Test: AV-Receiver Pioneer SC-LX82 - Pegel- und Dynamik-Champion in edlem Gewand

12. November 2009 (th)

Einleitung

Das Marktsegment der oberen Mittelklasse ist heiß umkämpft und bietet verschiedene Konzepte der unterschiedlichen Anbieter. Von den einen werden weitere Kanäle integriert mittels Audyssey DSX und PLIIz, von anderen werden Netzwerkfunktionalitäten ausgebaut und wieder andere setzen auf fulminante Videofeatures. Eigen ist allen, dass in diesem Marktsegment deutliche Unterschiede zwischen den Offerten auszumachen sind - fast jedes Gerät bietet ein eigenes Profil, einen eigenen Charakter. Pioneer tritt mit dem 2299,-EUR kostenden SC-LX82 an. In der Vergangenheit war es eine der Besonderheiten Pioneers, immer ein sehr eigenständiges Profil an den Tag zu legen und sich dadurch von der Konkurrenz abzuheben. Auch mit dem SC-LX82 gelingt Pioneer dies durch den optischen Auftritt auf Anhieb. Wir möchten Ihnen, werte Leser, an dieser Stelle unseren Eindruck des SC-LX82 aus unserem Testbetrieb im Rahmen dieses Tests präsentieren. 

Pioneer SC-LX82 - stattliche wie schicke Erscheinung

Eine Logo mit Produkt-Philosophie

Aufgeräumte Front

Verarbeitung

Der SC-LX82 ist auf den ersten Blick unverkennbar ein AV-Receiver aus dem Hause Pioneer: Die glänzende, schwarze Front in schlichtem wie edlem Design ist mittlerweile zu einem Markenzeichen avanciert. Die Verarbeitung ist tadellos, die spiegelnde Front absolut plan und ohne jede Eintrübung oder Wölbung. Der Sitz der Drehregler ist satt, ihre Laufgefühl etwas leicht und synthetisch und die Passung der Frontklappe nahezu perfekt. Die Frontplatte mit makellosen Ecken, Kanten und Rundungen fügt sich in vorbildlicher Weise an den Korpus, der sehr massiv und steif gefertigt ist. Hier fallen die akkuraten und gratlosen Falz- und Blechkanten positiv ins Auge, wie auch die massive Verschraubung. Die Rückseite zeigt sich von erstklassiger Machart mit fest sitzenden Anschlussfeldern und von außen verschraubten und nicht gesteckten Platinen - einzige Ausnahme: Die Schraubklemmen für die Lautsprecherkabel dürften fester sitzen. 

Akkurate Passung

Gute Passung der Bedienelemente hinter der Frontklappe

Stabile Buchsen und nicht perfekte Lautsprecherterminals

Die Standfüße passen sich dem noblen optischen Auftritt an und bieten dämpfende Gummiaufsetzer zur Reduzierung von Schwingungen. Das innere des "kleinen" Pioneer-Boliden zeigt sich gemacht wie ein Panzerschrank: Mehrfach-Verstrebungen, ein enorm verwindungsfestes Chassis und zahlreiche Schraubverbindungen sorgen für einen Auftritt, der selbst in dieser Preisklasse selten zu finden ist. Die Platinen hinterlassen einen sehr soliden Eindruck wie auch die diversifizierte Stromversorgung, im Gegensatz zu der etwas wirren Verkabelung. Die Fernbedienung gefällt haptisch sehr gut, liegt ausgewogen in der Hand und unterstreicht optisch den Oberklasse-Anspruch von Pioneer. 

Massiver innerer Aufbau

Die Stromversorgung

Sehr gefällige Fernbedienung

Anschlüsse

Rückseite:

  • 4 HDMI Eingänge, 2 HDMI Ausgänge
  • 3 koaxiale Digitaleingänge
  • 4 optische Digitaleingänge, 2 optische Digitalausgänge
  • 3 Komponenten-Video-Eingänge, 1 Komponenten-Video-Ausgang
  • 5 Y/C (S-VHS-Hosiden) Video-Eingänge, 2 Y/C-Video-Ausgänge (1 Monitor, 1 Record)
  • 5 FBAS-Video-Eingänge, 4 FBAS-Video-Ausgänge (1 Monitor, 1 Record, 1 Zone 2, 1 Zone 3)
  • 8 Analog-Stereo-Chinch-Audio-Eingänge (inkl. Phono), 4 Analog-Stereo-Chinch-Audio-Ausgänge (2 Record, 2 Zone 2/3)
  • 1 Analog-7.1-Chinch-Audio-Eingang, 1 Analog-7.1-Chinch-Vorverstärkerausgang
  • 1 Ethernet-Schnittstelle
  • 2 IR-In, 1 IR-Out
  • 1 Control Eingang, 1 Control Ausgang
  • 1 RS232-Schnittstelle
  • 2 12V Trigger-Ausgänge
  • 1 Antennenanschluss FM 75 Ohm
  • 1 Antennenanschluss AM

Zeitgemäß bestücktes Anschlussfeld

Vorderseite

  • 1 HDMI Eingang
  • 1 USB Eingang
  • 1 FBAS-Video-Eingang für iPod
  • 1 Setup-Mikrofon-Eingang
  • 1 Kopfhörer-Ausgang Klinke

Pioneer bekennt sich zu den aktuellsten Verbindungswegen

Technik und Ausstattung

Aus rein formaler Sicht ist zu erwähnen, dass Pioneers SC-LX82 mit dem Gütesiegel THX Ultra2 Plus ausgestattet ist. THX stellt zwar keine Tonnorm dar, garantiert aber mit Vergabe des Zertifikats die Einhaltung hoher technischer Anforderungen. Im vorliegenden Fall werden bis zu 190 Watt (1kHz, 6Ohm) pro Kanal geleistet. Erzeugt wird diese Leistung von Pioneers Direkt Energy HD Verstärkern, die auf Class D Technologie von ICEpower basieren. Hinter dieser etwas kryptischen Bezeichnung verbergen sich im Volksmund "Digitalendstufen" genannte Leistungsverstärker-Komponenten, welche sich durch einen hohen Wirkungsgrad auszeichnen. Ein Ergebnis dieser Konstruktion ist eine akzeptable Wärmeentwicklung, welche nur leicht über "handwarm" einzustufen ist. Um spontane Antritte zu meistern puffern 2 Elkos je 10.000 mykroFarad. Seit vielen Jahren ist es Tradition von Pioneer die hauseigenen AV-Verstärker von den Toningenieuren der Air Studios abstimmen zu lassen, was bisher jederzeit für einen unverwechselbaren und wieder erkennbaren Klang gesorgt hat. 

Für die Soundabstimmung verantwortlich: Air Studios

Ein weiteres KeyFeature von Pioneer ist das Messverfahren MCACC - Multi-Chanal Acoustic Calibration. MCACC stellt aktuell das facettenreichste Messverfahren im Consumer Markt da und orientiert sich an Parametern aus der professionellen Studiotontechnik. So wird nicht nur die Entfernung und der Pegel der Lautsprecher gemessen, sondern auch ihr Zeitverhalten bezüglich des Group-Delays (Verzögerung der Membranen eines Lautsprechers untereinander) und des Frequenzgangs im Nachhall. Ein neunbändiger, vollparrametrischer Equalizer sorgt nicht nur für die Anpassung von Frequenzgängen, sondern bekämpft mittels der sogenannten "Standing Wave Control" auch Raummoden. In seiner Komplexität ist MCACC aktuell allein auf weiter Flur - nicht aber zu Lasten des Kunden: Es besteht die Option einer vollautomatischen Einmessung, die einer Messung individuell zu wählender Parameter oder aber auch die der händischen Justage für Experten, Interessierte und Profis. 

Seitens der funktionalen Betriebsausstattung möchten wir auf zwei Aspekte eingehen. Zum einen folgt Pioneer dem sehr früh eingeschlagenem Weg zur Integration multimedialer Inhalte über das Netzwerk ins heimische Kino. Der SC-LX82 ist über seine Ethernet-Schnittstelle, DLNA zertifiziert und WMDRM unterstützend, in der Lage sämtliche gängigen Audio-Codecs wie Internetradiostation zu streamen. Der zweite Aspekt ist ein Pioneer-proprietärer: PQLS - Precision Quartz Lock System - eine hauseigene Technologie, die Player und Verstärker bei Verwendung einer HDMI-Verbindung miteinander taktet und so für eine präzisere Audiowiedergabe sorgt: Der Signalausgabetakt des Players und der Takt der D/A-Wandler im verarbeitenden Receiver werden gekoppelt, nun in Form der neuesten Variante "PQLS Multi Surround" auch im Mehrkanalbetrieb. Schon in vorangegangen Test konnten wir uns von der herausragenden Funktionsweise dieser Jitter-Verringerung überzeugen. 

Verringerter Jitter bei HDMI-Verbindung zu einem Pioneer Blu-ray-Player

Bedienung, Setup und Konfiguration

Home Menu

Pioneers Home Menu entspricht dem klassischen Setup Menü. Viele relevante Einstelloptionen sind hier zu finden. Im Gegensatz zu anderen Herstellern lagert Pioneer die Justage der Audiowiedergabe in das Audio Parameter Menu und die der Videobearbeitung in das Video Parameter Menu aus, welche über separate Tasten auf der Fernbedienung aufzurufen sind. Die Inhalte des Home Menus:

Die oberste Ebene des optisch ansprechenden Home Menu

  • Advanced MCACC
    a. Voll Auto MCACC
        - Surr Back System: Normal / Speaker B / Front Bi-Amp / Zone 2 
        - Save SYMMETRY to: Memory 1 bis 6
    b. Automatisches MCACC
        - ALL / LS.-Einst. behalten / Lautsprecher-Einst. / Kanalpegel / Lautsprecher-Abstand / EQ Pro & S-WaveFull Band Phase Ctrl 
    c. Manuelles MCACC
        - Feineinstellung Kanalpegel
            - Refernz-Chanal Level Front-Left: -10 bis + 10 dB in 0,5 dB-Schritten
            - R, C, SL, SR, SBL, SBR, SW in 0,5 db-Schritten zwischen -10 und +10 dB
        - Feineinstellung LS.-Abstand
            - Ref.Ch Distance Front-Left: 1cm Schritte
            - R, C, SL, SR, SBL, SBR, SW in 1cm Schritten
        - Stehende Wellen
            - Kanal: Main, Center, Subwoofer
            - Filter 1 bis 3
            - Frequenz: 63, 65, 68, 71, 74, 78, 81, 85, 88, 92, 96, 101, 105, 110, 115, 120, 125, 131, 136, 142, 149, 155, 162, 169, 177, 185, 193, 201, 210, 220, 229, 239, 250, 
            - Q (Güte / Wirkbreite): 2.0 bis 9.8 in 0.2 Schritten
            - ATT [dB]: 0 bis -12 dB in 0,5 db-Schritten
        - EQ Einstellungen 
            - für die Kanäle L, C, R, SL, SR, SBL, SBL
            - Frequenzen (in Hz): 63, 125, 250, 500, 1k, 2k, 4k, 8k, 16k, Trim
            - Wertebereich: -12 bis +12 dB in 0,5 dB-Schritten
        - EQ Professional
            a. Nachhall-Messung mit und ohne EQ
            b. Nachhall-Anzeige, aufgeschlüsselt gemäß den variablen EQ-Bändern
            c. Erweiterter Equalizer
                - Time Position: 0-20ms / 10-30ms / 20-40ms / 30-50ms / 40-60ms / 50-70ms / 60-80ms
                - EQ-Typ: Symmetry / All Ch Adj / Front Align
                - Stand.Wave Multi-P: Yes / No
                  Anmerkung: Über die Wahl "Yes" ist es möglich, zwei weitere Positionen im Hörraum einzumessen.
        - Exakter Abstand
    d. Demo: Demonstration der Messsignale
  • MCACC Ergenisse (Anzeige der Messergebnisse)
    a. Lautsprecher-Einstellung
    b. Kanalpegel (separat für die 6 Speicher)
    c. Lautsprecher-Abstand (separat für die 6 Speicher)
    d. Stehende Wellen (Main / Center / SW - innerhalb des aktuell angewählten Speichers)
    e. EQ-Kalibrierung (für die Kanäle L, C, R, SL, SR, SBL, SBL innerhalb des aktuell angewählten Speichers)
    f. Gruppenlaufzeit (Front / Center / Surr / SB)
    g. Ausgabe am PC
  • MCACC Datenbank
    a. Speicher umbenennen
    b. MCACC-Speicherkopie
    c. MCACC-Speicher löschen
  • Grundeinstellungen
    a. Manuelle Lautspr.-Einstellung
        - Surr Back System (Verwendung der Endstufen für die Surround Back LS): Normal (SB) / Speaker B / BeAmping / Zone 2
        - Lautsprecher-Einst.: Large / Small / No und Übernahme-Frequenz des Subwoofers (50Hz / 80Hz / 100hz / 150Hz / 200Hz)
        - Kanalpegel (innerhalb des aktuell gewählten Speichers) von -10 dB bis +10 dB in 0,5 dB-Schritten
        - Lautsprecher-Abstand in 1cm Schritten
        - X-Curve (Absenkung des Hochtonbereichs ab 2kHz): Off / 0,5 dB/Octave bis -3 db/Octave in 0,5 dB-Schritten
        - THX-Einstellungen:    
            - Loudness Plus: On / Off
            - Surr.Back LS-Position: 0-0,3m / >0,3-1,2m / 1,2m<
            - THX Ultra2 SW: Yes / No
            - BGC: Off / On
    b. Eingänge konfigurieren (nicht jede Option steht allen Eingängen zur Verfügung)
        - Eingabe (Wahl des zu konfigurierenden Eingangs)
        - Name eingeben: alle
        - Eingabe überspringen (beim durchskippen der Eingänge): alle
        - Digital In: DVD, TV/SAT, DVR, Video1, Video2, CD, CD-R, 
        - HDMI Input: nicht zuweisbar, muss über die HDMI-Taste der Fernbedienung angewählt werden
        - Component In: DVD, TV/SAT, DVR, Video1, Video2
        - 12V Trigger1: alle
        - 12V Trigger2: alle
    c. Menusprache wählen
    d. Weitere EInstellungen
        1. KURO Link-Einst.
            - KURO Link: On / Off
            - Display abschalten: Yes / No
        2. Mehrkanal-Eingang
            - LFE-Pegel: o dB / +10 dB
            - Video-Eingang: Off, DVD, TV/SAT, DVR, Video1, Video2
        3. ZONE Audio-Einst.
            - ZONE2 Lautst.-pegel: Variabel / fixiert
            - ZONE3 Lautst.-pegel: Variabel / fixiert
        4. Einschaltpegel-Einst. 
            - Letzte / Mute / -80db bis +12dB in0,5 dB-Schritten
        5. Lautstärkebegrenzung-Einst.
            - Off / -20.0 dB / -10.0 dB / 0.0 dB
        6. Fernsteuerungsmodus: 1 bis 4
        7. Flicker Reduction: Off / 1 bis 4

Seltenheit: Vollparametrischer EQ mit manuellem Zugriff

Bei Bedarf und Gefallen lassen sich die Höhen sanft absenken

Audio Parameter

  • Wahl des MCACC-Speichers 1 bis 6
  • EQ: On / Off
  • S-Wave: On / Off
  • Delay: 0.0 bis 10.0 in 0.1 Schritten
    - Einheit Frames (einzelne Vollbilder- bei PAL 25 pro Sekund)
    - Hierbei handelt es sich um die Funktion "Audio Delay" zur Synchronisierung von Bild und Ton)
  • MID/LDN: 
    - Midnight komprimiert die Tonwiedergabe, die Dynamik ist verringert - speziell geeignet zur verständlichen Wiedergabe zu später Stunde
    - Loudness hebt die Bässe und Höhen an
  • Tone: Bypass / On (Treble und Bass werden aktiviert oder umgangen)
  • Bass (wenn Tone=On): +6 bis -6 dB in 1dB-Schritten
  • Treble (wenn Tone=On): +6 bis -6 dB in 1dB-Schritten
  • S.RTRV (Sound Retreiver): On / Off (Soll die Wiedergabequalität datenkomprimierter Formate verbessern)
  • DNR (Digital Noise Reduction): On / Off (Soll verrauschte Quellen besser darstellen)
  • Dialog E (Enhancement): On / Off (Hebt Stimmen im Center hervor)
  • Dual: CH1 / CH2 / Ch1 CH2 (Wahl der Spur bei Dual Mono Quellen)
  • DRC (Digital Range Control): Auto / Max / Mid / Off (Dynamikkompression für digitale Quellen)
  • LFE: 0 dB / -5 dB / -10 dB / -15 dB / -20 dB / Off (Reduktion des Wiedergabepegels der LFE-Spur)
  • SACD Gain: 0 dB / + 6 dB (hebt die Gesamtlautstärke bei digitaler SACD-Verarbeitung)
  • HDMI: Amp / through (Wahl der Tonverarbeitung bei HDMI-Übertragung - soll das nachgeschaltete Display Tondaten bekommen oder soll nur der AV-Receiber sie verarbeiten? Bei Weiterleitung kann es zu Problemen mit der Mehrkanalausgabe geben, so das Display per HDMI-Kommunikation dem System mitteilt, dass es nur Stereo beherrscht)
  • A.Delay (Auto Delay): On / Off (automatisches Audio-Delay innerhalb HDMI-Ketten)
  • C.Width: 0 bis 7 (Gewichtung des Centers innerhalb der Frontwiedergabe)
  • Dimension: -3 bis +3 (Einstellung der Größe des virtuellen 3D Klangraums)
  • Panorama: On / Off (Erweiterung des Frontklangbildes auf die Surrounds)
  • C.Image: 0 bis 10 (bei 0 werden die Center-Anteile auf Front-L und -R umgeleitet, bei 10 wird das entsprechende Signal komplett über den Center wiedergegeben)

Gut ablesbares Display am Pioneer SC-LX82

Vorteilhaft an der Separierung der Audiooptionen ist der Umstand, dass dieses Menü nicht die Bildwiedergabe überlagert und so die HDMI-Verbindung nicht unterbrochen wird - langwierige, erneute HandShakes entfallen. Auf der anderen Seite verbietet bei häufiger Nutzung der Optionen diese Auslegung eine Positionierung des Pioneer SC-LX82 außerhalb des Gesichtsfeldes. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass ein kompletter, automatischer Einmessvorgang 7 Minuten dauert.

Die Audio Optionen lassen einzeln anwählen

Video Parameter

  • V.CON - Video-Conversion: Analog-digital Wandlung von Videosignalen On / Off
  • RES - Resolution: AUTO / PURE (durchschleifen der nativen Auflösung) / 576p / 720p / 1080i / 1080p
  • ASP - Aspect: Through / Normal - Seitenverhältnis 16:9 oder 4:3
  • PCINEMA - Pure Cinema: Auto / PAL / OFF
  • P.MOTION - Progressive Motion: -4 bis + 4 in 1'er Schritten - beeinflusst die Progressive-Ausgabe
  • YNR - Y Noise Reduction: -4 bis +4 in 1'er Schritten - Justage der Reduzierung von Helligkeitsrauschen
  • DETAIL: -4 bis +4 in 1'er Schritten - Justage der Konturenschärfe
  • SHARP: -4 bis +4 in 1'er Schritten - Justage der Schärfe
  • BRIGHT: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage der Helligkeit
  • CONTRAST: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage des Kontrastes
  • HUE: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage der Rot-Grün-Ballance
  • CHROMA: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage der Sättigung

Gemessen an den Justage-Optionen der Mitbewerber ist die Videosektion des Pioneer SC-LX82 dürftig ausgestattet. Es werden nicht die notwendigen Regler bereit gestellt, um eine tiefgehende Kalibrierung durchzuführen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Videobearbeitungsfunktionalität nur für analog eingehende Signale greift. HDMI-Video-Signale können in keiner Weise bearbeitet werden. Bei Verwendung einer Pioneer-Kette ist dies kein Problem, da sämtliche Komponenten über KURO-Link einen Abgleich durchführen und so Presets zur optimalen Wiedergabe gewählt werden. Für Nutzer von Ketten bestehend aus Mix von Herstellern entfällt so allerdings die Option, kanalselektiv für jedes Signal eine individuelle Justage und Kalibrierung durchzuführen und so am Bildwiedergabegerät, trotz nur einer Zuleitung, das bestmögliche Bild zu erhalten. 

Internet Radio/ PC-Streaming

Das Anmelden des Pioneer SC-LX82 im Netzwerk geht sehr schnell und ohne weitere Probleme automatisch von statten. Wer die Verbindung individuell konfigurieren möchte bekommt das entsprechende Rüstzeug ebenfalls an die Hand. Der Aufbau der grafischen Darstellung und folgender Submenüs gefällt und funktioniert stabil. Selbiges zeigten unsere Testreihen mit diversen Internetradiostationen - welche qualitativ sehr gut in unserem Testraum ohne Zusammenbruch des Streams erklangen. Die Anmeldung des LX82 in unserem Windows Media Netzwerk erfolgte genauso einfach und hürdenfrei: Das Gerät wird auf Anhieb erkannt und kann nach erfolgter Freigabe auf die entsprechenden Ordner zugreifen. Die Geschwindigkeit hierbei entspricht dem klassenüblichem Niveau.

Testequipment

Testequipment

Der Pioneer SC-LX82 und seine Zuspieler

Klang

Stereo:

  • Tonalität:
    Pionners SC-LX82 zeigt sich seitens seiner tonalen Auslegung als ein typischer Vertreter des Hauses, allerdings mit leichten Veränderungen gemäß des aktuellen Zeitgeistes. Die Grundlegende Spielweise entspricht der Abstimmung wie wir es von den Air Studios gewöhnt sind: Ein kräftiges Klangbild mit Vehemenz in den unteren Lagen und einer ausgeprägten Gestaltung der oberen Etagen. Entgegen vorangegangener AV-Receiver spielt der LX82 nun aber ein gutes Stück neutraler und nimmt den Mittentonbereich nicht mehr ganz so stark zurück. Dem aktuell vorherrschenden Hang zu einer tendenziell neutralen Wiedergabe folgt Pioneer hier also auch, zumindest im Ansatz. Durch die ansteigende Betonung der Frequenzbereich oberhalb der Mitten in Verbindung mit der sehr forschen Gangart entsteht teilweise ein minimal scharfes, harsches Klangbild. Aber auch dieser Eindruck vermittelt sich gemildert im Kontext der Pioneer-Historie. Bilanzierend lässt sich festhalten, dass der SC-LX82 tonal nicht der Verfechter absoluter Neutralität ist, sondern der Philosophie des Hauses Pioneer folgt und eine spektakuläre Abstimmung mit Betonung der Tiefen und Höhen bereit hält.
  • Bass-Performance:
    Die Grundlage einer spektakulären akustischen Darbietung stellt ein sattes, tiefreichendes Bassfundament dar. Die Grundlage einer qualitativen Bassperformance stellt unter anderem die Fähigkeit dar, sämtliche Details im Tiefton heraus schälen zu können. Eine herausragende Performance im Bass zeichnet sich durch das Vermögen aus, Strukturen, Frequenzen und Dynamiksprünge gekonnt miteinander zu verbinden und mit Kraft in den Raum zu tragen, auch wenn die Lautsprecher schwierig zu handhaben sind. All dies gelingt dem LX82 auf atemberaubende Weise: Dieser schnelle Antritt gepaart mit Feinstrukturierung und Vehemenz stellt eines der Highlights dar und ist derart selten zu finden. Die genannten Eigenschaften ziehen vom Subsonischem hinauf bis in den Oberbass, welcher allerdings der Gesamtauslegung folgend etwas zurück genommen dargestellt wird. Das Volumen einzelner Trommeln eines Schlagzeuges oder die Besetzung des Schlagwerkes eines Orchesters lassen wie aber auch das Spiel einer Bassgitarre lassen sich exakt heraushören. In Summe ergibt sich ein mächtiges Bassfundament, welches ohne Dröhnen und Schwammigkeit einen Frontalangriff auf das gute Verhältnis zu den Nachbarn vor nimmt.
  • Stimmdarstellung:
    Egal welchen Kontext der Datenträger vorgibt, ob Singersongwriter, Opernarie oder bescheiden aufgenommenes Metallgeschrammel, der SC-LX82 ist immer in der Lage Stimmen klar und verständlich heraus zu arbeiten. Dies gelingt ihm, da der Präsenzbereich, der Bereich der oberen Nuancierung menschlicher Sprache, gegenüber dem Grundton stärker betont ist – Eine Nachvollziehbarkeit ist auch in komplexen Geschehnissen gegeben und man hat niemals das Gefühl, dass etwas Gesungenes oder Gesprochenes untergeht. Lediglich ergibt die Abstimmung ein Bild, dass Sänger etwa 5kg schlanker wirken lässt, mit etwas weniger Volumen im Fundament gekontert durch einen minimal vordergründigen Eindruck der oberen Lagen.
  • Auflösung / Hochtonbereich:
    Korrespondierend zur Tonalität ist der Hochtonbereich vernehmlich betont und bietet derart eine ausgeprägte Strahlkraft und Präsenz. Selbst bis in die höchsten Register schafft es der Pioneer SC-LX82 kontrolliert und souverän Details mit dynamischer Gangart zu präsentieren. Dabei verfällt er im Gegensatz zu früheren Generationen aber nicht mehr in eine aggressive, spitze Spielweise, sondern maximal in eine leicht harsche, höhenbetonte. Der potentielle Freundeskreis von Pioneergeräten dürfte sich dank dieser souveräneren, erwachseneren und verbindlicheren Spielart durchaus vergrößern. Die Auflösung spielt ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau und kitzelt Details aus bestimmten Aufnahmen, wie z.B. der „Moldau“ von Dvorjak, heraus, die viele andere Geräte niemals zu Tage fördern. Dieses Auflösungsvermögen zieht sich von den untersten Lagen bis hin in den Brillanzbereich. Eine Eigentümlich darf an dieser Stelle allerdings nicht unerwähnt bleiben: So fein der SC-LX82 auch auflöst schafft er es dennoch nicht den perfekten musikalischen Fluss dem oberen Mitten- und Hochtonbereich mitzugeben. Es wirkt nach oben hinzunehmend gerastert, springender, ohne den Verve und die Natürlichkeit, die ausgewachsene Transistorendstufen bieten. Um dies richtig einzuordnen muss erwähnt werden, dass wir hier den direkten Vergleich zu preislich ebenbürtigen Boliden und nicht einen allgemeinen ziehen.
  • Raumabbildung:
    Des SC-LX82 Umgang mit dem virtuellen Raum ist ein recht eigener: Wie schon seine Gesamtauslegung geht es ihm mehr um das Erlebnis als um die Akkuratesse. Die Bühne ist weit aufgespannt und gibt dem Hörer so die Option auch ein großes Orchester in seiner Breitenstaffelung zu erfahren. Die Bühne steht weiter als bei anderen Amps vom Zuhörer entfernt und ist nicht übermäßig tief gestaffelt. Der Fokus ist klar, Instrumente sind an ihrem Platz und die Lautsprecher treten ebenfalls weitestgehend aus der Wahrnehmbarkeit zurück. Die Schärfe, der Umriss einzelner Akteure besticht eher durch die dynamisch differenzierte Darstellung als durch die räumliche. Zusammenfassend kann man sagen, dass der SC-LX82 eine weite, einem entfernten Panorama gleichende, gesamt betrachtete Bühne aufbaut entgegen Konkurrenten, die wie mit dem Fernglas Einzelaspekt fokussieren.
  • Dynamik:
    Der Umfang der Dynamik beschreibt die Differenz zwischen dem leisesten und dem lautesten Ton. Wer wissen möchte, was in dieser Preisklasse dynamisch aktuell machbar ist, kommt nicht umhin sich den Pioneer SC-LX82 anzuhören. Die in dieser Disziplin abgelieferte Performance hat unsere Redaktion zu einem derartigen Kurs noch nicht vernommen. Egal in welchem Frequenzbereich, der Pioneer bietet einen sensationellen schnellen Antritt mit dynamischen Werten die ihres gleichen suchen. Dabei nimmt er sich sowohl grob- wie feindynamischer Ereignisse gleicherweise an und impft dem Geschehen eine eigene Form von Lebendigkeit ein. So es die Aufnahme hergibt ist nun mehr kein wesentlicher Unterschied zwischen einem Crescendo eines Symphonieorchesters aus der Konserve und der eines live spielenden auszumachen.
  • Pegelfestigkeit:
    Die soeben beschriebene Leistung in der Dynamik wie auch die der Bassperformance behält der SC-LX82 bis in die obersten Lautstärkelagen stoisch bei, der Hochtonbereich bleibt ebenso sauber und klar. Ohne Komprimierung, Clipping oder Gezerre kann man mit diesem AV-Receiver Pegelorgien fahren, wie sie wohl nur Besitzer frei stehender Einfamilienhäuser jemals ohne folgende Probleme zelebrieren können. Die sehr laststabilen Endstufen des Pioneer behalten die Lautsprecher jederzeit sehr gut unter Kontrolle und haben auch mit kritischen Impedanzverläufen keine Schwierigkeiten. Bilanzierend ist eine Pegelfestigkeit auf Referenzniveau zu attestieren.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass der Pioneer SC-LX82 ein AV-Receiver für die großen akustischen Bilder ist. Seine tonale Auslegung, die Art seiner räumlichen Darstellung und der Umgang mit dem Thema Dynamik macht ihn zu einem Fan des großen Auftritts. Heimeliges, sezierendes und neutrales Spielen ist nicht seins – dafür das Mächtige, Wuchtige und Beeindruckende.

Wie gemacht für den SC-LX82: Wuchtige Soundtracks alá Iron Man

Mehrkanal:

Klang Mehrkanal HD-Tonformate Film

  • Iron Man, DTS HD MA 7.1:
    Eindringlich und beklemmend zugleich die Szenerie in den Stollen, dunkel, hektisch und bleischwanger das Geschehen rund um den Ausbruch mittels ersten Prototypen des eisernen Kriegers. Pioneers SC-LX82 verdichtet die Atmosphäre ungemein um dann urplötzlich bei Schüssen einen Pegelsprung zu absolvieren, dass es selbst abgebrühte Tester noch zu reißen vermag. Der Raum ist umhüllend, sehr detailiert und klar nachvollziehbar modelliert und zieht den Zuschauer in das Geschehen. Subsonische Informationen werden über vibrierende Sitzgelegenheiten dem Betrachter vermittelt wie durch den schieren Luftdruck. Das metallische Klicken des Anzuges, die Schüsse, alles klingt sehr eindringlich und Prägnant. Lediglich kleinere Ereignisse im unteren Mitteltonbereich werden nicht der unvermittelt in den Raum geschleudert, was in Anbetracht der Abstimmung des Pioneers zu erwarten war.
  • Casino Royal, PCM 5.1 und Dolby True HD 5.1:
    Auf den ersten Blick erscheint die Eröffnungssequenz in Prag nicht spektakulär. Wiedergegeben in der Spielart des LX82 wird aber mit Start des Filmes sofort eine dichte Atmosphäre aufgebaut. Erschafft wird dieser Eindruck durch das Vermögen des Receivers sehr different und erstaunlich feinfühlig kleine Ereignisse auf sämtliche Lautsprecher zu verteilen, das Zusammenspiel zwischen ihnen nahtlos zu gestalten und einen dynamischen Feingeist an Tag zu legen, der nichts Kleines unter den Tisch fallen lässt. Der unvermittelte Schnitt in das Herren-WC zur Erlangung James‘ erster „0“ bietet einen Pegelsprung nach der leisen wie intensiven Gesprächssituation, dass es unbedarften und überraschten einen Schrecken einjagen wird. Derart gegensätzliche Pegel innerhalb so kurzer Zeit, so ungebremst in den eigenen vier Wänden, das bieten nur Gerätschaften, die deutlich teurer als Pioneers LX82 sind. In der folgenden Verfolgungsjagd auf Madagaskar zeigt sich dann sofort wieder der Grundcharakter unseres Testprobanden: Die johlende Menge wird gekonnt eingefangen und um den Zuhörer drapiert, die Stimmen bieten nicht den voluminösesten Grundton, sind dennoch über Gebühr verständlich und die Hatz über die Baustelle mutiert zu einem akustisch brachialem Effektfeuerwerk.

Klang Mehrkanal HD-Tonformate Musik

  • Celine Dion, Dolby True HD 5.1:
    Celin’s Auftritt in Las Vegas bietet einen sehr feinen, differenzierten aber nicht perfekten Mehrkanal-Mix. Nicht perfekt in dem Sinne gemeint, dass der wissende ohne weiteres die verschiedenen Ebenen des Mixes und weite Teile der Arbeit der Toningenieure separieren und nachvollziehen kann. Dieser Aufgabe widmet sich jedoch nicht der LX82 – sicherlich, er hat das Auflösungsvermögen um heraus zu schälen, dass mitunter verschiedene Hallräume zeitgleich genutzt werden. Das Sezieren überlässt er neutraleren, braveren Konkurrenten und widmet sich voll der Show, der Emotion und dem Spaßfaktor dieses Konzertes. Mit einer plötzlichen Macht schlägt der Blitz auch im Hörraum ein, die Beats werden gnadenlos getrieben mit einem anregenden Kick, das Publikum scheint neben und hinter einem zu sitzen, um dann den Gegensatz aufzubauen und Celine fast schon intim ihre Balladen säuseln zu lassen – das ist die Intention des LX82. Die nicht hundertprozentig „richtige“ Stimmdarstellung tritt angesichts des Beiwohnens, nicht Betrachtens, einer derart pompösen Show in absolut verzeihlich in den Hintergrund.
  • Within Temptation – Black Symphony, PCN 96/24 5.1 und DTS 96/24 5.1
    Der orchestrale Beginn des Konzerts der holländischen Band im “Ahoy” bestätigt das Bild, welches wir vom Pioneer SC-LX82 schon in den Stereo-Testreihen bekommen haben. Die Abbildung des Ensembles erfolgt in großer Manier, es ist eindrücklich und sehr direkt. Die dynamischen Differenzen der unterschiedlichen Instrumente werden gemäß des Rahmens der Mischung sehr nuanciert abgebildet. Der räumliche Aufbau dagegen ist nicht messerscharf, wohl aber sehr stabil und bezieht die Surround-Lautsprecher nahtlos mit ein. Diese räumliche Dichte erreicht ihren Höhepunkt bei dem von hinten intonierenden Chor und geht unter die Haut. Gemessen am Maßstab absoluter Puristen erscheinen manche Bläser nicht ganz neutral und die Stimme der bezaubernden Frontfrau erscheint noch einen tick dünner, als sie eh schon ist. Der Verve des Konzertes wird unvermittelt durch die treibende Bassdrum und die knackige Bassgitarre ins Heim getragen.

Klang Mehrkanal klassische Formate Film

  • Gladiator, DTS 5.1
    Der Einstieg in dieses Filmabenteuer steigert sich sehr schnell von intensiver Musik hin zu einer altertümlichen, rabiaten Schlacht. Der Pioneer SC-LX82 nimmt den Zuschauer sofort mit auf diese Zeitreise und bannt ihn in das akustisch dreidimensionale Geschehen. Die dynamischen Feinheiten der Musik werden sehr nuanciert an die Lautsprecher gereicht und zwischen diesen baut sich ein geschlossener Klangkörper auf. Die Natürlichkeit klassischer Musik können andere Verstärker sauberer darbieten; die Größe der Eröffnungsszenerie können aber nur sehr wenige andere so gekonnt imitieren.  Die hereinreitende Kohorte erzeugt ein mächtiges Pferdegetrampel, die Dialoge sind tonal nicht astrein, aber sehr gut verständlich und das Spannen der Katapulte erfolgt in atemberaubender Manier. Klirren dann die Schwerter aufeinander hat man den realen Eindruck, dass gerade neben einem Metall auf Metall geschlagen wurde.
  • Star Wars, EP. III, DD 5.1
    Die Kontrolle über Lautsprecher bei Basswiedergabe wie auch die Ansteuerung von Subwoofern erfolgt
    wesentlich unterschiedlicher als man es sich gemeinhin denken mag. Tiefgang, Kontrolle, Struktur, Geschwindigkeit und Präzision variieren in dieser Disziplin merklich. Gleich die erste Filmszene von Episode III ist angetan das Verhalten eines Testprobanden diesbezüglich auszuloten. Tiefe, dumpfe Trommelschläge kaschieren das noch tiefere, langsame Rotieren einer Turbine – zeitgleich voluminös, ungemein strukturiert und tief. Pioneers LX82 meistert die Aufgabe mit Bravour und baut ein Fundament auf, welches Aktionfilmfans in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt. Sollten erleben wir in unseren Testräumen eine so gekonnte Vorstellung dieser Szene. Folgend wird der Raum zum imaginären Schlachtplatz – Kreuz und Quer, vorne, hinten und neben einem ereignen sich Fragmente der Raumschlacht und schließen den Zuschauer ins Geschehen ein. Hier ist abermals festzustellen, dass der Pioneer ein Freund des Großen Auftritts ist: Locker und lässig jongliert er Tiefgang, Dynamik und die Dreidimensionalität des akustischen Raums. Die Neutralität hat er sich hingegen nach wie vor nicht auf die Fahnen geschrieben, was anhand der leicht harschen Explosionen und etwas dünnen Stimmbasen zu erkennen ist.

Surround-Aufpolierer

  • PLIIx – Music Mode, Teenage Grafiti Love, DD 2.0
    Prologic IIx neigt dazu den Oberbass  im Gegensatz zu Stereo leicht zu betonen, ohne aber merklich auf zu dicken – ein etwas fülligerer, poppigerer und treibenderer Eindruck entsteht. Die Stimmdarstellung ist etwas platter, ohne aber tonal zu sehr verschoben zu werden. Die Höhen verlieren etwas an Brillanz, wobei die Dynamik aber kaum eingeschränkt wird. Der räumliche Aufbau gefällt mit einer breiten wie stabilen und gut zugeordneten Front-Bühne. Nach hinten schließt ein dichter Klangteppich an, der ohne Lücke oder Naht sogar noch sehr viele Detailinformationen erhält. Bezüglich der Surround-Wirkung ist PLII2x das am besten integrierte Programm.
  • DTS Neo:6, Teenage Grafiti Love, DD 2.0
    Neo:6 weicht den rhythmischen Bass auf und gibt ihm eine Dicke mit, die nicht mehr stark an das Original erinnert. Dynamisch liegt DTS Neo:6 leicht hinter den beiden anderen Aufpolierern und wirkt in der Stimmdarstellung etwas bedeckt. Der Hochtonbereich ist weiter als bei PLIIx zurück genommen und bietet auch auf den Surrounds nicht so viele Details. Der räumliche Eindruck fällt je nach Material von „wenig ausgeprägt“ bis hin zu „zu hallig“ aus. Im Extremfall fällt das Klangbild sogar direkt hinter einem in den BackSurrounds zusammen. Bilanzierend ist festzuhalten, dass DTS Neo:6 aktuell keine sinnvolle Option neben PLIIx und THX Neural Surround darstellt.
  • THX Neural Surround, Teenage Grafiti Love, DD 2.0
    Aus tonaler Warte betrachtet greift THX Neural Surround am geringsten in das Ausgangsmaterial ein. Lediglich der Kickbereich des Basses wird etwas knackiger, prägnanter wiedergegeben – Stimmen sind nur ganz leicht belegt und der Hochtonbereich unterscheidet sich kaum von der Stereo-Performance. Seitens der Surround-Aufbereitung kann Neural hingegen nicht mit PLIIx mithalten und geht zu zaghaft vor. Die breite wie stabile Front wird nur ganz leicht durch die unterstützend arbeitenden Rear-Lautsprecher vergrößert – es ist eher von einer Öffnung der Tiefe der Bühne zu reden als von einer reinrassigen Mehrkanalwiedergabe. Diese Spielart kann aber auch gerade für feinfühligere Hörer genau das richtige sein.

PQLS

Den negativen Einfluss des Jitters bei der HDMI-Audioübertragung konnten wir schon häufig feststellen. So auch am Beispiel des Pioneer SC-LX82. Will man die konventionellen Mehrkanal-Tonformate oder PCM-Stereo genießen empfiehlt sich die Übertragung der Tondaten mittels S/P DIF. Wie Denon mit dem hausinternen Denon 4th Link bietet Pioneer mit PQLS Multi Surround eine proprietäre Lösung der HDMI-Jitterproblematik an. In Zusammenspiel mit dem Blu-ray-Player Pioneer BDP-LX52 konnten wir uns von der eindrücklichen Wirkweise der Gleichtaktung von Player und D/A-Wandler im Receiver überzeugen.

Nach Aktivierung von PQLS gewinnt das Klangbild sofort an Ruhe und räumlicher Stabilität. Die Fokussierung der Frontbühne erfolgt exakter und klarer umrissen. Tonal wirkt der Bereich der Mitten nur leicht angehoben, der grundsätzliche Charakter des SC-LX82 bleibt also unverändert. Die Ausdruckskraft, das Timbre von Stimmen und die Nuancierung des oberen Grundtons nehmen hingegen zu. Zu den oberen Mitten und den Höhen wird dem Klang etwas an Schärfe genommen und die Performance ist flüssiger, geschmeidiger und samtiger. Das wahre Auflösungspotential des Receivers ist nun zu vernehmen – als ob die genauere Taktung der D/A-Wandler nun mit den Digitalendstufen gleichgeschaltet wäre. Der Klang löst sich markant von den Speakern und wirkt eine Schippe natürlicher.

Dieser Eindruck macht aus dem Duo ein interessantes Stereo-Gespann, dass in Summe deutlich mehr als eins plus eins ergibt. Im Mehrkanalbereich ist dieses Resultat auf genau die selbe Weise zu vernehmen. Die Tonalität gewinnt durch die samtigeren und flüssigeren Höhen an Authentizität und vermittelt mehr Ruhe. Der räumliche Aufbau ist feiner gestaffelt und geschlossener. Die Dynamik profitiert von der genaueren Taktung gerade in den Zwischentönen und bei den kleinen Ereignissen, die für die wahre Dichte der Atmosphäre verantwortlich sind. Die Struktur des Bassbereiches gewinnt gerade in kritischen Szenen abermals, wie dies schön in der Eröffnungsszene von Star Wars, EP. III und der Turbine zu hören ist.

So sehr es wahrscheinlich ein Traum bleibt, so ist es doch sehr wünschenswert, wenn sich die Industrie auf eine herstellerübergreifende Technik zur Jitterreduzierung einigen könnte. Die Performancesteigerung durch Gleichtaktung von Quelle und D/A-Wandler bieten nun schon zwei Hersteller – aber nur innerhalb ihrer Produktlinien. Wer also die volle Leistungsfähigkeit abrufen möchte ist darauf angewiesen, Player und Receiver aus gleichem Hause zu kaufen. Wirtschaftlich nachvollziehbar, aber nicht sonderlich kundenfreundlich.

 

Videofunktionen

1.      1. Upconversion von Filmmaterial, 576i YUV, auf 1080p HDMI, Star Wars EP. III, Eröffnungssequenz:

Das De-Interlacing der in einleitenden Schrift verläuft recht akkurat und zeigt kein Fehler. In der darauf folgenden Szene, dem vertikalen Schwenk über den Kreuzer rastet der De-Interlacer sehr schnell ein und es ist kein Halbbildzittern der horizontalen Linien auszumachen. Diagonal bewegte Objekte wie die Raumjäger weisen nur sehr geringe Ansätze von Treppenstufen auf. Das Skaling hingegen hinterlässt einen nicht ganz so stabilen und sauberen Eindruck und führt zu leichten Schmierereien in schnellen Bewegungen. Diese Aussage ist als relativ in Bezug auf die Preisklasse zu betrachten und nicht absolut: Wer weder über einen HQV Reon oder Realta oder vergleichbar leistungsfähige Video-Prozessoren in seiner Kette verfügt, wird auch mit dem gebotenen Skaling zufrieden sein. Der Kontrast wie auch der Schwarzwert der analog-digital gewandelten Bildsignale liegt auf einem hervorragenden Niveau, was auch für die Natürlichkeit der Farben gilt. Insgesamt hinterlässt der Bildeindruck einen sehr angenehmen, kinotypischen Look. Dazu trägt der gute Schärfelevel, die Bildtiefe inkl. 3D-Effekt und Durchzeichnung dunkler Bildbereiche bei. Trotz des nicht überragenden Skalings ist stets eine ausgezeichnete Kantenschärfe gegeben.

2.       2. Upconversion von Videomaterial, 576i YUV , auf 1080p HDMI, AVEC Professional Test DVD

  •   Das Testbild mit den horizontal durchlaufenden Schriften, gleichzeitig in drei Geschwindigkeiten, hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Auf der einen Seite sind alle Geschwindigkeiten lesbar, auf der anderen kommt es zu geringfügigen Blockartefakten und leichten horizontalen Verschmierungen. Die Stabilität des Gesamtbildes gefällt.
  • Beim Pendeltestbild wird die horizontale Linie sehr stabil abgebildet. Die Bildung von Treppenstufen ist vernachlässigbar und der Grad der Verwischung des Pendels liegt unter dem anderer Receiver. Die vertikalen Linien im Pendel selber bewegen sich an der Grenze des Akzeptablen, zerreißen aber noch nicht.
  • Das Realtestbild mit dem Schwenk über Esslingen hinterlässt einen sehr guten Eindruck: Das De-Interlacing ist absolut in Ordnung, das Skaling ist auf vergleichbaren Level wie im Filmbetrieb und es sind im Preisklassenkontext durchschnittlich viele Details zu erkennen. Entgegen dieser ernüchternd klingenden Worte ist aber der Rauschanteil sehr gering, was für die Güte der A/D-Wandler spricht. Die Farbdarstellung bewegt sich oberhalb des Klassenschnitts und gefällt durch die ausgewogene wie natürliche Performance.

Ein Test der HDMI-Bildsignalbearbeitung erübrigt sich im Falle des Pioneer SC-LX82, da er diese nicht beherrscht. Auf Nachfrage bei Pioneer wurde uns mitgeteilt, dass es Philosophie des Hauses sei, digitale Bildsignale grundsätzlich durch zu schleifen. Argumentiert wird wie folgt: Entweder bietet die Quelle schon das originäre Bild, welches keiner weiteren Bearbeitung bedarf, wie es im Fall der Blu-ray mit 1080p/24Hz der Fall ist oder die Videobearbeitung erfolge am besten dort, wo sie auch letztendlich gebraucht wird, im Wiedergabegerät.

Die Primäraufgabe eines AV-Receivers sei die Tonverarbeitung und das Schalten der diversen Quellen. Eine A/D-Wandlung und –Bearbeitung analoger Signale stellt einen Benefit zur weiteren Nutzung konventioneller Quellen dar und deren einfache Integration in die Bildkette mit nur einer Leitung zum Wiedergabegerät.

Diese Argumentation hat ihre Pros und Contras, wie es seinerzeit der Blu-ray-Transport Denon DVD-2500BT ebenfalls schon bot. Der Verzicht auf redundante Baugruppen spart Geld, verringert aber auch die Flexibilität der Komponente. Wir möchten hier keine abschließende Wertung abgeben, stellen aber erneut fest, dass Pioneer eigenen Ideen und Konzepten, eine eigene Philosophie nachgeht.  

Konkurrenzvergleich

  • Onkyo TX-NR3007: Der Onkyo ist 500 EUR günstiger, was den Vergleich vermeintlich nicht auf Augenhöhe stattfinden lässt. Dem ist nur bedingt so. Tonal schlägt der Onkyo einen deutlich neutraleren Weg als der Pioneer SC-LX82 ein und kann ebenfalls mit einer tollen Auflösung und Feindynamik brillieren. Bezüglich grober wie genereller Dynamik und Pegelfestigkeit hat er dann aber keine Chance. Die Räumlichkeit des Pioneer ist weiter gestrafft und der emotionale Faktor der Spielweise ist effektorientierter. Das Einmess-System MCACC ist in seiner Freiheit wie aber auch Komplexität und Optionsvielfalt ungeschlagen. Nutzt man einen PQLS-tauglichen Pioneer-Player gibt es keine objektiven akustischen Aspekte, neben der tonalen Auslegung, die für den Onkyo sprechen. Ist man hingegen stark auf eine flexible wie mächtige Videosektion angewiesen, hat der TX-NR3007 mit seinem HQV Reon und der kanalselektiven Video-Justage die Nase vorn.

  • Denon AVR-4310: Denons 2000 EUR AV-Receiver ist neutraler ausgelegt und folgt der neuen Sound-Gestaltung. Er spielt ausgewogen und weitestgehend neutral, ist luftig-transparent, dynamisch in allen Belangen auf sehr hohem Niveau und vermag auch ordentliche Pegel zu realisieren. Dazu ist er in der mittels 4th-Link auch jitterfrei angesteuert zu werden. In Bezug auf die Gesamtdynamik und die absolute Pegelfestigkeit legt der Pioneer SC-LX82 allerdings nochmals eine Schippe drauf – Zweites ein Punkt den nicht alle in der Praxis nutzen können, erstes aber ein grundlegender charakterlicher Unterschied neben der tonalen Auslegung. Die Frage lautet hier, was für einen Geschmack man hat: Möchte man es feingeistig oder emotional. Die Videosektion des Denon ist merklich umfangreicher und flexibler.

  • Yamaha DSP-Z7: Der für 2499 EUR erhältliche Yamaha ist nicht mehr die jüngste Konstruktion. Die enorm umfangreiche Audio-DSP-Sektion setzt unabhängig davon nach wie vor Maßstäbe, auch ohne PLIIz. Klanglich neutral ausgelegt, bereitet es großes Vergnügen, mit den Cinema- und HiFi-DSPs wirkungsvoll im Detail zu optimieren. Der bildschöne DSP-Z7 erfreut mit toller grafischer Benutzeroberfläche und einem exzellenten Gerätedisplay. Die Videoperformance reicht nach wie vor aus, um an der Klassenspitze mit zu spielen. Bezüglich der Dynamik und der Pegelfestigkeit sieht er allerdings gegen den SC-LX82 kein Land.

  • Sony STR-DA6400ES: Merklich teurer als der Pioneer mit 2999 EUR ist Sonys STR-DA6400ES der erste Kandidat, der es mit der Grobynamik und er Pegelfestigkeit des SC-LX82 aufnehmen kann. Ganz heran reicht er zwar nicht, spielt dafür aber tonal etwas neutraler und bietet feindynamisch mindestens ein ebenbürtiges Niveau. Das Einmesssystem von Sony taugt im Vergleich zu dem formidablen MCACC nichts. Die Videosektion des Sony befindet sich in einer  gänzlich anderen Ausstattungsliga. Der optische Auftritt konterkariert dies direkt wieder und jitterreduzierende Techniken hat Sony noch nicht im Programm.

  • Onkyo TX-NR5007: Investiert man 200 EUR mehr als es für den Erwerb eines Pioneer SC-LX82 von Nöten ist, erhält man einen Onkyo TX-NR5007. Der souveräne, klare, dynamische und fein gestaffelte Sound bietet aktuell in dieser Preisklasse eine Sonderstellung. Die Grobdynamik reicht nicht an die vom Pioneer gebotene heran, dafür aber ist die Pegelfestigkeit fast ebenbürtig. Die Feinzeichnung, Detaillierung und räumliche Darstellung gepaart mit der ausgewogeneren, neutraleren Tonalität übertrumpfen den SC-LX82 hingegen. Seitens der Videoperformance stellt der Onkyo TX-NR5007 aktuell die Messlatte in dieser Preisklasse dar. Fehlt nur im Gegensatz zu Pioneer eine jitterreduzierende Zuspieloption.

Fazit

Pioneers SC-LX82 ist ein AV-Receiver mit Charakter und sticht mit seinem gesamten Auftreten aus der Masse heraus. Seine Macher polarisieren lieber als beliebige Einheitsware zu offerieren. Die tonale Auslegung entspricht etwas entschärft der typischen Abstimmungsarbeit der Air Studios: Ein sattes, kräftiges Fundament und ein prägnanter Hochtonbereich rahmen klar verständliche Mitten ein. Die erreichbare Auflösung des Pioneer SC-LX82 ist zwar nicht immer ganz geschmeidig, dennoch aber sehr hoch. Seitens der Grobdynamik und der Pegelfestigkeit gibt es derzeit keinen Konkurrenten in benachbarten Preisgefilden, der dem Pioneer das Wasser reichen kann. Insgesamt stellt dieses, einer klar erkennbaren Firmenphilosophie folgende Gesamtpaket, eine ungemein emotionale, den Zuschauer fesselnde Performance über eine analytisch-bedächtige. Die Videosektion arbeitet auf sehr gutem, klassenüblichem Level, lässt aber an ihrer Ausstattung erkennen, dass es sich beim LX82 um eine Evolutionsstufe und nicht um eine grundlegende Neukonstruktion handelt. Die Netzwerkfunktionalitäten liegen auf Augenhöhe mit den Mitbewerbern, die optische Anmutung hingegen folgt einer einzigartigen Sprache und die Option zur jitterreduzierten HDMI-Übertragung ist immer noch eine Rarität.

Schlicht, elegant und edel auftretender AV-Receiver mit der sensationellen Grobdynamik und Pegelfestigkeit eines Boliden

AV-Receiver Obere Mittelklasse
Test 12.11.2009

 

+ Enorm pegelfest
+ enorme Dynamik
+ emotionale Spielweise
+ leistungsfähiges Einmesssystem MCACC


+ Jitterreduzierung mittels PQLV
+ elegantes optisches Auftreten
+ tolle Verarbeitung
+ zeitgemäße Netzwerkausstattung

- tonal nicht neutral
- volles Potential nur mit aktuellem Pioneer-Player nutzbar
- mager ausgestattete Videosektion
-Lautsprecherterminals nicht auf Gesamtniveau

Test: Thomas Hermsen
Datum: 12. November 2009

 

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