XXL-SPECIAL: Die von AREA DVD getesteten AV-Receiver und -Verstärker im Vergleich

31.12.2009 (cr)

Einführung

Die Suche nach dem richtigen AV-Receiver oder -Verstärker kann zum zeitraubenden Unterfangen ausarten. Zum einen gibt es viele verlockende Offerten, zum anderen sind schon profunde Kenntnisse der aktuellen technischen Trends notwendig, um letzten Endes zu der Erkenntnis zu gelangen, welches Gerät genau die richtige Komponente für die eigenen Ansprüche ist. Um die Entscheidung etwas zu erleichtern, bieten wir Ihnen in diesem Special einen Vergleich aller bei uns in der letzten Zeit getesteten und für den Markt relevanten AV-Receiver und AV-Verstärker an. Wir wissen durchaus, dass dieses Special eine Preisspanne von knapp 300 bis rund 7000 EUR abdeckt - aber es ist auch nicht die Aufgabe des gleich folgenden Textes, festzustellen, dass der 5500 EUR AV-Verstärker besser klingt als das 500 EUR Volumenmodell. Vielmehr ist alles eine Frage der Ansprüche, die der individuelle Interessent an sein neues Gerät stellt.  Und genau das - was den Kunden fürs investierte Geld erwartet und wann es sinnvoll ist, ein günstigeres oder auch teureres Exemplar zu wählen, soll dieses Special verdeutlichen. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen. 

Die richtige Preisklasse und die geeigneten Rahmenbedingungen

Wichtig ist vor der Wahl des geeigneten AV-Receivers oder -Verstärkers folgendes:

  • Der ins Auge gefasste AV-Receiver oder AV-Verstärker sollte von der Preisliga her zu den anderen Komponenten der Kette passen. Eine AV-Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Dabei sollte man sich nicht vordergründig von der schieren Preisklasse blenden lassen, sondern in der Praxis überprüfen, ob sich z.B. Lautsprechersystem und AVR auch performancemäßig gut ergänzen. 
  • Wichtig ist, ob die bereits vorhandenen Zuspieler und zukünftig geplante Anschaffungen bei Quellgeräten bezüglich des gewünschten Anschlusses Platz am neuen AV-Verstärker oder -Receiver finden. 
  • Gerade dann, wenn man einen teuren AV-Receiver oder -Verstärker kaufen möchte, sollte man sich Gedanken darüber machen, den Hörraum akustisch zu optimieren, um die klanglichen Qualitäten voll zum Ausdruck bringen zu können.
  • Qualität vor Schnäppchenpreis: Gerade ein beratungsintensives Produkt wie ein hochkomplexer AV-Verstärker oder -Receiver sollte beim Fachhändler und nicht beim Niedrigstpreis-"Kistenschieber" erworben werden, damit eine qualifizierte After Sales-Betreuung bei etwaigen Problemen gewährleistet ist. 
Der große Vergleichstest

Pioneer VSX-819 (Marktpreis rund 330 EUR, UVP 399 EUR)

VSX-819

Lediglich als 5.1 AV-Receiver tritt der Pioneer VSX-819 auf. Allerdings ist der 919 kaum teurer, dafür sehr deutlich besser. Überall präsentiert sich der 819 als deutlich abgespeckt – er bietet weniger akustische Ausstattung als der 919, bringt nur ein einfacheres MCACC Einmesssystem mit und besitzt weniger Pegelfestigkeit sowie grob- und feindynamische Fähigkeiten. Das gesamte Bedienkonzept ist sehr viel schlichter – das sehr moderne GUI und die sehr gute Fernbedienung sind nur dem 919 eigen. 

Onkyo TX-SR507 (Marktpreis rund 270 EUR, UVP 399 EUR)

Onkyo TX-SR507

Der kleine Onkyo AV-Receiver ist für Einsteiger eine ideale Wahl. Er ist leicht bedienbar und dadurch schnell betriebsbereit. Akustisch werden die Ansprüche, die der ambitionierte Einsteiger stellt, in allen Belangen deutlich übertroffen. Natürlich darf man nicht erwarten, einen großen klanglichen Benefit bezüglich der klanglichen Darstellung der aktuellen HD-Tonformate zu erhalten – aber recht kraftvoll und kultiviert klingt der Onkyo auf jeden Fall. Hinzu kommt, dass es zum schmalen Preis keinesfalls an guter Ausstattung mangelt. Ein ordentlich arbeitendes Einmesssystem vom Audyssey ist ebenso dabei wie Audyssey Dynamic EQ und Dynamic Volume. Sogar vier HDMI-Eingänge sind mit an Bord, sehr gut für die Preisklasse, gerade bezogen auf den Marktpreis. Videoseitig darf nicht viel erwartet werden – 1080p/24 Hz- Signale werden anstandslos durchgeschliffen, das war es dann aber auch. 

Pioneer VSX-919 (Marktpreis rund 400 EUR, UVP 499 EUR)

Gleichen sich optisch nahezu vollständig: VSX-919 (unten) und 1019 (oben)

Meister der üppigen akustischen Ausstattung – mit dem besten Einmessystem in diesen Preisregionen und mit dem sehr guten Neural Stereo-to-Surround-Decoder (mittlerweile nicht mehr zu THX gehörig) macht der 919 auf sich aufmerksam. Top ist auch der Advanced Sound Retriever, der eine überraschende Klarheit aus stark komprimierten Musikdateien holt. Maßstäbe setzt auch Pioneers iPod-Integration – wegen der kostengünstigen Realisierung mittels eines speziellen Kabels. Teure Docks wie bei Onkyo, Yamaha oder Denon müssen demnach nicht angeschafft werden, in diesen Preisregionen, in denen gern jeder Euro umgedreht wird, ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Videoseitig wird bis auf eine Durchleitung von 1080p/24 Hz-Signalen nichts geboten. Wer hier mehr möchte, muss zum deutlich kostspieligeren VSX-1019 greifen.

Onkyo TX-SR607 (Marktpreis rund 380 EUR, UVP 599 EUR)

Onkyo TX-SR607

Der etwas teuere 607 ist dem reinen Einstiegssegment schon beinahe entwachsen. Dies macht besonders der gelungene, überraschend detailreiche und nachdrückliche Sound deutlich. Er agiert hörbar detaillierter als der kleinere 507, in der Pegelfestigkeit sind ebenfalls Differenzen hörbar, sie fallen aber relativ gering aus. Wer mit seinem AV-Receiver in sehr hoher Güte Stereo hören möchte, sollte sich aber weder an den 607 noch an den 507 wagen – hier ist eine separate Stereokette zusätzlich eine Option. Die Videoqualitäten sind absolut betrachtet bescheiden, es ist nur eine Upconversion auf bis zu 1080i möglich. Die Skalingqualität ist voll befriedigend. Wählt man 720p als Ausgabeformat, erzielen De-Interlacer und Scaler befriedigende Ergebnisse. Wie auch beim kleineren 507 gibt es keinerlei Netzwerkfunktionalitäten. 

Denon AVR-1910 (UVP 499 EUR)

Denon AVR-1910

Denon ist im Moment gut in Form – das merkt man auch am preiswerten 1910 sehr gut. Er klingt sehr kraftvoll und agiert zudem beinahe so pegelfest wie der Onkyo TX-SR607.  Dafür erscheint der Denon noch eine Idee homogener und erfreut durch eine besonders gute Front-/Surroundbalance.  So neutral und frisch wie der Yamaha RX-V765 spielt aber auch der Denon nicht. Dafür setzt er sich mit der überzeugenden Videoperformance zusammen mit dem Yamaha an die Klassenspitze – beide preiswerten AV-Receiver beherrschen eine gute Upconversion auf 1080p, die dem versierten Aufsteiger, der einen ordentlichen 37- oder 42-Zöller Flat-TV einsetzt, genügen dürfte. Netzwerkfunktionalitäten finden sich keine, dafür ist ebenso wie beim Onkyo TX-SR507 Dolby Pro Logic IIz am Start. Wirklich brauchen tut diese neue Spielvariante aber  niemand, denn der relativ bescheiden-subtil ausfallende Effekt bezüglich der Weitung der Front-Effektkulisse kann durchaus vernachlässigt werden. Wie es besser geht, zeigen Yamaha und Audyssey (DSX).

Yamaha RX-V765 (Marktpreis rund 530 EUR, UVP 549 EUR)

Yamaha RX-V765

Wenn es darum geht, einen Standard in der 600 EZUR Liga zu definieren, kommt der Yamaha den geforderten Idealwerten verdächtig nahe. Neutral und gleichzeitig dynamisch und lebendig klingend, verleiht er selbst aktuellen HD-Tonspuren ein gepflegtes akustisches Gewand. Detailreichtum und Klarheit sind für ein so preisgünstiges Gerät frappierend. Für alle herkömmlichen Tonformate stehen Yamahas exzellente DSP-Programme zur Verfügung, besonders hervorzuheben sind die erstklassigen Cinema DSPs. Das Einmesssystem zickt ab und zu, wenn im Surroundbereich Dipole verwendet werden – ansonsten überzeugt es durch stimmige Resultate. Die Videosektion ist umfassend ausgestattet und offeriert eine überzeugende Qualität – ohne Zweifel, der 765 ist ein echter Top-Kandidat. 

Sony STR-DN1000 (Marktpreis rund 520 EUR, UVP 649 EUR)

Sony STR-DN1000

Optisch sehr edel tritt der formschöne Sony STR-DN1000 auf. Auch die klanglichen Fähigkeiten überzeugen auf der ganzen Linie. Er fühlt sich seine tonale Auslegung betreffend ebenso wie die Yamaha Vertreter der klanglichen Neutralität verpflichtet. Grob- und auch feindynamisch werden sehr gute Leistungen erzielt, die nur knapp hinter der Performance des Yamaha RX-V765 liegen. So angenehm und homogen wie ein Onkyo TX-SR607 oder ein Denon AVR-1910 klingt er aber nicht, die enorm kraftvolle Dynamik eines Pioneer VSX-919 oder VSX-1019 geht ihm ebenfalls ab. Auch gibt es Abzüge für das unbefriedigende automatische Einmess- und Room EQ-System. Den Sony pegelt man lieber konventionell von Hand ein. Auch videoseitig zeigt sich Nachholbedarf – nur 1080i-Signale können maximal ausgegeben werden. Wie bei allen anderen Receivern dieser Preisregionen ist der Sony ausschließlich in der Lage, analog eingehende Videosignale hochzukonvertieren. 

Pioneer VSX-1019 (Marktpreis 650 EUR, UVP 799 EUR)

Gefällige Erscheinung - der Pioneer VSX-1019 (oben)

Gegenüber dem VSX-919 fällt der Aufpreis für den Pioneer VSX-1019 recht happig aus. Der Mehrwert liegt ausschließlich in den erweiterten Videomerkmalen und in einem weiteren HDMI- und einem koaxialen Digitalanschluss. Die Upconversion eingehender analoger Film-Signale auf 1080p erledigt der 1019 souverän – nur Videomaterial mag der De-Interlacer nicht besonders. Klanglich befindet sich der 1019 auf dem Level des kleineren 919. 

Yamaha RX-V1065 (UVP 850 EUR, Marktpreis um die 730 EUR)

Yamaha RX-V1065

Klanglich neutral ausgelegt und sehr pegelfest, präsentiert sich der 1065. Er legt im Hinblick auf die erzielbaren Pegel noch eine Schippe drauf gegenüber dem kleineren 765 und spricht daher diejenigen Anwender an, die eine kostengünstige Schaltzentrale für den „richtigen“ Heimkinobetrieb im dedizierten Heimkinoraum suchen. Ansonsten ist schon der 765 so gut, dass man kaum Vorteile für den 1065 ausfindig machen kann- Minimal mehr Detailreichtum bei der Wiedergabe der aktuellen HD-Tonformate ist auszumachen – das ist alles. Bezüglich der Video-Performance herrscht Gleichstand mit dem 765. Das gilt auch für die beispielhafte DSP-Sektion. Netzwerkfunktionen finden sich, ebenso wie beim 765, keine. 

Onkyo TX-NR1007 (UVP 1499 EUR, Marktpreis um 1250 EUR)

Onkyo TX-NR1007

Nur auf den ersten Blick erscheint der TX-NR1007 teuer, wer sich das fürs Geld geschnürte Ausstattungspaket anschaut, wird sich verwundert die Augen reiben, denn es fehlt an nichts. Wie auch die größeren Geschwister TX-NR3007 und TX-NR5007 sind 9 Endstufen und 2 Vorverstärkerausgänge für den Anschluss aktiver Subwoofer vorhanden.  THX Ultra 2 Plus mit THX Loudness Plus ist ebenso mitt an Bord wie Audyssey DSX und selbstverständlich Dolby PLIIz. Auch das bewährte und aufwändige Audyssey MultEQ XT Einmess- und Room EQ-System fehlt nicht. Mit brillantem inneren Aufbau und üppig bestückten Anschlüssen trumpft der 1007 ebenso auf wie mit einem sehr reichhaltigen Video-EQ, der sogar ISF-Presets bereit hält . Neue Maßstäbe bezüglich der Verarbeitung eingehender Videosignale (analog und digital eingehende Signale können bearbeitet werden) setzt der Onkyo aufgrund des bei diesem Modell verbauten etwas betagten Faroudja Chipsatzes aber keine neuen Maßstäbe. Dies überlässt er dann seinen größeren Geschwistern TX-NR3007 und TX-NR5007, die beide natürlich ebenfalls mit einem THX Ultra 2 Plus Zertifikat aufwarten können. Klanglich zeigt sich der Onkyo recht neutral ausgelegt – mit einem leichten Hang zum Seidigen, Schönen im Hochtonbereich. Gerade der 5007 führt diese Tendenz sehr deutlich und sehr angenehm weiter fort. Die Pegelfestigkeit des 1007 ist tadellos, hier bietet auch der 3007 kaum mehr. Wer noch höhere Pegel fährt, sollte daher gleich zum TX-NR5007 greifen. Bezüglich der Netzwerkfunktionen ist schon der 1007 gut ausgestattet. Als Plattformen für den Genuss von Internet Radio stehen vTuner und last.fm zur Verfügung. Datenstreaming vom PC ist ebenfalls möglich. MP3-/FLAC-/WMA-Audiodateien konnten ohne Schwierigkeiten wiedergegeben werden. Die Integration ins kabelgebundene Netzwerk (Wirelessmodul ist nicht mit eingebaut, gilt auch für 3007 und 5007) erfolgt einfach und unproblematisch. 

Yamaha RX-V3900 (UVP 1799 EUR, Marktpreis um 1500 EUR)

Yamaha RX-V3900

Der Sieger unseres diesjährigen AV-Receiver-Mastertests kann sich nach wie vor gut behaupten – akustisch ist er neutral und natürlich ausgelegt und führt damit die aktuelle Yamaha Soundlinie, die sich sowohl in den kleineren als auch in den größeren Modellen zeigt, nahtlos fort. Sogar im Stereobetrieb begeistert der 3900 – hier ist selbst der Unterschied zum teureren AV-Verstärker DSP-Z7 gering. Das leistungsfähige YPAO Einmesssystem kann sich problemlos mit Audyssey MultEQ XT m essen und muss sich nur dem erstklassigen Pioneer YPAO im VSX-LX82 geschlagen geben Die Videosektion liefert ein sehr gutes Hochkonvertieren auf 1080p – hier muss sich der 3900 aber mittlerweile dem Onkyo TX-NR3007 geschlagen geben, der zudem einen sehr aufwändigen VideoEQ anbietet. Der Yamaha muss bezüglich eines Video-EQs passen. Aufgrund der Tatsache, dass der RX-V3900 schon länger auf dem Markt ist, fehlt Dolby Pro Logic IIz – kein echter Verlust, da Yamahas „Front Presence“ Technologie ein ähnliches Ziel verfolgt und dies qualitativ deutlich besser verwirklicht. 

Onkyo TX-NR3007 (UVP 1799 EUR, Marktpreis rund 1370 EUR)

Onkyo TX-NR3007

Für Liebhaber hochwertiger Videosignalverarbeitung ist der 3007 klar die bessere Wahl, der Aufpreis ist gut angelegt, gerade wenn man die geringe Differenz der Marktpreise bedenkt. Anstatt des Faroudja Chips erhält man den hochwertigen Silicon Optix Reon Videoprozessor, der wesentlich leistungsstärker und freizügiger bezüglich der Programmierung ist. Den Top Video-EQ erhält man hier selbstverständlich ebenso wie beim 5007, auch ISF Presets fehlen nicht. Der saubere innere Aufbau ist ebenso wie beim 1007 sehr zu loben. Einen massiven Ringkerntrafo findet man aber erst im 5007. Trotzdem weisen die Endstufeneinheiten des 3007 geringfügig mehr Leistung auf als die des 1007, eine Differenz, die man in der täglichen Hörpraxis aber getrost vergessen kann. Wichtiger sind da der zusätzliche HDMI-Anschluss (gegenüber dem 1007) sowie ein USB-Terminal für Audiodaten. Netzwerkmäßig weist der 3007 keine erweiterten Funktionalitäten auf. 

Denon AVR-4310 (UVP 1999 EUR)

Denon AVR-4310

beiden Onkyos und dem Pioneer VSX-LX82 bezieht der AVR-4310 aus dem Hause Denon Stellung. Er klingt ungemein kultiviert und kräftig, erst im Vergleich mit Onkyo TX-NR5007 und dem „großen Bruder“ AVR-4810 wird deutlich, dass auch noch mehr geht. Aber wohl kaum für den bescheidenen Kaufpreis des 4810 – klanglich erwachsenes Auftreten geht hier einher mit einem prallen Ausstattungspaket inklusive gelungener Audysssey DSX-Implementierung, Audyssey MultEQ XT als Einmesssystem und umfangreichen Netzwerkfunktionen, die durch Leistungsstärke und problemloses Handling überzeugen, einher. Nur das Wireless-Modul, beim 4306 noch mit an Bord, ist nur noch beim 4810 zu finden. Der 4310 ist somit werksseitig nur für die Einbindung in kabelbasierte Netzwerke gerüstet. Dem Erfolg der Denon AV-Schaltzentrale dürfte dies aber kaum Abbruch tun, da auch die sehr hohe Qualität bei der Upconversion von Film- und Videomaterial zu loben ist. Leider hält die grafisch sehr schöne und moderne Bildschirm-Benutzeroberfläche keinen so ausführlichen Video-EQ wie die Onkyo Armada bereit. 

Pioneer SC-LX82 (UVP 2299 EUR)

Pioneer SC-LX82

Kein anderer AV-Receiver dieser Preisregionen macht den Begriff Grobdynamik greifbarer als der äußerst pegelfeste VSX-LX82 mit THX Ultra 2 Plus Lizenz. Ein sattes, kräftiges Fundament und ein prägnanter Hochtonbereich rahmen klar verständliche Mitten ein. Das enorm leistungsfähige Einmess- und Room EQ-System MCACC verwöhnt auch anspruchsvolle Anwender mit exzellenten Einstellmöglichkeiten für die Feinjustage. Wer einen mit PQLS (Precision Quarz Locking System) ausgestatteten Pioneer-Zuspieler (z.B. BDP-LX52) hat, darf sich auf eine besonders präzise, weil jitterfreie Stereo-Signalübertragung freuen. Mit zeitgemäßen Netzwerkfunktionen ist der Pioneer ebenfalls ausgestattet. Im Gegensatz zum Susano SC-LX90 verfügt der SC-LX82 auch über die Möglichkeit, auf die zahlreichen Stationen des Internet Radio zuzugreifen. Wie beim SC-LX90 ist das Datenstreaming von Home Servern oder PCs im Netzwerk dank der einfachen Bedienung ohne Probleme möglich. Audio/Foto/Video-Daten können gestreamt werden. Fünf HDMI-Eingänge sind das Minimum, was heute in dieser Preisklasse verlangt wird. Die Videosektion präsentiert sich als ausreichend leistungsstark, setzt aber keine neuen Glanzlichter. 

Onkyo TX-NR5007 (UVP 2499 EUR, Marktpreis rund 1990 EUR)

Onkyo TX-NR5007

Wer eigentlich einen AV-Boliden kaufen möchte, aber die Investition dafür scheut, darf sich, wenn man sich den inneren Aufbau genau anschaut, auch gern für den Onkyo TX-NR5007 entscheiden. Dessen innerer Aufbau wirkt sogar noch gediegener und sorgsamer als beim Denon AVR-4810. Mit grandioser Pegelfestigkeit, sehr fein dosierter Räumlichkeit und einer gelungenen Audyssey DSX Integration (klingt noch räumlicher und intensiver als bei 1007 und 3007, beinahe so gut wie beim Denon AVR-4810) spricht der 5007 den modernen Surroundliebhaber voll an. Wie beim 3007 begeistern auch Netzwerkeinbindung und Videosektion mit beispielhaftem Video-EQ. Bezüglich der Netzwerkqualitäten wird aber das Streaming von Video- und Fotodateien vom PC oder Home Server vermisst. Sehr üppig ist die Bestückung mit HDMI-Anschlüssen (insgesamt 7, 6 hinten, einer vorn). Zudem findet sich vorn und hinten je ein USB-Anschluss. 

Yamaha DSP-Z7 (UVP 2499 EUR, Marktpreis rund 2350 EUR)

Yamaha DSP-Z7

Schon eine Weile auf dem Markt ist der DSP-Z7 aus dem Hause Yamaha – allerdings ist das formschöne und hochwertig verarbeitete Gerät weit davon entfernt, zum alten Eisen zu gehören. Die für aktuelle Yamaha-Geräte typische, neutrale Auslegung findet sich auch beim DSP-Z7, der als AV-Verstärker und nicht als AV-Receiver auftritt. Ein interner analoger Radiotuner ist demnach nicht mit an Bord. Dafür darf man sich über gleichermaßen sorgfältig gestaltete wie zahlreich vertretene DSP-Programme freuen. Besonders die Cinema-DSPs bieten wirkungsvolle Optimierungsmöglichkeiten im Detail. Im Vergleich zum günstigeren AV-Receiver Yamaha RX-V3900 bietet der DSP-Z7 klanglich mehr Detailtreue, mehr Punch und mehr Grobdynamik. Im Vergleich zum größeren DSP-Z11 fällt dann aber auf, dass nochmals mehr geht: Subtile Einzelheiten zeichnet der DSP-Z11 besser durch, der „Große“ ist nochmals pegelfester und meistert spontane Dynamiksprünge nochmals souveräner. Hinsichtlich der Netzwerkfunktionalitäten bietet der DSP-Z7 eine problemlose Einbindung in kabelbasierte Netzwerke und kann auf Audiodateien vom PC ebenso zugreifen wie auf Sender des Internet Radio. Die exzellente Videosektion bietet bei der Upconversion von Film- und Videomaterial noch mehr Stabilität und Bildtiefe als der RX-V3900. Hier wird beinahe die Güte von Denon AVR-4810 und Onkyo TX-NR5007 geboten. Der 4810 allerdings realisiert ein noch minimal schärferes Bild, der 5007 gefällt mit dem umfangreichen Video-EQ, hier muss der DSP-Z7 leider passen. 

Denon AVR-4810 (UVP 2999 EUR)

Denon AVR-4810

Maßstäbe in der Liga bis 3000 EUR setzt derzeit der Denon AVR-4810. Mit exzellenter Grob- und Feindynamik wird er beinahe schon dem AVC-A1HDA gefährlich, der allerdings mit nochmals deutlich höherer Pegelfestigkeit und noch mehr Präzision im Detail kontert. Trotzdem – wir kennen keinen anderen 3000 EUR AV-Receiver, der so gekonnt die Vorzüge moderner HD-Tonspuren zum Ausdruck bringt. Zudem überzeugt auch die Videosektion absolut – das stabile, detailreiche Bild und die neutrale Farbwiedergabe beweisen, dass die Upconversion des 4810 deutlich besser ist als die vieler BD-Player. Und selbst dann, wenn stark komprimiertes Musikdateimaterial via Internet Radio oder iPod angeliefert wird, schlägt die große Stunde des 4810: der „Compressed Music Restorer“ sorgt für lebendigen, frischen Klang und eine erstaunliche Präzision. Effekt-Fans dürfen sich über die derzeit wohl beste Audyssey DSX-Integration freuen – räumlich und intensiv erfolgt die Wiedergabe. Die umfangreichen Netzwerkfunktionen sind einfach zu bedienen, zusätzlich zu Internet Radio und Streaming von Audiodateien beinhaltet das Denon Ausstattungspaket auch das Streaming von jpeg-Bilddateien. 

Sony STR-DA6400ES (Marktpreis 2200 EUR, UVP 2999 EUR)

Sony STR-DA6400ES

Sony is back – dies beweist kaum ein anderes Gerät derzeit so gut wie der leistungsfähige 6400er. Mittlerweile muss er sich nach großer Schlacht zwar dem neuen Champion Denon AVR-4810 geschlagen geben – für Multimediafans ist das Netzwerktalent aus dem Haus Sony aber nach wie vor erste Wahl, denn es können sogar Videodateien gestreamt werden. Zudem sprechen günstige Marktpreise für den sauber aufgebauten Sony. Die gesamte Netzwerkeinbindung, zu der auch die Nutzung von Internet Radio gehört, ist zudem dank der grafisch ansprechenden Bildschirm-Benutzeroberfläche sehr einfach. Lebendig und dynamisch geht der Sny klanglich zur Sache. Die Pegelfestigkeit ist überragend, nur den Denon AVR-4810 und den Onkyo TX-NR5007 muss der Sony knapp ziehen lassen. Dank gleich zwei Faroudja Videprozessoren ist die Videosignalverarbeitung bezüglich der Qualität sehr gut – die Video-Ausstattung ist gemessen an heutigen Maßstäben aber eher dürftig. Und da wir gerade schon dabei sind, Kritik anzubringen: Das eingebaute automatische Einmess- und Room EQ System ist nicht gerade der Weisheit letzter Schluss. Hier hinkt Sony der Konkurrenz deutlich hinterher. Audyssey DSX und Dolby Pro Logic IIz fehlen an Bord. 

Yamaha DSP-Z11 (UVP 5499 EUR)

Klanglich spielt der große Yamaha unangefochten in der Bolidenliga, daran ändert auch die Tatsache nichts, dass er schon eine geraume Zeit auf dem Markt ist. Immer noch bietet er die leistungsstärksten DSP-Programme aller uns bekannten Consumer-Komponenten. Immer noch ist seine Videosektion bei der Upconversion von 576i Signalen auf 1080p eine der besten, die es gibt. Selbst die beiden deutlich teureren Denon und Pioneer Boliden, die anschließend vorgestellt werden, erzielen nur wenig bessere Ergebnisse. Was die Pegelfestigkeit angeht, setzt sich der DSP-Z11 auch vom Denon AVR-4810 und vom Onkyo TX-NR5007 souverän ab. Auch die Differenz zum Denon AVC-A1HDA fällt – allerdings zu Gunsten des Denon – gering aus. Der Pioneer Susano SC-LX90 allerdings spielt in einer eigenen Liga. Den harmonischen, perfekt ausbalancierten Sound des Denon AVC-A1HDA kann der Yamaha nicht offerieren – er klingt etwas kühler, analytischer und kommt daher dem klassischen HiFi-Ideal recht nahe. „From HiFi to Surround“ – mit dem DSP-Z11 nur ein Katzensprung. Top: GUI und die einfach bedienbaren Netzwerkfunktionen. Leider können nur Audiodateien gestreamt werden. 

Denon AVC-A1HDA (UVP 6499 EUR)

Denon AVC-A1HDA

Wozu soll man bei der Performance, die heute schon Modelle der 3000 EUR-Liga an den Start bringen, und in Anbetracht der Tatsache, dass Yamaha für 5500 EUR (UVP) mit dem DSP-Z11 bereits einen sehr leistungsstarken AV-Boliden im Programm hat, nochmals mehr Geld in die Hand nehmen? Wer sich einige Tage mit dem AVC-A1HDA beschäftigt hat und nicht besonders auf die Höhe der finanziellen Investition für den neue AV-Verstärker achten muss, weiß, warum: Gerade dann, wenn man im Zusammenspiel mit dem DVD-A1UD das aktuelle Denon Link 4th zur perfekten Übertragung von HD-Tonspuren von BDs in Aktion erlebt, wird man begeistert sein vom großartigen Detailreichtum und der enormen, subtil sowie dicht vorgetragenen Räumlichkeit. Der Mehrwert des AVC-A1HDA stellt sich einfach in einer extrem hohen Souveränität in jeder Beziehung dar. Ein solcher Großmeister braucht gar kein PLIIz oder Audyssey DSX – er entfaltet schon im normalen, hinlänglich bekannten 7.1 Betrieb eine Kino-gemäße Atmosphäre, die auch versierte Anwender schier begeistern wird. Homogen und harmonisch abgestimmt, kann man dem sehr solide und langlebig konstruierten Denon stundenlang zuhören – gern auch bei hohem Pegel. Zeitgemäße und sehr gut integrierte Netzwerkfunktionen, zu denen Audio/Foto-Streaming und Internet Radio gehören, sind ebenso selbstverständlich wie eine Top-Videosektion mit Silicon Optix Realta T2 Chip und eine sehr attraktive Benutzeroberfläche. 

Pioneer Susano SC-LX90 (UVP 6999 EUR)

Pioneer SC-LX90 "Susano"

Wenn sich Darth Vader einen neuen AV-Verstärker kaufen würde – seine Wahl fiele auf den SC-LX90, der schon optisch tief beeindruckt. Sein formal sehr sauber in die Frontblende integriertes Display arbeitet wie ein kleiner LCD-Monitor und zeigt somit das komplette GUI an. Die Auflösung ist in Ordnung, für heutige Verhältnisse aber nicht perfekt. Ob akustisch oder videoseitig – man weiß nicht, wo man im Hinblick auf die zahlreichen Superlative, die der Susano offeriert, anfangen soll. Seine Endstufen bieten eine Pegelfestigkeit, die auch manche leistungsstarke Vor-/Endstufenkombination nicht erreicht – moderner Digitaltechnik sei Dank. Das Synthetische, Indifferente, welches praktisch alle bisherigen digitalen Verstärkereinheiten an den Tag legten, ist dem SC-LX90 fremd. Er spielt emotional, grob- wie auch feindynamisch auf höchstem Level und lässt nicht einmal im Ansatz Schwächen durchscheinen. Im Vergleich mit dem AVC-A1HDA aus dem Hause Denon agiert er nicht ganz so harmonisch und ausbalanciert, bietet dafür aber noch mehr Dynamik. Das Einmesssystem YPAO in seiner höchsten Ausbaustufe, wie es beim SC-LX90 zum Einsatz kommt, ist nicht mehr und nicht weniger das leistungsfähigste Exemplar seiner Gattung, das derzeit in einem Consumergerät verbaut wird. Bezüglich der Videofähigkeiten begegnen sich SC-LX90 und AVC-A1HDA auf Augenhöhe – beeindruckend ist, wie stabil und detailreich ehemalige 576i Signale aussehen, wenn sie auf 1080p „getunt“ den Susano verlassen. Die einfach zu handhabende Streamingmöglichkeit bringt weitere Pluspunkte. Leider fehlt netzwerkseitig eine Zugriffsmöglichkeit auf Stationen des Internet Radio. 

Fazit

"Kommt Zeit, kommt Rat" - befolgt man diese alte Weisheit und informiert sich zudem gründlich, ist die Wahl des richtigen AV-Verstärkers oder -Receivers bestimmt kein Glücksspiel. Wir wünschen viel Erfolg bei der Suche nach dem Traumgerät!


Text: Carsten Rampacher
31. Dezember 2009

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