TEST: Sony STR-DN1000 7.1 AV-Receiver - Edle Optik und HD Audio-Decoding zum fairen Preis?

05. Oktober 2009 (phk/cr)

Einführung

Preisgünstige AV-Receiver werden immer leistungsstärker und können schon in der Einsteigerklasse mit einer Vielzahl von integrierten Funktionen dienen. Der STR-DN1000 von Sony ist genau dieses Schlags. Für 649 Euro UVP erhält der interessierte Kunde: Multichannel 7.1 Decoding von Dolby TrueHD und DTS-HD Master, Sonys hausinternes Lautsprechereinmesssystem D.C.A.C. (Digital Cinema Auto Calibration), benutzerfreundliche Menüs und die Möglichkeit der Zuweisung aller digitalen Eingänge. Neben der üppig bemessenen technischen Ausstattung sollen Design, aber auch Kompatibilität nicht in Vergessenheit geraten. Die edel wirkende schwarze Front und die versteckten stationären Bedienelemente können zwar mit dem bulligen Aussehen der ES-Serie nicht mithalten, hochwertige Materialqualität kann aber erwartet werden. Selbst flexible Lösungen sind mit dem kleinen Sony-Modell möglich, über ein separat erhältliches S-Air Wireless Modul lassen sich kabellose Rücklautsprecher problemlos einbinden. Zur Wiedergabe von Media-Daten ist auf der Rückseite des Gehäuses ein Digital Media Port vorhanden, durch die optional erhältlichen Adapter können iPod bzw. MP3-Player sogar über Bluetooth angeschlossen werden. Ob der Sony STR-DN1000 bedingt durch die üppige Ausstattung und den fair kalkulierten Preis die Konkurrenten in Bredouille bringen kann, zeigt folgender Test.

Verarbeitung

Saubere Verarbeitung mit abgerundeten Kanten

Komplettansicht Innenaufbau

Sauberer Aufbau

Seitlicher Blick auf das Innenleben, Trafo rechts im Bild

Die Frontblende ist auf der linken Seite nicht durch eine Strebe gesichert und wirkt daher ein wenig instabil

Der Lautstärkeregler an der Front macht einen massiven Eindruck, eiert aber leicht

Übersichtliche Fernbedienung ohne Beleuchtung

Von außen betrachtet ist der STR-DN1000 von Sony ein schickes Modell. Der Lautstärkedrehregler an der schwarzen Frontblende lässt sich nur mit etwas Kraftaufwand drehen, sehr schön - preisgünstige Modelle wecken hier manchmal die Erinnerung an Plastikspielzeug, leider ist die Führung nicht ganz perfekt und der Regler eiert etwas. Die stationären Bedienelemente, auch bei geöffneter Lade im unteren Bereich passen gut und haben festen Druckpunkt. Abgerundete Kanten und gut sitzende Anschlüsse runden das Gesamtbild ab. Der innere Aufbau des Receivers ist ordentlich, zur Belüftung nutzt Sony mittels des großen Kühlkörpers und den Lüftungsschlitzen am Boden und Deckel des Gehäuses den Kamineffekt. Nicht ganz optimal ist die Verbindung zwischen Aluminium-Gehäuse und Frontblende, während auf der rechten Seite die Blende mittels einer Querstrebe am Gehäuse befestigt ist, fehlt diese links komplett. Bei geöffnetem Deckel erscheint dies etwas wackelig, Probleme treten aber in geschlossenem Zustand keinesfalls auf. Die Fernbedienung RM-AAP042 entspricht in groben Zügen der RM-AAL012 des Sony STR-DA6400ES. Der größte Unterschied liegt bei der geringeren Anzahl der Eingangswahltasten, die außerdem nicht illuminiert sind. Navigationskreuz und sonstige Bedienfeldtasten sind exakt gleich, dadurch übersichtlich platziert und besitzen einen guten Druckpunkt. Wiederum bemängeln wir die fehlende Illumination elementarer Tasten, bedenkt man den Preis des STR-DN1000 ist die im Lieferumfang enthaltene RM-AAP042 eine ordentliche Bestückung. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Anschlüsse

Hinten:

  • HDMI Input 4x
  • HDMI Output 1x
  • Component Video In 3x
  • Component Video Out 1x
  • Digital Audio Optical In 3x
  • Digital Audio Coaxial In 1x
  • FBAS Video In 3x
  • FBAS Video Out 2x
  • Stereo Cinch In 5x
  • Stereo Cinch Out 2x
  • Subwoofer Pre Out
  • Digital Media Port
  • FM/AM Ant

Vorn:

  • 1 AV-Eingang (FBAS-Video-Cinch, Analog-Stereo-Cinch)
  • Mikrophonanschluss für D.C.A.C Messmikrophon
  • Kopfhörerausgang (6,25 mm)

Der STR-DN1000 von Sony kann optional mit einem S-AIR Wireless-Modul ausgestattet werden, so können Lautsprecher in einem anderen Raum ohne Verkabelung betrieben werden. Außerdem kann der Digital Media Port zur Anbindung eines Adapters genutzt werden, so dass iPod oder MP3-Player wahlweise über Docking-Station oder Bluetooth angeschlossen werden. Sony stellt hier die separat erhältlichen TDM-iP10 als iPod-Dock und den TDM-BT1 als Bluetooth-Adapter zur Verfügung.

Fazit: Eine preisklassengemäße Anschlussbestückung. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut - Ausgezeichnet.

Konfiguration, Setup und Bedienung

Screenshots

Belegen der digitalen Eingänge mittels OSD

Festlegen der Audio- und Videoeingänge

Automatisches FM-Tuning mit bis zu 30 Speicherplätzen

In 1dB-Schritten einstellbarer Equalizer für Bass & Treble

Speaker Menü zur manuellen Einmessung/Nachbesserung

Hauptmenü (Remote Taste GUI Mode ON)

• Input: Durch Verwendung der Taste „Options“ lässt sich hier die Eingangswahl festlegen und der Eingangsname ändern.
• Music: Musikdateien, die über den Digital Media Port von einem iPod o.ä. zugänglich gemacht wurden, können hier angewählt und abgespielt werden.
• Video: Äquivalent zu "Music" für Videoformate von einem externen Datenträger
• FM: Radiobetrieb, es steht ein automatischer Suchlauf und manuelles „Direct Tuning“ zur Verfügung. Im Auto-Tuning-Bereich lässt sich der FM Mode in Mono- oder Stereobetrieb umschalten und bis zu 30 Frequenzen können intern gesichert werden
• AM: siehe FM

Settings: 

- Auto Calibration: automatisches Sony-Einmesssystem, bis zu drei Hörpositionen können eingemessen werden.

- Speaker: 
o Speaker Pattern: jede Kombination von 2.0 – 7.1
o SurrBack Assign
o Manual Setup: Hier kann Pegel, Distanz und Größe (Large/Small) manuell gesetzt werden. Sobald 1 Front-Lautsprecher small gewählt wird, werden alle anderen entsprechend auch als small klassifiziert. 
o Crossover Frequency: Einstellen der Übergangsfrequenz
o Test Tone: Ausgeben eines Testtons für jeden Lautsprecher
o Dynamic Range Compression: Off/Auto/Standard/Max
o Distance Unit: einstellbar meter oder feet

- Surround
o Sound Field Select: Es lassen sich verschiedene Soundprogramme abhängig des eingespielten Audiomaterials auswählen. (2ch Stereo, Analog Direct, A.F.D Auto, Enhanced Surround, Multi Stereo, Cinema St EX A/B/C, V.M. Dimension, Hall, Jazz Club, Live Concert, Stadium, Sports, Portable Audio
o Enhanced Surround Mode: Wird im Sound Field Setup „Enhanced Surround” gewählt, lassen sich hier die Decodierverarbeitung bestimmen: Pro Logic IIx, Neo:6 Cinema, Neo:6 Music und Neural THX

- EQ
o Hier kann in den Einstellungsbereichen "Bass" und "Treble" der Pegel angehoben oder gesenkt werden (-10 bis +10 db)

- Audio-Toneinstellungen
o AV Sync: HDMI Auto/ 0 bis 300ms in 10er Steps
o Dual Mono: Wiedergabe bei bilingualen Quellen (Main/Sub, Main, Sub)
o Decode Priority: Wählen des Dekodier-Signalformat für den Digitaleingang (Auto)

- Video
o Resolution: Direct/Auto/480i,576i/480p,576p/720p/1080i/, 1080p durchschleifen
o Comp. Dec.: On/Off, ausschließlich für eingespeiste Komponentenvideosignale relevant

- HDMI
o Control for HDMI on/off: synchronisierter Betrieb des Receivers eines über HDMI angeschlossenen Gerätes
o Audio out: AMP oder TV+AMP
o Subwoofer Level: Erhöht den Sub des Pegels 0db/10db

- S-Air
o Nur anwählbar bei angeschlossenem S-AIR-Modul

Fazit Bedienung

In der Tat ist die Bedienung problemlos, sofern man der englischen Sprache zumindest teilweise mächtig ist, denn eine deutsche Übersetzung der Settings gibt es nicht. In Anlehnung an die Xross-Media-Bar finden sich vertikal Menü-Oberpunkte, horizontal fortführende Unterpunkte. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut - Ausgezeichnet.

Testequipment
Klang

Einmessen

Mitgeliefertes Einmessmikrophon

Die Funktionsweise der Digital Cinema Auto Calibration stimmt mit der aus dem Test des Sony STR-DA6400ES überein. Fehlermeldungen wie etwa "Out of Phase" wie wir sie damals noch feststellen mussten, sind nicht mehr aufgetreten. Immer noch arbeitet das hauseigene System von Sony blitzschnell, nach etwa 2 Minuten ist sowohl die Mess-Sequenz als auch die Berechnung der gemessenen Daten für drei Hörpositionen abgeschlossen. Distanz und Pegel der Lautsprecher scheint das D.C.A.C. gut zu erkennen und wählt eine praxisgerechte Einstellung, absolut fehlerfrei arbeitet das Programm aber noch nicht: Die Speaker unseres Teufel System 5 wurden allesamt als "Large" eingemessen, auch die Übernahmefrequenzen stimmten nicht genau. Problemlos aber lassen sich im "Manual Setup" kleine Diskrepanzen nachbessern. Generell macht das automatische Einmeßsystem keinen allzu schlechten Job, einen Verbesserungssprung gegenüber dem STR-DA6400ES können wir aber nicht wirklich attestieren und empfehlen weiterhin eine manuelle Einmessung und Lautsprecherkonfiguration. Wirft man einen Blick auf die Konkurrenz, hat Sony hier klar einen Ansatzpunkt, den es zu verbessern gilt.

Klang HD-Tonformate auf Blu-ray - Filme

Stirb Langsam 4.0, Kapitel 5, DTS-HD Master 5.1: Die räumliche Darstellung des Feuergefechts ist substantiell und wirkt realistisch, der Sony vermag hier mit ordentlicher Geschwindigkeit und Detailtreue Geschosse und Explosionen ins Klangfeld einzubinden. Gleichzeitig bleibt die Stimmwiedergabe klar und der Nachdruck im Tiefgang erhalten. Der Subwoofer schwingt bei Explosionen wie dem explodierenden Feuerlöscher leicht nach, ansonsten ist die LFE-Anspielung recht trocken und präzise. Der Music Score wird durch das komplexe Klanggeschehen nicht beeinflußt, die Kraftreserven des STR-DN1000 scheinen gut bemessen zu sein.

The Dark Knight, Kapitel 1, Dolby TrueHD 5.1: Die Paukenschläge zu Beginn gibt der Sony trocken, mit ordentlicher Präzision wieder, auch das zerberstende Fenster wird mit guter Dynamik sowohl in den tiefen als auch hohen Frequenzen dargestellt. Die MP-Schüsse der Clowns bei Betreten der Bank differenzieren sich klar von den explosionsartigen Pumpgun-Shells des Bankdirektors William Fichtner und attestieren die gelobte Dynamik. Wiederum begeistern uns die Kraftreserven des kleinen Sony, Geschosse und Explosionen werden mit hoher Geschwindigkeit und ohne Kompression bedingungslos durch den Raum geschleudert. Auch wenn wir die Präzision des Bass-Management immer wieder etwas tadeln mussten, an Schub mangelt es nicht: Selbst das unterschwellige Grummeln, dass während des Banküberfalls fast in der kompletten Szene das Geschehen begleitet und bei billigen Anlagen bzw. einigen Heimkino-Komplettsets manchmal überhaupt nicht festzustellen ist, wird wie gewollt mit Nachdruck herausmodelliert.

Klang HD-Tonformate auf Blu-ray - Musik

Andrea Bocelli - Vivere Live in Tuscany, Melodramma, PCM 5.1: Die Stimmwiedergabe während der Einleitung Andrea Bocellis wirkt ausgesprochen glaubwürdig, auch die Kirchenglocken aus der Ferne unterstützen diesen Eindruck. Der erste Paukenschlag wird kraftvoll angetrieben, ein leichtes Nachwabern ist aber zu erkennen, etwas mehr Präzision ist hier möglich. Klatschgeräusche des Publikums hingegen wirken wieder authentisch und differenziert. Begleitendes Klavier und Streichinstrumente sind überraschend fein aufgelöst, auch die Grobdynamik muss sich nicht verstecken. Differenzierung der Stimmen und Instrumente gelingt dem STR-DN1000 sehr gut, auch die Bühnenstaffelung ist zu erkennen, könnte aber noch deutlicher herausgezeichnet sein.

Tiesto - Live in Copenhagen, Traffic + Back in Your Head, DTS-HD Master 5.1: Sofort begeistert hat uns hier die Power des kleinen Sony, ohne Verzerrungen in den Höhen oder Schwächeln im Bassbereich treibt der STR-DN1000 unsere Teufel Schallwandler an, und dass bei nicht allzu geringem Pegel. Auch als bei "Back in Your Head" die Vokalstimme dazukommt, bricht der Sony nicht ein sondern differenziert klar und schafft es, das Musikgeschehen gut von den Lautsprechern zu lösen. Lediglich der letzte Punch des Kickbasses kommt etwas zu knapp, die DTS-HD Master Spur ist einen Tick aggressiver, als wir sie zu hören bekommen.

Stereo

Der kleine Sony AV-Receiver zeigt sich als Alleskönner: Selbst im Stereo-Betrieb vermag er zu gefallen. "Smetana - Die Moldau" muten wir ihm zu. Keine leichte Aufgabe, die der STR-DN1000 aber ausgezeichnet meistert. Der Bühnenaufbau ist überraschend sehr gut gestaffelt und von den Komponenten gelöst, Frequenzübergänge sind fließend und das gesamte Klangbild wirkt homogen ausgearbeitet. Der Grundtonbereich ist gut abgedeckt, so erhält das Musikgeschehen auch ein voluminöses Fundament. Sicherlich muss man hier alles in Relation sehen: ein Quäntchen Hochtonbrillianz hier, etwas mehr Auflösung da und ein wenig präziseres Bassmanagement dort macht es dem STR-DN1000 schwer in der Oberliga mitzuspielen, allerdings ist die tonale Neutralität, die der Sony an den Tag legt für seinen Preis beeindruckend.

Kurzbeschreibung

  • Tonalität: Für ein so preiswertes Modell klingt der Sony relativ natürlich, mit minimaler Überhöhnung im unteren Mitten-/oberen Bassbereich, ansonsten sehr gute tonale Balance. 
  • Stimmwiedergabe: Hier schafft es der Sony, sich im Konkurrenzumfeld weit vorn zu platzieren. Er arbeitet Stimmen selbst im komplexen akustischen Gefüge sauber heraus und realisiert bei Musikmaterial eine tadellose Stimm- und Instrumentaltrennung. 
  • Loslösung des Klangs vom Lautsprecher: In Verbindung mit dem Teufel 5.2-LS-Set System 5 THX Select 2 konnte eine tadellose Loslösung des Klangs vom Lautsprecher erzielt werden. Natürlich, sehr versierte Anwender werden bemängeln, dass es noch eine feststellbare Konzentration des Sounds rund  um die Lautsprecher gibt - aber man sollte auch die Preisklasse mit ins Kalkül ziehen. 
  • Grob- und Feindynamik: Auch hier kann man dem Sony gute Eigenschaften attestieren. Gerade die gebotene Grobdynamik gefällt - massive Dynamiksprünge werden klar und nachdrücklich wiedergegeben. Feindynamik ist das Niveau gut - sehr kleine, komplexe Dynamikgebilde werden aber, wie es in diesen Preisklassen üblich ist, nicht in allen Einzelheiten wiedergegeben.
  • Räumlichkeit im Front- und im Surroundbereich: Auch in dieser Disziplin agiert der STR-DN1000 gekonnt und bietet eine als sehr natürlich empfundene Räumlichkeit, die sich sowohl im Front-  als auch im Surroundbereich sehr schön ausbreitet. Tiefe und Weite der virtuellen Bühne erscheinen glaubwürdig. 
  • Pegelfestigkeit: Sehr gut - viel mehr braucht man hier nicht zu sagen. Nur der obere Mitteltonbereich wird bei stark gehobenem Pegel etwas zu dominant, ansonsten gibt es keine Beanstandungen. Am besten kann der Sony in Hörräumen zwischen rund 15 und knapp 35 Quadratmetern eingesetzt werden. 
  • Passende Lautsprechersets: Teufel LT5 (für Design- und Musikliebhaber), Teufel System 5 THX Select 2 (für Pegel- und Filmtonfreunde), Nubert nuBox 5.2-Set (2 x nuBox 511, 1 x nuBox CS-411, 2 x nuBox 311, 2 x nuBox AW-441, für Stereoliebhaber und Anhänger einer sehr homogenen Ausleuchtung aller Frequenzbereiche),  Canton Chrono 5.1-Set (harmoniert sehr gut mit dem lebendigen, impulsschnellen Spiel des STR-DN1000)
  • Passende BD-Player: Sony BDP-S560 (perfekte optische Ergänzung), Pioneer BDP-320 (Top 24p-Signalausgabe, beispielhafter Video-EQ gemessen an der Preisklasse)

Fazit Klang

Sony baut auch in günstigen Preisklassen wieder ernst zu nehmende AV-Receiver, die sich durch einen natürlichen Sound ohne größere Schwächen, dafür mit vielen Stärken (Pegelfestigkeit, Lebendigkeit, Tonalität) auszeichnen. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Videosektion

1. Durchschleifen von 1.080p/24 Hz-Signalen: Der Sony STR-DN1000 schleift das 1080p/24-Signal unserer verschiedenen Blu-Ray Player anstandslos durch. Zugespielt vom Pioneer BDP-LX52, dem Onkyo DV-BD507, dem Philips BDP9100 und sicherlich zahlreichen anderen BD-Playern garantiert der Sony STR-DN1000 eine unbearbeitete, störungsfreie Signalweiterleitung zum TV oder Beamer.

2. Upscaling eingehender Komponenten Analog-576i Signale auf HDMI 1080i, getestet mittels Star Wars Episode III, Filmmaterial: Die nach hinten ablaufende gelbe Schrift wird farbtreu ohne Auswaschungen hin zum Buchstabenrand abgebildet. Die Gesamtbildruhe ist hoch, leider sind an einigen Lettern Artefakte in jeder Bildebene zu erkennen. Als die beiden Jäger über den Sternzerstörer fliegen zeigt sich eine ordentliche Detaillierung auch der im Schatten liegenden Bereiche. Kantenflimmern beim Abknicken der Jäger ist ansatzweise zu erkennen, Bildtiefe beim Blick über Coruscant wird aber sehr plastisch herausmodelliert. Gesichtsdetails von Obi-Wan und Anakin werden gut gezeichnet, die Hauttöne wirken authentisch.

3. Upscaling eingehender analoger Signale (Komponente 576i) auf HDMI 1080i, getestet mittels AVEC Professional Test DVD, Videomaterial: Die Laufschriften werden etwas zittrig wiedergegeben. Nachzieher sind erkennbar, sonst flüssige Laufbewegung in allen Geschwindigkeiten. Beim schwingenden Pendel liefert der STR-DN1000 eine ähnliche Leistung ab. Die Pendellinie steht nicht ganz stabil, besonders an der Spitze ist ein Nachziehen zu erkennen. Die Differenzierung der farbigen Balken innerhalb des Pendels gestaltet sich spätestens in der größten Schwingung als kritisch. Die Kamerafahrt über das Stadtbild von Esslingen setzt der STR-DN1000 vergleichsweise gut um. Die Bildruhe ist auf einem hohen Niveau, auch die Farbtreue ist gut zu bewerten, etwas weniger Scaling-Rauschen würden wir uns wünschen.

4. Upscaling/De-Interlacing  analoger Videosignale auf 720p, Videomaterial AVEC und Filmmaterial Star Wars Episode III: Der De-Interlacer arbeitet gut, liefert aber weder bei Film- noch bei Videomaterial sensationelle Ergebnisse ab. Schlechter als die Konkurrenz agiert der Sony aber keinesfalls, außer dem Video-Klassenprimus Yamaha RX-V765 kann der STR-DN1000 praktisch mit allen mitzuhalten. Beim De-Interlacing von Videomaterial überzeugt insbesondere das bewegte Stadtbild von Esslingen, die Schärfe, die Detaillierung und die Bildruhe sind sehr gut. Die Kamerafahrt ist relativ ruhig, das Rauschen ist recht gering. Nur leichtes Bildzittern stört - genau dies haben wir auch beim bewegten Pendel und bei den verschieden schnellen Schriften beobachtet. Schriften wie auch Pendel werden ansonsten prima, das heißt scharf und relativ klar, wiedergegeben, beim Pendel sind nur leichte Nachzieher sichtbar. Das De-Interlacing von Filmmaterial erledigt der Sony souveräner, Zittern tritt bei der Schrift von EP 3 erst in den hinteren Bildebenen auf. Der Sternzerstörer wird gut wiedergegeben, nur deutliches Zittern an der Kommandobrücke verhindert ein besseres Ergebnis. Die kurze Zeit darauf am Sternzerstörer vorbei fliegenden Raumjäger von Obi Wan und Anakin werden tadellos und fast ohne Nachzieher wiedergegeben. Als sie nach unten in die Schlacht abknicken, erscheint die Zeichnung aller Kanten als sauber. 

Fazit Videosektion: Durchschleifen von 1080p/24 Signalen bereitet dem STR-DN1000 keine Probleme, Scaling ist allerdings auch nicht die Größte seiner Stärken. Das De-Interlacing ist gut, setzt aber keine Glanzpunkte. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut. 

Konkurrenzvergleich

  • Yamaha RX-V765: Der erstklassige Yamaha mit seiner hohen Ausgewogenheit und der hervorragenden Videosektion kann noch nicht vom Sony kassiert werden - beeindruckend ist aber, wie nahe der Sony schon unseren momentanen Preisklassen-Leadern von Yamaha und Onkyo gekommen ist. Bezüglich der Pegelfestigkeit kämpft der Sony schon auf Augenhöhe. Auch tonal erzielt der STR-DN1000 sehr gute Ergebnisse, die denen des Yamaha in nichts nachstehen. Die Videosektion des 765ers ist aber deutlich besser.
  • Onkyo TX-SR607: Akustisch heißt der Meister der unteren Mittelklasse nach wie vor Onkyo TX-SR607. Videoseitig dem Yamaha unterlegen, brillieren Räumlichkeit und Ausdruckskraft im Hochtonbereich nach wie vor praktisch einschränkungslos. Mit seinem hochwertigen Innenaufbau und der Top-Pegelfestigkeit fehlt dem Sony aber auch nicht mehr viel, um mindestens gleichzuziehen. 
  • Denon AVR-1909: Der kleine Denon von der letztjährigen 2008er Kollektion kann in diesem starken Umfeld noch enorm gut mithalten und sich in Reichweite zu den 2009er Modellen positionieren. Besonders überzeugt die nach wie vor unübertroffene klangliche Harmonie. Ein Test des 2009er Gerätes AVR-1910 folgt in Kürze. 
Fazit und absolute Einordnung

Sonys Signal zum Aufbruch der Operation "Klassenspitze": Der STR-DN1000 liefert eine tolle Performance ab

Der Sony STR-DN1000 konnte im Testbetrieb rundherum überzeugen und besticht bereits durch die vornehme und zeitgemäße optische Erscheinung. Der Funktionsumfang orientiert sich am Klassenniveau und zeigt sich auf der Höhe der Zeit. Allerdings sollte auch ein Gerät, welches knapp 650 EUR kostet, mittlerweile eingehende SD-Signale auf bis zu 1080p hochskalieren und nicht bei 1080i aufhören. Sehr löblich ist es um den inneren Aufbau bestellt. Hier können wir keinerlei Kritik anbringen, alles ist sauber und akkurat arrangiert. Am "Karosseriekleid" müssen wir nur die fehlende zweite Verstrebung hinter der Frontblende bemängeln, dadurch verliert die gesamte Konstruktion leider an Steifigkeit. Hier hätten wir von einem sehr auf Qualität bedachten Anbieter wie Sony mehr erwartet. Die mitgelieferte Fernbedienung gefällt - außer der Tatsache, dass eine Beleuchtungsmöglichkeit wie bei den meisten Kontrahenten auch fehlt. Um die klangliche Performance ist es sehr gut bestellt. Dank der neutralen Auslegung, der tadellosen Räumlichkeit und der ausgezeichneten Pegelfestigkeit findet der neue Sony auf Anhieb Anschluss an die Klassenspitze. Auch die Grob- und Feindynamik sind für die Preisklasse zu loben. Videoseitig wird eine ordentliche Leistung erzielt, die aber keine neuen Maßstäbe in der Preisklasse setzt.  Insgesamt beweist auch der STR-DN1000, wie hoch das Niveau in bezahlbaren Preisklassen geworden ist. AV-Receiver zwischen 500 und 700 EUR sind zu reichhaltig ausgestatteten Heimkino-Schaltzentralen mit hohem Erlebnisfaktor geworden. Dabei darf aber nicht außer Acht gelassen werden, dass es für den versierten Anwender noch sehr viele Möglichkeiten zur effektiven Verbesserung gibt. Richtig Pfeffer bei enormem Pegel, umfangreiche Netzwerkfeatures sowie exzellente Qualitäten als multifunktionaler Videoprozessor - betrachtet man Modelle wie den Onkyo TX-NR3007, den Yamaha DSP-Z7 oder den Sony STR-DA6400ES, dann wird schon deutlich, dass in allen Disziplinen nochmals mehr geht. Aber - nicht jeder hat die Rahmenbedingungen und vor allem auch das Budget, sich einen dieser AV-Receiver zu kaufen, zumal dann weitere größere Investitionen unabwendbar sind, da auch der Rest der Kette im Sinne eines stimmigen Ergebnisses auf dem identischen Level spielen sollte. 

Schon optisch tritt der Sony STR-DN1000 wie der "Edelmann" unter den AV-Receivern der Preisregion zwischen 500 und 700 EUR auf - die geschliffene Akustik manifestiert diesen Eindruck

AV-Receiver untere Mittelklasse
Test 05. Oktober 2009

+ Tonal sehr ausgewogen
+ Hohe Pegelfestigkeit
+ Tadellose Räumlichkeit
+ Dynamisch rundherum überzeugend
+ Edle Optik
+ Solide Verarbeitung

- Keine 1080p Upconversion
- Einmesssystem noch nicht perfekt

Technische Daten: http://www.sony.at/product/hcs-home-cinema-receiver/str-dn1000#pageType=TechnicalSpecs

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Datum 05. Oktober 2009

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