe überall Platz. Schnell lassen sich zudem
Backups programmieren, mittels "Time Machine" kann z.B. ein Mac-Rechner in einen
früheren Betriebszustand zurückversetzt werden. Bilanzierend ein erstklassiges
Gerät für den Netzwerk-Anwender, der fortschrittliche Technologie mit hohem
Nutzwert in seinem Netzwerk einsetzen möchte.
Hochwertiger, ultrakompakter Server mit moderner
SSD-Speichertechnologie
Home/Small Office Server obere Mittelklasse
Test 05. Oktober 2010
Test: Carsten Rampacher, Lars Mette
Datum: 05. Oktober 2010