SPECIAL: Alt gegen neu - Performance aktueller und älterer AV-Receiver/AV-Verstärker im Vergleich
14. Januar 2010 (cr)

Einführung
Viele Heimkino- und Mehrkanal-Liebhaber stellen sich oft die Frage, ob sich
ein Upgrade ihrem aktuell eingesetzten AV-Verstärker oder -Receiver auf ein
moderneres Modell lohnt. Diese Frage lässt sich aber nicht pauschal
beantworten, sondern meist eher individuell. Wir versuchen in diesem Special,
verschiedene Gerätegenerationen miteinander zu vergleichen, um Ihnen die
Entscheidung zu erleichtern.
AV-Receiver günstigerer Preisklassen zwischen 300 und 700 EUR

Trendsetter des Jahres 2007 - der Onkyo TX-SR605
war der erste AVR in Deutschland mit Decodern für die HD-Tonformate. Als er
erschien, gab es noch nicht einmal passende Zuspieler

2009 auf den Markt gekommen, präsentiert sich der Yamaha RX-V765
als zeitgemäßes Einsteigergerät

Das Pioneer-Duo
VSX-919/1019 beeindruckt Ein- und Aufsteiger
In günstigeren Preisklassen lohnt es sich nur selten, ein Upgrade im nahezu
identischen preislichen Rahmen durchzuführen. Hier ist der einzig richtige Weg,
beim Upgrade gleich ein Modell einer höheren Performance-Klasse anzuschaffen.
Wer sich zum Beispiel 2007 einen Onkyo TX-SR605
gekauft hat, dringt mit dem Erwerb des 2009er Modells Onkyo TX-SR607
nicht in höhere Leistungssphären vor. Natürlich - einige Ausstattungsmerkmale
bietet der TX-SR607 mehr, aber
insgesamt bleibt er ein Einsteiger AV-Receiver und damit ein typisches Gerät
für Erstkäufer oder aber für Anwender, die ihren nicht mit Decodern für die
neuen HD-Tonformate ausgestatteten, konventionellen AVR ohne HDMI-Anschlüsse
ersetzen wollen. Auch diejenigen Mehrkanalhörer, die bislang ein 5.1
Komplettsystem nutzten und nun auf qualitativ bessere Einzelkomponenten
umsteigen, stellen Geräte vom Schlage eines TX-SR607,
eines Yamaha RX-V765, eines Denon AVR-1910
oder eines Pioneer VSX-919 eine
wahre Offenbarung dar. Also: Für Nutzer, die schon ein preisgünstiges
AVR-Modell mit HD-Decodern und HDMI-Verbindungsmöglichkeiten ihr Eigen nennen,
lohnt es sich viel mehr, den bisherigen AVR weiter zu betreiben und Geld für
einen größeren AV-Receiver zu sparen, mit dessen Anschaffung dann ein wirklich
spürbarer Sprung in allen Dimensionen gelingt.
AV-Receiver höherer Preisklassen mit Upgrade-Tipps
Onkyo

Immer noch ein sehr guter AV-Receiver: Der Onkyo TX-NR905

Fernbedienung der großen Onkyo AV-Receiver bis zur 2008er
Generation

Fernbedienung der 2009er Modelle

Menü 2009
Verschiedene Geräte gerade höherer Preisklassen, die schon eine geraume
Zeit am Markt sind, können auch heute noch bedenkenlos eingesetzt werden. Ein
gutes Beispiel aus dem Jahre 2007 ist der
Onkyo TX-NR905 (UVP 1999 EUR), der nach wie vor mit sehr guten Leistungen in
allen Disziplinen aufwarten kann.

Menü 2007
Zieht man einen Vergleich zum Onkyo TX-NR3007
(UVP 1799 EUR), der im Herbst vergangenen Jahres, also über zwei Jahre später,
auf den Markt kam, dann fällt dieser nicht eindeutig für das neue Modell aus.
Allerdings - wer die allerneueste Ausstattung mit an Bord haben möchte, wird an
einem Upgrade kaum vorbei kommen. Audysssey DSX und Dolby Pro Logic IIz waren
zum Erscheinungszeitpunkt des TX-NR905 noch nicht serienreif. Ebenfalls bringt
der 3007 gleich neun Endstufen mit, um die neuen Decoder auch direkt nutzen zu
können. Videoseitig können wir nur geringe Verbesserungen bei De-Interlacing
und Scaling für das neue Modell festhalten. Sie fallen keinesfalls so deutlich
aus, dass sich hier ein Upgrade lohnt. Schon eher wegen der größeren
Anschlussvielfalt des 3007 - hatte der 905 vier HDMI 1.3-Eingänge, verfügt der
3007 über sechs plus einen weiteren auf der Gerätefront.
Netzwerkfunktionalitäten hatte bereits der 905, reibungsloser und einfacher
vonstatten geht alles beim 3007. Insgesamt jedoch müssen sich Besitzer des 905
keinesfalls grämen - aus klanglicher Sicht ist ihr AV-Receiver sogar nach wie
vor einer der besten Onkyos, die bisher gebaut worden, im Gegensatz zum
direkten, nur "facegelifteten" 2008er Nachfolger Onkyo
TX-NR906, der weitaus weniger schön und seidig klingt. Er vermittelt
weniger Emotion auf der Suche nach einem neutralen, analytischen Klangbild. Der
3007 reiht sich in der Mitte ein, er spielt seidiger und emotionaler als der
906, aber nicht ganz so samtig und "smooth" wie der 905. Für Besitzer
des 906, die mit dem Sound ihrers AVRs nie so recht glücklich waren, könnte
sich das Update auf den 3007 aber kaum wirklich lohnen, zu gering sind die
Unterschiede. Geht man nach der finanziellen Devise "nicht kleckern,
sondern klotzen" vor, dann gibt es eine Alternative, die sich klanglich auf
jeden Fall lohnt: Man greift gleich zum Onkyo
TX-NR5007, der schon dank deutlich hochwertigerer Bauteile in der Endstufen-
und Netzteilsektion bessere Voraussetzungen für lupenreinen, schön
durchzeichneten Sound mitbringt. Eines übrigens wollen wir noch anmerken: Bekam
man 2007/2008 im 905 bzw. 906 für rund 2000 EUR UVP einen dicken Ringkerntrafo
im Geräteinneren mitgeliefert, der für eine permanent üppige Stromzufuhr
sorgt, so muss man in der 2009er Kollektion zum 5007 greifen, der aber mit einer
UVP von 2499 EUR gelistet ist. Der kleinere 3007 für 1799 EUR bringt keinen
Ringkerntrafo mit. Nach diesem Ausflug zurück zum Soundvergleich 3007 versus
5007. Hier bringt der 5007 mehr Seidigkeit, mehr Klarheit, besser ausgeformte
Mitten und einen präziseren, noch sauberer getimten Bassbereich.

Aktuelles AVR-Topmodell von Onkyo ist der TX-NR5007
Wenn man also vom TX-NR906
oder vom TX-NR905 auf ein aktuelles
Modell upgraden möchte, dann lohnt sich es, gleich den TX-NR5007
zu nehmen. Wer noch einen alten Onkyo TX-SR805
einsetzt (damalige UVP von 1199 EUR), wird von einem Upgrade auf den aktuellen
TX-NR807 nicht unbedingt profitieren - man kauft sich in die gleiche Liga erneut
ein, außer den paar Ausstattungsbenefits (Audyssey DSX, Dolby PLIIz,
Netzwerkfeatures) hat sich nicht viel getan. Pegelfestigkeit, Videoperformance
etc. sind beim neuen Modell nicht deutlich besser.

Klanglich seidig und schön - der
Onkyo TX-SR805

Aus Sicht der Ausstattung lohnenswert: Upgrade auf den TX-NR1007
Hier lohnt eher ein Upgrade auf den 9.2 AV-Receiver Onkyo TX-NR1007,
der einer deutlich besseren Pegelfestigkeit, mehr Auflösung im Hochtonbereich
und mehr Basspräzision eine Liga höher spielt. Die Ausstattung ist nochmals
deutlich besser als beim 807 und umfasst sogar ein THX Ultra 2 Plus-Zertifikat
(805: THX Ultra 2, also ohne THX Loudness Plus) sowie neun Endstufen für den
Betrieb von PLIIz und DSX ohne externe Endstufen. Auch Besitzer, die fleißig
gespart haben und noch den Onkyo TX-SR605
beistzen, können mit deutlichem Performance-Sprung ein Update auf den TX-NR1007
vornehmen und steigen damit in den erlauchten Zirkel der Besitzer vollwertiger
Home Theatre-Schaltzentralen auf.
Was machen eigentlich Anwender, die noch den alten "Superstar" Onkyo TX-NR5000E
besitzen? Klare Antwort - hier lohnt ein Upgrade auf jeden Fall! Selbst, wenn
wir den halb so teuren TX-NR5007 als
Vergleich heranziehen (einen größeren AVR gibt es bei Onkyo Deutschland
momentan nicht), sieht der 5000er im wahrsten Wortsinne "alt" aus.
Nicht nur, dass der 5007 natürlich alle modernen Features mit an Bord hat -
selbst in "klassischen" Disziplinen wie der DTS/Dolby Digital 5.1
Wiedergabe kämpft das alte Modell auf verlorenem Posten. Er klingt weniger
fein, besitzt weniger Dynamik und die Räumlichkeit ist weniger augeprägt. Nur,
wenn es um die Reproduktion von Stereosignalen geht, kann sich der
TX-NR5000E noch durchsetzen. Wer also upgraden möchte, hat drei
Möglichkeiten: 1. Den TX-NR5007
kaufen, 2. noch etwas warten, dann die PR-SC5507 AV-Vorstufe zusammen mit einer
bestimmt 2010 kommenden entsprechenden Endstufe kaufen, 3.
"Fremdgehen" dazu später mehr.
Pioneer

Pegel- und Dynamik-Imperator ist der Pioneer Susano SC-LX90

Dass auch der Susano SC-LX90
länger auf dem Markt ist, belegt die veraltete Menügrafik

Kennzeichen des Susano SC-LX90:
Kleiner T
Dynamisch und kräftig spielten schon seit jeher Pioneer AV-Verstärker und
-Receiver auf und wurden somit zu treuen, zuverlässigen Begleitern vieler
Heimkino-Liebhaber. Diese Tugenden immer noch exzellent verkörpert der
ehemalige "Rudelführer" Pioneer VSA-AX10Ai-S,
im Jahre 2004 mit 5300 EUR klar der Bolidenliga zugehörig. Nach wie vor trumpft
der herausragend verarbeitete Bolide mit seiner erstklassigen Pegelfestigkeit
auf - hier machen ihm heute auch nur wenige Konkurrenten etwas vor. Mit seinem
nachdrücklichen, kraftvollen Sound bei herkömmlichen Tonformaten und dem sehr
guten Tiefgang sorgt er wie vor bald sechs Jahren für Staunen und Freude im
Heimkino. Nun jedoch kommen viele "aber" - denn auch für den VSA-AX10Ai-S
ist die Zeit nicht stehen geblieben. Heute hört der Pioneer-"Teamchef"
auf den Namen Pioneer Susano SC-LX90
und ist einer der besten AV-Verstärker, die derzeit erhältlich sind. Mit 7000
EUR ist er spürbar teurer als der VSA-AX10Ai-S
damals, aber er sprengt auch in Vielem die Vorstellungskraft selbst
anspruchsvoller Heimkinofreunde. Extrem pegelfest und dynamisch, spielt er den VSA-AX10Ai-S
einfach an die Wand - ganz gleich, ob die klassischen Mehrkanaltonformate oder
Stereo wiedergegeben wird. In keiner Disziplin hat der VSA-AX10Ai-S
auch nur den Ansatz einer Chance - zieht man die moderne, umfangreiche
Ausstattung des SC-LX90
mit hinzu, ist der VSA-AX10Ai-S nur
noch für Nostalgiker interessant (wenig Videofunktionalität, kein HDMI, nur
i.link). Wer das Geld für ein Upgrade auf den "großen" Susano nicht
hat, darf gern auch den "kleinen" nehmen:

Kleiner Bolide - der SC-LX82

Sehr moderne Menüs beim SC-LX82

Klanglich stark: VSX-1019
und VSX-919. Ist der preiswerte 919 für Preis-/Leistungsjäger ohne
Video-Ambitionen gedacht, entpuppt sich der 1019 als vollwertige
AV-Schaltzentrale mit Videofunktionalitäten
Der Pioneer SC-LX82 ist
bestechend verarbeitet, hat den Look eines echten Boliden und kostet
vergleichsweise schmale 2299 EUR. Mit bestmöglicher Pegelfestigkeit, die selbst
manche Boliden nicht bieten können, und brachialer Dynamik hisst der SC-LX82
die Pioneer-Flagge höchst gekonnt. Mit besserer Detaillierung und einem
etwas ausgewogeneren Sound stellt er gegenüber dem
Pioneer SC-LX81 die bessere Wahl dar. So groß, dass sich für Besitzer des SC-LX81
ein Upgrade auf den SC-LX82
lohnen würde, sind die Differenzen aber keinesfalls. Bei der Videosektion
lassen sich sogar praktisch gar keine Differenzen ausfindig machen.

VSX-916
Wer noch einen älteren "kleinen" Pioneer AVR wie den Pioneer
VSX-916 (damals 399 EUR/UVP) aus dem Jahre 2006
sein Eigen nennt, kann ein sinnvolles Upgrade auf den klangstarken VSX-1019
durchführen - gegenüber dem VSX-919,
der günstiger, aber klanglich ebenbürtig ist, hat der VSX-1019
den Vorzug einer vollwertigen und qualitativ sehr guten Videosektion. Damit wird
der VSX-916 in jeder Hinsicht
klar in den Schatten gestellt - zu einem moderaten Preis (VSX-1019
- UVP 799 EUR).
Denon

"Panzerschrank": Der martialisch auftretende AVC-A1XVA
Er sorgte bei seinem Erscheinen 2004 für gehöriges Aufsehen und wurde 2006
nochmals überarbeitet, um die damals modernsten Austattungsfeatures zu
implementieren - der Denon AVC-A1XV(A)
für eine UVP von 6999 EUR stellte schon allein durch seine Respekt
einflößenden Abmessungen einen Superlativ dar. Im damaligen Test konnten wir
mit Lob nicht geizen - "die beste AV-Komponente, die wir bislang getestet
haben", lautete damals das Fazit. Mit beispielhafter klanglicher
Performance, hervorragender Videosektion und extrem üppiger Ausstattung
schaffte es der AVC-A1XVA,
bestehende Maßstäbe zu sprengen. Auch heute noch geht viel Faszination vom
großen, massiv verarbeiteten Boliden aus.

Optisch dezenter: Der AVC-A1HDA

Schon seit Generationen wird die EL-Touchpanel Fernbedienung,
allerdings stetig im Detail optimiert, den großen Denon AVRs und AVVs beigelegt
Der aktuelle Denon AVC-A1HDA mit Denon Link 4th
sieht im direkten Vergleich richtig harmlos aus. Doch der Eindruck täuscht
- unter akustischen Aspekten feuert der mit 6499 EUR sogar (laut UVP)
günstigere AVC-A1HDA aus allen
Rohren und liefert bei der Darstellung der klassischen Mehrkanaltonformate mehr
Detailreichtum, eine als natürlicher empfundene Räumlichkeit sowie deutlich
mehr Präzision im Bassbereich.

Modern: 2009er Denon Menü

Altbacken: Menügrafik anno 2006
Bei der Pegelfestigkeit herrscht hingegen Gleichstand - der AVC-A1XVA
gehört heute noch zu den pegelfestesten uns bekannten Komponenten in der
Gerätekategorie AV-Vollverstärker. Auch die Videosektion des AVC-A1XVA
ist immer noch hervorragend - ein überragendes
De-Interlacing und Scaling ist immer noch zu beobachten. Hier weist der AVC-A1HDA
zwar noch bessere, aber keine in einer völlig anderen Liga spielenden Eigenschaften auf. Die zeitgemäße Anschlussbestückung und
das einfachere Handling sind klare Pluspunkte des AVC-A1HDA.

Top-Alternative: Der AVR-4810
Sehr anspruchsvolle Anwender könnten hier bedenkenlos upgraden - werden aber
die martialische Optik des AVC-A1XVA
vermissen. Hat man sich damit abgefunden, kann man sogar nochmals deutlich Geld
sparen, denn mit dem Denon AVR-4810 für 2.999 EUR
hat Denon voll ins Schwarze getroffen. "Warum noch mehr Geld
ausgeben?" Wohl kaum ein anderer derzeit erhältlicher AVR macht nochmals
höhere Investitionen für eine AV-Kommandozentrale derzeit so fragwürdig wie
der AVR-4810. Er kann alles, hat
alles und klingt beinahe genauso gut wie der AVC-A1HDA,
dem er die noch modernere, umfangreichere Ausstattung (Audyssey DSX, Dolby PLIIz,
umfangreichere Netzwerkfunktionen) voraus hat. Wer kleine Abstriche bei
Pegelfestigkeit und Räumlichkeit im Surroundbereich sowie beim Detailreichtum
machen kann und dafür lieber Geld spart, wird mit dem AVR-4810
hoch zufrieden sein. Den AVC-A1XVA
schlägt der AV-Receiver klanglich und ausstattungstechnisch klar.

2006 noch für 3999 EUR der Bolidenliga zugehörig, führt im
Jahre 2010 der 1000 EUR günstigere AVR-4810
den auf dem Bild zu sehenden AVC-A11XVA
vor

Der AVR-4306
sorgte 2006 für Furore
Somit dürfte dieses Upgrade auch für Besitzer des Denon AVC-A11XVA,
2006 mit 3999 EUR in der Denon-Preisliste, hochinteressant sein, denn der AVR-4810
schlägt diesen nochmals deutlicher als den AVC-A1XVA.
Denon hat mit dem AVR-3801 im Jahre 2000 einen Kult-AV-Receiver geschaffen -
seine sieben Endstufen und die Fähigkeit, mit den damals brandneuen Extended
Surround-Tonformaten umzugehen, sorgten für einen durchschlagenden Erfolg. 2001
erschien mit dem Denon AVR-3802 der
Nachfolger, Ende 2002 folgte der AVR-3803,
im Jahre 2004 der AVR-3805. 2005 erschienen
der AVR-3806 und der noch üppiger
ausgestattete Denon AVR-4306. Denon
entwickelte konsequent einen runden, homogenen Sound weiter, die AVRs
harmonierten und harmonieren prächtig mit vielen Lautsprechersystemen. 2007
dann erfolgte mit dem Duo Denon
AVR-4308 und AVR-3830 dann der Aufbruch ins HD-Zeitalter - mit akustisch
nicht komplett durchschlagendem Erfolg. Etwas zu fade agierten die zwei
"Geschwister" akustisch, da konnte auch das Denon-typisch pralle
Ausstattungspaket nicht weiterhelfen. Wer noch einen AVR-4306
oder einen AVR-3806 besaß, machte
absolut keinen Fehler, wenn er seinen durch die Bank ausgezeichneten AVR noch
behalten und kein Upgrade vorgenommen hat. Wie man es aber von Formel
1-Rennställen oder Fußball-Clubs her kennt - wehe dem, der einen
unterschätzt, der einmal eine kurze Schwächeperiode durchlebte. Denon kehrte
so stark wie niemals zuvor mit neuen Modellen zurück - der Denon
AVR-4310 beweist dies nachhaltig. Er klingt preisklassenbezogen in jeder
Hinsicht exzellent, räumlich fein, mit hoher akustischer Harmonie, die aber nie
zu klanglicher Langeweile führt. Dazu sind Grob- und Feindynamik viel zu gut.
Die Top-Videosektion ist ebenfalls Teil des Erfolgsrezeptes. Schade nur, dass
Denon das beim (teureren) AVR-4308
noch verbaute WLAN Modul beim AVR-4310
eingespart hat. Das ist aber das einzige Mini-Defizit, ansonsten könnte das
Motto des AVR-4310
lauten - "wo ich bin, ist vorn". Wer also seinen älteren AVR-38xx
oder 43xx upgraden möchte, hat hier eine verheißungsvolle Alternative.

Multitalent, für das sich ein Upgrade lohnt: AVR-4310
Yamaha

"Welcome to DSP Wonderland": Yamaha DSP-Z11

Modern: Upconversion auf bis zu 1080p beim Yamaha DSP-Z11

Der Yamaha DSP-Z11
kommt mit attraktiver Menü-Grafik und Multimedia-Optionen wie Internet Radio
Mit völlig neuem, optisch sehr schönen User Interface ging der mit
DSP-Technologie bis an den Rand gefüllte Yamaha DSP-Z9
im Jahre 2004 für damals 4500 EUR an den Start. Klar und lebendig klingend,
fand er den Weg in viele Heimkinos anspruchsvoller Anwender. HDMI-Anschlüsse
gab es damals ebenso wenig wie die neuen HD-Tonformate. Zudem erhitzte sich der
AV-Vollverstärker sehr stark, was für Fans einer dauerhaft hochpegeligen
Wiedergabe zu einem Problem werden konnte. Trotzdem - mit enormer DSP-Power und
der sehr guten Detailtreue sind heute noch viele DSP-Z9
im Einsatz. Des Weiteren war der DSP-Z9
bahnbrechend hinsichtlich des grafisch neu aufbereitenden, sehr attraktiven User
Interfaces. Das Bessere ist des Guten Feind - nicht immer trifft dieser Satz auf
das neuere Modell zu, im Falle des Anfang 2008 erschienenen
aber stimmt diese Aussage. Deutlich pegelfester, noch detailreicher und im
Bassbereich kräftiger, betritt der Yamaha DSP-Z11
die Bühne. Für 5500 EUR zieht der große Yamaha nach wie vor, gerade aus
klanglicher Sicht, nahezu alle Register. Neutral und klar abgestimmt, bietet
der ideale Voraussetzungen, ein Feintuning mittels der hervorragenden
DSP-Programme vorzunehmen. Auch die Anschlusssektion ist zwar nicht mehr auf
modernstem Stand, nach wie vor aber gut ausgestattet. Die Videosektion des
DSP-Z11 ist mit der des DSP-Z9 kaum
vergleichbar - De-Interlacing und Upscaling spielen in einer anderen Liga. Daher
unser Rat - ein Upgrade auf den bei manchem Händler sogar relativ
günstigen DSP-Z11 lohnt sich für
Besitzer des DSP-Z9 auf jeden Fall.

Der RX-V2700 war
schon 2006 als Netzwerkreceiver ausgelegt und mit USB-Anschlüssen ausgestattet
Wie sieht es sonst bei Yamaha aus? In der Preisliga 1000 bis 1200 EUR agiert
aktuell der RX-V2065 - wie sieht hier der
Vergleich mit dem Yamaha RX-V2700 aus
dem Jahre 2006, noch ohne Decoder für die HD-Tonformate, aus? Rein optisch
gewinnt klar das ältere Gerät, das auch laut UVP 400 EUR teurer war. Der RX-V2700
hinterlässt einen gediegeneren, edleren Eindruck. Doch klanglich weiß sich
der RX-V2065 zu behaupten. Er bringt im
Hochtonbereich mehr Detailreichtum und bietet den trockeneren, strafferen Bass
mit besserem Tiefgang. Ausstattungsseitig sind beim RX-V2065
selbstverständlich Decoder für die aktuellen HD-Tonformate mit an Bord. Bei
Dolby TrueHD Tonspuren lassen sich die DSP-Programme sogar ohne Einschränkungen
nutzen. Bei der Güte der Videosektion nehmen sich die beiden AVRs nicht viel,
das Upscaling auf 1080p gelingt in beiden Fällen sehr gut.

Kam Ende 2007 auf den Markt: Der RX-V3800

RX-V3900
- Mastertest-Sieger im Jahr 2009

Top-Offerte: Der RX-V2065,
kürzlich getestet
Der RX-V2065 bringt einen HDMI-Eingang
mehr mit und verfügt darüber hinaus über 2 HDMI-Ausgänge. Lohnend könnte
für Besitzer des RX-V2700 auch
ein Blick auf den Sieger unseres 2009er AVR-Mastertests werden: Der Yamaha RX-V3900
kommt auf eine UVP von 1799 EUR und beeindruckt ebenso wie das ältere Modell
durch die noble, gediegene Optik. Er klingt noch etwas harmonischer als der RX-V2065
und bietet einen nochmals üppigeren Ausstattungsumfang mit einem grafisch noch
schöneren GUI. Der Yamaha RX-V3800 für
1600 EUR war der direkte Nachfolger des RX-V2700.
Wer diesen AVR besitzt, sollte sich kaum Gedanken über ein Upgrade zum RX-V3900
machen - zu gering fallen die Differenzen aus, schon der
RX-V3800 beeindruckt mit makelloser Optik, exzellenter Akustik und praller
Ausstattung. Die Videosektion ist ebenfalls beinahe auf gleichem Level.
HDMI-seitig fehlt beim RX-V3800
leider ein 2. HDMI-Ausgang. Wer diesen benötigt, muss zum RX-V2065
oder zum RX-V3900 greifen.
Apropos RX-V2065 - wer schon seit geraumer
Zeit z.B. die Einsteiger AV-Receiver RX-V459
oder RX-V659 aus der 2006er
Kollektion besitzt, macht mit einem Upgrade auf den RX-V2065
einen in jeder Hinsicht deutlichen Sprung nach vorn. Klang, Videofähigkeiten
und Ausstattung spielen in einer ganz anderen Liga.
Fazit
Nicht immer ist ein Upgrade auf das neuere Modell der richtige Weg. Zu gering
fallen die Differenzen aus. Eher lohnt es sich oftmals, beim jetzt verwendeten
Gerät zu bleiben und noch etwas zu warten, bis man dann ein Upgrade auf einen
AVR oder einen AV-Verstärker einer höheren Preisklasse durchführt. Manchmal
aber kann man auch richtig Geld sparen und einen damals teuren AV-Boliden durch
einen weitaus preiswerteren modernen AV-Receiver ersetzen - und man profitiert
noch vom besseren Klang, einer besseren Videosektion und einer moderneren
Ausstattung.
Text: Carsten Rampacher
14. Januar 2010
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