TEST: Teufel Mini-Stereoanlage Impaq 40 - Hörfreude in 2.0 ?

30. November 2009 (cr)

Teufel goes Stereo

Impaq 40 - hochwertig und zeitlos

Einführung

Teufel goes Stereo - in letzter Zeit besonders intensiv, wie das zu einem Einführungspreis von 329 EUR (20 EUR unter späterem Verkaufspreis) erhältliche 2.0 Stereosystem Impaq 40 mit USB-Eingang verdeutlicht. Als Sinusausgangsleistung gibt Teufel 2 x 25 Watt an, was für kleinere Lokalitäten wie das Gäste- oder Arbeitszimmer ohne Probleme ausreicht. Neben den Quellen CD und USB gibt es noch einen UKW (mit RDS)/MW-Tuner mit 40 Speicherplätzen. Die mitgelieferten, hochwertig erscheinen 2-Wege-Lautsprecher im zeitgemäßen Klavierlackfinish können auf Wunsch - ein entsprechender Ausgang ist am CD-Receiver vorhanden - durch einen aktiven Subwoofer ergänzt werden. Entsprechende tieffrequente Offerten finden sich im Teufel-Produktportfolio. Auf umfangreiche DSP-Programme verzichtere Teufel bewusst bei diesem eher puristisch ausgelegten Gerät. Es finden sich aber Bass- und Höhenregler. Optional ist  - für die Einbindung des iPods - das iTeufel-Dock lieferbar, so wird die Funktionalität weiter ausgebaut. Lautsprecherkabel (2 x 5 Meter) packt Teufel erfreulicherweise gleich mit ins Package. Was Teufels 2.0-System leistet, lesen Sie im folgenden Test. 

Verarbeitung

Saubere Passung der Gehäusefront aus seitlicher Sicht

Eher selten anzutreffen: Prima Standfüße werden oft einfach weggelassen, es finden sich dann nur simple Gumminoppen

Das Display löst ordentlich auf, zeigt aber teilweise wenig Informationen

Relativ dünne CD-Lade: Erst öffnet sich eine breitere Klappe, dann fährt die Lade heraus

Innenleben im Detail - recht übersichtliche Verkabelung

Netzteil

Gesamtübersicht - Innen

Durchschnittlich hochwertige, übersichtliche, recht schmale und gut in der Hand liegende Fernbedienung mit befriedigender Reichweite, aber etwas schmalem Arbeitswinkel

Schön gerundete Kanten bei den Lautsprechern 

LS-Terminals

Die Impaq 40 ist sauber verarbeitet - die Gerätefrontblende ist gut eingepasst, der Lautstärkedrehregler liegt griffgünstig zur Hand. Die Rückseite verfügt über sauber eingepasste Terminals, die Lautsprecherkabel-Anschlussbuchsen sind in Schraubform ausgeführt. Der kleine CD-Receiver verfügt über ordentliche Gerätestandfüße. Die CD-Lade befindet sich hinter einer Klappe - erst gleitet die Klappe zurück, dann fährt die eigentliche Lade heraus. Der innere Aufbau ist ordentlich, es finden sich keine größeren Mängel. Der Preisklasse entsprechend ist das Niveau bei den verwendeten Bauteilen. Die recht schmale, mitgelieferte Fernbedienung ist übersichtlich gehalten, aber komplett unbeleuchtet. Der Arbeitswinkel ist etwas schmal, die Reichweite ist befriedigend. Die beiden sehr attraktiven 2-Wege-Boxen sind mit schön gerundeten Kanten versehen. Die Gehäuseoberfläche wirkt für diese Preisliga sehr hochwertig. Anstatt billiger Klemmanschlüsse befinden sich hinten vergoldete Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Anschlüsse und Ausstattung

An Anschlüssen sind vorhanden:

Rückseite:

Anschlüsse hinten

USB-Anschluss, Line In, Stereo-Cinch - Eingänge auf der Frontseite, die unteren sind normalerweise unter einer Abdeckung verborgen, die gut eingepasst ist

  • Schraubterminals für die beiden Boxen
  • Subwoofer-Vorverstärkerausgang
  • Cinch Analog REC-Out (Stereo)
  • 3 x Cinch Analog-Eingänge (Stereo)
  • Antennenanschluss für UKW/MW-Tuner

Frontseite:

  • USB-Eingang
  • Kopfhörerausgang
  • 3,5 mm Miniklinken Line-In
  • Cinch Analog-Eingang (Stereo)

Ausstattung

Hochtöner

Tieftöner

Mit Gitter

  • Wiedergabe von MP-3-Dateien, die auf einem USB-Stick untergebracht sind. Leider gibt das Display der Impaq 40 keine Informationen zu den Titeln, sondern zeigt nur Titel und Laufzeit des aktuellen Stücks an.
  • Bass- und Höhenregler. Sehr gut zu bedienen mittels des zentralen "Tone" Reglers auf der Fernbedienung.
  • RDS-Tuner (UKW)
  • Laufwerk liest Audio-CD/CD-R/CD-RW
  • Kompatible Audio-Formate MP3 und MP3 Pro
  • Class AB Verstärkereinheit
  • 2 x 25 Watt Sinusleistung
  • Maximal 120 Watt Stromaufnahme
  • Standbyverbrauch weniger als 2 Watt
  • B x H x T 27,5 x 12,5 x 35 cm, Gewicht 5,8 kg
  • Boxen: Langzeitbelastbarkeit 59, Kurzzeitbelastbarkeit 80 Watt
  • Zweiwege-Bassreflex-Konstruktion
  • 130 mm Kunstfaser-Tieftöner
  • Hochtöner: 25 mm Gewebe-Konstruktion
  • Vergoldete Anschlussklemmen
  • B x H x T 20 x 32 x 27,4 cm, Gewicht 7,2 kg
  • CD-Receiver und Lautsprecher sind nur im Paket erhältlich

Gesamtnote in Relation zu Preisklasse und Gerätekategorie Gut - sehr gut. 

Klang
  • Blank&Jones, the Singles: Die preiswerte kleine Stereoanlage lässt bei den Hörproben echte Teufel-Talente durchblitzen: Bei „the Nightfly“ geht sie agil und nachdrücklich ihrer Aufgabe nach, ein dynamisches sowie klares Klangbild zu produzieren. Sie kann dank überraschenden Kraftreserven auch größere Hörräume prima beschallen. Uns hat zudem erstaunt, wie gut der Sound von den Lautsprechern gelöst wird. Mit sehr harten Kickbässen („Cream“) tauchen kleine Probleme auf – der Bass wirkt nicht hart und durchdringend genug. Verzerrungen oder andere unschöne Nebengeräusche werden aber kaum wahrgenommen. Klanglich ist die Impaq 40 relativ neutral ausgelegt. Kein Frequenzbereich erscheint über- oder unterrepräsentiert. Ganz untypisch für die Preisklasse wirken auch die Mitten erwachsen und fundiert. Der Grundtonbereich erscheint frisch und gut strukturiert. Sehr gut – mit tadelloser Raumwirkung – kommt der Beginn von „Desire“ zum Ausdruck. Der hier etwas andere Beat wird mit Verve und Schwung wiedergegeben. 
  • Nightwish, Highest Hopes: Wie das Teufel-System mit sehr kraftvoller, nachdrücklicher Musik zurecht kommt, haben wir bei „Wish I Had An Angel“ aus dem Hause Nightwish nachgeprüft. Sauber und akkurat zieht das Impaq 40 auch bei höherer Lautstärke seine Bahn. Die Dynamik ist zwar nicht überbordend und der Bass nicht mit immenser Energie versehen, dafür bleibt das Spiel präzise und nachvollziehbar. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten gelingt der kleinen Teufel-Anlage prima. Die Stimmen neigen auch bei größeren Pegeln nicht zu einer spitzen oder zischelnden Darstellung, sondern bleiben ordentlich durchstrukturiert. Die räumliche Wirkung nimmt bei sehr großer Lautstärke etwas ab, bei normalem bis etwas gehobenem Pegel jedoch ist sie überraschend gut. Die glaubwürdige Bühne würde man einem so preiswerten System nicht zutrauen. 
  • Johann Strauß, Walzer: Beim weltberühmten, diffizil wiederzugebenden Kaiserwalzer untersuchten wir, wie das Impaq 40 mit komplex aufgebauter Musik klar kommt. Der langsame, vielschichtige Aufbau gleich zu Beginn entlockt uns sogar gewisse emotionale Regungen, während es ansonsten bei derartig preisgünstigen Stereoanlagen eher kühl in unserer Gefühlswelt bleibt. Die Teufel Anlage gibt dank tonaler Neutralität auch die Streicher gut wieder. Sie erscheinen recht sauber durchmodelliert, wenngleich der Klassikliebhaber mit gehobenem Anspruch natürlich Feinheiten vermisst. Als Zweitanlage fürs Schlafzimmer oder die kleine Bibliothek aber dürften sich auch erfahrene Zuhörer durchaus mit der Berliner Neuheit anfreunden können. Das Klangbild hat eine erstaunlich geschliffene Wirkung und zeigt Walzer-typische Ausprägungen in Form von schwungvoller Gesamtcharakteristik und einem ordentlichen Management der Dynamiksprünge und orchestralen Einsätze. Der Hochtonbereich wirkt recht klar und aufgeräumt, in größeren Hörräumen mangelt es aber etwas an Strahlkraft und räumliche Durchdringung. 
  • Wolfgang Amadeus Mozart, Klarinettenkonzert A-dur KV 622: Das 1. Allegro kommt überraschend gut zur Geltung. Fein und ausbalanciert wird der facettenreiche Aufbau präsentiert. Die Klarinette überzeugt durch natürliche Ausprägung und wirkt weder vordergründig noch synthetisch. Die orchestralen Einsätze kommen authentisch zur Geltung. Erneut gefällt die ruhige und gut auflösende Wiedergabe der Streicher. Die Boxen agieren impulsschnell und ermöglichen dadurch eine erwachsene, knackige Spielweise. Das räumliche Abbildungsvermögen ist immens, der virtuelle Raum wirkt nicht zu klein, sondern gefällt durch die stimmige Größe. Der Klang verteilt sich fein und tadellos ausbalanciert im Hörraum. 

Konkurrenzvergleich mit anderen kompakten Stereoanlagen

  • Kenwood K-711: Immer noch empfehlenswert ist die Kenwoo-Kompaktanlage, die durch die hochwertige Verarbeitung ebenso überzeugt wie durch den lebendigen Sound. Mehr Details, gerade bei klassischer Musik, holt aber die Impaq 40 ans Tageslicht. Beide Systeme sind tonal sehr ausgewogen. Bei "fetziger" Musik spielt die K-711 eine Idee lebhafter, dafür modelliert die Impaq 40 verschiedene akustische Ebenen besser durch und schafft zudem den realistischeren Raum.
  • Ein exzellentes, wenn auch teures Gerät ist der Magnat SACD/CD-Receiver MC-1. Ohne Boxen werden schon 999 EUR (UVP) fällig - das ist einem Großteil der Anwender für eine Zweitanlage zu viel. Bleiben ambitionierte Musikliebhaber mit Platzproblemen - für diese Anwender können wir dem eleganten, exzellent verarbeiteten CD-/SACD-Receiver nur eine große Empfehlung aussprechen. Besonders die sehr gute Grob- und Feindynamik sowie die hervorragende Räumlichkeit stechen hervor. Durch die ausgezeichnete Pegelfestigkeit können auch Standboxen prima mit dem Gerät zusammen spielen. 
  • Anders geartet ist Teufels "DVD-Konkurrent" 2.1-Komplettsystem Impaq 400 mit DVD-Laufwerk. Mit mehr Kraft im Bassbereich und viel räumlicher Fülle fühlt sich hier der Filmtonliebhaber stärker angesprochen. Mit 599 EUR fällt der Preis fürs Impaq 400 ebenfalls sehr moderat aus. Die schicke Optik und die gediegene Verarbeitung sind weitere Kennzeichen. So fein und ausbalanciert wie das Impaq 40 gibt das DVD-System aber nicht wieder - es wirkt weniger vielschichtig und nicht so natürlich. Für den CD-Stereo-Liebhaber und insbesondere den Klassikfan ist das Impaq 40 daher die erste Wahl. 

Gesamtnote in Relation zu Preisklasse und Gerätekategorie: Ausgezeichnet. 

Absolute Einordnung und Gesamt-Fazit

Kleine, feine Stereoanlage aus Berlin

Teufels Impaq 40 ist ideal geeignet für Anwender, die im kleinen Appartement oder z.B. im Ferienhaus eine gleichermaßen sauber verarbeitete wie prima klingende kompakte Stereoanlage suchen. Auch als Zweitanlage für den anspruchsvollen Anwender, die beispielsweise im Arbeits- oder Gästezimmer Aufstellung bezieht, empfiehlt sich die Berliner Zweikanallösung. Der neutrale, klare und erstaunlich detailreiche Klang, die sehr einfache Bedienung und der, wie von Teufel gewohnt, sehr faire Kaufpreis sorgen dafür, dass man die puristisch ausgestattete kompakte Klangzentrale bedenkenlos empfehlen kann. 

Optisch elegant-zeitlose, sehr gut verarbeitete und neutral klingende kleine Stereo-Anlage mit überraschend geschliffenen Manieren

2.0 Stereo-Komplett-Systeme Mittelklasse
Test 30. November 2009

+ Neutraler Klang
+ Erstaunlich detailreich darstellend
+ Sehr angenehme Auslegung
+ Gute Räumlichkeit
+ Saubere Verarbeitung
+ Interessanter Kaufpreis

- Recht spärliche Ausstattung
- Wenig Displayinformationen im USB-Betrieb

www.teufel.de

Test: Carsten Rampacher
30.11.2009

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