TEST: Yamaha Soundprojektor YSP-5100 - Verblüffende Surround-Effekte für richtiges Filmvergnügen

07. Januar 2010 (cr)

Einführung

Als "optimalen Partner" für große Flachbildschirme ab 50 Zoll sieht Yamaha den neuen Soundprojektor YSP-5100 für 1450 EUR UVP. Surround-Klang aus nur einer Komponente - dies funktionierte schon in der Vergangenheit bei Yamaha erstaunlich gut, wie vor gut zwei Jahren der YSP-4000 unter Beweis stellte. Nun macht sich der 5100er daran, die Erfolgsstory der Japaner fortzuführen. Mit der Signalverarbeitung für die aktuellen HD-Audioformate ist der Soundprojektor auch für die High Definition-Ära gerüstet. Das "Geheimnis des Erfolges" sind 40 Breitbandchassis, 2 Tieftöner und 2 Hochtöner - mit Hilfe dieser Chassis-Armada soll die akustische Darstellung als räumlich akkurat und intensiv wahrgenommen werden können. Die eingebauten digitalen Verstärker offerieren 120 Watt Gesamtleistung (40 x 2 Watt und 2 x 20 Watt). Mit vier HDMI-Eingängen und einem HDMI-Ausgang wird eine zeitgemäße Anschlussbestückung für eine derartige Komponente offeriert. Mittels "IntelliBeam" wird der Soundprojektor automatisch eingemessen. Ein Stativ aus Pappe, auf dem das Mikrophon positioniert werden kann, um die Einmessung durchzuführen, ist ebenfalls im Lieferumfang enthalten. Der YSP-5100 entpuppt sich als prall gefülltes Ausstattungswunder - zumindest aus akustischer Perspektive. "UniVolume" sorgt für eine automatische Lautstärkeanpassung, vielfältige Abhörmodi mit unterschiedlichen Kanal-Mischverhältnissen und verschiedenen Klangvarianten aus direktem und reflektiertem Schall gehen einher mit 11 DSP-Programmen (drei für Filme, drei für Musik, fünf für Entertainment). Als weiteres spezifisches Merkmal ist die "AirWired" Technologie für die Verwendung drahtlosen Zubehörs vorhanden, ein drahtloses iPod-Dock kann so in Verbindung mit dem YSP-5100 genutzt werden. Damit die komprimierten Musikdateien vom iPod auch akustisch ansprechend übertragen werden, ist der von Yamaha entwickelte und wirksame Music Enhancer mit an Bord, der eine deutliche klangliche Steigerung bei datenreduzierten Formaten realisieren kann. Videoseitig können eingehende analoge Videosignale in digitale gewandelt werden, dabei wird auch ein De-Interlacing vorgenommen. Über eine Upscalingfunktion verfügt der YSP-5100 nicht. Eingehende HDMI-Signale werden durchgeschliffen, aber nicht weiter bearbeitet. Was das Platz sparende akustische Multitalent leistet, lesen Sie im folgenden Test. 

Verarbeitung

Sehr gut eingefasste stationäre Bedienelemente mit gutem Druckpunkt. Sauber gearbeitetes Abdeckgitter

Solide Verarbeitung auch an der Rückseite - die HDMI-Buchsen sitzen fest und gerade in ihren Halterungen

 

Ausgezeichnete Passungen und schlichte, zeitlose Formen. Die Materialqualität ist Yamaha-typisch auf hohem Level

Zur vereinfachten Aufstellung des Setup-Mikrofons ist dieses Selbstbau-Stativ enthalten, das zwar eher einfach gehalten ist, dem leichten Mikrophon aber problemlos Halt gibt

Einzeiliges Punktmatrix-Display mit gutem Kontrast und ordentlicher Ablesbarkeit

Verarbeitungstechnisch agiert der Soundprojektor, typisch für Komponenten aus dem Hause Yamaha, auf hohem Niveau. Wir haben weder an der Oberflächenqualität noch an den Passungen Beanstandungen anzubringen. Der YSP-5100 besteht zwar bis auf das Lautsprecherabdeckgitter aus formstabilem Metall komplett aus Kunststoff, dieser zeigt aber nicht einmal im Ansatz eine billige oder der Preisklasse unwürdige Materialqualität. Auf der Rückseite des Gerätes befinden vier Befestigungspunkte aus Metall, um den Soundprojektor an der Wand zu befestigen. Der YSP-5100 verfügt über ein einzeiliges Punktmatrixdisplay zur Anzeige der betriebsrelevanten Funktionen. Kontrast und Ablesbarkeit sind gut, es wäre allerdings noch besser - auch wenn nicht allzu viel Platz auf der Gerätefront aufgrund der Konzeption des 5100ers vorhanden ist - ein zweizeiliges Display einzusetzen. Die mitgelieferte Fernbedienung sieht ansprechend aus und überzeugt durch die hochwertige Verarbeitung. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Recht groß geratene Fernbedienung

Funktionstasten unter der Abdeckung

Anschlüsse

HDMI-Anschlusssektion

7.1 Vorverstärker-Ausgang

  • 4 x HDMi In

  • 1 x HDMI Out

  • 1 x Component (Pr, Pb, Y) In

  • 1 x Video In

  • 1 x Video Out

  • 1 x Sub. Out

  • 2 x Aux In (Analog)

  • 2 x optischer Digitaleingang

  • 1 x RS232C

Die Anschlussbestückung ist sehr gut, es stehen vier HDMI-Eingänge zur Verfügung. Dies ist für einen normalen AV-Receiver der 1400 EUR-Preisklasse nicht allzu beeindruckend - eher unterer Durchschnitt - für einen Soundprojektor mit geringem Platzangebot hingegen sehr ordentlich. Es findet sich auch ein 7.1 Vorverstärkerausgang.  Für analog eingehende Videosignale sind ein Komponenteneingang sowie ein Composite-Eingang verfügbar. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Menü, Setup und Konfiguration

Set Menü (auch in Deutsch verfügbar)

Das Hauptmenü

Memory:



Laden bzw. Speichern von drei User-Presets

Hier kann der User gleich drei Presets für unterschiedliche Betriebsmodi betreffend Beam-Betriebsart und Klangeinstellung speichern und laden. 

Auto Setup:


1.) Optimierung von Klang (ähnlich wie YPAO bei den normalen Yamaha AV-Receivern, mit Frequenzgangkorrektur etc.)  und der Ausbreitung der  indirektem Schallanteile, indem die optimale Positionierung der Reflexionen im Hörraum ermittelt wird. Dauer ca. 5 min.
2.) Ausschließliche Optimierung der Schallreflexionen
Dauer ca. 3min
3.) Ausschließliche Optimierung des Klangs
Dauer ca. 3min

Die Einmessung arbeitet zuverlässig, das mitgelieferte Messmikrophon wird auf einem Pappstativ befestigt. 

Manual Setup:

Submenü mit drei Punkten

Festlegung der Aufstellposition in zwei Schritten - als Installationsposition stehen "parallel zur Wand" oder "in der Ecke" zur Verfügung. Die Anbringungshöhe kann von 0 bis 3,0 Meter in 0,1 Meter-Schritten justiert werden

Recht komplex - Menü für die manuelle Einstellung der Schallreflexionen mit genauer Justagemöglichkeit auf den optimalen Sweet Spot. Horizontaler und vertikaler Winkel, ein Time Alignment (Beam Travel Length) und eine Anpassung des Fokus sind verfügbar

Festlegung des horizontalen Winkels, dieser ist in 1 Grad Schritten einstellbar. Das selbe geht auch für den vertikalen Winkel. 

Abstand vom Fokus. Damit kann man den Ausgabe-Fokuspunkt verändern und somit den Sweet Spot verkleinern oder vergrößern - je nach dem,  mit wie vielen Personen Filme angehört werden sollen. 

Image Location - Dient zur Einstellung der Position der Frontkanäle

Sound Set Menü:

1.) Tone Control:
 Treble u. Bass: +/- 10dB in 0,5 dB-Schritten

2.) Subwoofer Set:
Bass Out: Subwoofer, Front, Auto
Cross Over: 80/100/120Hz
LFE Level: -20 – 0dB
Distance: In Meters 0,3m – 15,0m

3.) Audio Delay: Auto Lyp Sync On, Off (einzeln regelbar für folgende Kanäle: TV, HDMI 1- 4, Aux1 u. 2)

4.) DRC: Dynamic Range Control:
Adaptive DRC (ON, OFF)
Dolby/DTS DRC (MIN/AUTO, Standard, Max)

5.) Bass Extension: Off, Mid, Deep

6.) Music Enhancer (für stark datenkomprimierte Musikdateien)
für Eingänge AUX 1 – 2, i-Pod On / Off

7.) Channel Level:
Surround L / R, Center, Front L / R in dB, einstellbar von -10 bis +10 dB in 0,5 dB-Schritten

Sound Out Menü:

Weitere Klang-Konfigurationsmöglichkeiten

1.) Einstellung des Beam-Modus in Abhängigkeit des Kanalschemas des Signals

2.) Sound Out:
Sound Ausgang: eingebaute Lautsprecher oder Vorverstärkerausgang
Bei Verwendung des Vorverstärkerausgangs ist des Weiteren einstellbar:
Bass Ausgang: Front, Subwoofer
Frontspeakergröße: Groß, Klein
Centergröße: Klein, Keiner
Pre Out Volume: 0,5 Schritte von -30 – 0,0dB
LFE Level: 1er Schritte von -20 – 0,0dB

Input Menü:

Eingangszuweisung, HDMI-Setup und die Einbindung von Wireless-Zubehör

Eingangszuweisung im Detail

1.) Input Assignment: Analog Audio
Audio1: TV, AUX2, HDMI 1 – 4
Audio2: AUX1 – 2, HDMI 1 – 4
Optical 1: TV, HDMI 1 – 4
Optical 2: AUX1, HDMI 1 – 4
Coaxial: AUX2, HDMI 1 - 4

2.) Input Rename: Umbenennen der Eingänge

3.) HDMI Setup: 
a. Support Audio: YSP-5100, Andere
b. Audio Select: HDMI 1 – 4 An/Aus
c. HDMI Steuerung: An/Aus

4.) Wireless Setup
Wireless Funktion: Ja/Nein
i-Pod-Verriegelung: On, Off
Group ID: A1 – 3, B1 – 3

Display Menü:
1.) F.Display Setup:
Standard Dimmer: Einstellung einer konstanten Displayhelligkeit in vier Stufen
Auto Dimmer: Automatische Anpassung der Displayhelligkeit

2.) OSD Setup
OSD Shift: -5 - +5
OSD Back Color: Blue, Gray, Black, Purple, Red

3.) Language Setup

4.) Unit Setup: Meters, Feet

Wiedergabearten des YSP-5100:

5 Beam Plus2

Dieser Modus ist für die 7.1 Wiedergabe gedacht. Schallstrahlen werden über die linken und rechten Frontkanäle über den Center und über die hinteren Surroundkanäle links/rechts ausgegeben. Die Surroundkanäle links und rechts werden abwärtsgemischt und über den linken und rechten Frontkanal und hinteren linken/rechten Surroundkanäle ausgegeben.  Die Folge ist ein Klangbild, welches aufgrund der berechneten Reflexionen den Zuhörer voll umgibt - in der Praxis ist der Effekt verblüffend, bei unseren BD-Filmbeispielen dachte man tatsächlich, es kämen Effekte "echt" von hinten. Auch bei den Fronteffekten ist die Wirkung hervorragend, es entsteht ein räumliches und weit in die Tiefe gehendes Klangbild, dem jede störende Oberflächlichkeit abgeht. Wichtig für die Nutzung dieses Modus ist "Freiraum" hinter der Couch. Wenn das Sofa direkt an der Wand steht, ist das Reflexionsverhalten in Bezug auf die Hörposition (direkt hinter dem Hörer ist die Wand) suboptimal. Des weiteren eignet sich dieser Modus am besten, wenn man allein oder maximal zu zweit hört, denn der Sweet Spot ist relativ eng bemessen.

5 Beam

Nutzung der Lautsprecher zur Erzeugung eines Klangfeldes mit 5 getrennten Kanälen im Sinne einer klassischen Mehrkanalaufstellung. Erlaubt native Dolby Digital und DTS Ausgabe und die Wiedergabe von Zweikanal-Quellen in Verbindung mit Surround-Aufpolierung. Yamaha gibt die Hinweise, dass die Surroundwiedergabe dann am besten funktioniert, wenn keine Hindernisse im Hörraum die Schallreflexionen, die der Soundprojektor an der Hörraumwand erzeugt hat, auf dem Weg zum Zuhörer stehen.  Bei suboptimalen Bedingungen empfiehlt Yamaha die Nutzung des 3 Beam-Modus, weil in dieser Betriebsart keine Schallstrahlen über die Surroundkanäle ausgegeben werden. 

Stereo + 3 Beam

Die vorderen linken und rechten Kanäle sowie der Centerkanal werden nicht an die Wände reflektiert, sondern strahlen direkt zum Hörer wie bei einer herkömmlichen frontalen Wiedergabe. Mittels Reflexionen arbeiten die Surroundkanäle, sie sorgen für Räumlichkeit. Yamaha sieht diesen Modus als ideal für die Wiedergabe von Live-Aufnahmen auf DVD an, weil der direkte Live-Charakter von musikalischen Darbietungen gut herausgestellt wird und die Bühnendarstellung mit Substanz und Präzision erfolgt. 

Stereo + 3 Beam Plus2

Normaler Klang wird über den linken und rechten Frontkanal sowie über den Center ausgegeben - damit die Präzision und Ortungsschärfe in vollem Umfang gegeben ist. Schallstrahlen werden über die hinteren linken/rechten Surroundkanäle ausgegeben. Die normalen linken und rechten Surroundkanäle bestehen aus Klanganteilen der linken und rechten Frontkanäle und der Schallreflexionen der hinteren Surroundkanäle. Ideal eignet sich dieser Modus für Live-Aufnahmen von Musik-Konzerten auf BD/DVD mit 7.1 Tonspur.

Stereo

Stereoausgabe über linke und rechte Lautsprecher, ohne Erzeugung von Reflektionen. Möglich ist 2-Kanal- und 5-Kanal-Stereo.

3 Beam

Erzeugung einer räumlichen Frontkulisse über Center und Frontkanäle mit Raumreflektionen. Ermöglicht einen erweiterten Hörpositionsbereich, so dass man in diesem Modus gut mit mehreren Personen Filme anhören kann. Auch kann diese Betriebsart eingesetzt werden, wenn sich die Hörposition nahe der rückwärtigen Wand des Hörraums befindet, so dass der linke und rechte Schallstrahl nicht von der Wand in korrektem Umfang reflektiert werden kann. 

DSP-Modi

Der YSP-5100 verfügt des Weiteren über unterschiedliche DSP-Programme:

  • Bei den Film-Programmen finden sich Sci-Fi (sehr weitläufig, lebendiger, großer Surroundbereich), Spectacle (effektvolle, nachdrückliche und sehr gut strukturierte Wiedergabe) sowie Adventure (gleichmäßig klare und räumlich dichte Darstellung, sehr dynamisch im groben wie im feinen)

  • An Musik-DSPs stehen Music Video (soll eine lebhafte Atmosphäre erzeugen), Concert Hall (großer runder Konzertsaal mit viel Präsenz und reichhaltigem Klangbild, der virtuelle Sitz des Zuhörers ist mittig vorn nahe der Bühne) sowie Jazz Club (simuliert die Akustik von "The Bottom Line", einem berühmten New Yorker Jazzclub).

  • Der Bereich "Entertainment" beinhaltet die DSP-Programme "Sport" (für Sport-Liveübertragungen), "Drama" (für dramatische Werke, mit stabilem Nachhall und klarer Dialogwiedergabe), "Talk Show" (mit authentischer Stimmwiedergabe bei Live-Talkshows), Game (für eine intensive Soundkulisse bei Konsolen- und PC-Games) sowie Mehrkanal-Stereo. 

Videosektion

Der YSP-5100 agiert folgendermaßen:

  • Eingehende analoge Signale werden auf die digitale Ebene gewandelt.

  • Dabei findet ein De-Interlacing statt, welches qualitativ gut ist. Das Bild erscheint relativ sauber, es tritt nur geringes Bildzittern auf. Bewegungen werden ansonsten flüssig wiedergegeben. Die Bildschärfe ist voll befriedigend, die Plastizität ist gut. 

  • Eingehende HDMI-Signale können den YSP-5100 nur passieren - es findet keine Signalverarbeitung statt.

  • 1080p/24 Hz-Signale werden ohne Beanstandungen durchgeschliffen. 

Fazit Ausstattung und Menüführung:

Verschiedene Beam-Betriebsarten und unterschiedliche DSP-Programme sorgen für eine üppige Ausstattung. Bezüglich der Menügestaltung hätten wir den Vorschlag zu unterbreiten, dass sich Yamaha hier der deutlich besseren Menüstruktur der größeren und großen AV-Receiver und AV-Verstärker bedienen sollte - das sehr schlichte OSD erscheint altbacken. Die Videosektion des Soundprojektors ist eher spärlich ausstaffiert. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Klang

Yamaha hat in vielen Generationen die Soundprojektor-Technologie verbessert und verfeinert. Durch die spezielle Arbeitsweise mit Raumreflexionen ist der Installationsaufwand eines Soundprojektors etwas höher als bei herkömmlichen Soundbars, die sich psychoakustischer Effekte bedienen und nach dem Motto "Plug&Play" schnell betriebsfertig sind. Zwar vereinfach Yamaha durch das gut arbeitende Einmesssystem ebenfalls die Inbetriebnahme, durch das Arbeitsprinzip aber sollte man der Aufstellung des Soundprojektors und der Gestaltung des Hörraumes mehr Aufmerksamkeit widmen. So müssen die Raumwände zwecks der Erzeugung von Schallreflexionen eingesetzt werden können. Auch ist eine relativ zentrale Positionierung des Fernsehgerätes mit dem darunter liegenden Soundprojektor von Vorteil. Sicherlich können kleinere Aufstellungsdefizite durch das eingebaute Einmesssystem kompensiert werden, aber gröbere Schnitzer sollten vermieden werden. 

Wer sich mit diesen Gegebenheiten vertraut gemacht und seinen Soundprojektor entsprechend eingerichtet hat, darf sich allerdings über akustische Ergebnisse und Erlebnisse freuen, die den Besitzern einfacher gestrickter Soundbars für immer verborgen bleiben werden. Im entsprechenden Beam-Modus macht die Yamaha Soundbar seinem stolzen Besitzer tatsächlich glauben, es kämen Effekte von hinten. Als Beispiel nehmen wir "Star Wars Episode 3", also eine herkömmliche DVD, und wenden uns der Eröffnungsschlacht oberhalb von Coruscant zu. Als Beam-Modus verwenden wir "5 Beam plus 2" und sind von der Räumlichkeit sehr angetan, schon, als in der Eröffnungssequenz der gigantische Sternzerstörer ins Bild fliegt, entsteht ein realistischer akustischer Gesamteindruck. An dieser Stelle raten wir Interessenten, gleich noch die Anschaffung eines nicht zu schwachbrüstigen aktiven Subwoofers mit einzuplanen, damit das Film- und Musikvergnügen zur Gänze ausgekostet werden kann. Yamaha hat im Produktportfolio verschiedene Alternativen, hier wird jeder Käufer seinen Favoriten küren können. Kommen wir zurück zum Beginn von Episode III. Als die beiden Jäger von Obi-Wan und Anakin von hinten angeflogen kommen und den Sternzerstörer passieren, erscheint der Anflug der Jäger wirklich von hinten zu erfolgen. Weniger aufwändig konstruierte Soundbars suggerieren zunächst ebenfalls den Effekt, Surroundgeräusche von hinten zu produzieren, der erfahrene Listener aber lässt sich nicht überlisten und stellt rasch fest, dass eine nicht der Realität entsprechende Räumlichkeit aufgebaut wird, die nicht auf echten Reflexionen beruht  und somit eine authentische Ausgestaltung liefert, sondern sich psychoakustischer Grundlagen bedient. 

Auch das heftige Feuergefecht wird gekonnt übertragen - Trümmerstücke zerberstender Raumschiffe fliegen gut lokalisierbar und authentisch am Zuhörer vorbei. Sehr überzeugend setzt sich der Soundprojektor auch bei "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (englisch, Dolby TrueHD 5.1, Modus 5 Beam) in Szene. Schon zu Filmbeginn liefern sich zwei übermütige junge Pärchen ein kleines Rennen mit der Limousine des Armeekonvois mit den finsteren Gesellen an Bord. Der Music Score und die Fahrtgeräusche trennt der Soundprojektor sauber voneinander - die Musik "klebt" dabei keinesfalls im Gehäuse des YSP-5100, sondern breitet sich frei und klar im Raum aus - hier ist gegenüber früherer Generationen der Yamaha Soundprojektoren ein hörbarer Fortschritt zu erkennen. Als dann der Armeekonvoi in Richtung AREA 51 abbiegt und die Fahrzeuge kurz darauf am Wachposten ankommen, wird der kurze und heftige Schusswechsel dynamisch und nachdrücklich dargestellt. Weniger erfahrene Anwender werden sich verblüfft im Hörraum umschauen, wo denn die weiteren an dieser eindrucksvollen Darbietung beteiligten Schallwandler Aufstellung beziehen, und werden erstaunt feststellen, dass ihre Blicke ins Leere wandern. Nur versierte Anwender werden zwar erstaunt sein, wie gut der YSP-5100 agiert, aber zugleich feststellen, dass eine "richtige" Mehrkanalanlage mit physisch vorhandenen Boxen ein nochmals deutlich authentischeres Klangbild realisiert, da die erzielbaren Schalldrücke höher ausfallen können als beim Reflexionsprinzip. Zaubern kann man auch bei Yamaha nicht. Als sich kurze Zeit später vernehmlich das große Hangartor öffnet, wird auch dieses Geräusch vom YSP-5100 sehr gut erfasst. 

Bei "Stirb Langsam 4.0" (englisch, DTS-HD Master Audio) bringt der YSP-5100 die Szene, in der die Wohnung von Matthew Farrell in Schutt und Asche gelegt wird, akustisch sehr gut zur Geltung. Die Schusswechsel finden akustisch gesehen auch hinter oder neben dem Auditorium statt - eine Person, zwei oder drei Personen haben hier wirkliches Filmvergnügen. Mit noch mehr Zuschauern wird es "eng" im Sweet Spot - wer ihn vergrößert bzw. verändert, was problemlos geht, bekommt dann nicht mehr die Ortungsschärfe und Präzision bei der Effektwiedergabe. Sehr sauber steuert der YSP-5100 einen angeschlossenen aktiven Subwoofer an, auch bei großem Pegel fehlen unschöne Sprünge und Verzerrungen. Bei "Vivere - Live in Tuscanny" von Andrea Bocelli (PCM 5.1)  beweist der YSP-5100, dass er auch mit Musik sehr gut zu Recht kommt. Er gibt Andreas Stimme mit Substanz und Klarheit wieder. Gleichzeitig rutschen die begleitenden Instrumente nicht aus dem Fokus, sondern werden mit erstaunlich detailreichem Aufbau erfasst und wiedergegeben. Natürlich wird der erfahrene Musikliebhaber Nachbesserungspotential erkennen, aber für die Gerätegattung ist es hervorragend, was der YSP-5100 leistet. Eine gewisse Schwäche findet sich nur z.B. beim Abklingen des Flügels, hier fehlt es etwas an Finesse. Wir raten, wie auch von Yamaha empfohlen, bei musikalischem Quellmaterial auf einen der Beam-Modi zurückzugreifen, bei dem die Frontkanäle nicht als Schallreflexion, sondern als direkter Schall ausgestrahlt werden.  Bei "Baraka" (DTS-HD Master Audio) erfreuen Räumlichkeit und Lebendigkeit gleichermaßen, die atmosphärische Dichte liegt hoch. 

iPod:

Separat erhältliches iPod-Dock

Separat erhältlich ist das YIT-W10 wireless iPod-Dock. Schnell und problemlos erfolgt die Anmeldung des Docks am Soundprojektor. Man kann ferner das kleine Dock aus der Basis herausnehmen und so den eingedockten iPod bequem mit auf die Couch nehmen, um von dort aus das Musikprogramm zu gestalten (siehe auch Yamaha Wireless iPod/iPhone Soundstation PDX-50) und sozusagen mit dem iPod den YSP-5100 fernzubedienen. Im Gegensatz zu einer Bluetooth-Verbindung ist kein Pairing notwendig. Dadurch, dass es keine Latenzzeit bei der Übertragung gibt, werden auch Filme, die sich auf dem iPod befinden, problemlos wiedergegeben. Die Klangqualität ist wirklich gut, vor allem dann, wenn man den Music Enhancer hinzuzieht. Er nimmt MP3- und AAC-Dateien ihre Dynamik- und Hochton-Defizite und sorgt für einen überraschend klaren und lebendigen Gesamtklang. 

Konkurrenzvergleich:

  • Denon Soundbar DHT-FS5: Die sehr viel preiswertere und einfacher gestrickte Denon Soundbar erfreut nach wie vor mit guten Ergebnissen, hat aber - man beachte die Preisverhältnisse - gegen den bis ins Detail ausgeklügelten YSP-5100 besteht aber verständlicherweise keine Chance. Wer eine preislich faire "Austauschmöglichkeit", die auch noch kompakt und leicht bedienbar ist, für die oftmals schlechten Lautsprecher des Flachbildschirms sucht, fährtz mit der DHT-FS5 goldrichtig. Wer hingegen richtiges Heimkinofeeling haben möchte, aber keinen Platz oder keine Lust hat, alle dafür erforderlichen Lautsprecher aufzustellen,  nimmt besser Yamahas Soundprojektor. 
  • Samsung Blu-ray Soundbar HT-BD8200 mit Wireless-Subwoofer: Ein "Rundum-sorglos-Paket" hat Samsung mit der HT-BD8200 auf die Beine gestellt. Ohne weitere Kosten erhält der Kunde ein leistungsstarkes Gesamtpaket - eine Soundbar mit drahtlosem Subwoofer, einem mitgelieferten iPod-Dock, verschiedenen Netzwerkfunktionen und einem integrierten Blu-ray-Player mit voller Videofunktionalität. Für einen Marktpreis von 800 EUR überzeugt die Samsung Lösung mit kompletter Ausstattung, klarem Bild und harmonischem Sound. Ein so umfassendes, räumlich dichtes, kraftvolles und facettenreiches Klangbild wie beim YSP-5100, der zudem durch seine DSP- und Beam-Modi auftrumpft, kann bei der HT-BD8200 allerdings nicht erwartet werden. 
  • Philips HTS 8160B Blu-ray-Soundbar: Ohne iPod-Sounddock und ohne Netzwerkfunktionalitäten, aber mit BD-Player (allerdings nicht drahtlos) und mitgeliefertem Subwoofer, tritt die Philips Soundbar in den Ring. Mit etwas weniger Ausstattung, dafür klarem, recht präzisen Sound und einem scharfen, detailreichen Blu-ray-Bild ist auch die HTS 8160B ein interessantes Produkt. Die gestiegene klangliche Präzision im Vergleich zur Samsung-Lösung wird aber mit einem nur durchschnittlichen Tiefgang des Subwoofers bezahlt. Apropos bezahlen - mit rund 1000 EUR ist die Philips-Lösung relativ kostspielig - und mit dem YSP-5100, der als  Ersatz zumindest für eine kleine "richtige" Heimkinoanlage fungieren kann, ist die Philips-Soundbar nicht zu vergleichen, es hapert an Räumlichkeit, Kraft und Dynamik. 

Fazit Klang:

Wenngleich der Yamaha Soundprojektor natürlich auch nicht die Grenzen der Physik sprengen und eine "richtige" Mehrkanal-Lautsprecherkonfiguration komplett ersetzen kann, so ist es im höchsten Maße beeindruckend, was die Komponente an Klangqualität bereit stellt. Räumlichkeit, Ortungsmöglichkeit für Effekte, Dynamik und Nachdruck verdienen sich höchsten Respekt. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse und Gerätekategorie: Ausgezeichnet - hervorragend.

Gesamt-Fazit und absolute Einordnung

On Top: Yamaha YSP-5100

Gerade etwas anspruchsvollere Anwender, die sich nicht mehr auf reinem Einsteigerniveau - akustisch und ausstattungstechnisch - bewegen möchten, den Aufwand, ein komplettes, physisch vorhandenes Mehrkanalsetup aufzubauen, aber scheuen, liegen genau im Fokus des Yamaha YSP-5100. Der Preis mutet auf den ersten Blick recht hoch an, vor allem dann, wenn man bedenkt, dass die Konkurrenten oft noch mit eingebautem Blu-ray-Player, mitgeliefertem Subwoofer sowie erweiterten Multimedia-Möglichkeiten auftrumpfen. Wer gleich so denkt und zu einem günstigeren Konkurrenzprodukt umschwenkt, verpasst aber das Beste: Echtes Home Cinema-Feeling mit nur einer Komponente (plus optionalem Subwoofer). Gegen die klangliche Performance des YSP-5100 verblassen auch gute, günstigere Soundbars regelrecht. Die aufwändige Idee, anstatt mit Psychoakustik mit real existierenden Schallreflexionen zu arbeiten, zahlt sich unter akustischen Gesichtspunkten voll aus. Der Installationsaufwand ist natürlich etwas größer, die Zeitspanne bis zur endgültigen Inbetriebnahme fällt ebenfalls höher aus - aber der YSP-5100 entschädigt dafür mit Facettenreichtum, Effektvielfalt, Klarheit und Dynamik. Er liefert selbst bei der Musikwiedergabe eine reife Leistung ab und löst den Klang gut von den Lautsprecherchassis. Man kann also ohne Übertreibung festhalten, dass der YSP-5100 hier in einer eigenen Liga spielt. Die Ausstattung mit verschiedenen Beam-Modi sowie den schon fast legendären Yamaha DSP-Programmen ist üppig, nur an Videofunktionen hapert es etwas. Es ist nicht möglich, digital eingehende Videosignale in irgendeiner Art und Weise zu bearbeiten. Auch analog eingehende Videosignale können nur in digitale konvertiert und de-interlact, nicht aber hochskaliert werden. Die Anschlussbestückung ist angemessen, die Verarbeitung von Hauptgerät und Fernbedienung ausgezeichnet. Die Bedienung könnte noch einfacher sein - Yamaha sollte das auch optisch in einer anderen Liga spielende OSD, bekannt z.B. aus dem Yamaha RX-V3900, ebenfalls beim YSP-5100 einsetzen. 

Yamahas Geniestreich: Dynamisch, räumlich und facettenreich klingender Soundprojektor mit üppiger akustischer Ausstattung

Soundbar/Soundprojektor Oberklasse
Test 07. Januar 2010

 

 

+ Erstaunlich realistische Darstellung aus räumlicher Sicht
+ Grobdynamisch sehr gut
+ Neutraler und klarer Klang
+ Saubere Ansteuerung des aktiven Subwoofers
+ Viele Beam- und DSP-Programme
+ Drahtlose Einbindung von iPod-Dock möglich
+ Gutes De-Interlacing analog eingehender Videosignale
+ Solide Verarbeitung

- karge Videoausstattung
- Sehr schlichte OSDs
- Recht kostspielig

Technische Daten

(Angaben laut Yamaha)

· Beam Drivers 4cm x 40 Breitbandchassis + 2,5cm 2 Hochtöner 
· Woofers 11cm x 2 Tieftöner
· Digital Amplifier 120W Gesamtleistung: 40 x 2W + 2 x 20 W) 
· IntelliBeam (Automatische Systemeinmessung)
· On-Screen Display 
· Listening Mode 5 BeamPlus2 Ja Stereo + 3 BeamPlus2 Ja Stereo + 3 Beam Ja 5 Beam Ja 3 Beam Ja Stereo 
· CINEMA DSP Movie 3 x Movie Music 3 x Music Entertainment 5 x Entertainment 
· HDMI Interface 4 Eingänge/1 Ausgang (1080p) Color (30/36 Bit), x.v. Colour, Auto Lip-Sync-Korrektur und CEC 
· HD Audioformat-Signalverarbeitung  
· Video-Aufwärtskonvertierung von Analogvideo auf HDMI Digitalvideo 
· UniVolume (automatische Lautstärkeanpassung) 
· AirWired-Technologie für optionales kabelloses Zubehör 
· Adaptive DRC, Music Enhancer und Bass Extension 
· FM Tuner Built-in 
· iPod Compatibility via Wireless Transmitter 
· Wireless Subwoofer Compatibility 
· Compressed Music Enhancer 
· Optional Wall Hanging Bracket SPM-K30 
· Power Consumption 55W 
· Standby Power Consumption 0.5 W 
· Dimensions (W x H x D) 1200 x 212 x 90 mm 
· Weight 11 kg

Test: Carsten Rampacher
07. Januar 2010