TEST: Buffalo AirStation Nfiniti - Flexibler WLAN-Router mit 802.11n
und 5 Ethernet-Ports
26. Oktober 2010 (Frank Querfurth)

Einführung
Seit September 2009 ist der neue Standard für drahtlose Netzwerkverbindungen mit der Bezeichnung 802.11n endgültig veröffentlicht. Ein wesentliches Merkmal des neuen 11n-Standards im Vergleich zu
den älteren 802.11b/g-Standards ist die Geschwindigkeit der Datenrate (in Mbit/s oder in Mbps angegeben). Verfügt der bislang schnellste 11g-Standard über eine maximale Datenrate von 54 Mbps, stellt der 11n-Standard maximal
600 Mbps zur Verfügung. Die Buffalo AirStation verspricht eine maximale Datenrate von 300 Mbps. Sie ist mit zwei Funkantennen ausgestattet, die einzeln betrachtet eine Datenrate von 150 Mbps erreichen können. Der im 11n-Standard neu enthaltenden MIMO (Mulitple Input Mulitiple Output)-Übertragungstechnik geschuldet, kann die maximale Datenrate der AirStation erreicht werden, wenn das Endgerät (Notebook, etc.) einen 11n-Standard-kompatiblen WLAN-Adapter mit zwei Funkantennen besitzt. Kurz gesagt benötigt ein Router mit zwei Antennen einen WLAN-Adapter mit ebenfalls zwei Antennen um die volle Geschwindigkeit (300 Mbps) nutzen zu können.
Für alle die von der neuen Technologie profitieren wollen, ohne sich allzu große Gedanken über die Technik machen zu müssen, könnte die Buffalo AirStation eine intelligente Lösung sein. Denn sie verspricht sich leicht und schnell ins eigene Heimnetz zu integrieren, rüstet dieses - falls noch nicht vorhanden - um ein Funknetz auf und genügt dem neuesten Stand der Technik. Zumal muss dafür nicht tief in die Tasche gegriffen
werden, die Buffalo AirStation gibt es beim Händler für runde 50 EUR. Ob sie das auch
Wert ist, wollen wir im folgenden Test genauer unter die Lupe nehmen. Dabei soll dem interessierten Leser auch einen kleiner Einblick in die Anwendung und Konfiguration der neuen Technologie gewährt werden.
Verarbeitung

Platzsparendes, schmales Gehäuse

Gehäuse im Klavierlack-Look

Rückseite mit variablen Montagemöglichkeiten

Rückseitiger Antennenanschluss

Kleine Gummi-Haftnoppen
Die AirStation ist klein, leicht und handlich. Sie wahlweise
liegend oder aufrecht stehend aufgestellt werden. Außerdem ist sie sehr schmal,
womit sie leicht in jedes Wohnzimmer oder Büro integriert werden kann. Der
mitgelieferte Standfuß scheint mit seinen kleinen Kunststoffteilen nicht sehr
robust zu sein. Das Gehäuse ist ebenfalls aus Kunststoff, der auf der
Vorderseite klavierlack-ähnlich beschaffen ist. Die AirStation wirkt aufgrund
ihrer Größe und modernen Form edel und simpel zugleich. Die Verarbeitung ist
in Hinsicht der Preisklasse ausgezeichnet.
Besonderheiten
Die AirStation lässt sich als Router oder wahlweise auch als Brücke
(AccessPoint) betreiben. Im Routerbetrieb stellt die AirStation den per
LAN-Kabel angeschlossenen Internetzugang allen Netzwerkteilnehmern zur Verfügung.
Betreibt man die AirStation als Brücke, kann der für's Internet gedachte
Steckplatz zusätzlich als LAN-Stecker genutzt werden. Damit stehen im
AccessPoint-Modus insgesamt 5 LAN-Steckplätze zur Verfügung. Der
AccessPoint-Modus eignet sich um kabelgebundene und kabellose Geräte
miteinander zu verbinden. Der WLAN-Adapter, wie er in unserem Test verwendet
wird, besitzt nicht zwei Antennen, sondern eine Antenne und erreicht damit eine Datenrate
von 150 Mbps. Diese Variante kommt in der Praxis sehr häufig vor und wird auch
als „Schmalspur-11n-WLAN" bezeichnet.

Schalter für Betriebsmodus

AOSS - Taste
Außerdem ist die AirStation noch mit einer AOSS-Taste
ausgestattet. Sie erlaubt die einfache Verbindung zu kompatiblen Geräten mit
WLAN-Adapter. Von Nachteil ist, dass die AOSS-Funktion ein von Buffalo
iniziiertes Sicherheitssystem ist und auch nur von entsprechend ausgerüsteten
Buffalo-Geräten benutzt werden kann. Laut Buffalo werden so Sicherheitsangaben
überflüssig und die Verbindung der WLAN-Geräte zur AirStation geschieht per
einfachem Knopfdruck.
Infos zu (W)LAN
Bei einer Router-internen (Ethernet) LAN-Geschwindigkeit von 100 Mbps der
AirStation stellt sich die Frage inwieweit eine Geschwindigkeit von max. 300
Mbps sinnvoll ist? Betreibt man ein internes WLAN, dass mit keinen
kabelgebundenen Komponenten kooperiert, steht theoretisch die volle
WLAN-Datenrate zur Verfügung. Beim Internetzugang oder Zugriff auf per Kabel
angeschlossenene Endgeräte (z.B. Media-Server) sieht es anders aus. Die per
Kabel angeschlossenen Teilnehmer können theoretisch die maximale Datenrate des
Heim-Netzwerkes verringern. Ist diese Verringerung der Geschwindigkeit nur
theoretisch oder auch praktisch vorhanden?:
Virtuelle Daten benötigen für ihre Übertragung Informationen, z.B. für
welchen Empfänger sie bestimmt sind, genauso wie reale Päckchen bei der Post.
Diese Beschriftungen und die (WLAN-bedingten,) notwendigen Fehlerkorrekturen
bilden den sogenannten „Overhead". Der "Overhead" umrahmt die
zu sendenden Daten und vergrößert diese (- die Nettodatenrate nimmt durch
diese Vergrößerung ab). Die von den Herstellern angegebene max.
Geschwindigkeit bezeichnet die Datenrate inklusive der eben genannten
„Overheads", also die Brutto-Datenrate. Zieht man die Übertragung des
„Overheads" ab, erhält man die Netto-Datenrate. Im Kabelnetzwerk nimmt
der „Overhead" weniger als 10 % vom Brutto ein. Bei frei funkenden
Netzwerken, WLANs, belegen diese Anhängsel ca. 40 % der Brutto-Datenrate. Mit
welcher Datenrate kann also gerechnet werden, wenn die Buffalo AirStation als
Router betrieben wird, also eine Internetverbindung oder Media-Server
angeschlossen (kabelgebunden) ist und ein Notebook mit WLAN-Adapter (kabellos)
darauf zugreifen möchte?
Das WLAN läuft z.b. im „Schmalspurmodus" und hat damit eine max.
Brutto-Datenrate von 150 Mbps. Dies ergibt abzüglich der 40% eine
Netto-Datenrate von 90 Mbps. Die Internetverbindung findet kabelgebunden statt
und hat eine Brutto-Datenrate von 100 Mbps, also eine Netto-Datenrate von
ebenfalls 90 Mbps. Somit sollte das interne Netzwerk (Ethernet) der Buffalo
AirStation selbst bei 100% Signalstärke für diese Variante vollkommen
ausreichen und es sollte zu keiner unschönen Verkleinerung der Datenrate
kommen.
Bei einer vollen Nutzung des 300 Mbps schnellen WLANs der AirStation (zwei
Antennen an der Station und zwei Antennen am WLAN-Adapter ) kommt es zu einer
theoretischen Verringerung der Netto-Datenrate um 50%. In der Praxis werden
allerdings keine 100% Verbindungsqualität erreicht. Viele Einflüsse
verringern die Netto-Datenrate des WLANs (Entfernung, Fremdnetze,
Funkhindernisse), so dass in diesem Fall eine WLAN Datenrate von 90 Mbit/s
durchaus realistisch ist (z.B. bei 50% Verbindungsqualität). Die Folge ist,
dass die Limitierung der Geschwindigkeit durch das LAN-Netzwerk eventuell gar
nicht mehr zu oder nur im kleinen nicht wesentlichen Umfang zutreffend ist.
Vielleicht sparen sich deshalb viele Hersteller die Kosten und rüsten ihre Geräte
nicht mit teureren internen 1000 Mbit/s - Netzwerken aus. Wer aber besonderes
Interesse an der Funktechnologie hat und das gesamte Potenzial optimal nutzen möchte,
dem empfiehlt sich erstens mit den möglichen Störeinflüssen zu beschäftigen.
Können diese beseitigt werden, macht die Überlegung,
einen Router/AccesPoint mit einer internen (Ethernet) 1000 Mbit/s
LAN-Geschwindigkeit anzuschaffen vielleicht mehr Sinn. Dabei sollte aber bedacht
werden, dass diese Datenrate auch tatsächlich ihren Nutzen findet. Eine
entsprechend schnelle Hardware ist von Nöten und treibt unter Umständen die
Investitionskosten in die Höhe.
Konfiguration & Setup
Mittels Setup-CD lässt sich die AirStation einfach und schnell installieren
- Schritt für Schritt wird selbst ein Anfänger sicher durch die Installation
geleitet.

CD-Installationsassistent
Je nach Wunsch entscheidet sich der Nutzer für den Router- oder
AccessPoint-Betrieb der Airstation. Im weiteren Verlauf der Installation sind
keine weiteren Weichen mehr zu stellen. Es müssen lediglich die einzelnen
Punkte abgearbeitet werden. Diese sind in Bild und Schrift sehr
benutzerfreundlich dargestellt. (Im Routermodus übernimmt die AirStation den
Datenaustausch mit einem externen Netzwerk, wie dem Internet. Im
AccessPoint-Modus verbindet sie lediglich alle angeschlossenen und per WLAN
eingeloggten Geräte.) Auf der CD befindet sich ein Handbuch, das zu allen
Themen Informationen bietet, die vielleicht etwas weitreichender sein könnten.
Unter "Client Setup" kann optional ein kleines Programm installiert
werden, dass die WLAN-Verbindungen am PC kontrollliert, es beinhaltet alle
wichtigen Einstellmöglichkeiten, gibt die notwendigen Informationen über die
Netze aus und lässt sich sehr einfach bedienen. Die WDS-Einrichtung ermöglicht
es, die AirStation gemeinsam mit anderen WDS-fähigen Routern oder AccessPoints
zu betreiben. Durch diese Technik kann ein großer Raum mit einem Funknetz
erreicht werden. Für Heimnetze reicht in der Regel eine Station aus. Allerdings
kann es von Nutzen sein, wenn z.B. mehrere Stockwerke mit der selben Leistung
versorgt werden sollen.
Um zu Testen welche Datenrate von Buffalo geboten wird, betreiben wir die
AirStation als Brücke (AccessPoint) zwischen einem Server, der per LAN-Kabel
angeschlossen wird und einem Notebook mit WLAN-Adapter. Der WLAN-Adapter besitzt
eine Antenne, somit ist schon mal klar, dass nicht mehr als eine 150 Mbps
Brutto-Datenrate zu erwarten ist. Aber bevor diese Brutto-Geschwindigkeit
theoretisch erreicht werden kann, bremst uns das 100 Mbps Ethernet mit einer
Netto-Datenrate von 90 Mbps. Wir legen also die CD ein und wählen AccessPoint
aus, die zunächst noch per LAN-Kabel angeschlossene AirStation wird automatisch
Konfiguriert. Anschließend trennen wir die Kabelverbindung und installieren
noch den Buffalo-Client auf dem Notebook. Im Client wählen wir unseren
11n-USB-Adapter und suchen nach unserer AirStation. Die lässt nicht lange auf
sich warten und verlangt noch einen Verschlüsselungscode (zu finden auf der Rückseite
der AirStation). Die Verbindung zwischen AirStation als AccessPoint und
WLAN-Adapter als Client besteht und liefert folgendes Ergebnis:
Bei 100% Signalstärke (geringe Entfernung) wird eine theoretische Übertragungsrate
laut Client-Angabe von 65 Mbps angezeigt. Für die Übertragung einer 350
MB-Datei benötigen wir 120s, was einer Downloadrate von ca. 23 Mbps entspricht.
Hier muss mehr drin sein, schließlich handelt es sich um ein reines
11n-WLAN. Der CD-Assistent hat zwar tadellos eine Verbindung hergestellt, aber
leider keine Optimale. Ergo konfigurieren wir den AccessPoint manuell. Dies
funktioniert über einen Browser. In der Adressleiste des Browser muss die
Adresse des AccessPoint eingegeben werden. Diese ist „192.168.11.100"
(oder "192.168.11.1", falls die AirStation als Router betrieben wird -
etwas umständlich geregelt ). Nun werden wir nach einem Benutzernamen und
Passwort gefragt, der Benutzername ist „root" und das Passwort wird nicht
benötigt. Ein sehr einfacher Zugang - die Daten waren auf dem
Installationzettel und im Handbuch leicht zu finden. Nun befinden wir uns im
Konfigurationmenü der AirStation.
Um eine höhere Datenrate zu erreichen, wählen wir für die Übertragung der
Signale die doppelte Bandbreite aus, Standard ist 20MHz, wir wählen die 40Mhz
Bandbreite.

Bandbreiteneinstellung in der Webkonfiguration
Das Ergebnis ist eine, laut Client-Angabe, 150 Mbps schnelle
Verbindung. Beim Downloaden der 350 MB-Datei benötigen wir grade mal 80s, was
einer Netto-Datenrate von ca. 35 Mbps entspricht.
Fazit
Wer sich auf eine 300 Mbps Datenrate zu Hause oder im Büro
freut, könnte von der Leistung der AirStation enttäuscht sein. Die smarte Box
ist kein Wunderkasten - dennoch ist sie eine ausgezeichnete Lösung für
schnellen kabellosen Datenverkehr zum fairen Preis. Eine Datenrate von 150
Mbit/s (Mbps) ist trotz des Schmalspurcharakters dennoch eine wesentliche
Geschwindigkeitssteigerung (Faktor 3) gegenüber Geräten mit älteren
Standards. Es ist also ratsam, beim Kauf einer WLAN-Station auf den 11n-Standard
zu achten. Zudem ist damit zu rechnen dass immer mehr Hersteller ihre Produkte
mit WLAN-Adaptern der 11n-Generation ausstatten. Wie wir im Test sehen konnten,
lohnt sich der ein oder andere Blick hinter die Kulissen um ein Plus an Leistung
zu gewinnen. Somit steht beispielsweise einer HD Übertragung von 24 Mbps mit
der benutzerfreundlichen AirStation nichts im Wege und man ist netzwerktechnisch
auf dem neuesten Stand. Zwar könnte man die Technologie noch weiter ausreizen,
wie es weitere Router von Buffalo in höheren Preisklassen ermöglichen. Für
den geforderten Preis ist die gebotene Leistung aber ausgezeichnet.
Buffalo AirStation Nfiniti - WLAN-Station für schnellen
Datenverkehr zum fairen Preis

Netzwerk/-PC-Peripherie
Test: 26. Oktober 2010
+ Einfache Installation
+ Kaum Wärmeentwicklung
+ Verbindung zu anderen WLAN-Stationen möglich (WDS)
+ hohe Datenrate
+ Firmware-Update möglich (über Web-Konfiguration)
- Kein Funken im 5 GHz Bereich möglich (Dualband), ein weiterer Vorteil des 11n-Standards
- Keine Unterstutzüng für VoIP
- Standfuß nicht sehr robust
Technische Daten
-
WLAN-Schnittstelle:
Erfüllte Normen: IEEE802.11b / IEEE802.11g / IEEE802.11n
Übertragungsmethode: Direct Sequence Spread Spectrum (DSSS), OFDM, MIMO
Frequenzbereich: 2.412 - 2.462 MHz (Kanäle 1 - 11)
Zugriffsmodus: Infrastruktur-Modus
Sicherheit: AOSS, WPA2-PSK (TKIP/AES), WPA/WPA2-Mixed PSK, WPA-PSK (TKIP/AES), 128/64 Bit WEP, Mac-Adressfilter
-
Kabelgebundene LAN-Schnittstelle:
Erfüllte Normen: IEEE802.3u (100BASE-TX), IEEE802.3 (10BASE-T)
Übertragungsrate: 10/100 MB/s
Übertragungscodierung: 100BASE-TX 4B5B/MLT-3, 10BASE-T Manchester-Code
Zugriffsmethode: CSMA/CD
Geschwindigkeits- und Flusssteuerung: 10/100, Automatische Abtastung, Auto MDIX
Anzahl der LAN-Anschlüsse: 4 bzw. 5 im Access Point -Modus
LAN-Portanschluss: RJ-45
-
Weitere Angaben:
Stromversorgung: Externes Netzteil, 100 - 240 V Universal, 50/60 Hz
Leistungsaufnahme: Ca. 5,7 W (Max.)
Abmessungen: 142 mm x 124 mm x 25 mm
Gewicht: 230 g, ohne Standfuß
Betriebsumgebung: 0 - 40 °C (32 - 104 °F), 20 - 80 % (nicht kondensierend)
Text: Frank Querfurth
26. Oktober 2010
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|