SPECIAL: Aktueller Stand der Technik im Vergleich: LCD oder Plasma?

20.11.2009 (cr)

Einführung

Hightech-LCD - hier der Philips 46PFL9704

Hightech-Plasma - hier der Panasonic TX-P65V10E 

Ganz gleich, ob im Elektronik-Supermarkt, in Internet-Foren oder in den E-Mails unserer Leser - oft kommt die Frage, was denn besser wäre, ein LCD- oder ein Plasma-Fernseher. Also handelt es sich bei dem Thema "LCD oder Plasma" um eine Frage, die für viele Anwender, die sich erstmals einen Flachbildschirm kaufen oder aber einen älteren Flatscreen gegen ein neues Modell tauschen möchten, von brennendem Interesse ist. Allerdings lässt sich diese Fragen weder schnell noch global beantworten. Daher unser Special, in dem wir versuchen, möglichst  kurz, verständlich und nachvollziehbar dieser Frage auf den Grund zu gehen. 

Die Marktsituation 

Aktuell sind zu einem sehr großen Anteil LCD-TVs auf dem Markt vertreten. Übliche Bilddiagonalen reichen von 26 bis 60 Zoll. Der überwiegende Anteil der Geräte ist mittlerweile Full-HD. Nur in kleineren Größen (26 bis 37 Zoll) finden sich noch HD ready-Geräte mit geringerer Auflösung. Plasma sind in Diagonalen zwischen 37 und 103 Zoll erhältlich. Von LG gibt es sogar ein 32 Zoll-Plasma, das auf den Namen 32PG6000 hört. Die Plasmas bis 37 Zoll sind HD ready, in 42 Zoll gibt es Full-HD sowie HD-ready, die größeren Panels sind fast aussschlie0lich Full-HD. Nur Ausnahmen bzw. ältere 50-Zöller (Samsung HD ready-Plasma PS50A476P - 50 Zoll) sind noch HD-ready-Format erhältlich. 

Die Auflösungen

HD ready-Plasmas wie das LG 42PG6900 haben eine Panelauflösung von 1024 x 720 Bildpunkten

Gleich sind bei LCDs und bei Plasma-TVs die Auflösungen, wenn es sich um Full-HD-Modelle handelt. 1920 x 1080 Bildpunkte (2073600 Gesamtpixel) entsprechen exakt dem fünffachen der alten PAL-Auflösung von 576 Bildpunkten (414720). Anders sieht es bei den HD ready Modellen aus. Kleinere Plasmas in 32, 37 und 42 Zoll weisen 1024 x 720 Bildpunkte auf, während größere HD ready-Plasmas in 50 Zoll 1365 x 768 Bildpunkte mitbringen. HD ready LCDs sind mit einer Auflösung von 1366 x 768 Pixel versehen, auch kleinere Bildschirmdiagonalen wie 32 oder 37 Zoll. 

Die Technik

Aus technischer Sicht gibt es zwei Paneltechnologien:

  • Liquid Crystal Display (LCD)
  • Plasma Display Panel (PDP)

Bei LCD gibt es verschiedene Arten der Hintergrundbeleuchtung:

  1. CCFL
  2. Edge LED
  3. Direct oder Full LED

Die Funktionsweise von LCD  und Plasma unterscheidet sich grundlegend - und elementare Vorgänge, die die Grundlage zur LCD-Technologie bilden, sind schon seit langem bekannt. 

Seit 1904 weiß man von der Existenz von Flüssigkeiten, die einerseits fluide sind, andererseits die typische kristalline Eigenschaft der Doppelbrechung von Licht haben. Dies liegt daran, dass sich die stäbchenförmigen Moleküle der kristallartigen Flüssigkeit ausrichten und bei hindurchfallendem Licht die Schwingungsebene der Lichtwellen ändern (Polarisation). In Verbindung mit Polarisarisationsfolien, die vom normalen, unpolaristierten Licht beim Durchgang nur Licht einer bestimmten Polarisationsebene passieren lassen, wird damit Lichtdurchlässigkeit und -undurchlässigkeit, also hell und dunkel, erzeugt. Ändert man die Ausrichtung der Moleküle im Flüssigkristall, deren elektrische Ladung innerhalb eines Moleküls ungleich verteilt ist, durch elektrische Felder, kann man von hell auf dunkel schalten. 

Damit wird prinzipiell folgendes Verfahren möglich. Man schließt die Flüssigkristalle zwischen zwei unterschiedlich polarisierenden Panelen ein. Diese werden so ausgewählt, dass die Schwingungsebenen, die Polarisationsebenen, der beiden Paneele senkrecht aufeinander stehen. Fällt normales, also unpolarisiertes Licht auf die erste Paneele, wird es so polarisiert, dass es die zweite nicht mehr passieren kann. Dies entspricht dem Zustand dunkel. Wird dann die Flüssigkristallschicht elektrisch manipuliert, ändert sich die Polarisation zwischen den Panelen, dann kann das eingedrungene Licht nunmehr nun auch die zweite Paneele passieren: Es wird hell.

Diesen Vorgang kann man sich nun zu Nutze machen. Direkt über und unter der durch die Glasschichten eines Bildschirms begrenzten Flüssigkristallschicht liegen Leiterbahnen aus durchsichtigem Material, die sich matrixartig kreuzen. Damit entsteht ein Gitter aus parallelen Leiterbahnen, deren Kreuzungen die hellen und dunklen Lichtpunkte ausmachen, aus denen die Abbildung besteht, die ein so konstruierter LC-Bildschirm wiedergibt. Bei sogenannten Aktivmatrix-Schirmen besitzt jeder Bildpunkt ein eigenes aktives Element, einen Transistor, genauer einen Dünnschichttransistor (thin film transistor, TFT), der erlaubt, die die jeweiligen elektrischen Felder bestimmenden Spannungen genau zu regeln und zu schalten. Bei einer passiven Matrix – verwendet für kleinere Bildschirme, etwa bei Notebooks – existiert eine Hintergrundbeleuchtung. Heute hat sich die TFT-Technik flächendeckend durchgesetzt, alle auf dem Markt befindlichen LCD-TVs arbeiten nach diesem Prinzip. 

Zur Darstellung von Farben werden – ganz ähnlich wie beim Plasmabildschirm – jeweils drei Zellen von Flüssigkeitskristallen zusammengefasst, vor den Kammern befinden sich Farbfilter, welche die Grundfarben rot, grün und blau wiedergeben. Unter der Flüssigkristallschicht befinden sich für jeden farbigen Bildpunkt (Pixel) drei Dünnschichttransistoren, die als Folienschichten auf das Glas aufgedampft werden. Sie erzeugen sehr kleine Bildpunkte, was eine hohe Bildschirmauflösung bedeutet. Jeder der Transistoren lässt sich einzeln ansteuern, auch in unterschiedlichen Stärken bzw. mit unterschiedliche vielen Impulsen.  Schon 1968 - was kaum jemand weiß - wurde die Technlogie entwickelt, damals für Büroanwendungen in hellen Umgebungen. Und das ist auch ein Pluspunkt, den LCD-Geräte bis heute haben: Die hohe erzielbare Bildhelligkeit. 

Bei LCD-Display gibt es verschiedene, oben bereits genannte Arten der Hintergrundbeleuchtung. 

Extrem flach und somit Blickfang im eleganten Wohnraum sind Edge LED-Backlight-TVs wie der Samsung LED-TV UE40B7090

  • CCFL: Ein herkömmliches LC-Display nutzt eine CCFL-Hintergrundbeleuchtung. Nimmt man einen LCD-TV auseinander, so sehen die Röhren, die sich hinter dem Panel befinden, ähnlich wie die Röhren einer Sonnenbank aus. Dadurch, dass diese CCFL-Röhren hinter dem Panel montiert werden, ist es nicht möglicht, CCFL-LCDs von der Bautiefe her extrem gering zu halten. Es ist aber ebenfalls nicht möglich, die Hintergrundbeleuchtung individuell oder sequentiell zu steuern. 
  • Edge LED: Wie der Name schon sagt, befinden sich bei Edge LED-TVs die für die Hintergrundbeleuchtung zuständigen LEDs im Rahmen. Es ist nicht mehr notwendig, Platz benötigende Bauelemente hinter dem Panel anzuordnen. Dadurch ist die Bautiefe bei Edge LED-TVs ausgesprochen gering. Wer also auf ein enorm edles Design Wert legt, sollte genauer hinhören. Die extrem flachen Screens lassen sich wirkungsvoll an der Wand aufhängen. Mit einem Problem aber haben Edge LED-TVs zu kämpfen. Zwar verteilt ein ausgeklügeltes Leitersystem das licht hinter dem Panel, aber trotzdem ist die Bildschirmausleuchtung nicht so gleichmäßig wie bei einem CCFL-LCD. 
  • Direct oder Full-LED: Bei diesem System zur Hintergrundbeleuchtung befinden sich hinter dem Panel ganzflächig LEDs, die in Blöcken oder Bereichen - sogenannten Clustern - angeordnet sind. Prinzipiell ist es möglich, sehr viele einzelne LEDs zu verteilen, wie viele beim jeweiligen Gerät im Einsatz sind, hängt vom konstruktiven Aufwand, den der jeweilige Hersteller betreibt, ab. Ebenso ist es vom jeweiligen Anbieter abhängig, wie fein das Local Dimming steuerbar ist, das heißt, wie viele einzelne LEDs zu einem Cluster zusammen gefasst sind. Übrigens: Full-LED heißt nicht zwangsläufig, dass auch Local Dimming möglich ist. Da im Falle eienr Full-LED-Hintergrundbeleuchtung die Beleuchtungsmodule auch hinter dem Panel montiert werden, ist hier ebenso wie bei CCFL-Panels keine extremst flache Bauweise möglich. 

Ein Plasma - hier das nicht mehr gebaute Pioneer PDP-LX5090 - benötigt keine Hintergrundbeleuchtung

Ein Plasma benötigt überhaupt keine Hintergrundbeleuchtung. Daher spricht man hier von einem "direkten Bildaufbau", während es sich bei einem LCD um einen "indirekten Bildaufbau" handelt. Das Panel eines Plasmas besteht aus zwei Glasplatten oder ähnlichen durchsichtigen Gebilden. Zwischen den beiden Platten befinden sich viele kleine Zellen. Jeder Plasmapixel hat drei Kammern und ist mit einem Edelgas-Gemisch aus Xenon und Neon gefüllt. Bisweilen wird auch Helium beigemischt. Die genauen Mischverhältnisse gibt kein Hersteller preis. Die Innenränder des Plasma-Pixels sind mit Phosphor für RGB ausgekleidet. In den Pixeln/Zellen werden unter dem Einfluss dort bestehender elektrischer Felder kleine Gasentladungen gezündet, durch die das Gas an diesen Stellen elektrisch leitet. In der Zelle entsteht ein Plasma: neben neutralen Atomen gibt es freie Ionen, Elektronen und angeregte Atome. Während der Entladung einer Zelle leuchtet diese blitzartig auf. Zur Erzeugung eines Bildes wird jede Zelle einzeln durch einen zugehörigen Transistor gezündet. Die Grundfarben in den Kammern werden durch unterschiedliche Leuchtstoffe erzeugt. Eine Zelle blitzt auf, sobald der zugehörige Leuchtstoff von der durch das Plasma erzeugten unsichtbaren Ultraviolettstrahlung, kurz UV-Strahlung, getroffen wird. Die Leuchtstoffe wandeln somit die unsichtbare UV-Strahlung in sichtbares Licht um. Das ist der nämliche Vorgang wie in einer Leuchtstoffröhre. Man kann sich also einen Plasmaschirm als einen Schirm vorstellen, hinter dem viele kleine Leuchtstoffröhrchen zusammen ein Bild wiedergeben. Das Gas zwischen den beiden Glasplatten hat nur eine geringe Dichte. Deshalb genügen niedrige Plasmatemperaturen. Die Zündungsspannungen liegen im Bereich von einigen hundert Volt. Erste Gerätschaften, die nach diesem Prinzip funktionierten, gab es bereits 1964, in der uns heute bekannten Form existiert die Plasmatechnologie seit den Olympischen Spielen von Nagano 1998. 

Bildqualität - Vor- und Nachteile der Technologien

In kleineren Bilddiagonalen - hier der Toshiba 37RV635 in 37 Zoll - gibt es Full-HD-Modelle nur als LCDs

  • Bildschirmdiagonale: Wer einen sehr kleinen Screen sucht, der die Full-HD-Auflösung mitbringen soll, muss zu einem LCD greifen. Full-HD-Plasmas gibt es erst ab 42 Zoll, Full-HD-LCDs ab 32 Zoll und auch in 37 und 40 Zoll. 
  • Bildhelligkeit: Bei starkem externen Lichteinfall - also wenn man z.B. den Flachbildschirm in einem Raum aufgestellt hat, in dem durch große Fensterflächen die Nachmittagssonne scheint, während man die Lieblingsserie betrachtet - ist ein LCD im Vorteil, da er einfach ein helleres Bild generiert. Wenn man  hauptsächlich Abends fernsieht oder aber man tagsüber in Räumen mit normalem Lichteinfall schaut, egalisiert sich dieser Vorzug, denn dann reicht die Bildhelligkeit eines Plasmas ohne Schwierigkeiten aus. Vorsicht ist bei Edge LED-TVs geboten - die Bildhelligkeit erscheint hier nicht ganz homogen, es kommt zu weniger oder stärker ausgeprägten Helligkeits-Spots. 
  • Kontrast: Beide Panelsysteme ermöglichen mittlerweile einen exzellenten Kontrast. Im Detail erscheint die Ausgestaltung kleiner Kontrastdifferenzen bei modernen Plasmas noch etwas natürlicher. Die Neigung, zu viel Kontrast zu präsentieren, haben manche LCD-TVs. Auch ist bei ihnen die Neigung zum Überstrahlen etwas stärker ausgeprägt. Moderne Hightech-LCDs kämpfen aber kaum noch mit diesen Nachteilen und sind auf Augenhöhe mit Plasmaschirmen. 
  • Farbwiedergabe: Noch vor 2 Jahren sagte man LCD-TVs nach, sie würden unnatürliche, "bonbonartige" Farben produzieren. Mittlerweile ist dies fast völlig "Schnee von Gestern", denn moderne LCDs lassen sich höchstens noch eine leichte Schwäche bei der Wiedergabe von Grün nachsagen (es wirkt etwas zu gelblich und nicht ganz natürlich). Ansonsten bringen gerade teurere Modelle ab der Mittelklasse eine exzellente, dynamische und klare Farbwiedergabe mit, die der von Plasmas in nichts nachsteht. 
  • Weißwiedergabe: Hier sollte man sich im wahrsten Wortsinn nicht blenden lassen. Würde man eine Umfrage durchführen, ob Plasmas oder LCDs das bessere Weiß machen, würden die meisten Anwender sagen: LCDs machen das strahlendere und klarere Weiß! Das liegt daran, dass viele LCDs ein minimal kühles (ins Bläuliche gehendes Weiß mit leicht erhöhter Farbtemperatur) Weiß mit hoher Bildhelligkeit kombinieren. Dadurch "strahlt" das Weiß  den Betrachter sprichwörtlich an. Wer aber hier einen Vergleich macht und ein weißes Stück Papier nimmt (welches, wenn es sich nicht um gräuliches Umweltpapier älteren Zuschnitts handelt, ein "echtes" Weiß repräsentiert), wird feststellen, dass das "reale" Weiß weniger intensiv leuchtet und "matter" aussieht. Dieses echte Weiß, nahe am korrekten Weißpunkt kalibriert, bieten eher Plasma-TVs- Moderne Top-LCDs sind aber auch hier nah am Plasma dran (Philips 46PFL9704, Toshiba 46SV685D).
  • Schwarzwiedergabe: Sogar konventionelle CCFL-LCDs machen mittlerweile ein durchaus passables Schwarz, was beim Anwender mit normalen Ansprüchen kaum den Wunsch nach Mehr aufkommen lässt. Durch den Einsatz von Local Dimming bei Full-LED-Geräten steigt der Schwarzwert spürbar - gerade der Philips 46PFL9704 punktet hier und verkürzt den Abstand zu den nach wie vor führenden Plasmas (zum Beispiel die Panasonic Plasmas wie der Panasonic TX-P65V10E begeistern durch das tiefe, satte, Heimkino-gemäße Schwarz). Insgesamt ist es beachtlich, welch großen Schritt die LCDs gemacht haben - perfektes Schwarz aber bietet nur ein Plasma.
  • Bildschärfe: Wer extreme Bildschärfe sucht, die den Full-HD-Effekt sehr deutlich herausstellt, liegt beim LCD-TV richtig. Die weichere, Kino-mäßigere Bildschärfe bietet ein Plasmabildschirm. Durch Justage im Video-EQ lassen sich aber Optimierungen in beide Richtungen vornehmen. 
  • Betrachtungswinkel: Dieser ist bauartbedingt beim Plasma extrem hoch. Mancher moderne LCD bietet hier aber inzwischen auch viel. Schaut man mit mehreren Personen, sollte man sich ins Auge gefassten LCD vor dem Kauf genau anschauen, denn es gibt sehr deutliche Unterschiede beim Betrachtungswinkel. Bei Plasma-Geräten ist dieser generell hoch. 
  • Rauschverhalten des Panels: Gerade ältere oder einfache Plasmas rauschen oftmals stärker als vergleichbare LCDs. Aktuelle LCD-Modelle haben ein enorm geringes Panelrauschen. Plasmas ab der Mittelklasse (z.B. G12 Neo PDP Panel von Panasonic) rauschen aber beinahe ebenso wenig. 
  • Reaktionszeit des Panels/Bewegungsdarstellung: Ausführlich haben wir vorgestellt, wie Plasma- und LCD-TVs funktionieren und haben festgestellt, dass es fundamentale Unterschiede zwischen den Technologien gibt. In der trägheit der sich neu ausrichtenden Kristalle begründet liegt das Phänomen der Nachzieheffekte bei LC-Displays. Durch clevere Zusatzschaltungen sowie durch optimierte Paneltechnologien sind die Reaktionszeiten heute aber enorm schnell geworden (1 - 2 ms). Bei Plasmadisplays, die anders funktionieren, ist die Reaktionszeit so extrem kurz, dass sie als limitierender Faktor nicht ins Gewicht fällt. Bei der Bewegungsdarstellung machen Plasmas daher eine hervorragende Figur, bei LCDs kommt es auf das jeweilige Modell an. Hochwertige Geräte bieten hier mittlerweile auch Top-Leistungen, dies ist auch bildverbessernden Technologien, die die Bewegungswiedergabe optimieren, zu verdanken. 
  • Lebensdauer: Nur noch ein altes Vorurteil ist, dass Plasma-Panels eine geringere Lebenserwartung haben als LCDs. Mittlerweile liegt diese, aufgrund der voranschreitenden Technik, in beiden Fällen bei rund 100.000 Stunden. 
  • Stromverbrauch: Plasma als Stromfresser - das war gestern. Heute benötigt man keinesfalls mehr Unmengen an Strom, wenn man einen Plasma-TV betreiben möchte. Natürlich richtet sich - wie in allen Fällen - der Stromverbrauch auch stark nach der Leistung. Insgesamt gilt: Ein etwas höherer Stromverbrauch ist Plasmas eigen, dies ist nicht weg zu diskutieren. Grund für den höheren Stromverbrauch eines Plasmas ist auch, dass die LCD-Technik natürlich nicht stehen geblieben ist. Gerade LCD-TVs mit Full-LEB Backlight und Local Dimming arbeiten enorm stromsparend. Durch effektivere Materialien und verbesserte Zündungsprozesse aber konnte auch beim Plasma der Stromverbrauch gesenkt werden. Jährlich rund 20 EUR mehr Stromkosten muss (bei einem 42-Zöller, Full-HD) für ein Plasma einkalkuliert werden. 
Bitte nicht vergessen!
  • Auch das beste Panel kann eine unzureichende Bildsignalverarbeitung nicht vergessen machen! Daher ist bei all diesen Ausführungen über die Paneltechnologien zu bedenken, dass es auch auf die geräteinterne Signalverarbeitung ankommt. Hier sind folgende Faktoren zu bedenken:Der LCD- oder Plasma-TV muss einen hochwertigen internen De-Interlacer und Scaler haben, um SD-Fernsehsendungen (PAL) von 720 x 576i auf 1920 x 1080 Pixel akkurat hochrechnen zu können.
  • Ein normales SD-Fernsehbild kann selbst dann, wenn es sich um einen Flachbildschirm mit hochwertiger Bildsignalverarbeitungselektronik handelt, Bildschwächen aufweisen. Dies ist nicht verwunderlich, da, wie bereits beschrieben, die 1920 x 1080 Pixel Auflösung eines Full-HD-Panels dem Fünffachen der alten PAL-Auflösung entspricht. Schwächen im Signal werden dann natürlich multipliziert und kommen stärker zum Ausdruck als auf der alten Röhre. 

Aufwändige Bildverbesserungstechnologien - hier beim Toshiba 46SV685D - sorgen für eine optimierte Bildqualität

  • Moderne Plasma- und LCD-TVs verfügen über jede Menge Bildverbesserer - hier ist es wichtig, den Nutzen und das Einsatzgebiet des jeweiligen Ausstattungsmerkmals zu kennen. Oft mit an Bord, gerade bei teureren LCD-Modellen, sind Systeme, die eine flüssige und scharfe Bewegungswiedergabe ermöglichen und somit prinzipbedingte Nachteile der LCD-Technologie zu einem beträchtlichen Teil ausmerzen, indem durch Erhöhung der Bildwiederholrate die Bewegungsunschärfe, die durch das LC-Display hervorgerufen wird, reduziert wird. Gerade bei SD-Interlaced-Quellen ist ein solches Feature top, wie es sich bei der BD-Wiedergabe macht und ob es dort sinnvoll ist, muss der Anwender jeweils individuell entscheiden. 
  • Generell ist es gerade bei der Wiedergabe von Blu-rays sinnvoll, möglichst wenig Bildverbesserer einzusetzen. Besonders vorsichtig sollte man mit Kontrastoptimierern und Rauschfiltern sein. 
  • Ebenfalls reicht es nicht, dass der LCD- oder Plasma-TV 1080p/24 Hz-Signale entgegen nimmt. Das Panel muss sich auch mit einem ganzzahligen Vielfachen von 24 ansteuern lassen, damit sich der Pulldown nicht einfach vom Player ins Display verlagert. Sehr einfache Panels in billigen Geräten weisen manchmal eine feste Panelansteuerungsfrequenz von 60 Hz auf. Somit muss intern das 24 Hz in ein 60 Hz Signal umgewandelt werden. 
  • Für eine optimale Einstellung, gerade auch für den versierten Anwender, ist ein umfangreicher Video-EQ ein Vorteil. Wichtig: Verwendet man den Video-EQ im Plasma- oder LCD-TV, sollte der Video-EQ im BD- oder DVD-Player beziehungsweise im AV-Verstärker-/Receiver, wird ein solches Gerät als Schaltzentrale verwendet, auf Grundeinstellung belassen werden. 
  • Ausreichend Raum für die Belüftung lassen und Belüftungsschlitze nicht verdecken. 
  • Für Umweltbewusste und Stromsparer: Viele Geräte verfügen über einen Bildhelligkeitssensor. Die Bildhelligkeit wird dann den im Aufstellungsraum herrschenden Lichtbedingungen angepasst, das heißt, man "vergeudet" keine Bildhelligkeit, wenn man mit wenig externem Lichteinfall schaut. Zudem wird das Bild augenfreundlicher. Zusätzlich gibt es in vielen Flachbildschirmen Eco-Modi, welche die Bildhelligkeit auf ein noch visuell gutes, aber Strom sparendes Niveau absenken. Viele Anwender neigen dazu, die Bildhelligkeit viel zu hoch einzustellen. Automatische Abschaltmodi, die nach festen Zeiten (z.B. das Display bekommt seit 30 Minuten kein Signal) greifen, reduzieren den Stromverbrauch weiter. 
  • Geräuschentwicklung: Auch nicht zu unterschätzen ist die Geräuschentwicklung - hier ist es wichtig, das fokussierte Gerät genau zu untersuchen. Es gibt verschiedene Arten von Störgeräuschen: So Laufgeräusche verbauter Lüfter, entweder beinahe unmerklich oder aber wirklich störend, das Sirren des Panels, Brummen vom Netzteil - hier heißt es, genau hin zu hören. Und: Je nach Charge bei ein und demselben Modell kann es zu unterschiedlichen Geräuschemissionen kommen. 
Bilanz

Das Wichtigste ist: Man muss sich über seine Prioritäten klar werden und sich Zeit nehmen. Werden beide Faktoren erfüllt, ist es kein Problem, den persönlichen Favoriten zu küren und ihn sich ins heimische Wohnzimmer zu stellen. Bei aller Theorie darf man auch nie vergessen: Jeder Mensch sieht und hört unterschiedlich - daher ist es nicht verwunderlich, dass jedes Individuum seinen eigenen visuellen "Champion" findet. 

Text: Carsten Rampacher
20. November 2009

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