EXKLUSIVER XXL-TEST: Pioneer AV-Receiver VSX-819/919/1019

07. Mai 2009 (cr/th)

Einführung

"Palastrevolution" bei Pioneer: Schon ab 399 EUR (UVP) gibt es Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio, elegant verpackt im nagelneuen VSX-819, der über 3 HDMI-Eingänge verfügt. Die weiteren Features sind ebenfalls hochinteressant, so ist der Direktanschluss eines iPods mittels eines speziellen Verbindungskabels möglich, teure Dockingstationen entfallen. Der Advanced Sound Retriever kümmert sich um die akkurate Aufbereitung komprimierter Dateiformate. Der 819 ist als reines 5.1 Gerät konzipiert und verfügt über 5 x 130 Watt Leistung. Mit 7 x 140 Watt ist der VSX-919 für 499 EUR ein Siebenkanal-AV-Receiver mit reichlich Power. Und nicht nur das - er verfügt auch über Neural THX sowie über PQLS (Precision Quartz Locking System, für eine hochpräzise Stereowiedergabe. Es werden die beiden Back-Kanäle werden für ein Masterclock-Signal für die Vermeidung von Zeitlauffehlern genutzt). Während der 819 über das normale Auto MCACC als Einmesssystem verfügt, bietet der 919 das weiter entwickelte Advanced Auto MCACC. Die einfache iPod-Anschlussmöglichkeit und den Advanced Sound Retriever bringt selbstverständlich auch der 919 mit.  Der VSX-919 offeriert zudem eine hochmoderne grafische Benutzeroberfläche, die bislang nur bei sehr viel teureren Pioneer AV-Receivern mit an Bord war. Mit 799 EUR in einer höheren Preisliga ist der VSX-1019, der vier HDMI-Eingänge offeriert und zudem mit einem Scaler/De-Interlacer für Signal-Aufpolierung bis 1.080p ausgestattet ist. Die Ausstattungsmerkmale des 919 zeichnen selbstverständlich auch den 1019 aus. Wir waren gespannt, ob die drei neuen "Pioneere" auch im Testbetrieb begeistern konnten.

Verarbeitung

Bildergalerie Verarbeitung außen

Hochwertige Gerätestandfüße bei allen drei AV-Receivern

Gerundete Ecken hinten am Gehäuse

Bei allen drei AV-Receivern besteht die Frontblende aus Kunststoff

Ordentliche Passung der Frontblende (Bilder oben und unten)

VSX-919 und VSX-1019 sehen praktisch gleich aus

Leichte Differenzen finden sich beim 819

Die kleine Fernbedienung hinten gehört zum VSX-819. Beim VSX-919 und beim VSX-1019 gehören die identischen IR-Controller dazu

Display mit geringere Auflösung beim 819

Punktmatrixauflösung bei 919 und 1019

Lautstärkedrehregler

Eingangswahlschalter

Alle drei AV-Receiver ähneln sich optisch stark. Lieferbar sind sie in schwarzer oder silberner Ausführung. Ganz gleich, ob VSX-819, 919 oder 1019 - die Gerätefronten sind aus Kunststoff. Die seitliche Passung ist in Ordnung, allerdings stört der etwas scharfkantige Übergang zu den Seitenteilen des Deckels, es geht zudem ca. 1 mm herunter, somit ist kein nahtloser Übergang gewährleistet. Die Gerätestandfüße sind schon beim kleinsten AV-Receiver aus unserer Dreiergruppe tadellos. In der Mitte der Füße befinden sich gut eingepasste Gummidämpfer. Die großen Drehregler für Quellwahl und Lautstärke sind ebenfalls identisch. Sie wirken optisch attraktiv und imitieren gekonnt eine Metall-Optik - bestehen allerdings bei allen 3 AV-Receivern komplett aus Kunststoff. Das Anfassgefühl macht dies auch deutlich, wenn man ein Faible für haptische Noblesse hat, merkt man, dass auch eine gute Imitation kein richtiges Metall ersetzen kann. Der Lauf des Lautstärkedrehreglers ist bei allen 3 Receivern etwas unrund. Dafür gefällt der schön gerasterte Eingangswahlregler. 

Die weiteren Bedienelemente auf der Gerätefront gefallen mit einem klaren Druckpunkt, bei unseren Testsamples sind sie sauber eingelassen, das Display ist akkurat in einen schwarzen Rahmen eingepasst. Das Display selber ist einzeilig gehalten, überzeugt aber durch gute Ablesbarkeit und ordentliche Auflösung bei 1019 und 919. Selbst die kleinen Detailinformationen werden scharf und kontrastreich dargestellt. Der 819 bringt ein einfacheres Display mit gröberer Auflösung (kein Punktmatrix) und mit etwas weniger Helligkeit mit. Positiv zu vermerken ist noch, dass die Abdeckungen für den Front AV-Eingang relativ passgenau schließen. Bezüglich der Farbgebung ist die Stimmigkeit ebenfalls beinahe 100 Prozent, was alles andere als eine Selbstverständlichkeit darstellt. Die Fronteingänge sind bezüglich der Buchsenqualität tadellos. Die Buchsen sitzen fest und sind gerade eingepasst. Nicht gefallen hat uns, dass die Vertiefung, in der die Anschlüsse sitzen, eine deutliche und scharfe Kante im Vergleich zur Frontblende aufweist. Wir befürchten, dass diese Kante schnell ein "gefundenes Fressen" für kleinere Macken und Kerben ist. Gut ist hingegen die Passung des Kopfhörerausgangs vorn. Die Buchse sitzt fest und wackelt nicht. Was uns subjektiv sehr gut gefällt: Alle Feature/Decodinglogos sind in dezenter Farbgebung und in nicht überbordernder Anzahl an einer Stelle oben am Gehäuse, womit sie nicht permanent ins Auge stechen. Die Einpassung der Schrauben an der Seite ist bei 819 und 919 preisklassengerecht. Beim 1019 könnte die Verschraubung, zieht man die Preisklasse mit ins Kalkül, etwas umfangreicher ausfallen. Die Faltung aller Gehäusebleche kann bei allen drei AV-Receivern überzeugen, denn sie lässt lobenswerterweise scharfe Kanten vermissen. Bezüglich der Gehäuserückseiten ist die Verarbeitung bei allen drei AV-Receivern ordentlich, das Layout unterscheidet sich allerdings. 1019 und 919 sehen bis auf den zusätzlichen HDMI- und Koax-Eingang des 1019 identisch aus, während sich der 819 deutlich davon unterscheidet.

Blicken wir nun ins Gehäuseinnere. Alle drei AV-Receiver bringen einen Kühlkörper aus Blech und nicht aus Aluminium mit. Der kleine VSX-819 ist bezüglich der Platinenanordnung übersichtlich aufgebaut. Es sind nicht viele Kabelstränge vorhanden, die verlegten Kabel erscheinen aber etwas wirr. Der Kühlkörper ist großzügig dimensioniert. Die fünf Endstufentransistoren haben alle identische Arbeitsbedingungen. Bilanzierend ist der innere Aufbau für die Preisklasse als gut zu bezeichnen. Wendern wir uns dem VSX-919 zu. Dieser kostet lediglich 100 EUR mehr als der 819 und bringt auch schon sieben Endstufen mit, die allerdings etwas beengt untergebracht sind. Zudem ist der 919 mit einem Ventilator ausgestattet, welcher dem 819 fehlt. Der kleine 5.1 Receiver ist erfreulicherweise komplett passiv gekühlt. Aufgrund des recht kompakten Kühlkörpers beim 919 und auch beim 1019 befürchten wir zudem, dass der Lüfter in der täglichen Praxis des Öfteren anspringen wird. Wie sich in den Hörtestreihen zeigte, ist diese Befürchtung zumindest beim Vorserienmodell vom 919 auch berechtigt - recht lautstark springt der Lüfter immer wieder an. Pioneer wird hier für die Seriengeräte sicherlich noch optimieren. Beim 1019 war hingegen nichts zu hören Der verbaute Trafo ist ein anderes Exemplar als der im 819 verbaute. Außerdem ist das Platinenlayout komplett anders als beim 819. Die Verkabelung beim 919 ist sauberer als beim 819. Der Aufbau des 1019 zeigt deutlich die Verwandtschaft zum 919, während der kleine 819, wie bereits erwähnt, komplett eigenständig bezüglich seines Innenlebens ist. Die Platinenarchitektur des 1019 baut auf der des 919 auf und wurde um verschiedene Chips und Feinheiten ergänzt, die für die zusätzlichen Funktionalitäten des 1019 zuständig sind. Die Endstufeneinheiten sind optisch identisch bei 919 und 1019 (identische Leistungstransistoren). 

Die bei VSX-1019 und VSX-919 mitgelieferten Fernbedienungen sind absolut identisch (Typenbezeichnung AXD7555). Für die Preisklasse des 919 (499 EUR) ist die Qualität und Anmutung sehr gut, beim 1019 ist die Fernbedienung preisklassengemäß. Der IR-Controller des 819 ist etwas schlichter gehalten, für ein 399 EUR-Gerät geht die Qualität aber in Ordnung. Allerdings ist der Druckpunkt etwas weich und undefiniert.

Gesamtnoten, jeweils in Relation zur Preisklasse:

VSX-819: Sehr gut - ausgezeichnet.
VSX-919: Ausgezeichnet.
VSX-1019: Sehr gut.

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