XXL-TEST: Full HD-LCD SONY KDL-52Z5500 - neuer Bildmeister der LCD-Liga

20.08.2009 (phk/cr)

Testequipment
Bild

Betrachtung des Video EQ und der verschiedenen Bildfelder

Der Sony ist mit den Bildfeldern Standard, Anwender und Brillant ausgestattet. Anwender ersetzt den „Kino“-Modus der früheren Geräte. Die vorgespeicherten Bildfeldeinstellungen sind:

  • Standard: Hintergrundlicht 5, Kontrast 90, Helligkeit 50, Farbe 55, Farbtemp. Neutral, Bildschärfe 15, Dyn. Rauschunterdrückung Niedrig, MPEG-Rauschunterdrückung Niedrig, Motionflow Standard

  • Anwender: Hintergrundlicht 4, Kontrast 90, Helligkeit 50, Farbe 50, Farbtemp. Warm2, Bildschärfe Min, Dyn. Rauschunterdrückung Aus, MPEG-Rauschunterdrückung Aus, Motionflow Standard

  • Brillant: Hintergrundlicht Max, Kontrast Max, Helligkeit 45, Farbe 60, Farbtemp. Kalt, Bildschärfe 20, Dyn. Rauschunterdrückung Mittel, MPEG-Rauschunterdrückung Niedrig, Motionflow Hoch

Burosch Test BD, 1080p, "Gray Steps" und "Faces"

Grautreppe: Im Bildmodus Standard werden alle Feinheiten im Kontrast sauber herausgearbeitet, lediglich im oberen schwarzen Bereich könnte die Differenzierung noch besser sein. Doppelkonturen sind praktisch nicht vorhanden, um sie völlig zu vermeiden, kann die Bildschärfe noch etwa 3-4 Steps zurückgenommen werden. Im Anwender-Modus ist die Kontrastdifferenzierung noch einen Deut besser, die kleine Schwäche im schwarzen Bereich ist hier ausgemerzt und eine totale Differenzierung der Blöcke problemlos möglich. Die warme Farbtemperatur ist Geschmackssache und für uns ein Tick zu viel, Warm1 anstatt Warm2 scheint hier eine gute Wahl. In der Betriebsart „Brilliant“ empfängt einen ein sehr kaltes, gestochen scharfes Bild. Doppelkonturen sind deutlich zu erkennen, leider sind die Blöcke teilweise im weißen und komplett im schwarzen Bereich nicht mehr differenzierbar.

Faces: Die Gesichter der beiden Ladies wirken im Standard-Modus sehr gut durchzeichnet, durch die hohe Bildschärfe können die Haare der beiden fein differenziert werden. Auch Gesichtskonturen werden gut herausgearbeitet und die Bildplastizität liegt auf hohem Niveau. Die Farbwiedergabe wirkt authentisch, die Hauttöne sind sehr realistisch. Hier gleitet das Bild im Anwender-Modus ein wenig ins créme-beige ab, die Hauttöne driften hierdurch auch etwas ins braun-erdige. Erneut können wir eine bessere Farbwiedergabe bei Wahl der Farbtemperatur "Warm 1" bestätigen. Die Plastizität hält sich auf sehr gutem Niveau, die Halskette der blonden Dame hebt sich noch ausgesprochen gut von ihrer Haut ab. Durch die zurückgenommene Bildschärfe wirkt die Durchzeichnung von Gesichtskonturen und die Differenzierung der Kopfhaare nicht mehr ganz optimal, eine Erhöhung des Schärfewerts ist hier empfehlenswert. Der Brilliant-Modus ist hier nicht zu empfehlen. Das Bild ist sehr grell, Authentizität der Hauttöne ist nicht mehr gegeben. Auch die Schärfe ist zu stark angezogen. Die Farbwiedergabe ist sehr poppig, feine Details der Gesichtskonturen gehen durch die maximale Bildhelligkeit verloren. 

Der Sony verfügt auch über Motion Flow 200 Hz zur optimalen Bewegungswiedergabe von Interlaced-Material:

• Einstellbar in 3 Stufen: Aus, Standard oder Hoch. Das Arbeiten der 200 Hz-Funktion sieht man am besten bei Bildinhalten mit sehr schnellen Bewegungen (z.B. Sportübertragungen, Actionfilme). Bewegungen erscheinen deutlich schärfer, sowohl das sich bewegende Objekt als auch der statische Bildhintergrund sehen klarer aus. Es kommt zu weniger Ausfransen – sonst war es manchmal zu beobachten, dass bei schnellen Bewegungen die Konturen des sich bewegenden Objektes nicht mehr klar definiert waren. 

Blu-ray-Bildqualität, Fluch der Karibik 1, Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, Casino Royale, Zuspielung in 1.080p/24 Hz, Bildmodus „Anwender“ mit folgenden Veränderungen: Farbtemperatur „Warm1“, Bildschärfe „12“, Motionflow "Aus"

Fluch der Karibik: Das Galionsschiff erhebt sich sehr plastisch aus dem Nebel hervor, die Abnutzungen der Reling, an der das kleine Mädchen steht, ist sehr realistisch gezeichnet. Beeindruckend, der Sony arbeitet bis hin zur Großaufnahme des Mädchens Details und Auswirkungen des dichten Nebels heraus, so sind Nebelschlieren noch schemenhaft im Vordergrund erkennbar. Die Hauttöne der Protagonisten wirken hervorragend authentisch. Ein braun-erdiger Einschlag ist nicht zu erkennen, im Gegenteil, ob kaukasisch oder ein dunklerer Teint, beides ist exzellent realistisch dargestellt. Nach einem Sprung zu Kapitel 2 gefällt die flüssige Wellenbewegung und die Glanzeffekte auf der Meeresoberfläche. Beim Schwenk auf Jack Sparrow auf seinem Mast fällt die sehr gute Durchzeichnung der Gesichtskonturen auf, selbst die dunklen Bildbereiche am Kragen und im Schulterbereich sind fein aufgelöst und begeistern durch Detailreichtum. Als Jack an den drei aufgeknüpften Piraten vorbeifährt, arbeitet der KDL-52Z5500 Details in allen Kontrastbereichen exzellent heraus, selbst in den dunkelsten Bereichen lässt sich hier noch die Oberflächenstruktur der Felsen erkennen.

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels: Die 24p-Wiedergabe scheint der Sony TV exzellent zu meistern, eine Verbesserung ist hier kaum möglich. Die Motionflow-Technologie soll auch Filmmaterial noch flüssiger erscheinen lassen, allerdings besonders Interlaced- und/oder SD-Material. Bei BDs würden wir Motion Flow nicht verwenden, denn der Sony brilliert in der nativen 24p-Wiedergabe in höchsten Maßen. Wir haben trotzdem einmal den Motionflow-Modus "Standard" zugeschaltet und keine weitere Verbesserung festgestellt, im Gegenteil kann es hier zu Kantenschlieren z.B. um die Konturen eines fahrenden Autos kommen. Bei hochqualitativer 24p-Zuspielung sollte daher auf Motionflow verzichtet werden. Die 24p Bildstabilität gehört zum Besten, was der Markt aktuell offeriert, auch hochfrequente Bilddetails stehen überaus stabil und sind klar durchzeichnet. Flimmern kommt selbst im Ansatz nicht vor. Als sich in Kapitel 2 die Hangartore der AREA 51 öffnen zeigt uns der KDL-52Z5500 wieder sein Können im Kontrastbereich und der herausragenden Bildtiefe. Tiefenstaffelung der Kisten gestaltet sich hervorragend, der zusätzlich hohe Detailreichtum in allen Bildbereichen unterstützt die Plastizität des Panels in großem Maße.

Casino Royale: Der Kameraschwenk über die Menschenmasse gelingt in reiner 24p-Wiedergabe wiederum exzellent, auch hier haben wir Probleme an Kanten bei zugeschalteter Motionflow-Technologie feststellen müssen. Plastizität in allen Bildebenen begeistert das Auge, Beispiele sind hier die Schlange inmitten der Menschen, das Autowrack auf der rechten Seite und die auf den Wellblechdächern liegenden Autoreifen im Randbereich. Als der Schurke seine Beschattung bemerkt und die Kamera Daniel Craig neben dem verkohlten Holzbalken in den Fokus nimmt, zeigt sich eine solch strukturierte deutliche Durchzeichnung des Balkens wie wir es nur selten gesehen haben. Jede noch so diffizile Feinheit und Unebenheit zeichnet das Panel heraus. Selbstverständlich zeigt der Sony an den Gesichtszügen von 007 dieselbe Leistung: kleine Grübchen sind deutlich zu erkennen und selbst Unreinheiten der Haut, die sich im Schatten des Hemdkragens befinden, sind auszumachen. Nach der Verfolgung  durch den sattgrünen Dschungelabschnitt und der Flucht des Gegners von 007 auf die Baustelle ist die natürliche Ausarbeitung des Rostrot des Rohbaus hervorragend. Erneut können wir die Tiefenstaffelung, während der Szene des Kampfes auf dem Kran, nur in höchsten Tönen loben.

Upscaling und De-Interlacing bei DVDs: Star Wars Episode III sowie "AVEC Test DVD", zugeführt wird ein 576i-Signal über HDMI, Motionflow "Standard"

Star Wars Episode III, Kapitel 1, Filmmaterial 576i

Im Upscaling und Deinterlacing demonstiert der Sony KDL-52Z5500 kompromisslose Stärke. Am vielfältigen Sternenhimmel laufen die Buchstaben stabil und ruhig nach hinten ab, ein Abschwächen des satten Gelb hin zum Buchstabenäußeren ist keines zu erkennen. Minimales Rauschen an den Kanten der Buchstaben ist zu sehen, aber dies ist so geringfügig, dass es nur dem sehr versierten Anwender auffällt. Nachdem die letzten Textzeilen am Bildschirmende verschwunden sind und die Kamera zum Sternzerstörer schwenkt, empfängt uns ein stabiles Bild mit nur geringem Kantenflimmern an der Kommandobrücke, MPEG-Rauschen hält sich sehr bedeckt und fällt nur im roten Bereich des Zerstörers auf. Oberflächendetails des Schiffes werden trotz des 576i-Signals noch sehr gut ausgearbeitet. Auffallend ist, wie ruhig und stabil die Konturen der kleinen Raumgleiter, in denen sich Obi-Wan und Anakin befinden, stehen. Beim Abknicken der Jäger eröffnet sich dem Zuschauer ein exzellent tiefengestaffeltes Bild, die verschiedenen Zerstörer scheinen in der Tat über Coruscant zu schweben und nicht auf der Planetenoberfläche aufzuliegen. Bei sehr flinken Bewegungen, beispielsweise der Raumschiffe im Gefecht, taucht ab und an leichtes Kantenflimmern auf, allerdings liegt die Gesamtbildruhe auf außerordentlichem Niveau. Auch Details in den Gesichtern der Protagonisten werden aus dem 576i-Filmmaterial noch ausgezeichnet herausgearbeitet, die Farbwiedergabe der Hauttöne liegt auf ähnlich hohem Level wie bei der Blu-Ray-Zuspielung. Bilanzierend setzt der Sony hier für einen LCD-Bildschirm Maßstäbe und weist manchen guten BD- oder DVD-Player souverän in die Schranken. 

AVEC Professional Test DVD, Videomaterial 576i

• Schriften in verschiedenen Geschwindigkeiten auf verschieden farbigem Hintergrund: Fast perfekt! Alle Geschwindigkeiten werden ausgezeichnet lesbar, und beinahe ohne Rauschartefakte ausgegeben. Hier zeigt Sonys Motionflow-Funktion, was sie kann: War sie noch unerwünscht bei 1080p24 Zuspielung, so scheint sie hier ihre wahre Bestimmung gefunden zu haben. Der Unterschied ist immens, ohne Motionflow ist hier in allen Geschwindigkeiten Rauschen und Flimmern zu erkennen, die Einstellung „Standard“ merzt dies beinahe komplett aus und zaubert ein sauberes, klar stabiles Bild auf das Display. Zwischen Motionflow „Standard“ und „Hoch“ lässt sich keine wirklich deutliche Differenzierung mehr erkennen, selbst in der schnellsten Geschwindigkeit der Laufschrift erbringt „Standard“ eine fast optimale Leistung.<<
• Pendel in verschiedenen Geschwindigkeiten: Beim schwingenden Pendel offenbart sich wiederum eine tadellose Leistung. Eine derart stabile Pendellinie konnten wir bis jetzt nur bei sehr wenigen LCD-Displays bewundern. Selbst die Pfeilspitze steht sehr stabil mit wenig Ansätzen von Treppenstufen, selbstverständlich sind die farbigen Balken im Pfeil in allen Geschwindigkeiten klar differenzierbar. Auch hier setzt sich Sonys Motionflow durch, bei Abschalten der Funktion treten erheblich mehr Treppenstufen an der Pfeilkante auf und generell steht die Linie weit weniger stabil. Einzig minimales Nachziehen an der Pfeilspitze ist trotz zugeschaltetem Motionflow erkennbar.
• Stadtbild Esslingen: Auch das letzte der drei bewegten Testbilder kann eine hervorragende Wertung in puncto Upscaling und Deinterlacing nicht verhindern. Das Gesamtbild ist wunderbar ruhig, selbst die Oberkante der Mauer bleibt flimmerfrei. Ein sattes Grün überzieht die Wiese, die Pflastersteine der Wege wirken ausgehend vom Quellmaterial sehr gut differenzierbar.

Digitaler TV-Tuner

ZDF Drehscheibe Deutschland, Szenenmodus „Allgemein“, DVB-T, Bildmodus „Standard“

Die Farbwiedergabe, insbesondere der Gesichtstöne und Naturaufnahmen, ist ausgezeichnet. Der Informationsgehalt im SD-Signal ist doch sehr beschränkt, der Sony arbeitet aber auch die kleineren Details soweit möglich, fein heraus. Selbst Sommersprossen auf dem Gesicht der Börsenreporterin sind noch zu erkennen. Leichtes MPEG-Rauschen um die Buchstabenränder ist natürlich noch vorhanden, die Artefaktbildung hält sich aber sehr in Grenzen und tritt intensiv nur bei sehr schlechtem Signal auf (Beispiel hier: Aufnahmen aus einem Krisengebiet mit einer schwachen Kamera). An scharfen Kanten treten ab und an sowohl Treppenstufen als auch Doppelkonturen auf, hier kann etwas durch die Anpassung des Schärfewerts nachgebessert werden. Insgesamt der bislang beste von uns unter die Lupe genommene digitale Tuner. 

Analoger Kabel-TV-Tuner

ZDF Drehscheibe Deutschland, Szenenmodus „Allgemein“, Bildmodus „Standard“

Auch der analoge Tuner verrichtet sehr gute Arbeit. Das Bild ist noch etwas weicher gezeichnet, so sind keine Doppelkonturen zu erkennen und auch die Treppenstufen sind zurückgenommen, allerdings wirkt das Bild natürlich verwaschener und das angesprochene Rauschen um Textzeilen ist leicht ausgeprägter. Die Farbwiedergabe kann aber wieder voll punkten, nur die Hauttöne wirken etwas weniger natürlich und das Grün erscheint nicht ganz so satt.

Eignung zum Gamen, getestet mit der Sony Playstation 3

Beweisen soll sich der KDL-52Z5500 hier bei Need for Speed: Carbon, in diesem Autorennspiel gehören rasche Bewegungsmanöver zum Tagesgeschäft. Der Sony kann zeigen, ob sich zwischen Befehlseingabe am PS3-Controller und Befehlsausführung am Display eine Verzögerung erkennen lässt. Dieser sogenannte "Input-Lag" ist unter Videospielfreunden sehr verpönt. Zurecht, wenn das Display nicht in der Lage ist die Befehle ohne grobe Verzögerung darzustellen, wird ungewollt ins Spielgeschehen eingegriffen und im schlimmsten Fall Leistungen eines Spielers verfälscht. Dies können wir beim Sony TV nicht feststellen, der TV feuert die Eingaben geradezu aufs Panel. Schnelle Bremseinlagen, unvorhergesehene Kurven und andere Manövrier-Höchstleistungen werden ohne Kompromisse blitzschnell angezeigt. Auch die Darstellung und Bildqualität des zugeführten Materials ist am Sony wieder exzellent. Selbstverständlich ist NFS Carbon nicht das graphisch anspruchsvollste Spiel und kann auch nur in 720p zugespielt werden, allerdings ist die herausgearbeitete Authentizität der Farben und Oberflächenstruktur (beispielsweise des Straßenbelags) enorm hoch. Keine Blöße im Gaming-Bereich, der Sony KDL-52Z5500 kann sich auch hier hervorragend empfehlen.

Verwendung als PC-Monitor über VGA

Aufgrund des vorhandenen VGA-Anschlusses, und besonders der häufig unzureichenden Verwendungsmöglichkeit eines großen TV-Displays als PC-Monitor wollen wir die Performance des KDL52Z5500 kurz unter die Lupe nehmen.
Als Beispiel-PC dient ein Netbook mit externem VGA-Anschluss. Der Handshake verläuft ohne Probleme, das Sony Display wird binnen Sekunden in den Windows-Anzeigeeinstellungen gefunden und kann als zweiter/primärer Monitor verwendet werden. Die Auflösung kann fast beliebig gewählt werden, wir verwenden allerdings nur die native Auflösung des KDL-52Z5500. Das Sony Display duldet hier keine Kritik, Texte sind einwandfrei lesbar, keine Nachzieher zu erkennen.

Bewertung der Basis-Parameter

  • Helligkeit: Der Sony bietet bei korrekt gewählter Betriebsart auch bei stärkerem externen Lichteinfall ein gleichmäßig helles und brillantes Bild. Bei geringem externen Lichteinfall bzw. im komplett abgedunkelten Raum kann die Bildhelligkeit auf ein sehr augenfreundliches Niveau heruntergeregelt werden.

  • Kontrast: Hier erzielt der Sony Referenzergebnisse, da er selbst feine Muster in sehr dunklen oder sehr hellen Bildbereichen hervorragend herausarbeitet. Dass einzelne Bildelemente gerade in dunklen Bildteilen versinken, kommt beim KDL-52Z5500 nicht einmal ansatzweise vor - brillant.

  • Schwarzwert: Gut für ein CCFL-Gerät, aber die einzige Disziplin, in der auch nach aktuellem technischen Stand noch etwas mehr geht. Bei allen bislang getesteten CCFL-Panels steht der 5500 aber mit an der Spitze. 

  • Gammakurve: Der Sony glänzt schon ab Werk mit einem sauberen Gamma, was unsere Erfahrungen in der Kontrastwertung unterstützen. Bildanteile in grauen/schwarzen Bildbereichen werden mit hervorragender Balance und großer Gleichmäßigkeit behandelt.

  • Farbintensität: Der KDL-52Z5500 begeht nicht den Fehler vieler LCDs und driftet bei der Farbwiedergabe ins Poppige ab (den Farbraum sollte man allerdings nicht auf "weit" stellen). Sogar die Grünwiedergabe ist für ein CCFL-Gerät (hier gibt es oftmals deutliche Probleme mit einem natürlichen Grün) ausgesprochen überzeugend. Hauttöne werden nicht zu stark und nicht zu rosa-lastig wiedergegeben.

  • Farbtemperatur: Hier raten wir, die neutrale Farbtemperatur zu verwenden, die ein authentisch ausgestaltetes, farblich sehr realistisch wirkendes Bild ermöglicht.

  • Bildschärfe: Herausragend - knackig scharf und praktisch ohne Doppelkonturen bietet der Sony volles HD-Feeling - ohne jeden natürlichen Touch gleich über Bord zu werfen. Geschickt wird eine unnatürlich-überscharf-digital wirkende Wiedergabe vermieden. Top - an diese Performance kommt derzeit kein anderer uns bekannter LCD heran. 

  • Detailwiedergabe im hochfrequenten Bildbereich: Vorbildlich - kleine Bildeinzelheiten, die manche Geräte erahnen lassen, aber nicht richtig herausarbeiten, stellt der Sony klar und fein differenziert dar. Es kommt weder zu Flimmern noch zu Artefaktebildungen.

  • Bildplastizität: Hervorragend - der Sony differenziert alle im Bildmaterial vorhandene visuellen Ebenen bis auf die unterste überragend auseinander und setzt auch hier Maßstäbe. Die Bildtiefe ist sensationell, durch die enorme Plastizität besitzt das Bild schon fast eine 3D-Wirkung. 

  • De-Interlacing: Sauber, stabil, bewegungsscharf - viele BD-Player der oberen Mittelklasse ziehen hier den Kürzeren.

  • Upscaling: Enorm scharf, rauscharm und detailliert - Quasi HD-Look auch für normale DVDs.

  • Ansprechverhalten des Panels: Hier können wir uns nur lobend äußern - panelbedingte Nachzieher gibt es beim Sony nicht. Zudem spricht das Panel auch beim Gamen vorbildlich schnell an. 

  • Rauschverhalten des Panels: Bestmarke - so ein rauscharmes Panel hatten wir noch nie in der Redaktion.

  • Betrachtungswinkel: Erstklassig - auch, wer schräg sitzt, bekommt einen kompletten Bildeindruck. 

Konkurrenzvergleich

  • Pioneer PDP-LX5090: Amtierendes "Masterpiece" trifft auf zukünftiges "Masterpiece" - das große Duell der Bild-Giganten endet unentschieden. Während der (leider nicht mehr produzierte) Pioneer nach wie vor die beste Farbbrillanz, das natürlichste Bild und das tiefste Schwarz offeriert, hält der Sony mit dem bestmöglichen 3D-Effekt, dem geringst möglichen Panelrauschen und dem sensationellen De-Interlacer/Scaler dagegen. 

  • Sony KDL-55X4500: Der Sony im 55 Zoll-Format entstammt der 2008er Generation. Dieses Modell kam noch ohne 200 Hz Motion Flow, erbrachte damals aber auch schon überragende Leistungen. Nur wegen des hohen Preises erteilten wir dem großen Panel keinen Masterpiece-status. Heute zieht der 55-Zöller den Kürzeren gegen den Z5500: Das neue Modell bietet einen besseren Schwarzwert, eine noch bessere De-Interlacing-/Scalingleistung und einen noch überzeugenderen 3D-Effekt. 

  • Samsung LE46A859S: Der ebenfalls schon ältere Samsung ist deutlich kleiner (46 Zoll) und sehr günstig zu haben. Ansonsten sieht der Südkoreaner, für sich betrachtet ein durchaus gutes Gerät, nicht viel Land gegen den Sony: Die Kontrastdynamik ist merklich geringer, die Farbbalance nicht so präzise und die Bildschärfe liegt unter dem Sony-Level.

  • Philips 42PFL9803: Im Gegensatz zu den neuen LED Backlight LCD-TVs gab es das 2008er LED Backlight Modell aus dem Hause Philips nur in 42 Zoll - und der Hightech-Flachbildschirm kann sich auch beinahe ein Jahr nach seiner Erscheinung noch überragend in Szene setzen: Bildbrillanz und Schwarzwert gehören nach wie vor zum Besten, was wir bisher gesehen haben. Die ausgewogenere Farbwiedergabe (Philips mit leichte Grünschwäche), die extreme Kontrastdynamik und die exzellente Upconversion von SD-Signalen hat aber der Z5500.  

Fazit Bild

Besser geht es derzeit nicht mehr - der Sony KDL-52Z5500 setzt neue Bildmaßstäbe bei den LCD-TVs, und das, obwohl er noch ohne LED Backlight unterwegs ist. Kontrast, Gesamtbildschärfe, Video-EQ-Einstellmöglichkeiten, 3D-Effekt des Bildes - der Sony distanziert hier alle uns bekannten Konkurrenten. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend - perfekt. 

Ton

Tonmenü

Ton
• Eingangswahl: Derzeitig gewählter Eingang wird angezeigt
• Ton-Modus: Standard/Dynamisch/Klare Stimme
• Höhen: -12 bis +12
• Tiefen: -12 bis +12
• Balance L/R
• Autom. Lautstärke Aus/Ein
• Surround: Aus/S-Force Front Surround
• Stimme Hervorheben: -5 bis +5
• Klangverbesserung: Ein/Aus
• Klangverstärker: Aus/Niedrig/Hoch
• Zweiton: Stereo/A/B

Klanglich erbringt der Sony für einen Flachbildschirm relativ gute Ergebnisse. Der dünne, nichtssagende Sound vieler LCD-TVs ist ihm nicht eigen. Vielmehr entfaltet er eine ordentliche virtuelle Raumwirkung und erfreut mit einer guten Dynamik. Der Hochtonbereich erfreut mit ordentlicher Durchzeichnung. Die stets verständliche Stimmwiedergabe ist schon in der Standard-Betriebsart gegeben. Insgesamt bietet der KDL-52Z5500 auch in dieser Disziplin eine anerkennenswerte Leistung. Gesamtnote in Relation zu Gerätekategorie und Preisklasse: Sehr gut - ausgezeichnet. 

Fazit

Neuer Maßstab: Sony KDL-52Z5500

Jede Zeit hat ihre Helden - bezogen auf das Hier und Jetzt sowie auf LCD-Flachbildschirme, gestehen wir dem Sony KDL-52Z5500 aktuell diese Rolle zu. Mit exzellenter Ausstattung, aber vor allem der Maßstäbe setzenden Bildwiedergabequalität bei allen eingespeisten Signalarten hat er sich unser "Masterpiece" als höchste Testauszeichnung redlich verdient. Er löst ein Gerät aus dem selben Hause ab - der Sony Full-HD LCD KDL-40Z4500 konnte sich bislang mit diesem Prädikat schmücken. Das beweist, dass Sony gerade bei der enorm wichtigen geräteinternen Signalverarbeitung den entscheidenden Schritt voraus ist. Kein andererer uns bekannter LCD-Flachbildschirm bietet eine so grandiose 24p-Wiedergabe, einen so enormen 3D-Effekt und eine solche Kontrastdynamik. Nur beim Schwarzwert werden keine neuen Maßstäbe gesetzt - die einzige Chance für die Konkurrenten, sich an die Sony-Armada heran zu arbeiten. Mit dem herausragenden Video-EQ aber schafft unser Testkandidat ein weiteres Differenzierungsmerkmal, es wird auch für den versierten Bildliebhaber einfach alles geboten, was für eine präzise Kalibrierung notwendig ist und bei Kontrahenten nicht selten vermisst wird. Das üppige Ausstattungsangebot umfasst alles, was von Relevanz ist, auch eine praktisch komplette Netzwerkintegration. Die Bedienung gestaltet sich trotz der enormen Funktionsvielfalt keinesfalls verwirrend und komplex, sondern erschließt sich selbst weniger erfahrenen Nutzern nach kurzer Zeit. Hinzu kommt die solide Verarbeitung und die attraktive Optik - der KDL-52Z5500 lässt in keiner Disziplin Punkte liegen - nur ein interner HD SAT-Tuner fehlt.

Der Dominator: Souverän sichert sich der Sony KDL-52Z5500 unser höchstes Testprädikat - er ist der beste LCD-Flachbildschirm, den wir bislang getestet haben

LCD-TVs über 50 Zoll/Oberklasse
Test 20. August 2009

+ Bestmögliche 24p-Bildwiedergabe
+ Maßstäbe setzende Dreidimensionalität und Kontrastdynamik
+ Erstklassiger De-Interlacer/Scaler
+ Neutrale Farbwiedergabe
+ Enorm umfangreicher Video-EQ
+ Üppige Ausstattung
+ Schicke Optik
+ In Anbetracht der Leistungen überraschend fairer Kaufpreis

- Kein integrierter HD Sat-Tuner

Absolute, preisklassenübergreifende Einordnung

"Masterpiece" - das sagt eigentlich schon alles. Aus absoluter, preisklassenübergreifender Sich setzt der KDL-52Z5500 aktuell Maßstäbe. Dass Sony dies mit einem überaus fairen Kaufpreis verbindet, findet unseren besonderen Beifall.

Technische Daten finden Sie hier: hhttp://www.sony.de/product/t46-z-series/kdl-52z5500

Test: 20. August 2009
Autoren: Carsten Rampacher, Philipp Kind (cr/phk)

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