TEST: Yamaha Wireless iPod/iPhone Soundstation PDX-50
17. Februar 2009 (cr/jw)

Geeignet für den iPod

Geeignet fürs iPhone
Einführung
Für 245 EUR (UVP) offeriert Yamaha das iPod-Soundsystem PDX-50.
Besonderes Kennzeichen ist die Wireless-Signalübertragung zwischen iPod/iPhone
und dem Lautsprechersystem. Das hat zur Folge, dass man den iPod nicht in ein
Dock inmitten des Lautsprechers einsetzt, wie sonst meist üblich, sondern
einfach einen kleinen Wireless-Sender unten an die Systemschnittstelle
anschließt - und schon klappt die drahtlose Signalübertragung zwischen Sender
und Empfänger. Was das optisch attraktive PDX-50 im Praxisbetrieb leistet,
lesen Sie im folgenden Testbericht.
Verarbeitung

Gute Detailverarbeitung mit nur leicht variierenden
Spaltmaßen

Interessanter Kontrast aus leicht angerautem Kunststoff für
Gehäuseseiten sowie den Rahmen oben und der hochglänzend-strukturierten
Oberfläche

Gut eingepasstes Lautsprecher-Schutzgitter

Filigran wirkendes Dongle
Die PDX-50 wäre kein typisches Yamaha-Produkt, wenn uns die
Verarbeitung nicht überzeugen würde. Das interessante Design auf der
Gehäuseoberfläche ist sehr sauber integriert und bietet einen individuellen
Touch. Das Stoffgitter sitzt präzise und wirft keine Falten. Auch der kleine
Dongle und die Empfangseinheit, die an das iPhone oder an den iPod gesteckt
wird, sind akkurat zusammen gebaut. Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur
Preisklasse: Sehr gut - ausgezeichnet.
Ausstattung/Technik

Steckt der iPod im Dongle, wird er geladen

Dongle mit separatem Netzteil

Netzteilanschluss am Lautsprecher

Der Sender wird einfach aufs iPhone oder auf den iPod
aufgesteckt
Die Idee ist genial: Wo es andere Hersteller vorsehen, den
iPod oder das iPhone in ein Dock zu setzen, welches wiederum direkt in die
Soundstation integriert ist, geht Yamaha einen anderen Weg. Hier gibt es als
eine Einheit das Lautsprechersystem, welche von zwei weiteren Komponenten
ergänzt werden. Zum einen die kleine Sendeeinheit, die über die
Systemschnittstelle mit iPod oder iPhone Kontakt aufnimmt und die drahtlose
Weiterleitung (Yamaha-Jargon "AIR WIRED", drahtlose
PCM-Signalübertragung ohne Latenzzeit) des Signals an den Lautsprecher
übernimmt, und das kleine Dongle, in das der Sender eingeklinkt werden kann.
Ist die Sendeeinheit nebst iPhone oder iPod im Dongle, werden iPhone oder iPod
automatisch geladen. Das Dongle nimmt über ein kompaktes Netzteil Kontakt mit
einer Steckdose auf. Ein weiteres Netzteil wird mitgeliefert, um die
Lautsprecherbox mit dem Stromnetz zu verbinden. Die im Lautsprecher eingebauten
Endstufen stellen 2 x 15 Watt an Leistung zur Verfügung. Die verbauten
Lautsprecher-Breitbandchassis haben eine Größe von 2 x 8 cm. Der Frequenzgang
reicht von 60 Hz bis 20 kHz. In Schwarz oder Grau ist das System erhältlich.
Die Soundstation wiegt 1,7 kg und weist Abmessungen von (B x H x T) 350 x 128 x
125 mm auf.
Mit dem iPhone 3G 16 GB und mit einem iPod Nano 4 GB der letzten
Generation arbeitete die PDX-50 ohne Schwierigkeiten zusammen. Da das Sound-Dock
offiziell als Zubehör fürs iPhone lizenziert ist, gibt es auch keinerlei
Störungen oder Probleme. Während die Musik weiter läuft, kann man auf dem
iPhone SMS schreiben oder den Kalender checken. Sehr clever: Der
Lautstärkeregler am Lautsprecher läuft synchron mit der Lautstärkereglung des
iPods - so kann man den Pegel bequem vom Sofa über iPhone oder iPod regeln.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - das PDX-50 stellt eine
echte Innovation dar, auch wenn wir zumindest elementare
Klang-Regelmöglichkeiten (Höhen, Tiefen) vermissen. So reduzieren sich die
Bedienelemente auf einen zentral untergebrachten Lautstärkeregler.
Klang iPod/iPhone

Sehr gute Zusammenarbeit mit dem iPhone
Klanglich bietet das PDX-50 Ausnahme-Leistungen - so
nachdrücklich, klar und dynamisch geht das Lautsprechersystem zu Werke. Schon
die Pegelfestigkeit verblüfft. Zwar leidet, wenn man wirklich laut hört, die
gebotene Räumlichkeit, aber es sind kaum Verzerrungen zu vernehmen. Die meisten
Kontrahenten steigen bei den Lautstärken, die das partyfähige PDX-50 noch
locker aus dem Ärmel schüttelt, ohnehin aus. Hier kann weder das
JBL On Time 200iD noch das JBL On Stage 200ID
mithalten. Sie wirken schneller überfordert, während das PDX-50 frech im
Jagdrevier des teureren (rund 300 EUR) Klipsch iGroove
wildert. Als sehr unempfindlich zeigte sich in allen Testreihen die
drahtlose Übertragung: Es wird praktisch kein wahrnehmbares Rauschen
produziert, der Klang wirkt in keinster Weise komprimiert oder matt im
Hochtonbereich. Nur zweimal brach kurz die Verbindung ab. Gerade die
verblüffende Klarheit bei der Wiedergabe hoher Frequenzen hat uns verblüfft.
Auch der Übergang vom Mittel- in den oberen Mitteltonbereich und von dort aus
in den Hochtonbereich ist überaus gelungen - sogar "Nessun Dorma" in
der Interpretation von Paul Potts wird für ein solches iPod Sound-Dock
ausgesprochen ansprechend wiedergegeben. Die PDX-50 schafft es, die Dramatik der
Darbietung gut zu erfassen, das absolut Überraschende und bislang Einzigartige
in dieser Gerätekategorie ist aber, dass die PDX-50 sogar bezüglich der
Feindynamik gute Ergebnisse erzielt. Dies zeigt sich auch beim 90er Jahre
Charthit "Always" von Erasure. Kleine dynamische Unterschiede während
des Aufbaus des Songs bis zum Refrain ertönen mit erstaunlichem
Differenzierungsvermögen. Bei "I like Chopin" von Gazebo kommt das
Piano sehr klar und gut umrissen zur Geltung.
Der leicht indifferente,
schwammige Klang, der oft bei solchen kompakten Lautsprechersystemen zu
vernehmen ist, fehlt hier beinahe völlig. Dass das PDX-50 zudem die Stimme gut
von den instrumentalen Elementen trennt, ist ein weiterer Pluspunkt der Yamaha
iPod Soundstation. Die gut aufgebaute Akustik kennzeichnet auch die Wiedergabe
von John Parrs "St. Elmo's Fire". Dass die Aufnahme ursprünglich von
eher bescheidener Qualität ist, beweist die etwas blecherne vokale Einfärbung
- an dieser trägt das Sound-Dock keine Schuld, wobei ein kleiner EQ schon
nützlich wäre - dann könnte man solche Probleme zumindest abschwächen. Zwar
ist in iPod und iPhone ein EQ eingebaut, dieser aber taugt nicht wirklich viel,
so dass wir ihn lieber deaktivieren. Bei "Up where we belong" von J.
Cocker und J. Warnes gefällt die feinsinnige Wiedergabe der Frauenstimme. Aber
auch Joe Cocker kommt sehr natürlich zum Auditorium, einen so klaren
Hochtonbereich kennen wir kaum von iPod-Soundstationen. Die gerade bei mittleren
Lautstärken verbreitete Räumlichkeit suggeriert gekonnt, es mit einem deutlich
größeren Lautsprechersystem zu tun zu haben. Dynamisch und nachdrücklich - so
kommen die "Lessions in Love" von Level 42 zur Geltung. House-Fans
werden ebenfalls zufrieden über das Leistungsvermögen der PDX-50 sein.
Natürlich - bei den treibenden Bässen muss man trotz der guten Pegelfestigkeit
etwas Vorsicht walten lassen, denn wer es übertreibt, wird mit Dröhen und
Verzerrungen bestraft. Auch die Yamaha-Entwickler können nicht zaubern und
komplett verheimlichen, dass es sich um ein sehr kompaktes Gehäuse handelt. Der
sehr gute Hochtonbereich, der mit guter räumlicher Ausleuchtung und
erstaunlicher Präzision überzeugt, ist immer wieder verblüffend. Das 2008er
Remix des Calvin Rotane Klassikers "I believe" kommt sehr effektstark
und räumlich dicht zur Geltung. Die PDX-50 spielt zackig und lässt sich nicht
lange bitten - ein fader und farbloser Auftritt ist der schicken Sound-Lösung
so fremd wie Thomas Gottschalk ein Bundeswehr-Kurzhaarschnitt. Bilanzierend sind
wir im höchsten Maße positiv überrascht von der akustischen Präsenz der
PDX-50 - daher vergeben wir unter Berücksichtigung von Gerätekategorie und
Kaufpreis die Gesamtnote "Ausgezeichnet".
Fazit

Yamaha ist noch relativ neu im Marktsegment der iPod/iPhone-Sounddocks
vertreten. Dafür bietet das gut verarbeitete PDX-50 gleich eine geballte
Innovations-Ladung zum fairen Kaufpreis. Dank der Wireless-Signalübertragung
kann man den iPod oder das iPhone bequem auf dem Sofa in der Hand halten,
anstatt sich mit einer meist winzigen Fernbedienung herumzuärgern, die erst
nach mehrmaligem Tastendruck den gewünschten Befehl zum iPod im Sounddock
sendet, wird diese unangenehme Problematik clever umgangen. Die drahtlose
Signalübertragung funktionierte sehr gut. Der Sound, den das PDX-50 zur
Verfügung stellt, ist von Klarheit und Dynamik geprägt. Zudem ist die
Pegelfestigkeit für ein System dieser Größenordnung tadellos. Insgesamt ist
das PDX-50 eine echte Bereicherung auf dem Markt der iPod/iPhone-Docks und
überzeugt durch das problemlose Handling im Alltag.
Für iPod und iPhone geeignete, flexibel einzusetzende
Wireless-Soundlösung mit dynamischem Klang

iPod-Zubehör Mittelklasse
Test 17. Februar 2009
Preis-/Leistungsverhältnis          
+ Dynamische und klare Wiedergabe
+ bei mittleren bis leicht erhöhten Pegeln sehr gute Räumlichkeit
+ Lebendiger Hochtonbereich
+ Tonal überraschend neutral abgestimmt
+ Cleveres, funktionales Wireless-System
+ Für die technische Innovationskraft fairer Kaufpreis
+ Gute Verarbeitung
- Keine eingebauten Klangregler
Test: Carsten Rampacher
17. Februar 2009
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