TEST: Yamaha 7.1 AV-Receiver RX-V765 - flexible Schaltzentrale mit Top-Videosektion
24.08.2009 (cr/phk)


Einführung
Für 599 EUR (UVP) bietet Yamaha seit kurzem eine voll ausgestattete
AV-Schaltzentrale an - für diesen Betrag wechselt der RX-V765 den Besitzer, der
sich in neuer, hochwertiger Optik und mit Pro Logic IIz sowie vier
HDMI-Eingängen voll auf der Höhe der Zeit präsentiert. Mit an Bord sind
natürlich Decoder für alle aktuellen HD-Tonformate sowie mit "Cinema DSP
3D" die neueste Generation der berühmten Yamaha DSP-Programme, die bei
diesem preislich relativ günstigen Modell aber nur für die Aufbereitung
herkömmlicher Tonformate eingesetzt werden können und nicht für die aktuellen
HD-Tonformate ausgelegt sind. Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, DTS-HD
High-Resolution Audio und DTS-HD Master Audio werden ausschließlich direkt
weiter gereicht. Insgesamt 17 Cinema- und HiFi-DSP-Programme sind für die
herkömmlichen Formate verfügbar. Auch das automatische Einmess- und Room EQ-System
YPAO ist selbstverständlich in der Featureliste zu finden. 145 Watt pro Kanal
stehen an Leistung im Datenblatt. Videoseitig können analog eingehende
Audiosignale auf bis zu 1.080p hochskaliert und de-interlacet werden. Weitere
Neuerungen betreffen das Gerätedisplay (nun weiß und nicht mehr
bernsteinfarben, neue Grafik) sowie die Fernbedienung, die optisch etwas den
IR-Controllern der Top-AV-Verstärker DSP-Z7
und DSP-Z11 angeglichen wurde. Ob der
RX-V765 das Zeug zum Bestseller hat, haben wir für Sie untersucht.
Technik und Neuerungen
Was steckt an Technik im RX-V765? Zunächst zu nennen sind die vier
HDMI-Eingänge, die alle aktuelle Spezifikationen (CEC-fähig, Deep Colour und
xv. Colour-Support) erfüllen. Auch kann der 765 eine zweite Hörzone bedienen
(Endstufenzuweisung oder Pre-Out für Anschluss eines eigenen Zone 2
Verstärkers).
Unterschiede zum RX-V663 (Vorgänger):

Neue Fernbedienung

Neues Display, neue DSP-Programme

Nun stehen 4 HDMI-Eingänge zur Verfügung
| |
RX-V663 |
RX-V765 |
| HDMI-In |
2 |
4 |
| HDMI-CEC |
nein |
ja |
HDMI Through
im Standbybetrieb |
ja (40 W Stromverbrauch) |
ja (1-3 W Stromverbrauch) |
| Video-Upconversion |
nur Signaldurchleitung |
Scaling/De-Interlacing bis
1080p |
| Cinema DSP 3D |
nein |
ja |
| Adaptive DRC |
ja |
ja - in verbesserter Form |
| Neues User-Interface |
nein |
ja |
Eingangsquellen-
Verbindungen |
8 |
14 |
| Gerätedisplay |
bernstein |
weiß |
| Fernbedienung |
altes, schwarzes Modell |
neues, schwarz-silbernes
Modell |

Vier "Scene" Tasten zum Schnellzugriff auf
Funktionsketten
Gründlich überarbeitet wurde auch der innere Aufbau. Mehr
Präzision, mehr Grob- sowie Feindynamik sollen die hörbaren Folgen sein.
Tonal ist eine hohe Natürlichkeit ohne Einfärbungen das Ziel der
Yamaha-Entwickler. Eine realistische Abbildung mit flüssigen Übergängen und
perfekt abgestimmte DSP-Programme sorgen für eine hohe akustische
Leistungsfähigkeit. Um dies technisch zu realisieren, wurden die Signalwege
innerhalb des Gerätes drastisch verkürzt, zudem wurde die Stromversorgung neu
entwickelt. Eine komplette Separierung der Stromversorgung zwischen analoger und
digitaler Sektion ist ebenfalls neu. Neu im 765 sind auch die Cinema DSP 3D
Programme mit nahtloseren Übergängen für ein optimal geschlossenes Klangbild
und einen atmosphärisch dichten Sound. Um die Vorzüge auszunutzen, sind Front
Presence Lautsprecher notwendig - diese sind räumlich oberhalb der Front-LS zu
platzieren und werden auch für Dolby Pro Logic IIz benötigt.
Verarbeitung außen

Saubere seitliche Einpassung der Frontblende

Hochwertige Gerätestandfüße

Haptisch und optisch überzeugender Lautstärkedrehregler

Tadellose Verarbeitung der mitgelieferten, neu designten
Fernbedienung
Verarbeitung innen

Übersichtliches Innenleben

Elko-Sektion

Sehr sauberes Endstufenlayout - vorbildlich für die
Preisklasse

Flachbandkabel

Ordentlich zusammen gefasste Kabelstränge

Sensor am Kühlkörper

Platinenlayout

Trafo
Insgesamt hat Yamaha mit dem RX-V765 auch bezüglich der
Verarbeitungsqualität einen weiteren Schritt nach vorn gemacht. Gerade das
Innenleben erscheint uns nun sichtbar aufgeräumter, das neue Endstufenlayout
hat uns aus optischer Sicht überzeugt. Die Verkabelung erscheint insgesamt
übersichtlicher. Sauber verarbeitet ist die ebenfalls neue Fernbedienung, die
sich im Design an den IR-Gebern der Topmodelle orientiert. Das neue, nun weiße
Gerätedisplay punktet mit hoher Auflösung und akkurater Integration. Die auf
der Gerätefront untergebrachten Regler und Bedienelemente sind ebenfalls
einwandfrei verarbeitet, die Gerätestandfüße erscheinen für die Preisklasse
als sehr hochwertig. Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur Preisklasse:
Ausgezeichnet - hervorragend.
Anschlüsse

Rückseite

Lautsprecherkabel-Anschlussterminals
Hinten:
-
4 HDMI-Eingänge, 1 HDMI-Ausgang
-
iPod-Dock-Anschluss für YDS-11 (optional erhältlich)
-
2 optische und 2 koaxiale Digitaleingänge
-
7.2 Pre-Out mit 2 Ausgängen zum Anschluss aktiver Subwoofer
-
7.1 Externeingang
-
2 Komponenteneingänge
-
Video-Monitorausgänge; FBAS, Komponente
-
4 x Cinch-Stereo-analog-In, plus 1 x Phono-In, 1 x
Cinch-Stereo-analog-Out
-
4 x FBAS-In, 1 x S-Video-In, 1 x FBAS-Out (plus der schon
aufgeführte Monitorausgang)
-
Remote in/out
-
Antennenanschluss
-
12 V Trigger Ausgang
-
LS-Schraubanschlüsse für alle Kanäle inklusive Front
Presence
Vorn:
Bilanzierend bietet der RX-V765 eine sehr gute Anschlussauswahl,
was man an den umfangreichen HDMI-Eingängen und auch am 7.2
Vorverstärkerausgang sehr gut festmachen lässt - ein derartiger Pre-Out fehlt
dem Konkurrenten von Onkyo, dem Onkyo TX-SR607,
der dafür noch mehr HDMI-Verbindungsmöglichkeiten mitbringt. Gesamtnote
Anschlüsse in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. Konfiguration,
Setup und Bedienung

Grafisch schlichtes Grundmenü
YPAO Einmeßsystem

Start von YPAO
Das Einmeßsystem aus dem Hause Yamaha scheint zuverlässige Arbeit zu verrichten. Nach Einstecken des Setup-Mikrofons wird eine automatische Konfiguration der Lautsprecherkomponenten vorgenommen. 1 Minute und 25 Sekunden schnell ist YPAO und misst nur an einer Hörposition ein. Die ermittelten Parameter sind relativ genau, manuell nachbessern mussten wir nicht.
Menü

Manueller grafischer Equalizer

Einfach verständliches manuelles Lautsprecher-Setup

Nicht gelungenes Menü zum manuellen Pegelabgleich
Speaker Setup
• Auto Setup: Automatische Lautsprechereinstellung mittels YPAO
• Manual Setup: Manuelle Einstellung
A) Extra SP Assign: Zone2/Presence/None, Zone2 Menu (not)Available, Lautsprechergröße einstellen, Übernahmefrequenz, Subwoofer Phase Normal/Reverse
B) Level: Pegeleinstellung der Lautsprecher (Balkenanzeige, keine dB-Werte)
C) Distance: Lautsprecherabstand zum Hörplatz einstellen in 0,1m-Schritten
D) Equalizer: EQ Type Select: Auto PEQ/ GEQ (manuelle Pegeleinstellung verschiedener Frequenzen)/ Off
E) Test Tone On/Off
Sound Setup
Lip Sync-Einstellung
Ausführliche Signalinfos
• Dynamic Range: Min/Auto, STD, Max
• Lipsync: HDMI Auto On/Off, Auto Delay 0-240ms in 1er Steps, Manual Delay 0-240ms in 1er Steps
Function Setup
HDMI-Menü
• HDMI: Control Off/On, Standby Through Off/On, Audio Output Amp/TV/Amp+TV, Resolution Through/576p/720p/1080i/1080p, Aspect: Through/Smart/16:9
• Display: Dimmer -4 bis 0, FL Scroll Once/Continue, OSD Shift -5 bis +5
• Volume: Adaptive DRC Auto/Off, Max Volume -30 bis +16.5 dB, Initial Volume: Off/Mute
• Input Rename: Namensänderung der Eingänge inkl. Vorlagen z.b. „Blu-Ray“, „DVD“
• Zone 2: Zone 2 SP
DSP Parameter
• Anzeige des derzeit gewählten DSPs, ist keiner gewählt wird hier „Straight – No Parameter“ angezeigt
Memory Guard
• On/Off
Drückt man auf der Fernbedienung die „Options“-Taste öffnet sich für den derzeit angewählten Eingang folgendes
OSD-Menü:
• Volume Trim -6dB bis +6dB
• Decoder Mode Auto/DTS
• Extended Surround Auto/ES,EX/Off
• Signal Info: Audio Format/Channel/Sampling/Bitrate, Video In/Out
Das Menü ist übersichtlich gehalten und gerade für Einsteiger sehr gut zu bedienen. Leider ist die Menüsprache komplett in Englisch gehalten und kann nicht verändert werden, dies kann bei einigen technischen Ausdrücken zu Verwirrung führen. Die vorhandenen Funktionen sind zwar nicht übermäßig umfangreich, elementare Einstellungen fehlen aber nicht. Lediglich eine dB-Angabe bei der Pegeleinstellung der Lautsprecher hätte sich als vorteilhaft erwiesen.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Testequipment
Klang
Modus Straight, YPAO deaktiviert - von Hand eingemessen:
Andrea Bocelli, Melodramma, LPCM 5.1:
Die Stimme Bocellis zu Beginn des Konzertes kommt sehr angenehm zum Publikum.
Die vokale Ausprägung stimmtypischer Charakteristika gelingt dem 765 für diese
Preisklasse sehr gut. Auch die Einarbeitung des Vogelzwitscherns und der
Kirchenglocken im Hintergrund erfreut durch die tadellose Präzision. Als das
Konzert beginnt, beweist der Yamaha erneut sein Talent bei der Stimmwiedergabe -
bis auf kleine vokale Details, die nur sehr deutlich teurere AV-Receiver
herausarbeiten, bietet der 765 eine sehr gefällige und natürliche Wiedergabe
mit reiner Tonalität ohne störende Einfärbungen. Der Bassbereich bringt viel
Volumen mit, ganz unten herum merkt man dem Yamaha aber seine Preisklasse an:
Hier agieren teurere Modelle präziser und bringen mehr tieffrequente Details
zum Vorschein. Für seine bescheidene Preisklasse aber ist das
Leistungspotential hoch.
Within Tempation, Black Symphony, Intro, LPCM 5.1:
Der Choral kommt recht ausdrucksstark zur Geltung. Die tonale Ausgewogenheit
des RX-V765 ist auch hier von Vorteil. Das begeisterte Publikum wird dynamisch
und ungefiltert präsentiert. Die subtilen Bassgebilde beim Aufbau der
Klangkulisse werden für einen 600 EUR AV-Receiver ausgezeichnet erfasst und
sauber sowie mit erstaunlichem Tiefgang durch die sehr präzise Ansteuerung des
aktiven Subwoofers wiedergegeben. Der langsame, spannungsgeladene und mit
mystischen Elementen versehene Aufbau wird vom 765 mit intensiver Räumlichkeit
übertragen. Die Pegelfestigkeit ist erstklassig - der Yamaha befeuert enorm
souverän und gleichmäßig auch einen knapp 30 Quadratmeter messenden Raum mit
enormer Lautstärke. Erst sehr spät beginnt der Bereich zwischen unteren Mitten
und Bass etwas aufzuweichen. Bilanzierend gibt der Yamaha gerade bei dieser BD
eine erstklassige Figur ab und lässt so manchen 1.000 EUR AV-Receiver alt
aussehen - gerade die dichte, echt erscheinende Surround-Klangkulisse ist auch
für diese Einschätzung verantwortlich.
Stirb Langsam 4.0, Kapitel 5.Tonspur englisch DTS-HD Master Audio:
Die gute Stimmwiedergabe zeigt sich auch beim Dialog McLane - Farrell aufs
Neue. Als dann Gabriels Killer ins Geschehen eingreifen, überzeugt der Yamaha
mit spontaner Reaktion seiner Endstufen - die Grobdynamik ist hervorragend.
Raumfüllend und effektstark gibt der 765 die Actionsequenz wieder. Bei Stirb
Langsam 4.0 werden auch kleinere Details gut erkannt und schnell ins
Gesamtgefüge eingearbeitet (Rollen des Feuerlöschers auf dem Boden). Die
Schusswechsel werden mit Nachdruck und Weitläufigkeit vorgetragen -
erstaunlich, wie erwachsen der neue Yamaha AV-Receiver akustisch vorgeht. Die
Schüsse aus McLanes Handfeuerwaffe und den MPs der Killer sind bezüglich
Volumen und Tonalität deutlich voneinander zu unterscheiden. Der Music Score
wird kraftvoll mit eingebunden. Der Hochtonbereich erscheint sehr lebendig und
tritt deutlich in Erscheinung.
Modus Straight, YPAO aktiviert:
Batman - the Dark Knight, Dolby True HD 5.1, englisch: Yamaha hat es
geschafft, mit YPAO ein leistungsfähiges EQ- und
Lautsprecherkalibrierungssystem einzubauen, welches sich in der Betriebsart
"Natural" sehr gut schlägt. Im Vergleich zur "Parametric
EQ Off" Einstellung wirken die Front-/Surroundübergänge fließender, das
gesamte Klangbild erscheint wie aus einem Guss. YPAO macht nicht den Fehler, wie
es ältere LS-Einmessysteme machen, und lässt den Bass "verhungern" -
vielmehr wird auch mit aktiviertem YPAO ein ordentlicher Nachdruck geboten, die
Präzision bei der niederfrequenten Wiedergabe steigt aber hörbar. Zudem wird
der Hochtonbereich "entschärft", gerade bei großer Lautstärke
erscheinen die Höhen etwas milder, ohne aber bedeckt oder matt zu wirken. Der
straffe, sehr gut eingebundene Mitteltonbereich ist schon ohne YPAO sehr zu
loben.
Herkömmliche Tonformate, Qualität der DSP-Programme:
- Batman - the Dark Knight, deutsch, Dolby Digital 5.1, DSP "Spectacle":
Die Gesamtdynamik gleich zu Beginn des Films steigt bei aktiviertem DSP. Das
Klangbild erscheint noch nachdrücklicher, das Glas der Scheibe, die aus
ihrem Rahmen gesprengt wird, spritzt noch intensiver nach allen Seiten
weg. Der Basseinsatz wirkt noch massiver, ohne an Präzision
einzubüßen. Stimmen werden nach wie vor sehr charakteristisch
wiedergegeben und nicht bezüglich des Stellenwertes zu sehr nach hinten
gerückt.
- James Bond 007, Stirb an einem anderen Tag, DTS 5.1, deutsch, DSP "Spectacle"
versus DSP "Adventure": Bei der deutschen DTS-Tonspur
können wir nur das "Adventure" DSP empfehlen - es entfaltet hier
im direkten Vergleich (Bond fährt mit dem Aston Martin zum Eispalast) eine
nochmals intensivere Weitläufigkeit, der Music Score erscheint
facettenreicher, der Sound entwickelt insgesamt mehr Tiefe und ist besser
gestaffelt. Das Motorengeräusch des kraftvollen englischen Sportwagens
erscheint durch die geringere Dröhnneigung des Adventure-DSPs noch
realistischer.
- Fluch der Karibik, DTS 5.1 deutsch, DSP Spectable versus DSP Adventure:
Das Spectacle DSP hat bei dieser Tonspur absolut seinen Reiz - noch mehr
Punch und gleichzeitig kaum ein Strukturverlust gegenüber der "Straight"
Übertragung. "Adventure" aber weiß ebenfalls zu gefallen - mehr
Präzision im Bass und ein erstklassiges Gefühl intensiv wahrgenommener
Räumlichkeit.
Stereo versus Stereo to Surround vs. Yamaha HiFi-DSP - Bedrich Smetana,
"die Moldau":
- Stereo: Der Yamaha enttäuscht auch im Stereobetrieb nicht. Eine
dynamische Vorstellung mit guter Detailliert wird auch den hörerfahrenen
Anwender freuen. Anstatt vordergründig und emotionslos zu spielen, löst
der RX-V765 souverän seine Eintrittskarte in die nächsthöhere Preisklasse
- auch in der 800 EUR-Liga hätte uns eine so fundierte, räumlich
glaubwürdige Stereo-Performance sehr positiv überrascht.
- Pro Logic II: Auch in PLII Music setzt sich der Yamaha ausgezeichnet in
Szene. Er offeriert eine natürliche Räumlichkeit, die keinen merkbaren
unnatürlichen Hall mit hinzufügt. Die Präsenz der Front-Klangkulisse
bleibt somit praktisch in vollem Umfang erhalten, lediglich die
Tiefenstaffelung bei hinteren musikalischen Ebenen nimmt leicht ab. Die
instrumentale Ausstrahlung und die fließende, mitreißende sowie emotionale
Darstellung der wunderschönen Symphonie sorgt für eine exzellente
Vorstellung.
- DTS Neo:6: Nicht mithalten mit der Performance von PLII Music kann Neo:6.
Musikalische Ebenen verlaufen ineinander, es hapert an der Fähigkeit,
sauber auseinander zu differenzieren. Auch wirkt der obere Mitteltonbereich
leicht überbetont, während der eigentliche Hochtonbereich zu gedämpft
erscheint. Die Räumlichkeit auf den Surroundkanälen ist weniger
ausgeprägt.
- HiFi-DSP, "Hall Vienna": Yamaha stellt hier die große Kompetenz
beim Programmieren hochwertiger DSPs unter Beweis - real existierende
Räumlichkeiten, in diesem unseren Falle der Wiener Musikverein, werden
exakt akustisch vermessen. Mit schon beinahe filigranem Ausklingen der
Instrumente und einer sehr sensiblen, brillanten, aber gleichzeitig
fließenden Spielweise der Streicher setzt das Yamaha DSP hier klar die
Maßstäbe. Die schöne, feindynamisch deutlich über Preisklassenniveau
liegende Auskleidung aller Frequenzbereiche mit präzisem, sehr gut
gestaffelten Bass hat uns über alle Maßen gefallen.
Die DSP-Bearbeitung ist den herkömmlichen Tonformaten und verlustfreiem LPCM
bis maximal 96 kHz vorbehalten: Dolby TrueHD, DTS-HD Master/HR kann nicht
nachbearbeitet werden.
Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet -
hervorragend.
Video
576i Videomaterial, zugeführt mittels Komponente, Up-Conversion auf HDMI
1080p, AVEC Professional Test DVD:
- Schriften in verschiedenen Geschwindigkeiten vor verschieden farbigem
Hintergrund: Der RX-V765 macht für die Preisklasse einen sehr guten Job.
Nur leichte Nachzieheffekte und Doppelkonturen sind zu erkennen, ansonsten
überzeugen Farbtrennung und Flüssigkeit der Wiedergabe. Auch erzeugt der
kleine Yamaha ein überraschend scharfes Bild. Beim roten Hintergrund sind
leichte Rauschmuster erkennbar.
- Pendel in verschiedenen Geschwindigkeiten: Exzellent differenziert der
Yamaha selbst bei schneller Pendelbewegung das Pendelinnere, das scharf und
klar dargestellt wird. Die Linie, über die das Pendel gleitet, zittert
minimal, ebenso weist die Pendelspitze leichte Unreinheiten auf. Für ein
600 EUR-Gerät aber eine tolle Darbietung.
- Stadtbild von Esslingen: relativ stabiles Bild bei der Kamerafahrt, gute
Durchzeichnung der Hausdächer, nur leichte Flimmereffekte, gute Bildtiefe,
sehr schönes Differenzierungsvermögen bei der Darstellung der
Pflastersteine auf dem Weg in der Parkanlage. Hoch liegende Gesamtschärfe,
sehr satte Grünwiedergabe, sonst ausgesprochen natürliche
Farbdarstellung.
576i Filmmaterial, zugeführt mittels Komponente, Up-Conversion auf HDMI
1080p, Star Wars Episode III, Eröffnungssequenz:
- Star Wars-Schrift zu Beginn: Hervorragende Farbtreue, nur die weiter nach
hinten laufendende Teile der Schriften weisen leichte Störmuster auf. Recht
ruhiger Lauf
- Sterne im Star Wars-Universum: Der RX-V765 holt erstaunlich viele Sterne
auf den Bildschirm.
- Sternzerstörer - Bildschärfe und Detailtreue sowie Kontrast des im
Dunkeln liegenden Flügels: Sehr gute Kontrastdynamik auch bei kleinen
Differenzen. Hohe Gesamtbildschärfe, gute Detailtreue. Nur etwas Flimmern
und etwas Unruhe an manchen Kanten.
- Jäger, die den Sternzerstörer passieren: Leichte Rauschmuster bei den
schnellen Bewegungen, ansonsten erstaunlich scharfe Bewegungswiedergabe
- Abknicken der Jäger von Obi Wan und Anakin in die Raumschlacht: Tadellose
Bildtiefe, gute Detaillierung auch der weiter unten liegenden Raumschiffe
und Raumstationen.
- Durchzeichnung der Gesichter von Obi-Wan und Anakin: Akkurate
Herausarbeitung der Gesichtszüge, gute, aber etwas blasse Farbgebung, im
letzten Detail leichtes Verwischen - insgesamt aber sehr gefällig.
- Bildruhe insgesamt: Für die Preisklasse sehr gut.
Bilanzierend ist die Videofunktionalität für diese Preisklasse ungemein
gut. Alle Basisparameter weisen eine hohe Güte auf. Natürlich kann von einem
AV-Receiver mit einem Kaufpreis laut UVP von 600 EUR nicht erwartet werden, dass
das De-Interlacing und das Upscaling im absoluten Zusammenhang neue
Referenzwerte aufstellen. Schon aufgrund des preislichen Gesamtgefüges, in
welches sich der RX-V765 einordnet, ist er eher zum Zusammenspiel mit guten 42
Zoll LCD-TVs und Plasma-Fernsehgeräten der Mittelklasse ausgelegt und weniger
darauf optimiert, an einem Full HD Beamer eine exzellente Figur zu hinterlassen.
Vergleichen wir bezüglich der Videoqualität aber mit Komponenten früherer
Generationen, so ist festzuhalten, dass mittlerweile die Leistungsstärke der
eingebauten Videosektionen auf einem Level ist, den man vor drei oder vier
Jahren nur bei einem gut 1.000 EUR teuren AV-Receiver gefunden hätte.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.
Audio- und Video-Konkurrenzvergleich
Nachdem die wirklich begeisternden Yamaha AV-Receiver längere Zeit
hauptsächlich in höheren Preisklassen beheimatet waren, gelingt den
DSP-erfahrenen Japanern mit dem RX-765 nun in der hart umkämpften 600 EUR-Liga
ein absolutes Spitzenprodukt. Während sich nun mancher Leser vielleicht fragen
wird, wieso es gerade bei den AV-Receiver so viele Top-Tests gibt, möchten wir
in diesem Bericht über den RX-V765 einmal etwas weiter ausholen, um unserer
Leserschaft keine Frage schuldig zu bleiben. Tatsache ist, dass es kaum eine
andere Sparte an Unterhaltungselektronik-Komponenten gibt, in dem so viele
erstklassige Geräte vorhanden sind wie bei den AV-Receivern/Verstärkern. Bei
diversen LCD-Fernsehern und Blu-ray-Playern, bei Multimediazubehör,
Lautsprechern oder Handys geben wir uns genau so Mühe, durch eine entsprechende
Vorauswahl nur Modelle zu testen, die aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit hoch
interessant sind. Aber aufs Ganze gesehen scheinen bei diesen Produktsparten
doch noch Mängel durch, die zwar selten eklatant, aber doch partiell störend
sind - vor allem wenn man das Verhältnis von Preis, Leistung und
Einsatzmöglichkeiten beleuchtet. Damit ist gemeint, dass sicherlich auch
Preisklassen-Referenzen wie dieser hier besprochene Yamaha oder aber der Onkyo TX-SR607
sicherlich noch ein paar kleine Mankos haben, aber der AV-Receiver ist im
Gegensatz zu "Spezialisten" wie einem LCD-TV oder einem BD-Spieler der
Dreh- und Angelpunkt der heutigen HD-Heimkinoanlage. Er sorgt für guten Ton,
schleift Videosignale durch oder bearbeitet diese sogar, er ist für den Betrieb
in mindestens einer zusätzlichen Hörzone geeignet und misst sich auch noch
automatisch auf die akustischen Gegebenheiten im Hörraum ein. Also eine ganze
Flut von Funktionen, von denen Geräte wie der RX-V765 keine auch nur
befriedigend, sondern insgesamt sehr erfreulich erfüllen. Für diese ganze
Performance-Power sind zudem vergleichsweise humane Kaufpreise fällig,
bezugnehmend auf den Yamaha oder den Onkyo TX-SR607
reden wir von Straßenpreisen um die 450 EUR. Das hat mit den 800 DM
AV-Receivern vor 10 Jahren nichts mehr zu tun - hier wird große Leistung zum
kleinen Preis geboten. Nun wird das Argument aufkommen, dass wir dann einfach
andere Maßstäbe anlegen sollen - aber wozu? Nur bei den AV-Receivern von einem
generell höheren Leistungsniveau im Vergleich zu anderen Komponenten auszugehen
und dementsprechend schlechter zu bewerten, wäre unserer Ansicht nach nicht der
richtige Weg. Warum sollte man die Entwickler solcher Maschinen um ihren
verdienten Lohn bringen? Die Geräte leisten für ihr Geld extrem viel, und das
wird auch honoriert. Die nächste Frage wird sein, wie dann eine
Differenzierungsmöglichkeit für die größtenteils hervorragenden AV-Receiver
gegeben sein soll - doch dies ist relativ einfach, und wer sich die Mühe macht,
nicht nur das Fazit, sondern den gesamten Bericht zu lesen, wird herausfinden,
dass jedes Gerät auf ein anderes Userprofil zugeschnitten ist. Darum von
"besser" und "schlechter" zu sprechen, wäre falsch - ist
der Lamborghini oder der Ferrari der "bessere" Sportwagen? Antwort -
beide faszinieren und bieten ein extrem gutes Feeling, sind aber
grundverschieden. Als filigrane Drehzahlmaschine mit messerscharfer Reaktion
brilliert der Ferrari, als ultramassive Schubmaschine mit rauem Charme setzt der
Lamborghini Akzente. So ähnlich verhält es sich, um auf unsere Vergleiche
zurück zu kommen, auch mit dem Onkyo TX-SR607
und dem Yamaha. Während der Yamaha sich als Videomeister mit Maßstäbe
setzender DSP-Sektion für die Wiedergabe herkömmlicher Tonspuren profiliert, punktet der Onkyo mit einem nochmals
schöneren Sound und einer etwas höheren Pegelfestigkeit. Beide kokettieren mit
der Möglichkeit, zusätzliche Front High-Lautsprecher aufzustellen, um ein noch
intensiveres klangliches Erlebnis bereit zu stellen. Yamaha spricht von
"Front Presence", während Dolby beim System Pro Logic IIz dies mit
"Front High" umschreibt. Vergleichen wir den aktuellen Yamaha RX-V765
mit dem letztjährigen RX-V663,
so ist ein sehr deutlicher Aufwärtstrend festzustellen. Kreideten wir dem 663
noch die wenig Begeisterung weckende Videosektion an, so ist genau die
Bildsignalverarbeitung das Aushängestück beim 765. Hier hat Yamaha die
Schwächen des 2008er Gerätes präzise erkannt und gekonnt ausgemerzt. Der 765
ist so gut, dass er mit nochmals wirkungsvolleren DSPs und der eben erwähnten
sehr hochwertigen Videosektion im Yamaha-internen Vergleich sogar den höher
positionierten RX-V863 im wahrsten
Wortsinne "alt aussehen" lässt. Die leicht mildere, aber ebenso
brillante und durchhörbare Hochtonwiedergabe und ein wenig mehr
Nachdrücklichkeit wird aufgeboten, Feinarbeit an den DSPs sorgt für eine
weiter gestiegene Praxistauglichkeit.
Fazit

Leistungsstark und hochwertig präsentiert sich der RX-V765
Der Yamaha RX-V765 darf getrost als Meilenstein für Yamaha angesehen werden,
ist dieser preiswerte AV-Receiver doch in der Lage, das hohe Ansehen der großen
Yamaha AV-Verstärker und -Receiver-Modelle nun in eine bürgerliche Preisklasse
zu transportieren. Yamaha hat beim 765 konsequent die Schwachstellen vergangener
kleinerer AV-Receiver-Modelle erkannt und beseitigt. So bietet der RX-V765 nun
eine für die Preisklasse exzellente, leistungsfähige Videosektion mit
tadellosem De-Interlacing und Upscaling. Des Weiteren ist der innere Aufbau nun
sehr ordentlich, das Wirrwarr vergangener Generationen ist nicht mehr
anzutreffen. Überhaupt begeistert die sehr hochwertige Verarbeitung praktisch
ohne Abstriche. Klanglich bietet der natürlich und klar klingende AV-Receiver
eine sehr stringente Auslegung, die tonal überraschend neutral ist. Wer im
Detail Anpassungen vornehmen möchte und leine eicht interpretatorische
Wiedergabecharakteristik wünscht, ist in der Lage, gezielte Optimierungen über
die leistungsstarke DSP-Sektion vornehmen zu können. Minuspunkt des 765 ist die
altbackene Gestaltung des nur in Englisch verfügbaren OSDs. Gerade die
Konkurrenz on Onkyo bietet mittlerweile auch in diesen Preisklassen eine
grafisch deutlich bessere Leistung. Bilanzierend aber tritt der RX-V765
bärenstark auf und beweist mit Nachdruck, was in der Preisliga (UVP) bis 600
EUR mittlerweile an Performance möglich ist.
Mit dem RX-V765 schafft Yamaha in der 600 EUR-Liga den Sprung
zurück an die Klassenspitze - besonders dank der exzellenten DSP- und
Video-Sektion

AV-Receiver Preisklassenreferenz untere Mittelklasse
+ Überragende Videosektion
+ In Grundeinstellung natürlicher und klarer Klang
+ DSP-Programme mit ausgezeichneten Optimierungsmöglichkeiten
+ Sehr gute Anschlussbestückung
+ Hochwertige Verarbeitung
+ Günstiger Kaufpreis
- Altbackene Menügrafik
Absolute Einordnung
Wie wir bereits beim obigen Konkurrenzvergleich schriftlich erfasst haben,
herrscht, dies ist als ausgesprochen erfreulich festzuhalten, bereits in sehr
günstigen Preisklassen ein hohes Leistungsniveau vor. Geräte wie der hier
getestete Yamaha RX-V765 können problemlos mit Lautsprechersets zwischen 600
und 2500 EUR betrieben werden und weisen somit auch bezüglich der
Einsatzmöglichkeiten eine hohe Flexibilität auf. Wer des Öfteren mit hohem
Pegel fährt, wird aber nicht davor bewahrt, für den Support im
leistungsintensiven Bassbereich zusätzlich auf einen aktiven Subwoofer zu
setzen. Zudem sollte man sich, wenn man in Hörräumen über 30 Quadratmeter
richtiges Heimkino-Flair erleben möchte, einen leistungsstärkeren AV-Receiver
der Liga ab ca. 1.000 EUR anschaffen. Auch derjenige, der hohe feindynamische
Ansprüche stellt und auch ein Lautsprecherset einsetzt, dass diese akustisch
umzusetzen weiß, sollte sich selbst den Gefallen tun und mehr Geld investieren
- denn bei allen Stärken, die ein 600 EUR (UVP) AV-Receiver mittlerweile
aufweist, darf nicht vergessen werden, dass mit einem solchen Gerät erst der
Einstieg in die faszinierende Welt des richtigen Home Theater-Feelings vollzogen
ist - die Aufstiegsmöglichkeiten nach oben sind immens und beinahe unbegrenzt,
wenn man bereit ist, ein entsprechendes finanzielles Potential
freizusetzen.
Grundfeatures laut Yamaha-Website:
Wichtige Funktionen:
Neue SCENE Tasten (BD/DVD, TV, CD, Radio) – schnell und einfach zu handhaben
Dekoder für die HD Tonformate
iPod kompatibel mit optionalem YDS-11 iPod – Dock
iPod Titel werden auf dem Frontdisplay angezeigt.
Neue Fernbedienung
Zone 2 Steuerung
Klangqualität:
Kraftvoller 7-Kanal-Surround-Sound mit 145W/Kanal
Burr-Brown 192kHz/24-Bit D/A-Wandler für alle Kanäle
Pure Direct
Bildqualität:
Analog Video Aufwärtsskalierung auf 1080p
Unterstützt 1080p-Signale über HDMI (4 Eingänge und 1 Ausgang)
Deep Color (30/36Bit), x.v.Colour, 120Hz/24Hz Bildwiederholfrequenz und Auto Lip-Sync
Surround-Extras:
CINEMA DSP 3D mit 17 DSP Programmen mit Adaptive DSP - Pegel
Compressed Music Enhancer verbessert den Klang von komprimierten Musiksignalen
Audio Delay für Lippensynchrone Tonwiedergabe (0–240ms)
Text: Carsten Rampacher, Philipp Kind
24. Juli 2009
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