XXL-TEST: Canton Chrono SL 5.1-Set (SL590DC/SL555/SL530/AS225SC)

26.10.2009 (cr)

Einführung

Für rund 3800 EUR stellt das Canton Chrono SL 5.1-Set (Front SL590DC/Center SL555/Surround SL530/Subwoofer AS225SC) ein interessantes Angebot für den anspruchsvollen Mehrkanal-Liebhaber dar, der auch auf eine geschliffene Optik Wert legt. In zeitgemäßer Optik, wahlweise in hochglänzendem Schwarz oder weiß, trifft das elegante hessische Ensemble den Geschmack vieler potentieller Käufer. Ob die klanglichen Qualitäten auch genauem Hinhören Stand halten, klärt unser Test. 

Marktpreise Canton Chrono SL:

Front SL590DC: Paarpreis 1800 EUR

Center SL555: Stückpreis 500 EUR



Surround SL530: Paarpreis 800 EUR



Aktiver Subwoofer: AS225SC: 700 EUR

  • Komplettpreis für 5.1 Set Hochglanz-Weiß: 3.800 EUR

  • Farben: Hochglanz-Weiß, Hochglanz, Schwarz

Technik, Verarbeitung und Konstruktion

Sockel der SL590DC

Dicker Alurand um die Chassis

Solide Verschraubung

LS-Gitter mit Alu-Befestigungselemente

Hochwertige Füße vom aktiven Subwoofer

Die Gehäuse aus dickem MDF sind aufwändig beschichtet und erscheinen in Hochglanz-Weiß sehr aufwändig gearbeitet. Die Oberflächen sind praktisch makellos und hinterlassen einen tiefen, ebenmäßigen Eindruck. Dass hinsichtlich der Verarbeitung und Oberflächenqualität noch mehr geht, zeigt dann erst der Blick z.B. auf die Canton Reference 7.2, die im schwarzen Hochglanz-Finish unseren Testraum ziert und mit noch tieferer, feinerer Oberflächenwirkung verdeutlicht, wieso sie einige Preisklassen höher eingestuft ist. 

Das Terminal ist auch von Innen solide gefertigt

Bi-Amping-Terminals

Schraubverschluss im Detail

Die Chrono SL 590 DC ist als Bassreflexlautsprecher mit nach unten gerichteter Bassreflexöffnung ausgelegt (Downfire). Ein speziell konstruierter sehr hochwertiger Fuß sorgt für den korrekten Abstand vom Boden. Unter den Fuß können noch Spikes montiert werden. Die vergoldeten Bi-Amping-Terminals sind leichtgängig und bieten auch hochwertigen Bananensteckern soliden Halt. 

Hochtöner

590 - Tieftöner

590 - Mitteltöner

Der in der SL-Serie verbaute Hochtöner aus Aluminium/Magnan weist einen Durchmesser von 25 mm auf. Kennzeichen sind eine hohe Räumlichkeit gepaart mit enormem Auflösungsvermögen und der Fähigkeit, auch hohe Pegel zu managen. Besonderen Augenmerk richteten die Canton-Entwickler auf eine hohe Praxistauglichkeit – nicht nur, wenn man die Haupthörposition, die exakt austariert ist, besetzt, sondern auch auf den „billigen Plätzen“ daneben soll eine enorme Klangqualität garantiert werden. 

Die Mittelton- und Basstreiber mit 160 mm (SL555), 180 mm (SL530, AM-180), 180 mm (SL590DC, AW-180) und 260 mm (AL225SC – AW-260)) sind aus Aluminium und weisen bei den AW-Treibern doppelte Ferritmagnete für höchste Leistungsfähigkeit auf. Höchste klangliche Reinheit durch geringe Neigung zu Verzerrungen sorgt hier für akustische Freude. Die eingebauten Frequenzweichen verfügen allesamt über selektierte Bauteile und unterliegen einer strengen Qualitätskontrolle für eine lange Lebensdauer. Auch hier sorgt ein stringenter Aufbau für enorme Störungsarmut, was einen authentischen, unbeeinflussten Klang zur Folge hat. 

Center als 2,5 Wege Konstruktion

Besonderheit ist der SL555 Center, der als 2,5 Wege-Konstruktion ausgeführt ist, es kommen 2 kombinierte Bass-/Mitteltöner zum Einsatz. Während beide Treiber für die Basswiedergabe zuständig sind, bekommt nur ein Treiber die Signale aus dem Mitteltonbereich. Das sorgt für viel Nachdruck im Bassbereich und für eine saubere Ansteuerung des Mitteltonbereiches. Die Frontlautsprecher arbeiten mit Cantons DC-Technologie (Displacement Control). Eine exakte und kraftvolle Basswiedergabe sind hier die Folgen in der Praxis. Die Basstreiber werden davor bewahrt, auf infrasonische Signale zu reagieren (unterhalb von 20 Hz), die unschöne Unsauberkeiten bei der Basswiedergabe verursachen. 

Ausgebautes Chassis aus der SL590DC

SL590DC - saubere Auskleidung mit Dämmwolle

Subwoofer mit dickem MDF-Gehäuse

Subwoofer - Endstufe

Ringkerntrafo

Subwoofer - Gehäuse von Innen

Subwoofer - Basschassis

Mehr zum inneren Aufbau: Mit dem enorm sauberen inneren Aufbau sammeln alle Chrono SL-Lautsprecher weitere Pluspunkte. Beim Auseinander nehmen fällt auf, wie dick die MDF-Wände sind, daher gibt es, wie auch später der Testbetrieb zeigen wird, kaum Resonanzen, die Gehäuse sind steif und hochsolide. Die Innenverkabelung wirkt akkurat, übersichtlich und bezüglich des Kabelquerschnitts (bei kurzen Distanzen wie im Inneren einer Lautsprecherbox reichen auch geringere Querschnitte) als absolut ausreichend. Die Frequenzweiche ist im Inneren untergebracht und nicht, wie bei manchem Konkurrenten, direkt rückseitig auf den Bi-Wiring-Terminals. Die Terminals selber sind sauber verschraubt. Die Chassis mit dem dicken Alurahmen erscheinen wie aus dem Vollen gefräst und sind sehr robust mit dem Gehäuse verschraubt. Massive Ferritmagnete sorgen für eine stämmige Klangwiedergabe. Der aktive Subwoofer überrascht mit extrem hochwertigem inneren Aufbau. Bestimmendes Kennzeichen ist der kleine, Vertrauen erweckende Ringkerntransformator, der für eine stets stimmige Stromlieferfähigkeit garantiert. Mit zusätzlichen Verstrebungen versehen präsentiert sich das Gehäuseinnere, das auch den 260 mm Basstreiber mit Doppelferritmagneten beherbergt. 

Daten zu den einzelnen Lautsprechern:

Chrono SL590DC:
• Standlautsprecher
• 3-Wege-System
• 160 Watt Dauerbelastbarkeit, 320 Watt Musikbelastbarkeit
• Frequenzgang 47 Hz – 38 kHz bei -/+ 6 dB, 52 Hz – 24,4 kHz bei -/+ 3 dB
• Empfindlichkeit 88,3 dB
• Abmessungen (BreitexHöhexTiefe in cm) 19 x 105 x 30
• Nominalimpedanz: 4 bis 8 Ohm
• Gewicht pro Stück 21 kg

Chrono SL555:
• Centerlautsprecher
• 2,5-Wege-System
• 85 Watt Dauerbelastbarkeit, 140 Watt Musikbelastbarkeit
• Frequenzgang 57 Hz – 38 kHz bei -/+ 6 dB, 70 Hz – 24,4 kHz bei -/+ 3 dB
• Empfindlichkeit 87,5 dB
• Abmessungen (BreitexHöhexTiefe in cm) 45,5 x 17 x 31
• Nominalimpedanz: 4 bis 8 Ohm
• Gewicht pro Stück 10,2 kg

Chrono SL530:
• Kompakt/Regalllautsprecher
• 2-Wege-System
• 70 Watt Dauerbelastbarkeit, 130 Watt Musikbelastbarkeit
• Frequenzgang 54 Hz – 38 kHz bei -/+ 6 dB, 62 Hz – 24,4 kHz bei -/+ 3 dB
• Empfindlichkeit 86,5 dB
• Abmessungen (BreitexHöhexTiefe in cm) 19 x 36 x 28

AL225SC Aktiver Subwoofer
• Aktiver Subwoofer
• Bassreflexsystem
• 100 Watt nominale Leistung, 200 Watt Musikleistung
• Frequenzgang 30 Hz bis 250 Hz bei -/+ 6 dB, 36 Hz – 200 Hz bei -/+ 3 dB
• Übernahmefreuenz 55 bis 200 Hz einstellbar
• 260 mm Tieftöner
• Abmessungen (BreitexHöhexTiefe in cm) 29,5 x 43,5 x 49,5 

Subwoofer - Rückseite

Der aktive Subwoofer verfügt auf der Gehäuserückseite über folgende Einstellmöglichkeiten:
• Stufenlos regulierbare Lautstärke, Phase und Übernahmefrequenz
• SC-Technologie 
• Raumkompensation schaltbar normal/narrow
• Zwei verschiedene automatische an/aus-Level plus permanent-in-Betrieb-Funktion

Fazit: Mit durchdachter Konstruktion und enorm hochwertigem äußerem Finish begeistert die Chrono SL-Serie. Auch das Lautsprecherinnere zeigt sich von der besten Seite – Noblesse hört bei Canton nicht im für den normalen Anwender sichtbaren Bereich auf, sondern erstreckt sich auch auf das normalerweise nicht sichtbare Innenleben. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend. 

Testequipment
Klang

Die SL590DC begeisterte im Testbetrieb

Der AS225SC beweist: Die äußere Größe allein kann täuschen

CD, aufpoliert

  • Blank&Jones, D.F.F. (DJs, Fans & Freaks), Heartbeat, Nightclubbing, Modus Neural THX Music/Dolby Pro Logic II Music: Mit sehr gutem Tiefgang und hoher Präzision verblüfft uns der kraftvoll antretende aktive Subwoofer. Er füllt trotz relativ kompakter Abmessungen auch einen 30 Quadratmeter messenden Raum souverän mit Bassdruck, durchaus auch gern bei gehobenem Pegel. Die beiden SL590DC bilden aus Sicht der Basswiedergabe eine Einheit mit dem S225SC – selten haben wir in dieser Preisklasse ein so gelungenes Zusammenspiel zwischen Fronts und Subwoofer gesehen. Nahtlos präsentiert sich der Bassbereich /Crossover bei 60 oder 70 Hz ist ideal in allen Testreihen. Mit vokalen Elementen tut sich der sehr dynamische Center leicht – er baut diese gelassen und sorgfältig zwischen die instrumentalen Anteile ein. Bei „Nightclubbing“ managen die Canton Chrono SL mit Bravour den sehr facettenreichen Aufbau und brillieren mit viel Charisma - tonal relativ neutral klingend, mit einem Hang zu einer sehr frischen, aber gleichzeitig fundierten und nie dünnen Wiedergabe, das gefällt. Hier werden schon Unterschiede zur herkömmlichen Chrono-Serie deutlich, die nicht mit einer so exakt herausgearbeiteten Fülle an den Start geht. 
  • Faithless, God is a DJ, Dolby Pro Logic II Music: Der harte Bass gleich zu Beginn wird präzise wiedergegeben, als dann die Stimme des Sängers ansetzt, wird diese zusätzlich von einem tiefen Bass untermalt – auch diesen gibt das SL-Set ausgezeichnet wieder und offeriert ein vielschichtiges tieffrequentes Volumen. Den diffizilen Effektaufbau handhabt das Chrono-Set mit viel Feingefühl, auch kleine Hintergrundeffekte werden sehr gut eingeflochten – an dieser Stelle muss man aber eine Lanze für noch teurere Systeme brechen – wenn man hier z.B. mit einem Canton Vento oder Reference-Set vergleicht , so ist noch mehr Sensibilität und Feindynamik bei kleinen komplexen Effektgeflechten herauszuhören. Auch verschiedene, übereinander liegende Bassanteile werden noch sauberer auseinander differenziert. Für die 4000 EUR-Preisklasse aber ist das Leistungspotential des Canton Ensembles enorm. 
  • Ludwig van Beethoven, 9. Symphonie, Dolby Pro Logic II Music: Mit hoher Klarheit und feinen Übergängen arbeitet das Canton Set wichtige Grundzüge dieser wunderschönen und komplex aufgebauten Symphonie heraus. Das enorme Können im Bassbereich zeigt sich hier in Form eines stets präsenten, aber sich nie in den Vordergrund schiebenden Bassbereichs. Beim kompletten orchestralen Einsatz jedoch „schieben“ die beiden Frontlautsprecher und der Subwoofer sehr gut voran – so entsteht der Eindruck enormer Dynamik, da die Impulstreue als hervorragend zu bezeichnen ist. Den facettenreichen, sich wie eine Welle immer weiter auftürmenden Aufbau beschreiben die Canton Chrono SL-Schallwander akustisch exzellent – auch der anspruchsvolle Musikliebhaber mit Fokus auf ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis wird hier ausgesprochen zufrieden sein, zumal auch im Surroundbereich ein enormer Facettenreichtum geboten wird. Nie neigen die Chrono SL Lautsprecher zu unschönen Übertreibungen – sie sind für fließende, aber gleichzeitig keine Details verschluckende Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzspektren zuständig und gefallen auch bei langen Hörsessions durch eine selten anzutreffende Kombination aus Luftigkeit und Solidarität im Bassbereich. 
  • Wolfgang Amadeus Mozart, Klarinettenkonzert Köchelverzeichnis 622, Dolby Pro Logic II Music: Sehr feinsinnig wird gleich der harmonische, exakt ausbalancierte Beginn des Konzerts wiedergegeben. Gerade in Verbindung mit einem gleichermaßen feindynamisch überzeugenden wie leistungsfähigen AV-Receiver wie dem Onkyo TX-NR5007 wird ein sehr erwachsenes, lebendiges Klangbild offeriert. Sehr viel Aufmerksamkeit widmet das Canton Chrono SL-Set der gelungenen Darstellung der Klarinette. Hier haben viele, auch hochwertige, Boxensystem enorme Probleme und mischen dem Klang dieses schönen Instruments immer etwas Oberflächliches und Synthetisches bei. Ganz andere Wege beschreitet das Chrono SL-Set, durch die sehr gute feindynamische Ausprägung und die feine Nivellierung von Hoch- und Mitteltonbereich entsteht hier ein sehr authentischer Eindruck. „Smooth“ und mit Gefühl agieren bei orchestralem Einsatz die Streicher.

Blu-ray

  • Celine Dion, A New Day, Dolby TrueHD: Das zersplitternde Glas zu Anfang wird mit viel Brillanz im Hochtonbereich wiedergegeben. Der Zuhörer bekommt tatsächlich den Eindruck, die feinen Splitter fliegen in alle Richtungen davon. Als kurze Zeit später das eigentliche Konzert beginnt, überrascht die gefühlvolle Wiedergabe des Pianos – die Anshclagdynamik kommt prima zur Geltung. Solche Nuancen hat das vor einiger Zeit getestete Chrono-Ensemble nicht in dieser Qualität einarbeiten können. Auch Celines Stimme, mit der aufbrandenden Begeisterung des Publikums im Hintergrund, wirkt sehr echt und tonal exakt getroffen. Vorzüge nochmals teurerer Lautsprecherensembles zeigen sich hier in Form einer noch feineren Trennung der Stimme vom Gesang im Hintergrund. Doch dies dürfte in erster Linie sehr erfahrenen und zugleich anspruchsvollen Hörern auffallen. Hinzuzufügen wäre noch, dass man dann auch eine entsprechend teure Elektronikkette benötigt, um diese kleinen Details noch heraushören zu können. Das Wichtigste für harmonisches, aber gleichzeitig emotionales und lebendiges Hören ist eine hervorragend aufeinander abgestimmte Kette. 
  • Andrea Bocelli, Vivere – Live in Tuscany, PCM 5.1: Der Konzertbeginn mit dem klatschenden Publikum und den Pianoklängen wird mit gekonnter räumlicher Wirkung dargestellt. Das sensible instrumentale Abklingen, bevor Andrea seine Stimme erhebt, wird sehr schön zur Geltung gebracht. Als das blinde Ausnahmetalent dann zu singen beginnt, stellt der relativ kleine Center die vokalen Konturen so gut dar, dass man spontan annimmt, es würde sich um einen großen, voluminösen Centerlautsprecher handeln. Auch der Subwoofer setzt sich erneut erstklassig in Szene. Sein Tiefgang und seine Fähigkeit zur präzisen Staffelung sorgen für großes Hörvergnügen. Verschiedene tonale Anteile – feine Effekte, Pianoklänge, der kraftvolle, emotionale Bassbereich und die vielschichtige, charismatische Stimme Andreas – bringt das Chrono SL-Set hervorragend in Einklang.
  • Stirb Langsam 4.0, DTS-HD Master Audio: Im 5. Kapitel tobt der Kampf um die Wohnung von Matthew Farrell – mit allen Mitteln verteidigt der erfahrene Cop John McLane seinen „Schützling“, und da ist es kein Wunder, dass der Bleigehalt in dieser Sequenz Stirb-Langsam-typisch sehr hoch ist. Zum überwiegenden Teil geht dies allerdings auf Kosten der mit MPs ausgestatteten Killer von Thomas Gabriel. Die donnernden Salven kommen mit hoher Durchschlagskraft zur Geltung, es imponiert erneut das exzellente Zusammenspiel zwischen Frontlautsprechern und aktivem Subwoofer. Die deutlichen Dynamiksprünge stellen die Chrono-Boxen kaum vor Probleme. Als der Feuerlöscher explodiert, ist die Wucht der Detonation bis in die Magengrube spürbar. Kleinigkeiten wie das Wechseln des Magazins von McLanes Waffe werden ebenfalls sehr gut eingearbeitet. Die Stimmen der Akteure präsentieren sich als nahtlos eingeflochten, so dass ein kompletter, authentischer Klangeindruck garantiert ist. 
  • Iron Man, DTS-HD Master Audio: Effektgeladen donnert dieser Blockbuster über den Bildschirm – der Film ist bestens dazu geeignet, um zu überprüfen, ob sich die bislang getroffenen Feststellungen hinsichtlich der Performance des Canton-Systems nochmals bestätigen lassen. Und die Canton-Schallwandler enttäuschen im 6. Kapitel nicht – sie bauen einen nervenaufreibenden Spannungsbogen auf, indem sie die Mischung aus Effekten, Stimmen und Music Score sehr intensiv und umfassend konstruieren. Die massiven Explosionen überzeugen durch Nachdruck, Tiefgang und sauberen Aufbau. Für ein Standboxen-Set – also nicht die Kino-ideale Anordnung drei identischer Lautsprecher vorn – agiert das Chrono SL-Set vortrefflich, es wird eine in sich schlüssige Front- und Surroundklangkulisse geboten, die mit feinen Übergängen und viel Atmosphäre begeistern kann.

Das Chrono SL-Set und die HD-Tonformate

Das Chrono SL-Set ist exzellent geeignet, um die klanglichen Vorzüge der neuen Tonformate glaubhaft zu übermitteln. So wird der erweiterte Dynamikbereich mit Brillanz und Lebendigkeit wiedergegeben, ebenso erscheint der Hochtonbereich sehr offen und durchstrukturiert. Die erhöhte Präzision im Bassbereich nehmen die Canton-Schallwandler ebenfalls tadellos auf. Der Bass wirkt nachdrücklich, aber exakt, er hat Tiefgang und Stabilität. 

Lautsprecher in der Einzelkritik

Sorgt für glänzende Augen: AS225SC

"Kompakt, aber oho" - so kann man, kurz zusammengefasst, den Center charakterisieren

  • Canton Chrono SL590DC: Die Frontlautsprecher überzeugen durch die strafe Basswiedergabe, brauchen aber ganz weit unten den Support eines aktiven Subwoofers. Bis ca. 70 oder 80 Hz agieren die beiden 590er sehr gekonnt, darunter aber tut sich nicht mehr viel. Überragend sind die makellosen Übergänge zwischen Tiefton- und Mitteltonbereich. Die Mitten selber sind sehr fein strukturiert , dadurch sind die 590er in der Lage, Stimmen mit feiner Konturierung und gekonnter Platzierung im Raum abzubilden. Die dargestellte Räumlichkeit wirkt glaubwürdig und authentisch. Der Hochtonbereich zeigt sich in Topform – der Raum wird gut ausgeleuchtet und filigran abgestuft. 
  • Canton Chrono SL555 Center: Der relativ kleine Center darf keinesfalls unterschätzt werden, denn er bietet Dynamik und Sensibilität in toller Kombination. Er ist sogar in der Lage, eine ausgesprochen gute Effektwiedergabe, mit Punch und Verve, zu realisieren. Er erweist sich, wie die übrigen Komponenten auch, als überaus pegelfreudig. Erst im großen Hörraum ab ca. 30 Quadratmeter gerät er, bedingt durch das doch recht kleine Gehäusevolumen, bei großen Lautstärken an seine Grenzen. Bezüglich der tonalen Auslegung ist er exzellent auf die anderen Lautsprecher abgestimmt. 
  • Canton Chrono SL530 Surround: Die größeren Regallautsprecher aus der SL-Serie hinterlassen einen klanglich gediegenen und frischen Eindruck. Durch die hohe Impulstreue werden Effektkombinationen schnell und effektiv umgesetzt. Die Schaffung eines in Breite und Tiefe authentisch wirkenden Surroundpanoramas gelingt den Schallwandlern hervorragend. Dank der Fähigkeit zum feinen Detaillieren und der ausgezeichneten Pegelfestigkeit kann man sie z.B. im kleineren Appartement zusammen mit dem AS225SC als leistungsstarke 2.1 Lösung verwenden. 
  • Canton AS225SC aktiver Subwoofer: DIE Überraschung schlechthin – der Canton Subwoofer vollbringt Höchstleistungen in jeder Disziplin und dürfte in der Preisklasse bis 800 EUR nur wenige Gegner. Er kann alles – und alles sehr gut. Die Präzision ist enorm hoch, das Volumen gefällt, der Nachdruck ist immens und der Tiefgang enorm. Gerade in Anbetracht des Gehäuses werden hier Bestmarken gesetzt. Für Heimkinoliebhaber, denen eine geschliffene Optik nicht so wichtig ist: Für weniger Geld gibt es den talentierten Woofer in weniger aufwändigen Farbgebungen (graphit), hier kann man ca. 150 EUR sparen und sich vielleicht dafür gleich 2 dieser Top-Bassisten gönnen.

Kombinationsempfehlungen

Premium:

Oberklasse:

Gut und günstig:

Akustische Grundfaktoren in der Übersicht

• Tonalität: Mit fließenden Übergängen zwischen den Frequenzbereichen und einer feinen Ausbalancierung aller Frequenzbereiche wird eine ausgewogene, natürliche Tonalität erreicht. 
• Stimmwiedergabe: Stimmen gibt das SL-System lebendig und klar umrissen wieder. Faszinierend ist, wie präzise sich der Stimmkörper im Hörraum ausbreitet.
• Loslösung des Klangs vom Lautsprecher: Ausgezeichnet – sogar der relativ kompakte Center löst den Sound prima von der Box, und auch der Surroundbereich wird luftig und klar aufgebaut – nirgendwo „klebt“ der Klang an der Box. Nur deutlich teurere Systeme bieten hier noch mehr und verteilen den Klang völlig frei im Hörraum.
• Grob- und Feindynamik: Auch massive Dynamiksprünge werden tadellos gemanagt. Die enorme Impulstreue aller Komponenten ist Garant dafür. Feindynamisch operieren die Chrono SL-Boxen an der Klassenspitze. 
• Räumlichkeit im Front- und im Surroundbereich: Die Front-Klangkulisse erzeugt eine authentisch wirkende Räumlichkeit mit viel Gefühl für eine dreidimensionale Ausprägung. Im Surroundbereich ist die Räumlichkeit ebenfalls sehr gut – für Filmton-Liebhaber, die enorm oft Kinofilme anhören, zeigt sich aber, dass moderne hochklassige Dipole hier noch mehr Kino-Feeling entfachen können. 
• Pegelfestigkeit: Hervorragend - auch größere Hörräume können mit üppiger Lautstärke versorgt werden.
• Wirkungsgrad: Der Wirkungsgrad ist gut – aber man sollte doch einen relativ leistungsfähigen AV-Receiver einsetzen, um die Performance ausnutzen zu können. Sehr gute Vertreter der 500 bis 600 EUR-Liga reichen für eine Übergangszeit aus. 
• Aufstellung: Die Front-LS sollte man leicht, aber nicht übertrieben aufs Auditorium hin anwinkeln. Der Center sollte ebenfalls direkt in Richtung der Zuhörer weisen und sehr exakt mittig platziert werden. Der Abstrahlwinkel fällt für einen recht kleinen Center prima aus. Die Surrounds sollte man in Ohrhöhe und nicht direkt an der Wand (Bassreflexöffnung hinten) positionieren. 

Konkurrenzvergleich und absolute Einordnung

Teufel 5.2-LS-Set System 5 THX Select 2: Ein gleichermaßen harter wie preiswerter Konkurrent – durch die streng cineastische Auslegung mit drei identischen Front-LS und Dipolen für den Surroundbereich zusammen mit gleich 2 aktiven Bässen ist dieses Set für den Kinotonliebhaber nach wie vor unsere Top-Empfehlung. Geschliffener Musik hören lässt es sich hingegen mit den Canton Chrono SL – sie modellieren im Mitteltonbereich noch exakter und mit den beiden großen Standlautsprechern ist auch ein toller Stereo-Klanggenuss möglich. Insgesamt fällt auf, dass gemäß dem Preisklassenunterschied die Chrono SL-Schallwandler noch besser detaillieren. In den jeweiligen Preisklassen verdienen sich beide Sets eine dicke Kaufempfehlung. 
Nubert nuLine 5.1-Set 82/CS-42/DS-22: Für unter 2600 EUR stellt das Nubert-System eine exzellente Wahl für den Mehrkanal-Liebhaber dar, der nicht allzu viel Geld investieren und dafür alle Arten von Multichannel-Soundtracks, ganz gleich ob Film oder Musik, sauber und neutral wiedergegeben haben möchte. Zusammen mit der vorbildlichen Verarbeitung ist das nuLine-Set in seiner Preisliga kaum zu schlagen. Mehr kostet auch mehr, wie das Chrono SL-Set zeigt: Die Brillanz im Hochtonbereich ist noch deutlicher ausgeprägt, Stimmkörper haben noch mehr Kontur, und der Bass erscheint noch präziser. Aber – wenn man keinen aktiven Sub einsetzen will, bieten die nuLine 82 mehr Kraft. Insgesamt führt das nuLine 5.1 Set in überzeugender Manier vor, wieso Nubert nach wie vor besonders erfolgreich agiert. 
Canton Chrono 5.1-Set, bestehend aus Chrono 509 DC, Chrono Center 505, Chrono Regallautsprecher 502 und Aktivsubwoofer AS 525 DC: Das mit etwas über 2600 EUR deutlich preiswertere Set der Chrono-Serie (ohne “SL”) kann sich gegen die erstklassigen SL-Komponenten nur bedingt in Szene setzen. Zwar gefällt der klare Hochtonbereich, aber der Grundtonbereich ist weniger gekonnt ausgeprägt. Die gesamte Klangcharakteristik ist nicht so ausgewogen und in sich stimmig. Überragend agiert der kräftige aktive Subwoofer, der AS225SC erscheint uns aber noch präziser. 
Heco Celan 5.1-Mehrkanalset XT 701/XT Center 4/XT 301/Sub 32 A: Ganz anders ausgelegt als die Canton Chrono SL-Komponenten präsentiert sich zu einem Marktpreis von rund 3200 EUR das Heco Celan 5.1-Set. Es klingt weicher, sehr rund, enorm harmonisch – der Hochtonbereich ist eher samtig als strahlend. Gerade für Liebhaber klassischer Musik und üppig ausgeschmückter Opern und Operetten verdient sich das Celan-Ensemble eine besondere Empfehlung. Pegelfest sind die Heco-Boxen allesamt – wenngleich nicht ganz der Level der SL-Schallwandler erreicht wird, Center und Surrounds streichen etwas früher die Segel. 
• Pegelfreunde und Nachdruckliebhaber aufgepasst: Klipsch hat hier das Maß aller Dinge am Start. Die Frontlautsprecher Klipsch RF-83 für 950 EUR/Stück, der Centerlautsprecher Klipsch RC-64 für 750 EUR/Stück, der Dipollautsprecher RS-62: für 850 EUR/Paar, die Surround Back/Regallautsprecher RB-61 für 500 EUR/Paar und der aktive Subwoofer RW-10D für 499 EUR/Stück macht einen Gesamtpreis: 4998 EUR für ein 7.2 Set – mehr Power und unbändige Energie für weniger Geld ist kaum zu bekommen. So manierlich und geschliffen wie das Chrono SL-Set, das in 7.2 Konfiguration (4 x SL520, 2 x AS225SC) auf ca. 5300 EUR käme, spielen die US-Boxen nicht, dafür aber geht es immer mit einem Nachdruck voran, der einem die Tränen in die Augen treibt. Kultivierte Musikliebhaber, die auch einmal gern kraftvoll Filme verfolgen, greifen daher zum Chrono SL-Set, Freude einer massiven, vor Energie strotzenden, enorm effektreichen Darstellung nehmen die Klipsch Reference-Serie.
• Sehr harte Konkurrenz stellt das 5.1-Set der Silver RX-Serie von Monitor Audio dar. Der britische Subwoofer brilliert auch durch Tiefgang und Nachdruck, dabei bleibt er stets präzise. Die enorme Detailauflösung der Frontlautsprecher ist ebenso beispielhaft wie die Hochtonwiedergabe - dafür schlagen die Chrono SL-Komponenten bei der noch etwas homogener wirkenden Front-Klangkulisse zurück, zudem ist der Grundtonbereich noch etwas differenzierter aufgebaut - bilanzierend ein "Patt" und zudem Geschmackssache, wenn man das Monitor Audio-Set so kauft, wie wir es getestet haben, arbeiten Dipole im Surroundbereich. Diese erzielen eine überragende Räumlichkeit, sind aber prinzipbedingt nicht ganz so präzise wie Direktstrahler.  

Wozu mehr investieren?

Enorm teure Lautsprecher-Sets, die preislich deutlich über dem Canton-Ensemble liegen, bieten in folgenden Punkten mehr:

• Auflösungsvermögen im Hochtonbereich
• Ausformung kleiner vokaler Charakteristika
• Pegelfestigkeit im großen Hörraum
• 3D-Struktur im Bassbereich
Für sehr viele, auch anspruchsvolle, Anwender wird das, was das SL-Set bietet, mehr als ausreichend sein, vor allem sollte man eines bedenken: Um die Benefits teurerer Systeme wirklich nutzen zu können, sollte man über die entsprechenden Rahmenbedingungen verfügen. Diese sind:
• Akustisch optimierter Raum (auch beim Einsatz von günstigeren Systemen ab ca. 1500 EUR sehr sinnvoll, bei teuren Boxensets aber Pflicht)
• Entsprechend hochwertige Elektronikkette
• Das Vermögen, durch empirische Erfahrung extrem sensibel hören zu können
• Eine exakt eingemessene Anlage

Insgesamt kann gesagt werden, dass das Chrono SL-Set ausgesprochen viel Gegenwert fürs investierte Geld bietet und problemlos mit einer hochwertigen Elektronikkette zusammen arbeiten kann. 

Fazit Klang

Mit exzellenten Leistungen in allen Disziplinen präsentiert sich das Chrono SL-Set als Universalist für alle Fälle. Ganz gleich, ob Klassik, Techno oder Filmton, durch die neutrale, dynamische, gleichzeitig aber fundierte Auslegung kann man mit dem Kauf des 3800 EUR kostenden Ensembles kaum etwas falsch machen. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.

Gesamt-Fazit

Cantons Erfolgs-Set - das Chrono SL-Ensemble brilliert in der Oberen Mittelklasse

Eine reife Leistung – so kann man das Chrono SL 5.1-Set in drei Worten charakterisierend zusammen fassen. Der klare, reife, gleichzeitig aber nie langweilige, sondern lebendige und emotionale Klang begeistert ebenso wie die hohe Pegelfestigkeit, die das Ensemble auch für den Einsatz in größeren Lokalitäten zu einer verheißungsvollen Alternative macht. Der kompakte aktive Subwoofer ist besonders hervorzuheben, denn bei diesem kraftvollen Bassisten sollte man sich nicht von den eher durchschnittlichen Werks-Leistungsdaten täuschen lassen: Er hat es faustdick hinter den Ohren oder, besser ausgedrückt, hinter dem hochsoliden MDF-Gehäuse. Ganz gleich, ob Tiefgang, Nachdruck oder Präzision gefragt sind, der AS225SC brilliert in jeder Disziplin – und das zum sehr günstigen Kaufpreis. Allen Canton-Komponenten gemein ist die edle Verarbeitung, gerade in Hochglanz-Weiß wird das Set so zum schmückenden Element auch in der anspruchsvollen Wohnlandschaft.

Canton agiert meisterlich – das Chrono SL 5.1-Set tritt mit exzellenter akustischer Performance und Maßstäbe setzender Verarbeitung wie ein echter Champion auf

Lautsprechersysteme Obere Mittelklasse Preisklasse bis 5000 EUR
Test 26. Oktober 2009

+ Erstklassiges räumliches Abbildungsvermögen
+ Brillanter Hochtonbereich
+ Sehr gut eingebundener und ausgezeichnete strukturierter Mtteltonbereich
+ Mit AS225SC zusammen enorme Bassperformance
+ Sehr pegelfest
+ Handwerklich überragende Verarbeitung
+ Fairer Kaufpreis

- Für hohe Leistungsfähigkeit im Bassbereich wird der AS225SC auf jeden Fall benötigt 

Text: Carsten Rampacher
26. Oktober 2009

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