XXL-TEST: Syabas Popcorn Hour C-200 - Networked Media Tank mit Blu-ray-Laufwerk und 500 GB-HDD

15.12.2009 (phk/cr)

Einführung 

Zwischen die bekannten AV-Komponenten hat sich in unserer Testroutine in den letzten Wochen ab und an mal ein HD-Mediaplayer "geschlichen". Der ASUS O! Play HD Media-Player HDP-R1 und das Buffalo LinkTheater HD konnten sich als gute multimediale Begleiter und passende Partner zur Wiedergabe von Daten von einem Datei-Medienserver erweisen. In diese Serie will sich nun der Syabas Popcorn Hour C-200 NMT einreihen, meint man zunächst. Tatsächlich aber ist der Networked Media Tank Popcorn Hour weitaus mehr als nur ein Medienwiedergabegerät für digitalisierte Daten. Zunächst einmal verfügt der C-200 über eine integrierte 500 GB Festplatte und ein BD-Laufwerk, so können neben auf der HDD gespeicherten Informationen auch einfach Blu-rays vom optischen Medium gelesen werden. Abgesehen dieser Features bietet der Popcorn Hour jedoch noch eine Vielzahl an hilfreichen Applikationen. Ein FTP-Server, ein Samba-Server und sogar ein Bittorrent-Client stehen dem Anwender zur Verfügung, darüber hinaus eine große Zahl an kostenlosen Gadgets. Wer einen solchen Umfang an vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten ausschöpfen möchte, muss obligatorisch etwas tiefer in die Tasche greifen: Etwa 500 Euro Marktpreis inklusive BD-Laufwerk und HDD sind kein Pappenstiel. Durch die üppige Ausstattung und die optionalen Upgrade-Möglichkeiten - die Festplatte und das BD-Laufwerk sind auch austauschbar und durch Zubehörkomponenten wie z.B. eine HDD mit 1,5 oder sogar 2 TB zu ersetzen - präsentiert sich der C-200 aber beinahe als Allround-Lösung. Daher sind wir neugierig geworden und wollen herausfinden, ob der Networked Media Tank seinem Namen gerecht wird und ob das Syabas-Produkt in der Lage ist, auch einen Standalone BD-Spieler zu ersetzen.

Verarbeitung

LC-Display an der Front

Stationäres Bedienelement vorne

In unserem Fall integriertes BD-Laufwerk

Sehr übersichtlicher Aufbau im Inneren

Das Laufwerk kann problemlos selbst eingebaut oder durch ein anderes ersetzt werden

Unter dem LITEON-Laufwerk befindet sich eine Fujitsu 500 GB Festplatte

Saubere Verkabelung

Gut dimensionierter Standfuß

Die Verarbeitung des Popcorn Hour ist beispielhaft. Eine Aluminium-Vollummantelung legt den Grundstein für eine solide Verarbeitungswertung, die Passungen sind genau und nirgends lassen sich scharfe Grate finden. Die Anschlüsse unterliegen einer ähnlichen Qualitätsprüfung, tadellos eingefasst und unverrückbar sitzen die hinteren Buchsen. Das Display an der Vorderseite ist großzügig dimensioniert, dennoch ab etwa 2m Abstand nicht mehr problemlos ablesbar. Als stationäres Bedienelement dient ein Navigationsknopf, ein Displaydimming-Button, der Druckpunkt ist etwas gewöhnungsbedürftig, die Bedienung stellt aber keine Probleme dar.

Remote

Die Fernbedienung schließt sich dem sauberen Ergebnis des Hauptgerätes an. Wirft man einen genauen Blick darauf, kann man eine entfernte Beziehung zwischen der Remote des C-200 und früherer Fernbedienungen von Onkyo-Receivern entdecken. Das ist eher positiv zu werten, bedenkt man gerade die klobige und etwas unhandliche Fernbedienung bspw. des Buffalo LinkTheaters. Besonders gefällt die Illumination aller Tasten. [Nicht so gut gefällt uns die Reichweite und der begrenzte Arbeitswinkel der Fernbedienung. Stellenweise scheint der PCH auch überhaupt nicht zu reagieren, ohne Änderung der FB-Position gönnt sich das Gerät ab und an eine "Denkpause" und reagiert erst nach einigen Sekunden erneut.] 

UPDATE & KORREKTUR: Entgegen unserer Annahme stellt die Bedienung via Fernbedienung bei angeschlossener Remote-Antenne überhaupt keine Probleme dar. Arbeitswinkel ist in keinster Weise zu bemängeln und die Reichweite ist sogar außergewöhnlich ausgeprägt. Die von uns angesprochenen Denkpausen scheinen auch auf die nicht angeschlossenen Remote-Antenne zurückzuführen sein und sind im Betrieb mit Antenne nicht mehr vorgekommen. Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur Preisklasse nach Update & Korrektur: Hervorragend.

Anschlüsse

Die Anschlussübersicht

  • HDMI

  • Component

  • FBAS

  • S-Video

  • Digital Optical S/PDIF

  • Digital Coaxial

  • Stereo Cinch Out

  • USB Slot 2x + 2x vorne

  • Anschluss für Remote-Antenne

Der Popcorn Hour ist bezüglich der Anschlüsse hervorragend ausgestattet: Essentielle A/V-Ausgänge Digital sowie Analog sind komplett vorhanden. Zwei USB-Anschlüsse auf der Rückseite wären absolut ausreichend, oft steht der C-200 aber in einem Rack o.ä. und die rückseitigen Anschlüsse können nicht einfach erreicht werden, die zwei Slots vorne erhöhen so einfach aber gekonnt den Bedienkomfort. Zusätzlich zur Ethernet-Verbindung kann der C-200 drahtlos eingebunden werden, hierfür ist aber ein extern erhältliches WLAN-Modul nötig. Gesamtnote Anschlüsse in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.

Konfiguration, Setup und Bedienung

Top-Menü mit Direktzugriff auf BD/Multimedia/HDD/USB/Settings

Beschreibung der Benutzeroberfläche und Einstellungsmöglichkeiten

Selbst wer den Vorgänger des C-200 nicht kennt, wird sich im Übersichtsmenü schnell zurechtfinden. Gekennzeichnet durch markante Symbole können die verschiedenen Funktionen und Features direkt angesprochen werden. Die Grundeinstellungen werden durch das Zahnradsymbol angewählt oder mit der Setup-Taste auf der Fernbedienung. In den Settings wird die Erstkonfiguration und die bevorzugten Default-Einstellungen justiert

Einstellungen

Grundlegende Einstellungsmöglichkeiten

  • Sprache: Menüsprache auswählen

  • Untertitel Sprache

  • Wiedergabe Modus: Aus/Einmal wiederholen/Alles wiederholen

  • Foto Übergänge: Keine/Einblendung/Hineinzoomen/Slide/Spiral/Zufällig

  • Foto Interval: 6 - 160 Sekunden

  • Bildschirmschoner: 1 - 60 Minuten

  • Einstellungen sperren: Ein/Aus

Audio/Video

Einstellen der Ausgabe-Parameter

  • Video Ausgang: Auto/NTSC/PAL/480p/576p/720p60/720p50/1080i60/1080i50/1080p60/1080p50/1080p24

  • Framerate Sync: Aus/NTSC,PAL/NTSC24p/NTSC PAL 24p

  • Video Zoom: Aktuelle Größe/Größe an TV anpassen/Crop/Vollbild

  • TV Art: 4:3/16:9/16:10 - Anpassung des Seitenverhältnisses

  • Farbraum: 16-235 (YUV), 0-255 (RGB)

  • HDMI Audio: Ein/Aus

  • Surround Modus: Stereo/5.1

  • AAC: Analog (PCM)/Digital (Raw)

  • WMA Pro: Analog (PCM)/Digital (Raw)

  • DTS: Analog (PCM)/Digital (Raw) 

  • Dolby Digital: Analog (PCM)/Digital (Raw) - Der default-Wert ist bei allen Analog, kann der angeschlossene AV-Receiver DD/DTS decodieren wählt man hier Digital (Raw)

  • DRC: Dynamic Range Compression Aus/Ein

Netzwerk

Netzwerkkonfiguration

  • Modus: Verkabelt automatische IP/ Verkabelt manuelle IP

  • Ethernet Configuration: 10/100

  • Zeitzone

  • Zeitserver

  • Winter/Sommer Zeit: Ein/Aus

  • IP Konfigurieren: Adresse, Subnet-Maske, Gateway und DNS manuell eingeben

  • Proxy konfigurieren

Netzwerkumgebung

  • Durchsuchen

  • Freigabe manuell hinzufügen

NMT Programme

Applikationen des C-200

  • Geräte-Name (veränderbar)

  • Arbeitsgruppe (veränderbar)

  • UPnP AV Server: Start/Stop

  • myiHome Server: Start/Stop

  • FTP Server: Start/Stop

  • Samba Server: Start/Stop

  • NFS Server: Start/Stop

  • Torrent: Start/Stop

  • Usenet Client: Start/Stop

DVD/Audio CD

  • Kinderschutz Level: Aus-9

  • Automatische Wiedergabe: Ein/Aus

  • Audio: Englisch/Deutsch

  • Untertitel Sprache: Keine/etc.

Wartung

Anzeige der Firmware & Update-Funktion

  • Firmware Version

  • Kernel Version

  • NMT Version

  • Cardea Lizenz

  • Auf Firmware Update überprüfen (via Internet oder USB)

  • NMT Apps/HDD Installations-Assistent (via Internet oder USB)

  • Werkseinstellungen wiederherstellen

  • Haftungssauschluss

Anzeige bei FW-Update von USB/Internet

Sieht man von den Unzulänglichkeiten der Fernbedienung ab ist die Bedienung des Popcorn Hours problemlos. Das Graphical User Interface ähnelt sehr dem Vorgänger des C-200, das Layout ist aber leicht durchschaubar und gefällt durch eine schlichte Aufmachung. Eine kleine Hürde stellt ein Firmware-Update dar, wenn man es über USB durchführen möchte. Im Gegensatz zu vielen anderen Geräten muss eine spezielle, vorher angelegte, html-Datei auf dem USB-Stick angewählt werden. Der PCH öffnet die Datei und mit einem Klick startet das Update. Dies allein stellt keine weiteren Probleme dar, allerdings müssen bei diversen Upgrades wie z.B. der neuen beta-Firmware zusätzlich die NMT Applikationen upgedated werden. Der NMT Apps/HDD Installationsassistent im Wartungsmenü muss ausgeführt werden, der Assistent selbst ist problemlos zu bedienen. Gesamtnote Konfiguration, Setup und Bedienung: Ausgezeichnet.

Netzwerk & Multimedia

Wir gliedern den Popcorn Hour per Ethernet-Kabel in unser Netzwerk ein. Ist DHCP im Router des eigenen Netzwerkes aktiviert, verbindet sich der C-200 ohne jegliche Netzwerk-Profilerstellung mit dem hauseigenen Netzwerk und kann sofort verwendet werden. Bei deaktiviertem DHCP muss die spezifische IP-Adresse zuerst im Einstellungsmenü des Popcorn Hour konfiguriert werden. Hierzu einfach die Taste "Setup" auf der Fernbedienung betätigen und den Punkt "Netzwerk" wählen, nach Eingabe von IP, Gateway und DNS-Server steht auch die manuelle kabelgebundene Netzwerkverbindung.

Nun können Mediendateien für den Popcorn Hour von einem Server/PC via Netzwerkfreigabe (Samba-Share) oder DLNA-Streaming zur Verfügung gestellt und abgespielt werden. Außerdem können Daten mit einem FTP-Programm auf die interne Festplatte des PCH übertragen und viele weitere Multimedia-Anwendungen genutzt werden.

Netzwerk-Auswahl mit DLNA-Server und Netzwerkumgebung (Browser)

Arbeitsgruppenansicht bei Netzwerkfreigabe

Soll DLNA-Streaming verwendet werden und es befindet sich kein dedizierter Medienserver im hausinternen Netzwerk, so kann ein Software-Server auf einem Rechner installiert werden. Im Internet stehen verschiedene Programme teilweise kostenlos zur Verfügung. Auf der beiliegenden CD des Networked Media Tanks finden sich auch diverse Applikationen wie myiHome.

Der Popcorn Hour verfügt außerdem über eine Vielzahl an Online-Features. Wählt man im Top-Menü die Weltkugel, öffnet sich folgendes Bildschirmmenü

Web-Dienste im C-200, hier schon mit Shoutcast

Internet-Radio

Das Internet-Radio des PCH lässt sich nach verschiedenen Informationen gliedern, im Beispiel unseres Bildes nach Genres. Verschiedenste Musikrichtungen werden hier rund um die Uhr gesendet, das Buffering verlief bei einigen Testläufen schnell und ohne Verzögerung. Die neue Firmware, die sich noch in der Betatest-Phase befindet stellt auch das bekannte SHOUTCAST Radio zur Verfügung.

Riesige Anzahl an Web-Applikationen

In diesem Abschnitt ist ein Direktzugriff auf verschiedenste Online-Gadgets möglich. Picasa, flickr, facebook und vieles vieles mehr wird hier in einem großen Topf zusammengefasst.

Startbildschirm MSP Community

Podcast-Overview

Auch im Medien Service Portal Community werden verschiedenste Gadgets und Applikationen in einem übersichtlichen Layout präsentiert.

Saya TV auf dem Popcorn Hour

SayaTV ermöglicht das Wiedergeben von Broadcast-Streams ähnlich dem Youtube-Format. Interessierte Nutzer können sich hier verschiedene Videos, die von Usern selbst auf das Portal geladen wurden, ansehen und sogar bewerten.

Layout bei angeschlossenem USB-Stick

Selbstverständlich können auch Medien von einem USB-Stick wiedergegeben werden. In gewohntem Layout wird eine Ordnerübersicht auf das Display geworfen und es kann zu den gewünschten Dateien navigiert werden. Reaktionszeit und Ladegeschwindigkeit sind bei einer 100Mbit-Einbindung mit dem LAN-Streaming zu vergleichen.

Fazit

Sowohl die Netzwerkkonfiguration als auch die Einbindung von Mediendateien ist, nicht zuletzt durch die vielfältigen Möglichkeiten der Integration, auch für den technischen Laien machbar und sollte versierte Anwender nicht mal ansatzweise in Verlegenheit bringen. Am einfachsten und flexibelsten ist die Integration durch eine Netzwerkfreigabe, bei kompletten Blu-Ray und DVD-Strukturen kann es mit einem DLNA-Server noch zu Komplikationen kommen, die mittels SMB-Freigabe nicht auftreten sollten. Die Vorteile einer integrierten Festplatte liegen bezüglich Auslagerung von beispielsweise MP3- oder Fotoarchiven klar auf der Hand. Die übrigen Multimedia-Features sind äußerst umfangreich. Ein - mittlerweile sogar zwei Internetradios tragen zur Flexibilität bei, das Medien Service Portal bietet schier unbegrenzte Möglichkeiten und ein konfigurierbarer Bittorrent-Client rundet den Networked Media Tank feature-technisch ab. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend - Perfekt.

Betriebs- und Laufwerksgeräusch mit Einlesezeiten

Im reinen Streaming-Betrieb ist der Popcorn Hour absolut flüsterleise. Das Fehlen eines internen Lüfters schlägt sich deutlich zum Vorteil des C-200 nieder, selbst wenn man sich sehr nahe am Gerät befindet ist kein Ton zu hören - perfekt. Auch während des BD-Laufwerksbetriebs müssen wir nichts bemängeln. Während des Einlesevorgangs sind zwar Geräusche ähnlich einem leisen Rattern vernehmbar, ist die Disc aber erst einmal geladen ist nur noch das flüsterleise Summen des Gerätes zu hören.

Einlesezeiten des integrierten BD-Laufwerks

• Blu-ray Fluch der Karibik: 38 Sekunden bis zum ersten Menü. 
• Blu-ray Casino Royale: 25 Sekunden bis zum Sony-Logo, erneute High-Speed Performance
• Blu-ray "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels": 31 Sekunden zum Paramount-Logo
• DVD Star Wars Episode III: 29 Sekunden bis zu "Warning".
• DVD Sahara: Knapp 30 Sekunden bis zum Universum-Logo

BD Live

Vergleichsweise flott in etwa einer Minute wurden die BD-Live Inhalte von Transformers geladen. Verfügt man über eine integrierte HDD muss nicht einmal ein USB-Stick an das Gerät angeschlossen werden.

Fazit

Die Einlesezeiten des PCH sind gut, aber nicht außergewöhnlich. Speziell in punkto DVD haben wir ein etwas flotteres Lesen erwartet. Dafür ist das Betriebsgeräusch während der Datei/Disc-Wiedergabe sehr niedrig und greift in keinster Weise negativ ins Filmgeschehen ein. BD-Live Inhalte werden hingegen relativ schnell geladen. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Testequipment
Bildqualität anhand verschiedener zugespielter Video-Formate
  • Blu-ray Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, optische Disc, 1080p24: Bei dieser BD erbringt der C-200 eine insgesamt erfreuliche Leistung. Gleich in der Startsequenz, als sich die Armee-Limousine und der Hot Rod ein kleines Rennen liefern gefällt die hier tadellose Bildqualität. Die Farbwiedergabe ist satt und intensiv mit leicht erdigem Einschlag. Das gesamte Bild überzeugt durch eine gleichmäßige Helligkeitsverteilung. Aufs Ganze gesehen wirkt das Bild aber etwas dunkel. Als der Armeekonvoi in Richtung Area 51 abbiegt ist die Plastizität und Räumlichkeit des Bildes voll befriedigend. Als kurze Zeit später Indy aus seinem unbequemen Verließ (Kofferraum der Limousine) gezerrt wird und sein Hut auf die Erde fällt, fällt auf, dass die Kopfbedeckung zwar gut detailliert dargestellt wird, die Differenzierbarkeit der unterschiedlichen visuellen Ebenen ist aber nur durchschnittlich. Sehr gut agiert der C-200 als sich die Türen des gigantischen Hangars langsam öffnen, die Struktur der Türen bleibt nahezu zitterfrei sichtbar. Das Innere des Hangars mit unzähligen Holzkisten gefüllt, präsentiert sich bei der langsamen Kamerafahrt als stabil. Erneut aber ist die Kontrastdynamik bei Details in dunklen Bildbereichen zu verbessern. Dies sieht man beispielsweise, als Indy die Patronenhülse öffnet um an das Schießpulver zu gelangen.

  • Blu-ray Transformers 2, optische Disc, 1080p/24: Bei diesem Film bietet der Popcorn Hour eine tadellose Bewegungsstabilität - in der Sequenz, als die Decepticons unter Führung von Megatron sich der Gedanken, die sich im Gehirn von Sam Witwicky befinden, bemächtigen wollen, erscheint das Innere der heruntergekommenen Fabrikhalle sehr detailreich durchzeichnet, bei den verschiedenen Kameraschwenks bleibt die Führung des Bildes ruhig. Die Gesamtbildschärfe ist nicht allzu hoch, Konturen erscheinen minimal weich. Die Farbwiedergabe ist relativ ausgewogen. In der Sequenz in der ägyptischen Wüste, als die Master-Maschine, die von den Decepticons entwickelt wurde, um ganze Sonnen energetisch aufzusaugen, gesucht wird, weist die BD-Wiedergabe des C-200 leichte Mängel auf. So ist leichtes Zittern in hochfrequenten Bilddetails (Felsformation, alter Ex-Decepticon und jetziger Autobot Jetfire, der auf dem Felsen steht) zu beobachten. Überhaupt entgleist in dieser Sequenz einige Male die Bildstabilität - auch die Farben erscheinen hier etwas unausgewogen und zu grell. In dunklen Bildbereichen fehlt es zudem an Detailtreue - hier gehen Einzelheiten verloren. 

  • Blu-ray Stirb Langsam 4.0, optische Disc, 1080p/24: Mit guter Bildschärfe und einer ordentlichen Farbneutralität ersetzt der C-200 hier ohne größere Schwierigkeiten einen Standalone-BD-Spieler. Beim Gefecht um Matthew Farrells Wohnung, welches bei nur geringem bis gar keinem externen Lichteinfall stattfindet, bietet der Popcorn Hour ein Bild mit recht überzeugender Plastizität. Auch die 24p-Darstellung ist für die Preisliga ausgesprochen gut gelungen. Das Bild schmiert nicht, und die Stabilität in der Horizontalen und in der Vertikalen ist überraschend hoch. Kleine Abzüge muss der C-200 bei der Bewertung der Kontrastdynamik im Detail hinnehmen. Details und feine Strukturen gehen in dunklen Bildbereichen verloren und erscheinen nicht so prägnant, wie wir es von sehr guten Standalone-Playern her gewohnt sind. Dies ist sehr gut anhand der schwarzen Lederjacke von John LcLane zu erkennen. 

  • DVD-Wiedergabe Film-/Videomaterial:
    Upconversion von Filmmaterial 576i auf 1080p, Star Wars Episode 3:
    • Zu Beginn - Anzahl der sichtbaren Sterne: Es ist eine Vielzahl an Sternen zu erkennen - für die Gerätekategorie sehr gut. 
    • Zu Beginn - Qualität bei der Wiedergabe der gelben Laufschrift: Die Laufschrift erscheint in sattem Gelb ohne Auswascheffekte. Die Schrift läuft ruhig nach hinten durch und weist kaum Zittern oder Wellenbewegungen auf. Nur in der hintersten Ebene ist leichtes Randzittern zu bemerken. 
    • Darstellung des republikanischen Sternzerstörers: das Raumschiff bleibt von den Linien her ruhig und stabil, die Bildschärfe ist durchschnittlich gut, die Detailtreue liegt hoch. Die im Schatten liegende Seite des Sternzerstörers weist aber Detailverluste auf, was auf die Durchzeichnungsschwäche des C-200 in dunklen Bildbereichen zurückzuführen ist. 
    • Abknicken der Jäger von Anakin und Obi-Wan in die Raumschlacht: Hier zeigt sich eine gute Bildtiefe - Sensationelles wird aber nicht geboten, so dass die Plastizität insgesamt noch Luft nach oben lässt. In den hinteren Bildebenen werden die Sternzerstörer nicht mehr perfekt von der Planetenoberfläche von Coruscant differenziert. 
    • Durchzeichnung der Gesichter der Akteure inklusive Darstellung der Hauttöne: Die Hauttöne werden überraschend natürlich wiedergegeben, mit sehr geringem erdigen Einschlag als kleinen Kritikpunkt. Die Strukturierung und Detaillierung der Gesichtszüge ist gut, aber nicht außergewöhnlich, die Barthaare von Obi Wan haben wir schon deutlich präziser wahrnehmen dürfen. 
    • Modellierung der Außenhaut der Raumjäger: Der C-200 kann hier gute Resultate erzielen, es kommt kaum zu Unsauberkeiten wie Ausfransungen oder Kantenflimmern. Die Außenhaut ist stets klar erkennbar, auch bei schnellen Flugmanövern. 
    Upconversion von Videomaterial auf 1080p, AVEC Professional Test-DVD:
    • Bewegte Schriften in verschiedenen Geschwindigkeiten vor verschieden farbigem Hintergrund: Es treten wenig Artefakte insgesamt auf, Zittern an den Buchstabenkonturen besonders in der schnellsten Geschwindigkeit ist allerdings auszumachen. Die Farbtrennung ist nicht optimal, zudem treten an den Buchstabenrändern Doppelkonturen auf. Die Schrift läuft ruhig und stabil durchs Bild. 
    • Pendel, das über eine schwarze Linie gleitet, in verschiedenen Geschwindigkeiten: Die Linie, über die das Pendel gleitet, bleibt relativ stabil, an den Außenrändern des Pendels tritt ein leichter Farbversatz auf. Die farbigen Balken innerhalb des Pendels bleiben stets klar differenziert erkennbar. Die Pendelspitze zeigt nur leichte Ansätze von Treppenstufen. 
    • Bewegtes Stadtbild von Esslingen: Die Kamerafahrten erfolgen ruhig und stabil, die Hausdächer sind nicht frei von Scalingrauschen und daher auch nicht so detailliert, wie wir es von anderen Standalone-Playern her kennen. Die Farben erscheinen etwas warm, das Grün der Rasenflächen weist einen gelblichen Einschlag auf. Die Detaillierung des Rasens und der Pflastersteine ist gut, aber nicht überdurchschnittlich. 

  • Wiedergabe eines ts (Transport Stream), World Series of Poker, 720p/60: Ein stabiles und klares Bild ist zu beobachten, mit leicht erhöhtem, aber noch tolerablen Bildrauschen (teilweise bedingt durch das Quellmaterial). Die Farbwiedergabe ist sehr schön - mit leicht warmen, sehr augenfreundlichen Einschlag. Die Skalierung von 1280 x 720 auf 1920 x 1080 gelingt sehr gut, das Bild erscheint recht scharf. Bei Einblendungen im Bild, wie sie bei Sportsendungen öfters vorkommen, tritt aber doch leichtes Skalerierungsrauschen auf.  

  • Trailer "Law Abiding Citizen", 1080p, MP4: Die Bildqualität ist gut, allerdings ist das typische Ruckeln einer 1080p/660 Hz Signalausgabe zu beobachten, was den versierten Filmliebhaber stört. Ansonsten gefällt die hohe Bildschärfe, die mit einer tadellosen Detailwiedergabe einher geht. Die Farbgebung erscheint etwas kalt, zudem wirkt das Bild nicht extrem tief - hier sind wir deutlich plastischere Ergebnisse gewohnt. Das Bild hat typischen digitalen Videolook, was denjenigen Anwender, der viel mit modernen Konsolen spielt, sicherlich freuen wird, dem richtigen Cineasten hingegen stört diese Art der visuellen Präsentation. 

  • Wiedergabe eines DivX-AVI-Files in SD-Qualität (NTSC 480): Ordentlich wird dieses File wiedergegeben, allerdings sind derartige SD-Videodateien, ganz gleich, wie gut sie hochkonvertiert werden, kein Augenschmaus, gerade dann, wenn man ein hochwertiges 65 Zoll PDP wie den Panasonic TX-P65V10E als Bilderwiedergabegerät nutzt. 

Gesamtnote in Relation zu Gerätekategorie und Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Audio
  • MP3: Erwartungsgemäß gibt es keine Probleme bei der störungsfreien Wiedergabe von MP3-Dateien.

  • AAC: Der C-200 nimmt ohne Probleme AAC entgegen und gibt es flott wieder.

  • FLAC: Wiedergabe von 2.0 Stereo FLAC-Dateien verläuft problemlos, leider keine Multichannel FLAC Wiedergabe möglich. (Update: Mit der neuen Beta-Firmware ist eine Wiedergabe von 5.1 FLAC möglich)

  • Dolby Digital & DTS: Das Durchschleifen von digital codierten Audiosignalen bezeichnet man auch als "Bitstreaming", da die im Quellmaterial enthaltenen Informationen 'bitgenau' an das Empfängergerät transportiert werden. Diese Funktion führt der C-200 bei den herkömmlichen, verlustbehafteten Tonformaten Dolby Digital und DTS problemlos aus. Ebenso kann der Popcorn Hour die Formate decodieren und analog als Multichannel PCM an einen Receiver weitergeben.

  • Dolby TrueHD und DTS-HD Master: Wird eine Blu-ray von optischem Medium ausgegeben funktioniert die eben angesprochene Bitstreaming-Funktion tadellos, das Audiosignal wird unbearbeitet zur Dekodierung im Receiver weitergeleitet. Die Klangqualität konnte erstaunlicherweise in Anbetracht der Preisklasse nahezu restlos überzeugen. Bei "Stirb Langsam 4.0" war der Sound sehr klar und facettenreich - gepaart mit natürlicher Räumlichkeit und einem sehr gelungenen Handling der immensen Dynamiksprünge. Stimmen ertönen ohne den störenden, leicht dumpfen Unterton, der manchmal bei weniger hochwertigen Komponenten bei der Tonausgabe mittels HDMI herauszuhören ist. Möchte man eigens digitalisierte Blu-ray Sicherheitskopien von einem Medienserver wiedergeben, schlägt die Bitstreaming-Funktion fehl, stattdessen wird der AC-3 Kern bzw. DTS-Kern der zu grunde liegenden Spur verwendet. Der Kern sowohl der Dolby-, als auch der DTS-Spur entsprechen den herkömmlich codierten Tonformaten. Auch hier schlägt das neue FW-Update zu: Werden die Sicherheitskopien als ISO auf dem Server gespeichert ist ein Bitstreaming von HD-Tonformaten problemlos möglich. Ein HD-Downmix ist auf dem C-200 auch möglich. Auch Dolby TrueHD Tonspuren am Beispiel "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" ertönen frisch und lebendig, mit erstaunlich guter Detaillierung. Der Soundtrack ist gekonnt eingearbeitet.

Gesamtnote in Relation zu Gerätekategorie und Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Foto
  • Jegliche Form bekannter Bildformate werden wiedergegeben (JPEG, Bitmap, PNG, GIF). Außer der Rotationsmöglichkeit und der Diashow werden nur wenige Optionsmöglichkeiten zur Fotowiedergabe gegeben, auch die fehlende Thumbnail-Ansicht steht bei einigen Anwendern in der Kritik. 

Konkurrenzvergleich und absolute Einordnung

Der Popcorn Hour C-200 möchte alles sein und alles können: Ist er zusätzlich zur Festplatte mit einem Blu-ray-Laufwerk ausgestattet, konkurriert er mit normalen Standalone BD-Playern, durch seine umfangreichen Streaming-Fähigkeiten aber misst er sich auch mit HD-Mediaplayern ohne Laufwerk. 

  • ASUS O! Play HD Media-Player HDP-R1: Der Asus bietet deutlich weniger Flexibilität und deutlich weniger Komfort - kostet aber auch nur einen Bruchteil des C-200. Wer schon einen normalen Standalone-BD-Spieler besitzt und über einige Kenntnisse bezüglich Netzwerkeinbindung und Mediastreaming mitbringt, erwirbt  mit dem O! Play einen preiswerten Mediaplayer mit guter, wenn auch nicht beispielhafter Formatvielfalt. Die gängigsten Formate können  ohne Schwierigkeiten wiedergegeben werden - sogar das Scaling und das De-Interlacing sind ordentlich. Natürlich darf keine so hohe Performance wie beim C-200 erwartet werden. Eine HDD weist der günstige Asus Player nicht auf, ebenso wie beim Popcorn Hour ist zudem kein WLAN-Modul integriert. 

  • Buffalo LinkTheater HD: Mit dem Buffalo Link Theater HD Wireless erhält der versierte PC-/Media-HD-Anwender ein einfach zu installierendes Produkt mit praxisgerechten Anwendungsmöglichkeiten. Hervorzuheben ist die Wireless N-Fähigkeit, durch Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit sind auch kabellose Übertragungen von HD-Material möglich, was bei herkömmlichem 54 Mbit-WLAN (Wireless G) nur bedingt möglich ist (Bildruckeln durch niedrige Bandbreite). Hier bietet die viel günstigere Buffalo-Lösung mehr Potential als der C-200, dem kein WLAN Modul spendiert wurde. Weiterer Vorzug des Link Theater ist die ordentliche Bildqualität, die durch gute Schärfe und prima Kontrastdynamik überzeugt. In letzterem Punkt wird der Popcorn Hour knapp geschlafen.  Der De-Interlacer und der Upscaler leisten bei der Upconversion in Anbetracht der niedrigen Preisklasse recht gute Arbeit - es kommt nur zu geringem Bildruckeln, zudem werden dem versierten Anwender leichte Treppenstufen an diagonalen oder geschwungenen Linien auffallen. Der C-200 spielt hier klar in einer höheren Liga. Die Anzahl der Formate, die vom LinkTheater HD wiedergegeben werden können, ist praxisgerecht, sehr erfahrene PC-Könner, die Wert auf eine größtmögliche Flexibilität legen, werden aber nicht restlos glücklich, da z.B. eine Unterstützung für mkv (Matroska-Video)- und für Flac-Dateien feht - beides beherrscht der C-200. Leider betrifft diese nicht perfekte Flexibilität  des LinkTheater HD auch elementar wichtige Faktoren. So können keine DTS-Audiodaten verarbeitet werden, zudem können Videosignale nur in 1080i, nicht aber in 1080p ausgegeben werden - auch hier sehen wir Vorzüge des Popcorn Hour, der sich - was man für den Kaufpreis auch im direkten Vergleich erwarten kann - keine Blöße gibt. In einem sind sich Buffalo und Popcorn Hour aber einig. Die Bedienkonzepte beider Geräte zeigen gute Ansätze, können aber im Detail noch verfeinert werden. 

  • Samsung Blu-ray-Player BD-P3600 und BD-P4610: Die Samsung BD-Spieler liefern eine gelungene visuelle Performance ab - obwohl sie darin auch nicht Meister ihres Fachs sind, ist die Kontrastdynamik in dunklen Bildbereichen ausgeprägter als beim C-200. Dieser jedoch offeriert die bessere 24p Bildstabilität. Die Farbwiedergabe erscheint bei den Samsung-Playern als etwas ausgewogener, zudem produzieren die zwei Samsungs ein etwas schärferes Bild. Bezüglich der Detailtreue hält der Popcorn Hour sehr gut mit. Multimedial sehen die zwei südkoreanischen Player - trotz ihrer für normale BD-Spieler sehr guten multimedialen Eigenschaften - kein Land gegen den Popcorn Hour. Das extrem umfangreiche Paket, bestehend aus Internet-Funktionalitäten und Formatvielfalt, ist nahezu unschlagbar. Zudem bietet er sogar ein geringfügig besseres Upscaling und De-Interlacing im DVD-Betrieb. 

  • Sony BDP-S560: Der Sony verwöhnt mit einer besseren Bildwiedergabe im BD- und auch im DVD-Betrieb. Er liest zudem zuverlässiger ein und toleriert auch zerkratzte Discs. Weiterer großer Vorzug für Netzwerkuser ist das eingebaute WLAN-Modul des Sony, welches sogar über WPS verfügt. Hinter dem Begriff verbirgt sich das „WiFi Protected Setup“, mit diesem neuen Feature möchte die Wi-Fi-Alliance, ein Verbund von Herstellern, die Zubehör für Drahtlosnetzwerke anbieten, die WLAN-Einbindung von Computern, Peripherie- und Unterhaltungselektronikkomponenten drastisch vereinfachen. Das Procedere: Der Anwender muss lediglich einen Knopf drücken (Voraussetzung: Der WLAN-Router ist WPS-fähig) oder einen PIN in einem einfachen Dialog eingeben. In diesem Falle wird nur dieser PIN benötigt, und alle anderen Einstellungen werden automatisch gezogen. Trotz dieser vereinfachten Einbindungsprozedur soll die Verbindung zwischen den Geräten sicher sein. Eine neue dahinter stehende Verschlüsselungstechnik wird nicht eingeführt, weiterhin kommt hier die bekannte WPA-Verschlüsselung zum Einsatz. Im Falle des BPS-S560 wird ein Zugangspunkt verlangt, bei dem man auf Knopfdruck eine WPS-basierte Verbindung aufbauen kann. Natürlich kann der BD-Spieler auch auf herkömmlichen Weg ins WLAN eingebunden werden, was schnell und problemlos vonstatten geht. Bei der puren multimedialen Performance dann schlägt erneut die große Stunde des Popcorn Hour, denn er spielt nahezu alles, was Relevanz hat, ab - und kokettiert zusätzlich mit der recht großen internen Festplatte. 

Bezüglich der absoluten Einordnung kann abschließend gesagt werden, dass der Popcorn Hour C-200 für den modern ausgerichteten Multimedia-Fan mit Fokus auf maximale Formatvielfalt und Flexibilität ein sehr empfehlenswertes Gerät ist - im Vergleich zu einfachen Mediaplayern, die sich im Preisbereich zwischen 80 und 150 EUR bewegen, ist die Ausstattung deutlich umfangreicher und außerdem kommt der C-200 mit noch mehr Formaten als die meisten HD-Mediaplayer klar. Die Bildwiedergabe ist vom wirklich guten De-Interlacing und Scaling geprägt, auch hier holt sich der C-200 eine Empfehlung ab und verweist die günstigeren Kontrahenten gut sichtbar auf die Plätze. Bezüglich der BD-Performance hält der C-200 ohne Schwierigkeiten mit Einstiegsplayern mit, für den Blu-ray-Liebhaber mit hoher visueller Kenntnis und daraus resultierendem Anspruch taugt er aber bestenfalls als Zweitplayer. Wer einen Top BD-Spieler zu einem noch finanzierbaren Preis sucht, ist beim Pioneer Blu-ray-Player BDP-LX52 oder beim Denon DBP-2010 besser aufgehoben. Beides sind Blu-ray-Spieler, die sich in Verbindung mit großen Displays ab 50 Zoll und in Verbindung mit guten Full-HD-Beamern ebenfalls gut machen. Um auf diesen Bildwiedergabegeräten eine restlos überzeugende Figur zu hinterlassen, fehlt es aber nicht nur dem Popcorn Hour C-200, sondern auch den meisten Standalone-Playern bis rund 400 EUR an Potential - und diese Geräte weisen nicht einmal im Ansatz die geballte multimediale Leistungsfähigkeit und Formatvielfalt des C-200 auf. 

Gesamt-Fazit

Der Syabas Popcorn Hour C-200 präsentiert sich als üppig ausgestatteter Media Tank, der mit dem eingebauten Blu-ray-Laufwerk gleich noch den normalen Standalone-BD-Spieler mit ersetzt. Das Gerätekonzept ist sehr modern und zukunftsträchtig, weil es dem momentanen, sich sicherlich weiter verstärkenden Trend zur Zusammenführung verschiedener multimedialer Bereiche deutlich entgegenkommt. Der Traum von einer flexiblen Medienbibliothek, die aber auch optische Medien nicht außer Acht lässt, sondern mit berücksichtigt, wird mit dem C-200, der zudem auch noch eine große(500 GB)  interne Festplatte mitbringt, Wirklichkeit. Abstriche muss bei der Netzwerk-Flexibilität machen, hier ist zu kritisieren, dass kein Wireless-Modul gleich mit eingebaut wurde. Die audiovisuelle Performance des Popcorn Hour ist überraschend gut. Verständlich ist, dass er als Blu-ray-Player keine neuen Bildmaßstäbe setzt, dies kann in Anbetracht des Preises des gesamten Media Tanks aber auch nicht erwartet werden. Die recht stabile 24p-Signalausgabe, die gute Detaillierung und das insgesamt angenehme Bild sind aber klare Pluspunkte. In den Bereichen Gesamtbildschärfe und Kontrastdynamik wird aber noch Luft nach oben gelassen - dies haben wir jedoch auch bei normalen Standalonegeräten günstigerer Preisklassen schon häufig beobachten dürfen. Sehr gut gelingt dem C-200 die Upconversion von DVD 576i Signalen auf 1080p, hier wird sogar mancher Standalone-Konkurrent im "Regen stehen gelassen".  Die gebotene Klangqualität weist eine überraschend hohe Performance auf. Gerade bei der Ausgabe der aktuellen HD-Tonformate im BD-Betrieb - selbstverständlich beherrscht der Media Tank diese Disziplin auch - fallen die klare Klangcharakteristik und die beachtlichen Dynamikreserven positiv auf. Maßstäbe setzt die Multimedia-Maschine hinsichtlich der Vielzahl der abspielbaren Formate, hier kommen einfachere und kostengünstigere HD-Mediaplayer oft nicht ganz mit. Die Erstinstallation inklusive Netzwerkeinbindung gestaltet sich für eine solche Gerätschaft relativ einfach, so dass man kein Netzwerkexperte und PC-"Guru" sein muss, um den C-200 in Betrieb nehmen zu können. Allerdings sollte der Käufer des Popcorn Hour schon eine gewisse Affinität zu PCs und PC-Peripherieprodukten mitbringen, denn das, was sich schon bei normalen Standalone-BD-Playern abspielt - Firmware-Aktualisierungen, Bugfixes etc. - wird von einem doch deutlich komplexer beschaffenen Produkt wie dem C-200 natürlich auf die Spitze getrieben. Durch mehr Funktionen und Möglichkeiten entstehen mehr Einsatzgebiete und somit auch automatisch mehr potentielle Fehlerquellen. Wer also ein Gerät sucht, das einfach jeden Tag mit gleichbleibender Performance und ohne Fehlermeldungen und Betriebsprobleme seinen Aufgaben nachgehen soll, ist bei einem normalen Standalone BD-Spieler besser aufgehoben. PC- und Multimedialiebhaber aber, die gern mit technischen Geräten umgehen und auch PC-Erfahrung mitbringen, bekommen zum fairen Preis ein Produkt mit hoher Flexibilität und viel Potential. 

Einfach zu installierender HD-Mediaplayer mit praxisgerechter Ausstattung und qualitativ tadelloser Bildwiedergabe

HD-Mediaplayer obere Mittelklasse
Datum: 15. Dezember 2009

+ Exzellente Formatvielfalt
+ Recht einfache Erstinstallation
+ Hohe Netzwerkfunktionalität
+ Blu-ray-Laufwerk und relativ große HDD
+ Sehr gute Bildperformance bei BD und DVD
+ Support der aktuellen HD-Tonformate und von 24p bei der BD-Wiedergabe
+ Ausgesprochen klarer und lebendiger Klang
+ Tadellose Anschlussbestückung
+ Für das Leistungsvermögen fairer Kaufpreis
+ Attraktive optische Erscheinung

- Kein eingebautes Wireless-Modul
- Gewisse Software-Schwächen durch häufigen Wechsel der Firmware in Folge von Aktualisierungen
- Laufwerk mit verbesserungswürdiger Fehlerkorrektur
- Träge ansprechende Fernbedienung mit teilweise unpraktischem Layout
- Schwächen in der Kontrastdynamik bei BDs und DVDs

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Datum: 15. Dezember 2009

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