TEST: AV-Receiver Onkyo TX-SR607 mit Dolby PLIIz - Performance-Meister für wenig Geld

13.08.2009 (th/cr)




Einführung

Der Onkyo TX-SR606 war ein enorm erfolgreicher AV-Receiver, was an einen hervorragenden klanglichen Fähigkeiten, der tadellosen Video-Performance und dem günstigen Kaufpreis lag. Für 549 EUR (Marktpreis um 420 EUR) möchte der Nachfolger TX-SR607 nun diese Erfolgsstory weiterschreiben. Die Voraussetzungen stehen aus Sicht der an Bord vorhandenen Ausstattungsmerkmale nicht schlecht: Decoder für die aktuellen HD-Tonformate sind mittlerweile selbstverständlich, neu hinzu allerdings kommt ein Decoder für Dolby Pro Logic IIz. Diese neueste Ausbaustufe sieht nun zwei "Front High" Lautsprecher vor, die ca. 1 Meter oberhalb der normalen Frontlautsprecher aufgestellt werden. Mehr Räumlichkeit und Intensität im Klangbild sollen die hörbare Folge dieser Neuerung sein. Des Weiteren bietet der 607 DTS Surround Sensation. Hinter dieser euphorischen Bezeichnung versteckt sich ein virtueller Surround-Aufpolierer von DTS, der bei nur 2 angeschlossenen Lautsprechern für ein räumliches Klangbild sorgen soll. Anschlussseitig zeigt sich der Onkyo mit gleich fünf HDMI-Eingängen auf der Rückseite und einem HDMI-Eingang auf der Gerätefront exzellent gerüstet. Weiteres Merkmal ist der neue "Universal Port" Onkyo-Systemschnittstelle, an die z.B. ein externer DAB-Tuner oder aber ein iPod-Dock von Onkyo angeschlossen werden kann. Für den Anschluss von 2 aktiven Subwoofern ist der Onkyo durch einen doppelten Subwoofer-Vorverstärkerausgang gerüstet. Videoseitig gibt es eine Upscalingmöglichkeit bis auf 1.080i (kein 1.080p) sowie eine Upscaling-/De-Interlacingmöglichkeit in 720p. Der Scaler/De-Interlacer ist bei Einführung analoger Komponenten- oder FBAS-Signale aktiv (nicht HDMI, S-Video-Eingänge hat der 607 nicht). Was der TX-SR607 leistet, haben wir für Sie überprüft. 

Key Features
  • Decoder für DTS-HD Master Audio, Dolby TrueHD und Dolby Pro Logic IIz
  • DTS Surround Sensation
  • 1 HDMI 1.3a Front-/5 Rear-Eingänge und ein Ausgang
  • HDMI HD-Video-Upscaling auf maximal 1080i von den Komponenten- und Composite-Videoeingängen
  • Audyssey 2EQ™, Dynamic Volume™, Audyssey Dynamic EQ™ 
  • Endstufenunterstützte Zone 2 und Zone 2 Line-Out
  • Universal Port als neue Onkyo-Systemschnittstelle
  • Per OSD-Hilfestellung nutzbare Programmierfunktion der Fernbedienung
  • 2 x Subwoofer Pre-Out
Verarbeitung

Sehr saubere Passung der Frontblende aus seitlicher Sicht

Qualitativ überzeugender Lautstärkedrehregler

Ordentliche mitgelieferte Fernbedienung

Der Onkyo TX-SR607 ist ausgesprochen akkurat verarbeitet. Die Frontblende ist sehr präzise eingepasst, der leicht überarbeitete Lautstärkedrehregler liegt gut zur Hand und bietet eine angenehme Haptik. Das Onkyo-typische Gerätedisplay löst in DOT Matrix Qualität auf, ist aber nur einzeilig. Dafür ist die dargestellte Schrift relativ groß, was der Ablesbarkeit förderlich ist. Die kleinen Bedienelemente (z.B. die Eingangswahlregler) auf der Gerätefront sind prima verarbeitet und weisen auch bei genauerem Hinsehen keine Mängel auf. Alle Anschlussterminals sitzen relativ fest und exakt in den dafür vorgesehenen Passungen. Die mitgelieferte Fernbedienung bietet eine ordentliche Material- und Fertigungsqualität und sieht zudem schick aus. Das Innenleben des 607 präsentiert sich erstaunlich aufgeräumt und gut aufgebaut. Dass die Verkabelung nicht weltmeisterlich sauber ist, geht in Anbetracht des Kaufpreises in Ordnung. Viele deutlich teurere AV-Receiver bieten hier nicht mehr - im Gegenteil. Der Alukühlkörper und das tadellose Platinenlayout sprechen für den 607. Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

 

Ordentlicher innerer Aufbau

Tadellose Detailverarbeitung

Blick auf den Trafo

Anschlüsse

Fronteingang, Teil 1

Fronteingang, Teil 2, mit HDMI Input - sehr praktisch z.B. beim Anschluss eines modernen Camcorders

5 x HDMI hinten

Gutes LS-Anschlussterminal

Eingänge-Rückseite

  • 5x HDMI
    2x YUV
    5x FBAS
    6x Stereo-Cinch
    2x Optisch
    2x Coaxial
    Antenneneingang
    Universal Port (neue Onkyo Systemschnittstelle z.B. für iPod-Docks oder externe DAB Tuner)

Eingänge-Vorderseite

  • 1x HDMI
    1x Kopfhörer (Klinke)
    1x Miniklinke
    1x Setup-Mic-In (Miniklinke)
    1x FBAS
    1x Stereo-Chinch

Ausgänge

  • 1x HDMI
    1x YUV
    2x FBAS (1x Monitor-Out, 1x Record-Out)
    3x Stereo-Chinch (1x Zine2, 1x TV-Out, 1x Record Out)
    2x Subwoofer Mono-Chinch
    1x Remote-Out (Trigger)

Möglich ist eine freie Zuweisung der digitalen Inputs und der YUV-Eingänge. Bilanzierend ist der TX-SR607 für seine Preisklasse vorbildlich mit Anschlüssen ausgestattet. Besonders überzeugen die fünf HDMI-Eingänge sowie der HDMI-Eingang auf der Vorderseite. Was wir vermissen, sind (abgesehen vom obligatorischen Subwoofer-Pre Out, hier sogar in doppelter Ausfertigung) Vorverstärkerausgänge. Wenigstens ein Paar davon wären sehr sinnvoll, wenn man Dolby PLIIz in 9.1 Konfiguration mit Fronts High und Surround Back einsetzt. Niemand kann ernsthaft erwarten, dass Onkyo neun Endstufen für den Betrieb eines 9.1 Setups in einen 600 EUR AV-Receiver einbaut, aber zwei Cinch Pre-Outs für den Anschluss einer externen Endstufe wären tatsächlich sinnvoll gewesen. Gesamtnote Anschlüsse in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Konfiguration, Setup und Bedienung

Die OSDs präsentieren sich in frischem Design, für die Preisklasse eher ungewöhnlich. Zudem ist es möglich, sich die On Screen Menüs auch in gut übersetzter deutscher Sprache anzuschauen. 

Manuelles Lautsprechersetup:

  • 4 oder 6 Ohm
  • normaler Boxenbetrieb oder Bi-Amping
  • Zone 2 Verstärkerausgang: „nicht aktiv“ bei nicht angeschlossenen Boxen Nr. 6 und 7 oder bei Bi-Amping, Aktiv: - Surround Back oder Front High

Kritik an dieser Stelle: Hier ist nur ein entweder / oder möglich (es gibt keine Pre-Outs für den Anschluss zusätzlicher Endstufen, so dass ein 9.1 Betrieb/maximale Konfiguration für PLIIz möglich wäre). In Anbetracht der angebotenen Technologie richtet sich Front High an Technology-Liebhaber und nicht an normale Anwender – aber gerade Technik-Freaks werden Front High als Ergänzung zu 7.1 sehen und möchten auf 9.1 upgraden. Daher ist diese entweder / oder Implementierung nicht ausreichend. Die einfachste Lösung wären 2 Pre-Outs für den Anschluss zusätzlicher Endstufen für den 9.1-Betrieb gewesen. Gesteigert wird dies dadurch, dass man bei Wechsel der Modi jedes Mal das LS-Setup neu durchgehen muss. Es gibt keine separierten Speicher für diese beiden Betriebsmodi. 

Übernahmefrequenz ist getrennt einzustellen für die Gruppen:

  • Front
  • Center
  • Surround
  • Surround Back
  • Front High
  • LPF des LFE (wenn ein aktiver Subwoofer vorhanden ist)

Das ist sehr gut zu bewerten, andere konkurrierende AV-Receiver bieten lediglich eine einstellbare Übernahmefrequenz für den aktiven Subwoofer. 

Übernahmefrequenzen und Time Alignment:

  • Übernahmefrequenzen: 40Hz, 50Hz, 60Hz, 70Hz, 80Hz, 90Hz, 100Hz, 120Hz, 150Hz, 200Hz - gut gewählt.
  • Lautsprecherabstand: Nicht mehr ganz zeitgemäße 30cm-Schritte - hier wären 10cm-Schritten wünschenswert. 

Equalizer-Einstellungen: 

Subwoofer-EQ-Frequenzbänder

Diese sind zweigeteilt:

  • Im Bereich des Lautsprechersetups lässt sich der Equalizer ausschalten, Audyssey einschalten oder manuell setzen. 
  • Der händische EQ lässt sich nur für die mit der Übernahmefrequenz identischen Gruppen setzen – also nicht separat für jeden einzelnen LS.
  • Es handelt es sich um einen grafischen EQ.
  • Frequenzbänder für Front/Center/Surround/Surround Back: 63 Hz, 250 Hz, 1000 Hz, 4000 Hz, 16000 Hz plus Frequenzbänder (25/40/63/100/160 Hz) für den aktiven Subwoofer

Fazit: Praxisgerechte Einstelloptionen mit der Ausnahme für Front High versus Surround Back. Hier wäre eine Speicherung zweier Setups durchaus in einem preislich vertretbaren Rahmen gewesen. 

Klangeinstellungen

  • Multiplex/Mono
    Multiplex: Wahl der zu verwendeten Tonspur bei einer Multiplex-Quelle – typisches Beispiel: mehrsprachiger Übertragung im Fernsehen
  • Dolby
    PL2x Music bei 2-Kanal-Eingang: 
    Panorama an / aus
    Dimension –3 bis + 3
    Center Width 0 bis 7
  • Dolby EX
    Auto / Manuell
  • DTS
    NEO:6 Music
    Center Image 0 bis 5
  • Audyssey
    Dynamische Klangregelung aus / an
    Dynamischer Pegel aus / niedrig / mittel / hoch
    Dynamische Klangregelung entspricht Dynamic EQ und muss eingeschaltet sein, damit Dynamic Volume (dynamischer Pegel) aktiviert werden kann. Dynamic EQ versucht die lautstärkebedingte, differenzierte Wahrnehmung von unterschiedlichen Frequenzen auszugleichen. Dynamic Volume arbeitet wie ein Kompressor, gleicht Dynamik Maxima und Minima zugunsten einer homogenen Lautstärkeverteilung aus. Die hochkomprimierte und damit laute Werbung knallt nicht mehr derart; der Dialog vor einer Explosion erscheint nicht mehr viel zu leise, bzw. die Explosion nach einer normalen Unterhaltung lässt die Nachbarn nicht aus dem Bett hochfahren. 
  • Theater-Dimensional: Wie weit stehen die Front-Lautsprecher auseinander? Breit / schmal
  • DSPs
    • Theater-Dimensional

    • Orchestra (für klassische Orchestermusik und Opern, natürliche, erstaunlich klare Räumlichkeit, gute Auflösung)

    • Unplugged (für akustische Instrumente, direkter, klarer Sound, ordentliches DSP)

    • Studio-Mix (Für Rock- und Pop-Musik, keine herausragenden Eigenschaften)

    • TV-Logic (für Fernseh-Studioaufnahmen - dieses Programm kann vernachlässigt werden)

    • Game-RPG (für Rollenspiele)

    • Game-Action (für Action-Konsolengames, Modus wirkt etwas effektlastig und dadurch vordergründig)

    • Game-Rock (für Musik-orientierte Games)

    • Game-Sports (für Sport-Games)

Eingangs-Setup

Lässt sich für jeden Kanal individuell einstellen. Die Parameter:

  • IntelliVolume – Lautstärkeanpassung. Hierdurch lassen sich differierende Kanallautstärken beim Umschalten zwischen verschiedenen Quellen ausgleichen.
  • Audio / Video-Synchronisation – auch Lipsync genannt. Ein zeitlicher Versatz zwischen Audio- und Video-Ausgabe lässt sich korrigieren. Dieser entsteht durch den höheren Zeitbedarf bei der Berechnung von Videoinformationen. Die Einstelloptionen von 0 bis 100 ms in 10’er Schritten erscheint vordergründig gut. Die 10 ms-Steps sind in der Praxis aber etwas grob gerastert, um ein haargenaue stimmiges Ergebnis zu erzielen. 
  • Änderung des Namens: Der auf dem Geräte-Display angezeigt Name eines Einganges kann verändert werden. 
  • Voreinstellung des Hörmodus: Es kann für jedes eingehende Signalformat für jeden Eingang ein individueller Wiedergabe-Modus gewählt werden. 

Video-Einstellmöglichkeiten

  • Auflösung: Pass Through (1:1 Weiterleitung des eingehenden Signals), 576p, 720p, 1080i, Auto
  • Format: Normal (1:1 Übernahme des eingehenden Bildsignalformats), Zoom (formatfüllende Darstellung auf 16:9 Display, bei Verwendung eines 16:9 HD Displays muss bei Einspeisung eines SD-Signals "Format" auf "Zoom" geschaltet werden)
  • Video-EQ: Helligkeit, Kontrast, Hue, Saturation, Schärfe

Anmerkung: Es ist sehr löblich, dass Onkyo in den preiswerten 607 sogar einen kleinen Video-EQ eingebaut hat. 

Diverses

  • Pegeleinstellung: Die maximale wie die Einschaltläutstärke lassen sich hier bestimmen genauso wie der Pegel des Kopfhörerausgangs.
  • OSD-Einstellungen (On Screen Display): Position, TV-Format und Sprache des Menüs lassen sich wählen.

Hardware-Setup

  • Fernbedienungs-ID: Immer wieder haben Fernbedienungen Codes eingespeichert auf die mehrere Geräte reagieren, häufig unerwünscht. In diesem Fall bietet der Onkyo TX-SR 607 dir Option der eigenen Fernbedienung bis zu drei unterschiedliche Ids zuzuweisen. Hierdurch lassen sich unerwünschte Überschneidungen und Fehlsteuerungen vermeiden oder zumindest verringern.
  • HDMI - Wahl der diversen HDMI-Optionen: Fernseher-Tonausgang aus / an.  Häufig übersehene Ursache für falsche Soundwiedergabe; HDMI-Geräte kommunizieren innerhalb der gesamten Kette über ihre jeweiligen Eigenschaften und Fähigkeiten. Ist diese Option „an“-gestellt wird ein Fernseher dem Rest der Kette mitteilen, dass er nur Stereo kann. Die meisten Player reagieren hierauf damit, dass sie auch nur mehr ein Stereo-Signal ausgeben, obwohl der zwischengeschaltete Verstärker durchaus diskreten Mehrkanalton beherrscht. Aus diesem Grund sollte in obiger Konstellation die Option ausgeschaltet sein, da nun der Verstärker der letzte Part in der HDMI-Audio-Kommunikation ist und entsprechend mitteilen wird, dass er sehr viel mehr als Stereo kann. Lippensynchronisation aktiv / aus (bei HDMI 1.3 mit implementiert). Die HDMI-Geräte können untereinander die Zeit austauschen, die sie jeweils zur Bearbeitung einzelner Signale brauchen. Dem Verstärker wird es so ermöglicht automatisch den korrekten Wert für die Tonverzögerung zu wählen. Ebenfalls kann x.v.Color ein- oder ausgeschaltet werden. Da dieser Farbbereich bisher auf keinen Discs vorliegt, muss diese Option nicht gewählt werden. In individuellen Kettenkonstellationen kann eine Übertragung mit erweiterten Werten eine Verbesserung bringen. Wichtiger ist die Funktion HDMI-Steuerung an / aus: Per HDMI lassen sich auch Steuersignale zur Bedienung anderer Geräte übertragen. Die verschiedenen Optionen lassen sich anwählen, wenn die Steuerung aktiviert ist. 

Einrichten der Fernbedienung - neu beim 607, spezielles On Screen Menü für die Einrichtung der Fernbedienung:

  • In diesem Menü lässt sich die Fernbedienung des Onkyo TX-SR607 auf andere Geräte anlernen.

Sperrmöglichkeit gegen ungewolltes Ändern der Einstellungen: Letztendlich lassen sich die Einstellungen im Setup-Menü sperren.

Die Bedienung erweist sich auch dank der in weiten Zügen wirklich ordentlichen Anleitung als relativ einfach. Die Fernbedienung liegt gut in der Hand und weist einen ordentlichen Arbeitswinkel auf. Nur der Kontrast insbesondere der Navi-Einheit zum Gehäuse ist zu gering. Der Lautstärkedrehregler am Gerät lässt sich ohne Probleme handhaben. Das Punktmatrixdisplay ist auch aus etwas größerer Distanz gut ablesbar. Die kleinen Eingangswahltasten am 607 selber haben einen guten Druckpunkt. 

Gesamtnote Konfiguration, Setup und Bedienung: Dank üppiger Ausstattung und sehr gutem OSD sichert sich der 607 hier eine erstklassige Zensur - Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend. 

Testequipment:
Klang

Betrachtung der Audyssey-Funktionen

Audyssey – Einmess – System

Die Einmessdauer pro Mikrofonpositon liegt bei ca. 2.30 Minuten. Es ist nicht möglich, weniger als 3 Messpunkte einzumessen. Die Berechnung nach Einmessung dauert ebenfalls nochmals ca. 2:30 Minuten. Die Erkennung der räumlichen Gegebenheiten ist sehr gut – im Rahmen der etwas bescheidenen Konfigurationsoptionen bezüglich der Distanzen nahezu perfekt. Der Sub wurde richtig erkannt, wie auch die Dipole, und gut integriert.  Die Raumkorrektur durch Audyssey 2EQ erkennt die problematischen Frequenzen und bekämpft stehende Wellen bzw. Überhöhnungen im Frequenzgang wirksam. Der EQ greift ansonsten für Audyssey-Verhältnisse relativ wenig ins Signal ein: Der Bassbereich bleibt kontrolliert und strukturiert, aber nicht mehr so schnell, die Hochtonbrillanz nimmt nur gering ab. Dynamisch bietet der 607 immer noch eine ansprechende Leistung. Der Raum wirkt nicht mehr ganz so tief, aber tonal liegt Audyssey noch recht nah an der eigentlichen Gerätecharakteristik. Das Gesamtniveau dieser Audyssey- Implementierung ist auf einem erstaunlich neutralen Niveau und dürfte in vielen Haushalten deutlich positive Auswirkungen zeigen. Wer allerdings im optimierten Hörraum sitzt, sollte die ermittelte EQ-Kurve deaktivieren und kann sich über einen leichten Zugewinn an Transparenz und Klarheit im Hochtonbereich sowie etwas mehr Dynamik freuen. 

Audyssey Dynamic EQ

Aufgabe dieses Systems ist es, unabhängig von der Hörlautstärke ein komplettes Klangbild auch im Bassbereich zu offerieren. Aufgrund der Eigenheiten des menschlichen Hörens werden tieffrequente Anteile gerade bei geringen Lautstärken zu schwach wahrgenommen. Audyssey Dynamic EQ arbeitet, wie der Name schon sagt, dynamisch und nimmt ständige Anpassungen vor, dies unterscheidet das System von einer althergebrachten "Loudnessschaltung". Ingesamt können wir dem System eine effektive Arbeit bescheinigen, wenngleich der Kenner eine klangliche Verfärbung feststellen wird. Diese allerdings bleibt in einem tolerablen Niveau, zudem steigt die Qualität der Surroundwahrnehmung bei geringem Pegel - die Surroundboxen kommen besser zur Geltung und weisen schon bei Zimmerlautstärke eine gekonnte Einarbeitung der Effekte auf. Leider nimmt die Grob- wie auch Feindynamik leicht ab. Die Dreidimensionalität des Klangbilds leidet etwas, wodurch die Höhe des wahrgenommenen virtuellen Raumes leicht abnimmt. Fazit: Trotz der nicht weg zu diskutierenden Nachteile ein Surrounderlebnis, dass wesentlich mehr Spaß macht als leises „drauf hoffen, dass der Pegel für die Surrounds doch mal wieder reicht“ – ergo gut gedachte Adaption der menschlichen Hörschwellen.

Audyssey Dynamic Volume 

Dynamic Volume ist eine dynamisch arbeitende Audio-Kompression, die im Gegensatz zum Dolby Digital Night-Modus wird hier nicht mit festen Operanden aus dem Dolby Track arbeitet, sondern eine permanente Abtastung des Audiosignals vornimmt, um daraus eine sinnvolle Audioanpassung zu errechnen. Auf diese Weise funktioniert Dynamic Volume mit sämtlichen Dateneingangsformaten sowie DSP-Modi. Es daher sowohl möglich, eine DTS HD-Master Audio Tonspur mit Dynamic Volume zu komprimieren, wie auch das Stereosignal eines TV-Senders. Wir können auch hier eine effektive Arbeitsweise konstatieren, die den gedachten Zweck sehr gut erfüllt und in vielen Haushalten und häufig kritischen Alltags-Situationen ein wahrer „Heilsbringer“ ist. Das System arbeitet nur zusammen mit Dynamic EQ, es ist nach Zuschalten von Dynamic Volume keine weitere Klangfarbenveränderung festzustellen, was auch kein Wunder ist: Technisch handelt es sich herbei schließlich um einen reinen "Kompressor".

Klang Surround DD und DTS

Der TX-SR607 offeriert für seine Preisklasse einen atmosphärisch dichten und klaren Klang - allerdings würden wir im Sinne einer tonal natürlichen und im Hochtonbereich brillanten Abstimmung manuell einmessen und die automatisch ermittelte EQ-Kurve nicht einsetzen. Diese sorgt zwar für eine gute Homogenität und bietet für ein Einmess-/Room EQ System auch eine wirklich gute Leistung, nimmt aber dem Klang dennoch Facettenreichtum, gerade im Hochtonbereich. Hinzu kommt ein spürbarer Strukturabbau im Bassbereich. Die Raumabbildung ist für ein so preiswertes Gerät exzellent. Der Klang löst sich ausgezeichnet vom Lautsprecher, was bezüglich der Front-Klangkulisse noch eine Idee besser gelingt als bei der Surroundwiedergabe. Gerade bei deaktivierter Audyssey Kurve beeindruckt die Agilität, die der Onkyo bei "Star Wars Episode III" in der Eröffnungsschlacht an den Tag legt. Der AV-Receiver arbeitet sowohl grobdynamisch als auch bezüglich der Wiedergabe kleiner, feiner Dynamikdifferenzen sehr sorgfältig. Die Stimmen von Obi-Wan und Anakin in den Cockpits ihrer Raumjäger kommen mit natürlichem Timbre und enormer Klarheit zur Geltung. Frische und Lebendigkeit zeichnen auch die Ausgestaltung der Surround-Soundkulisse aus. Gerade bei der Star Wars-Eröffnungsschlacht wird das vielschichtige Geschehen sehr schön und impulstreu aufgebaut. Sehr schön arbeitet der 607 bei "Der letzte Ritter" die Blechbläser heraus, die erstaunlich charismatisch und glaubwürdig ertönen. Auch bei diesem Film ist es beeindruckend, wie präzise der Onkyo kleine Surroundeffekte integriert. Musikalisch ist der AV-Receiver ohnehin sehr talentiert, denn das Intro von "Die Hochzeit meines besten Freudes" wird schwungvoll und lebendig wiedergegeben. Filme mit hoher Emotionalität weiß der Onkyo in akkurater Art und Weise zum Auditorium zu transportieren: Die schon beinahe legendäre Schlussszene von "Gladiator" im Kolosseum kommt mit überraschender atmosphärischer Dichte zum Zuhörer. Die gelungene Ansteuerung des aktiven Subwoofers stellt der 607 in der Erweckungsszene von "Unterworld" unter Beweis, als er für eine saubere Umsetzung des markerschütternden Tiefbasses sorgt. Bei der deutschen Tonspur (Dolby Digital) der BD "Batman - the Dark Knight" kommen die Stärken des AV-Receivers erneut sehr gut zur Geltung: Sehr facettenreicher, dichter atmosphärischer Aufbau durch den gesamten Film, ausgezeichnete, vielschichtige Einbindung des Music Score, viel Nachdruck bei gewaltigen Effektsequenzen.

Klang neue Tonformate

Hier müssen wir zunächst etwas ausholen. Ein AV-Receiver günstiger Preisregionen wird es grundsätzlich nicht schaffen, die Vorzüge gut gemachter Tonspuren in den aktuellen HD-Formaten zur Gänze akustisch herauszuarbeiten. Die Gründe dafür sind einfach: Nur ausgeklügelte, teure DSP- und Verstärkertechnik ist in der Lage, die deutlich gestiegene Gesamtdynamik, feindynamische, kleine Differenzen sowie mehr Transparenz und Brillanz im Hochtonbereich klanglich zu verdeutlichen. Also dürfte es klar sein, dass ein AV-Receiver unterer Preisklassen nicht präzise genug auftritt, um den Ansprüchen erfahrener HD-Listener zu genügen. Setzt man diese Rahmenbedingungen voraus, ist es höchst beachtlich, was der 607 bietet: Von mehr Brillanz und Transparenz im Hochtonbereich ist zwar nicht viel zu spüren, aber er bringt bei den HD-Tonformaten eine hörbar bessere Struktur im Bassbereich und einen höheren Gesamt-Dynamikumfang zur Geltung. Dies haben wir bei der englischne Dolby TrueHD-Tonspur von "Batman - the Dark Knight" ebenso nachvollziehen können wie bei der DTS-HD Master Audio-Tonspur von "Königreich der Himmel". Auch die englische DTS-HD Master Audio-Tonspur von "Stirb Langsam 4.0" gefällt durch die gleichermaßen gefällige wie dynamische Ausprägung, die Explosion des Feuerlöschers im 5. Kapitel wird mit viel Nachdruck und Struktur hervorgebracht. Auch die flüsternden Stimmen von Farell und McLane wirken authentisch. Kleinigkeiten wie das Wechseln der Magazine an den Waffen arbeitet der 607 treffend ein. Bei musikalischem Material (Celine Dion, A New Day, Dolby TrueHD) weist der Bassbereich ebenfalls viel Struktur auf, die vokale Einarbeitung gelingt dem Onkyo sehr gut. Dass teurere AV-Receiver mehr können, wird allerdings am Klang des Pianos (zu synthetisch) und an der Einarbeitung der Background Vocals (zu wenig differenziert) deutlich. Allerdings bedarf es auch eines sehr hochwertigen Lautsprecher-Ensembles, um dies akustisch nachvollziehen bzw. herausfinden zu können. Wir raten abschließend, die Audyssey EQ-Kurve für den Betrieb mit den neuen Tonformaten zu deaktivieren, da sie Brillanz, Klarheit und Struktur raubt. Der Sound erscheint dadurch weniger tief und zudem emotionsloser..

Klang Surround-Aufpolierer/DTS Surround Sensation als virtueller Aufpolierer (beim Aufbau mit nur 2 Lautsprechern)

PL2x Music beeindruckt mit einem recht kontrollierten und trockenen Tief-Bass sowie guter Räumlichkeit. Der Grundton klingt etwas weich, zugleich relativ druckvoll. Die unteren Mitten wirken leicht unterrepräsentiert bzw. reduziert im Gegensatz zum Grundton. Die Mitten driften etwas in blecherne, während die dynamische Verteilung und der aktive Raumaufbau gefallen. DTS Neo:6 Music weist eine geringere Frequenzbeeinflussung als Dolby PL2x auf, zugleich ist weniger offensichtliche Räumlichkeit vorhanden. Für Neo:6 spricht der feinere, feinfühligere, aber auch frontlastigere Raumaufbau. Die Grundtonaufweichung- bzw. Anhebung fällt im Gegensatz zu Dolby etwas dezenter aus und präsentiert sich als weiter nach unten verschoben. Für Liebhaber tieffrequenter Ausprägung ist Neo:6 nicht so gut geeignet, der Bass erscheint nicht ganz so knackig und nachdrücklich wie bei PLIIx. Dafür sind die Mitten bei Neo:6 weniger blechern, allerdings sind die Höhen bezüglich der Strahlkraft etwas zurück genommen. DTS Surround Sensation (für virtuellen Surround-Sound mit nur 2 Lautsprechern) ist tonal fast identisch zu Neo:6, aber etwas weniger trocken. Trotzdem agiert auch diese Betriebsart straff und kräftig im Bass. Die Mitten sind generell leicht zurückgenommen. Die Räumlichkeit kann sich eben nicht auf eine physische Wiedergabe stützen - der etwas erfahrene Hörer merkt dies trotz des guten psychoakustischen Pseudo-Surroundeffektes sofort. Auch Front-Mitte (Center) kommt virtuell nicht ganz so stabil wie mit Neo - dies verwundert ebenfalls nicht. Dennoch ist es erstaunlich, wie ähnlich (nicht gleich !) die beiden Modi klingen, obwohl Sensation nur 2 angeschlossene Lautsprecher benötigt. Fazit: PLIIx und Neo:6 sind akkurat integriert und liefern tadellose Ergebnisse. Mehr Feeling bietet PLIIx. DTS Surround Sensation arbeitet für einen virtuellen Surroundaufpolierer relativ gut. 

Sonderteil: Dolby PLIIz: Front High

Klangeindrücke:

Dolby Pro Logic IIz erweitert den Raum nach oben, ohne dass der Gesamtklang dadurch in unnatürlicher Art und Weise berührt würde. Gerade, wenn man eine Leinwand einsetzt, wirkt der virtuell akustisch abgebildete Raum passender und größer. So wird ein stimmigeres audiovisuelles Gesamtergebnis erzielt. Künstlich erscheinende Hall- und Effektanteile sind kaum zu vernehmen, allerdings wirkt das akustische Bild dadurch auch etwas unspektakulär. Bei DTS ist ein kleiner Verlust an Präzision, Details und Geschwindigkeit festzustellen, die Struktur im Tieftonbereich nimmt ab und dieser Frequenzbereich wird geringfügig aufgedickt. Bei Dolby ist der Detailverlust minimal geringer, der Bass bleibt originalgetreuer, dafür verschieben sich die Mitten und die unteren Höhen tonal leicht ins blecherne. PLIIZ ist ein Interessantes Feature für Heimkinos mit ausreichender Deckenhöhe (ab 2 Meter) und ein tolles Ausstattungsmerkmal für Leute, die einfach nur Spaß haben wollen und die Hauptpriorität beim Betrachten von Filmen in der räumlichen Ausgestaltung sehen. Auf Grund der Arbeitsweise empfiehlt es sich tonal passende High-LS über die Front-LS zu hängen – auch orchestrale Passagen werden relativ gekonnt und feinfühlig nach oben gezogen. Hier könnte ein Bruch in der Klangcharakteristik negativ zur Geltung kommen. Bilanz: Dolby PLIIz ist eine interessante Neuerung, welche für einen in die vertikale Richtung erweiterten Front-Raum verantwortlich ist. Der Effekt fällt nicht extrem augenscheinlich, sondern eher dezent-subtil aus. Der Spaß am Filme schauen wird aber trotzdem effektiv gesteigert - es sei denn, man ist absoluter Präzisionsfanatiker, dann wird man die leichte Diffusität hinsichtlich der Ortungsschärfe vor allem bei kleineren Effekten dauerhaft negativ bemerken. Wichtig ist, dass man eine ausreichende Deckenhöhe zur Verfügung hat (ab 2 Meter). Zudem sollte die Entfernung der vorderen Lautsprecher (Front normal und Front High) vom Hörplatz im Bereich zwischen 2,5 und 6 Metern liegen. Die Front High Lautsprecher sollten 1 bis 1,50 Meter über den normalen Fronts angebracht werden. 

Stereo Pure Direct – digital zugespielt

Hier haben wir bewusst einen Modus gewählt, in dem das Gerät selber, ohne DSPs (soweit möglich) seinen Klang zeigen kann. Zu loben ist der kräftiger, dennoch aber straffe und kontrollierte Bass. Für diese Preisklasse bietet der 607 eine erstaunlich neutrale Tonalität. Der Grundtonbereich erscheint glaubhaft im Volumen, die Mitten sind schön zu durchhören – nicht vordergründig steril, aber auch nicht "badewannig" zurückgenommen. Die Höhen gefallen mit schöner Durchzeichnung, ohne aber sonderlich forsch, geschweige denn aggressiv zu sein. Klangdetails gehen im Kontext der Preisklasse nicht verloren, der Tiefgang ist sehr ordentlich und immer noch kontrolliert. Für die Preisliga sticht die sehr schöne Feindynamik in allen Frequenzbereichen hervor, die Grobdynamik überrascht durch ihre deutliche, gekonnte Ausprägung. Der Übergang der einzelnen Dynamikbereich ineinander  erfolgt nahtlos, allerdings merkt man dem 607 bei einer Disziplin doch die Zugehörigkeit zu einer günstigen Preisklasse an: Der AV-Receiver schafft es nicht, den Klang richtig vom Lautsprecher zu lösen. Erstaunlich ist wiederum, wie fein aufgelöst und gleichzeitig echt bezüglich der Dimensionen die präsentierte Bühne erscheint. Beim Stereohören ist allerdings "Stillsitzen" angesagt, denn ewegt man den Kopf aus dem kleinen Sweet-Spot, kippt das Klangbild sehr schnell zu einer der beiden Seiten. Bei allen gehörten Musikstücken war heraus zu hören, dass Musikalität und Rhythmus authentsich in den Raum getragen werden – ganz gleich, um welche Musikrichtung es sich handelt. Antritt und Vehemenz sind auch bei hohen Pegeln sehr gut. Abschließend noch ein Vergleich HDMI vs. Coax vs. Optisch: Über die HDMI-Verbindung verliert der Hochtonbereich etwas an Strahlkraft und Feinzeichnung; dynamisch wie räumlich wird die Wiedergabe geringfügig gepresst. Der Unterschied ist aber erst auf System ab dem Teufel System 5 oder höher zu merken. Er ist deutlich geringer als der zwischen Pure-Direct ohne Audyssey und eingeschalteter Raumkorrektur.

Stereo Analog

Versus Denon DVD-3800BD, beide Eingänge abgeglichen und in Pure Audio:

Absolute Betrachtung:

Hier bietet der 607 weniger Grobdynamik und eine geringere Feindynamik. Es ist weniger Schmelz gerade in tiefer Stimme zu vernehmen, es fehlt an Timbre, auch die instrumentale Darstellung ist nicht ganz so gut: Der Korpus eines Flügels kommt weniger realistisch zur Geltung. Der Übergang feiner Töne nicht mit dem selben Fluss wie beim DVD-3800BD, die Trockenheit im Bass und Grundton ist nicht derart gegeben. Mehr Präzision und Geschwindigkeit sind weitere Vorzüge des Denon, der auch eine höhere Auflösung bietet.

Relative Betrachtung:

Der 607 spielt erstaunlich neutral und erzeugt eine gute Dynamik. Die Verhältnisse in der akustischen Größe sind immer noch nachvollziehbar gegeben. Bühne und Raum könnten aber markanter ausfallen. Positiv ist: Es ist immer noch ein kontrollierter und differenzierter Bass- und Grundtonbereich auszumachen. Der Charakter der Instrumente und Stimmen ist immer noch unverkennbar. Wie üblich für AV-Receiver dieser Preisklasse ist auch der 607 keine Stereo- und Raumwundermaschine, aber dennoch wieder eine sehr beachtliche Leistung, die so nicht wirklich zu erwarten wäre. Der versierte Stereohörer orientiert sich trotzdem besser an teueren AV-Receivern oder aber nutzt einen separaten Stereoverstärker. Mit eingeschalteten Audyssey nimmt die Leistungsfähigkeit im Stereobetrieb aber ab. Hier sind die Beeinflussungen von Audyssey subjektiv sogar noch massiver als im Filmbetrieb.

Konkurrenzvergleich

Der Onkyo spielt mit seinem kraftvollen und doch sehr gefälligen sowie feinsinnigen Sound ganz an der Spitze der Klasse. Noch etwas nachdrücklicher tritt nur der ebenbürtige Pioneer VSX-919 auf, der grobdynamisch die Maßstäbe setzt und zudem noch preisgünstiger zu haben ist. Der 607 gibt allerdings kräftig Contra, denn bei Feindynamik und Räumlichkeit liegt der Onkyo vorn. Mit in diesem Konzert der preiswerten und klangstarken AV-Receiver spielt noch der Yamaha RX-V765, der als großen Vorteil seine enorm hohe tonale Ausgewogenheit in die Waagschale werfen kann. Zudem verfügt er über die leistungsfähigste DSP-Sektion. Allerdings muss er sich, wie auch der Pioneer, beim Thema Pegelfestigkeit dem Onkyo geschlagen geben, der gerade beim Dauereinsatz mit hohem Pegel am wenigsten von allen drei hier genannten AV-Receivern komprimiert und verzerrt. 

Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.

Video

Der Onkyo TX-SR607 erzielt für seine Preisklasse gute Ergebnisse. Abzüge gibt es, dass nur bis 1080i eine Upconversion durchgeführt werden kann. Wandelt der TX-SR607 eingehende Komponentenvideosignale (576i) in 1080i um, gefällt das relativ rauscharme und scharfe Upscaling. Bei "Star Wars Episode III" sind Einzelheiten am Sternzerstörer gut sichtbar und erscheinen scharf. Die Kontrastdynamik ist gut, wir haben bei teureren AV-Receivern den im Dunkeln liegenden Flügel des gigantischen Raumschiffes aber schon deutlich plastischer und feiner nivelliert wahrgenommen - hier allerdings kann man Onkyo keinen Vorwurf machen, schließlich kostet der talentierte AV-Receiver unter 600 EUR und ist auf dem Markt sogar für lediglich rund 420 EUR zu erwerben. Wie in diesen Preisklassen üblich, werden nur analog eingehende Signale hochgerechnet, HDMI-Signale werden nur durchleitet, ohne dass eine Bearbeitung stattfindet. Auch 1080p/24 Hz-Signale leitet der TX-SR607 durch, diese werden ohne erkennbaren Qualitätsverlust an das Bildwiedergabegerät weiter gereicht. Das De-Interlacing bei der Umwandlung eines 576i in ein 720p Signal gelingt dem 607 gut, wobei hier die Bearbeitung von Filmmaterial noch etwas mehr Punkte bringt. Beim De-Interlacing von Videomaterial gibt es leichtes Flimmern und leichtes Ruckeln bei langsamen Kamerafahrten zu bemängeln. Das De-Interlacing von Filmen ist relativ stabil, und es treten nur geringe "Treppenstufen" an diagonalen Linien auf. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Fazit

Neuer Maßstab? Der Onkyo TX-SR607

Onkyo ist mit dem TX-SR607 erneut ein großer Wurf geglückt. Maßstäbe setzt in Anbetracht des Kaufpreises bereits die Ausstattung. Sie umfasst die neuen Features Dolby Pro Logic IIz sowie DTS Surround Sensation sowie ein extra OSD für die programmierbare Fernbedienung. Bestechend ist auch die Anschlussauswahl. Gleich fünf HDMI-Eingänge hinten und einer vorn sind mehr moderne Verbindungsmöglichkeiten, als sie viele doppelt so teure Geräte bieten. Der Subwoofer Pre-Out ist doppelt ausgeführt. Leider fehlen weitere Pre-Outs, so dass man mit PLIIz auf 9.2 gehen könnte. Also muss man sich mit 7.1 - entweder mit Front High oder aber mit Surround Back - beschränken. Klanglich begeistert der 607 für seine Preiskategorie beinahe ausnahmslos. Er spielt kraftvoll, ist pegelfest, hat im Surroundbetrieb eine hervorragende Raumwirkung und arbeitet sehr impulsschnell. Die sorgfältige Verarbeitung ist für ein 600 EUR-Gerät ebenfalls zu loben. Die Videosektion arbeitet gut, zeigt aber deutlicher als die Audiosektion die Preisklasse des 607 auf. Nicht nur, dass eine Möglichkeit zur Upconversion auf 1080p fehlt, auch die De-Interlacing- und Scalingleistungen im Detail weisen Spielräume für Verbesserungen auf. In Relation zum investierten Geld kann man aber sehr zufrieden mit der Performance sein, Kontrahenten bieten hier deutlich weniger. 

Für die Preisklasse beeindruckt der TX-SR607 mit exzellentem Klang und üppiger Ausstattung. Hervor sticht ferner die saubere Verarbeitung

AV-Receiver untere Mittelklasse
Test 13. August 2009
Absolute, preisklassenübergreifende Einordnung

Es ist faszinierend, wie gut preisgünstige AV-Receiver mittlerweile geworden sind. Gerade die Performance bei der Wiedergabe der herkömmlichen DTS/DD-Tonformate ist hinsichtlich Räumlichkeit und Dynamik beeindruckend. Der 607 schafft es sogar, was für ein so preiswertes Gerät überaus beeindruckend ist, einen kleinen akustischen Benefit der aktuellen HD-Tonformate heraus zu arbeiten. Hier allerdings bieten teurere AV-Receiver verständlicherweise deutlich mehr. Kleine feindynamische Differenzen und die Räumlichkeit sowie die Transparenz im Hochtonbereich liegen dann nochmal deutlich höher. Wenig auszusetzen gibt es an der Pegelfestigkeit, allerdings sollte man bei einem Gerät dieser Preisklasse für den leistungsintensiven Bassbereich auf einen aktiven Subwoofer als Supporter setzen. Nur AV-Receiver ab der Mittelklasse können in Hörräumem bis zu 30 Quadratmeter auch ohne aktiven Sub hohe Pegel und viel Nachdruck im Bassbereich erzeugen. Dass der Onkyo eben doch "nur" einer unteren Preisklasse angehört, merkt man an 2 Dingen: Zum einen an der bescheidenen Klangqualität im Stereobetrieb (hier sollte derjenige, der noch viel Musik in Stereo hört, entweder auf einen separaten Stereoverstärker zurückgreifen oder aber sich einen AV-Receiver ab der Mittelklasse kaufen) und an der lediglich durchschnittlichen Videosektion. Wie in den Preisklassen üblich, werden nur analog eingehende Videosignale bearbeitet, und es ist nur eine Upconversion auf maximal 1080i möglich. Die Detailschärfe und die Plastizität beim Scaling sind für einen so preiswerten AV-Receiver sehr gut, absolut betrachtet bleibt aber noch viel Spielraum nach oben. Das Gleiche gilt auch fürs De-Interlacing, hier bringen AV-Receiver der Mittelklasse mehr Stabilität und Sauberkeit bei der Ausformung z.B. diagonaler Linien ins Spiel. Man muss allerdings an dieser Stelle klar hinzufügen, dass sich ein größerer AV-Receiver nur dann lohnt, wenn auch der Rest der AV-Kette das Niveau des AV-Receivers halten kann. Für 32 und 37 Zoll-LCDs günstigerer Preisklassen ist die Performance des 607 absolut ausreichend. Wer allerdings ein hochwertiges 50 Zoll Display einsetzt, sollte sich bezüglich der Videosektion entweder ein Upgrade beim Kauf des AV-Receivers gönnen oder aber auf die Scaling-/De-Interlacingeinheit des Bildwiedergabegerätes verlassen. Bilanzierend dürfte es derzeit für qualitätsbewusste Einsteiger kaum eine bessere Wahl geben als den kleinen Onkyo. 

+ Überragende Pegelfestigkeit
+ Im Surroundbetrieb enorme Räumlichkeit
+ Tonal natürliche Abstimmung
+ Vorteile der neuen HD-Tonformate werden akustisch teilweise erfasst
+ Komfortable Bedienung
+ Hochwertige Verarbeitung
+ Üppige Ausstattung mit Dolby PLIIz
+ Sehr fairer Kaufpreis

- Keine 1080p Upconversion
- Kein 9.1 Pre-Out

Technische Daten/Beschreibung:

http://www.eu.onkyo.com/de/products/TX-SR607.html

Test: Thomas Hermsen, Carsten Rampacher
13. August 2009

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