SPECIAL: Alt gegen neu - Performance aktueller und älterer AV-Receiver/AV-Verstärker im Vergleich

14. Januar 2010 (cr)

Einführung

Viele Heimkino- und Mehrkanal-Liebhaber stellen sich oft die Frage, ob sich ein Upgrade ihrem aktuell eingesetzten AV-Verstärker oder -Receiver auf ein moderneres Modell lohnt. Diese Frage lässt sich aber nicht pauschal beantworten, sondern meist eher individuell. Wir versuchen in diesem Special, verschiedene Gerätegenerationen miteinander zu vergleichen, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern. 

AV-Receiver günstigerer Preisklassen zwischen 300 und 700 EUR

Trendsetter des Jahres 2007 - der Onkyo TX-SR605 war der erste AVR in Deutschland mit Decodern für die HD-Tonformate. Als er erschien, gab es noch nicht einmal passende Zuspieler

2009 auf den Markt gekommen, präsentiert sich der Yamaha RX-V765 als zeitgemäßes Einsteigergerät 

Das Pioneer-Duo  VSX-919/1019 beeindruckt Ein-  und Aufsteiger

In günstigeren Preisklassen lohnt es sich nur selten, ein Upgrade im nahezu identischen preislichen Rahmen durchzuführen. Hier ist der einzig richtige Weg, beim Upgrade gleich ein Modell einer höheren Performance-Klasse anzuschaffen. Wer sich zum Beispiel 2007 einen Onkyo TX-SR605 gekauft hat, dringt mit dem Erwerb des 2009er Modells Onkyo TX-SR607 nicht in höhere Leistungssphären vor. Natürlich - einige Ausstattungsmerkmale bietet der TX-SR607 mehr, aber insgesamt bleibt er ein Einsteiger AV-Receiver und damit ein typisches Gerät für Erstkäufer oder aber für Anwender, die ihren nicht mit Decodern für die neuen HD-Tonformate ausgestatteten, konventionellen AVR ohne HDMI-Anschlüsse ersetzen wollen. Auch diejenigen Mehrkanalhörer, die bislang ein 5.1 Komplettsystem nutzten und nun auf qualitativ bessere Einzelkomponenten umsteigen, stellen Geräte vom Schlage eines TX-SR607, eines Yamaha RX-V765, eines Denon AVR-1910 oder eines Pioneer VSX-919 eine wahre Offenbarung dar. Also: Für Nutzer, die schon ein preisgünstiges AVR-Modell mit HD-Decodern und HDMI-Verbindungsmöglichkeiten ihr Eigen nennen, lohnt es sich viel mehr, den bisherigen AVR weiter zu betreiben und Geld für einen größeren AV-Receiver zu sparen, mit dessen Anschaffung dann ein wirklich spürbarer Sprung in allen Dimensionen gelingt. 

AV-Receiver höherer Preisklassen mit Upgrade-Tipps

Onkyo

Immer noch ein sehr guter AV-Receiver: Der Onkyo TX-NR905 

Fernbedienung der großen Onkyo AV-Receiver bis zur 2008er Generation

Fernbedienung der 2009er Modelle

Menü 2009

Verschiedene Geräte gerade höherer Preisklassen, die schon eine geraume Zeit am Markt sind, können auch heute noch bedenkenlos eingesetzt werden. Ein gutes Beispiel aus dem Jahre 2007 ist der Onkyo TX-NR905 (UVP 1999 EUR), der nach wie vor mit sehr guten Leistungen in allen Disziplinen aufwarten kann. 

Menü 2007

Zieht man einen Vergleich zum Onkyo TX-NR3007 (UVP 1799 EUR), der im Herbst vergangenen Jahres, also über zwei Jahre später, auf den Markt kam, dann fällt dieser nicht eindeutig für das neue Modell aus. Allerdings - wer die allerneueste Ausstattung mit an Bord haben möchte, wird an einem Upgrade kaum vorbei kommen. Audysssey DSX und Dolby Pro Logic IIz waren zum Erscheinungszeitpunkt des TX-NR905 noch nicht serienreif. Ebenfalls bringt der 3007 gleich neun Endstufen mit, um die neuen Decoder auch direkt nutzen zu können. Videoseitig können wir nur geringe Verbesserungen bei De-Interlacing und Scaling für das neue Modell festhalten. Sie fallen keinesfalls so deutlich aus, dass sich hier ein Upgrade lohnt. Schon eher wegen der größeren Anschlussvielfalt des 3007 - hatte der 905 vier HDMI 1.3-Eingänge, verfügt der 3007 über sechs plus einen weiteren auf der Gerätefront. Netzwerkfunktionalitäten hatte bereits der 905, reibungsloser und einfacher vonstatten geht alles beim 3007. Insgesamt jedoch müssen sich Besitzer des 905 keinesfalls grämen - aus klanglicher Sicht ist ihr AV-Receiver sogar nach wie vor einer der besten Onkyos, die bisher gebaut worden, im Gegensatz  zum direkten, nur "facegelifteten" 2008er Nachfolger Onkyo TX-NR906, der weitaus weniger schön und seidig klingt. Er vermittelt weniger Emotion auf der Suche nach einem neutralen, analytischen Klangbild. Der 3007 reiht sich in der Mitte ein, er spielt seidiger und emotionaler als der 906, aber nicht ganz so samtig und "smooth" wie der 905. Für Besitzer des 906, die mit dem Sound ihrers AVRs nie so recht glücklich waren, könnte sich das Update auf den 3007 aber kaum wirklich lohnen, zu gering sind die Unterschiede. Geht man nach der finanziellen Devise "nicht kleckern, sondern klotzen" vor, dann gibt es eine Alternative, die sich klanglich auf jeden Fall lohnt: Man greift gleich zum Onkyo TX-NR5007, der schon dank deutlich hochwertigerer Bauteile in der Endstufen- und Netzteilsektion bessere Voraussetzungen für lupenreinen, schön durchzeichneten Sound mitbringt. Eines übrigens wollen wir noch anmerken: Bekam man 2007/2008 im 905 bzw. 906 für rund 2000 EUR UVP einen dicken Ringkerntrafo im Geräteinneren mitgeliefert, der für eine permanent üppige Stromzufuhr sorgt, so muss man in der 2009er Kollektion zum 5007 greifen, der aber mit einer UVP von 2499 EUR gelistet ist. Der kleinere 3007 für 1799 EUR bringt keinen Ringkerntrafo mit. Nach diesem Ausflug zurück zum Soundvergleich 3007 versus 5007. Hier bringt der 5007 mehr Seidigkeit, mehr Klarheit, besser ausgeformte Mitten und einen präziseren, noch sauberer getimten Bassbereich. 

Aktuelles AVR-Topmodell von Onkyo ist der TX-NR5007

Wenn man also vom TX-NR906 oder vom TX-NR905 auf ein aktuelles Modell upgraden möchte, dann lohnt sich es, gleich den TX-NR5007 zu nehmen. Wer noch einen alten Onkyo TX-SR805 einsetzt (damalige UVP von 1199 EUR), wird von einem Upgrade auf den aktuellen TX-NR807 nicht unbedingt profitieren - man kauft sich in die gleiche Liga erneut ein, außer den paar Ausstattungsbenefits (Audyssey DSX, Dolby PLIIz, Netzwerkfeatures) hat sich nicht viel getan. Pegelfestigkeit, Videoperformance etc. sind beim neuen Modell nicht deutlich besser.

Klanglich seidig und schön - der  Onkyo TX-SR805

Aus Sicht der Ausstattung lohnenswert: Upgrade auf den TX-NR1007

Hier lohnt eher ein Upgrade auf den 9.2 AV-Receiver Onkyo TX-NR1007, der einer deutlich besseren Pegelfestigkeit, mehr Auflösung im Hochtonbereich und mehr Basspräzision eine Liga höher spielt. Die Ausstattung ist nochmals deutlich besser als beim 807 und umfasst sogar ein THX Ultra 2 Plus-Zertifikat (805: THX Ultra 2, also ohne THX Loudness Plus) sowie neun Endstufen für den Betrieb von PLIIz und DSX ohne externe Endstufen. Auch Besitzer, die fleißig gespart haben und noch den Onkyo TX-SR605 beistzen, können mit deutlichem Performance-Sprung ein Update auf den TX-NR1007 vornehmen und steigen damit in den erlauchten Zirkel der Besitzer vollwertiger Home Theatre-Schaltzentralen auf. 

Was machen eigentlich Anwender, die noch den alten "Superstar" Onkyo TX-NR5000E besitzen? Klare Antwort - hier lohnt ein Upgrade auf jeden Fall! Selbst, wenn wir den halb so teuren TX-NR5007 als Vergleich heranziehen (einen größeren AVR gibt es bei Onkyo Deutschland momentan nicht), sieht der 5000er im wahrsten Wortsinne "alt" aus. Nicht nur, dass der 5007 natürlich alle modernen Features mit an Bord hat - selbst in "klassischen" Disziplinen wie der DTS/Dolby Digital 5.1 Wiedergabe kämpft das alte Modell auf verlorenem Posten. Er klingt weniger fein, besitzt weniger Dynamik und die Räumlichkeit ist weniger augeprägt. Nur, wenn es um die Reproduktion von Stereosignalen geht, kann sich der TX-NR5000E noch durchsetzen. Wer also upgraden möchte, hat drei Möglichkeiten: 1. Den TX-NR5007 kaufen, 2. noch etwas warten, dann die PR-SC5507 AV-Vorstufe zusammen mit einer bestimmt 2010 kommenden entsprechenden Endstufe kaufen, 3. "Fremdgehen"  dazu später mehr. 

Pioneer

Pegel- und Dynamik-Imperator ist der Pioneer Susano SC-LX90

Dass auch der Susano SC-LX90 länger auf dem Markt ist, belegt die veraltete Menügrafik

Kennzeichen des Susano SC-LX90: Kleiner T

Dynamisch und kräftig spielten schon seit jeher Pioneer AV-Verstärker und -Receiver auf und wurden somit zu treuen, zuverlässigen Begleitern vieler Heimkino-Liebhaber. Diese Tugenden immer noch exzellent verkörpert der ehemalige "Rudelführer" Pioneer VSA-AX10Ai-S, im Jahre 2004 mit 5300 EUR klar der Bolidenliga zugehörig. Nach wie vor trumpft der herausragend verarbeitete Bolide mit seiner erstklassigen Pegelfestigkeit auf - hier machen ihm heute auch nur wenige Konkurrenten etwas vor. Mit seinem nachdrücklichen, kraftvollen Sound bei herkömmlichen Tonformaten und dem sehr guten Tiefgang sorgt er wie vor bald sechs Jahren für Staunen und Freude im Heimkino. Nun jedoch kommen viele "aber" - denn auch für den VSA-AX10Ai-S ist die Zeit nicht stehen geblieben. Heute hört der Pioneer-"Teamchef" auf den Namen Pioneer Susano SC-LX90 und ist einer der besten AV-Verstärker, die derzeit erhältlich sind. Mit 7000 EUR ist er spürbar teurer als der VSA-AX10Ai-S damals, aber er sprengt auch in Vielem die Vorstellungskraft selbst anspruchsvoller Heimkinofreunde. Extrem pegelfest und dynamisch, spielt er den VSA-AX10Ai-S einfach an die Wand - ganz gleich, ob die klassischen Mehrkanaltonformate oder Stereo wiedergegeben wird. In keiner Disziplin hat der VSA-AX10Ai-S auch nur den Ansatz einer Chance - zieht man die moderne, umfangreiche Ausstattung des SC-LX90 mit hinzu, ist der VSA-AX10Ai-S nur noch für Nostalgiker interessant (wenig Videofunktionalität, kein HDMI, nur i.link). Wer das Geld für ein Upgrade auf den "großen" Susano nicht hat, darf gern auch den "kleinen" nehmen: 

Kleiner Bolide - der SC-LX82

Sehr moderne Menüs beim SC-LX82

Klanglich stark: VSX-1019 und VSX-919. Ist der preiswerte 919 für Preis-/Leistungsjäger ohne Video-Ambitionen gedacht, entpuppt sich der 1019 als vollwertige AV-Schaltzentrale mit Videofunktionalitäten

Der Pioneer SC-LX82 ist bestechend verarbeitet, hat den Look eines echten Boliden und kostet vergleichsweise schmale 2299 EUR. Mit bestmöglicher Pegelfestigkeit, die selbst manche Boliden nicht bieten können, und brachialer Dynamik hisst der SC-LX82 die Pioneer-Flagge höchst gekonnt. Mit besserer Detaillierung  und einem etwas ausgewogeneren Sound stellt er gegenüber dem Pioneer SC-LX81 die bessere Wahl dar. So groß, dass sich für Besitzer des SC-LX81 ein Upgrade auf den SC-LX82 lohnen würde, sind die Differenzen aber keinesfalls. Bei der Videosektion lassen sich sogar praktisch gar keine Differenzen ausfindig machen.  

VSX-916

Wer noch einen älteren "kleinen" Pioneer AVR wie den Pioneer VSX-916 (damals 399 EUR/UVP) aus dem Jahre 2006 sein Eigen nennt, kann ein sinnvolles Upgrade auf den klangstarken VSX-1019 durchführen - gegenüber dem VSX-919, der günstiger, aber klanglich ebenbürtig ist, hat der VSX-1019 den Vorzug einer vollwertigen und qualitativ sehr guten Videosektion. Damit wird der VSX-916 in jeder Hinsicht klar in den Schatten gestellt - zu einem moderaten Preis (VSX-1019 - UVP 799 EUR). 

Denon

"Panzerschrank": Der martialisch auftretende AVC-A1XVA

Er sorgte bei seinem Erscheinen 2004 für gehöriges Aufsehen und wurde 2006 nochmals überarbeitet, um die damals modernsten Austattungsfeatures zu implementieren - der Denon AVC-A1XV(A) für eine UVP von 6999 EUR stellte schon allein durch seine Respekt einflößenden Abmessungen einen Superlativ dar. Im damaligen Test konnten wir mit Lob nicht geizen - "die beste AV-Komponente, die wir bislang getestet haben", lautete damals das Fazit. Mit beispielhafter klanglicher Performance, hervorragender Videosektion und extrem üppiger Ausstattung schaffte es der AVC-A1XVA, bestehende Maßstäbe zu sprengen. Auch heute noch geht viel Faszination vom großen, massiv verarbeiteten Boliden aus.

Optisch dezenter: Der AVC-A1HDA

Schon seit Generationen wird die EL-Touchpanel Fernbedienung, allerdings stetig im Detail optimiert, den großen Denon AVRs und AVVs beigelegt

Der aktuelle Denon AVC-A1HDA mit Denon Link 4th sieht im direkten Vergleich richtig harmlos aus. Doch der Eindruck täuscht - unter akustischen Aspekten feuert der mit 6499 EUR sogar (laut UVP) günstigere AVC-A1HDA aus allen Rohren und liefert bei der Darstellung der klassischen Mehrkanaltonformate mehr Detailreichtum, eine als natürlicher empfundene Räumlichkeit sowie deutlich mehr Präzision im Bassbereich. 

Modern: 2009er Denon Menü

Altbacken: Menügrafik anno 2006

Bei der Pegelfestigkeit herrscht hingegen Gleichstand - der AVC-A1XVA gehört heute noch zu den pegelfestesten uns bekannten Komponenten in der Gerätekategorie AV-Vollverstärker. Auch die Videosektion des AVC-A1XVA ist immer noch hervorragend - ein überragendes De-Interlacing und Scaling ist immer noch zu beobachten. Hier weist der AVC-A1HDA zwar noch bessere, aber keine in einer völlig anderen Liga spielenden Eigenschaften auf. Die zeitgemäße Anschlussbestückung und das einfachere Handling sind klare Pluspunkte des AVC-A1HDA

Top-Alternative: Der AVR-4810

Sehr anspruchsvolle Anwender könnten hier bedenkenlos upgraden - werden aber die martialische Optik des AVC-A1XVA vermissen. Hat man sich damit abgefunden, kann man sogar nochmals deutlich Geld sparen, denn mit dem Denon AVR-4810 für 2.999 EUR hat Denon voll ins Schwarze getroffen. "Warum noch mehr Geld ausgeben?" Wohl kaum ein anderer derzeit erhältlicher AVR macht nochmals höhere Investitionen für eine AV-Kommandozentrale derzeit so fragwürdig wie der AVR-4810. Er kann alles, hat alles und klingt beinahe genauso gut wie der AVC-A1HDA, dem er die noch modernere, umfangreichere Ausstattung (Audyssey DSX, Dolby PLIIz, umfangreichere Netzwerkfunktionen) voraus hat. Wer kleine Abstriche bei Pegelfestigkeit und Räumlichkeit im Surroundbereich sowie beim Detailreichtum machen kann und dafür lieber Geld spart, wird mit dem AVR-4810 hoch zufrieden sein. Den AVC-A1XVA schlägt der AV-Receiver klanglich und ausstattungstechnisch klar. 

2006 noch für 3999 EUR der Bolidenliga zugehörig, führt im Jahre 2010 der 1000 EUR günstigere AVR-4810 den auf dem Bild zu sehenden AVC-A11XVA vor

Der AVR-4306 sorgte 2006 für Furore

Somit dürfte dieses Upgrade auch für Besitzer des Denon AVC-A11XVA, 2006 mit 3999 EUR in der Denon-Preisliste, hochinteressant sein, denn der AVR-4810 schlägt diesen nochmals deutlicher als den AVC-A1XVA. Denon hat mit dem AVR-3801 im Jahre 2000 einen Kult-AV-Receiver geschaffen - seine sieben Endstufen und die Fähigkeit, mit den damals brandneuen Extended Surround-Tonformaten umzugehen, sorgten für einen durchschlagenden Erfolg. 2001 erschien mit dem Denon AVR-3802 der Nachfolger, Ende 2002 folgte der AVR-3803, im Jahre 2004 der AVR-3805. 2005 erschienen der AVR-3806 und der noch üppiger ausgestattete Denon AVR-4306. Denon entwickelte konsequent einen runden, homogenen Sound weiter, die AVRs harmonierten und harmonieren prächtig mit vielen Lautsprechersystemen. 2007 dann erfolgte mit dem Duo Denon AVR-4308 und AVR-3830 dann der Aufbruch ins HD-Zeitalter - mit akustisch nicht komplett durchschlagendem Erfolg. Etwas zu fade agierten die zwei "Geschwister" akustisch, da konnte auch das Denon-typisch pralle Ausstattungspaket nicht weiterhelfen. Wer noch einen AVR-4306 oder einen AVR-3806 besaß, machte absolut keinen Fehler, wenn er seinen durch die Bank ausgezeichneten AVR noch behalten und kein Upgrade vorgenommen hat. Wie man es aber von Formel 1-Rennställen oder Fußball-Clubs her kennt - wehe dem, der einen unterschätzt, der einmal eine kurze Schwächeperiode durchlebte. Denon kehrte so stark wie niemals zuvor mit neuen Modellen zurück - der Denon AVR-4310 beweist dies nachhaltig. Er klingt preisklassenbezogen in jeder Hinsicht exzellent, räumlich fein, mit hoher akustischer Harmonie, die aber nie zu klanglicher Langeweile führt. Dazu sind Grob- und Feindynamik viel zu gut. Die Top-Videosektion ist ebenfalls Teil des Erfolgsrezeptes. Schade nur, dass Denon das beim (teureren) AVR-4308 noch verbaute WLAN Modul beim AVR-4310 eingespart hat. Das ist aber das einzige Mini-Defizit, ansonsten könnte das Motto des AVR-4310 lauten - "wo ich bin, ist vorn". Wer also seinen älteren AVR-38xx oder 43xx upgraden möchte, hat hier eine verheißungsvolle Alternative. 

Multitalent, für das sich ein Upgrade lohnt:  AVR-4310

Yamaha

"Welcome to DSP Wonderland": Yamaha DSP-Z11

Modern: Upconversion auf bis zu 1080p beim Yamaha DSP-Z11

Der Yamaha DSP-Z11 kommt mit attraktiver Menü-Grafik und Multimedia-Optionen wie Internet Radio

Mit völlig neuem, optisch sehr schönen User Interface ging der mit DSP-Technologie bis an den Rand gefüllte Yamaha DSP-Z9 im Jahre 2004 für damals 4500 EUR an den Start. Klar und lebendig klingend, fand er den Weg in viele Heimkinos anspruchsvoller Anwender. HDMI-Anschlüsse gab es damals ebenso wenig wie die neuen HD-Tonformate. Zudem erhitzte sich der AV-Vollverstärker sehr stark, was für Fans einer dauerhaft hochpegeligen Wiedergabe zu einem Problem werden konnte. Trotzdem - mit enormer DSP-Power und der sehr guten Detailtreue sind heute noch viele DSP-Z9 im Einsatz. Des Weiteren war der DSP-Z9 bahnbrechend hinsichtlich des grafisch neu aufbereitenden, sehr attraktiven User Interfaces. Das Bessere ist des Guten Feind - nicht immer trifft dieser Satz auf das neuere Modell zu, im Falle des Anfang 2008 erschienenen  aber stimmt diese Aussage. Deutlich pegelfester, noch detailreicher und im Bassbereich kräftiger, betritt der Yamaha DSP-Z11 die Bühne. Für 5500 EUR zieht der große Yamaha nach wie vor, gerade aus klanglicher Sicht, nahezu alle Register. Neutral und klar abgestimmt, bietet der  ideale Voraussetzungen, ein Feintuning mittels der hervorragenden DSP-Programme vorzunehmen. Auch die Anschlusssektion ist zwar nicht mehr auf modernstem Stand, nach wie vor aber gut ausgestattet. Die Videosektion des  DSP-Z11 ist mit der des DSP-Z9 kaum vergleichbar - De-Interlacing und Upscaling spielen in einer anderen Liga. Daher unser Rat - ein  Upgrade auf den bei manchem Händler sogar relativ günstigen DSP-Z11 lohnt sich für Besitzer des DSP-Z9 auf jeden Fall. 

Der  RX-V2700 war schon 2006 als Netzwerkreceiver ausgelegt und mit USB-Anschlüssen ausgestattet

Wie sieht es sonst bei Yamaha aus? In der Preisliga 1000 bis 1200 EUR agiert aktuell der RX-V2065 - wie sieht hier der Vergleich mit dem Yamaha RX-V2700 aus dem Jahre 2006, noch ohne Decoder für die HD-Tonformate, aus? Rein optisch gewinnt klar das ältere Gerät, das auch laut UVP 400 EUR teurer war. Der RX-V2700 hinterlässt einen gediegeneren, edleren Eindruck. Doch klanglich weiß sich der RX-V2065 zu behaupten. Er bringt im Hochtonbereich mehr Detailreichtum und bietet den trockeneren, strafferen Bass mit besserem Tiefgang. Ausstattungsseitig sind beim RX-V2065 selbstverständlich Decoder für die aktuellen HD-Tonformate mit an Bord. Bei Dolby TrueHD Tonspuren lassen sich die DSP-Programme sogar ohne Einschränkungen nutzen. Bei der Güte der Videosektion nehmen sich die beiden AVRs nicht viel, das Upscaling auf 1080p gelingt in beiden Fällen sehr gut. 

Kam Ende 2007 auf den Markt: Der RX-V3800

RX-V3900 - Mastertest-Sieger im Jahr 2009

Top-Offerte: Der RX-V2065, kürzlich getestet

Der RX-V2065 bringt einen HDMI-Eingang mehr mit und verfügt darüber hinaus über 2 HDMI-Ausgänge. Lohnend könnte für Besitzer des RX-V2700 auch ein Blick auf den Sieger unseres 2009er AVR-Mastertests werden: Der Yamaha RX-V3900 kommt auf eine UVP von 1799 EUR und beeindruckt ebenso wie das ältere Modell durch die noble, gediegene Optik. Er klingt noch etwas harmonischer als der RX-V2065 und bietet einen nochmals üppigeren Ausstattungsumfang mit einem grafisch noch schöneren GUI. Der Yamaha RX-V3800 für 1600 EUR war der direkte Nachfolger des RX-V2700. Wer diesen AVR besitzt, sollte sich kaum Gedanken über ein Upgrade zum RX-V3900 machen - zu gering fallen die Differenzen aus, schon der RX-V3800 beeindruckt mit makelloser Optik, exzellenter Akustik und praller Ausstattung. Die Videosektion ist ebenfalls beinahe auf gleichem Level. HDMI-seitig fehlt beim RX-V3800 leider ein 2. HDMI-Ausgang. Wer diesen benötigt, muss zum RX-V2065 oder zum RX-V3900 greifen. Apropos RX-V2065 - wer schon seit geraumer Zeit z.B. die Einsteiger AV-Receiver RX-V459 oder RX-V659 aus der 2006er Kollektion besitzt, macht mit einem Upgrade auf den RX-V2065 einen in jeder Hinsicht deutlichen Sprung nach vorn. Klang, Videofähigkeiten und Ausstattung spielen in einer ganz anderen Liga. 

Fazit

Nicht immer ist ein Upgrade auf das neuere Modell der richtige Weg. Zu gering fallen die Differenzen aus. Eher lohnt es sich oftmals, beim jetzt verwendeten Gerät zu bleiben und noch etwas zu warten, bis man dann ein Upgrade auf einen AVR oder einen AV-Verstärker einer höheren Preisklasse durchführt. Manchmal aber kann man auch richtig Geld sparen und einen damals teuren AV-Boliden durch einen weitaus preiswerteren modernen AV-Receiver ersetzen - und man profitiert noch vom besseren Klang, einer besseren Videosektion und einer moderneren Ausstattung. 

Text: Carsten Rampacher
14. Januar 2010

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