TEST: Teufel RearStation 4 - iPod-fähige Funkerweiterung für Lautsprecher

27. Dezember 2010 (Frank Querfurth)

Empfänger - Frontansicht

Sender

Einführung

Die iPod taugliche Funkerweiterung für Lautsprecher aus dem Hause Teufel ist im Starterset mit einem Sendegerät und einem Empfangsgerät für 299 EUR erhältlich. Für je 199 EUR können optional weitere Empfangseinheiten erworben werden. Das Set beinhaltet neben dem Empfänger und Sender auch einen in der Empfangseinheit integrierten Verstärker mit einer Sinusleistung von 60 Watt. Die Berliner Lösung bietet sich beispielsweise für eine Multiroombeschallung oder für eine Rückraumbeschallung in einer Surroundanlage an. Mit einer Reichweite von 20 m ergeben sich vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der akustischen Raumaustattung. Ob sich der Preis für den Einstieg in die kabellose Welt der akustischen Signalübertragung lohnt, soll im folgenden Test erörtert werden.

Verarbeitung

Hochglänzende Oberfläche

Beide Komponenten von hinten

Sender im Detail

Einstellungen per Kippschalter

Innenleben des Empfängers

Innenleben Sender

Empfänger und Sender haben dank flacher Bauweise und rutschfester Gummifüße einen ordentlichen Stand. Mit der im Klavierlack eingetauchten Kunststoffhülle der Farbe schwarz lässt sich die RearStation 4 stilvoll und dezent in jeder Umgebung platzieren. Die ovale Form der Hülle vermittelt einen stabilen Eindruck und trifft den Zeitgeist.

Das Innere der beiden Funkeinrichtungen besteht aus einer Platine und wird mittig ins Gehäuse geschoben und von außen verschraubt. Eine simple aber wirkungsvolle Konstruktion. Öffnungen an der Ober- und Unterseite sorgen für eine passive Kühlung. Der Verstärker im Empfänger ist zusätzlich mit einer Kühlrippe bestückt. Der innere Aufbau wirkt sauber durchdacht und bietet genügend Raum für die Kühlung und somit für eine lange Laufzeit der Elektronik.

Die Schalter und Hebel an der Rückseite sind stabil mit der Platine verbaut und scheinen auf ein häufiges Umstecken und Bedienen bestens vorbereitet zu sein. Es sind keine unästhetischen Spaltmaße oder gefährlichen Grade zu erkennen. Die Verarbeitung ist insgesamt tadellos.

Installation und Bedienung

Komplettset mit Fernbedienung

Die Installation ist sehr einfach: anschließen, einschalten und fertig. Nur auf die korrekte Polung sollte geachtet werden! Es eignen sich alle passiven Lautsprecher zum Anschluss an den Empfänger der RearStation. Nach dem Einschalten gibt es eine kleine Verzögerung, bis die angeschlossenen Lautsprecher einen ersten Ton ausgeben. Die Bedienung der RearStation 4 ist recht simpel. An der Front des Senders befindet sich ein „Power-Button“ und an der Front des Empfängers sind drei Knöpfe zur Lautstärkeregelung. 

Der Empfänger hat auf der Rückseite noch einen Hebel um einen von drei möglichen Funkkanälen zu wählen. Am Sender befindet sich ebenfalls ein Hebel zur Kanalwahl und ein Schalter um die Signalstärke für den Autostart einzustellen. Im Startset mit einem Empfänger lassen sich alle Einstellungen sowohl mit der Fernbedienung als auch ohne ihr erreichen – was sehr praktisch ist, falls man den kleinen Kasten nicht auf Anhieb finden sollte. Um bei mehreren Empfänger einzelne Kanäle zuweisen zu können, ist aber eine Fernbedienung von Nöten und wird zu jedem zusätzlich erworbenen Empfänger mitgeliefert. Die Fernbedienung an sich ist übersichtlich gestaltet, die Tasten haben wie die Fernbedienung eine komfortable Größe.

Der Sender ist immer mit einen von drei Kanälen verbunden. Durch die drei Zonen-Tasten A, B und C können innerhalb eines Kanals drei Empfänger getrennt über den Sender geregelt werden (Leise, Laut, Stumm, Ein, Aus). Zur gleichen Zeit können also maximal drei Empfänger mit einem Sender bedient werden.

Funktions- und Klangtest

Die Testwohnung ist ca. 90 qm groß. Die Wände sind massiv mit einem Durchmesser von ca. 20 cm. Der Testraum ist bewohnt und es ist somit mit zahlreichen zusätzlichen Störeinflüssen zu rechnen. Im folgenden Bild ist ein grober Querschnitt zu sehen.

Im Senderaum befand sich der Transmitter der RearStation 4 und das Testequipment. Der Empfänger wurde in allen Testräumen (A-E) installiert und durfte dort die Ultima 20 Stereo-Lautsprecher bespielen. Der Empfänger lässt sich auch ohne Fernbedienung einschalten – ein Knopfdruck auf die „Lauter-Taste“ genügt. Im Test funktionierte die infrarote Fernbedienung bis ca. 6 m. Komfortabel lässt sich mit der Fernbedienung Sender und Empfänger bedienen, d.h. die Lautstärke unserer Ultima 20 Boxen ließ sich im Senderaum und direkt am jeweiligen Standort (A-E) der Klangwerfer justieren. Nach dem Einschalten der RearStation 4 erklingen die Boxen mit etwa zwei bis drei Sekunden Verzögerung.

Erstaunlicher Weise konnten in allen Räumen (A-E) eine tadellose Leistung der RearStation 4 über die Teufel Lautsprecher vernommen werden. Die einzelnen Musikstücke wurden ohne hörbare Qualitätsverluste kabellos übertragen.

Der klassische Soundtrack aus Stanley Kubricks Meisterwerk „2001 – A Space Odyssey“ erklingt bei angenehmer Lautstärke in allen Testräumen in erstaunlicher Qualität. Dabei sorgen die kompakten sowie preiswerten Regallautsprecher Teufel Ultima 20 als Stereo-Lautsprecher für ein Klangerlebnis, das dem orchestralen Klang des Titelstückes „Also sprach Zarathustra“  - komponiert von Strauss und interpretiert von den Berliner Philharmonikern - absolut gerecht wird. DJ Tiestos „Elements of Life“ auf der CD „Magical Journey“ pulsiert bei angehobener Lautstärke in allen Testräumen, ohne auf detaillierte Basselemente verzichten zu müssen.

Mit Raum A gelangt die RearStation laut Hersteller an ihre Übertragungsgrenze von 20 Metern, umso erfreulicher ist die Tatsache, dass kein Unterschied aufgefallen ist und die Grenze der RearStation 4 nicht erreicht werden konnte – dafür war die Testwohnung (90 qm) zu klein. Die von Teufel angegebenen 20m entsprechen also Mindestangaben in denen das offerierte Produkt unter normalen Bedingungen ohne Einschränkungen tadellos funktioniert.

Eine kleine Einschränkung musste leider doch in Kauf genommen werden: Die CD „Entroducing...“ von DJ Shadow vermittelt den Eindruck, in die alte Vinyl-Zeit einzutauchen. Es wurden kleine Sprünge und Kratzer wie sie typischerweise auf einer Schallplatte vorkommen in die CD mit aufgenommen. DJ Shadows nebelhafte Klangwelten vermitteln somit die zusätzliche Illusion, dass es sich um eine Vinyl-Platte handelt. Die Störeinflüsse werden zum Teil des Ganzen, ein harmonisch weicher Klang mit kräftigem Beat. Im Raum A konnte sich bei hohem Pegel dieser Eindruck nicht mehr halten. Die Vinyl-Illusion rückte in den Hintergrund und die „Kratzer“ auf der Platte verloren leicht an Realität im Vergleich zur Kabelversion.

Fazit

Bis auf sehr feine Nuancen verspricht die RearStation 4 der Berliner Klangschmiede ein ausgezeichnetes Klangerlebnis. Die kabellose Lösung ist ideal geeignet, um bisher unbeschallte oder bezüglich der Installation komplexe Räumlichkeiten in tadellosem akustischem Glanz erklingen zu lassen. Im Tieftonbereich konnte kein Unterschied festgestellt werden was einer Anwendung in Surroundanlagen entgegen kommen sollte. Eine Eingangsleistung von 2 mal 30 Watt Sinus sollte für die meisten Einsatzmöglichkeiten genügen. Aller Skepsis gegenüber kabellosen Lösungen ist die RearStation 4 mehr als nur alltagstauglich. Wünschenswert wäre noch eine Auswahl an farblichen Varianten – Insgesamt ist die RearStation 4 eine ausgezeichnete kabellose Klanglösung mit einfacher Bedienung im kompakt zeitgemäßen Design.

Problemlose, leistungsstarke Funklösung mit flexiblen Einsatzmöglichkeiten

Multimedia-Zubehör Mittelklasse
Test 28. Dezember 2010


www.teufel.de/rearstation

Technische Daten
  • Betriebsspannung Netzteile: 100-240 V~, 50/60 Hz
    Leistungsaufnahme, max: 5 W (Sendegerät)
    80 W (Empfangsgerät)
    Ausgangsleistung: 2 x 30 W Sinus (4 Ohm)
    Maße (B x H x T): 110 x 32 x 86 mm (Sendegerät)
    125 x 42 x 180 mm (Empfangsgerät)

Test: Frank Querfurth
Datum: 27. Dezember 2010

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