TEST: Teufel Stereo-Kopfhörer AC 9050 PH 

16.02.2009 (cr)

Einführung

Teufel bietet mit dem AC 9050 PH nun den ersten Kopfhörer des Hauses an. Im Online-Shop des Direktversenders wird der Kopfhörer für 69 EUR verkauft. Er fällt durch die reichhaltige Polsterung von Ohrmuscheln und Bügel auf. Zwei Kabel (6,3 mm/spiralförmig, 3,5 mm/glatt) sowie ein Transportbeutel sind im Lieferumfang enthalten. Alle Anschlussstecker sind vergoldet. Das Verbindungskabel ist mit einem 3,5 mm Miniklinkenstecker an der Ohrmuschel zu befestigen - sehr praktisch, da dieses oftmals kritische Bindeglied bei fester Anbringung leidet, es entsteht ein Wackelkontakt, und man kann nichts dagegen tun, weil Kopfhörer und Kabel eine Einheit sind. Nur eine teure Reparatur wäre eine Maßnahme. Genau diese wird beim AC 9050 PH vermieden - was bietet Teufels Portfolio-Erweiterung sonst für Qualitäten?

Verarbeitung

Headphone mit Zubehör

Sehr gut gepolsterter Bügel

Ohrmuschel von Außen

Der Verstell- und Klappmechanismus

Komfortabler Sitz durch umfangreiche Verstelloptionen

Gute Materialqualität

Solide Verschraubung

Die Ohrpolster riechen am Anfang etwas intensiv

Recht geringe Spaltmaße

Der Teufel-Kopfhörer wird in einem stabilen Karton geliefert. Im Lieferumfang enthalten ist reichhaltiges Zubehör, welches zwei Anschlusskabel in unterschiedlicher Länge und mit unterschiedlichem Querschnitt ebenso umfasst wie einen 6,3 mm Klinkenadapter sowie eine ordentlich verarbeitete Tragetasche. Der Hörer selbst ist mit 400g kein Leichtgewicht, sitzt aber durch die üppige Polsterung der Ohrmuscheln und des Bügels ausgesprochen bequem auf dem Kopf. Mittels der gut verarbeiteten Glieder lässt er sich problemlos der Kopfform anpassen - oder auch einklappen, was dafür sorgt, dass sich der AC 9050 PH beim Transport schön klein im mitgelieferten Beutel macht. Dass die Ohrmuscheln seitlich abklappbar sind, macht den Hörer z.B. für DJs interessant. Das Polstermaterial der Ohmuscheln und das Material des Bügels riecht etwas chemisch - hier merkt man, dass sich der Hörer preislich nicht eben in der Oberliga aufhält. Ansonsten kann die Verarbeitung über weite Strecken gefallen. Die Ohrmuscheln sind exakt zusammen gesetzt und weisen weder Grate noch zu große Spaltmaße auf. Die Größenverstellung für den Bügel besteht aus Metall. Insgesamt wird so ein erfreuliches Gesamtniveau erreicht. Note in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Technik und Daten

Der nach dem geschlossenen Prinzip aufgebaute Kopfhörer weist 50 mm Treiber und eine Impedanz von 32 Ohm auf. Durch die hohe Empfindlichkeit von 98 dB (+/- 3 dB bei 1 kHz) arbeitet der Hörer auch mit Zuspielern (z.B. mobile Music-Player) zusammen, die keinen besonders hohen Kopfhörer-Ausgangspegel bereit stellen. Die maximale Eingangsleistung, die bewältigt wird, liegt bei 1.000 mW. Die mitgelieferten Kabel weisen eine Länge von 2,5 Metern (6,25 mm Spiralkabel) beziehungsweise 3 Metern (3,5 mm Kabel) auf. Akustisch ist der Teufel laut Werksangaben "rund und volltönend" ausgelegt. Ob wir diese Charakteristik in den Hörtestreihen bestätigen konnten, lesen Sie jetzt. Gesamtnote Technik: Hier wird ein solider Standard in der 70 EUR-Klasse geboten. Gesamtnote: Gut. 

Klang

Wir haben den Teufel Kopfhörer AC 9050 PH in verschiedenen Konstellationen getestet, um Ihnen eine bessere Übersicht über ber die Fähigkeiten zu geben.

1. Testreihe: Direktanschluss des AC 9050 PH an den Kopfhörerausgang des Denon AVR-1909, Stereobetrieb, Player Denon DVD-2930

CD, Dream Dance 50, Disc 1: Den Teufel Kopfhörer zeichnet ein sehr angenehmer und zugleich kräftiger Sound aus. Die auf der CD enthaltenen Trance- und Dance-Stücke liegen dem akustischen Profil des AC 9050 PH offensichtlich sehr. Die erzielte Raumwirkung ist bei der "Self Control" Apdation von Paffendorf ausgezeichnet. Der Klang löst sich sehr gut von den Ohrmuscheln und sorgt für ein intensives Hörerlebnis. Im Hochtonbereich geht in dieser Konstellation Harmonie vor enormer Brillanz. Feinste Ausprägungen werden nicht wiedergegeben, dafür aber kann gern auch laut gehört werden. Dies bestätigt sich auch beim Scotty-Remix der Titelmelodie "The Black Pearl" von "Fluch der Karibik": Schnelle Effekt- und Rhythmuswechsel stellen für den dynamisch agierenden AC 9050 PH keine Hürden dar. Den Beat des Songs gibt der Teufel-Kopfhörer satt und souverän wieder. Auch bei deutlich erhöhtem Pegel kommt es nicht zu Dynamikeinbrüchen oder zu Verzerrungen. Der Bassbereich kommt kraftvoll und raumfüllend zur Geltung. Bei "When the Sun comes Down" von R.I.O. betätigt sich der Kopfhörer erneut als Freudespender - er bringt eindeutig ein auf Hörspaß ausgelegtes Profil mit, welches gerade in der Preisliga, in der der AC 9050 HC verkauft wird, gut aufgehoben ist. 

2. Testreihe,  Direktanschluss des AC 9050 PH an den Beyerdynamic Kopfhörer-Verstärker A1, Stereobetrieb, Player Denon DVD-2930

Auch hier nahmen wir die identischen Titel der Dream Dance 50, Disc 1. Und es zeigt sich, dass der AC 9050 PH tadellos deutlich macht, dass das Signal, welches vom erstklassigen Kopfhörerverstärker bereit gestellt wird, qualitativ reiner ist. Bei "Self Control" ist der Bass härter, kontrollierter, klarer und besser strukturiert - es zeichnet den AC 9050 PH ohne Zweifel aus, dass er diese Steigerung so gut zum Zuhörer tragen kann. Die erhöhte Klarheit und die verbesserte Struktur trägt der Teufel-Kopfhörer auch bei "The Black Pearl" gekonnt zum Zuhörer. Der Gewinn an Basspräzision ist jederzeit klar erkennbar. Auch im Hochtonbereich ist mehr Lebendigkeit vorhanden. Der Übergang zwischen Mittel- und Hochtonbereich wirkt sanfter, kleine musikalische Bewegungen in beiden Frequenzbereichen werden besser erfasst. Zum Brillanzmeister bei der Hochtonwiedergabe wird der AC 9050 PH auch im Zusammenspiel mit dem Beyerdynamic Kopfhörerverstärker nicht - aber das Gebotene ist für die Preisklasse ohne Fehl und Tadel, und dafür, dass Teufel den AC 9050 PH einfach als nettes Add-On der Produktpalette, nicht aber als massiv promotetes neues Sensationsprodukt sieht,  ist die Qualität verblüffend. Auch bei When the Sun comes Down" macht der Hörer eine sehr gute Figur und agiert mit enormer Dynamik und hoher Klarheit. In Verbindung mit dem sehr sauberen Signal des A1 sind bezüglich der Pegelfestigkeit hervorragende Ergebnisse festzustellen. Souverän meistert der AC 9050 PH hohe Lautstärken und bleibt tonal ausgeglichen. So kann man auch längere Zeit ohne Schwierigkeiten laut hören.

Als nächstes hörten wir Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert. Wir hatten keine größeren Erwartungen, denn dieses akustisch sehr stimmig aufgenommene klassische Meisterstück stellt gerade preiswertere Kopfhörer vor größere Probleme. der AC 9050 PH hingegen offeriert eine sympathische, schwungvolle Wiedergabe. Audio-Enthusiasten sind hier, das möchten wir klar herausstellen, nicht an der richtigen Adresse. Aber in dieser Preisliga werden sehr anspruchsvolle Hörer auch generell nicht glücklich. Der AC 9050 PH spielt dazu zu flott, ohne enorm in die Tiefe zu gehen. Kleine Details, wie das Abklingen von Instrumenten oder der Oberwellenbereich der Klarinette, kommen so nicht optimal zur Geltung. Für knapp 70 EUR aber ist der Klang wirklich gut - auch, weil der AC 9050 PH nie angestrengt oder aggressiv klingt, sondern immer gut ausbalanciert und homogen. Dazu trägt wiederum auch der eher zurückhaltend denn forsch abgestimmte Hochtonbereich bei.

Die Wiedergabe der James Bond 007 Titelmelodie, die sich auf der SACD "James Bond Themes" befindet, gelingt dem Teufel-Headphone ebenfalls sehr gut. Der Raumeindruck ist sehr weitläufig, zudem ist die gesamte Dynamik wieder auf einem tadellosen Level. Der Zuhörer hat den Eindruck, dass sich etwas tut, dass es nachdrücklich voran geht, und fühlt sich dadurch sehr gut ins Geschehen eingebunden. Der Anfang der "Goldfinger" Titelmelodie ertönt mit Punch, der darauf folgende filigranere Teil grenzt sich dynamisch gut davon ab. Die zweite oder dritte akustische Ebene wird vom AC 9050 PH natürlich nicht mehr vollständig erfasst, aber durchaus angedeutet. Dadurch entsteht ein Klangbild, das gekonnt suggeriert, komplett zu sein.

3. Testreihe, Direktanschluss des AC 9050 PH an einen Apple iPod Nano der letzten Generation

Hier waren wir gespannt, ob der hohe Wirkungsgrad, den Teufel verspricht, tatsächlich vorhanden ist, denn wir wissen aus vielen leidvollen Erfahrungen, dass der Kopfhörerausgang des Nano keinen wirklich überzeugenden Ausgangspegel bereit stellt. Und siehe da: B eim Trance-Klassiker "Why don't You dance with me" von Future Breeze ist der zu erreichende Pegel deutlich höher als mit vielen anderen Kopfhörern. Exzellent, weil satt und klar gibt der AC 9050 PH den Bass des Titels wieder. Der Aufbau der Effekte im Hintergrund wird sehr gut erfasst. Klarheit und Nachdruck zeichnen die Wiedergabe auch bei "The One" von Sylver aus. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten gelingt dem Teufel-Kopfhörer ausgezeichnet. Schwungvoll und mit Verve erfolgen Stimm- und Effektdarstellung. Beim G&M Project Remix des Benny Benassi Stücks "No Matter what You do" überzeugt der AC 9050 PH wiederum mit seinem soliden, kraftvollen, aber nie übertriebenen oder zu weichen Bass. Der Aufbau des Tracks gelingt sehr gut. Als die Stimmen im Hintergrund einsetzen, gelingt es sogar, ein mehrschichtiges Klang-Panorama aufzubauen. Stimme und die Bass-Linie werden problemlos nebeneinander abgebildet. Als sich der Hintergrund langsam ausfadet, kurz nur die Stimme zu hören ist und sich anschließend der Song über verschiedene Etappen  erneut steigert, gelingt es dem Teufel-Kopfhörer, eine glaubhafte Räumlichkeit und Dynamik bereit zu stellen.

Akustisches Fazit

Der AC 9050 PH wird sicherlich viele Anhänger finden - der Hauptgrund für diese Feststellung ist in einem Satz auszudrücken: Der Kopfhörer macht schlichtweg Spaß. Er bietet einen kräftigen, aber nicht oberflächlich-überbetonten Bass, stimmige Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzbereichen und eine homogene, in sich schlüssige Gesamt-Wiedergabecharakteristik. Natürlich darf in dieser Preisklasse keine enorme Detaillierung und keine hervorragende Feindynamik erwartet werden. Für alle, die aber einfach Freude am Hören haben möchten, ist Teufels erster Kopfhörer eine sehr gute Wahl. Gesamtnote Klang unter Berücksichtigung der Preisklasse: Ausgezeichnet.

Fazit

Der Teufel AC 9050 PH bietet zu einem Teufel-typisch fairen Kaufpreis einen kraftvollen, runden und dynamischen Klang. Kombiniert wird dies mit einem sehr hohen Wirkungsgrad und einer ausgezeichneten Pegelfestigkeit. Da Verarbeitungsqualität und das mitgelieferte Zubehör auch überzeugen, kann man das erste Teufel-Produkt aus diesem Marktsegment nur als großen Erfolg bewerten - dass die Feindynamik und die Hochton-Brillanz keinen sehr hohen Ansprüchen genügen, wird bei den Käuferprofilen in diesen Preisgefilden kaum jemanden stören.

Solider, kraftvoll und dynamisch klingender Kopfhörer mit hoher Pegelfestigkeit

Stereo-Kopfhörer untere Mittelklasse
Preis-/Leistungsverhältnis
Test 16. Februar 2009

+ Hohe Pegelfestigkeit
+ Kraftvoll und dynamisch spielend
+ Sehr räumliches Klangbild
+ Angenehme Gesamtcharakteristik
+ Hoher Wirkungsgrad
+ Gute Verarbeitung
+ Praktisch zu transportieren

- Ohrpolster riechen etwas intensiv
- Hochtonbereich eher zurückhaltend ausgelegt

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Test: Carsten Rampacher
Datum: 16. Februar 2009

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